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Sonntag, 16. Dezember 2018

Playlist #256 vom 23.12.2018 - SACRED SPIRITS

Direkt vor den Weihnachtstagen bietet es sich natürlich an, filmmusikalische Referenzen aufzuspüren. Während ich vor zwei Jahren noch Kompositionen zu Hollywood-Weihnachtsfilmen wie „Santa Clause“, „Polar Express“, „Silver Bells“, „A Christmas Carol“, „How The Grinch Stole Christmas“, „Miracle on the 34th Street“, „Jingle All the Way“ und „Scrooged“ präsentierte, steht in der heutigen Sendung der spirituelle Aspekt, der mit dem Weihnachtsfest verbunden wird, im Vordergrund. Das Konzept ist dabei so weit gefasst, dass es um die Geburt Christi nur am Rande geht, dafür um nicht nur christliche Werte wie Nächstenliebe, Toleranz und Mut, aber auch um spirituelle Traditionen außerhalb unseres Kulturkreises. 

So hat Harry Gregson-Williams für das 2005 von Ridley Scott inszenierte historische Drama „Königreich der Himmel“ die Geschichte eines jungen Schmieds vertont, der mit europäischen Kreuzrittern im 12. Jahrhundert nach Jerusalem zieht, wo der brüchige Frieden zwischen Moslems und Christen verteidigt werden soll. Die 1981 von Brendan Perry und Lisa Gerrard gegründete australische Band Dead Can Dance komponiert zwar – bis auf eine Ausnahme: Augustin Villarongas „El Nino De La Luna“ -, keine Filmmusik, doch mit ihrem eklektizistischen Ansatz, der das Interesse an musikalischen und spirituellen Traditionen, Literatur und darstellender Kunst vereint, entstehen immer wieder Berührungspunkte. Lange bevor Hans Zimmer auf die außergewöhnliche Stimme von Lisa Gerrard aufmerksam geworden ist, um mit ihr an Ridley Scotts „Gladiator“ zu arbeiten, veröffentlichten Dead Can Dance 1987 mit „Within The Realm Of A Dying Sun“ ein Album mit mystischen, filmmusikalisch anmutenden und äußerst hypnotischen Klangbildern.
Ihre unglaubliche Imaginationskraft, mit deren Hilfe sie die Atmosphäre verfallener Gemäuer, heiliger Stätten, archaischer Rituale oder einer prächtigen Kathedrale in musikalische Entitäten transformieren können, hinterlässt auch beim Hörer einen nachhaltigen Eindruck, weckt intensiv aufwallende Assoziationen und führt ihn in sein inneres Wesen zurück. Mit „Persephone“ und „Summoning of the Muse“ präsentiere ich gleich zwei herausragende Songs des längst zum Klassiker avancierten Albums.
Ihr Song „The Host of Seraphim“ von ihrem ein Jahr später erschienenen Werk „The Serpent’s Egg“ wurde auch in Ron Frickes Dokumentarfilm „Baraka“ (in der Sufi-Sprache der Begriff für „Atem des Lebens“), in dem er 24 Länder auf allen Kontinenten bereiste und die Schönheit der Natur und das Schicksal der dort lebenden Menschen in einzigartigen Bildern festhielt.
„Es ist eine Reise der Wiederentdeckung, die in die Natur eintaucht, in die Geschichte, den menschlichen Geist und schließlich in das Reich des Unendlichen“, beschreibt der Regisseur seinen Film, mit dem er die Evolution der Erde, die Verschiedenheit der Menschen, ihre Verbindungen und ihren Einfluss auf die Erde auf nonverbale Weise einfängt. Michael Stearns komponierte dazu die Original-Musik, verwendete dabei auch Kompositionen aus Japan, Bali, Brasilien und Nepal.
Das künstlerische Konzept von Ron Fricke haben auf musikalische Weise auch die beiden Waliser Andrew Cadmore und Chris Brandrick mit ihrer 1988 gegründeten und nach einem Gedicht von Apollinaire benannten Band Zone umzusetzen versucht. Während sie musikalisch von John Cale, Throbbing Gristle, Brian Eno, Stockhausen, Fred Firth, Faust, Can und den frühen Tangerine Dream beeinflusst wurden, haben sie sich thematisch vor allem mit den unterschiedlichsten religiösen Traditionen auseinandergesetzt, wobei sie die überall zum Tragen kommende Sehnsucht nach Liebe, Leben und Licht ins Zentrum ihrer Kompositionen gestellt haben. Zu den eindringlichsten Stücken zählt fraglos „Beautiful Machine“ aus ihrem 1991er Album „Born of Fire“.
Ethnisch angehauchte Klänge gibt es von Armand Amar zu hören, der viele Werke des Dokumentarfilmers Yann Arthus-Bertrand vertont hat, darunter die an die biblische Schöpfungsgeschichte angelehnte Foto-Dokumentation „Die Erde von Oben“, in der ein Vater mit seinem Sohn eine Weltreise unternehmen, die zu den Ursprüngen unserer Kultur zurückführt. Aber auch Peter Gabriel hat mit seinen beiden Filmmusiken zu Martin Scorseses „Die letzte Versuchung Christi“ (1988) und Phillip Noyces „Long Walk Home“ (2002) außergewöhnliche Instrumente eingesetzt, um die spirituellen Themen der Filme einfühlsam umzusetzen.
Abgerundet wird die Sendung durch einige schlicht ergreifend schöne Film-Melodien, die so großartige Komponisten wie Hans Zimmer, Thomas Newman, Danny Elfman, James Horner und James Newton Howard kreiert haben – oft mit gekonnter Einbindung von Chören.
Playlist:
01. Harry Gregson-Williams - Coronation (Kingdom of Heaven) - 03:01
02. Dead Can Dance - Persephone (Within the Realm of a Dying Sun) - 06:36
03. Zone - Beautiful Machine (Born of Fire) - 11:38
04. Martin Phipps & Hans Zimmer - Maria Altman (Woman in Gold) - 03:09
05. Armand Amar - Civilisation - Petra - Rajasthan - Kirie - Souffle - Nazca (Terre Vue Du Ciel) - 12:18
06. Peter Gabriel - Passion (Passion - The Last Temptation of Christ) - 07:38
07. Peter Gabriel - Cloudless (Long Walk Home - Rabbit-Proof Fence) - 04:49
08. Armand Amar feat. Sinead O'Connor - A New Born Child (The First Cry) - 03:30
09. James Horner - All Is Lost (The New World) - 08:14
10. James Newton Howard - Humanity Goes On Trail (Snow Falling On Cedars) - 04:44
11. Zbigniew Preisner - Lacrimosa - Day of Tears (Requiem For My Friend) - 04:06
12. Thomas Newman - The Church of Glass (Oscar and Lucinda) - 03:50
13. Howard Shore - Lothlorien (The Lord of the Rings: The Fellowship of the Ring) - 04:33
14. James Newton Howard - The Healing (Lady in the Water) - 04:04
15. Hans Zimmer - Kyrie for the Magdalene (The Da Vinci Code) - 03:55
16. Max Richter - Path 5 [Digitonal's Theo in Dreamland Mix] (Sleep Remixes) - 06:47
17. Dead Can Dance - Summoning of the Muse (Within the Realm of a Dying Sun) - 04:55
18. Michael Stearns - End Credits (Baraka) - 05:46
19. James Newton Howard - Swimming (Waterworld) - 04:15
20. Dead Can Dance - The Host of Seraphim (Baraka) - 06:17

Samstag, 8. Dezember 2018

Playlist #255 vom 09.12.2018 - NEUHEITEN 2018 (6)

In der sechsten und letzten Sendung mit aktuellen Soundtrack-Neuheiten begegnen uns wieder eine Vielzahl von alten Bekannten, großen Namen wie vielversprechende Newcomer. So präsentiert uns James Newton Howard gleich zwei Arbeiten zu märchenhaften Filmen, Hans Zimmer eine weitere Zusammenarbeit mit Regisseur Steve McQueen („Widows“), Carter Burwell erneut einen Score zu einer Produktion der Coen-Brüder („The Ballad of Buster Scruggs“) und Max Richter zwei wiederum sehr gefühlvolle Arbeiten für die Deutsche Grammophon („Mary Queen of Scots“, „My Brillant Friend“). Dazu gesellen sich etliche Deluxe-Editionen und Neuveröffentlichungen älterer Soundtracks durch Varese Sarabande (u.a. John Williams‘ „Dracula“, „The Dave Grusin Premiere Collection“ mit vier Scores, Basil Poledouris‘ „On Deadly Ground“) und Intrada (u.a. „Balto“ und „*batteries not included“ von James Horner, „Remote“ und „Prehysteria!“ von Richard Band).

