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Donnerstag, 1. Oktober 2026

Playlist #459 vom 04.10.2026 - RACHEL McADAMS Special

Die kanadische Schauspielerin Rachel McAdams zählt mit ihren Hauptrollen in Komödien und Dramen wie „Wie ein einziger Tag“, „Die Hochzeits-Crasher“, „Die Frau des Zeitreisenden“, „To The Wonder“ und „Southpaw“ sowie ihrer Arbeit für Fernsehen und Theater zu den beliebtesten Darstellerinnen in Hollywood. Zu ihren Auszeichnungen zählen Nominierungen für einen Academy Award, einen British Academy Film Award und einen Tony Award. Im Jahr 2026 wurde sie mit einem Stern auf dem Hollywood Walk of Fame geehrt. Grund genug, die Höhepunkte aus den Soundtracks zu ihren Filmen zu präsentieren, darunter Musik von Hans Zimmer, Aaron Zigman, James Horner, Marco Beltrami, Hanan Townshend, Howard Shore und Pino Donaggio.
Rachel Anne McAdams wurde am 17. November 1978 in London, Ontario, als Tochter einer Krankenschwester und eines Lastwagenfahrers geboren. Sie wuchs in einem protestantischen Elternhaus in St. Thomas auf.
McAdams begann im Alter von vier Jahren mit dem Eiskunstlauf, lehnte jedoch mit neun Jahren das Angebot ab, für ein Training im Paarlauf nach Toronto zu ziehen. Sie betrieb den Sport bis zu ihrem 18. Lebensjahr wettkampfmäßig und gewann dabei regionale Auszeichnungen. Sie äußerte, dass das Eiskunstlaufen sie auf die Schauspielerei vorbereitet habe, da sie dabei gelernt habe, ein gutes Körpergefühl zu entwickeln.
McAdams besuchte die Myrtle Street Public School und das Central Elgin Collegiate Institute. Während der Sommerferien arbeitete sie drei Jahre lang in einer McDonald’s-Filiale.
Schon im Alter von sieben Jahren entwickelte sie ein Interesse an der Schauspielerei; ihre Eltern unterstützten sie zwar darin, suchten ihr jedoch nicht aktiv einen Agenten. Als Kind besuchte sie Sommercamps zu den Themen Disney und William Shakespeare. Ab ihrem zwölften Lebensjahr wirkte sie an Produktionen der „Original Kids Theatre Company“ in London mit und führte als Jugendliche Regie bei Kindertheaterstücken. Sie wirkte zudem an Theateraufführungen ihrer Schule mit und gewann beim Sears Ontario Drama Festival eine Auszeichnung für ihre schauspielerische Leistung. Ursprünglich wollte sie an der University of Western Ontario Kulturwissenschaften studieren, ließ sich jedoch von ihrem Theaterlehrer davon überzeugen, dass eine professionelle Schauspielkarriere eine realistische Option darstellte.
Sie begann ein vierjähriges Theaterstudium an der York University und schloss dieses 2001 mit einem Bachelor of Fine Arts (mit Auszeichnung) ab. Während ihrer Studienzeit arbeitete sie mit der in Toronto ansässigen Necessary Angel Theatre Company zusammen.
Im Jahr 2001 gab McAdams ihr Fernsehdebüt in dem MTV-Piloten „Shotgun Love Dolls“ in der Rolle der Beth Swanson; die Dreharbeiten fanden während der Semesterferien an der York University statt. Ebenfalls in diesem Jahr debütierte sie im kanadischen Film mit der Komödie „My Name Is Tanino“. Die italienisch-kanadische Koproduktion wurde auf Sizilien gedreht, als McAdams 22 Jahre alt war; für sie war es zudem das erste Mal, dass sie in einem Flugzeug saß. Später erhielt McAdams in Kanada eine Nominierung für den Genie Award für ihre Rolle in dem Drama „Perfect Pie“.
2002 gab sie an der Seite von Rob Schneider und Anna Faris ihr Hollywood-Debüt in der Komödie „The Hot Chick“ – ein Film, den McAdams als „großen Meilenstein“ ihrer Karriere bezeichnete. Sie spielte eine zickige Highschool-Schülerin, die ihren Körper mit der von Schneider verkörperten Figur – einem Kleinkriminellen – tauscht. Anschließend kehrte McAdams nach Kanada zurück, um die Rolle der Kate McNab in „Slings and Arrows“ zu übernehmen – einer Comedy-Miniserie über das Theaterleben hinter den Kulissen des fiktiven „New Burbage Shakespearean Festival“. Nach ihrem Erfolg in den Vereinigten Staaten wurde ihre Figur aus der zweiten Staffel der Serie herausgeschrieben. Für ihre Arbeit an der Serie erhielt sie zwei Nominierungen für den Gemini Award, von denen sie eine gewann.
Der Durchbruch gelang McAdams im Jahr 2004 mit der Komödie „Mean Girls – Girls Club“, in der sie an der Seite von Lindsay Lohan, Lacey Chabert und Amanda Seyfried spielte. McAdams war 24 Jahre alt, als sie für die Rolle der arroganten Highschool-Anführerin Regina George besetzt wurde; bei der Darstellung ihrer Figur orientierte sie sich an Alec Baldwins schauspielerischer Leistung in dem Drama „Glengarry Glen Ross“ (1992).
Der Film spielte weltweit 129 Millionen US-Dollar ein und brachte McAdams zwei MTV Movie Awards ein. 
Ebenfalls im Jahr 2004 spielte McAdams an der Seite ihres kanadischen Kollegen Ryan Gosling in dem romantischen Drama „Wie ein einziger Tag“, das auf dem gleichnamigen Roman von Nicholas Sparks basiert. Vor Drehbeginn verbrachte McAdams einige Zeit in Charleston, South Carolina, um sich mit dem Südstaaten-Akzent vertraut zu machen, und nahm Ballett- sowie Etikette-Unterricht. McAdams gewann einen MTV Movie Award und vier Teen Choice Awards.
Im Jahr 2005 spielte McAdams an der Seite von Owen Wilson, Vince Vaughn und Bradley Cooper in der romantischen Komödie „Die Hochzeits-Crasher“. Sie verkörperte die Tochter eines einflussreichen Politikers, die in ein Liebesdreieck mit den von Wilson und Cooper gespielten Figuren gerät. Zur Vorbereitung auf emotionale Szenen hörte sich McAdams wiederholt den Song „Landslide“ von Fleetwood Mac aus dem Jahr 1975 an. Für eine Bootssequenz absolvierte sie ein Segeltraining, da ihre Figur als versierte Seglerin dargestellt wurde.
Anschließend spielte McAdams an der Seite von Cillian Murphy in Wes Cravens Psychothriller „Red Eye“ die Hauptrolle; sie verkörperte eine junge Hotelmanagerin, die während eines Nachtflugs von Murphys Figur als Geisel genommen wird. Ende 2005 stand McAdams gemeinsam mit Sarah Jessica Parker und Diane Keaton in der weihnachtlichen Familien-Dramödie „The Family Stone – Verloben verboten!“ vor der Kamera, die McAdams die Gelegenheit bot, eine zerzauste und sarkastische Schwester zu spielen, anstatt der üblichen Rollen als „offensichtliche“ Freundin oder Ehefrau.
Von 2006 bis 2007 legte McAdams eine Pause von ihrer Filmkarriere ein. In dieser Zeit lehnte sie Rollen in den Filmen „Der Teufel trägt Prada“ (2006), „Casino Royale“ (2006), „Mission: Impossible III“ (2006), „Iron Man“ (2008) und „Get Smart“ (2008) ab.
Im Jahr 2008 kehrte McAdams zu ihrer Filmkarriere zurück. Sie spielte an der Seite von Pierce Brosnan und Chris Cooper in dem im Stil des Film noir gehaltenen Drama „Married Life“ (angesiedelt in den 1940er Jahren) die Rolle der Kay Nesbitt, einer jungen Witwe, die das Herz der beiden älteren Männer erobert.
Anschließend war McAdams an der Seite von Tim Robbins und Michael Peña in der Roadmovie-Dramödie „The Lucky Ones“zu sehen; der Film erzählt die Geschichte dreier Soldaten aus dem Irakkrieg, die nach ihrer Rückkehr in die USA eine kurze Reise quer durchs Land unternehmen.
Im Jahr 2009 spielte McAdams an der Seite von Russell Crowe, Helen Mirren und Ben Affleck in dem Politthriller „State of Play – Stand der Dinge“, der auf der gleichnamigen BBC-Fernsehserie basiert. McAdams verkörperte Della Frye, eine Online-Reporterin, die gemeinsam mit Crowes Figur – einem erfahrenen Printjournalisten – einer möglichen Verschwörung nachgeht.
Ebenfalls 2009 spielte McAdams an der Seite von Eric Bana in dem romantischen Science-Fiction-Drama „Die Frau des Zeitreisenden“, das auf dem gleichnamigen Bestsellerroman von Audrey Niffenegger basiert.
Kurz darauf war sie als Irene Adler in der Neuverfilmung der Romanreihe des „Sherlock Holmes“ und 2012 in der Fortsetzung „Sherlock Holmes: Spiel im Schatten“ zu sehen. 2012 folgten Spielfilmarbeiten mit Terrence Malick und Brian De Palma. In Malicks Drama „To the Wonder“ ist sie als Geliebte von Ben Affleck zu sehen, während sie in De Palmas Thriller „Passion“ (eine Neuverfilmung von Alain Corneaus „Liebe und Intrigen“ aus dem Jahr 2010) an der Seite von Noomi Rapace agiert. Beide Filme erhielten Einladungen in den Wettbewerb der 69. Internationalen Filmfestspiele von Venedig. 2015 war sie in einer Hauptrolle in der zweiten Staffel der HBO-Serie „True Detective“ neben Colin Farrell, Vince Vaughn und Taylor Kitsch zu sehen. 2015 übernahm sie eine größere Rolle in dem Film „Spotlight“, wofür sie eine Nominierung als Beste Nebendarstellerin bei der Oscarverleihung 2016 erhielt, sowie in dem Boxerdrama „Southpaw“ und in Wim Wenders‘ Drama „Every Thing Will Be Fine“. Zuletzt war sie in Sam Raimis Survival-Horror-Thriller „Send Help“ zu sehen.
 
