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Sonntag, 21. Juni 2026

Playlist #452 vom 28.06.2026 - Neuheiten 2026 (3)

Auf den Mattscheiben und Leinwänden kehrt Altbekanntes zurück. Hier ein Themenpark zur „Drachenzähmen leicht gemacht“-Reihe, dort das Sequel zu „Der Teufel trägt Prada“ und schließlich ein Remake des einst gefloppten Superhelden-Spektakels „Masters of the Universe“. In der heutigen Sendung gibt es neben den Soundtracks zu diesen Filmen auch Serien-Highlights neuer Staffeln von „Euphoria“, „Citadel“ und „Good Omens“ sowie den neuen Serien „Watson“ und „Dutton Ranch“. Freut euch auf Musik von Daniel Pemberton, Hans Zimmer, John Powell, Jeff Russo, John Williams, Volker Bertelmann, Christopher Young und vielen anderen.
In Orlando hat Universal mit „How to Train Your Dragon – Isle of Berk“ einen neuen Themenpark (nach „The Wizarding World of Harry Potter – Ministry of Magic“, „Super Nintendo World“ und „Dark Universe“ mit klassischen Monstern) eröffnet. Zu den Highlights der Ankündigung gehören neben den vielen interaktiven Drachen-Erlebnissen und der „Hiccup’s Wing Gliders“-Achterbahn die orchestrale Musik von John Powell, der bereits die Scores zu den Filmen der „Drachenzähmen leicht gemacht“-Reihe komponierte.
David Oyelowo spielt in Nate Parkers Thriller-Drama „Newborn“ die Titelfigur, die nach sieben Jahren in Einzelhaft versucht, sich ein neues Leben aufzubauen und wieder eine Bindung zu seiner Familie herzustellen – doch er muss feststellen, dass die Freiheit zu einem beängstigenden psychologischen Schlachtfeld geworden ist.
„Musikalisch ist die Welt der Einzelhaft zutiefst psychologisch geprägt und unerbittlich. Sie wirkt einerseits karg und gedämpft, andererseits aber auch weitläufig und intensiv, um die erschütternde Tiefe echter Isolation zu veranschaulichen. Schon früh im Produktionsprozess ließ Regisseur Nate Parker uns Originalaufnahmen aus Einzelhaftzellen hören – etwa das Schlagen von Häftlingen gegen Türen und Fenster. Dies wollten wir in der Filmmusik durch aggressive Metallklänge nachempfinden, die zwar rhythmisch die Konturen des Familienthemas nachzeichnen, dies jedoch in einem Ton der Verzweiflung tun. Während Chris versucht, diese Welt hinter sich zu lassen, unternimmt die Familie einen Ausflug nach Windor Peak – gedreht im stimmungsvollen Vancouver“, erzählt Komponist Anthony Willis. In Stücken wie ‚Looking for Peace‘ und ‚The Perfect Day‘ baut er eine Bindung zu seinem Sohn Jake auf; die Musik spiegelt dabei die Wärme und Intimität des Familienlebens wider – ein Gefühl der Wiederannäherung und des Nachhausekommens. Doch immer wieder wird er durch seine Umgebung und quälende Halluzinationen – etwa in ‚Visions of Prison‘ und ‚Build, Cell, Run‘ – aus der Bahn geworfen und beginnt, alles um sich herum infrage zu stellen.“
Volker Bertelmann hat bereits mit seiner Oscar-prämierten Musik zur Neuverfilmung des Klassikers „Im Westen nichts Neues“ Erfahrungen mit Kriegsfilmen machen können. Nun vertonte er mit „Pressure“ die britisch-französische Filmproduktion des australischen Filmemachers Anthony Maras, die wiederum auf dem gleichnamigen Theaterstück von David Haig basiert, das erstmals im Jahr 2014 uraufgeführt wurde. Der Film spielt in den 72 Stunden vor der geplanten alliierten Invasion in die Normandie, die von einem entscheidenden Element abhängt: das englische Wetter. Der britische Chefmeteorologe James Stagg steht vor der Aufgabe, die wichtigste Wettervorhersage der Geschichte zu liefern, was ihn in eine angespannte Pattsituation mit der gesamten alliierten Führung bringt. Falsche Bedingungen könnten die größte Seeinvasion aller Zeiten zum Scheitern bringen, während jede Verzögerung die Gefahr birgt, dass der deutsche Geheimdienst Wind von der Sache bekommt. Nur seinem vertrauten Adjutanten Captain Kay Summersby kann er sich anvertrauen, und die katastrophale Generalprobe für den D-Day verfolgt ihn, so liegt die endgültige Entscheidung beim Oberbefehlshaber der Alliierten, General Dwight D. Eisenhower…
Deborah Correa hat mit „The War Between“ Western-Drama inszeniert, das 1862 im Arizona-Territorium spielt. In den ersten Monaten des Bürgerkriegs müssen hier zwei feindliche Soldaten zusammenarbeiten, um zu überleben, nachdem sie in der Sonora-Wüste gestrandet sind.

„Schon seit meiner Kindheit liebe ich Geschichten über den Wilden Westen und den Bürgerkrieg. Als Kind schlich ich mich sogar heimlich ins örtliche Kino, um den neuesten John-Wayne-Film zu sehen – ein kleines, aber feines Vergnügen für mich. Dort wurde mir erstmals bewusst, welche Wirkung Filmmusik hat; ich war fasziniert und wollte unbedingt wissen, wie diese Art von Filmmagie entsteht“, erzählt Filmkomponist Dennis Dreith. „Als mich Ron Yungul – Autor und Produzent von ‚The War Between‘ – anfragte, ob ich die Musik für seinen im Arizona-Territorium spielenden Bürgerkriegsfilm komponieren wolle, ergriff ich sofort die Gelegenheit. Die Zusammenarbeit mit Filmemachern, die ihr erstes Projekt realisieren, kann durchaus eine Herausforderung sein, ist aber auch sehr bereichernd, da man ihnen zeigen kann, was Musik für einen Film bewirken kann. In diesem Fall hatten die Filmemacher eine klare Vorstellung von ihrem Projekt, die sich wunderbar mit meiner eigenen Vision deckte. Das Ergebnis dieser Zusammenarbeit war eine Mischung aus Aaron Copland und Earl Klugh, gepaart mit einer Hommage an die klassischen Soundtracks der Westernfilme vergangener Zeiten.“

Einst komponierte Genre-Spezialist Christopher Young die Musik zu großartigen Horror-Werken wie Clive Barkers „Hellraiser“, dessen Fortsetzung „Hellraiser II“, George A. Romeros „The Dark Half“ oder Sam Raimis „The Gift“. Mittlerweile wird der Altmeister nur noch für B-Movie-Produktionen wie dem verpatzten Remake von „Friedhof der Kuscheltiere“, dem Okkult-Horror „The Offering“ oder dem Mystery-Horror „The Piper“ engagiert. In diese Reihe gehört auch „Passenger“. Für die moderne „Jeepers Creepers“-Variante komponierte Young zwei verschiedene Arten von Musik. Während die „Passenger“-Cues gruselige Horror-Klänge präsentieren, bieten die „St. Christopher“-Stücke sakrale Chöre ohne instrumentale Begleitung. 