Den Auftakt macht Emmy-Gewinner Bear McCreary („10 Cloverfield Lane“, „The Walking Dead“) mit seiner sehr melodischen, von verträumten Chören umspielten Musik zu Scott Speers übersinnlichen Romantic-Thriller „I Still See You“, der in einer postapokalyptischen Welt spielt, die von Geistern bewohnt wird. Als sie und ihr Mitschüler von ihrem Lehrer damit beauftragt werden, die drei Geister, die sie jeden Tag besuchen, zu filmen, stoßen sie auf eine Spur zu einigen Mädchenmorden der jüngsten Zeit.
James Newton Howard stand vor der großen Herausforderung, für die Disney-Verfilmung von Tschaikowskys berühmten Ballett „Der Nussknacker“ eine neue Musik um Tschaikowskys Original-Komposition herum zu kreieren, wobei ihn der berühmte Klaviersolist Lang Lang und Gustavo Dudamel unterstützten, der das Philharmonia Orchestra dirigierte.
„Ich würde nicht sagen, dass ich Tschaikowsky eine Farbe hinzufügen musste. Ich musste aber Musik schreiben, die die Charaktere in der Geschichte unterstützt. Denn die Geschichte in dem Film unterscheidet sich sehr stark von Tschaikowskys Nussknacker“, beschreibt Howard seine Arbeit im Interview mit br-klassik.de. „Ich meine, die ursprüngliche Geschichte ist ja sehr simpel: Ein Mädchen geht schlafen und in ihrem Traum wird die Welt um sie herum lebendig, alles tanzt und dann wacht sie wieder auf. Für einen großen Disney-Film wäre das nicht genug. Darum wurde eine neue Handlung entwickelt. Dafür musste ich neue Musik schreiben, um den Figuren eine musikalische Identität zu geben, sowohl durch Melodien, als auch durch das Timbre.“ 
Auch für das neue Harry-Potter-Spin-off „Phantastische Tierwesen: Grindelwalds Verbrechen“ schrieb James Newton Howard ebenso wie schon für den Vorgänger die Musik und setzte diese mit einem fast hundertköpfigen Orchester um. „Eine Sache, die man in jeder Story von J.K. Rowling erwarten kann, ist, dass es eine Menge Spannung und Action geben wird, also besteht die grundlegende Idee darin, dass du in der Lage sein musst, eine gute Action-Sequenz zu schreiben“, verriet der Komponist bei einem Studiobesuch durch pottermore.com. „Das habe ich sehr, sehr ernst genommen. Ich habe es geschrieben, als würde ich es für irgendein menschliches Drama tun, aber ich habe versucht, ihm einen einzigartigen Sound zu verleihen. Denn letzten Endes ist es eben magisch.“ James Newton Howards Freund und berühmter Kollege Hans Zimmer hat mit „Widows“ nach „12 Years a Slave“ auch den neuen Film von Steve McQueen vertont. In diesem Thriller spielt Viola Davis die ans Luxusleben gewöhnte Verbrecherbraut Veronica, die nach dem plötzlichen Tod ihres Mannes Harry (Liam Neeson) auf einem Berg von Schulden sitzt, den der brutale Gangster Jamal Manning nun von ihr einfordert. Veronica sieht keine andere Möglichkeit, als zusammen mit den übrigen Witwen von Harrys Kollegen einen großen Coup zu landen. Zimmer lieferte dazu einen düster pulsierenden Score, immer wieder auch rhythmisch geprägten, repetitiven Score, der sicher nicht zu seinen besten Werken zählt, aber den Film perfekt unterstützt.
Den ruhigeren Part der heutigen Sendung leitet der amerikanische Pianist, Komponist und Produzent Nicholas Britell mit seinem elegischen Score für „If Beale Street Could Talk“ ein, den neuen Film von Oscar-Preisträger Barry Jenkins („Moonlight“). „Beale Street“ erzählt die Geschichte des seit Kindheit befreundeten Liebespaares Tish und Fonny, das Anfang der 1970er in Harlem vor dem Problem steht, dass Fonny einer Vergewaltigung beschuldigt wird, die er nicht begangen hat.
„Es war eine wirklich spezielle Erfahrung, mit Barry an ‚If Beale Street Could Talk‘ zu arbeiten“, meint Nicholas Britell, der Elemente aus Jazz und Klassik in seinem eindringlichen Score vereinte. „Zusammen haben wir eine Klanglandschaft erforscht, die mit Bläsern und Streichern ebenso gefüllt wurde, aber auch mit sehr experimentierfreudigen Klängen einherging. Als Barry und ich zusammenarbeiteten, entdeckten wir bestimmte Sounds, von denen wir glaubten, dass sie sehr stark mit der Story zusammenwirken.“ 
Auch Brian Tyler hat für den Dokumentarfilm „The Devil We Know“ eine sehr gefühlvolle Musik mit akzentuiert eingesetzten Instrumenten komponiert. Der Film von Stephanie Soechtig und Jeremy Seifert dokumentiert einen der größten Gerichtsprozesse der vergangenen Jahre. Angeführt von einem Gymnasiallehrer und einem Rinderfarmer haben die Bürger einer Kleinstadt in West Virginia gegen die multinationalen Chemie-Giganten Dupont und 3M prozessiert. Um diesen heroischen Kampf adäquat umzusetzen, griff er auf ein reiches musikalisches Spektrum zurück.
„Ich schrieb den Score auf thematischer Basis und verwendete multiple Pianos, Electronics, Gitarren, Cellos, Rhodes Piano und meine eigene Stimme, um die Musik zu kreieren“, erklärt Tyler. „Meine Hoffnung besteht darin, dass die Musik den Hörer auf eine Klangreise mitnimmt, die die wahre Story des Films und der bemerkenswerten Menschen reflektiert, die aufstehen und gegen die mächtigen Feinde mit Wahrheit und Tapferkeit kämpfen. Während die Musik die mysteriösen Schichten des weltweiten ökologischen Skandals widerspiegelt, wollte ich mich auf das Betonen der emotionalen Fundamente konzentrieren.“
Der vierte Film in der dänischen Krimiserie um das Dezernat Q, die auf Bestsellern von Jussi Adler-Olsen basiert, wartet nicht nur mit einem neuen Regisseur, sondern auch einem neuen Komponisten-Duo auf. Mikkel Maltha hat mit Regisseur Christoffer Boe bereits am Ausstellungs-Film „The Journey“ (2017) zusammengearbeitet, während Anthony Lledo 2008 auf Einladung von Harry Gregson-Williams nach Los Angeles gezogen ist, um ihn bei der Arbeit an Filmen wie „X-Men Origins: Wolverine“ (2009), „Prince of Persia: The Sands of Time“ (2010) und „Unstoppable“ (2010) zu unterstützen.
„Viel Mühe wurde darauf verwendet, eine solide und definierte Palette an Klängen, Instrumenten, musikalischen Texturen und thematischen Entwicklungen zu kreieren“, erklären die beiden Komponisten ihre Arbeit an dem Projekt. „Es ist ein dunkler Film, sowohl in visueller als auch thematischer Hinsicht, der von Hoffnungslosigkeit, Verlust und Wut handelt, die auf Ereignisse zurückzuführen sind, die von den 1960er Jahren bis zur Gegenwart reichen. Musikalisch war vor allem der Gebrauch und die klangliche Behandlung der Streicher-Sektion ein Schlüsselelement, um diese Ereignisse zu verknüpfen und den Ton für den Film zu etablieren.“
Unter den Wiederveröffentlichungen und Deluxe Editions der letzten Zeit ragen vor allem „Dracula“ von John Williams auf einer Doppel-CD mit dem kompletten Score und dem Soundtrack-Album von 1979 ebenso heraus wie „The Dave Grusin Premiere Collection“, mit der Varese Sarabande vier bislang unveröffentlichte Scores von Oscar-Preisträger Dave Grusin („Tootsie“, „Die drei Tage des Condor“, „Die Reifeprüfung“) in einem limitierten 3-CD-Bundle zusammenfasst. Neben dem funkigen und jazzigen Score zum Justizdrama „… And Justice For All“ (1979) mit Al Pacino und dem Sydney-Pollack-Drama „Absence of Malice“ (1981) mit Paul Newman und Sally Field in den Hauptrollen erscheint auch Grusins Musik zu dem satirischen Mystery-Krimi „Murder by Death“ (1976) erstmals auf CD. Als Bonus ist Grusins Musik zum Justizdrama „The Pursuit of Happiness“ (1971) von Robert Mulligan ebenso enthalten wie der dazugehörige Song „Let Me Go“ von Randy Newman.
Intrada hat derweil die beiden James-Horner-Scores „Balto“ und „*batteries not included“ als Expanded Editions veröffentlicht. Nach „An American Tail: Fievel Goes West“ und „We’re Back! A Dinosaur’s Story“ war „Balto“ 1995 der dritte Animationsfilm, den Horner für Steven Spielbergs Amblimation vertont hat. Im Gegensatz zu dem groß angelegten sinfonischen Score zu „Balto“ schuf Horner für die Fantasy-Komödie „Das Wunder in der 8. Straße“ (1987) eine Musik, die zunächst Big-Band-Charakter hat und später die für Horner in den 1980er Jahren typischen Orchester-Arrangements für Fantasy-Produktionen aufweist. Erstmals veröffentlicht Intrada auch die Scores, die Richard Band 1993 zu den beiden familienfreundlichen Abenteuerfilmen „Prehysteria!“ und „Remote“ (Randy räumt auf) komponiert hat und mit denen Band aus dem Horror-Genre ausbrechen konnte, für das er abonniert gewesen war.
Playlist:
01. Bear McCreary - Ten Years Later (I Still See You) - 04:42
02. James Newton Howard - Presents From Mother (The Nutcracker and the Four Realms) - 05:50
03. James Newton Howard - Leta's Confession (Fantastic Beasts : The Crimes of Grindelwald) - 05:13
04. John Williams - Meeting in the Cave (Dracula) - 03:32
05. James Horner - The Flying Lesson (*batteries not included) - 07:51
06. Basil Poledouris - Chief Meets Forrest (On Deadly Ground) - 03:18
07. Hans Zimmer - Perimeter Check (Widows) - 03:09
08. Michael Giacchino - The Suite at the El Royale (Bad Times at the El Royale) - 07:52
09. Nicholas Britell - Eros (If Beale Street Could Talk) - 03:15
10. Brian Tyler - Liable Motion (The Devil We Know) - 05:17
11. Max Richter - Elena & Lila (My Brilliant Friend) - 04:54
12. Georges Delerue - The Lover (Love Thy Neighbor) - 02:09
13. Jonathan Beard - Requiem at the Ocean (What Still Remains) - 04:28
14. Rob Simonsen - Overnight (The Front Runner) - 06:45
15. Mikkel Maltha & Anthony Lledo - The Ferry (Journal 64 + The Purity of Vengeance) - 02:58
16. Ethan Gold - Sway Lake Finale (The Song of Sway Lake) - 02:31
17. Dave Grusin - Why Go Back (The Pursuit of Happiness) - 03:30
18. Dave Grusin - Piano and Pasta (Absence of Malice) - 03:08
19. Richard Band - Ruby Hatches Eggs (Prehysteria!) - 02:51
20. Carter Burwell - The End of Buster Scruggs (The Ballad of Buster Scruggs) - 03:47
21. Theodore Shapiro - Ecstasy (Destroyer) - 04:14
22. Kris Bowers - Lonesome Road (Green Book) - 02:28
23. Imogen Heap - The Forbidden Forest (Harry Potter and the Cursed Child) - 03:02
24. Ludwig Göransson - You Belong with Us (Venom) - 03:09
25. Richard Band - Main Title (Remote) - 03:01
26. Arthur B. Rubinstein - Paper, Rocks, Scissors (Another Stakeout) - 02:49
27. James Horner - Rosy Goes To The Doctor (Balto) - 04:06
28. Max Richter - Elizabeth's Portrait (Mary Queen of Scots) - 03:40

Sonntag, 4. November 2018

Playlist #253 vom 11.11.2018 - JAMES CROMWELL Special

Der 78-jährige, knapp über zwei Meter große James Cromwell zählt nicht zu den großen Stars des Hollywood-Betriebes, kann seit Mitte der 1970er Jahre aber auf mittlerweile über 180 Rollen in Fernsehserien und Kinofilmen zurückblicken. Dabei spielte er die Oscar-nominierte Rolle eines Farmers in „Ein Schweinchen namens Babe“ ebenso wie Präsidenten („W.“, „Der Anschlag“), einen Papst („Pius XII.“), den Warp-Erfinder Zefram Cochrane („Star Trek: Der erste Kontakt“) oder einen Gefängnisdirektor („The Green Mile“).

Cromwell wurde am 27. Januar 1940 in Los Angeles als Sohn von Regisseur John Cromwell und Schauspielerin Kay Johnson geboren. Seine ersten Rollen bekam er in Fernsehserien wie „Detektiv Rockford – Anruf genügt“ (1974), „Es bleibt in der Familie“ (1974), „M*A*S*H“ (1977) und „Herzbube mit zwei Damen“ (1977). 1976 war er in Robert Moores Mystery-Thriller-Komödie „Eine Leiche zum Dessert“ neben Peter Falk, Alec Guiness, Truman Capote, David Niven und Peter Sellers erstmals in einem Kinofilm zu sehen, danach engagierte ihn Moore auch für seinen nächsten Film „Der Schmalspurschnüffler“ (1978).
Doch bis Mitte der 1990er Jahre wurde Cromwell vor allem weiterhin für Fernsehserien engagiert („Der lange Treck“, „Unsere kleine Farm“, „Dallas“, „Knight Rider“, „Agentin mit Herz“, „Magnum“, „Dieses süße Leben“). Zwar kamen zwischenzeitlich auch immer mal wieder Nebenrollen in Kinofilmen wie Carl Reiners Steve-Martin-Komödie „Der Mann mit zwei Gehirnen“ (1983), Joe Dantes Familien-Abenteuer „Explorers – Ein phantastisches Abenteuer“ (1985) und Peter Medaks Krimi-Drama „Romeo Is Bleeding“ (1993) dazu, doch der Durchbruch auf der großen Leinwand ließ bis 1995 auf sich warten, als er den Farmer Arthur H. Hoggett in der Familien-Komödie „Ein Schweinchen namens Babe“ spielte und dafür eine Oscar-Nominierung als bester Nebendarsteller erhielt.
In den folgenden Jahren war er in so unterschiedlichen Filmen wie dem Arnold-Schwarzenegger-Actioner „Eraser“, Milos Formans biografischen Drama „Larry Flynt – Die nackte Wahrheit“ (1996), Curtis Hansons Film noir „L.A. Confidential“ (1997) und Peter Medaks Sci-Fi-Horror-Thriller „Species II“ (1998) zu sehen, danach in Mimi Leders Katastrophen-Thriller-Drama „Deep Impact“ (1998), Simon Wests Militär-Justiz-Thriller „Wehrlos – Die Tochter des Generals“ (1999), als Gefängnisdirektor Warden Hal Moores in der Stephen-King-Verfilmung „The Green Mile“ (1999) und als Richter Fielding in Scott Hicks‘ Adaption von David Gutersons Bestseller „Schnee, der auf Zedern fällt“ (1999).
In den 2000er Jahren war Cromwell wieder in einigen Serien zu sehen, so als Bishop Stewart in „Emergency Room – Die Notaufnahme“ (2001), „Citizen Baines“ (2001), „The West Wing – Im Zentrum der Macht“ (2004), „Six Feet Under – Gestorben wird immer“ (2003-2005), und „24 – Twenty Four“ (2007). Unter den Kinofilmen, an denen der charismatische Hüne mitwirkte, ragen vor allem Clint Eastwoods Raumfahrt-Drama „Space Cowboys“ (2000), der Jack-Ryan-Thriller „Der Anschlag“ (2002), Alex Proyas‘ Sci-Fi-Thriller „I, Robot“ (2004) und Stephen Frears‘ biografisches Drama „The Queen“ (2006) heraus.
In Oliver Stones „W.“ (2008) spielte er den Alt-Präsidenten George H.W. Bush, war in dem Oscar-prämierten Meisterwerk „The Artist“ (2011) ebenso zu sehen wie in den Fernsehserien „American Horror Story“ und „Boardwalk Empire“ (beide 2012-2013).
In den letzten Jahren spielte er in Paolo Sorrentinos gefeierter Serie „Der junge Pabst“ (2016) den Kardinal Michael Spencer dar und tauchte in „Jurassic World: Das gefallene Königreich“ (2017) in das Reich der Dinosaurier ein. Für größere Hauptrollen hat es bei James Cromwell noch nicht gereicht.
„Ich sehe nicht aus wie ein Führer, wie auch immer sie aussehen. Aber es ändert sich ein wenig. Im Lauf meiner ganzen Karriere wollte ich immer ein Regisseur sein“, bekannte Cromwell im Interview mit "Interview". „Als ich am Theater war, war es sehr schwierig an Regie-Jobs zu kommen, und ich kam durch Zufall zum Schauspiel. Ich machte es mir zur Gewohnheit, alles zu akzeptieren, was sich mir anbot. Keine Sachen, mit denen ich nicht einverstanden war. Ich bin ein Charakter-Darsteller. Niemand hat je daran gedacht, mich als Hauptfigur zu besetzen. Ich bin 2,01 Meter groß. Ich habe eine große Nase, bin schlaksig, meine Zähne sind überkront. Das ist definitiv nicht Brad Pitt. Aber ich bin immer noch da und lebendig, also wenn sie ältere Männer suchen, werden sie vielleicht an mich denken.“ 
James Cromwell hat sich in den vergangenen Jahren aber auch als engagierter Tier- und Naturschützer einen Namen gemacht. Der bekennende Veganer wurde wegen seines Engagements erstmals 1971 verhaftet, als er gegen den Vietnam-Krieg protestierte, dann 2001 während einer Aktion der Tierrechtsorganisation PETA und im Dezember 2015 bei einer Sitzblockade vor einem im Bau befindlichen Gaskraftwerk.

