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Freitag, 5. Juni 2026

Playlist #451 vom 14.06.2026 - TAYLOR HACKFORD Special

Seit seinem Erfolg mit dem romantischen Drama „Ein Offizier und Gentleman“ (1982) hat sich Taylor Hackford zu einem der namhaftesten Regisseure und Produzenten in Hollywood entwickelt. Zu seinen Credits zählen neben dem Oscar-prämierten Kurzfilm „Teenage Father“ (1978) auch die erfolgreiche Stephen-King-Verfilmung „Dolores“, der Okkult-Thriller „Im Auftrag des Teufels“, die Thriller „Lebenszeichen - Proof of Life“ und „Gegen jede Chance“ sowie die Biopics „Chuck Berry: Hail! Hail! Rock’n‘Roll“ und „Ray“. Musikalisch bietet die Sendung Kompositionen von Jack Nitzsche, Danny Elfman, James Newton Howard, Craig Armstrong, Michel Colombier und David Buckley
Hackford wurde am 31. Dezember 1944 im kalifornischen Santa Barbara geboren, besuchte die Santa Barbara High School und studierte an der University of Southern California Rechtswissenschaften im Vorstudium mit den Schwerpunkten Internationale Beziehungen und Wirtschaftswissenschaften.
Nach seinem Abschluss leistete er Freiwilligendienst beim Peace Corps in Bolivien, wo er in seiner Freizeit begann, mit Super-8-Filmen zu arbeiten. Er entschied, dass er keine juristische Laufbahn einschlagen wollte, und nahm stattdessen eine Stelle in der Poststelle des in Los Angeles ansässigen öffentlichen Senders KCET an. Bei KCET fungierte er 1970 als Associate Producer für das Leon-Russell-Special „Homewood“. Im Jahr 1973 produzierte er bei KCET das einstündige Special „Bukowski“ (über den Dichter Charles Bukowski) unter der Regie von Richard Davies. Hackford war er einer der Ersten, der Rock’n’Roll-Sendungen ins amerikanische Fernsehen brachte und dort etablierte.
Er erschuf auch etliche preisgekrönte Dokumentarfilme für die Kulturredaktion des Senders und fungierte außerdem als investigativer Reporter für die Nachrichtenredaktion. 1979 wurde ihm für seinen ersten Film, „Teenage Father“, bei dem er Regie führte, das Drehbuch schrieb und sein eigener Produzent war, ein Oscar in der Kategorie Bester Live-Action Kurzfilm verliehen. Sein Spielfilmdebüt gab er dann 1980 mit „Alle meine Stars“ mit Ray Sharkey und Peter Gallagher in den Hauptrollen.
Sowohl für seine Dokumentarfilme als auch für seine journalistischen Beiträge erhielt er einen Associate Press Award sowie zwei Emmy Awards. 
Sein zweiter Spielfilm, „Ein Offizier und Gentleman“, mit Richard Gere und Debra Winger in den Hauptrollen, wurde 1982 zu einem großen Publikumserfolg und erhielt auch von den Kritikern viel Lob. Bei fünf Nominierungen gewann der Film in zwei Kategorien: Louis Gosset, Jr. wurde als Bester Nebendarsteller und „Up Where We Belong“ als Bester Originalsong ausgezeichnet. Zusätzlich bekam Hackford für seine herausragende Leistung eine Nominierung vom Verband der Regisseure, der Directors Guild of America.
Bei all seinen weiteren Filmen betätigte sich Taylor Hackford gleichzeitig als Regisseur und Produzent, darunter das Neo-Noir-Drama „Gegen jede Chance“ (1984) mit Jeff Bridges, Rachel Ward und James Woods, „White Nights – Nacht der Entscheidung“ (1985) mit Mikhail Baryshnikov, Gregory Hines, Helen Mirren und Isabella Rossellini, „Ein Leben voll Leidenschaft“ (1988) mit Dennis Quaid, Jessica Lange und John Goodman sowie der gefeierte Dokumentarfilm „Chuck Berry: Hail! Hail! Rock ’n’ Roll“ (1987) mit Chuck Berry und Keith Richards. 