Filmografie:
2000–2001: The Famous Jett Jackson (Fernsehserie, 2 Folgen)
2001: Shotgun Love Dolls
2002: My Name is Tanino
2002: Mission Erde – Sie sind unter uns (Earth: Final Conflict, Fernsehserie)
2002: Perfect Pie
2002: Guilt by Association (Coupable par Amour)
2002: Hot Chick – Verrückte Hühner (The Hot Chick)
2003–2005: Slings and Arrows (Fernsehserie, 7 Folgen)
2004: Girls Club – Vorsicht bissig! (Mean Girls)
2004: Wie ein einziger Tag (The Notebook)
2005: Die Hochzeits-Crasher (Wedding Crashers)
2005: Red Eye
2005: Die Familie Stone – Verloben verboten! (The Family Stone)
2007: Married Life
2008: The Lucky Ones
2009: State of Play – Stand der Dinge (State of Play)
2009: Die Frau des Zeitreisenden (The Time Traveler’s Wife)
2009: Sherlock Holmes
2010: Morning Glory
2011: Midnight in Paris
2011: Sherlock Holmes: Spiel im Schatten (Sherlock Holmes: A Game of Shadows)
2012: Für immer Liebe (The Vow)
2012: To the Wonder
2012: Passion
2013: Alles eine Frage der Zeit (About Time)
2014: A Most Wanted Man
2015: Every Thing Will Be Fine
2015: Aloha – Die Chance auf Glück (Aloha)
2015: True Detective (Fernsehserie, 5 Folgen)
2015: Southpaw
2015: Spotlight
2015: Der kleine Prinz (The Little Prince)
2016: Doctor Strange
2017: Ungehorsam (Disobedience)
2018: Game Night
2020: Eurovision Song Contest: The Story of Fire Saga
2021: What If…? (Fernsehserie, Folge 1x04, Stimme)
2022: Doctor Strange in the Multiverse of Madness
2023: Are You There God? It’s Me, Margaret.
2023: Dave (Fernsehserie, 3 Folgen)
2026: Send Help 

Playlist: 

01. Danny Elfman - End Credits (Send Help) - 03:04 
02. Rolfe Kent - Regina's Revenge (Mean Girls) - 03:14 
03. Rolfe Kent - Claire, a Beach and John (Wedding Crashers) - 03:21 
04. Matthew Herbert - Goodbye (Disobedience) - 06:18 
05. Michael Giacchino - It's Snowing (The Family Stone) - 05:10 
06. Aaron Zigman - End Title (The Notebook) - 05:07 
07. Marco Beltrami - Arriving at the Airport (Red Eye) - 04:11 
08. Dickon Hinchliffe - He Decided to Kill Her/Photoshop (Married Life) - 03:07 
09. Rolfe Kent - Driving Across the Prairie (The Lucky Ones) - 01:58 
10. Alex Heffes - Cal Connects the Evidence (State of Play) - 04:34 
11. Mychael Danna - Meadow (The Time Traveler's Wife) - 03:19 
12. Rachel Portman & Michael Brook - A Good Life Again (The Vow) - 02:58 
13. Hanan Townshend - Marina's Theme - Overture (To the Wonder) - 06:28 
14. Pino Donaggio - Journey Through a Nightmare (Passion) - 07:46 
15. Herbert Grönemeyer - They're Closing In (A Most Wanted Man) - 03:14 
16. James Horner - The Funeral, Alone… (Southpaw) - 05:16 
17. Michael Giacchino - Ancient History (Doctor Strange) - 04:00 
18. Howard Shore - Delivering the News (Spotlight) - 03:40 
19. Matthew Herbert - For Love (Disobedience) - 04:14 
20. Rachel Portman & Michael Brook - Remember (The Vow) - 02:30 
21. Cliff Martinez - I Cheat at Everything (Game Night) - 03:19 
22. Alex Heffes - Research (State of Play) - 04:36 
23. Hans Zimmer - Catatonictes - End Titles (Sherlock Holmes) - 03:28 
24. James Horner - A Cry For Help (Southpaw) - 04:16 
25. Hans Zimmer - Score Suite (Are You There God? It's Me, Margaret.) - 05:38 
26. Hanan Townshend - Sweet Prospect (To the Wonder) - 05:17 
27. Michael Giacchino - The Family Stone Suite (The Family Stone) - 09:06

Freitag, 15. Mai 2026

Playlist #449 vom 17.05.2026 - MARYSE ALBERTI Special

Hinter der Kamera geben nach wie vor Männer den Ton an. Während sich Frauen im Regiefach zumindest seit Kathryn Bigelows Oscar-Gewinn für „Tödliches Kommando“ allmählich zu etablieren beginnen und mit Jane Campion („Das Piano“, „The Power of the Dog“), Greta Gerwig („Lady Bird, „Barbie“), Chloé Zhao („The Rider“, „Nomadland“) und Sofia Coppola („Lost in Translation“, „The Virgin Suicides“) hervorragende Regisseurinnen hervorgebracht haben, sind prominente Kamerafrauen weitaus seltener zu finden. Neben Charlotte Bruus Christensen („Molly’s Game“, „Life“, „Fences“) und Ellen Kuras („Summer of Sam“, „Blow“, „Be Kind Rewind“) zählt die Französin Maryse Alberti seit ihrer Arbeit für Todd Haynes‘ „Velvet Goldmine“ (1998) zu den bekanntesten und produktivsten Kamerafrauen.

Maryse Alberti wurde am 10. März 1954 in Langon, Frankreich, geboren. Sie reiste im Alter von 19 Jahren 1973 nach New York City, um ein Konzert von Jimi Hendrix zu besuchen; erfuhr aber erst nach ihrer Ankunft von dessen Tod. Anstatt nach Frankreich zurückzukehren, reiste sie drei Jahre lang per Anhalter durch die USA, bevor sie sich schließlich in New York City niederließ, um zunächst als Au-pair zu arbeiten, bevor sie sich dem Filmgeschäft zuwandte, ohne aber eine Filmschule zu besuchen.
Alberti fand ihren ersten Zugang zur Filmbranche als Standfotografin für Pornofilme. Sie hatte bereits auf zahlreichen Filmsets gearbeitet und Kontakte innerhalb der Branche geknüpft, als es ihr 1982 gelang, die Filmemacher des kleinen Punk-Film-noirs „Vortex“ (1982) davon zu überzeugen, sie als Assistentin des Kameramanns einzusetzen. Zu diesem Zeitpunkt verfügte sie noch über keinerlei Kenntnisse der Filmproduktion und wurde daher vom Kameramann des Films, Steven Fierberg, angelernt.
Alberti begann ihre Laufbahn als Kamerafrau bei der Filmproduktionsfirma Apparatus, die von der Kurzfilmregisseurin Christine Vachon geleitet wurde. Der erste abendfüllende Dokumentarfilm, den sie fotografierte, war Stephanie Blacks „H-2 Worker“ (1990). Für diesen Film erhielt sie als Kamerafrau ihre erste Auszeichnung beim Sundance Film Festival. Ihre Karriere festigte sich endgültig, als sie für Todd Haynes’ kontroversen, pseudo-dokumentarischen Spielfilm „Poison“ (1991) engagiert wurde.
Besonders bekannt ist sie für ihre Arbeit an sowohl großen Spielfilmen als auch an kleineren 16-mm-Dokumentarfilmen – wobei eine Aaton-16-mm-Kamera zu ihren bevorzugten Arbeitsgeräten zählt.