Filmographie:
1974: Detektiv Rockford – Anruf genügt (The Rockford Files, Fernsehserie, Folge 1x03 The Countess)
1976: Eine Leiche zum Dessert (Murder by Death)
1977: M*A*S*H (Fernsehserie, Folge 6x03 Last Laugh)
1978: Der Schmalspurschnüffler (Cheap Detective)
1980: Wunder in San Francisco (A Christmas Without Snow)
1980: Unsere kleine Farm (Little House on the Prairie, Fernsehserie, 2 Folgen)
1984: Die Rache der Eierköpfe (Revenge of the Nerds)
1984: The House of God
1984: Der Tank (Tank)
1985: Knight Rider (Fernsehserie, Folge 3x19 Ten Wheel Trouble)
1985: Explorers – Ein phantastisches Abenteuer (Explorers)
1985: Hardcastle & McCormick (Fernsehserie, Folge 2x20 "Streifenpolizist")
1985: Unbekannte Dimensionen (The Twilight Zone, Fernsehserie)
1985–1986: Agentin mit Herz (Scarecrow and Mrs. King, Fernsehserie, 2 Folgen)
1986: Magnum (Magnum, P.I., Fernsehserie, Folge 6x20 Photo Play)
1986: Ärger, nichts als Ärger (A Fine Mess)
1987: Die Supertrottel (Revenge of the Nerds II: Nerds in Paradise)
1989: Pink Cadillac
1990: Katastrophenflug 243 (Miracle Landing)
1990–1993: Raumschiff Enterprise – Das nächste Jahrhundert (Star Trek: The Next Generation, Fernsehserie, 3 Folgen, verschiedene Rollen)
1992: The Babe – Ein amerikanischer Traum (The Babe)
1993: Romeo Is Bleeding
1994: Hör mal, wer da hämmert (Home Improvement, Fernsehserie Folge 4x09 My Dinner with Wilson)
1995: Ein Schweinchen namens Babe (Babe)
1995: Renegade – Gnadenlose Jagd (Renegade, Fernsehserie, Folge 3x15 Im Kerker des Professors)
1995: Star Trek: Deep Space Nine (Fernsehserie, Folge 4x06 Starship Down)
1996: Eraser
1996: Larry Flynt – Die nackte Wahrheit (The People vs. Larry Flynt)
1996: Star Trek: Der erste Kontakt (Star Trek: First Contact)
1997: Die Abenteuer des kleinen Indianerjungen Little Tree (The Education of Little Tree)
1997: Abenteuer auf der Schäferinsel (Owd Bob)
1997: L.A. Confidential
1998: Deep Impact
1998: Schweinchen Babe in der großen Stadt (Babe: Pig in the City)
1998: Species II
1999: Wehrlos – Die Tochter des Generals (The General’s Daughter)
1999: Schnee, der auf Zedern fällt (Snow Falling on Cedars)
1999: The Green Mile
1999: Der Junggeselle (The Bachelor)
1999: Citizen Kane – Die Hollywood-Legende (RKO 281)
2000: Space Cowboys
2000: Fail Safe – Befehl ohne Ausweg (Fail Safe)
2001: Emergency Room – Die Notaufnahme (ER, Fernsehserie, 4 Folgen)
2001: Star Trek: Enterprise (Enterprise, Fernsehserie, Folge 1x01 Broken Bow: Part 1)
2002: Der Anschlag (The Sum of All Fears)
2002: Spirit – Der wilde Mustang (Spirit: Stallion of the Cimarron, Stimme für The Colonel)
2003: Engel in Amerika (Angels in America, Fernsehsechsteiler, 2 Folgen)
2003: The Snow Walker – Wettlauf mit dem Tod (The Snow Walker)
2003–2005: Six Feet Under – Gestorben wird immer (Six Feet Under, Fernsehserie, 27 Folgen)
2004: Salem’s Lot – Brennen muss Salem (Salem’s Lot)
2004: I, Robot
2005: Spiel ohne Regeln (The Longest Yard)
2006: Papst Johannes Paul II. (Pope John Paul II., Fernsehfilm)
2006: Die Queen (The Queen)
2007: 24 (Fernsehserie, 8 Folgen)
2007: Spider-Man 3
2007: Geliebte Jane (Becoming Jane)
2008: W. – Ein missverstandenes Leben (W.)
2008: Tortured
2008: My Own Worst Enemy (Fernsehserie, 9 Folgen)
2009: Last Impact – Der Einschlag (Impact)
2009: Surrogates – Mein zweites Ich (Surrogates)
2010: Pius XII. (Fernsehfilm)
2010: Secretariat – Ein Pferd wird zur Legende (Secretariat)
2011: The Artist
2012: Memorial Day
2012: Für immer dein (Still Mine)
2012: Soldiers of Fortune
2012: Cowgirls ’n Angels – Ein himmlisches Pferdeabenteuer (Cowgirls ’n Angels)
2012: Boardwalk Empire (Fernsehserie)
2012–2013: American Horror Story (Fernsehserie, 10 Folgen)
2013: Anklage: Mord – Im Namen der Wahrheit (The Trials of Kate McCall)
2014: Baymax – Riesiges Robowabohu (Big Hero 6, Stimme von Robert Callaghan)
2014–2015: Murder in the First (Fernsehserie, 10 Folgen)
2015: Halt and Catch Fire (Fernsehserie, 8 Folgen)
seit 2016: The Young Pope (Fernsehserie)
2017: Marshall
2018: Jurassic World: Das gefallene Königreich (Jurassic World: Fallen Kingdom)
Playlist: 
01. James Horner - A Distant Discovery (Deep Impact) - 03:56
02. Jerry Goldsmith - First Flight (Explorers) - 02:45
03. Alan Silvestri - The Eraser [expanded] (Eraser) - 02:59
04. Jerry Goldsmith - First Contact (Star Trek: First Contact) - 05:52
05. Jerry Goldsmith - The Victor (L.A. Confidential) - 02:32
06. Mark Isham - Romeo and Juliette (Romeo Is Bleeding) - 04:20
07. Mark Isham - Talking To The Dog Star (The Education Of Little Tree) - 03:53
08. Alexandre Desplat - People's Princess II (The Queen) - 04:07
09. Thomas Newman - Broom Of Truth (Angels In America) - 02:50
10. Thomas Newman - Coffey On The Mile (The Green Mile) - 05:10
11. James Newton Howard - Tarawa (Snow Falling On Cedars) - 04:08
12. Edward Shearmur - Eve (Species II) - 04:30
13. Carter Burwell - Exercise In Darkness (The General's Daughter) - 04:28
14. Marco Beltrami - End Credits (I, Robot) - 03:25
15. Jerry Goldsmith - The Mission/If We Could Remember (The Sum Of All Fears) - 05:58
16. Christopher Young - Birth Of Sandman (Spider-Man 3) - 03:09
17. Nick-Glennie Smith - I'll See You In The Morning (Secretariat) - 03:33
18. Mychael Danna - Charlie's Farewell (The Snow Walker) - 05:45
19. Adrian Johnston - To The Ball (Becoming Jane) - 03:17
20. Lele Marchitelli - Fear Of God (The Young Pope) - 03:07
21. Gabriel Yared - Ana and Michael (The Promise) - 06:20
22. Richard Marvin - Driving Away (Six Feet Under) - 03:24
23. Ludovic Bource - George Valentin (The Artist) - 05:35
24. Hildur Gudnadottir - Alejandro Saves Isabelle (Sicario: Day Of The Dead) - 02:30
25. Paul Cantelon - War (W.) - 06:12
26. Michael Giacchino - Gyrosphere of Influence (Jurassic Park: Fallen Kingdom) - 03:14
27. James Newton Howard - End Titles (Snow Falling On Cedars) - 06:13

Samstag, 16. Juni 2018

Playlist #243 vom 24.06.2018 - ROGER DEAKINS Special

Der britische Kameramann Roger Deakins zählte bislang zu den brillanten Filmschaffenden in Hollywood, die für ihre außergewöhnliche Arbeit zwar immer wieder an Oscar-prämierten Filmen mitwirken und auch selbst für die prominente Auszeichnung nominiert worden sind, aber einfach nicht auf das Siegertreppchen steigen dürfen. Seit seiner ersten Oscar-Nominierung für die Stephen-King-Verfilmung „Die Verurteilten“ im Jahre 1995 hat es Deakins auf unglaubliche dreizehn Nominierungen gebracht, bis er in diesem Jahr beim vierzehnten Versuch verdientermaßen den Oscar für seine Arbeit an Denis Villeneuves „Blade Runner 2049“ erhielt.