„Als ich die CD mit der Filmmusik zusammenstellte, beschloss ich, das eigentliche Material aus dem Film als Ausgangspunkt für eine Suite von Ideen zu nutzen, die zu einer eigenen musikalischen Erzählung weiterentwickelt wurden. Angelehnt an den Ablauf eines Gottesdienstes beginnt das Werk mit einem Vorspiel für Streichorchester (anstelle des üblichen Orgelvorspiels). Darauf folgen drei Abschnitte: Im ersten Teil singen ein Knaben- und ein Männerchor einen eigens komponierten Hymnus im Stil traditioneller episkopaler Chormusik; dieser steht für die Figur des Heiligen Christophorus. Es schließt sich eine Prozession von Geistlichen an, die Trommeln und Glocken spielen. Schließlich folgt auf diesen Abschnitt das düstere Material – jene Musik, die „The Passenger“ (den Passagier) repräsentiert. Die beiden verbleibenden Teile der Partitur sind nach demselben Prinzip aufgebaut.“

Damit gelingt Christopher Young einmal mehr das Kunststück, unauffällige Horror-Produktionen mit seiner versierten Musik extrem aufzuwerten.
1987 inszenierte Gary Goddard mit „Masters of the Universe“ mit Dolph Lundgren in der Hauptrolle ein trashiges-Action-Science-Fiction-Abenteuer, das seinen Ursprung in einer Spielzeugreihe aus dem Jahr 1982 hatte und in dem der heroische Krieger He-Man gegen den bösen Lord Skeletor und seine Armeen der Dunkelheit um die Kontrolle über Castle Grayskull kämpfte. Fast vierzig Jahre später versucht sich nun Regisseur Travis Knight („Kubo: Der tapfere Samurai“, „Bumblebee“) an einer Wiederbelebung, bewahrt in seiner Interpretation der Geschichte den skurrilen Ton der 80er-Jahre-Realverfilmung. Der gerade einmal zehn Jahre alte Prinz Adam stürzt mit seinem Raumschiff auf dem Planeten Erde ab und wird dabei von seinem mächtigen magischen Schwert getrennt, das ihn mit seiner Heimat Eternia verbindet. Erst fast zwei Jahrzehnte später findet er die kraftvolle Klinge wieder und wird durch ihre magischen Kräfte durch das All zurück auf seinen mittlerweile ziemlich anders aussehenden Heimatplaneten gewirbelt. Der wurde nämlich während seiner Abwesenheit von Skeletor übernommen und während dieser Schreckensherrschaft regelrecht in Schutt und Asche gelegt. Um Skeletor also besiegen zu können, muss Prinz Adam erst einmal die Geheimnisse seiner eigenen Vergangenheit aufdecken und zu He-Man, dem mächtigsten Mann des Universums, werden. Zum Glück kann er dabei auch auf seine engsten und treuesten Verbündeten zählen: Teela und Duncan aka Man-at-Arms.
Um He-Mans Verwandlung vom durchschnittlichen jungen Mann zu einem allmächtigen Wesen – jemandem, der ein Schwert führt, das sonst niemand handhaben kann – musikalisch zu untermalen, arbeitete Komponist Daniel Pemberton mit dem Queen-Mitbegründer Brian May gemeinsam an dem Titelsong „Electrica“. Dabei handelt es sich um eine dreiminütige Ballade, die einen 100-köpfigen Chor, ein 80-köpfiges Orchester, eine Rockband und zahlreiche Synthesizer vereint.

„Ich wollte, dass sich ein erwachsener Mann wieder wie ein kleiner Junge fühlt und ein kleiner Junge wie ein erwachsener Mann“, sagt Pemberton im Interview mit "Variety". „Ich wollte etwas, das die Wucht und Ernsthaftigkeit eines Hard-Rock-Songs besitzt, gepaart mit der Farbigkeit, dem Camp-Faktor und dem leicht Kitschigen eines eingängigen Euro-Pop-Songs. Die Einflüsse jener Zeit waren stark vom Pop geprägt. Der Song sollte genau diese Stimmung vermitteln: Sobald der Film beginnt, weiß man, dass einen etwas Unterhaltsames erwartet. Das ist das Wichtigste an diesem Film – er macht einfach ungeniert Spaß.“

In Ricardo de Montreuils Drama „Mistura“ gerät das Leben einer Frau aus den Fugen, als sie durch den Verrat ihres Mannes aus der Welt der High Society verstoßen wird. Sie wendet sich Randgruppen zu und begibt sich auf eine Reise der Wandlung; mit einem gewagten kulinarischen Unterfangen stellt sie gesellschaftliche Normen infrage und definiert ihr Leben völlig neu.
„Als Regisseur Ricardo de Montreuil mir erstmals Standbilder vom Set von ,Mistura‘ zeigte, war ich sofort fasziniert. Die Bilder besaßen eine leuchtende, zeitlose Qualität, die an ein Meisterwerk mit Sophia Loren erinnerte – eine Rückkehr zu einer Art von exquisiter Filmkunst, wie ich sie seit Jahrzehnten nicht mehr gesehen hatte. Doch als ich den fertigen Film sah, entfaltete sich eine tiefere, emotional unmittelbarere Geschichte. Wir begleiten Norma, eine Frau aus privilegierten Verhältnissen, der plötzlich ihre Welt genommen wird; sie steht vor dem Nichts und ist von jener Elite-Gesellschaft isoliert, die einst ihr Leben bestimmt hatte. Ihre Reise ist geprägt von radikalem Wandel: Sie öffnet sich für Gemeinschaften, die zuvor keine Rolle für sie spielten, und fordert den Status quo durch ein gewagtes kulinarisches Projekt heraus, das schließlich ihre Seele neu definiert. Die größte Herausforderung bei der Komposition für ,Mistura‘ bestand darin, eine Klangsprache zu finden, die sowohl die äußere Schönheit von Normas Träumen als auch den inneren Kampf um ihr Überleben einfangen konnte“, berichtet Komponist Timothy Williams von der Arbeit an „Mistura“. „Die Musik musste einerseits so kultiviert wirken wie ihre Vergangenheit, andererseits aber auch so ungefiltert und rau wie ihre Gegenwart. Während Normas Themen oft durch elegante Klavier- und Streicherarrangements getragen werden, bildet die Figur des Oscar einen essenziellen Gegenpol. Um seine Welt musikalisch darzustellen, integrierte ich ein lebendiges ‚Street-Flair‘, bei dem der legendäre Alex Acuña am Schlagwerk mitwirkte. Seine rhythmischen Texturen bilden den Herzschlag der lokalen Kultur und fungieren als Katalysator, der Normas Entwicklung vorantreibt. Ganz im Sinne des Filmtitels ist auch die Filmmusik eine ‚Mistura‘ – eine bewusste Mischung. Wir verbanden klassische Strukturen mit traditionellen rhythmischen Wurzeln, um Normas Weg aus den Salons der High Society hinein in das pulsierende Herz der Gemeinschaft widerzuspiegeln.“ 
„Disclosure Day“ stellt die 30. Zusammenarbeit zwischen Regisseur Steven Spielberg und Maestro John Williams dar. Obwohl Williams dem Filmemacher vier andere Komponisten vorschlug, konnte sich Spielberg am Ende durchsetzen und den versierten Komponisten zu einem melodischen, sehr ruhigen Score zu dem Science-Fiction-Film überreden, der zwar etwas an Spielbergs Meisterwerk „Unheimliche Begegnung der dritten Art“ erinnert, sich aber in einem entscheidenden Punkt von „Disclosure Day“ unterscheidet.
„Die Filmmusik zu ,Unheimliche Begegnung der dritten Art‘ hat fast opernhaften Charakter, sie führt den Film an – sie ist dem Film gewissermaßen voraus“, meinte Spielberg in einem Interview. „Bei ,Disclosure Day‘ wollte ich hingegen, dass Johns Musik hinter dem Film steht, ihn gleichsam unterfüttert. Sie sollte den Film tragen, aber nicht zu sehr abheben lassen; sie sollte ihn lenken und stützen, sich aber niemals in den Vordergrund drängen.“