„Ich begann meine Laufbahn als Assistent bei Low-Budget-Spielfilmen. Doch die Arbeit als Assistent bei Spielfilmen ist langweilig; alles ist rein technischer Natur, und man kann nicht einfach sagen: ‚Mir gefällt dieses Licht‘ oder ‚Mir gefällt jene Einstellung‘. Deshalb wechselte ich sehr schnell zum Dokumentarfilm. Dort sind die Teams so klein, dass man selbst für die Lichtsetzung verantwortlich sein kann, sich mit dem Regisseur austauschen kann und viel herumkommt. Als ich also selbst zu drehen begann, startete ich im Dokumentarfilmbereich – und nun möchte ich den Schritt hin zum Spielfilm wagen.“
Albertis
erster Film mit großem Budget war Haynes’ „Velvet Goldmine“ (1998), der über ein Budget von 8 Millionen US-Dollar verfügte. Dies war zugleich das erste Mal, dass sie mit einem eigenen Kameramann zusammenarbeitete.
Im Juni 2006 reiste Alberti nach Deutschland, um Teile der Fußball-Weltmeisterschaft zu filmen; diese Aufnahmen dienten als Szenen für Michael Apteds Fußballdokumentation „The Power of the Game“ (2007).
Zu ihren weiteren Arbeiten zählt Darren Aronofskys Wrestling-Drama „The Wrestler“ aus dem Jahr 2008, in dem Mickey Rourke die Hauptrolle spielte. Aronofsky engagierte Alberti aufgrund ihres Hintergrunds im Dokumentarfilm als Kamerafrau. Vor ihrer Arbeit an diesem Film besaß Alberti keinerlei Kenntnisse oder Erfahrungen im Bereich Wrestling; daher studierte sie den Sport, indem sie über einen gewissen Zeitraum hinweg jeden Samstagabend gemeinsam mit Mitgliedern der Filmcrew Wrestling-Kämpfe besuchte. Sie erklärte, dass die unmittelbare Beobachtung des Sports vor Ort äußerst hilfreich gewesen sei, um ein Gefühl für die Welt des Wrestlings zu entwickeln. Gemeinsam entschieden sich die Regie und sie für einen „naturalistischen Look“. Wichtige filmische Elemente, Stilmittel und Techniken – darunter das Bildformat 2,4:1 – wurden gemeinsam von Alberti und dem Regisseur festgelegt; das gewählte Format sollte es ermöglichen, den Wrestling-Ring, die Fans und die gesamte Arena einzufangen – Elemente, die beide als essenziell für die Darstellung des Sports erachteten. Zudem setzte Alberti für die Actionszenen eine Handkamera ein und drehte auf 16-mm-Material, um – wie sie in einem Interview mit dem MovieMaker anmerkte – „einen leicht körnigen, raueren Look zu erzielen“.
Alberti äußerte, dass ihre Stellung als Frau in einem männerdominierten Arbeitsfeld ihrer Karriere und ihrem Erfolg nicht im Wege gestanden habe. In einem Interview mit der Los Angeles Times erwähnte sie, dass Crew-Mitglieder sie zu Beginn ihrer Laufbahn gelegentlich damit aufzogen, eine zierliche Frau zu sein, die eine körperlich anspruchsvolle Arbeit verrichtete. Darauf entgegnete sie stets: „Die kleine Dame trägt nicht die großen Scheinwerfer. Sie zeigt nur darauf – und die großen Kerle tragen die Lichter.“
Zu den größeren Produktionen in den vergangenen zehn Jahren zählte M. Night Shyamalans Horrorfilm „The Visit“ (2015), Peter Solletts Drama „Freeheld“, das Boxer-Drama „Creed“ (alle 2015), die Spielfilme „Verborgene Schönheit“ (2016), „Das Alibi – Spiel der Macht“ (2017), Ron Howards „Hillbilly-Elegie“ (2020) und Denzel Washingtons „A Journal For Jordan“ (2021), die Mini-Serien „The Andy Warhol Diaries“ und „Inventing Anna“ (beide 2022) sowie das Dokudrama „Krieg der Bestatter“ (2023) mit Tommy Lee Jones und Jamie Foxx in den Hauptrollen.
Filmografie:
1984: Femme
1990: The Golden Boat
1991: Poison
1992: Zebrahead
1992: Zwischenfall in Oglala (Incident at Oglala, Dokumentarfilm)
1993: Der flämische Meister (The Dutch Master, Kurzfilm)
1993: Deadfall
1994: Berge versetzen (Moving the Mountain, Dokumentarfilm)
1994: Crumb (Dokumentarfilm)
1996: When We Were Kings (Dokumentarfilm)
1997: Tod einer Stripperin (Stag)
1998: Happiness
1998: Velvet Goldmine
2000: Joe Goulds Geheimnis (Joe Gould's Secret)
2000: Twilight: Los Angeles
2001: Ran an die Braut (Get Over It)
2001: Tape
2002: The Guys
2004: Wir leben nicht mehr hier (We Don’t Live Here Anymore)
2005: Enron: The Smartest Guys in the Room (Dokumentarfilm)
2007: Taxi zur Hölle (Taxi to the Dark Side, Dokumentarfilm)
2008: News Movie (The Onion Movie)
2008: Gonzo: The Life and Work of Dr. Hunter S. Thompson (Dokumentarfilm)
2008: The Wrestler – Ruhm, Liebe, Schmerz (The Wrestler)
2010: Stone
2010: Client 9: The Rise and Fall of Eliot Spitzer (Dokumentarfilm)
2012: Love, Marilyn (Dokumentarfilm)
2012: West of Memphis (Dokumentarfilm)
2013: We Steal Secrets: Die WikiLeaks Geschichte (We Steal Secrets: The Story of WikiLeaks, Dokumentarfilm)
2013: The Eagles – Himmel und Hölle Kaliforniens (History of the Eagles, Dokumentarfilm)
2014: Mr. Dynamite: The Rise of James Brown (Dolumentarfilm)
2015: The Visit
2015: Freeheld – Jede Liebe ist gleich (Freeheld)
2015: Creed – Rocky’s Legacy (Creed)
2016: Verborgene Schönheit (Collateral Beauty)
2017: Das Alibi – Spiel der Macht (Chappaquiddick)
2018: Mein Dinner mit Hervé (My Dinner with Hervé)
2019: The Kitchen – Queens of Crime (The Kitchen)
2020: Hillbilly-Elegie (Hillbilly Elegy)
2021: A Journal for Jordan
2022: The Andy Warhol Diaries (Mini-Serie)
2022: Inventing Anna (Mini-Serie)
2022: Jerry und Marge – Die Lottoprofis (Jerry & Marge Go Large)
2023: Krieg der Bestatter (The Burial)

Playlist:

01. Kris Bowers & Pierre Charles - Who Are You? (Inventing Anna) - 03:18 
02. Carter Burwell - Velvet Spacetime (Velvet Goldmine) - 04:06 
03. Mychael Danna - Follow Me (The Guys) - 04:02 
04. Clint Mansell - The Wrestler Music 1 (The Wrestler) - 04:45 
05. Nick Cave & Warren Ellis - 1994 (West of Memphis) - 05:44 
06. Fall On Your Sword - Washington DC (We Steal Secrets: The Story of WikiLeaks) - 03:07 
07. Garth Stevenson - Drown (Chappaquiddick) - 04:27 
08. Hans Zimmer & David Fleming - Old Wounds (Hillbilly Elegy) - 05:44 
09. Ludwig Göransson - If I Fight, You Fight (Creed) - 04:54 
10. Theodore Shapiro - Whit and Amy/Time Visit #2 (Collateral Beauty) - 03:04 
11. Marcelo Zarvos - Closing (A Journal For Jordan) - 06:08 
12. Michael Abels - Quodlibet - Jesu Joy of Man's Desiring (The Burial) - 03:45 
13. Theodore Shapiro - Boardroom (Collateral Beauty) - 04:53 
14. Fall On Your Sword - First Release (We Steal Secrets: The Story of WikiLeaks) - 03:40 
15. Hans Zimmer & Johnny Marr - Can't Leave Her (Freeheld) - 07:18 
16. Marcelo Zarvos - Love (A Journal For Jordan) - 06:02 
17. Mychael Danna - Are You OK? (The Guys) - 04:04 
18. Theodore Shapiro - Olivia (Collateral Beauty) - 05:43 
19. Kris Bowers & Pierre Charles - Always Beyond Us (Inventing Anna) - 03:29 
20. Nick Cave & Warren Ellis - Scene of the Crime (West of Memphis) - 05:30 
21. Hans Zimmer & David Fleming - Transformation (Hillbilly Elegy) - 04:57 
22. Clint Mansell - The Wrestler Music 2 (The Wrestler) - 03:57 
23. Marcelo Zarvos - Charles' Story (A Journal For Jordan) - 08:07 
24. Garth Stevenson - Senator (Chappaquiddick) - 09:27