Der am 24. Mai 1949 in englischen Torquay geborene Roger Deakins studierte zunächst Grafikdesign, entdeckte dann seine Liebe zur Fotografie und studierte an der National Film and Television School in London. Mitte der 1970er Jahre begann er vor an Dokumentationen und beim Fernsehen zu arbeiten, bis er 1984 seinen Kinoeinstand mit Michael Radfords Adaption des George-Orwell-Klassikers „1984“ feiern durfte. Radford engagierte Deakins drei Jahre später auch für sein Mystery-Krimi-Drama „Die letzten Tage in Kenya“, ehe die Coen-Brüder auf ihn aufmerksam wurden.
Nach „Barton Fink“ (1991) und „Hudsucker – Der große Sprung“ (1994) resultierte aus der dritten gemeinsamen Zusammenarbeit bei „Fargo“ (1996) Deakins zweite Oscar-Nominierung. Seither ließen die Coen-Brüder ihre Filme „The Big Lebowski“ (1998), „Ein (un)möglicher Härtefall“ (2003), „Ladykillers“ (2004), „No Country For Old Men“ (2007), „True Grit“ (2010) und „Hail, Caesar!“ (2016) von Deakins bebildern. Aber auch mit den Regisseuren Sam Mendes („Jarhead“, „Zeiten des Aufruhrs“, „James Bond 007 – Skyfall“) und Denis Villeneuve („Prisoners“, „Sicario“, „Blade Runner 2049“) arbeitet Deakins regelmäßig zusammen.
Deakins wurde vor allem von Jean-Pierre Melville, Andrei Tarkovsky, Akira Kurosawa, Kenji Mizoguchi und Luchino Visconti beeinflusst. Melvilles „Armee im Schatten“ (1969) ist für ihn der größte Film überhaupt. Deakins war als Kameramann für immerhin an sieben Filmen tätig, die als „Bester Film“ für einen Oscar nominiert wurden: „Die Verurteilten“ (1994), „Fargo“ (1996), „A Beautiful Mind“ (2001), „No Country For Old Men“ (2007), „Der Vorleser“ (2008), „A Serious Man“ (2009) und „True Grit“ (2010), wovon „A Beautiful Mind“ und „No Country For Old Men“ auch als Sieger hervorgingen.
Ein ähnlich hartes Los im Rennen um die Oscars teilt übrigens Komponist Thomas Newman, der wie Deakins auch für „Die Verurteilten“ seine erste Nominierung für einen Academy Award erhielt und mittlerweile auf ebenfalls vierzehn Nominierungen kommt, ohne aber – im Gegensatz zu Deakins – je einmal einen gewonnen zu haben. Der Brite sieht dem Trubel um die alljährliche Oscar-Verleihung aber gelassen entgegen: „Natürlich ist es nett, wenn die Leute deine Arbeit sehen und schätzen. Ich weiß es wirklich nicht. Ich mache einfach weiter und ich mag es, Filme zu drehen. Ich meine, okay, es ist wirklich eine kuriose Sache, wenn ein Film ignoriert oder besprochen wird. Es ergibt für mich keinen Sinn. Das, was ich als meine beste Arbeit betrachte und einige der besten Filme, an denen ich gearbeitet habe, sind scheinbar spurlos verschwunden. Es wird nichts miteinander verrechnet“, meint Deakins.
Playlist:
01. Hans Zimmer & Benjamin Wallfisch - Tears In Rain (Blade Runner 2049) - 02:11
02. Thomas Newman - Shawshank Redemption (The Shawshank Redemption) - 04:31
03. James Newton Howard - I'm Back, Lucius … (The Village) - 07:41
04. Zbigniew Preisner - Main Title (The Secret Garden) - 03:33
05. Nico Muhly - Go Back To Your Friends (The Reader) - 05:22
06. Christopher Young - Scream Of Silence (The Hurricane) - 05:10
07. Carter Burwell - Delivery (Fargo) - 04:51
08. Carter Burwell - Blood Trail (No Country For Old Men) - 03:55
09. Carter Burwell - Ride To Death (True Grit) - 02:30
10. Carter Burwell - A Serious Man (A Serious Man) - 02:45
11. Mark Isham - Upside Down (In The Valley Of Elah) - 03:21
12. Graeme Revell - The Sheik's Abduction (The Siege) - 02:57
13. Craig Armstrong - Zones Of Time (In Time) - 02:11
14. Thomas Newman - Dickskinner (Jarhead) - 03:34
15. Thomas Newman - Elevator Cat & Mouse (Skyfall) - 04:00
16. James Horner - Hymn (Courage Under Fire) - 03:39
17. James Horner - The Waves Of The Caspian Sea (House Of Sand And Fog) - 04:00
18. James Horner - Nash Descends Into Parcher's World (A Beautiful Mind) - 04:37
19. Thomas Newman - End Title (Revolutionary Road) - 04:54
20. Howard Shore - Goodbye Sermon (Doubt) - 02:37
21. Nick Cave & Warren Ellis - Rather Lovely Thing (The Assassination Of Jesse James) - 03:15
22. Philip Glass - Thirteenth Dalai Lama (Kundun) - 03:23
23. Jóhann Jóhannsson - Desert Music (Sicario) - 05:06
24. Danny Elfman - Suite (Anywhere But Here) - 07:35
25. Aaron Zigman - You're A Shitty Carpenter (The Company Men) - 03:29
26. Alexandre Desplat - To Naoetsu (Unbroken) - 03:53
27. James Horner - This Land Is Not For Sale/End Titles (Thunderheart) - 08:14

Samstag, 2. Juni 2018

Playlist #242 vom 10.06.2018 - NEUHEITEN 2018 (3)

Die dritte Neuheiten-Sendung in diesem Jahr steht nicht nur im Zeichen vieler bislang unentdeckter neuer Komponisten wie Ariel Marx, Ronit Kirchman, Rodrigo Amarante, Scott McRae, Ryan Rapsys und Austin Fray, sondern präsentiert auch ausgesuchte Re-Releases alter Meister wie Jerry Goldsmith und James Horner. Abgerundet wird die Show durch neue Arbeiten von bekannten Namen wie Tyler Bates, Alan Silvestri, Cliff Martinez, Marco Beltrami, Christophe Beck und vielen anderen. Vor allem im Bereich der Fernsehunterhaltung gibt es mit Musik aus Serien wie „Cosmos“, „The Sinner“, „Legion“ und „Star Trek: Discovery“ interessante Klänge zu entdecken.

Garth Stevenson, der in den Bergen von West-Canada aufwuchs, dort Piano und Double-Bass zu spielen lernte und ein Leben in Harmonie mit der Natur kultivierte, arbeitete bei dem biografischen Drama „Chappaquiddick“ zum zweiten Mal nach „Tracks“ mit Regisseur John Curran zusammen. Der Film thematisiert die Ereignisse, bei denen Mary Jo Kopechne im Juli 1969 bei einem von Senator Ted Kennedy verursachten Autounfall auf der kleinen Insel Chappaquiddick, Massachusetts, ums Leben kam.
„John verlangte nach einem Gleichgewicht zwischen Dunkelheit und Helligkeit in dem Score. Die Teufel und Engel sollten sich innerhalb der Stücke überlappen“, beschreibt Stevenson die Ausgangssituation für seine Arbeit, die zugleich geheimnisvoll, bedrohlich und betörend schön ausgefallen ist. „Teds Hauptthema wird über der Karte von Chappaquiddick vorgestellt und ist durch den gesamten Score eingewoben. Das Thema handelt von dem Schatten, den Chappaquiddick über Senator Kennedys Leben und Karriere geworfen hat. Es ist gelegentlich in überlappenden Orchestrierungen präsentiert, um einen kanonischen Effekt zu erzeugen. Es hängt über seinem Kopf wie das wiederkehrende Bild der Brücke bei Nacht.“
Ariel Marx zählt zu der jungen Garde neuer Komponisten, die originelle Verbindungen zwischen klassischen, aber auch ungewöhnlichen Instrumenten sowie elektronischen Klängen zu kreieren versuchen. Für Jennifer Fox‘ Mystery-Drama „The Tale“, in dem eine Frau (Laura Dern) den Erinnerungen an ihre ersten sexuellen Erfahrungen auf die Spur geht und feststellt, dass sie den Geschichten, die wir uns selbst erzählen, um zu überleben, nicht immer trauen können, schuf Marx einen sehr lyrischen, spartanisch und außergewöhnlich instrumentierten Score, der von weich fließenden Piano-Harmonien getragen wird.
Dagegen lässt es Tyler Bates in dem zweiten Abenteuer von Wade alias Deadpool ordentlich krachen. Nur in wenigen Cues – wie „Vanessa“ – darf sich der vielbeschäftigte Komponist („300“, „Sucker Punch“, „John Wick“) bei „Deadpool 2“ auch in ruhigeren Ambient-Gefilden bewegen.
Den elektronischen Part eröffnet zunächst Alan Silvestri, der gerade erstmals einen Film von Steven Spielberg („Ready Player One“) und das neue „Avengers“-Abenteuer „Infinity War“ vertonen durfte. Seine Musik zur gefeierten Doku-Serie „Cosmos“ hatte er bereits 2014 musikalisch untermalt. Von dem CD-Release durch Intrada gibt es den Bonus-Track „We Hold The Baton“ zu hören.
Weitaus rhythmischer und wuchtiger geht es in Cliff Martinez‘ („Drive“, „Only God Forgives“) neuen Score zu. In dem futuristischen Action-Thriller „Hotel Artemis“ spielt Jodie Foster eine Krankenschwester in einem geheimen, nur für Mitglieder zugänglichen Hospital für Verbrecher. Martinez schuf dazu einen elektronisch pulsierenden, mit aufregenden exotischen Klängen angereicherten Score, der auch wunderbar ohne die dazugehörigen Bilder fesselt.
Nach den ebenfalls elektronisch geprägten Soundtracks von Christophe Beck („Anon“), Ronit Kirchman zur Thriller-Drama-Serie „The Sinner“, dem eingespielten Komponisten Duo Nick Cave und Warren Ellis („Kings“) und Alex Heffes‘ Musik zum Drama „Pickpockets“ entführen uns Andrew Lockington mit dem Score zur Filmadaption des Action-Adventure-Spiels „Rampage“ und Joseph LoDuca mit dem vielschichtigen Soundtrack zu Dean Devlins Thriller „Bad Samaritan“ in aufregendere musikalische Gefilde.
Jeff Russo hat sich in den letzten Jahren erfolgreich als Komponist für Fernsehserien wie „Waco“, „Channel Zero“, „Fargo“, „Counterpart“ und „Altered Carbon“ etabliert. Nun sind seine Soundtracks zu den neuen Staffeln von „Star Trek: Discovery“ und „Legion“ erschienen.
„Es gab keine Vorgaben für diese Staffel, abgesehen davon, dass ich neue Themen für unsere neuen Charaktere und Orte komponieren sollte. Vermillion! Farouk! Future Syd! Es ist eine Achterbahn-Fahrt oder vielleicht ein schnelles Karussell“, erklärt Russo seine Arbeit an der zweiten Staffel von „Legion“. „Der wichtigste Part besteht darin, stets den Zuschauer und Hörer ausgewogen und engagiert in der emotionalen Spur der Erzählung zu halten. Ich frage mich immer selbst, wie ich im Herzen der Geschichte bleiben und die Linien außerhalb färben kann.“ 
Sehr inspiriert fühlte sich auch David Shephard bei der Vertonung der von AMC produzierten post-apokalyptischen Serie „Into The Badlands“. „Von Szene zu Szene entdeckte ich vielseitig gezeichnete Charaktere, Kostüme, Landschaften und Handlungsstränge, die in mir eine immense Fülle an musikalischen Ideen hervorriefen, mit denen ich spielen konnte, als ich einen klanglichen und musikalischen Rahmen für die Serie schuf“, erklärt der Komponist. „In dem Score sind Taiko Drums, verzerrte Gitarren und Streicher, dunkelstimmige Polster und ethnische Instrumente aus der ganzen Welt sowie obskure und ursprüngliche Wind-Instrumente zum Einsatz gekommen. Sie alle sind mit modernen Aufnahmestudio-Effekten kombiniert worden, um die Dystopie und den Futurismus im Sound zum Ausdruck zu bringen.“
Ungewöhnlich ist auch die Musik von Stephen McKeon zu dem historischen Drama „Pilgrimage“ ausgefallen. Die Geschichte einer Gruppe von Mönchen, die ein heiliges Relikt quer durch die irische Landschaft transportieren und dabei einer Menge Gefahren ausweichen müssen, hat McKeon mit einer Musik unterlegt, die nur Knochen, Haut und Metall repräsentieren soll und durch Percussion, tiefe männliche Stimmen und Blechbläser verkörpert wurden, um die dunkle Seite religiösen Eifers ebenso abzubilden wie die beglückenden Momente des Glaubens. Dafür wurde der Komponist mit dem Irish Film and Television Awards for Best Music ausgezeichnet.
Craig Safan („The Last Starfighter“, „Stand And Deliver“) hat mit „Sirens“ ein Konzeptalbum zu Homers antiken Epos „Odyssee“ kreiert, das ihn auf der Suche nach musikalischen Inspirationen nach Europa führte.
,Sirens‘ ist zum einen durch meine Liebe zur ‚Odyssee‘ und zum anderen durch meine lebenslange Liebe zu Mythen inspiriert worden. Ich wurde von beidem bezaubert, seit ich ein Kind war“, meint Safan. „Diese Geschichten und ihre Magie haben sich in meinem Leben nachgehallt. Mit ‚Sirens‘ portraitiere ich nicht die literarischen Geschichten in der ‚Odyssee‘, sondern eher die innerlichsten Gefühle und Erinnerungen, die sie hervorrufen, die innersten Erfahrungen und Reisen, die Wanderungen unseres Lebens, unsere Beziehungen zu Familie und zur Heimat sowie den tieferen Klangfüllen des Daseins.“ 
Abgerundet wird die Sendung durch zwei neue Arbeiten des aufstrebenden Komponisten Fil Eisler, der bei der ABC-Serie „Revenge“ noch unter dem Namen iZler gewirkt hatte und seitdem für Serien wie „UnREAL“, „Notorious“ und „Empire“ gearbeitet hat und nun Ben Falcones Komödie „Life of the Party“ und den Netflix-Sci-Fi-Thriller „The Titan“ vertonte.
Intrada beglückt den Sammler mit CD-Erst-Veröffentlichungen des 2015 verstorbenen Oscar-Preisträgers James Horner, auch wenn weder „The Boy In The Striped Pajamas“ (2008) noch der Soundtrack zur Dokumentation „Living in the Age of Airplanes“ (2015) zusätzliches Material gegenüber den früheren digitalen Veröffentlichungen enthalten. Das trifft auch auf die Re-Releases von Jerry Goldsmiths Score zu „Rambo III“ und Johnny Mandels Erst-Veröffentlichung auf CD des Paul-Newman-Films „Harper“ aus dem Jahr 1966 zu. Zu guter Letzt präsentiert der spanische Komponist Roque Baños seine ungewohnt eingängige Musik zum auf wahren Begebenheiten beruhenden Sport-Drama „The Miracle Season“.
Playlist: 
01. Garth Stevenson - Whitewash (Chappaquiddick) - 03:13
02. Tyler Bates - Vanessa (Deadpool 2) - 01:54
03. Ariel Marx - I'd Like to Begin This Story by Telling You Something So Beautiful (The Tale) - 02:29
04. Alan Silvestri - We Hold The Baton (Cosmos, Vol. 4) - 03:45
05. Cliff Martinez - Respect Your Elders (Hotel Artemis) - 03:12
06. Christophe Beck - The Plan (Anon) - 03:45
07. Ronit Kirchman - Thank You (The Sinner - Season 1) - 03:17
08. Nick Cave & Warren Ellis - Erotic Dream (Kings) - 03:17
09. Alex Heffes - Printing Operation (Pickpockets) - 03:34
10. Andrew Lockington - Cornfield (Rampage) - 03:18
11. Joseph LoDuca - End Credits (Bad Samaritan) - 05:31
12. Jeff Russo - Qo'nos Bar Source (Star Trek Discovery - Season 2) - 02:54
13. Stephen McKeon - Prologue: The Relic (Pilgrimage) - 03:05
14. Dave Shephard - Lydia Is Inducted (Into The Badlands - Season 1) - 01:09
15. Elia Cmiral - Theo and Mila (Lacrimosa) - 05:14
16. Marco Beltrami - A Quiet Life (A Quiet Life) - 02:58
17. Rodrigo Amarante - A Purpose (7 Days In Entebbe) - 02:58
18. Nico Muhly - Books (Howards End) - 04:29
19. Dan Romer - I Missed You (Easy) - 03:39
20. Robert Duncan - Wyatt and Lucy (Timeless) - 02:35
21. Scott McRae & Ryan Rapsys - Demolition (Little Pink House) - 02:44
22. Hauschka - Tunnel (1000 Arten, Regen zu beschreiben) - 03:01
23. Helgi Saemundur - Taser (Stella Blomkvist) - 03:00
24. Fil Eisler - Don't Breathe (The Titan) - 03:04
25. Fil Eisler - Vagoogle (Life Of The Party) - 01:54
26. Antony Partos & Matteo Zingales - Clarisse (Fahrenheit 451) - 03:57
27. Austin Fray - Overture (Symphony For Our World) - 03:28
28. Craig Safan - Circe's Island (Sirens) - 04:20
29. James Horner - Maldives (Living In The Age Of Airplanes) - 02:55
30. James Horner - An Odd Discovery Beyond The Trees (The Boy In The Striped Pajamas) - 02:51
31. Jerry Goldsmith - Afghanistan (Rambo III) - 02:37
32. Jeff Russo - 89 Days (Legion - Season 2) - 06:29
33. Johnny Mandel - Bel Air (Harper) - 02:31
34. Roque Baños - Back To Training (The Miracle Season) - 04:56

