Radio ZuSa

Sonntag, 20. Dezember 2015

Playlist #178 vom 27.12.2015 - NEUHEITEN 2015 (5)

Das Film- und Filmmusikjahr endet mit einigen Paukenschlägen, so dass die letzte Soundtrack-Adventures-Sendung in diesem Jahr einige filmmusikalische Highlights der vergangenen Wochen präsentiert. Dabei sind so illustre Namen wie die beiden Altmeister John Williams und Ennio Morricone ebenso zu hören wie der im Juni dieses Jahres bei einem Flugzeugabsturz getötete James Horner mit seinem letzten Score, den er für „The 33“ aufgenommen hat.
Darüber hinaus sind neue Werke von James Newton Howard, Howard Shore, Craig Armstrong und Alexandre Desplat im Programm, außerdem einige weniger bekannte Namen, die es aber mehr als wert sind, mit ihren hörenswerten Arbeiten vorgestellt zu werden.

Mit der größten Spannung wurde in den letzten Wochen vor allem der Start des neuen „Star Wars“-Abenteuers erwartet. Nachdem „Star Wars“-Erfinder George Lucas, der 1977 bei „Krieg der Sterne“ auch selbst Regie geführt hatte, als Regisseur von Episode I bis III nicht so überzeugen konnte, war es nun an dem Blockbuster-Wunderknaben J.J. Abrams („Jurassic World“, „Super 8“), die Erfolgs-Serie wieder in die Spur zu führen. Unterstützt wurde er bei dem riskanten Unternehmen allerdings von einer ganzen Armee vertrauter „Star Wars“-Veteranen, von den Darstellern Harrison Ford, Mark Hamill und Carrie Fisher über Drehbuchautor Lawrence Kasdan bis – natürlich – zu John Williams, der erneut für die vitale wie stimmungsvolle Filmmusik mit dem vertrauten „Star Wars“-Thema verantwortlich zeichnete.
Abrams hat sich bei Disney, an die George Lucas seine Produktionsfirma Lucasfilm verkauft hatte, für Episode VII ganz in den Dienst der Fans gestellt und inszenierte pure Nostalgie.
„Abrams ist sich des selbsterklärenden Moments der Reihe in Folge sieben so sicher, dass er seinen neuen Figuren je kaum zwei Dialogsätze oder auch nur ein Bild gönnt, um ihre Motivation zu begründen. Sie nehmen ihren Platz in diesem Universum einfach ein“, meint Dirk Peitz in seiner Kritik auf zeit.de. „Gut und Böse werden bei Star Wars einfach markiert, sie brauchen keine große psychologische Begründung.“ 
Von Fans ähnlich inniglich erwartet wird der achte Geniestreich von Quentin Tarantino, allerdings müssen sie sich noch bis zum 28. Januar 2016 gedulden, wenn „The Hateful 8“ in den deutschen Kinos anläuft. Der hochkarätig mit alten Tarantino-Bekannten wie Samuel L. Jackson, Kurt Russell, Tim Roth und Michael Madsen besetzte Western schildert das Aufeinandertreffen von acht durchtriebenen Menschen in einer einsamen Hütte, wo sie sich vor einem heftigen Schneetreiben schützen wollen. Für Tarantino, der in seiner Filmografie immer wieder auf Western-Motive zurückgegriffen hat, dürfte sich ein Traum erfüllt haben, als er erstmals mit dem von ihm so verehrten Ennio Morricone zusammenarbeiten durfte. Für „The Hateful 8“ entstand erstmals ein eigenständig für den Film komponierter Score, nachdem der passionierte Filmemacher für seine bisherigen Werke einfach auf bereits existierende Songs und Filmmusik zurückgegriffen hatte – u.a. immer wieder auch von Ennio Morricone (u.a. zu den beiden „Kill Bill“-Filmen und „Inglourious Basterds“).
Morricone schuf darüber hinaus auch zum französischen Kriegsdrama „En mai fais ce qu'il te plaît“ die einfühlsame Musik.
Auch von James Newton Howard gibt es zwei neue Arbeiten zu hören. So schuf er zum abschließenden Abenteuer der „Tribute von Panem“-Trilogie wie zuvor auch die Musik zu „The Hunger Games: Mockingjay – Part 2“, die diesmal zwar auch immer wieder auf Themen aus den vorangegangenen Filmen zurückgreift, insgesamt aber deutlich wuchtiger und actionlastiger ausgefallen ist. Eine schöne Zusammenfassung der abwechslungsreichen Stimmungen in dem Film bietet die den Soundtrack abschließende Suite, die auch zum Ende dieser Sendung zu hören ist. Dagegen präsentiert sich der Komponist in Peter Landesmans („Parkland“) neuen Film „Concussion“, der am 18. Februar 2016 in Deutschland unter dem Titel „Erschütternde Wahrheit“ anläuft, wieder von seiner ruhigen Seite. Das Drama, in dem Will Smith einen brillanten Arzt spielt, der bei einem ehemaligen Profi-Spieler des American Footballs die chronisch traumatische Enzephalopathie (CTE) diagnostiziert und die Öffentlichkeit vor den gesundheitlichen Risiken des Sports warnen will, hat Howard mit einem atmosphärisch dichten Score versehen, der auch immer wieder dramatische, rhythmische Elemente aufweist.
Der dieses Jahr mit einem Oscar für seine Musik zu Wes Andersons „The Grand Budapest Hotel“ ausgezeichnete Alexandre Desplat ist in diesen Wochen ebenfalls mit zwei neuen Werken zu hören. Neben der einfühlsamen Musik zu Sarah Gavrons historischen Drama „Suffragette – Taten statt Worte“ untermalte der Franzose auch Tom Hoopers („The King’s Speech“) neues biografisches Drama „The Danish Girl“.
Und schließlich gibt es auch die letzte von James Horner komponierte Musik zu hören, bevor er am 22. Juni 2015 bei einem Flugzeugabsturz ums Leben kam. Patricia Riggen arbeitet in ihrem Drama „69 Tage Hoffnung“ („The 33“) die Katastrophe von San José in Chile auf, wo im Jahre 2010 33 Männer nach einer Explosion in einer Gold- und Kupfermine verschüttet wurden, mehr als 600 Meter unter der Erde. Horner entschied sich für eine eher intime Musik mit Solo-Piano, Cello, elektronischen Streichern und akustischen Akzenten.
Abgerundet wird die Sendung u.a. mit der elektronischen Musik, die Cliff Martinez zur 2. Staffel der historischen Arzt-Serie „The Knick“ und Charlie Clouser zur TV-Mini-Serie „Childhood’s End“ kreiert haben, sowie Auszügen aus den Scores zum Dokumentarfilm „Killing Them Safely“, Tom McCarthys Thriller „Spotlight“ und Paul McGuigans Fantasy-Horror-Abenteuer „Victor Frankenstein“.
Playlist:
01. Dan Romer - Final Minutes And The Mountains (Sleepwalking In The Rift) - 06:00
02. Tim Despic - Growler (Heist) - 03:44
03. Brooke Blair - Proven Safe (Killing Them Safely) - 04:41
04. Brian Tyler - Uncovering Lies (Truth) - 04:15
05. Cliff Martinez - Dearest John (The Knick - Season 2) - 03:55
06. James Newton Howard - I Am Offended (Concussion) - 03:39
07. Rob Simonsen - Danny (Stonewall) - 04:09
08. Greg Sneddon - Like The Sun In The Morning (Arrows Of The Thunder Dragon) - 04:29
09. Atli Örvarsson - After The Storm (Rams) - 03:27
10. Harry Escott - The Eye Of Cockatrice (The River) - 04:30
11. Joshua Ralph - Racing Extinction (Racing Extinction) - 05:13
12. Craig Armstrong - Dark Red Theme 2 (Victor Frankenstein) - 03:36
13. Moonbeam - Escape (III) - 03:20
14. Pedro Bromfman - Operation Marco Polo (Deep Web) - 04:22
15. Jeff Russo - The Opening (The Surface) - 05:03
16. James Horner - The 33 (The 33) - 03:44
17. The Newton Brothers - The Resignation (The Runner) - 02:57
18. Antonio Pinto - Gardo Recites Letter (Trash) - 04:07
19. John Williams - The Scavenger (Star Wars: The Force Awakens) - 03:41
20. Charlie Clouser - Ship Appears (Childhood's End) - 02:55
21. Michael Brook - Center Of The World Part 2 (Jerusalem) - 03:33
22. Ennio Morricone - Ouverture (The Hateful Eight) - 03:11
23. Ennio Morricone - Respirations (En Mai Fais Ce qu'il te Plait) - 04:07
24. Howard Shore - Delivering The News (Spotlight) - 03:41
25. Alexandre Desplat - An Army (Suffragette) - 03:23
26. Alexandre Desplat - Lili's Dream (The Danish Girl) - 05:24
27. James Newton Howard - There Are Worse Games To Play/Deep In The Meadow/The Hunger Games Suite (The Hunger Games: Mockingjay: Part 2) - 09:42