Mittwoch, 1. April 2026

Playlist #446 vom 05.04.2026 - WINONA RYDER Special

In den 1990er Jahren erlebte Winona Ryder mit Rollen in Tim Burtons „Edward mit den Scherenhänden“, Francis Ford Coppolas „Bram Stokers Dracula“, Bille Augusts „Das Geisterhaus“, Jim Jarmuschs „Night On Earth“ und Martin Scorseses „Zeit der Unschuld“ größten Erfolge. Sie hat es allerdings geschafft, bis heute immer wieder in von Kritikern und Publikum gefeierten Filmen und Serien mitzuwirken, zuletzt in Tim Burtons „Beetlejuice Beetlejuice“ und in der Serie „Stranger Things“. In der heutigen Sendung könnt ihr euch auf Musik von Danny Elfman, Thomas Newman, Hans Zimmer, Clint Mansell, Mychael Danna, Elmer Bernstein, Christopher Young und Carter Burwell freuen.
Als Tochter zweier Hippies wuchs die am 29. Oktober 1971 in Winona, Minnesota, geborene Winona Laura Horowitz ab 1978 in einer Kommune in der Nähe von Mendocino in Kalifornien auf. Als die Familie 1981 ins kalifornische Petaluma umzog, besuchte Winona zunächst eine private Schule, weil sie in der staatlichen Schule als Außenseiterin galt, und später die Schauspielschule des American Conservatory Theater.
1985 bewarb sie sich mit einem Video, auf dem sie einen Monolog aus dem Buch „Franny und Zooey“ von J. D. Salinger vortrug, um eine Rolle in dem Film „Desert Bloom“ zu erhalten. Obwohl die Wahl der Besetzung auf ihre Kollegin Annabeth Gish fiel, erkannte der Regisseur und Autor David Seltzer ihr Talent und besetzte sie als Rina in seinem Film „Lucas“ (1986) über einen Teenager (Corey Haim) und sein Leben an der High School. Als sie entscheiden sollte, unter welchem Namen sie im Abspann genannt werden wollte, fiel ihre Wahl auf Ryder als Künstlername, weil im Hintergrund des Abspanns ein Lied von Mitch Ryder gespielt wurde.
Nachdem sie auch in „Square Dance – Wiedersehen in Texas“ (1987) überzeugen konnte, besetzte Tim Burton sie in seinem Film „Beetlejuice“ (1988), weil ihm ihre Performance in „Lucas“ gefiel.
1989 spielte sie die Hauptrolle der Veronica Sawyer in dem Independent-Film „Heathers“. Der Film handelt von einem Pärchen, das populäre Schülerinnen umbringt. Der Film war allerdings ebenso ein finanzieller Misserfolg wie das Biopic „Great Balls of Fire – Jerry Lee Lewis – Ein Leben für den Rock’n’Roll“ (1989). Im selben Jahr trat Ryder in Mojo Nixons Musikvideo „Debbie Gibson Is Pregnant with My Two-Headed Love Child“ auf. 
Anfang der 1990er Jahre nahm Ryders Karriere ordentlich an Fahrt auf. In Tim Burtons erfolgreicher Fantasy-Märchen „Edward mit den Scherenhänden“ (1990) an der Seite ihres späteren Lebensgefährten Johnny Depp und Horror-Ikone Vincent Price in seiner letzten Rolle überzeugte sie ebenso wie in der ebenfalls 1990 im Kino angelaufenen Familienkomödie „Meerjungfrauen küssen besser“ mit Cher und Christina Ricci, in Jim Jarmuschs Episoden-Kulthit „Night on Earth“ (1991) und in Francis Ford Coppolas bildgewaltigen Adaption von „Bram Stokers Dracula“ (1992), in der sie sowohl als Mina Murray als auch Elisabeta zu sehen war. Es folgte die Verfilmung von Isabel Allendes Bestseller „Das Geisterhaus“ (1993) mit Antonio Banderas, Meryl Streep und Glenn Close, Martin Scorseses Adaption von Edith Whartons Roman „Zeit der Unschuld“ mit Michelle Pfeiffer und Daniel Day-Lewis. Ihre Rolle brachte ihr einen Golden Globe als beste Nebendarstellerin sowie eine Oscar-Nominierung ein.
Nach ihrer Rolle in Ben Stillers Komödie „Reality Bites – Voll das Leben“ (1994) erhielt sie im selben Jahr eine weitere Oscar-Nominierung für ihre Rolle als Jo in dem Drama „Betty und ihre Schwestern“.
1996 spielte sie neben Daniel Day-Lewis und Joan Allen die Hauptrolle in „Hexenjagd“, einer Adaption von Arthur Millers Bühnenstück über die puritanische Hexenverfolgung in Salem. Ein Jahr später verkörperte sie einen Androiden in dem erfolgreichen Horrorfilm „Alien – Die Wiedergeburt“ (1997) an der Seite von Sigourney Weavers Ripley. 1998 war sie in Woody Allens „Celebrity – Schön. Reich. Berühmt.“ zu sehen, nachdem Drew Barrymore die Rolle abgelehnt hatte. 
1999 spielte sie im Drama „Durchgeknallt“ eine Psychiatriepatientin mit Borderline-Syndrom, basierend auf Susanna Kaysens autobiografischem Roman. Der Film wurde zum Durchbruch für ihre Kollegin Angelina Jolie, die mit einem Oscar ausgezeichnet wurde.
Im folgenden Jahr trat sie neben Richard Gere in „Es begann im September“ auf, einer Romanze über die Liebe eines älteren Mannes zu einer jüngeren Frau. Außerdem hatte sie einen Gastauftritt in der Komödie „Zoolander“ (2000). Im Oktober 2000 erhielt Ryder den Stern mit der Nummer 2165 auf dem Hollywood Walk of Fame.
2002 wurde die Komödie „Mr. Deeds“ (mit Adam Sandler) ihr bislang größter finanzieller Erfolg, fiel aber bei den Kritikern durch.
Nachdem sie 2002 wegen wiederholten Ladendiebstahls von Kleidern im Wert von 5000 US-Dollar zu einer Bewährungszeit von drei Jahren und einer Arbeitsauflage von 480 Stunden verurteilt worden war, zog sich Winona Ryder aus der Öffentlichkeit zurück und kehrte erst ab 2006 wieder vermehrt auf die Leinwand zurück. So war sie in Verfilmung von Philip K. Dicks Roman „A Scanner Darkly“ an der Seite von Keanu Reeves, Robert Downey Jr. und Woody Harrelson zu sehen, dann in J.J. Abrams‘ „Star Trek“ (2009). Sie trat zudem an der Seite von Robin Wright und Julianne Moore in Rebecca Millers „Pippa Lee“ (2009) auf, außerdem neben Natalie Portman und Mila Kunis in Darren Aronofskys „Black Swan“ (2010). Darüber hinaus spielte sie die Hauptrolle in dem Fernsehfilm „When Love Is Not Enough: The Lois Wilson Story“, was ihr Nominierungen für den Satellite Award und den Screen Actors Guild Award einbrachte.
2011 war sie an der Seite von Vince Vaughn, Kevin James und Jennifer Connelly in der Komödie „Dickste Freunde“ zu sehen. Danach spielte sie in den Thrillern „The Iceman“ (2012) und „The Letter“ (2012). In Tim Burtons „Frankenweenie“ (2012) lieh sie der Figur Elsa Van Helsing ihre Stimme. In der Netflix-Serie „Stranger Things“ verkörperte sie von 2016 bis 2025 die Hauptfigur Joyce Byers. 2023 spielt Ryder in Disneys „Haunted Mansion“ eine genervte Museumsführerin.
2024 kehrte sie in Tim Burtons Sequel „Beetlejuice Beetlejuice“ in der Rolle der inzwischen erwachsenen Lydia Deetz zurück, die 36 Jahre nach der verhinderten Hochzeit mit dem Bio-Exorzisten Beetlejuice noch immer von Visionen gepeinigt wird.

Filmografie:

1986: Lucas
1987: Square Dance
1987: AIDS Video Project (Dokumentarfilm)
1988: Beetlejuice
1988: Die Generation von 1969 (1969)
1988: Heathers
1989: Great Balls of Fire – Jerry Lee Lewis – Ein Leben für den Rock’n’Roll (Great Balls of Fire!)
1990: Ein Mädchen namens Dinky (Welcome Home, Roxy Carmichael)
1990: Edward mit den Scherenhänden (Edward Scissorhands)
1990: Meerjungfrauen küssen besser (Mermaids)
1991: Night on Earth
1992: Bram Stoker’s Dracula (Dracula)
1993: Zeit der Unschuld (The Age of Innocence)
1993: Das Geisterhaus (The House of the Spirits)
1994: Reality Bites – Voll das Leben (Reality Bites)
1994: Die Simpsons (The Simpsons, Fernsehserie, Folge 6x02 Lisas Rivalin, Stimme)
1994: Betty und ihre Schwestern (Little Women)
1995: Ein amerikanischer Quilt (How to Make an American Quilt)
1996: Run Off (Boys)
1996: Al Pacino’s Looking for Richard (Looking for Richard)
1996: Hexenjagd (The Crucible)
1997: Alien – Die Wiedergeburt (Alien: Resurrection)
1998: Celebrity – Schön. Reich. Berühmt. (Celebrity)
1999: Durchgeknallt (Girl, Interrupted)
2000: Es begann im September (Autumn in New York)
2000: Lost Souls – Verlorene Seelen (Lost Souls)
2000: Strangers with Candy (Fernsehserie, Folge 3x10 Die letzte Versuchung der Jerri Blank)
2001: Zoolander
2001: Friends (Fernsehserie)
2002: Mr. Deeds
2002: S1m0ne
2004: Das Herz ist eine hinterlistige Person (The Heart Is Deceitful Above All Things)
2006: The Darwin Awards
2006: A Scanner Darkly – Der dunkle Schirm (A Scanner Darkly)
2007: Das 10 Gebote Movie (The Ten)
2007: Sex and Death 101
2007: Welcome (Kurzfilm)
2008: The Last Word
2009: The Informers
2009: Water Pills (Kurzfilm)
2009: Stay Cool – Feuer & Flamme (Stay Cool)
2009: Star Trek
2009: Pippa Lee (The Private Lives of Pippa Lee)
2010: When Love Is Not Enough: The Lois Wilson Story (Fernsehfilm)
2010: Black Swan
2011: Dickste Freunde (The Dilemma)
2012: The Iceman
2012: The Letter
2012: Frankenweenie (Stimme)
2013: Homefront
2013–2014: Drunk History (Fernsehserie, 2 Folgen)
2014: Die Verschwörung – Tödliche Geschäfte (Turks & Caicos)
2015: Experimenter
2015: Show Me a Hero (Miniserie, 4 Folgen)
2016–2025: Stranger Things (Fernsehserie, 41 Folgen)
2018: Destination Wedding
2020: The Plot Against America (Miniserie, 6 Folgen)
2020: Sarah Cooper: Everything’s Fine
2022: Gone in the Night
2023: Geistervilla (Haunted Mansion)
2024: Beetlejuice Beetlejuice