Sonntag, 14. Januar 2018

Playlist #232 vom 21.01.2018 - JENNIFER CONNELLY Special

Es gibt sicherlich schlechtere Anfänge für eine Filmkarriere, als eine Rolle in Sergio Leones „Es war einmal in Amerika“ (1984) zu bekommen. Für die damals 14-jährige Jennifer Connelly bedeutete der kurze Auftritt in dem Gangster-Epos der Beginn einer bis heute sehr vielseitigen Karriere, die bereits durch einen Oscar und einen Golden Globe für die beste weibliche Nebenrolle in Ron Howards „A Beautiful Mind“ (2001) gekrönt wurde. Zuletzt lieh sie der Suit Lady in „Spider-Man: Homecoming“ ihre Stimme und war in Joseph Kosinskis Drama „Only The Brave“ zu sehen.

Als Tochter eines Bekleidungsherstellers und einer Antiquitätenhändlerin kam Jennifer Connelly auf Vorschlag eines Freundes ihres Vaters dazu, als Kindermodel zu arbeiten. Bereits im Alter von zehn Jahren war sie mit einigen Bildern in Modezeitschriften zu sehen und drehte dann auch Werbespots. Sergio Leone gab ihr die Rolle der jungen, aufstrebenden Balletttänzerin und Schauspielerin Deborah Gelly in seinem Gangster-Epos „Es war einmal in Amerika“ (1984), nachdem sie zwei Jahre zuvor in der Folge „Stranger In Town“ der britischen Serie „Die unglaublichen Geschichten von Roald Dahl“ zu sehen war. 1985 besetzte Giallo-Papst Dario Argento sie in der Hauptrolle eines übersinnlich begabten Mädchens, das einen Serienmörder jagt. Ein Jahr später war sie neben David Bowie in Jim Hensons Fantasy-Film „Die Reise ins Labyrinth“ zu sehen.
Nachdem sie ihren High-School-Abschluss gemacht und das College besucht hatte, studierte Jennifer Connelly ab 1988 zunächst Englisch an der Yale University, um 1990 an der Stanford University zu den Theaterwissenschaften zu wechseln, doch gab sie das Studium auf, um ihre Kinokarriere fortzusetzen, die sich allerdings eher schleppend entwickelte. Sowohl Dennis Hoppers Erotik-Thriller „The Hot Spot – Spiel mit dem Feuer“ (1990) als auch die Komödie „Kevins Cousin allein im Supermarkt“ (1991) und Disneys Science-Fiction-Abenteuer „Rocketeer – Der Raketenmann“ (1991) floppten an der Kinokasse. Die Wende kam Mitte der 1990er Jahre mit Rollen in Lee Tamahoris Krimi-Drama „Mulholland Falls – Nach eigenen Regeln“ (1995), Pat O’Connors romantischen Drama „Die Abbotts – Wenn Hass die Liebe tötet“ (1997) und Alex Proyas‘ düsteren Science-Fiction-Drama „Dark City“ (1998), ehe sie ihren internationalen Durchbruch in Darren Aronofskys Drogen-Drama „Requiem For A Dream“ (2000) und in Ron Howards „A Beautiful Mind“ (2001) feierte.
Für ihre Darstellung der Frau des schizophrenen Mathe-Genies John Nash (Russell Crowe) erhielt sie einen Golden Globe und einen Academy Award als beste Nebendarstellerin. Es folgten der Horror-Thriller „Dark Water“ (2005), das Beziehungsdrama „Little Children“ (2006) und Edward Zwicks Thriller-Drama „Blood Diamond“ (2006), wo sie neben Leonardo DiCaprio die US-amerikanische Journalistin Maddie Bowen spielt, die über den Handel mit Blutdiamanten vor dem Hintergrund des Bürgerkriegs in Sierra Leone recherchiert.
Zu den weiteren Projekten zählten das Familiendrama „Ein einziger Augenblick“ (2007), Scott Derricksons Remake des Science-Fiction-Klassikers „Der Tag, an dem die Erde stillstand“, ein Cameo-Auftritt in der Verfilmung von Cornelia Funkes Fantasyroman „Tintenherz“, die prominent mit Jennifer Aniston, Scarlett Johansson und Drew Barrymore besetzte Komödie „Er steht einfach nicht auf dich“ und das Charles-Darwin-Biopic „Creation“.
Connelly lieh der Figur #7 in Tim Burtons Animationsfilms „#9“ ihre Stimme und spielte in den Komödienflops „Dickste Freunde“ und „Wer’s glaubt, wird selig“. 2012 war sie in Dustin Lance Blacks Independent-Drama „Virginia“ zu sehen und arbeitete nach „Requiem for a Dream“ in dem biblischen Epos „Noah“ ein zweites Mal mit Regisseur Darren Aronofsky zusammen und stand – nach „A Beautiful Mind“ - ein zweites Mal zusammen mit Russell Crow vor der Kamera.
2014 spielte Connelly in dem Regiedebüt „Shelter“ ihres Ehemanns Paul Bettany, zwei Jahre später neben Ewan McGregor in dessen Krimi-Drama „Amerikanisches Idyll“ und zuletzt in dem auf wahren Begebenheiten beruhenden Drama „Only The Brave“.

Filmographie:
1984: Es war einmal in Amerika (Once Upon a Time in America)
1984: Die unglaublichen Geschichten von Roald Dahl (Fernsehserie, eine Folge)
1985: Phenomena
1985: Ticket zum Himmel (Seven Minutes in Heaven)
1986: Die Reise ins Labyrinth (Labyrinth)
1988: Étoile
1988: Some Girls
1990: The Hot Spot – Spiel mit dem Feuer (The Hot Spot)
1991: Kevins Cousin allein im Supermarkt (Career Opportunities)
1991: Rocketeer (The Rocketeer)
1992: Im Herzen der Rache (The Heart of Justice)
1994: Von Liebe und Schatten (Of Love and Shadows)
1995: Higher Learning – Die Rebellen (Higher Learning)
1996: Nach eigenen Regeln (Mulholland Falls)
1996: Personal Affairs (Far Harbor)
1997: Die Abbotts – Wenn Haß die Liebe tötet (Inventing the Abbotts)
1998: Dark City
2000: Waking The Dead
2000: Requiem for a Dream
2000: Pollock
2000–2001: The $treet – Wer bietet mehr? (The $treet, Fernsehserie, 12 Folgen)
2001: A Beautiful Mind – Genie und Wahnsinn (A Beautiful Mind)
2003: Hulk
2003: Haus aus Sand und Nebel (House of Sand and Fog)
2005: Dark Water – Dunkle Wasser (Dark Water)
2006: Little Children
2006: Blood Diamond
2007: Ein einziger Augenblick (Reservation Road)
2008: Tintenherz (Inkheart)
2008: Der Tag, an dem die Erde stillstand (The Day the Earth Stood Still)
2009: Creation
2009: Er steht einfach nicht auf Dich (He’s Just Not That Into You)
2009: #9 (9)
2010: Virginia
2011: Dickste Freunde (The Dilemma)
2011: Wer’s glaubt, wird selig (Salvation Boulevard)
2012: Love Stories (Stuck in Love)
2014: Winter’s Tale
2014: Aloft
2014: Noah
2014: Shelter
2016: Amerikanisches Idyll (American Pastoral)
2017: Spider-Man: Homecoming (Stimme)
2017: Only the Brave
Playlist:
01. Javier Navarrete - Dejected Dustfinger (Inkheart) - 04:40
02. Ennio Morricone - Deborah's Theme - Amapola (Once Upon A Time In America) - 06:13
03. James Horner - Parallel Lives, Parallel Loves (House Of Sand And Fog) - 05:22
04. James Horner - Alicia Discovers Nash's Dark World (A Beautiful Mind) - 08:28
05. Cliff Eidelman - Suite (He's Just Not That Into You) - 03:02
06. Mark Isham - Reservation Road (Reservation Road) - 04:04
07. Thomas Newman - End Title (Little Children) - 07:40
08. Christopher Young - To Emma (Creation) - 04:53
09. Alexandre Desplat - Swede & Merry (American Pastoral) - 04:14
10. Nick Urata - You're Mine (Virgina) - 02:31
11. Mike Mogis & Nathaniel Walcott - Goodbye (Stuck In Love) - 02:05
12. Danny Elfman - Prologue (Hulk) - 04:38
13. Deborah Lurie - Release (#9) - 04:03
14. Jeff Beal - Stroke Of Genius (Pollock) - 02:13
15. Angelo Badalamenti - End Credits (Dark Water) - 05:57
16. Trevor Jones - Memories Of Shell Beach (Dark City) - 04:38
17. Hans Zimmer & Rupert Gregson-Williams - Look Closely (Winter's Tale) - 06:08
18. Dave Grusin - Max And Kate Walk/Kate Leaves/End Credits (Mulholland Falls) - 07:00
19. Trevor Jones - Sarah (Labyrinth) - 03:13
20. James Newton Howard - London/Sol Moment (Blood Diamond) - 04:46
21. Michael Giacchino - The World Is Changing (Spider-Man: Homecoming) - 04:10
22. Joseph Trapanese - Juniper Tree (Only The Brave) - 04:16
23. Clint Mansell - Lux Aeterna (Requiem For A Dream) - 03:54
24. Clint Mansell - Mercy/The New World/Ham Leaves (Noah) - 05:20

Freitag, 8. September 2017

Playlist #223 vom 17.09.2017 - SAMUEL L. JACKSON Special

Seit seinem unvergesslichen Auftritt als Killer Jules in Quentin Tarantinos Meisterwerk „Pulp Fiction“ zählt Samuel L. Jackson zu den populärsten und meistbeschäftigten Schauspielern in Hollywood. Bis dahin ist seine Karriere allerdings mehr als holperig verlaufen. Nach Auftritten in verschiedenen Filmen des Marvel Comic Universe als Nick Drake, in George Lucas‘ jüngerer „Star Wars“-Trilogie und dem jüngsten Sequel der „xXx“-Reihe ist Jackson derzeit in der Action-Komödie „Killer’s Bodyguard“ zu sehen.