Playlist: 

01. John Powell - Fate of the Hidden World (How to Train Your Dragon - Isle of Berk) - 03:22 
02. Anthony Willis - Solitary Suite (Newborn) - 06:08 
03. Volker Bertelmann - Pressure Ending Credits (Pressure) - 06:22 
04. Dennis Dreith - Reunion and Loss (The War Between) - 03:27 
05. Christopher Young - St. Christopher #1 (Passenger) - 04:25 
06. Hans Zimmer - Rue Romance (Euphoria - Season 3) - 08:47 
07. Nick Cave & Warren Ellis - Shootout (Detective Hole) - 03:41 
08. Dickon Hinchliffe - Remarkable Bright Creatures (Remarkable Bright Creatures) - 03:04 
09. John Williams - Memory... (Disclosure Day) - 04:07 
10. Kris Bowers & Michael Dean Parsons - You Loved Me at My Worst (Spider-Noir) - 03:13 
11. Volker Bertelmann - Singing Together (La Bataille de Gaulle - L’Âge de fer) - 03:30 
12. Brian Tyler & Breton Vivian - Texas Train Station (Dutton Ranch - Season 1) - 03:22 
13. Arturo Cardelùs - Misericordia (Terra Alta) - 02:39 
14. Nick Foster & Sam Thompson - Landing (The Balloonists) - 04:01 
15. Max Aruj - She Needs You (Man on Fire) - 03:41 
16. Daniel Pemberton - Young Adam (Masters of the Universe) - 03:46 
17. Rupert Gregson-Williams - Crawl (Prisoner) - 03:48 
18. Paul Leonard-Morgan - Take Care of the Babies (Watson - Seasons 1 & 2) - 03:04 
19. Timothy Williams - If I Lost You (Mistura) - 04:10 
20. David Arnold - Jesus Is Confused (Good Omens 3) - 03:06 
21. Theodore Shapiro - Timeless (The Devils Wear Prada 2) - 04:03 
22. Siddhartha Khosla - She's Gone (Swapped) - 04:27 
23. Federico Jusid - A Message From Home (Star City) - 03:16 
24. Mike Forst - We Gotta Move (Seven Snipers) - 03:26 
25. Will Bates - Lonely Boy Absolved (Tuner) - 04:04 
26. Austin Wintory - Happy Birthday Little Buddy (SWAPMEAT) - 06:57
27. Randy Newman - Tech Boom (Toy Story 5) - 03:05
28. Jeff Russo - Citadel Redux [Broken] (Citadel - Season 2) - 08:04

Freitag, 15. Mai 2026

Playlist #449 vom 17.05.2026 - MARYSE ALBERTI Special

Hinter der Kamera geben nach wie vor Männer den Ton an. Während sich Frauen im Regiefach zumindest seit Kathryn Bigelows Oscar-Gewinn für „Tödliches Kommando“ allmählich zu etablieren beginnen und mit Jane Campion („Das Piano“, „The Power of the Dog“), Greta Gerwig („Lady Bird, „Barbie“), Chloé Zhao („The Rider“, „Nomadland“) und Sofia Coppola („Lost in Translation“, „The Virgin Suicides“) hervorragende Regisseurinnen hervorgebracht haben, sind prominente Kamerafrauen weitaus seltener zu finden. Neben Charlotte Bruus Christensen („Molly’s Game“, „Life“, „Fences“) und Ellen Kuras („Summer of Sam“, „Blow“, „Be Kind Rewind“) zählt die Französin Maryse Alberti seit ihrer Arbeit für Todd Haynes‘ „Velvet Goldmine“ (1998) zu den bekanntesten und produktivsten Kamerafrauen.

Maryse Alberti wurde am 10. März 1954 in Langon, Frankreich, geboren. Sie reiste im Alter von 19 Jahren 1973 nach New York City, um ein Konzert von Jimi Hendrix zu besuchen; erfuhr aber erst nach ihrer Ankunft von dessen Tod. Anstatt nach Frankreich zurückzukehren, reiste sie drei Jahre lang per Anhalter durch die USA, bevor sie sich schließlich in New York City niederließ, um zunächst als Au-pair zu arbeiten, bevor sie sich dem Filmgeschäft zuwandte, ohne aber eine Filmschule zu besuchen.
Alberti fand ihren ersten Zugang zur Filmbranche als Standfotografin für Pornofilme. Sie hatte bereits auf zahlreichen Filmsets gearbeitet und Kontakte innerhalb der Branche geknüpft, als es ihr 1982 gelang, die Filmemacher des kleinen Punk-Film-noirs „Vortex“ (1982) davon zu überzeugen, sie als Assistentin des Kameramanns einzusetzen. Zu diesem Zeitpunkt verfügte sie noch über keinerlei Kenntnisse der Filmproduktion und wurde daher vom Kameramann des Films, Steven Fierberg, angelernt.
Alberti begann ihre Laufbahn als Kamerafrau bei der Filmproduktionsfirma Apparatus, die von der Kurzfilmregisseurin Christine Vachon geleitet wurde. Der erste abendfüllende Dokumentarfilm, den sie fotografierte, war Stephanie Blacks „H-2 Worker“ (1990). Für diesen Film erhielt sie als Kamerafrau ihre erste Auszeichnung beim Sundance Film Festival. Ihre Karriere festigte sich endgültig, als sie für Todd Haynes’ kontroversen, pseudo-dokumentarischen Spielfilm „Poison“ (1991) engagiert wurde.
Besonders bekannt ist sie für ihre Arbeit an sowohl großen Spielfilmen als auch an kleineren 16-mm-Dokumentarfilmen – wobei eine Aaton-16-mm-Kamera zu ihren bevorzugten Arbeitsgeräten zählt.