Soundtrack Adventures with HORNER, TYLER, WILLIAMS, MORRICONE, SHORE, DESPLAT @ Radio ZuSa 20151227 by Dirk Hoffmann on Mixcloud

Sonntag, 6. Dezember 2015

Playlist #177 vom 13.12.2015 - ARMAND AMAR Special

Armand Amar war schon in den Vierzigern, als der Autodidakt seinen ersten Soundtrack komponiert hat. Mittlerweile zählt der 1953 in Jerusalem geborene, in Marokko aufgewachsene und in Paris lebende Komponist zu den versiertesten Vertretern seines Genres und bezaubert sein Publikum vor allem durch die harmonische Verbindung von klassischer und elektronischer Musik, verschiedensten Percussions und exotischen Klängen. Nun ist mit „Human“ der Soundtrack zu einer neuen Dokumentation von Yann Arthus-Bertrand erschienen, mit dem Amar bereits an Filmen wie „Home“ und „Planet Ocean“ zusammengearbeitet hat.

Schon seit frühester Kindheit begann sich Armand Amar für Musik zu interessieren und er studierte sowohl die klassische europäische Musik als auch die traditionellen Formen afrikanischer Musik und der des Mittleren Ostens. Seine Faszination für die Verbindung von Musik und körperlicher Performance führte zur Zusammenarbeit mit dem südafrikanischen Choreographen Peter Gross und daraufhin mit verschiedenen Tanzgruppen und Schauspiel-Workshops von Patrice Chéreau und dem Conservatoire National Supérieur.
1994 komponierte Amar den Soundtrack zu Michel Blancs Film „Grosse Fatigue“ und 1997 zur Fernseh-Präsentation von „Miracle a l'Eldorado“. Seinen Durchbruch als Filmkomponist feierte er 2002, als er die Musik zu Costa-Gravas „Der Stellvertreter“ beisteuerte.
„Ich habe es immer genossen, mit anderen kreativen Leuten zusammenzuarbeiten“, verriet Amar im Interview mit Stéphane Lerouge auf seiner Homepage. „Ich liebe das Arbeiten von Angesicht zu Angesicht, ich mag Konfrontationen, sei es mit einem Choreographen, einem Filmemacher oder einem Theater-Regisseur. Ich habe selten für mich allein geschrieben, mit niemandem außer mir zum Reden. Ich bin nicht wirklich daran interessiert, als Einzelner zu arbeiten.“
Zum Film kam Amar eher zufällig, als er durch sein Plattenlabel Long Distance, das er 1994 mit seinem Freund Alain Weber gegründet und sich einen Namen im Bereich traditioneller, klassischer und World Musik gemacht hat, Kontakt zur Produzentin Michèle Ray-Gavras bekam. Während Amar als musikalischer Berater für Tony Gatlifs „Latcho Drom“ tätig gewesen ist, den Ray-Gravas produzierte, gab er ihr und ihrem Ehemann Costa-Gavras einige Aufnahmen, die er fürs Ballett geschrieben hatte.
„Neun Jahre später rief mich Costa-Gavras an und bat mich, ‚Amen.‘ mit Musik zu versorgen, weil er bereits Teile des Films mit der Musik unterlegt hat, die ich ihm gegeben hatte. Nachdem ich den Film gesehen hatte, arbeitete ich einige Tage lang an einigen Entwürfen, um Costa mit einer möglichen Richtung zu versorgen. Seine Reaktion war unvergesslich: ‚Sorry, aber das ist überhaupt nicht das, was ich mir vorgestellt habe!‘
Später habe ich realisiert, warum; erstens wollte er überhaupt nicht viel Musik, sondern er wollte sie nur sehr sparsam einsetzen; zweitens wollte er jeglichen Pathos vermeiden, jegliche schwebende lyrische Passage. Er brauchte etwas Distanz. Das tatsächliche Thema des Films ist Verantwortung, nicht wie es zum Holocaust kam. Mit seinem Rat im Hinterkopf machte ich mich an einer kompletten Überarbeitung des Scores, seinen dahinter liegenden Absichten, seiner Ästhetik.“ (ebd.)
Seit seiner Arbeit an „Amen.“ hat Amar an so unterschiedlichen Filmen wie Costa-Gravas‘ „The Axe” (2005), „The Trail” von Eric Valli (2005), Radu Mihaileanus „Live and Become” und „Days of Glory” (“Indigènes”), Julie Gavras’ „Blame it on Fidel” (alle 2006), Gilles de Maistres „The First Cry“ (2007), Gilles Legrands „La jeune fille et les loups“, Diane Kurys’ „Sagan“ (2008), Yann Arthus-Bertrands „Home“ und Radu Mihaileanus „The Concert“ (2009) gearbeitet.
In den letzten Jahren sind Radu Mihaileanus „Quelle der Frauen“ (2011), Marcos Bernsteins „Mein kleiner Orangenbaum“ (2012) und Erik Poppes „Tausendmal gute Nacht“ (2013) dazugekommen. Dabei überrascht der Komponist mit immer neuen Kombinationen von klassischen, modernen und exotischen Musikstilen.