Playlist: 

01. Jan A.P. Kaczmarek - Lost Souls (Lost Souls) - 02:54 
02. Dave Grusin - Main Title (Lucas) - 02:43 
03. David Newman - Petition Montage (Heathers) - 02:29 
04. Danny Elfman - Main Titles/End Titles (Beetlejuice) - 03:43 
05. Danny Elfman - The End (Edward Scissorhands) - 04:47 
06. Thomas Newman - This Was My Intention (Welcome Home, Roxy Carmichael) - 02:29 
07. Thomas Newman - Under the Umbrella (Little Women) - 03:41 
08. Thomas Newman - An American Quilt (How to Make An American Quilt) - 03:37 
09. Wojciech Kilar - Vampire Hunters (Bram Stoker's Dracula) - 03:07 
10. Hans Zimmer - Pedro and Blanca (Das Geisterhaus) - 09:47 
11. Gabriel Yared - Autumn Forever (Autumn In New York) - 03:39 
12. Mychael Danna - Driving In the Rain (Girl, Interrupted) - 03:20 
13. Elmer Bernstein - First Visit (The Age of Innocence) - 04:50 
14. George Fenton - Taking Elizabeth (The Crucible) - 03:03 
15. Kyle Dixon & Michael Stein - Hawkins (Stranger Things Vol. 1) - 05:00 
16. David Arnold - Cemetary Hand-Model (Zoolander) - 05:24 
17. Carter Burwell - Virtually Forever (S1M0NE) - 03:30 
18. Christopher Young - Dysfunctional Everything (The Informers) - 03:09 
19. William Ross - Afterlife Part 2 (Destination Wedding) - 03:46 
20. Graham Reynolds - Strawberry Pie (A Scanner Darkly) - 04:04 
21. Michael Giacchino - Nice to Meld You (Star Trek) - 03:13 
22. Clint Mansell - A Swan Song (Black Swan) - 06:23 
23. Mark Mancina - Haunted Mansion Opening Title (Haunted Mansion) - 03:59 
24. Danny Elfman - The Attic (Beetlejuice Beetlejuice) - 03:21 
25. John Frizzell - The Abduction (Alien: Resurrection) - 03:49 
26. Wojciech Kilar - Dracula - The Beginning (Bram Stoker's Dracula) - 08:54 
27. Hans Zimmer - The House of the Spirits (Das Geisterhaus) - 10:06

Montag, 1. September 2025

Playlist #431 vom 07.09.2025 - JEFF BRIDGES Special

Als Dude in „The Big Lebowski“ wurde Jeff Bridges zur vielzitierten Ikone, doch ist er bereits seit seiner Darstellung in Peter Bogdanovichs Meisterwerk „Die letzte Vorstellung“ (1971) ein Star in Hollywood, wo er Filme wie „Starman“, „Fearless – Jenseits der Angst“, „König der Fischer“ und „Crazy Heart“ drehte. In dieser Sendung gibt es Musik aus seinen Filmen von George Fenton, Maurice Jarre, Jack Nitzsche, Jerry Goldsmith, John Barry, Alan Silvestri, Mychael Danna, Rolfe Kent, Marco Beltrami, Dave Grusin, Randy Newman und vielen anderen zu hören.