Eigentlich wollte der am 21. Dezember 1948 in Washington, D.C., geborene Samuel Leroy Jackson Trompeter werden, nachdem sein Interesse schon in der Kindheit ganz der Musik galt und er Mitglied im Schulorchester war. Doch als sein Arzt ihm die Schauspielerei als Heilmittel gegen sein Stottern empfahl, änderte er seine Pläne. Jackson besuchte das Morehouse College in Atlanta und wurde nach der Ermordung von Martin Luther King Jr. im Zuge der Bürgerrechtsbewegung für zwei Jahre suspendiert, weil er mit seinen Kommilitonen Reformen des Schulcurriculums erzwingen wollte und dabei Mitglieder des Kuratoriums auf dem Campus als Geiseln festhielt.
Nachdem er 1972 seinen Abschluss in Theaterwissenschaften gemacht hatte, war Jackson in den Stücken „Home“, „The District Line“ und „Mutter Courage und ihre Kinder“ zu sehen, sein Filmdebüt feierte er im selben Jahr in „Together For Days“.
„Wenn ich zurückblicke und mich frage, wie ich hier gelandet bin, dann ist wohl vor allem meine Tante schuld. Ich bin in einem Haus mit meiner Tante und meinen Großeltern aufgewachsen. Sie war Lehrerin und unterrichtete unter anderem Schauspiel. Immer wenn sie etwas inszenierte, fehlten ihr Jungs. Also griff sie auf mich zurück. Sie war es, die mich zum Lesen animierte, die mir das Tanzen beibrachte, die mich Dialoge auswendig lernen ließ, die mich in seltsame Kostüme steckte. Mir machte das enormen Spaß, und immer wenn die Schule ein Stück auf die Bühne brachte, meldete ich mich - bis man mir sagte, dass ich auch mal andere zum Zug kommen lassen müsste. Danach spielte ich lange nicht, bis ich im College einen Kurs über öffentliches Reden belegte. Der Dozent inszenierte die 'Dreigroschenoper' und brauchte noch Jungs - und seither mache ich das“, berichtet Jackson im Interview auf faz.net
Bis in die 1990er Jahre hinein war Jackson allerdings nur in Nebenrollen zu sehen, angefangen bei Miloš Formans „Ragtime“ (1981), Stan Lathans „Onkel Toms Hütte“ (1987) und an der Seite von Eddie Murphy in John Landis‘ „Der Prinz aus Zamunda“ (1988) bis zu Spike Lees „Do The Right Thing“ (1989), Martin Scorseses „GoodFellas“ (1990), Roger Donaldsons „White Sands“ (1992) und Phillip Noyces „Die Stunde der Patrioten“ (1992). Durch Auftritte in den Kassenerfolgen von „Menace II Society“, Steven Spielbergs „Jurassic Park“ und Tony Scotts „True Romance“ (alle 1993) machte Samuel L. Jackson zunehmend auf sich aufmerksam, bis ihm in Quentin Tarantinos „Pulp Fiction“ 1994 der internationale Durchbruch gelang, nachdem Jackson bereits für eine Rolle in Tarantinos Debüt „Reservoir Dogs“ vorgesprochen, aber den Job nicht bekommen hatte.
Seit seiner Oscar-nominierten Darstellung in „Pulp Fiction“ hat Jackson in nahezu jedem Tarantino-Film mitgewirkt, sei es als Waffenhändler Ordell in „Jackie Brown“, als Klavierspieler in „Kill Bill: Vol. 2“, als Erzähler in „Inglourious Basterds“, als Sklave in „Django Unchained“ oder als Kopfgeldjäger in „The Hateful Eight“. Es blieb bis zum heutigen Tage zwar bei der einen Oscar-Nominierung, doch seit „Pulp Fiction“ zählt Jackson zu den fleißigsten Vertretern seiner Branche. So war er 1995 neben Nicolas Cage und David Caruso in Barbet Schroeders Thriller „Kiss of Death“ und in John McTiernans „Stirb langsam – Jetzt erst recht“ zu sehen, ein Jahr später in der John-Grisham-Verfilmung „Die Jury“ und Renny Harlins Action-Thriller „Tödliche Weihnachten“, 1987 in „187 – Eine tödliche Zahl“ und „Jackie Brown“, 1998 in „Sphere – Die Macht aus dem All“ und „Verhandlungssache“, ehe er sich 1999 einen Traum erfüllte und in George Lucas‘ „Star Wars“-Prequels Mace Windu verkörpern durfte.
Im Jahr 2000 überzeugte er nicht nur in der Kinoversion der erfolgreichen TV-Serie „Shaft“, sondern auch in M. Night Shyamalans Mystery-Thriller „Unbreakable“ (in dessen Fortsetzung „Glass“ Jackson auch wieder zu sehen sein wird) und William Friedkins Kriegs-Thriller-Drama „Rules – Sekunden der Entscheidung“. In den letzten Jahren schloss er einen Deal mit Marvel über neun Filme ab, in denen er als Nick Drake sowohl in der Fernsehserie „Marvel's Agents of S.H.I.E.L.D.“ als auch in Kinofilmen wie „Iron Man 2“, „Thor“, „The Avengers“ und „The Avengers 2: Age of Ultron“ zu sehen ist. Zuletzt durfte man den früheren Black-Power-Aktivisten in Spike Lees „Chi-raq“, in der Stephen-King-Verfilmung „Puls“, in Tim Burtons „Die Insel der besonderen Kinder“ und Jordan Vogt-Roberts‘ Fantasy-Abenteuer „Kong: Skull Island“ erleben. Aktuell spielt er in Patrick Hughes‘ Action-Komödie „Killer’s Bodyguard“ einen Auftragskiller, der durch den weltbesten Personenschützer davor bewahrt werden soll, durch den weißrussischen Diktator Vladislav Dukhovich (Gary Oldman) eliminiert zu werden, gegen den er vor dem Internationalen Strafgerichtshof in Den Haag aussagen soll.

Filmographie:
1972: Together for Days
1977: The Displaced Person (Fernsehfilm)
1978: The Trial of the Moke (Fernsehfilm)
1981: Ragtime
1987: Onkel Toms Hütte (Uncle Tom’s Cabin, Fernsehfilm)
1987: Magic Sticks
1987: Eddie Murphy Raw (Fernsehfilm)
1988: School Daze
1988: Der Prinz aus Zamunda (Coming to America)
1989: Dead Man Out (Fernsehfilm)
1989: Hawk (A Man Called Hawk, Fernsehserie, Folge 1×10 Intensive Care)
1989: Do the Right Thing
1989: The Days and Nights of Molly Dodd (Fernsehserie, Folge 3×07 Always Make Your Bed in the Morning)
1989: Sea of Love – Melodie des Todes (Sea of Love)
1990: Mord mit System (A Shock to the System)
1990: Def by Temptation
1990: Familienehre (Betsy’s Wedding)
1990: Mo’ Better Blues
1990: Der Exorzist III (The Exorcist III)
1990: Good Fellas – Drei Jahrzehnte in der Mafia (Goodfellas)
1990: The Return of Superfly
1991: Law & Order (Fernsehserie, Folge 1×14 The Violence of Summer)
1991: Jungle Fever
1991: Johnny Suede
1991: Roc (Fernsehserie, Folge 1×06 Hearts and Diamonds)
1991: Strictly Business
1991: Die Rache der Mafia (Dead and Alive: The Race for Gus Farace, Fernsehfilm)
1992: Manny und Dan – Leben und Sterben in der Bronx (Jumpin’ at the Boneyard)
1992: Juice – City-War (Juice)
1992: White Sands – Der große Deal (White Sands)
1992: Die Stunde der Patrioten (Patriot Games)
1992: Ghostwriter (Fernsehserie, 3 Folgen)
1992: Getrennte Wege (Fathers & Sons)
1993: The American Experience (Fernsehserie, Folge 5×10 Simple Justice)
1993: Loaded Weapon 1
1993: Amos & Andrew – Zwei fast perfekte Chaoten (Amos & Andrew)
1993: Menace II Society
1993: Jurassic Park
1993: True Romance
1994: Against the Wall (Fernsehfilm)
1994: Fresh
1994: Julius Caesar Superstar (Hail Caesar)
1994: Der steinige Weg zur Gerechtigkeit (Assault at West Point: The Court-Martial of Johnson Whittaker, Fernsehfilm)
1994: Pulp Fiction
1994: New Age (The New Age)
1994: Auf der Suche nach Jimmy Hoyt (The Search for One-eye Jimmy)
1995: Die andere Mutter (Losing Isaiah)
1995: Kiss of Death
1995: Stirb langsam: Jetzt erst recht (Die Hard: With a Vengeance)
1996: Last Exit Reno (Sydney)
1996: Great White Hype – Eine K.O.Mödie (The Great White Hype)
1996: Trees Lounge – Die Bar, in der sich alles dreht (Trees Lounge)
1996: Die Jury (A Time to Kill)
1996: Tödliche Weihnachten (The Long Kiss Goodnight)
1997: 187 – Eine tödliche Zahl (One Eight Seven)
1997: Eve’s Bayou
1997: Jackie Brown
1997: Verhandlungssache (The Negotiator)
1998: Sphere – Die Macht aus dem All (Sphere)
1998: Out of Sight
1998: Die rote Violine (Le violon rouge)
1999: Star Wars: Episode I – Die dunkle Bedrohung (Star Wars: Episode I – The Phantom Menace)
1999: Deep Blue Sea
1999: Forever Hollywood (Dokumentarfilm)
2000: Any Given Wednesday
2000: Rules – Sekunden der Entscheidung (Rules of Engagement)
2000: WWF Smackdown! (Fernsehserie, Folge 1×44)
2000: Shaft – Noch Fragen? (Shaft)
2000: Unbreakable – Unzerbrechlich (Unbreakable)
2001: The Caveman’s Valentine
2001: The 51st State
2002: The Comeback
2002: Spurwechsel (Changing Lanes)
2002: Star Wars: Episode II – Angriff der Klonkrieger (Star Wars: Episode II – Attack of the Clones) 2002: No Good Deed (The House on Turk Street)
2002: xXx – Triple X (xXx)
2003: Freedom: A History of Us (Fernsehserie, 5 Folgen)
2003: Basic – Hinter jeder Lüge eine Wahrheit (Basic)
2003: S.W.A.T. – Die Spezialeinheit (S.W.A.T.)
2004: In My Country
2004: Twisted – Der erste Verdacht (Twisted)
2004: Kill Bill – Volume 2 (Kill Bill: Vol. 2)
2004: Die Unglaublichen – The Incredibles (The Incredibles, Stimme für Lucius Best/Frozone)
2005: Coach Carter
2005: xXx 2 – The Next Level (xXx: State of the Union)
2005: Star Wars: Episode III – Die Rache der Sith (Star Wars: Revenge of the Sith)
2005: Cool & Fool – Mein Partner mit der großen Schnauze (The Man)
2006: Honor Deferred (Fernsehfilm)
2006: Das Gesicht der Wahrheit (Freedomland)
2006: Snakes on a Plane
2006: Black Snake Moan
2006: Home of the Brave
2007: Afro Samurai (Fernsehfünfteiler, alle Folgen, Stimme für Afro Samurai/Ninja Ninja)
2007: Zimmer 1408 (1408)
2007: Cleaner
2007: The Champ (Resurrecting the Champ)
2008: Jumper
2008: Iron Man
2008: Star Wars: The Clone Wars (Stimme für Mace Windu) 2008: Gospel Hill 2008: Lakeview Terrace 2008: The Spirit
2008: Soul Men
2009: Mütter und Töchter (Mother and Child)
2009: Inglourious Basterds (Stimme für Erzähler)
2009: Afro Samurai: Resurrection (Fernsehfilm, Stimme für Afro Samurai/Ninja Ninja) 2010: Iron Man 2
2010: Unthinkable – Der Preis der Wahrheit (Unthinkable)
2010: Die etwas anderen Cops (The Other Guys)
2010: Vengeance: A Love Story
2011: The Sunset Limited (Fernsehfilm)
2011: Thor
2011: Captain America: The First Avenger
2011: Arena
2012: Der Samariter – Tödliches Finale (The Samaritan)
2012: Meeting Evil
2012: Marvel’s The Avengers (The Avengers)
2012: Django Unchained
2013: Oldboy
2013: Turbo – Kleine Schnecke, großer Traum (Turbo, Stimme von Bleifuss)
2013–2014: Marvel’s Agents of S.H.I.E.L.D. (Fernsehserie)
2014: Reasonable Doubt
2014: RoboCop
2014: The Return of the First Avenger (Captain America: The Winter Soldier)
2014: Kite – Engel der Rache (Kite)
2014: Big Game – Die Jagd beginnt (Big Game)
2014: Kingsman: The Secret Service
2015: Avengers: Age of Ultron
2015: Secret Agency – Barely Lethal (Barley Lethal)
2015: Chi-Raq
2015: The Hateful Eight
2016: Legend of Tarzan (The Legend of Tarzan)
2016: Die Insel der besonderen Kinder (Miss Peregrine’s Home for Peculiar Children)
2016: Puls
2017: xXx: Die Rückkehr des Xander Cage (xXx: Return of Xander Cage)
2017: Kong: Skull Island
2017: Killer’s Bodyguard (The Hitman's Bodyguard)
Playlist:
01. Atli Örvarsson - Broken Wing (Hitman's Bodyguard) - 02:31
02. Trevor Jones - Main Title Theme (Sea Of Love) - 03:03
03. Patrick O'Hearn - Opening Title (White Sands) - 03:54
04. David Holmes - Snoopy's Car (Out Of Sight) - 02:27
05. David Arnold - Scenes Of The Crime (Shaft) - 02:54
06. Klaus Badelt - Domain (Basic) - 03:45
07. Trevor Jones - End Credits (Kiss Of Death) - 04:05
08. The Tornadoes - Bustin' Surfboards (Pulp Fiction) - 02:26
09. The Vampire Sound Inc. - The Lions And The Cucumber (Jackie Brown) - 05:07
10. Malcolm McLaren - About Her (Kill Bill Vol. 2) - 04:45
11. Charles Bernstein - White Lightning (Inglourious Basterds) - 02:53
12. Hans Zimmer - You're So Cool (True Romance) - 03:40
13. John Williams - Theme From Jurassic Park (Jurassic Park) - 03:27
14. John Williams - Anakin's Theme (Star Wars - Episode I) - 03:08
15. Mark Isham - Seeking Isaiah (Losing Isaiah) - 04:10
16. Elliot Goldenthal - Main Titles (Sphere) - 02:49
17. Graeme Revell - Hostage Crises (The Negotiator) - 04:40
18. James Newton Howard - Mr. Glass (Unbreakable) - 07:53
19. James Newton Howard - Freedomland (Freedomland) - 06:00
20. James Horner - Closing Credits (Patriot Games) - 04:10
21. Elliot Goldenthal - Pavane For Solace (A Time To Kill) - 02:29
22. Jeff Danna & Mychael Danna - Can't Sleep (Lakeview Terrace) - 02:40
23. Mark Isham - The City (Twisted) - 03:46
24. Rupert Gregson-Williams - Tarzan And Jane (The Legend Of Tarzan) - 03:39
25. Ennio Morricone - Ouverture (The Hateful Eight) - 03:11
26. Mike Higham & Matthew Margeson - Go To Her (Miss Peregrine's Home For Peculiar Children) - 06:16
27. Roque Baños - Alcohol Haze (Oldboy) - 04:16
28. Mark Isham - On The Threshold Of Liberty (Rules Of Engagement) - 07:27