„Seit ich aus Indien zurückgekehrt bin, habe ich ein Bedürfnis, Dinge zu mixen, etwas, das Bartók ,imaginäre Folklore‘ nannte. Ich empfinde eine Leidenschaft für Klänge und die Kombinationen, die mit ihnen herzustellen sind. Ein Instrument mit einem anderen zu assoziieren beinhaltet, eine bestimmte Farbe zu kreieren, wenn möglich eine, die vorher nicht existiert hat, wie in der Malerei. Außerdem liebe ich es, traditionelle Instrumente aus ihrem ursprünglichen Kontext zu lösen, sie zu entwurzeln. So habe ich japanische Trommeln in ‚The Trail‘, Mandolinen in ‚Blame it on Fidel!‘ und Shakuhachi in ‚Days of Glory‘ verwendet, auch wenn es keine logische Wahl gewesen ist. Ich habe mit Costa-Gravas darüber gestritten, weil ich ein Solo-Duduk-Spiel in ‚Amen.‘ einsetzen wollte, als Kassovitz mit seinem gelben Stern in den Zug steigt, auch wenn das Duduk kein traditionelles jüdisches Instrument ist. Das macht keinen Unterschied; ich verwende es nicht wegen seiner Wurzeln, sondern wegen seiner Ausdruckskraft.“ (ebd.)

Filmographie: 
1997 Miracle à l'Eldorado (TV-Film)
2002 Der Stellvertreter
2004 Die Erde von oben (Dokumentation)
2004 L'enfant endormi
2004 Tabous - Zohre & Manouchehr (Dokumentation)
2005 Bab'Aziz - Der Prinz, der seine Seele betrachtete
2005 Die Axt
2005 Geh und lebe
2006 Der Oberst und ich
2006 La faute à Fidel!
2006 Tage des Ruhms
2006 The Trail
2007 Cartouches gauloises
2007 Comme ton père
2007 Der erste Schrei (Dokumentation)
2007 Immigrant (Kurzfilm)
2007 Marie Humbert, le secret d'une mère (TV-Film)
2008 Bonjour Sagan
2008 La jeune fille et les loups
2008 L'appel de la forêt (TV-Dokumentation)
2009 Das Konzert
2009 Eden à l'Ouest
2009 Ihre erste Afrika-Story (TV-Film)
2009 London River
2009 Moi, Van Gogh (Kurzfilm)
2009 Home (Dokumentation)
2010 Ao, le dernier Néandertal
2010 Comme les cinq doigts de la main
2010 Grüne Hölle (TV-Film)
2010 Hors la loi
2010 L'instant T (Kurzfilm)
2010 Marion Mazzano (TV-Serie)
2010 The Writers' Block (TV-Serie)
2010 Vu du ciel les héros de la nature (TV Serie)
2011 Acht Blumen (Kurzfilm)
2011 Die freien Menschen
2011 Nordkorea für Einsteiger (TV-Film)
2011 Quelle der Frauen
2011 Tu seras mon fils
2012 Amazônia Eterna (Dokumentation)
2012 Ce que le jour doit à la nuit
2012 Die durstige Welt (TV-Dokumentation)
2012 Habiba (Kurzfilm)
2012 Here and the Great Elsewhere (Kurzfilm)
2012 Le capital
2012 Mein kleiner Orangenbaum
2012 Planet Ocean (Dokumentation)
2013 Belle und Sebastian
2013 Crime d'État (TV-Film)
2013 Mantis Religiosa, Vision of the Dance (Kurzfilm)
2013 Né quelque part
2013 Pour une femme
2013 Tausendmal gute Nacht
2013 The Hunter (Kurzfilm)
2013 Ye Ying - Le promeneur d'oiseau
2013 The Painter (Kurzfilm)
2014 24 jours
2014 Caricaturistes, fantassins de la démocratie (Dokumentation)
2014 Ce soir je vais tuer l'assassin de mon fils (TV-Film)
2014 Interdites d'école (TV-Film)
2014 Jusqu'au dernier (TV Mini-Serie)
2014 Méditerranée, notre mer à tous (TV-Dokumentation)
2015 L'odeur de la mandarine
2015 Une chance de trop (TV Mini-Serie)
2015 Une mère en trop (TV-Film)
2015 Human (Dokumentation)
2015 Belle et Sébastien, l'aventure continue
Playlist:
01. Armand Amar - Paddy Fields (Human) - 03:39
02. Armand Amar - The Mount Olympus (Mediterranean) - 06:02
03. Armand Amar - Cycle (Resist) - 03:33
04. Armand Amar - From Africa Return (A Thousand Times Good Night) - 04:56
05. Armand Amar - Le Pont de Glace (Belle et Sébastien) - 03:02
06. Armand Amar - La Source (La source des Femmes) - 06:05
07. Armand Amar - Pour une Femme (Pour une Femme) - 04:49
08. Armand Amar - La Jeune Fille et les Loups III (La Jeune Filles et les Loups) - 04:29
09. Armand Amar - Home part 2 (Home) - 03:42
10. Armand Amar - Rajah Ampat (Planet Ocean) - 03:25
11. Armand Amar - Vu du Ciel (Vu du Ciel) - 05:04
12. Armand Amar - La Genese (Comme les 5 Doigts de la Main) - 05:35
13. Armand Amar - Retour a la Vie (AO) - 04:01
14. Armand Amar - Mère et Enfant (Va, Vis et Deviens) - 03:11
15. Armand Amar - Hedome (Nomad's Dance 2) - 03:39
16. Armand Amar - Ram Rama (Ikat) - 06:27
17. Armand Amar - Le Réve (The First Cry) - 03:13
18. Armand Amar - Kadjiro and Grace (La Piste) - 04:25
19. Armand Amar - Shahar 12 (Shahar) - 04:03
20. Armand Amar - Memories of the Past (My Sweet Orange Tree) - 04:16
21. Armand Amar - Par delá les Vignes (Tu seras mon Fils) - 05:12
22. Armand Amar - I (Amazonia) - 03:57
23. Armand Amar - Indigènes (Indigènes) - 03:23
24. Armand Amar - Les Grottes (Images) - 04:10
25. Armand Amar - La Valse du Couperet (Le Couperet) - 05:09
26. Armand Amar - Variation 5 (Nomad's Dance) - 05:42