Jeffrey Leon „Jeff“ Bridges wurde am 4. Dezember 1949 in Los Angeles als zweiter Sohn des Schauspieler-Ehepaars Lloyd Bridges und Dorothy Bridges geboren und wuchs in Holmby Hills, im nahen Umfeld der Hollywood-Filmindustrie auf. 1950 spielten der zum Drehtermin vier Monate alte Jeff und sein Bruder Beau Bridges an der Seite ihrer Mutter in dem Film „Auf Bewährung freigelassen“. Gegen Ende des Jahrzehnts traten die Brüder in einigen Folgen der Fernsehserie „Abenteuer unter Wasser“ auf, in der ihr Vater die Hauptrolle spielte. 1963 begleitete Jeff diesen auch auf einer Theatertournee durch Neuengland, während der beide im Bühnenstück „Anniversary Waltz“ spielten. Er leistete seinen Militärdienst bei der Küstenwache und begann dann eine Schauspielausbildung in den Studios von Herbert Berghof und Uta Hagen in New York.
Im Weihnachtsfilm „In einer Nacht wie dieser“ verkörperte Jeff Bridges 1969 in einer Rückblende die jüngere Version der Rolle seines Vaters. Er beschrieb sich und seinen Erfolg später nicht ganz zu Unrecht als das „Ergebnis von Vetternwirtschaft“. Mit dem Studentendrama „Halls of Anger“ bekam Bridges im Jahr 1970 seine erste größere Rolle. Wenn auch die Bewertung des Films durchwachsen ausfiel, lobten sowohl zeitgenössische als auch spätere Kritiker die Leistung Bridges’ und die Authentizität seiner Charakterdarstellung.
Der Durchbruch gelang Bridges 1971 mit Peter Bogdanovichs Verfilmung von Larry McMurtrys „Die letzte Vorstellung“. Das Coming-of-Age-Drama avancierte zu einem der wichtigsten Werke der New-Hollywood-Bewegung und erhielt acht Oscar-Nominierungen, eine davon entfiel auf den damals 22-jährigen Jeff Bridges, der damit bis heute zu den zehn jüngsten Nominierten in dieser Kategorie zählt. Der von Bridges verkörperte Duane Jackson gab den Rollentyp vor, auf den der Schauspieler im Folgenden mit Vorliebe besetzt wurde: gewöhnliche amerikanische, aber unberechenbare Figuren mit gelegentlich schurkenhaften Zügen.
Im Laufe der 1970er Jahre spielte Bridges unter anderem einen Youngster-Boxer in John Hustons „Fat City“ (1972), einen Betrüger in „In schlechter Gesellschaft“ (1972), einen Rennfahrer in „Der letzte Held Amerikas“ (1973) und einen anarchistischen Teenager in „The Iceman Cometh“ (1973). Erst während der Dreharbeiten zu Letzterem beschloss er, seine Karriere ganz auf die Schauspielerei auszurichten. Als Clint Eastwoods Bankräuber-Kumpan in „Die Letzten beißen die Hunde“ (1974) kam Bridges unter der Regie von Michael Cimino zu seiner zweiten Oscarnominierung als Bester Nebendarsteller – diesmal unterlag er Robert De Niro, der die Auszeichnung für „Der Pate – Teil II“ erhielt.
1976 spielte Bridges die Hauptrolle im erfolgreichen Remake von „King Kong“, das für die Newcomerin Jessica Lange zum gelungenen Debüt und dem Ausgangspunkt einer Karriere mit bislang zwei Oscars und vier Golden Globe Awards wurde. Die für Bridges vorgesehene Rolle in „Die durch die Hölle gehen“ (1978) bekam Christopher Walken, sodass Bridges erst 1980 in „Heaven’s Gate“ zum zweiten Mal mit Michael Cimino zusammenarbeitete – er spielte hier seinen eigenen Vorfahren John L. Bridges. Die über fünf Stunden lange Urfassung des Spätwesterns mit Kris Kristofferson, Christopher Walken, John Hurt, Sam Waterston und Isabelle Huppert in den Hauptrollen trat eine Welle vernichtender Kritiken los und wurde trotz diverser Kürzungen zu einem kommerziellen Misserfolg.
Der Thriller „Cutter’s Way – Keine Gnade“ aus dem Jahr 1981 wird von Kritikern oft als Meisterstück, gelegentlich auch als Bridges bester Film bezeichnet. Im Jahr 1982 übernahm der Schauspieler die Hauptrolle des Kevin Flynn im Science-Fiction-Kultfilm „Tron“, einem der ersten Spielfilme mit längeren computergenerierten Sequenzen. Fast dreißig Jahre später schlüpfte Bridges für die Fortsetzung „Tron: Legacy“ erneut in die Rolle des Programmierers Flynn. In „Gegen jede Chance“ (1984) traf Bridges auf Jane Greer, die ihn im Alter von wenigen Monaten bei seinem ersten „Auftritt“ gehalten hatte. Greer hatte ebenfalls in der Vorlage „Goldenes Gift“ (1947) mitgespielt.
Anschließend war er neben Glenn Close in dem Thriller „Das Messer“ (1985), neben Jane Fonda in „Der Morgen danach“ (1986) und neben Kim Basinger in der Komödie „Nadine“ (1987) zu sehen. In Francis Ford Coppolas biografischen Drama „Tucker“ (1988) verkörperte Bridges den Automobil-Unternehmer Preston Tucker.
Nach seiner dritten nicht von Erfolg gekrönten Oscar-Nominierung – nun erstmals als Bester Hauptdarsteller für die Verkörperung eines Außerirdischen im Film „Starman“ von John Carpenter, zog er gegen F. Murray Abraham den Kürzeren – bewies Bridges in „Die fabelhaften Baker Boys“ (1989) an der Seite von Michelle Pfeiffer und seinem Bruder Beau musikalisches Talent. Bridges bezeichnete den Film später als eines seiner liebsten Werke. Im Folgejahr wirkte er an Peter Bogdanovichs „Texasville“ mit, doch konnte die Fortsetzung von „Die letzte Vorstellung“ nicht an den Erfolg des Originalfilms von 1971 anknüpfen. Für „König der Fischer“ (1991) nominierte man Bridges nach „Starman“ zum zweiten Mal für einen Golden Globe Award. Er ging leer aus, gewann aber im Jahr darauf den Independent Spirit Award für die Vater-Sohn-Geschichte „American Heart – Die zweite Chance“.
Obwohl seine zurückhaltenden, charmanten Darbietungen stets als herausragend beurteilt wurden, erreichte er bis in die 1990er Jahre hinein nie jenen Publikumserfolg, den andere Männer seiner Generation, wie Dustin Hoffman oder Robert De Niro, genossen.
In ihrer Kritik zu „American Heart“ bedachte Janet Maslin von der New York Times Bridges 1992 mit dem Titel „Der am meisten unterschätzte große Schauspieler seiner Generation“. Diese Bezeichnung entwickelte sich zu einer Art Klischee, die seither in diversen Kritiken zu Jeff Bridges und seinen Filmen aufgegriffen wurde. Bridges entgegnete scherzhaft in verschiedenen Interviews, er fühle sich nicht wenig geschätzt, vielmehr versuche er Arbeit zu vermeiden, wo immer es möglich sei. Er lasse sich vorzugsweise auf Low-Budget-Filme besetzen, da ihm die Drehbücher häufig besser gefielen.
Zu Bridges‘ besten Leistungen zählt seine Darstellung in Peter Weirs „Fearless – Jenseits der Angst“, wo er einen Mann darstellt, der nach einem Flugzeugabsturz die Welt mit anderen Augen sieht. Für die Besetzung einer Rolle in „Explosiv – Blown Away“ (1994) schlug Bridges den Produzenten seinen Vater vor. Dies war einer der letzten Filme, an denen Lloyd Bridges mitwirkte, bevor er 1998 verstarb.
1994 bekam Jeff Bridges für seine Verdienste in der Filmindustrie einen Stern auf dem Hollywood Walk of Fame verliehen. Ein Jahr später verkörperte er James Butler „Wild Bill“ Hickok in dem Western „Wild Bill“ an der Seite von Ellen Burstyn, John Hurt und Bruce Dern, gefolgt von Ridley Scotts Survival-Drama „White Squall“ und der romantischen Komödie „Liebe hat zwei Gesichter“ mit Barbra Streisand.
Internationalen Kultstatus erlangte Jeff Bridges durch seine Rolle als Jeffrey Lebowski, genannt „der Dude“, in dem Film „The Big Lebowski“ aus dem Jahr 1998 unter der Regie der Coen-Brüder. Auf die Frage, wem der potrauchende, sandalen- und bademanteltragende Dude nachempfunden sei, nannte Bridges in einem Interview sich selbst. Etwa die Hälfte der Kleidung Lebowskis stamme aus seiner eigenen Garderobe.
Bridges arbeitete 1999 gemeinsam mit Tim Robbins und Regisseur Mark Pellington an „Arlington Road“. Für seine Nebenrolle in „Rufmord – Jenseits der Moral“ wurde er im Jahr 2001 zum insgesamt vierten Mal für einen Oscar nominiert, musste aber erneut zurückstecken; der Preis ging an Benicio del Toro.
In „Seabiscuit – Mit dem Willen zum Erfolg“ war er 2003 an der Seite von Tobey Maguire zu sehen. „Tideland“ war nach „König der Fischer“ Bridges‘ zweiter Film unter der Regie von Terry Gilliam. Als Obadiah Stane, dem Gegenspieler von Robert Downey Jr. in „Iron Man“, verkörperte Bridges eine seiner wenigen antagonistischen Rollen.
Im Folgejahr brachte ihm seine Darstellung des abgehalfterten Country-Musikers Bad Blake in Scott Coopers Drama „Crazy Heart“ großes Lob seitens der Kritiker ein. 2010 erhielt er hierfür nach vier vergeblichen Nominierungen einen Oscar, dazu einen Golden Globe Award und den Screen Actors Guild Award. Mit 61 Jahren zählte Bridges zu den ältesten Oscargewinnern. Als Hauptdarsteller in „True Grit“, seiner zweiten Zusammenarbeit mit den Coen-Brüdern, hatte er im Jahr 2011 erneut Aussichten auf einen Academy Award, musste sich aber Colin Firth als König Georg VI. in „The King’s Speech“ geschlagen geben.
2013 war Jeff Bridges mit Ryan Reynolds in der Action-Komödie „R.I.P.D.“ zu sehen, dann in dem dystopischen Drama „Hüter der Erinnerung“ und dem Fantasy-Action-Film „Seventh Son“ (beide 2014)
In den letzten Jahren war Bridges in David Mackenzies Neo-Western „Hell or High Water“ (2017) (wofür er eine weitere Oscar-Nominierung erhielt), in Drew Goddards Mystery-Thriller-Drama „Bad Times at the El Royale“ (2018) und in der Action-Drama-Serie „The Old Man“ zu sehen, in der einen ehemaligen, untergetauchten CIA-Offizier verkörpert, der sich auf der Flucht vor Leuten befindet, die ihn töten wollen. Demnächst wird Bridges erneut in der Rolle des Kevin Flynn in „Tron: Ares“ zu sehen sein, um dann Gott in der Komödie „Carnival: At the End of Days“ zu verkörpern.

Filmografie: 

1951: Auf Bewährung freigelassen (The Company She Keeps)
1969: In einer Nacht wie dieser (Silent Night, Lonely Night)
1970: Halls of Anger
1971: Die letzte Vorstellung (The Last Picture Show)
1972: Fat City
1972: In schlechter Gesellschaft (Bad Company)
1973: Lolly Madonna XXX
1973: Der letzte Held Amerikas (The Last American Hero)
1973: The Iceman Cometh
1974: Die Letzten beißen die Hunde (Thunderbolt and Lightfoot)
1975: Rancho Deluxe
1975: Ins Herz des wilden Westens (Hearts of the West)
1976: Mr. Universum (Stay Hungry)
1976: King Kong
1978: Rendezvous mit einer Leiche (Somebody Killed Her Husband)
1979: Philadelphia Clan (Winter Kills)
1980: Der Ringer (The American Success Company)
1980: Heaven’s Gate
1981: Cutter’s Way – Keine Gnade (Cutter’s Way)
1982: Tron
1982: Das letzte Einhorn (The Last Unicorn, Stimme)
1982: Liebesgrüße aus dem Jenseits (Kiss Me Goodbye)
1984: Gegen jede Chance (Against All Odds)
1984: Starman
1985: Das Messer (Jagged Edge)
1986: 8 Millionen Wege zu sterben (8 Million Ways to Die)
1986: Der Morgen danach (The Morning After)
1987: Nadine – Eine kugelsichere Liebe (Nadine)
1988: Tucker (alternativ: Tucker – Ein Mann und sein Traumauto)
1989: Zweites Glück (See You in the Morning)
1989: Die fabelhaften Baker Boys (The Fabulous Baker Boys)
1990: Texasville
1991: König der Fischer (The Fisher King)
1992: American Heart – Die zweite Chance (American Heart)
1993: Spurlos (The Vanishing)
1993: Fearless – Jenseits der Angst (Fearless)
1994: Explosiv – Blown Away (Blown Away)
1995: Wild Bill
1996: White Squall – Reißende Strömung (White Squall)
1996: Liebe hat zwei Gesichter (The Mirror Has Two Faces)
1996: Zwischen den Welten (Hidden in America)
1998: The Big Lebowski
1999: Arlington Road
1999: Die Muse (The Muse)
1999: Simpatico
2000: Rufmord – Jenseits der Moral (The Contender)
2001: Scenes of the Crime
2001: K-PAX – Alles ist möglich (K-PAX)
2003: Masked and Anonymous
2003: Seabiscuit – Mit dem Willen zum Erfolg (Seabiscuit)
2004: The Door in the Floor – Die Tür der Versuchung (The Door in the Floor)
2005: Tideland
2005: Dirty Movie (The Moguls, The Amateurs)
2006: Rebell in Turnschuhen (Stick it)
2007: Könige der Wellen (Surf’s Up, Stimme von Big Z)
2008: Iron Man
2008: New York für Anfänger (How to Lose Friends & Alienate People)
2009: The Open Road
2009: A Dog Year
2009: Männer, die auf Ziegen starren (The Men Who Stare at Goats)
2009: Crazy Heart
2010: True Grit
2010: Tron: Legacy
2013: R.I.P.D.
2014: Hüter der Erinnerung – The Giver (The Giver)
2014: Seventh Son
2016: Hell or High Water
2017: The Only Living Boy in New York
2017: Kingsman: The Golden Circle
2017: No Way Out – Gegen die Flammen (Only the Brave)
2018: Bad Times at the El Royale
2022–2024: The Old Man (Fernsehserie)
2025: Tron: Ares