„Ich begann meine Laufbahn als Assistent bei Low-Budget-Spielfilmen. Doch die Arbeit als Assistent bei Spielfilmen ist langweilig; alles ist rein technischer Natur, und man kann nicht einfach sagen: ‚Mir gefällt dieses Licht‘ oder ‚Mir gefällt jene Einstellung‘. Deshalb wechselte ich sehr schnell zum Dokumentarfilm. Dort sind die Teams so klein, dass man selbst für die Lichtsetzung verantwortlich sein kann, sich mit dem Regisseur austauschen kann und viel herumkommt. Als ich also selbst zu drehen begann, startete ich im Dokumentarfilmbereich – und nun möchte ich den Schritt hin zum Spielfilm wagen.“
Albertis
erster Film mit großem Budget war Haynes’ „Velvet Goldmine“ (1998), der über ein Budget von 8 Millionen US-Dollar verfügte. Dies war zugleich das erste Mal, dass sie mit einem eigenen Kameramann zusammenarbeitete.
Im Juni 2006 reiste Alberti nach Deutschland, um Teile der Fußball-Weltmeisterschaft zu filmen; diese Aufnahmen dienten als Szenen für Michael Apteds Fußballdokumentation „The Power of the Game“ (2007).
Zu ihren weiteren Arbeiten zählt Darren Aronofskys Wrestling-Drama „The Wrestler“ aus dem Jahr 2008, in dem Mickey Rourke die Hauptrolle spielte. Aronofsky engagierte Alberti aufgrund ihres Hintergrunds im Dokumentarfilm als Kamerafrau. Vor ihrer Arbeit an diesem Film besaß Alberti keinerlei Kenntnisse oder Erfahrungen im Bereich Wrestling; daher studierte sie den Sport, indem sie über einen gewissen Zeitraum hinweg jeden Samstagabend gemeinsam mit Mitgliedern der Filmcrew Wrestling-Kämpfe besuchte. Sie erklärte, dass die unmittelbare Beobachtung des Sports vor Ort äußerst hilfreich gewesen sei, um ein Gefühl für die Welt des Wrestlings zu entwickeln. Gemeinsam entschieden sich die Regie und sie für einen „naturalistischen Look“. Wichtige filmische Elemente, Stilmittel und Techniken – darunter das Bildformat 2,4:1 – wurden gemeinsam von Alberti und dem Regisseur festgelegt; das gewählte Format sollte es ermöglichen, den Wrestling-Ring, die Fans und die gesamte Arena einzufangen – Elemente, die beide als essenziell für die Darstellung des Sports erachteten. Zudem setzte Alberti für die Actionszenen eine Handkamera ein und drehte auf 16-mm-Material, um – wie sie in einem Interview mit dem MovieMaker anmerkte – „einen leicht körnigen, raueren Look zu erzielen“.
Alberti äußerte, dass ihre Stellung als Frau in einem männerdominierten Arbeitsfeld ihrer Karriere und ihrem Erfolg nicht im Wege gestanden habe. In einem Interview mit der Los Angeles Times erwähnte sie, dass Crew-Mitglieder sie zu Beginn ihrer Laufbahn gelegentlich damit aufzogen, eine zierliche Frau zu sein, die eine körperlich anspruchsvolle Arbeit verrichtete. Darauf entgegnete sie stets: „Die kleine Dame trägt nicht die großen Scheinwerfer. Sie zeigt nur darauf – und die großen Kerle tragen die Lichter.“
Zu den größeren Produktionen in den vergangenen zehn Jahren zählte M. Night Shyamalans Horrorfilm „The Visit“ (2015), Peter Solletts Drama „Freeheld“, das Boxer-Drama „Creed“ (alle 2015), die Spielfilme „Verborgene Schönheit“ (2016), „Das Alibi – Spiel der Macht“ (2017), Ron Howards „Hillbilly-Elegie“ (2020) und Denzel Washingtons „A Journal For Jordan“ (2021), die Mini-Serien „The Andy Warhol Diaries“ und „Inventing Anna“ (beide 2022) sowie das Dokudrama „Krieg der Bestatter“ (2023) mit Tommy Lee Jones und Jamie Foxx in den Hauptrollen.
Filmografie:
1984: Femme
1990: The Golden Boat
1991: Poison
1992: Zebrahead
1992: Zwischenfall in Oglala (Incident at Oglala, Dokumentarfilm)
1993: Der flämische Meister (The Dutch Master, Kurzfilm)
1993: Deadfall
1994: Berge versetzen (Moving the Mountain, Dokumentarfilm)
1994: Crumb (Dokumentarfilm)
1996: When We Were Kings (Dokumentarfilm)
1997: Tod einer Stripperin (Stag)
1998: Happiness
1998: Velvet Goldmine
2000: Joe Goulds Geheimnis (Joe Gould's Secret)
2000: Twilight: Los Angeles
2001: Ran an die Braut (Get Over It)
2001: Tape
2002: The Guys
2004: Wir leben nicht mehr hier (We Don’t Live Here Anymore)
2005: Enron: The Smartest Guys in the Room (Dokumentarfilm)
2007: Taxi zur Hölle (Taxi to the Dark Side, Dokumentarfilm)
2008: News Movie (The Onion Movie)
2008: Gonzo: The Life and Work of Dr. Hunter S. Thompson (Dokumentarfilm)
2008: The Wrestler – Ruhm, Liebe, Schmerz (The Wrestler)
2010: Stone
2010: Client 9: The Rise and Fall of Eliot Spitzer (Dokumentarfilm)
2012: Love, Marilyn (Dokumentarfilm)
2012: West of Memphis (Dokumentarfilm)
2013: We Steal Secrets: Die WikiLeaks Geschichte (We Steal Secrets: The Story of WikiLeaks, Dokumentarfilm)
2013: The Eagles – Himmel und Hölle Kaliforniens (History of the Eagles, Dokumentarfilm)
2014: Mr. Dynamite: The Rise of James Brown (Dolumentarfilm)
2015: The Visit
2015: Freeheld – Jede Liebe ist gleich (Freeheld)
2015: Creed – Rocky’s Legacy (Creed)
2016: Verborgene Schönheit (Collateral Beauty)
2017: Das Alibi – Spiel der Macht (Chappaquiddick)
2018: Mein Dinner mit Hervé (My Dinner with Hervé)
2019: The Kitchen – Queens of Crime (The Kitchen)
2020: Hillbilly-Elegie (Hillbilly Elegy)
2021: A Journal for Jordan
2022: The Andy Warhol Diaries (Mini-Serie)
2022: Inventing Anna (Mini-Serie)
2022: Jerry und Marge – Die Lottoprofis (Jerry & Marge Go Large)
2023: Krieg der Bestatter (The Burial)

Playlist:

01. Kris Bowers & Pierre Charles - Who Are You? (Inventing Anna) - 03:18 
02. Carter Burwell - Velvet Spacetime (Velvet Goldmine) - 04:06 
03. Mychael Danna - Follow Me (The Guys) - 04:02 
04. Clint Mansell - The Wrestler Music 1 (The Wrestler) - 04:45 
05. Nick Cave & Warren Ellis - 1994 (West of Memphis) - 05:44 
06. Fall On Your Sword - Washington DC (We Steal Secrets: The Story of WikiLeaks) - 03:07 
07. Garth Stevenson - Drown (Chappaquiddick) - 04:27 
08. Hans Zimmer & David Fleming - Old Wounds (Hillbilly Elegy) - 05:44 
09. Ludwig Göransson - If I Fight, You Fight (Creed) - 04:54 
10. Theodore Shapiro - Whit and Amy/Time Visit #2 (Collateral Beauty) - 03:04 
11. Marcelo Zarvos - Closing (A Journal For Jordan) - 06:08 
12. Michael Abels - Quodlibet - Jesu Joy of Man's Desiring (The Burial) - 03:45 
13. Theodore Shapiro - Boardroom (Collateral Beauty) - 04:53 
14. Fall On Your Sword - First Release (We Steal Secrets: The Story of WikiLeaks) - 03:40 
15. Hans Zimmer & Johnny Marr - Can't Leave Her (Freeheld) - 07:18 
16. Marcelo Zarvos - Love (A Journal For Jordan) - 06:02 
17. Mychael Danna - Are You OK? (The Guys) - 04:04 
18. Theodore Shapiro - Olivia (Collateral Beauty) - 05:43 
19. Kris Bowers & Pierre Charles - Always Beyond Us (Inventing Anna) - 03:29 
20. Nick Cave & Warren Ellis - Scene of the Crime (West of Memphis) - 05:30 
21. Hans Zimmer & David Fleming - Transformation (Hillbilly Elegy) - 04:57 
22. Clint Mansell - The Wrestler Music 2 (The Wrestler) - 03:57 
23. Marcelo Zarvos - Charles' Story (A Journal For Jordan) - 08:07 
24. Garth Stevenson - Senator (Chappaquiddick) - 09:27

Sonntag, 1. März 2026

Playlist #444 vom 08.03.2026 - Neuheiten 2026 (1)

Herzlich willkommen zu meiner ersten Präsentation neuer Soundtracks im noch jungen Jahr 2026! Heute stehen einmal mehr Scores im Mittelpunkt, die zu Produktionen von Streaming-Diensten und -Studios wie Netflix, HBO, Amazon Prime und Hulu entstanden sind. Hier bekommen sowohl Filmemacher als auch Komponisten immer wieder interessante Möglichkeiten geboten, abseits ausgetretener Pfade des modernen Hollywood-Kinos etwas andere Geschichten zu erzählen und diese entsprechend zu vertonen. Mit dabei sind diesmal neben renommierten Veteranen wie Danny Elfman, Thomas Newman, John Debney und Bruce Broughton viele junge Talente wie Anne Nikitin, Nainita Desai, Anthony Willis, Emilie Levienaise-Farrouch und Federico Jusid. 

Der isländische Komponist Atli Örvarsson hat zusammen mit seinen Kollegen Kjartan Holm & Sin Fang die Musik zur sechsteiligen schwedischen Serie „VAKA“ beigesteuert, die von der Ausbreitung einer tödlichen Schlaflosigkeits-Epidemie in der schwedischen Hauptstadt Stockholm handelt.
Zu den Protagonisten zählt ein in Ungnade gefallener Pfarrer, der die Krise bewältigen und sich um seinen Sohn kümmern muss, während eine Krankenschwester alles daransetzt, ihren Liebhaber zu retten.
Basierend auf Julia Quinns gleichnamiger Romanreihe hat sich die US-amerikanische Netflix-Serie „Bridgerton“ zu einem Dauerrenner entwickelt. Mittlerweile ist die überwiegend im Londoner Stadtteil Mayfair im frühen 19. Jahrhundert spielende Serie in der vierten Staffel und im Jahr 1816 angekommen. Nach wie vor sind hier junge Damen und Herren der High Society auf den Bällen auf der Suche nach einer geeigneten Heiratspartie, wobei der Rang der Debütantinnen vom Urteil der britischen Königin und dem Klatsch der geheimnisvollen Lady Whistledown abhängt. Auf einem Maskenball seiner Mutter ist Benedict Bridgerton sofort verzaubert von einer Dame in Silber, die ihm vor Mitternacht entflieht. Während er anschließend lange nach ihr sucht, entbrennt zugleich Leidenschaft für die Magd Sophie Baek, ohne dass er ahnt, dass sie dieselbe Frau ist. Die einfühlsame Musik komponierte wie in den Staffeln zuvor Kris Bowers.
Die National-Geographic-Dokumentation „Von Pol zu Pol mit Will Smith“ folgt dem Rapper, Schauspieler und Filmproduzenten auf einer außergewöhnlichen Expedition über rund 40.000 Kilometer - vom Südpol bis zum Nordpol. In sieben Etappen erkundet er Regionen, die zu den ursprünglichsten und zugleich anspruchsvollsten Lebensräumen unseres Planeten zählen, von den glitzernden Eislandschaften der Antarktis, wo extreme Kälte und weite Stille den Rhythmus vorgeben, über den Amazonas, den Himalaya, abgelegene Pazifikinseln, die Kalahari-Wüste bis zur Arktis. Jede Station hält für Will Smith Erfahrungen bereit, die Anpassung erfordern, aber auch Mut und Offenheit für das Unbekannte. Unterlegt wird die Doku-Serie mit der wuchtigen, aber auch ruhigen Musik von Benjamin Wallfisch und Chris Egan.
Es folgen Cues aus fiktionalen Fernsehserien wie „Stranger Things“, „The Night Manager“, „The Lincoln Lawyer“, „A Thousand Blows“ und „Hijack“.
Nach „Promising Young Woman“ und „Saltburn“ arbeiten Autorenfilmer Emerald Fennell und Komponist Anthony Willis bei „Wuthering Heights“, einer losen Adaption von Emily Brontës vielfach verfilmten Klassiker „Sturmhöhe“ ein drittes Mal zusammen. Margot Robbie und Jacob Elordi spielen die Hauptrollen in diesem erotisch aufgeladenen Drama, das mehr durch seine sinnlichen Reize als seinen Inhalt besticht. Robie verkörpert das von ihrem lebenslustigen, gutmütigen Vater verhätschelte Mädchen Catherine. Sie wächst mit ihrem Steifbruder Heathcliff auf, den Catherines Vater während einer Geschäftsreise in Liverpool von den Straßen auflas und adoptierte, und entwickelt zu ihm eine Seelenverwandtschaft, die auf eine harte Probe gestellt wird, als die Stiefgeschwister erwachsen sind und die Familie finanziell am Ende ist. Als Catherine den wohlhabenden Nachbarn Edgar Linton heiratet, bricht sie Heathcliff das Herz…
Thomas Newman steuerte die feinsinnige Musik zu dem Science-Fiction-Drama „In the Blink of an Eye“ bei. Andrew Stantons Film folgt Menschen in drei miteinander verwobenen Handlungssträngen.
Während in der Frühzeit der Menschheit eine aus ihrer Heimat vertriebene Neandertalerfamilie ums Überleben kämpft, untersucht in der Gegenwart die Anthropologin Claire urzeitliche Überreste und beginnt eine Beziehung mit ihrem Kollegen Greg. Zwei Jahrhunderte später bekämpft Coakley auf einem Raumschiff auf dem Weg zu einem anderen Planeten eine Pflanzenkrankheit.
„Murder in Monaco“ ein Netflix-Dokumentarfilm von Hodges Ursry und untersucht die rätselhaften Umstände des Mordes an dem wohlhabenden Finanzier Edmond Safra im Jahr 1999.
„Die Filmmusik zu ,Mord in Monaco‘ wurde als moderne, kammermusikalische Antwort auf eine komplexe True-Crime-Geschichte konzipiert“, erzählt die Komponistin Nainita Desai über ihre Arbeit an dem Film. „Sie ist in Ted Mahers psychologischer und emotionaler Reise verankert und zeichnet seinen Weg von der plötzlichen Verhaftung über die Haft und Flucht bis hin zur Verurteilung nach. Von Anfang an war die Musik darauf ausgelegt, Ernsthaftigkeit mit Witz und Dynamik in Einklang zu bringen und so nicht nur die Schwere der Ereignisse, sondern auch die Intrige und die dunkle Ironie des Films widerzuspiegeln. Die Musik, die auf einem kantigen, zeitgenössischen Streichquartett basiert, das in den Abbey Road Studios in London aufgenommen wurde, entführt das Publikum in eine Welt des Reichtums, des Glamours und der Widersprüche – einen Raum, in dem Macht, Inszenierung und Privilegien die Grenze zwischen Wahrheit und Theater verwischen. Das Quartett fungiert als Erzähler und Gewissen zugleich und wurde aufgrund seiner Präzision, Intimität und seines Gespürs für psychologische Nuancen ausgewählt. Anstatt als traditionelle dramatische Kulisse zu dienen, wird es zu einem prägnanten Erzählmotor, der agil genug ist, um zwischen Verdacht, Ironie und Spannung zu wechseln. Kurze rhythmische Figuren, Pizzicato-Gesten und unruhige Ostinati treiben die Ermittlungen voran und erzeugen ein Gefühl ständiger Bewegung – ein Katz-und-Maus-Spiel, in dem Gewissheit stets unerreichbar bleibt. Die begrenzte Besetzung des Quartetts spiegelt die beengten Schauplätze und die enge zwischenmenschliche Dynamik des Films wider, während die rhythmische Flexibilität der Musik einen fließenden Übergang zwischen Ermittlung, Anklage und Konsequenz ermöglicht. Die Spannung wird durch subtile harmonische Verschiebungen und sich entwickelnde Klangfarben aufrechterhalten, die durch Anhäufung und Zurückhaltung statt durch offene Zurschaustellung entstehen.“