Soundtrack Adventures #177 with ARMAND AMAR @ Radio ZuSa 2015-12-13 by Dirk Hoffmann on Mixcloud

Montag, 2. November 2015

Playlist #176 vom 29.11.2015 - LUDOVICO EINAUDI Special

Seit über zwanzig Jahren begeistert der in Turin geborene Komponist Ludovico Einaudi ein treues wie vielschichtiges Publikum, das seinen Werken nicht nur auf CD, sondern auch vor ausverkauften Konzerthallen und im Internet aufmerksam lauscht. Indem Einaudi klassische Elemente mit elektronischen, folkloristischen und rockigen Klängen auf einzigartige Weise zu verbinden versteht, hat er sich nicht nur über musikalische Genregrenzen hinweggesetzt, sondern ist zu einem der beliebtesten Komponisten unserer Zeit avanciert. Fast drei Jahre nach seinem letzten Album „In A Time Lapse“ stellt er nun mit „Elements“ sein neues Werk vor.

Nach seiner Ausbildung zum klassischen Komponisten und Pianisten am Mailänder Konservatorium wurde Einaudi Schüler des berühmten Avantgarde-Komponisten Luciano Berio und verdiente sich seine ersten Meriten mit prestigeträchtigen Auftragswerken für das amerikanische Tanglewood Festival, das Pariser Ircam-Institut und die Zentrale Hochschule für Bildende Kunst in Peking. Doch statt sich weiter einen Namen in der klassischen Musikszene zu machen, fing Einaudi an, seine eigenen musikalischen Ambitionen zu verfolgen.
Bereits mit seiner Elektroharfen-Suite „Stanze“ (1997) und dem Soloklavier-Zyklus „Le Onde“ (1998) begeisterte er vor allem die britischen Classic-FM-Hörer und schaffte den Einstieg ins Filmgeschäft. Während er für meist italienische Filme wie „Fuori dal mondo“ (1999), „Le parole di mio padre“ (2001), „Licht meiner Augen“ (2001) und „Sotto falso nome“ (2004) eigenständige Kompositionen schuf, wurden viele seiner bekanntesten Stücke in Kino-Hits wie „This Is England“ (2006) und „Ziemlich beste Freunde“ (2011) eingesetzt. Zuletzt war Einaudis Musik in Russell Crowes Regiedebüt „Das Versprechen eines Lebens“ zu hören.
Internationale Aufmerksamkeit erregten aber vor allem seine experimentierfreudigen Solo-Alben. So wartete er bei „Eden Roc“ (1999) mit dem Quartetto David und dem berühmten Duduk-Spieler Djivan Gasparian auf, mit „I Giorni“ (2001) beschäftigte er sich intensiver mit Weltmusik. Die aus seinen ersten vier Alben zusammengestellte CD „Echoes: The Einaudi Collection“ (2003) verkaufte sich bisher über 100.000 Mal und führte zu stark frequentierten Konzerten. Anschließend entstand mit „Una Mattina“ (2004) ein überwiegend für Sololavier komponiertes Album und und mit dem Kora-Virtuosen Ballaké Sissoko das Gemeinschaftsprojekt „Diario Mali“ (2005).
Mit „Divenire“ veröffentlichte der italienische Ausnahmekomponist 2007 sein bis dahin ehrgeizigstes und kommerziell erfolgreichstes Album, das das gesamte Spektrum von Einaudis musikalischen Einflüssen abdeckte und mit Unterstützung des Royal Liverpool Philharmonic Orchestra und einiger digitaler Effekte realisiert wurde. Es folgte eine Europa-Tournee mit achtzig Konzerten, aber Einaudi spielte auch vor seinen Fans in Indien, Japan und den USA.
2009 begann die Zusammenarbeit mit Robert Lippok von der Post-Rock-Gruppe To Rococo Rot. Während Einaudi bei dem Debüt von Whitetree die beiden Lippok-Brüder Robert und Ronald am Klavier unterstützte, steuerte Robert zu „Nightbook“ die verträumten elektronischen Elemente bei. Ein Jahr später dirigierte er das Orchester des Festivals La Notte della Taranta in der Region Apulien, wo über 100.000 Menschen zu einer wilden Mischung aus Einaudis La-Notte-Orchester, Gesang, Mandolinen, Tamburin, Schlagzeug, Akkordeon, Orgel, Gitarre und Streichinstrumenten tanzten. Traditionell wurden mit diesen wilden Volkstänzen die Folgen eines Tarantel-Bisses geheilt. Einaudi arrangierte diese volkstümlichen Lieder neu und komponierte dazu innovative Musik, sondern lud auch internationale Gastmusiker wie den türkischen Multi-Instrumentalisten und DJ Mercan Dede, die griechische Sängerin Savina Yannatou, den malischen Kora-Spieler Ballaké Sissoko, den Gitarristen und Komponisten Justin Adams und den gambischen Grioten Juldeh Camara ein.
Fünf Jahre später wurde dazu das Album „Taranta Project“ veröffentlicht.
Mit „Island“ erschien 2011 ein weiteres Best-of-Album, das auch einige unveröffentlichte Stücke enthielt und zu einem Riesenerfolg wurde, der sich in ausverkauften Konzerten auch in Japan, Thailand, Vietnam und China niederschlug. Das Anfang 2013 veröffentlichte Album „In A Time Lapse“ wurde in einem Kloster bei Verona aufgenommen und enthält 14 Tracks, die mit Piano, Streichern, Percussion und Electronics eingespielt worden sind und ebenso episch wie gefühlvoll, experimentell wie abenteuerlich ausfallen. Wie schon zur Special Edition des populären „Divenire“-Albums, als Alva Noto, Robert Lippok und Mercan Dede Remixes beisteuerten, erschien auch hierzu eine Remix-EP („In A Time Lapse – The Remixes“) mit neuen Interpretationen des Einaudi-Materials durch Dot Major, Robert Lippok, Phaeleh, Steven Segal u.a.
Für sein neues Album „Elements“ ließ sich Einaudi durch die Naturelemente, aber auch mathematische und wissenschaftliche Formeln, musikalische Formen und Kunstwerke von beispielsweise Kandinsky inspirieren und verschmolz sie zu einem Konzept. Neben den vertrauten Piano-Melodien finden sich hier auch einige Ensemble-Einsätze, die dem Album eine wohltuende atmosphärische Dichte verleihen.