Playlist: 

01. Wendy Carlos - Tower Music / Let Us Prey (Tron) - 03:48 
02. Alan Silvestri - Final Fight (Blown Away) - 03:41 
03. John Barry - Sacrifice / Hail to the King (King Kong) - 07:09 
04. John Barry - Part XI (Jagged Edge) - 03:35 
05. David Mansfield - End Credits (Heaven's Gate) - 03:53 
06. Jack Nitzsche - Main Title (Cutter's Way) - 03:20 
07. Rob Simonsen - You Wanted To See Me? (The Only Living Boy In New York) - 02:42 
08. Jerry Goldsmith - The Password (The Vanishing) - 04:40 
09. Van Dyke Parks - Finale: Leaning On Jesus (Wild Bill) - 03:24 
10. Jeff Rona - Still Waters (White Squall) - 03:24 
11. John Coltrane - I Wish I Knew (The Fisher King) - 04:56 
12. Dave Grusin - Jack's Theme (The Fabulous Baker Boys) - 06:41 
13. Joe Jackson - The Trial (Tucker) - 06:43 
14. George Fenton - Red Knight Suite (The Fisher King) - 06:51 
15. Maurice Jarre - Fearless (Fearless) - 03:36 
16. David Sanborn - Try A Little Tenderness (The Mirror Has Two Faces) - 03:11 
17. Piero Piccioni - Traffic Boom (The Big Lebowski) - 03:15 
18. Angelo Badalamenti - The Truth Is Out There (Arlington Road) - 03:11 
19. Daft Punk - Adagio For Tron (Tron Legacy) - 04:11 
20. Stewart Copeland - Rush To LA (Simpatico) - 03:13 
21. Marcelo Zarvos - Orient Point (The Door In The Floor) - 02:53 
22. Jack Nitzsche - I Gave You A Baby (Starman) - 02:13 
23. Edward Shearmur - Grand Central (K-PAX) - 04:38 
24. Randy Newman - The Unkindest Cut (Seabiscuit) - 03:30 
25. Nick Cave & Warren Ellis - Comancheria (Hell Or High Water) - 02:05 
26. Mychael Danna - Under Water (Tideland) - 02:39 
27. Marco Beltrami - The Kiss (The Giver) - 02:27 
28. Rolfe Kent - The Base, And Bill (The Men Who Stare at Goats) - 01:32 
29. Henry Jackman & Matthew Margeson - Memories of Harry (Kingsman: The Golden Circle) - 01:59 
30. Michel Colombier & Larry Carlton - Love and Murder of a Friend (Against All Odds) - 09:27

Freitag, 15. August 2025

Playlist #430 vom 24.08.2025 - WALLY PFISTER Special

Als Wally Pfister, langjähriger Weggefährte von Hollywoods Ausnahme-Regisseur Christopher Nolan, 2011 den Oscar in der Kategorie Beste Kamera für seine Arbeit an „Inception“ erhielt, war er auf dem Höhepunkt seiner Karriere. Seither ist er vor allem durch sein einmaliges Regiedebüt „Transcendence“ (2014) mit Johnny Depp und Rebecca Hall in Erscheinung getreten, bevor er – nach vernichtenden Kritiken - fast vollständig von der Bildfläche verschwand. Doch die Arbeiten, an denen er als einfacher Kameramann oder als Director of Photography seit den 1990er Jahren mitgewirkt hat, warten immerhin mit hörenswerten Soundtracks von Komponisten wie Hans Zimmer, David Julyan, Mark Isham, Thomas Newman, Daniel Licht, Mychael Danna, Ryuichi Sakamoto, Danny Elfman und Alan Silvestri auf.
Pfister wurde am 8. Juli 1961 in Chicago, Illinois, geboren und wuchs im New Yorker Vorort Irvington-on-Hudson auf. Sein Vater war Fernsehnachrichtenproduzent und begann seine Karriere 1955 bei CBS-TV in Chicago. Später arbeitete Pfister als leitender Angestellter bei ABC News mit David Brinkley und Peter Jennings zusammen und berichtete über politische Parteitage, Weltraumflüge und die Bürgerrechtsbewegung.
Als Pfister etwa elf Jahre alt war, drehte eine Filmgesellschaft in seinem Viertel Irvington Szenen für „Shamus“ (1973) mit Burt Reynolds. Der Junge war fasziniert von der Crew, die Licht und Kameras aufbaute. Bald darauf begann er, 8-mm-Heimvideos und Kurzfilme zu drehen. Pfister eiferte seinem Vater auch nach, indem er mit Kodachrome drehte und daraus Sendungen für Familie und Freunde zusammenstellte.
Nach der High School fand Pfister eine Anstellung als Produktionsassistent beim Fernsehsender WMDT-TV in Salisbury, Maryland. Innerhalb weniger Monate lieh er sich eine CP-16-Nachrichtenkamera und begann, an Wochenenden Filme zu drehen, darunter einen visuellen Essay über ein viktorianisches Haus. „Ich habe diese langsamen, kleinen, komplizierten Bewegungen rund um die Architektur des Hauses gemacht“, erinnert er sich, „und sie mit Musik zusammengeschnitten und dem Produktionsleiter gezeigt. Sie machten mich zum Kameramann.“
Innerhalb weniger Monate fand Pfister eine Anstellung als Kameramann bei einem Washingtoner Nachrichtendienst, der Fernsehsender im ganzen Land filmte. Von 1982 bis 1985 berichtete er über den US-Kongress, das Weiße Haus und aktuelle Nachrichten. 1985 begann Pfister eine freiberufliche Karriere mit Dokumentarfilmen für die PBS-Serie „Frontline“ und Industrievideos für verschiedene Washingtoner Produktionsfirmen.
1988 kam Robert Altman nach Washington, um bei einer Miniserie für HBO mit dem Titel „Tanner '88“ (1988) Regie zu führen. Altman suchte einen echten Nachrichtenkameramann für diese Rolle in seiner Sendung. Sie engagierten Pfister und baten ihn, auch einige B-Roll-Aufnahmen zu machen. Als die Produzenten seine Arbeit sahen, holten sie Pfister als Kameramann der Second Unit in die Sendung. Es war sein erster Kontakt mit Schauspiel und dramatischen Stoffen.
Anschließend schrieb sich Pfister am American Film Institute ein. Im zweiten Jahr arbeitete er mit seinen Kommilitonen an einem Kurzfilm mit dem Titel „Senzeni Na?“, der 1991 für den Oscar als bester Realfilm nominiert wurde. Der Film erzählte die Geschichte eines Mannes, der in den Kampf um die Apartheid verwickelt war, wobei Pfister auf seine Erfahrungen als Dokumentarfilmer zurückgriff.
Janusz Kamiński hatte gerade sein Studium am AFI Conservatory abgeschlossen und lernte Pfister im selben Jahr kennen. Er sah Pfisters Film und engagierte ihn als Beleuchter für verschiedene Projekte, darunter einige mit Phedon Papamichael.
Roger Corman gab Pfister die Gelegenheit, Nachaufnahmen und Einblendungen für einen Papamichael-Film zu drehen. Es war das erste Mal, dass er einen 35-mm-Film drehte. Danach betreute Pfister Papamichaels Second Unit bei „Body Chemistry“ und anderen Corman-Filmen.

„Wenn man nach Hollywood kommt – ich bin hierhergekommen, um Kameramann zu werden und Filme zu drehen –, dreht man am Ende viele verschiedene Sachen. MTV-Shows. Und ich habe ‚Animal Instinct‘ gemacht. Ich habe all diese Erotikthriller gemacht, die zwar keine Pornografie waren, aber irgendwie ab 18 Jahren“, blickt Pfister im Interview mit indepthcine.com zurück.