Playlist:

01. Atli Örvarsson, Kjartan Holm & Sin Fang - It's the Only Way (VAKA) - 03:12 
02. Kris Bowers - A Simple Dance Lesson (Bridgerton - Season Four) - 04:26 
03. Benjamin Wallfisch & Chris Egan - Self Doubt (Pole to Pole With Will Smith) - 03:11 
04. Dan Romer - One Final Spell (Stranger Things - The Orchestral Cues) - 04:58 
05. Federico Jusid - Sophie's Methods (A Thousand Blows - Season 2) - 02:58 
06. Federico Jusid - Zero Balance (The Night Manager - Season 2) - 03:40 
07. Kevon Cronin - The Only Way to End It (Hostile Takeover) - 03:05 
08. Nathan Barr - Ciara Meets Jane (56 Days) - 03:25 
09. David Buckley - The Last Ascent (Greenland 2) - 07:07 
10. David Buckley - Exhibit A (Unknown) (The Lincoln Lawyer) - 03:01 
11. Ramin Djawadi - Clean Your Name (Mercy) - 03:58 
12. Danny Elfman - Linda at Home (Send Help) - 02:00 
13. Anthony Willis - Wuthering Heights Suite (Wuthering Heights) - 04:28 
14. Emilie Levienaise-Farrouch - Mabel Suite (H Is For Hawk) - 05:03 
15. Thomas Newman - Golden Acorn (In the Blink of an Eye) - 07:25 
16. Eric Neveux - Le temps immobile (L'Affaire Laura Stern) - 03:22 
17. Garrett Crosby - Confrontation (A Room Called Home) - 06:09 
18. Oscar Fogelström - Slut pa Grannfejden (Grannfejden) - 05:42 
19. Anne Nikitin - Nature Boy (Pangolin - Kulu's Journey) - 03:27 
20. Anne Nikitin - Overestimated Me (Agatha Christie's Seven Seals) - 02:29 
21. Anne Nikitin - Sam Nelson's Theme (Hijack - Seasons 1 & 2) - 03:06 
22. Nainita Desai - On the Balance of Probability (Murder in Monaco) - 02:44 
23. Bear McCreary - The Grand Cistern (God of War - Sons of Sparta) - 03:50 
24. Geoff Zanelli - Who's Ready to Save the Future (Good Luck, Have Fun, Don't Die) - 03:21 
25. Mac Quayle - Clues On the Phone (His & Hers) - 04:27 
26. Philippe Rombi - L'attaque du train (Les Enfants de la Résistance) - 04:05 
27. John Debney & Bruce Broughton - Death of Eliza (The Gray House) - 03:34 
28. Hildur Guðnadóttir - The Bone Temple (28 Years Later - The Bone Temple) - 06:23
29. Sean Murray - End Titles (Thieves Highway) - 07:04