Playlist:
01. Ludovico Einaudi - Logos (Elements) - 06:23
02. Ludovico Einaudi - Dietro casa (Una mattina) - 03:55
03. Ludovico Einaudi - Questa notte (Le Onde) - 05:20
04. Ludovico Einaudi - Passaggio (Fuori dal Mondo) - 04:49
05. Ludovico Einaudi - Farewell To The Past (Doctor Zhivago) - 05:02
06. Ludovico Einaudi - Chameaux (Diario mali) - 05:04
07. Ludovico Einaudi - Indaco (Nightbook) - 05:24
08. Ludovico Einaudi - Due tramonti (Eden Roc) - 04:52
09. Ludovico Einaudi - Burning (In A Time Lapse) - 04:59
10. Ludovico Einaudi - Time Lapse [Dot Major Remix] (In A Time Lapse - The Remixes) - 05:45
11. Ludovico Einaudi - Resta con me (Una Mattina) - 04:55
12. Ludovico Einaudi - Nefeli (Eden Roc) - 04:10
13. Ludovico Einaudi - Al di là del vetro (Luce die miei occhi) - 04:20
14. Ludovico Einaudi - Twice (Elements) - 05:21
15. Ludovico Einaudi - The Ringlet (Doctor Zhivago) - 03:54
16. Ludovico Einaudi - Nei varchi di luce (Sotto falso nome) - 06:21
17. Ludovico Einaudi - Discovery At Night [Robert Lippok Remix] (In A Time Lapse - The Remixes) - 06:19
18. Ludovico Einaudi - Choros (Taranta Project) - 05:49
19. Ludovico Einaudi - On (Sotto falso nome) - 04:31
20. Ludovico Einaudi - Svanire (Divenire) - 07:28
21. Ludovico Einaudi - Dietro l'incanto (Le Onde) - 04:50
22. Ludovico Einaudi - Walk [Phaeleh remix] (In A Time Lapse - The Remixes) - 05:09
23. Ludovico Einaudi - Primavera (Islands) - 07:25

Soundtrack Adventures #176 with LUDOVICO EINAUDI @ Radio ZuSa 2015-11-29 by Dirk Hoffmann on Mixcloud

Sonntag, 1. November 2015

Playlist #175 vom 01.11.2015 - NEUHEITEN 2015 (4)

Zum vierten Mal in diesem Jahr präsentiere ich die interessantesten Neuheiten im Bereich der Filmmusik, die in den vergangenen Wochen veröffentlicht worden sind. Dabei sind neben so illustren Namen wie Hans Zimmer, Thomas Newman, James Newton Howard, Danny Elfman und John Powell auch weniger bekannte Komponisten wie Benjamin Wallfisch und In The Nursery zu hören, die dem Mix heute das besondere Flair verleihen.