Freitag, 1. September 2017

Playlist #222 vom 03.09.2017 - JAMES CAMERON Special

Mit „Titanic“ (1997) und „Avatar“ (2009) schuf der kanadische Filmemacher James Cameron die bis heute erfolgreichsten Filme aller Zeiten und ist in Hollywood vor allem für seine oft revolutionäre Verwendung modernster Tricktechniken bekannt. Wenn er heutzutage seine bahnbrechenden Blockbuster noch einmal aufpoliert und in atemberaubender 3D-Technik präsentiert, darf sich das Kinopublikum auf ein eindrucksvolles Filmerlebnis freuen. Am 29. August erlebt sein Sci-Fi-Action-Klassiker „Terminator 2 – Tag der Abrechnung“ (1991) nach über 25 Jahren nun in 3D seine Wiederaufführung.

Cameron wurde am 16. August 1954 in Kapuskasing, Ontario, als Sohn eines Elektroingenieurs und einer Malerin geboren und wuchs im kanadischen Niagara Falls an der Grenze zur USA auf. Als er 1969 Stanley Kubricks „2001: Odyssee im Weltraum“ sah, war sein Berufswunsch vorgezeichnet. Die Familie zog 1971 ins kalifornische Orange County. Eine Ausbildung an einer Filmschule kam aus finanziellen Gründen nicht in Frage, stattdessen begann Cameron ein Physik-Studium am Fullerton College, wechselte wegen der zu hohen mathematischen Anforderungen aber zur englischen Literatur. Nach seinem College-Abschluss heiratete Cameron Sharon Williams und arbeitete zunächst als LKW-Fahrer, bis 1977 George Lucas‘ „Krieg der Sterne“ erneut seine Leidenschaft für das Filmemachen entfachte. Im Selbststudium eignete er sich das Wissen über Drehbuchschreiben und Filmemachen an und lernte, mit der entsprechenden Ausrüstung umzugehen. 1978 realisierte er mit seinen Freunden William Wisher und Randall Frakes den 35mm-Kurzfilm „Xenogenesis“, bei dem Cameron gleichzeitig als Regisseur, Produzent, Autor, Kameramann, Editor, Modellbauer und Special-Effects-Koordinator fungierte. Zwar schaffte es der Film nie zur Aufführung, aber für Cameron kam nur noch ein Job in der Filmbranche in Frage.
Er bewarb sich bei Roger Cormans Produktionsfirma New World Pictures und war als künstlerischer Leiter für den Film „Sador – Herrscher im Weltraum“ tätig, dann als Produktionsdesigner und Second-Unit-Regisseur bei „Planet des Schreckens“ (1981), woraufhin er sein erstes Regieangebot erhielt.
„Piranha 2 – Fliegende Killer“ (1981) war als Fortsetzung von Joe Dantes „Piranhas“ (1978) zwar in künstlerischer wie kommerzieller Hinsicht eine Enttäuschung, aber schon mit seinem nächsten Film eroberte Cameron Hollywood im Sturm. 1982 verkaufte er sein auf einem eigenen Albtraum basierendes Drehbuch zu „The Terminator“ für einen Dollar an die Produzentin Gale Anne Hurd (mit der von 1985 bis 1989 verheiratet war) gegen die Zusage, selbst bei dem Film Regie führen zu dürfen. Durch die Verzögerung bei der Finanzierung kam der Film erst 1984 in die Kinos, aber Cameron nutzte die Zeit, um die Drehbücher zu „Aliens – Die Rückkehr“ und „Rambo 2 – Der Auftrag“ zu schreiben.
Mit „The Terminator“ schuf Cameron bereits 1984 einen düsteren Sci-Fi-Klassiker, in dem Arnold Schwarzenegger als Terminator von den Skynet-Funktionären aus einer von Maschinen beherrschten Zukunft zurück in die Vergangenheit geschickt wird, um mit Sarah Connor (Linda Hamilton) die Mutter des späteren Rebellen John Connor zu eliminieren, der für Skynet eine Bedrohung darstellt.
„Der Clou der Geschichte besteht darin, dass Reese und Sarah – sozusagen aus der Not heraus – sich ineinander verlieben (eine in keiner Weise rührselige Liebesgeschichte) und Reese der Vater von Sarahs Sohn, John Connor wird. Dieser ‚Zirkel‘ ist der Grund für die Analogie dieser Geschichte zum Paradoxon der abendländischen christlichen Mythologie und Heilslehre. Denn wenn der Terminator Sarah töten würde, bekäme sie kein Kind von Reese, John Connor hätte die Menschen des Jahres 2029 nicht gerettet und der Terminator wäre nie in das Jahr 1984 geschickt worden. Da beides jedoch geschah, ergibt sich die logische Schlussfolgerung, dass das Schicksal des Terminators von Anfang an besiegelt ist: seine Vernichtung“, kommentiert Ulrich Behrens in seiner Filmkritik auf filmstarts.de
Bei der Umsetzung seines Drehbuchs zu „Rambo 2“ war Cameron nicht mehr beteiligt, da Sylvester Stallone die antimilitaristische Botschaft aus dem Originaldrehbuch streichen ließ, dafür durfte er nach dem Erfolg von „The Terminator“ bei „Aliens – Die Rückkehr“ (1986) die Regie führen. In der Fortsetzung von Ridley Scotts mit dem Oscar für die besten visuellen Effekte ausgezeichneten Weltraum-Drama „Alien“ von 1979 wird Ellen Ripley (Sigourney Weaver) nach 57 Jahren aus dem Kälteschlaf geholt, um vor einem Untersuchungsausschuss über die Vorkommnisse auf der "Nostromo" und über die Alien-Eier auf dem Planeten LV-426 zu berichten. Da der Kontakt zu dem Planeten abgebrochen ist, auf dem mittlerweile sogar Menschen leben, soll eine Militärmission mit Ripley als Beraterin nach dem Rechten sehen.
Gleich sieben Oscar-Nominierungen erhielt der Film, darunter eine für Sigourney Weaver als beste Hauptdarstellerin und eine für James Horner für die beste Filmmusik, ausgezeichnet wurde „Aliens – Die Rückkehr“ letztlich mit je einem Academy Award für die besten Soundeffekte und für die besten visuellen Effekte. Auch mit seinem nächsten Sci-Fi-Film setzte Cameron neue Maßstäbe.
„Abyss – Abgrund des Todes“ (1989) verwendete völlig neue Techniken wie Morphing, photorealistische Computeranimationen und Unterwasser-BlueScreen und erhielt ebenfalls einen Oscar für die besten visuellen Effekte. 1990 gründete Cameron mit Larry Kasanoff die Produktionsfirma Lightstorm Entertainment und 1993 mit dem Oscar-prämierten Effect-Spezialisten Stan Winston („Terminator 2 – Tag der Abrechnung“, „Aliens – Die Rückkehr“, „Jurassic Park“) das Special-Effect-Unternehmen Digital Domain.
1991 brachte Cameron mit „Terminator 2 – Tag der Abrechnung“ schließlich das bahnbrechende Sequel zu seinem eigenen Film „The Terminator“ in die Kinos, wieder mit Arnold Schwarzenegger in der Hauptrolle, diesmal aber in einer gänzlich sympathischen Rolle. Nachdem der erste Versuch, den 1985 geborenen Anführer des Widerstandes in der Vergangenheit zu töten, gescheitert ist, unternehmen die Cyborgs des Jahres 2029 einen zweiten Versuch, John Connors junge Version (Edward Furlong) auszuschalten. Diesmal soll es der T-1000-Terminator (Robert Patrick) richten, eine Maschine aus flüssigem Metall, die in der Lage ist, jede beliebige Form anzunehmen. Doch dieser Terminator ist nicht der einzige Killerroboter, der in die Vergangenheit geschickt wird, denn das Ur-Modell aus der T-800-Serie (Arnold Schwarzenegger) wurde in der Zukunft von den Rebellen darauf programmiert, Connor um jeden Preis zu schützen. Gemeinsam mit Johns Mutter Sarah (Linda Hamilton) gibt er sein Bestes, den Jungen am Leben zu halten.
James Camerons ‚Terminator 2‘ strotzt nicht nur vor furioser Action und grandiosen Effekten, sondern bietet ein perfektes Gesamtpaket mit einer durchdachten Story, coolen Onelinern und kraftvoller Musik – ein Meisterwerk auch in 3D und für uns weiterhin der beste Actionfilm aller Zeiten“, findet Carsten Baumgardt in seiner Rezension auf filmstarts.de.
Besonders auffällig und brillant ist in dem ersten Film, der die 100-Millionen-Dollar-Produktionskosten-Marke überschritt, neben den visuellen Effekten auch der rein elektronische Score von Brad Fiedel.
„Der Score zum zweiten Film unterscheidet sich sehr stark vom ersten, der noch sehr elektronisch klang und viele Sequenzen benutzt, weil ich den mechanischen Charakter des Terminators betonen wollte, das Element des Unzerstörbaren. Der zweite Score weist eigentlich nur zum Anfang und zum Ende die Melodie auf, auf die zwischenzeitlich manchmal verwiesen wird, aber ansonsten ist er vielfältiger, komplexer“, erklärte mir der Komponist in einem Interview. „Musikalisch ist dabei eine Entwicklung zu beobachten, die auf meine eigene Entwicklung zurückgeht, ebenso wie auf die Erhältlichkeit und die Möglichkeiten der Technologie, des Samplings und des Arbeitens. Als ich den ersten ‚Terminator‘ machte, gab es nicht mal ein Midi-Interface. Ich musste alle Sequenzen und Drum Maschinen per Hand programmieren, was eine schwierige Angelegenheit war. Beim zweiten Film war die Technologie so ausgereift, wie ich sie mir vorstellte.“
Die Zusammenarbeit mit Schwarzenegger und Fiedel setzte Cameron 1994 in seiner Action-Komödie „True Lies“ fort.