„Sie wurden Erotikthriller genannt. Ehrlich gesagt habe ich dort meine ersten Erfahrungen gesammelt und gelernt, wie man Licht einsetzt. Und zwar schnell. Wir haben Filme in 15 Tagen gedreht, bei einem Film mit großem Budget hat man ihn in 18 Tagen gedreht.“
Pfister drehte 1991 seinen ersten Spielfilm, „The Unborn“. Danach drehte er eine Reihe unabhängiger B-Movies, typischerweise in 15-Tage-Rhythmen. Viele dieser frühen Filme wurden von Gregory Dark inszeniert.
1995 bat Papamichael Pfister, für ihn bei Diane Keatons „Unstrung Heroes“ (1995) zu fotografieren.
1998 drehte Pfister „The Hi-Line“ im tiefsten Winter in Montana mit einem Budget von 300.000 Dollar, der im Wettbewerb des Sundance Film Festivals lief. Dort lernte er Nolan kennen, der mit einem Film auf demselben Festival vertreten war.
Pfisters erste Zusammenarbeit mit Nolan fand beim Neo-Noir-Thriller „Memento“ (2000) statt. Danach wurde er Nolans regelmäßiger Kameramann bei dessen folgenden Filmen.
Für seine sieben Filme, bei denen Nolan Regie führte, erhielt Pfister vier Nominierungen für den Oscar für die beste Kamera, darunter eine für seine Arbeit an „Inception“ im Jahr 2011.

„Wir hatten eine tolle Beziehung. Wir haben uns gegenseitig herausgefordert. Seit wir an seinem zweiten Film und meinem ersten Film von entsprechender Qualität gearbeitet haben, betraten wir beide gemeinsam diese schöne neue Welt“, erinnert sich Pfister im Interview mit "The Talks" an die Arbeit mit Nolan zurück. „Wir sind in gewisser Weise gemeinsam erwachsen geworden. Er war zweifellos die Autorität in dieser Sache, aber ich glaube, er hat von mir gelernt, so wie ich von ihm, und dann haben wir gemeinsam etwas aufgebaut. Bei den letzten Filmen hatten wir eine großartige, mühelose Kommunikation, in der wir wirklich im großen Stil kreativ sein konnten. Und diese Art der Zusammenarbeit basiert absolut auf Respekt. Das ist unglaublich wichtig, und man merkt es, wenn es nicht so ist – man erkennt es, wenn es nicht so ist.“

Pfister erklärte, er habe „viele Projekte abgelehnt (darunter mehrere „Harry Potter“-Filme), manchmal nur, um für Nolan verfügbar zu sein oder um zu Hause bei meiner Familie zu bleiben“.
Ihre Zusammenarbeit endete 2012 mit „The Dark Knight Rises“, als Pfister die Chance bekam, bei seinem ersten Film „Transcendence“ Regie zu führen.
„Ich suchte nach einer Veränderung in meinem Leben; ich hatte 15 Jahre lang als Kameramann und insbesondere mit Christopher Nolan gearbeitet. Und ich wollte einfach etwas anderes ausprobieren … nicht nur künstlerisch, sondern auch privat, und so kam ich schließlich zu ,Transcendence‘“, blickt Pfister im Interview mit "The Talks" zum Wechsel auf den Regiestuhl zurück.
„Ich glaube, meine größte Ausdruckskraft als Kameramann bestand darin, das Material eines Regisseurs oder Autors zu interpretieren. Chris Nolan und ich haben im Laufe der sieben Filme, die wir gemeinsam drehten, eine unglaubliche Zusammenarbeit entwickelt: Ich interpretiere die Worte und die Intention und folge seinem Erzählstrang, während ich gleichzeitig meine eigene visuelle Interpretation meiner eigenen Ideen darstelle. Und so funktioniert diese Zusammenarbeit am besten.“
Hoyte van Hoytema ersetzte Pfister dann bei Nolans „Interstellar“, und nachdem Pfister seine Tätigkeit als Kameramann aufgegeben hatte, wurde Van Hoytema Nolans Stammkameramann.
Nolan fungierte allerdings noch als ausführender Produzent bei Pfisters Regiedebüt.
Danach arbeitete er hauptsächlich in der Werbung und im Fernsehen, darunter in Episoden von „Flaked“ und „The Tick“.
 

Filmographie:

1988: Tanner for President (Mini-Serie)
1989: After Midnight
1990: Straßen des Schreckens (Streets)
1990: Eine verhängnisvolle Verbindung (Body Chemistry)
1990: Slumber Party Massacre III
1990: Rollerboys
1990: Naked Obsession
1991: Die Alptraumbraut (The Perfect Bride, Fernsehfilm)
1991: Lederjacken – Sie kennen kein Gesetz (Leather Jackets)
1991: Unborn – Kind des Satans (The Unborn)
1991: Inside Out
1991: Barbara Stanwyck: Fire and Desire (Fernsehfilm)
1991: Lower Level – Todesangst im Hochhaus (Lower Level)
1992: In the Heat of Passion – Mord aus Leidenschaft
1992: Secret Games
1992: Inside Out II
1992: Night Crimes
1992: Inside Out III
1992: Animal Crimes
1992: Inside Out IV
1992: Colors of Crime (Sketch Artist)
1993: Stiefmutter – Stiefmonster (Stepmonster)
1993: 883: Nord sud ovest est
1993: Amityville – A New Generation
1993: Wild Palms (Mini-Serie)
1994: Animal Instinct 2 (Mirror Images II)
1994: Past Tense – Abgründe der Leidenschaft (Fernsehfilm)
1994: Das Objekt der Begierde (Object of Obsession)
1994: Animal Instincts II
1994: Blackout (Stranger by Night)
1995: Evil Date – Verabredung mit dem Teufel (The Granny)
1995: Während du schliefst (While You Were Sleeping)
1995: Rusta – Planet der Tränen (White Dwarf)
1995: Entfesselte Helden (Unstrong Heroes)
1995: Secret Games 3
1996: Phenomenon – Das Unmögliche wird wahr (Phenomenon)
1996: Cherokee Kid – Der Racheengel (The Cherokee Kid)
1997: Austin Powers – Das Schärfste, was Ihre Majestät zu bieten hat (Austin Powers: International Man of Mystery)
1997: Mäusejagd (Mousehunt)
1998: Dennis – Widerstand zwecklos (Dennis the Menace Strikes Again!)
1998: Glory, Glory (Fernsehfilm)
1998: Familienchaos (Rhapsody in Bloom, Fernsehfilm)
1998: Frühstück mit Einstein (Breakfast with Einstein)
1999: The Hi-Line 
1999: Instinkt (Instinct)
1999: Stuart Little
2000: The Million Dollar Hotel
2000: Mexico City
2000: Memento
2000: Verborgene Wahrheit (Sharing the Secret, Fernsehfilm)
2001: Heimkehr in den Tod (Sanctuary)
2001: Scotland, PA
2001: Rustin
2002: Laurel Canyon
2002: Insomnia – Schlaflos (Insomnia)
2003: The Italian Job – Jagd auf Millionen (The Italian Job)
2005: Batman Begins
2005: Slow Burn – Verführerische Falle (Slow Burn)
2006: Prestige – Die Meister der Magie (The Prestige)
2008: The Dark Knight
2010: Inception
2011: Die Kunst zu gewinnen – Moneyball (Moneyball)
2012: The Dark Knight Rises
2012: Marley
2014: Transcendence (Regie)

Playlist:

01. Hans Zimmer & James Newton Howard - Eptesicus (Batman Begins) - 04:20 
02. Mark Isham - Physical Evidence (Sketch Artist) - 04:09 
03. Daniel Licht - Main Title (Amityville: A New Generation) - 02:00 
04. Ryuichi Sakamoto - The Beach (Wild Palms) - 04:11 
05. David Julyan - A New Trick (The Prestige) - 04:29 
06. David Julyan - Call to Hap's Window (Insomnia) - 03:45 
07. Peace Orchestra - Who Am I? (Memento) - 04:21 
08. Paul Oakenfold - Amnesia (Memento) - 04:37 
09. Danny Elfman - Into the Wild (Instinct) - 08:48 
10. Thomas Newman - There Is No Conspiracy (Unstrung Heroes) - 03:35 
11. Randy Edelman - Riverside Walk (While You Were Sleeping) - 05:22 
12. Thomas Newman - Phenomenon (Phenomenon) - 03:44 
13. Alan Silvestri - End Credits (Mouse Hunt) - 05:36 
14. Alan Silvestri - Tearful Goodbyes (Stuart Little) - 04:45 
15. Mark Isham - Jack and Ray (Sketch Artist) - 03:58 
16. Radiohead - Treefingers (Memento) - 04:45 
17. Ryuichi Sakamoto - Tully Hooked (Wild Palms) - 03:12 
18. Thomas Newman - Is Unstrung (Unstrung Heroes) - 03:12 
19. Jeff Rona - Main Title (Slow Burn) - 05:30 
20. John Powell - Venice Gold Heist (The Italian Job) - 04:40 
21. Hans Zimmer - The End (The Dark Knight Rises) - 06:13 
22. Mychael Danna - The Streak (Moneyball) - 03:03 
23. Moby - First Cool Hive (Memento) - 04:50 
24. Mychael Danna - Healing the Sick (Transcendence) - 04:09 
25. Hans Zimmer - Radical Notion (Inception) - 03:43 
26. Jon Hassell, Gregg Arreguin, Jamie Muhoberac & Peter Freeman - Amsterdam Blue (The Million Dollar Hotel) - 09:19

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