Den Anfang macht der italienische Komponist Ludovico Einaudi, der drei Jahre nach seinem letzten Album „In A Time Lapse“ mit „Elements“ zwar keinen Soundtrack präsentiert, aber ein durchaus filmmusikalisch prädestiniertes Album, das die Naturelemente mit mathematischen und wissenschaftlichen Elementen ebenso zu integrieren versteht wie musikalische Formen und künstlerische Werke.
Antonio Pinto vertonte die von Regisseur Asif Kapadia inszenierte Dokumentation „Amy“, die das kurze Leben der Ausnahmekünstlerin Amy Winehouse mit zuvor unveröffentlichtem, privatem Materiak rekapituliert. Die sechsfache Grammy-Gewinnerin mit der charakteristischen Soulstimme ist bereits im Alter von 27 Jahren an einer Alkoholvergiftung gestorben.
Auf biografischen Wurzeln beruht auch Brian Helgelands neuer Film „Legend“. Nachdem Peter Medak bereits 1990 in „Die Krays“ das kriminelle Treiben der eineiigen Zwillingsbrüder Ronald und Reginald Kray mit den beiden Spandau-Ballet-Musikern Gary und Martin Kemp besetzt hatte, ist Tom Hardy in Helgelands Update in der Doppelrolle der Kray-Zwillinge zu sehen, die im London der Swinging Sixties mit ihren kriminellen Machenschaften und ihrer Skrupellosigkeit für Furore sorgten. Die musikalische Untermalung besorgte Carter Burwell („Mr. Holmes“, „No Country For Old Men“).
Nach Alberto Iglesias‘ einfühlsamen Klängen zu Julio Medems Drama „Ma Ma“ mit Penélope Cruz in der Hauptrolle als Frau, die eine ganze Reihe Probleme zu meistern hat, im Kreise ihrer Familie sowie ihrer engsten Freunde jedoch aufblüht, ist der aus dem Umfeld von Hans Zimmer stammende und momentan überaus produktive Lorne Balfe sowohl mit seiner Musik zum humorvollen chilenischen Drama „Gloria“ als auch zu Jerry Jamesons Thriller „Captive“ zu hören.
Ruhig geht es zunächst auch mit der aus Sheffield stammenden Band In The Nursery weiter, die mit „The Fall of the House of Usher“ ihr bereits achtes Album im Rahmen ihrer Optical Music Series veröffentlichen. Nachdem dort bereits neue Soundtracks zu Stummfilm-Klassikern wie „The Cabinet of Doctor Caligari“, „Man with a Movie Camera“ und „The Passion of Joan Arc“ erschienen sind, haben sich die beiden Zwillinge Klive und Nigel Humberstone nun der Adaption von Edgar Allan Poes Horror-Novelle „The Fall of the House Usher“ durch Jean Epstein und Luis Bunuel aus dem Jahre 1928 angenommen und einen einfühlsamen, auch mit traditionellen Elementen gespickten Score zum Drama über Liebe, Verlust und Verfall komponiert.
Der isländische Komponist Jóhann Jóhannsson, der spätestens seit seinen bemerkenswerten Arbeiten zu Denis Villeneuves Thriller-Drama „Prisoners“ (2013) und James Marshs Stephen-Hawking-Biopic „Die Entdeckung der Unendlichkeit“ (2014) auch in Hollywood bekannt geworden ist, steuerte auch zu Villeneuves neuen Film „Sicario“ den Score bei. Darin geht es um den Drogenkrieg an der Grenze zwischen Mexiko und dem US-amerikanischen Bundesstaat Arizona, wo es die junge FBI-Agentin Kate Macer (Emily Blunt) mit dem erbarmungslosen Söldners Alejandro (Benicio Del Toro) zu tun bekommt.
Neues gibt es auch vom gefeierten Komponisten der britischen Krimiserie „Broadchurch“, Ólafur Arnalds. Gemeinsam mit seinem Freund Nils Frahm nahm er im Herbst 2014 in Frahms Berliner Studio die EP „Loon“ auf, die ähnlich wie die vorangegangene Zusammenarbeit bei „Stare“ auf Ambient-Sounds basiert, aber diesmal mehr perkussive und Dub-Einflüsse aufweist.
Serien-Profi Jeff Beal („Rome“, „Monk“, „Carnivale“) ist mit der Musik aus der dritten Staffel der Polit-Drama-Serie „House of Cards“ zu hören, dann James Newton Howard mit seinem entspannten Score zu Edward Zwicks biografischen Drama „Bauernopfer – Spiel der Könige“, in dem Tobey Maguire das amerikanische Schachtalent Bobby Fischer spielt, der 1972 in Reykjavik gegen den russischen Champion Boris Spasski (Liev Schreiber) antreten soll.
Thomas Newman hat nicht nur die Musik zum neuen Bond-Film „Spectre“ komponiert, der unter der Regie von Sam Mendes („Skyfall“) am 5. November in den deutschen Kinos startet, sondern auch zu Steven Spielbergs neuen Film „Bridge of Spies“, womit er das mächtige Erbe des großen John Williams antritt, der bis dato jeden von Spielbergs Filmen vertont hat. Außerdem komponierte der renommierte Komponist die Musik zu Davis Guggenheims Dokumentarfilm „Malala - Ihr Recht auf Bildung“, in dem die pakistanische Kinderrechtsaktivistin und -nobelpreisträgerin Malala Yousafzai portraitiert wird.
Besinnliche Klänge gibt es schließlich auch vom französischen Oscar-Preisträger Alexandre Desplat („The Grand Budapest Hotel“) zu Wim Wenders‘ Drama „Everything Will Be Fine“ und von Shigeru Umebayashi („The Grandmaster“) zu Michael Winterbottoms Drama „Trishna“ ebenso wie von Jeff Danna zur zweiten und dritten Staffel der Sci-Fi-Serie „Continuum“.
Nach Benjamin Wallfischs Musik zu Ron Scalpellos Thriller „Pressure“ und Dario Marianellis abwechslungsreichen Klängen zu Baltasar Kormákurs biografischen Bergsteigerdrama „Everest“ tauchen wir mit John Powell („Pan“) und Danny Elfman („Goosebumps“) in abenteuerlichere wie fantasievollere Gefilde ein, bevor uns Harry Gregson-Williams zwei ethnisch angehauchte Cues aus dem neuen Computer-Adventure „Metal Gear Solid V“ und einen ruhigeren Track zu Ridley Scotts Weltraum-Drama „The Martian“ präsentiert.
Armand Amar komponierte zu der dreistündigen Dokumentation „Human“, mit der Regisseur Yann Arthus-Bertrand („Home“) das Leben der Menschen auf unserem von Kriegen und Konflikten zerrissenene Planeten analysiert, eine wunderschön eindringliche Musik mit verschiedenen ethnischen Elementen. Und Hans Zimmer untermalte Peter Solletts biografisches Drama „Freeheld“, das im April kommenden Jahres mit Ellen Page und Julianne Moore bei uns anläuft, zusammen mit Johnny Marr. Der ehemalige The-Smiths-Lead-Gitarrist arbeitete mit Zimmer schon an „Inception“ zusammen und sorgt bei „Freeheld“ für die aufwühlenden Gitarren-Soli.
Playlist:
01. Ludovico Einaudi & Daniel Hope - Petricor (Elements) - 06:35
02. Antonio Pinto - Amy's Death (Amy) - 04:49
03. Carter Burwell - I Was The Message (Legend) - 03:02
04. Alberto Iglesias - El Balón (Ma Ma) - 03:09
05. Lorne Balfe - Fallen In Love (Gloria) - 03:58
06. Lorne Balfe - I Have To Leave Now (Captive) - 05:28
07. In The Nursery - The Haunted Palace (The Fall of the House Usher) - 06:50
08. Jóhann Jóhannsson - Desert Music (Sicario) - 05:07
09. Ólafur Arnalds & Nils Frahm - W (Loon) - 06:42
10. Thomas Newman - End Title (Spectre) - 05:38
11. Jeff Beal - More Human Now, Main Title Season Three (House Of Cards - Season 3) - 04:49
12. James Newton Howard - Bobby Wins (Pawn Sacrifice) - 05:49
13. Thomas Newman - Homecoming (Bridge Of Spies) - 07:48
14. Thomas Newman - Grievous Injury (He Named Me Malala) - 04:55
15. Alexandre Desplat - Reconciliation (Everything Will Be Fine) - 04:03
16. Shigeru Umebayashi - Trishna and Jay II (Trishna) - 03:46
17. Jeff Danna - When Is Alec Sadler? (Continuum Seasons 2 +3) - 04:22
18. Benjamin Wallfisch - Rain (Pressure) - 02:59
19. Dario Marianelli - Epilogue (Everest) - 05:12
20. John Powell - Origin Story (Pan) - 03:58
21. Danny Elfman - Credits (Goosebumps) - 02:09
22. Harry Gregson-Williams - See You In A Few (The Martian) - 05:12
23. Harry Gregson-Williams - Afghanistan's a Big Place (Metal Gear Solid V) - 02:19
24. Harry Gregson-Williams - Introduction to Africa (Metal Gear Solid V) - 02:33
25. Armand Amar - Mongolia (Human) - 03:44
26. Hans Zimmer & Johnny Marr - Can't Leave Her (Freeheld) - 07:18