Dienstag, 1. Juli 2025

Playlist #427 vom 13.07.2025 - JAMIE LEE CURTIS Special

Dass Jamie Lee Curtis 2015 in der Serie „Scream Queens“ mitgewirkt hat, ist natürlich ihrem ikonischen Leinwanddebüt als Laurie Strode in John Carpenters Slasher-Klassiker „Halloween“ zu verdanken. Seitdem ist die Tochter der Hollywood-Stars Tony Curtis und Janet Leigh zum Glück nicht wie viele ihrer Kolleginnen auf das Horror-Genre festgelegt gewesen, auch wenn sie in vielen Sequels und Reboots der „Halloween“-Reihe zu sehen war. Stattdessen überzeugte sie in Komödien wie „Die Glücksritter“ und „Ein Fisch namens Wanda“ als auch Krimi- und Action-Komödien wie „True Lies“ und „Knives Out – Mord ist Familiensache“. In der heutigen Sendung gibt es neben der Musik von John Carpenter zu den „Halloween“-Filmen und „The Fog“ auch Jerry Goldsmith, Elmer Bernstein, Trevor Jones, Brad Fiedel, Cliff Eidelman und James Newton Howard zu hören.
Jamie Lee Curtis wurde am 22. November 1958 in Los Angeles als Tochter von Tony Curtis und Janet Leigh geboren, die sich allerdings 1962 scheiden ließen. Wie sie später bekanntgab, sei Tony Curtis nicht daran interessiert gewesen, die Vaterrolle auszufüllen.
Nach seinem Tod erfuhr sie, dass sie und ihre Geschwister in seinem Testament nicht berücksichtigt worden waren. Ihre Mutter heiratete den Börsenmakler Robert Brandt, der sie großzog. Curtis besuchte die Eliteschule Harvard-Westlake und die Beverly Hills High School in Los Angeles und machte 1976 ihren Abschluss an der Choate Rosemary Hall in Wallingford, Connecticut. 1976 kehrte sie nach Kalifornien zurück und studierte Jura an der Alma Mater ihrer Mutter – der University of the Pacific in Stockton, Kalifornien, brach das Studium jedoch nach einem Semester ab, um eine Schauspielkarriere zu verfolgen. Ihren ersten Fernsehauftritt hatte sie in der Folge „Todessymphonie“ der Fernsehserie „Columbo“ als Kellnerin, bevor sie 1977 in 23 Folgen der Fernsehserie „Unternehmen Petticoat“ als Lt. Barbara Duran zu sehen war. 
Ihre erste Filmrolle hatte sie im ersten Teil der „Halloween“-Reihe von John Carpenter; dort spielte sie die Hauptrolle der Laurie Strode und wurde anschließend als Scream-Queen weltberühmt, denn auch in den frühen 1980er Jahren war sie immer wieder als verfolgte Heldin zu sehen, die schrille Schreckensschreie ausstößt, so in dem kanadischen Horrorfilm „Prom Night – Die Nacht des Schlächters“ und dem 1979 entstandenen „Monster im Nachtexpress“, dem Regiedebüt von Roger Spottiswoode.
1980 spielte sie in John Carpenters „The Fog“ abermals eine Hauptrolle, bevor sie ein Jahr später neben Stacy Keach in „Truck Driver“ von Regisseur Richard Franklin besetzt wurde. Für die Fortsetzung von „Halloween“ schrieben Debra Hill und John Carpenter zwar wiederum das Drehbuch, die Regie übernahm allerdings Rick Rosenthal.
Erst 1983 gelang es Curtis, sich vom Image der „Scream-Queen“ zu lösen und sich als Komödiantin und Charakterdarstellerin zu etablieren. In der Komödie „Die Glücksritter“ sah man sie als die Prostituierte Ophelia. Für ihre Nebenrolle erhielt sie den British Academy Film Award (BAFTA Award) als beste Nebendarstellerin. Bis Mitte der 1990er-Jahre war sie in zahlreichen Kinohits zu sehen, sie zählte zu den erfolgreichsten weiblichen Hollywoodstars dieser Zeit. In den 1980er-Jahren erhielt sie zeitweilig den Beinamen „The Body“.
1985 spielte sie an der Seite von John Travolta in dem Filmdrama „Perfect“ eine Aerobiclehrerin. Neben Ray Liotta (als Eugene Luciano) und Tom Hulce (als Dominick Luciano) sah man Curtis in dem Film „Dominick & Eugene“. 1988 war sie in der Komödie „Ein Fisch namens Wanda“ neben John Cleese und Kevin Kline in der titelgebenden Rolle der Juwelendiebin Wanda zu sehen, die den Männern den Kopf verdreht und sie trickreich für ihre Zwecke manipuliert. Der Film avancierte zu einem weltweiten Hit und zu einem Klassiker der Filmkomödie. Für ihre schauspielerische Leistung war Curtis bei den Globes und den BAFTA Awards jeweils als beste Hauptdarstellerin nominiert. 
Curtis wirkte in „My Girl“ und der Fortsetzung „My Girl 2“ ebenso mit wie in Kathryn Bigelows Thriller „Blue Steel“ (1990), dem 1991 erschienenen Film „Geboren in Queens“ und Steven Miners Drama „Forever Young“ (1992).
Als Rechtsanwaltsfachangestellte und Ehefrau des Agenten Harry Tasker (gespielt von Arnold Schwarzenegger) wirkte sie in James Camerons „True Lies – Wahre Lügen“ (1994) mit. Für diese Nebenrolle in der Actionkomödie erhielt sie eine Nominierung bei den Screen Actors Guild Awards und wurde mit einem Golden Globe, einem Saturn- und einem American Comedy Award ausgezeichnet.
Mit John Cleese und Kevin Kline stand sie 1996 ein weiteres Mal vor der Kamera, als Willa Weston in dem Film „Wilde Kreaturen“, der zahlreiche Anspielungen auf „Ein Fisch namens Wanda“ enthält, aber nicht an den Erfolg des Vorgängerfilms anknüpfen konnte. Zwanzig Jahre nach ihrem Durchbruch verkörperte sie ein weiteres Mal Laurie Strode in „Halloween H20“, die mittlerweile als Schuldirektorin und Mutter von John Strode (Josh Hartnett) unter neuem Namen in Kalifornien lebt. Im selben Jahr folgten die Filme „Virus – Schiff ohne Wiederkehr“ und „Homegrown“ von Stephen Gyllenhaal.
In der Krimikomödie „Der Fall Mona“ spielte sie neben Danny DeVito, Casey Affleck, Bette Midler und Neve Campbell. 2001 verkörperte Curtis Louisa Pendel, die Ehefrau des Schneiders Harold Pendel (Geoffrey Rush) und Mutter von Mark (Daniel Radcliffe), die sich mit dem britischen Spion Andrew Osnard (Pierce Brosnan) in John BoormansDer Schneider von Panama“ anfreunden.
2002 verkörperte sie erneut die Rolle der Laurie Strode in der „Halloween“-Fortsetzung „Halloween: Resurrection“, in der sie am Beginn von ihrem immer noch lebenden Bruder Michael Myers vom Dach eines Sanatoriums geworfen wird und dabei ums Leben kommt.
Mit Lindsay Lohan erhielt sie eine Hauptrolle als Tess Coleman in der Filmkomödie „Freaky Friday“ von Regisseur Mark Waters. Dafür war sie bei den Saturn Awards, den Golden Globe Awards und den Satellite Awards erneut als beste Hauptdarstellerin nominiert.
Es folgten die Komödien „Verrückte Weihnachten“ (2004), „The Kid & I“ (2005), „Beverly Hills Chihuahua“ (2008) und „Du schon wieder“ (2010), ehe sich Curtis vermehrt Fernsehproduktionen zuwandte. So war sie in „New Girl“ als Mutter von Zooey Deschanel und in den Serien „Navy CIS“ und „Scream Queens“ zu sehen.
Ab 2018 war sie in der nun von David Gordon Green inszenierten Neuverfilmung der „Halloween“-Reihe erneut in der Rolle der Laurie Strode zu sehen, auch in den Fortsetzungen „Halloween Kills“ (2021) und „Halloween Ends“ (2022). Ihr Auftritt als exzentrische Steuerfahnderin Deirdre Beaubeirdre in dem gefeierten Fantasy-Abenteuerfilm „Everything Everywhere All at Once“ (2022) brachte ihr im Jahr 2023 einen Oscar und eine Nominierung für den Golden Globe Award ein.
Neben ihrer Arbeit als Schauspielerin ist Curtis seit 1993 auch als Autorin von Kinderbüchern erfolgreich. Sie und ihr Mann haben zwei Kinder adoptiert. Eines der Kinder hat sich 2020 als transgender geoutet und trägt nunmehr den Namen Ruby Guest. Nach dem Gewinn des Oscars 2023 gab Curtis bekannt, ihre Trophäe mit den im Englischen geschlechtsneutralen Pronomen „they/them“ zu bezeichnen. Sie verstehe dieses Zeichen als Unterstützung für Ruby.
Zuletzt war Jamie Lee Curtis in Eli Roths Dark-Action-Fantasy-Komödie „Borderlands“, in Gia Coppolas Drama „The Last Showgirl“ (2024) und in dem neuen Star-Trek-Film „Star Trek: Sektion 31“ sehen.
 