„Er zählt zu den wenigen Regisseuren, die sehr detaillierte Ideen zu der Geschichte und den Bildern haben und sie auch im Film umsetzen können. Das hat mich sehr beeindruckt. Ich denke, er ist sehr kreativ, was die eigene Vorstellungskraft, die Benutzung der Technologie und die filmische Umsetzung dessen angeht, was er zu tun beabsichtigt“, meint Fiedel. „Obwohl seine Filme voller Action und technischer Raffinessen sind, geht es doch um menschliche Belange, um das Verhältnis zwischen Mensch und Maschinen, die Benutzung der Technologie durch den Menschen. Gerade in ‚True Lies‘ stehen zwischenmenschliche Beziehungen, Arbeit und Familie im Vordergrund.“
1997 folgte mit „Titanic“ ein mit elf Oscars – u.a. für den besten Film und für die beste – von James Horner komponierte - Musik - ausgezeichneter, aber auch gut 200 Millionen Dollar teurer Film, der gleich drei Geschichten zu erzählen hat. In der ersten geht es um den Schatzsucher Brock Lovett (Bill Paxton), der das Wrack des ehemals größten Schiffs der Welt nach dem Diamant-Collier „Herz des Ozeans“ absucht. Dabei nimmt das Forscherteam Kontakt zur ehemaligen Besitzerin der wertvollen Kette auf. Die Dame heißt Rose Dawson-Colvert (alt: Gloria Stuart, jung: Kate Winslet) und war 1912 mit an Bord, als das berühmte Unglück geschah. Rose erzählt den Männern Geschichte Nr. 2, in der sie sich auf der Jungfernfahrt als verlobtes Oberschichten-Mädchen in den armen Künstler Jack Dawson (Leonardo DiCaprio) verliebt - eine Liebe über gesellschaftliche Klassen hinweg mit all den dazugehörigen Problemen. Diese Liebesgeschichte wiederum geschieht vor dem Hintergrund von Geschichte Nr. 3: Es ist eine Geschichte voller Größenwahn und blinder Technikgläubigkeit, die an einem Eisberg endet...
„Die Mischung aus realistischer Fiktion und großem Theater der Sinne bewahrt den teuersten Film aller Zeiten davor, eine Leistungsshow Hollywoods zu werden. So sieht man eine Wasseroper mit opulenten Massenszenen, faszinierenden Unterwasseraufnahmen und einer luxuriösen Ausstattung: die Vereinigung von ‚Vom Winde verweht‘ und ‚Die Brücke am Kwai‘“, resümiert Bettina Koch auf spiegel.de.
Nach der aufreibenden Arbeit an „Titanic“ zog sich Cameron zunächst aus der Regiearbeit zurück, unternahm als Hobbyforscher mehrere Tiefseetauchgänge und arbeitete zusammen mit seinem Bruder Mike an der Entwicklung neuer Filmtechniken. Nach einem über zwei Staffeln andauernden Ausflug ins Fernsehgeschäft mit der Sci-Fi-Agentenserie „Dark Angel“ im Jahr 2000 realisierte Cameron mit Bill Paxton und seinem Bruder Mike 2001 den IMAX-3D-Film „Ghosts of the Abyss“ über die Titanic, zu dem wie zu „Dark Angel“ wiederum Joel McNeely die Musik komponierte. Es folgten 2002 die Fernsehdokumentation über das deutsche Schlachtschiff „Bismarck“ und 2005 eine 3D-Dokumentation mit dem Titel „Aliens der Meere“, in der Cameron zusammen mit NASA-Wissenschaftlern Gebirgsketten auf dem Meeresgrund und Tiefseelebewesen untersucht.
„Ich behaupte nicht, Wissenschaftler zu sein, aber ich glaube an die Leidenschaft von Forschern, die ihr ganzes Leben einer zeitraubenden, schwierigen und hochdisziplinierten Wissenschaft widmen, für die sie weder Ruhm, noch angemessene Bezahlung einstreichen. Ihnen kommt keine der schicken Bequemlichkeiten zugute, die wir mit dem glamourösen westlichen Lifestyle assoziieren. Und trotzdem tun sie es. Warum? Weil sie die Antworten wissen wollen, weil sie über intellektuelle Neugier verfügen. Ihnen liegt etwas an der Wahrheit“, meint Cameron in einem Interview mit spiegel.de 
2009 kehrte James Cameron mit einem weiteren Paukenschlag auf die Kinoleinwand zurück. Sein Science-Fiction-3D-Abenteuer „Avatar – Aufbruch nach Pandora“ setzte mit der Erweiterung von digitalen und stereoskopen 3D-Techniken sowie CGI-Techniken einmal mehr neue Maßstäbe, entwickelte sich zum erfolgreichsten Film aller Zeiten und erhielt neun Oscar-Nominierungen (darunter für den besten Film, für die beste Regie und eine für James Horners Musik), drei der begehrten Trophäen erhielt er schließlich auch (einmal mehr für die besten visuellen Effekte, für die Kameraarbeit und für die künstlerische Gestaltung).
Der Film erzählt von dem rund vier Jahre von der Erde entfernten Planeten Pandora, dessen reichhaltige Unobtanium-Vorkommen die existenziellen Rohstoff-Sorgen der Menschheit im Jahr 2154 auf einen Schlag lösen würden. So bricht eine Gruppe von Wissenschaftlern auf, um mit den Ureinwohnern Pandoras, den hochgewachsenen und in Stämmen organisierten Na’vi, Verhandlungen über die Kolonisation ihrer Heimat aufzunehmen. Darunter ist der an den Rollstuhl gefesselte Ex-Marine Jake Sully (Sam Worthington). Anstelle seines verstorbenen Bruders schlüpft nun Jake in die Haut eines Avatars – eines geklonten Na’vi-Körpers, der gleichzeitig als Vehikel und als diplomatisches Instrument dient. Bei seinem ersten Ausritt in den Dschungel trifft er auf die Eingeborene Neytiri (Zoe Saldana), zu der er sofort einen Draht findet. Doch die Zeit drängt: Das Militär unter Führung von Colonel Quaritch (Stephen Lang) scharrt längst mit den Hufen...
„Im schlechteren Fall sieht das aus wie ein cineastisches Pop-up-Buch: Räumlich gestaffelte 2-D-Bilder (die paradoxerweise die Zweidimensionalität der Bildelemente nur umso deutlicher machen). Im normalen Fall: Effekte der ‚Coming At You‘-Art. Ganz mag auch Cameron nicht darauf verzichten. Im besten Fall aber, und davon gibt es in Camerons Film reichlich, bekommt Räumlichkeit eine eigene Poesie. Am schönsten ist das nicht so sehr bei den spektakulären Dingen, sondern beim Kleinen, bei Wassertropfen, beim Funkenflug, bei der Bewegung kleiner, zarter Medusen durch die giftig-schöne Atmosphäre von Pandora“, urteilt Georg Seesslen in seiner Filmkritik auf taz.de. „Die Popmythologie des All-in-One-Films ist ein wunderbarer semiologischer Selbstbedienungsladen. Und ‚Avatar‘ ein ikonografisch-mythisches Großprojekt, der erste Metafilm des neuen Jahrhunderts.“ Derzeit arbeitet Cameron, der für sein großes umweltpolitisches Engagement bekannt ist, an den „Avatar“-Sequels 2 bis 5, die zwischen 2020 und 2025 in den Kinos anlaufen sollen.
Filmographie: 
1978: Xenogenesis (Kurzfilm)
1981: Piranha 2 – Fliegende Killer (Piranha Part Two: The Spawning)
1984: Terminator (The Terminator)
1985: This Time It’s War (Dokumentarfilm)
1985: Rambo II – Der Auftrag (Rambo: First Blood II“, nur Drehbuch)
1986: Aliens – Die Rückkehr (Aliens)
1988: Martini Ranch – Reach (Musikvideo)
1989: Abyss – Abgrund des Todes (The Abyss)
1991: Terminator 2 – Tag der Abrechnung (Terminator 2: Judgment Day)
1994: True Lies – Wahre Lügen (True Lies)
1995: Strange Days (Drehbuch und Film Editing)
1996: T2 3-D: Battle Across Time (Kurzfilm)
1997: Titanic
2001: Earthship.TV (Fernsehfilm)
2000 - 2002: Dark Angel (Fernsehserie, Folge 2×21 Ein Volk von Monstern)
2002: Expedition Bismarck (Expedition: Bismarck) (Dokumentarfilm)
2003: Die Geister der Titanic (Ghosts of the Abyss) (IMAX-3D-Dokumentarfilm)
2005: Aliens der Meere (Aliens of the Deep) (IMAX-Dokumentarfilm)
2009: Avatar – Aufbruch nach Pandora (Avatar)
Playlist:
01. Brad Fiedel - "It's Over" ("Good-Bye") (Terminator 2: Judgement Day) - 04:36
02. James Horner - "You Don't Dream In Cryo …" (Avatar) - 06:28
03. James Horner - Main Title (Aliens) - 05:10
04. Jerry Goldsmith - Betrayed (Rambo: First Blood 2) - 04:22
05. Brad Fiedel - "I'll Be Back"/Police Station & Escape (The Terminator) - 03:46
06. Alan Silvestri - Lindsay's Close Encounter (The Abyss) - 06:23
07. Graeme Revell - Happy New Year! (Strange Days) - 03:51
08. Tricky - Overcome (Strange Days) - 04:29
09. Brad Fiedel - Escape From The Chateau (True Lies) - 02:41
10. James Horner - Lament (Titanic) - 04:36
11. Alan Silvestri - Finale And End Credits (The Abyss) - 04:47
12. James Horner - Hymn To The Sea (Titanic) - 06:25
13. Joel McNeely - Break-In At Logan's (Dark Angel) - 03:55
14. Brad Fiedel - Our Gang Goes To Cyberdyne (Terminator 2: Judgement Day) - 03:11
15. Jerry Goldsmith - Stories (Rambo: First Blood 2) - 03:26
16. James Horner - Resolution And Hyperspace (Aliens) - 06:10
17. Joel McNeely - The End (Ghosts Of The Abyss) - 03:15
18. James Horner - Southhampton (Titanic) - 04:00
19. James Horner - Gathering All The Navi Clans For The Battle (Avatar) - 05:03
20. James Horner - Becoming One Of The People (Avatar) - 03:18
21. Brad Fiedel - The Terminator Theme (The Terminator) - 04:20
22. Brad Fiedel - Harry Rides Again (True Lies) - 07:06
23. Graeme Revell - End Credits (Strange Days) - 03:49
24. James Horner - Jake Meets The Navi (Avatar) - 10:22

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