Soundtrack Adventures #175 with Einaudi, Desplat, Amar, Balfe, Newman, Beal, @ Radio ZuSa 2015-11-01 by Dirk Hoffmann on Mixcloud

Dienstag, 13. Oktober 2015

Playlist #174 vom 18.10.2015 - NICK NOLTE Special

"Ich spiele das Spiel immer bis zum Limit und pfeife auf die Konsequenzen", lässt der amerikanische Schauspieler Nick Nolte seinen Charakter Bob Montaguet in Neil Jordans "The Good Thief" proklamieren. Dieser Satz könnte aber auch von Nolte selbst stammen, dessen Leben und Karriere stets zwischen Exzess und Poesie, Gewalt und Leidenschaft verlief. Nachdem er im Alter von 51 Jahren zum „Sexiest Man Alive“ gekürt worden war und auf drei Oscar-Nominierungen zurückblicken darf, ist er heute nur noch in Nebenrollen zu sehen, liefert aber nach wie vor bemerkenswerte Leistungen ab wie im Sportler-Drama „Warrior“ (2011), in Robert Redfords Polit-Thriller-Drama „The Company You Keep“ (2012) oder in dem Action-Drama „Parker“ (2013). Momentan ist er wieder an der Seite von Robert Redford in den Kinos zu sehen, diesmal in der Abenteuer-Komödie „Picknick mit Bären“.

Nachdem der am 8. Februar 1941 in Omaha, Nebraska, geborene Nolte 1960 seine Schauspieler-Karriere bei dem amerikanischen Bühnenensemble Actor’s Inner Circle of Phoenix begonnen hatte, war er in den kommenden acht Jahren in ungefähr 180 Stücken zu sehen. 1968 folgten Auftritte am Old Log Theater in Minneapolis und mit der experimentellen Gruppe La Mama Experimental Theatre in New York City, bevor er sich in Los Angeles niederließ und für eine Weile Schauspiel bei Stella Adler studierte und am Pasadena Playhouse auftrat.
Als Nolte 1973 einen seiner ersten TV-Auftritte in der Fernsehserie „Die Straßen von San Francisco“ hatte und 1977 den Durchbruch in der Serie „Reich und Arm“ feierte, konzentrierte er sich ganz auf das Film- und Fernsehgeschäft. Nach seinem Kinodebüt in der Bestseller-Verfilmung „Die Tiefe“ (1977) folgten starke Charakterrollen in Karel Reisz‘ „Dreckige Hunde“ (1978) und in der John-Steinbeck-Verfilmung „Die Straße der Ölsardinen“ (1981), bevor er in Walter Hills Action-Komödie „Nur 48 Stunden“ (1982) an der Seite von Eddie Murphy brillierte. Im Gegensatz zu dem gewissenhaften Cop, den er hier präsentierte, wurde er später gern als böser Cop besetzt.
„Sobald man an miese, massige, erschreckend selbstherrliche Cops denkt, taucht er aus der Erinnerung auf, sein scharfer Blick, die stillose Frisur, das hämischste Grinsen Hollywoods. Damit hat Nick Nolte jeden Polizisten ausgestattet, den er in seiner Laufbahn verkörpern musste, und das waren eine Menge“, schrieb die Süddeutsche Zeitung. „Aber er wusste auch, dass es mit Mittelscheitel und Schnauzbart allein nicht getan war. Was seine Cops so gefährlich machte, war die Gewalt, die sie umgab, selbst in ihren jovialen Momenten. Das war der Grund, warum er all die Rollen bekam, für die Clint Eastwood zu hübsch und Jeff Bridges zu lässig war, und warum der Zuschauer hinterher die Namen Eastwood oder Bridges völlig vergessen hatte.“
1991 überzeugte Nolte nicht nur in Martin Scorseses Remake von dem Psycho-Thriller „Kap der Angst“, sondern an der Seite von Barbra Streisand auch als psychisch angeschlagener und verwirrter Ehemann in der Bestseller-Verfilmung „Herr der Gezeiten“, was ihm seine erste Oscar-Nominierung einbrachte.
Nach einigen Flops meldete sich Nolte in seiner Paraderolle als böser Cop in Lee Tamahoris „Nach eigenen Regeln“ (1996) eindrucksvoll zurück, und Alan Rudolph besetzte den charismatischen Darsteller in gleich drei Filmen („Liebesflüstern“, „Breakfast of Champions“ und „Investigating Sex“). Darüber hinaus brillierte Nolte in Paul Schraders „Der Gejagte“ und Oliver Stones „U-Turn“ (beide 1997), in Terrence Malicks Kriegsdrama „Der schmale Grat“ (1998) und in Neil Jordans „The Good Thief“ (2002).