Filmografie:

1977: Quincy (Quincy, M. E., Fernsehserie, Folge 2x04: Willkommen im Paradies)
1977: Columbo: Todessymphonie (The Bye-Bye Sky High IQ Murder Case, Fernsehreihe)
1977: Unternehmen Petticoat (Operation Petticoat – Life in the Pink, Fernsehserie, 23 Folgen)
1978: Drei Engel für Charlie (Charlie’s Angels, Fernsehserie, Folge 3x06: Nur Verlierer müssen gewinnen)
1978: Halloween – Die Nacht des Grauens (Halloween)
1979: Buck Rogers (Fernsehserie, Episode 9 Ein tödliches Wagnis, Orig.: Unchained Woman)
1980: Monster im Nachtexpreß (Terror Train)
1980: Prom Night – Die Nacht des Schlächters (Prom Night)
1980: The Fog – Nebel des Grauens (John Carpenter’s The Fog)
1981: Truck Driver (Roadgames)
1981: Halloween II – Das Grauen kehrt zurück (Halloween II)
1983: Die Glücksritter (Trading Places)
1983: Hörig (Love Letters)
1984: Speedway Trio (Grandview, U.S.A)
1985: Perfect
1987: Schweigende Stimmen (Amazing Grace and Chuck)
1987: A Man in Love (Un homme amoureux)
1988: Dominick & Eugene (Dominick and Eugene)
1988: Ein Fisch namens Wanda (A Fish Called Wanda)
1989–1992: Alles außer Liebe (Anything but Love, Fernsehserie, 56 Folgen)
1990: Blue Steel
1991: My Girl – Meine erste Liebe (My Girl)
1991: Geboren in Queens (Queens Logic)
1992: Forever Young
1993: My Girl 2 – Meine große Liebe (My Girl II)
1994: Tödliche Absichten (Mother’s Boys)
1994: True Lies – Wahre Lügen (True Lies)
1996: Hausarrest (House Arrest)
1996: Verlorene Träume (The Heidi Chronicles, Fernsehfilm)
1996: Wilde Kreaturen (Fierce Creatures)
1997: Nicholas – Ein Kinderherz lebt weiter (Nicholas’ Gift, Fernsehfilm)
1998: Homegrown
1998: Halloween H20 (Halloween H20: Twenty Years Later)
1999: Virus – Schiff ohne Wiederkehr (Virus)
2000: Der Fall Mona (Drowning Mona)
2000: Schweine nebenan (Pigs Next Door, Fernsehserie, Folge 1x01, Stimme)
2001: Der Schneider von Panama (The Tailor of Panama)
2001: Daddy and them – Durchgeknallt in Arkansas (Daddy and Them)
2002: Halloween: Resurrection
2003: Freaky Friday – Ein voll verrückter Freitag (Freaky Friday)
2004: Verrückte Weihnachten (Christmas with the Kranks)
2005: The Kid & I
2008: Beverly Hills Chihuahua
2010: Du schon wieder (You Again)
2012: Navy CIS (NCIS, Fernsehserie, 5 Folgen)
2012: 8 (8, the Play)
2012–2018: New Girl (Fernsehserie, 6 Folgen)
2014: Veronica Mars
2014: Only Human (Fernsehfilm)
2015: Spare Parts
2015–2016: Scream Queens (Fernsehserie, 23 Folgen)
2018: Halloween
2018: The Pages 
2019: Knives Out – Mord ist Familiensache (Knives Out)
2020: Archer (Fernsehserie, 2 Folgen)
2021: Halloween Kills
2022: Everything Everywhere All at Once
2022: Halloween Ends
2023: Geistervilla (Haunted Mansion)
2023: The Bear: King of the Kitchen (Fernsehserie, 6 Folgen)
2024: Borderlands
2024: The Last Showgirl
2024: The Sticky (Fernsehserie, 2 Folgen)
2025: Star Trek: Sektion 31

Playlist:

01. John Carpenter - End Credits (Halloween) - 03:33 
02. John Carpenter - Theme From The Fog (The Fog) - 05:07 
03. Trevor Jones - Nick Runs To Hospital (Dominick & Eugene) - 04:18 
04. Jerry Goldsmith - End Credits (Fierce Creatures) - 03:35 
05. Elmer Bernstein - Your Breakfast Sir / Good Morning / Dukes (Trading Places) - 03:42 
06. Cliff Eidelman - Orchestral Suite (My Girl 2) - 06:39 
07. James Newton Howard - Theme From My Girl (My Girl) - 03:35 
08. Jerry Goldsmith - Love Theme From Forever Young (Forever Young) - 04:06 
09. Elmer Bernstein - Home Town (Amazing Grace and Chuck) - 05:25 
10. Georges Delerue - Epilogue (Un homme amoureux) - 04:36 
11. John Du Prez - Love Theme (A Fish Called Wanda) - 03:18 
12. Rolfe Kent - Suite (Freaky Friday) - 03:51 
13. Joel McNeely - Another Ship (Virus) - 04:17 
14. Brad Fiedel - End Credits Theme (Blue Steel) - 03:35 
15. Brad Fiedel - Main Title / Harry Makes His Entrance (True Lies) - 02:41 
16. John Carpenter, Cody Carpenter & Daniel Davies - The Procession (Halloween Ends) - 03:03 
17. Steve Jablonsky - Lilith Remembers (Borderlands) - 03:22 
18. Kris Bowers - I'll Talk to Him (Haunted Mansion) - 02:51 
19. Shaun Davey - The Ambassador, the Chase and the Helicopters (The Tailor of Panama) - 07:16 
20. John Ottman - Main Title (Halloween: Twenty Years Later) - 03:18 
21. Jerry Goldsmith - Reunited (Forever Young) - 07:44 
22. Trevor Jones - Departure (Dominick & Eugene) - 04:00 
23. Elmer Bernstein - Chuck and Dad (Amazing Grace and Chuck) - 04:17 
24. Nathan Johnson - The Game's Afoot (Knives Out) - 03:59 
25. Jeff Russo - Philippa Returns (Star Trek: Section 31) - 03:16 
26. Son Lux - Evelyn Everywhere (Everything Everywhere All at Once) - 03:28 
27. John Du Prez - Suite (A Fish Called Wanda) - 15:10

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