Filmographie:
1973: Die Straßen von San Francisco, Fernsehserie: Der Heckenschütze (Crossfire)
1974: California Kid (The California Kid)
1974: Wild Drivers (Return to Macon County)
1975: Deep River – Entscheidung am Fluß (The Runaway Barge)
1977: Reich und Arm (Rich Man, Poor Man), Fernsehserie
1977: Die Tiefe (The Deep)
1978: Dreckige Hunde (Who’ll Stop the Rain)
1979: Die Bullen von Dallas (North Dallas Forty)
1979: Herzschläge (Heart Beat)
1981: Die Straße der Ölsardinen; auch Cannery Row (Cannery Row)
1982: Nur 48 Stunden (48 Hrs.)
1983: Under Fire, auch: Unter Feuer (Under Fire)
1984: Grace Quigleys letzte Chance (The ultimate solution of Grace Quiegley)
1984: Die Aufsässigen (Teachers)
1986: Zoff in Beverly Hills (Down and out in Beverly Hills)
1987: Ausgelöscht (Extreme Prejudice)
1987: Der stählerne Vorhang (Weeds)
1988: New Yorker Geschichten (New York Stories)
1989: Farewell to the King, auch: Der Dschungelkönig von Borneo (Farewell to the King)
1989: Das Bankentrio (The Three Fugitives)
1990: Everybody Wins
1990: Und wieder 48 Stunden (Another 48 Hours)
1990: Tödliche Fragen (Questions and Answers)
1991: Herr der Gezeiten (The Prince of Tides)
1991: Kap der Angst (Cape Fear)
1992: The Player
1992: Lorenzos Öl (Lorenzo’s Oil)
1993: Blue Chips
1994: Nichts als Ärger (I Love Trouble)
1994: I'll Do Anything oder: Geht's hier nach Hollywood? (I’ll do anything)
1995: Jefferson in Paris
1996: Nach eigenen Regeln (Mulholland Falls)
1996: Schatten der Schuld (Mother Night)
1997: Liebesflüstern (Afterglow)
1997: Der Gejagte (Affliction)
1997: U-Turn – Kein Weg zurück (U-Turn)
1997: Freeze – Alptraum Nachtwache (Night Watch)
1998: Der schmale Grat (The Thin Red Line)
1999: Breakfast of Champions – Frühstück für Helden (Breakfast of Champions)
1999: Simpatico
2000: The Golden Bowl (The Golden Bowl)
2001: Investigating Sex
2002: The Good Thief
2003: Northfork
2003: Hulk
2004: Clean
2004: Beautiful Country
2004: Hotel Ruanda (Hotel Rwanda)
2005: Neverwas
2006: Ab durch die Hecke (Over the Hedge, Stimme)
2006: Papa
2006: Peaceful Warrior
2008: Ein verhängnisvoller Sommer (The Mysteries of Pittsburgh)
2008: Die Geheimnisse der Spiderwicks (The Spiderwick Chronicles)
2008: Tropic Thunder
2010: Cats & Dogs: Die Rache der Kitty Kahlohr (Cats & Dogs: The Revenge of Kitty Galore, Stimme)
2011: Arthur
2011: Warrior
2011–2012: Luck (Fernsehserie)
2012: The Company You Keep – Die Akte Grant (The Company You Keep)
2013: Gangster Squad
2013: Parker
2013: Hateship Loveship
2013: Anklage: Mord – Im Namen der Wahrheit (The Trials of Kate McCall)
2015: Picknick mit Bären (A Walk in the Woods)
2015: Run All Night
2015: Return to Sender – Das falsche Opfer (Return to Sender)
Playlist:
01. Nathan Larson - So Many Stars (A Walk In The Woods) - 05:21
02. John Barry - First Discovery (The Deep) - 03:55
03. Bennett Salvay - End Title Suite (Peaceful Warrior) - 06:42
04. Mark Isham - Family Reunion/In Paradise (Breakfast of Champions) - 04:55
05. Mark Isham - Yeses, Noes And In-Betweens (Afterglow) - 04:57
06. Mark Isham - End Credits (Trixie) - 03:03
07. Stewart Copeland - Rush To LA (Simpatico) - 03:13
08. Jerry Goldsmith - To Mexico (Extreme Prejudice) - 03:05
09. Jerry Goldsmith - Sandino (Under Fire) - 03:40
10. Mark Isham - A Warm Beginning (Everybody Wins) - 03:23
11. Basil Poledouris - War Is Over (Farewell To The King) - 03:21
12. James Horner - Birdcage Battle (Another 48 Hrs.) - 04:42
13. Mark Isham - Relapse (Warrior) - 03:56
14. Michael Brook - Resignation (Affliction) - 04:06
15. Philip Glass - First Patient (Neverwas) - 03:55
16. Zbigniew Preisner - Ship Of Hope (The Beautiful Country) - 04:09
17. Dave Grusin - Main Title/Drive To Perino's (Mulholland Falls) - 03:51
18. Cliff Martinez - You Have A Full Green Light (The Company You Keep) - 03:18
19. James Newton Howard - Lila's Theme (The Prince Of Tides) - 03:08
20. Hans Zimmer - Light (The Thin Red Line) - 07:19
21. Ennio Morricone - Grace (U-Turn) - 04:38
22. David Newman - Here's Peter (I Love Trouble) - 05:10
23. Danny Elfman - Prologue (Hulk) - 04:38
24. Afro Celt Sound System - Mama Ararira (Hotel Rwanda) - 03:40
25. David Buckley - We've Got The Girl (Parker) - 03:43
26. Elliot Goldenthal - Redemption Rehearsal (The Good Thief) - 08:38

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