Hackford gründete die Produktionsfirma New Visions Pictures, um mit anderen Regisseuren qualitativ hochwertige Filme mit bescheideneren Budgets zu realisieren. Zu seinen Produktionen gehören u.a. der hoch gelobte „Der lange Weg“ mit Sissy Spacek und Whoopi Goldberg, „Queens Logic“ mit einem Ensemble-Cast, darunter John Malkovich, Kevin Bacon, Joe Mantegna, Jamie Lee Curtis und Linda Fiorentino, „Tödliche Gedanken“ mit Demi Moore, Glenn Headley und Bruce Willis sowie „Wehrlos“ mit Barbara Hershey, Mary Beth Hurt und Sam Shepard.
Seit seiner Zeit als freiwilliges Mitglied des Friedenscorps in Südamerika (1968-69) ist Hackford von der lateinamerikanischen Kultur in all ihren Facetten fasziniert. So entwickelte und produzierte er mit „La Bamba“ das Biopic über Ritchie Valens, durch den Lou Diamond Phillips in seiner Filmkarriere durchstartete. Mit einem Drehbuch und unter der Regie von Luis Valdez wurde „La Bamba“ zu einem Überraschungserfolg und eröffnete vielen Latino-Künstlern in Hollywood neue Möglichkeiten.
Fünf Jahre später kehrte Taylor Hackford hinter die Kamera zurück und realisierte mit „Blood In, Blood Out – Verschworen auf Leben und Tod“, für den er 1993 auf dem Filmfestival in Tokio mit dem Preis für die Beste Regie ausgezeichnet wurde, ein episches Drama über East L.A. Zu einem Publikums- und Kritikererfolg avancierte sein darauffolgender Spielfilm, die Adaption von Stephen Kings Bestseller „Dolores Claiborne“ (1995) mit Kathy Bates und Jennifer Jason Lee in den Hauptrollen.
1996 entdeckte Hackford unveröffentlichtes Dokumentarfilm-Material zum legendären Boxkampf und die Titelverteidigung zwischen Muhammed Ali und George Foreman in Zaire, Afrika. Das Original-Material war 1974 vom Filmemacher Leon Gast gedreht worden; Hackford setzte es zu einem Dokumentarfilm ganz neu zusammen, wozu er auch aktuelle Interviews mit u.a. Spike Lee, Norman Mailer, George Plimpton führte. Er ließ so im Schneideraum in Ergänzung des historischen Materials den ganzen Hype, die Politik und die Figuren um jenes legendäre Ereignis wieder lebendig werden. Der vollendete Film, „When We Were Kings – Einst waren wir Könige“, war 1996 auf dem Sundance Film Festival ein großer Hit und wurde 1997 mit einem Oscar in der Kategorie Bester Dokumentarfilm ausgezeichnet.
1998 führte Hackford bei dem weltweit erfolgreichen und von der Kritik gefeierten Film „Im Auftrag des Teufels“ Regie. In dieser zeitgenössischen Fabel, die in der Welt der mächtigen New Yorker Juristen spielt, verkörpern Al Pacino und Keanu Reeves die Hauptrollen. 2001 realisierte Hackford den spannungsgeladenen Thriller „Lebenszeichen — Proof of Life“ mit Meg Ryan, Russell Crowe und David Morse, basierend auf William Prochnaus „Vanity Fair“-Artikel „Adventures in the Ransom Trade“, in dem über den wahren Fall der Entführung des amerikanischen Geschäftsmannes Thomas Hargrove berichtet wurde.
2004 drehte Hackford mit „Ray“ eine Biografie des Musikers Ray Charles. Der Film erhielt zahlreiche Oscar-Nominierungen. Hauptdarsteller Jamie Foxx wurde schließlich als Bester Hauptdarsteller ausgezeichnet.
„Meine stolzesten Momente bei ,Ray‘ waren jene in den sogenannten ‚Chitlin‘ Clubs‘. Ray Charles beendete sein Leben in Konzertsälen, in die die Leute im Smoking gingen, um einem Genie schweigend bei seinem Auftritt zuzuhören. Doch in diesen Clubs musste er die Leute dazu bringen, aufzustehen und zu tanzen“, blickte Hackford auf die Arbeit an dem Film zurück. „Ich versuchte, ein wenig von dieser Energie und dieser Ausgelassenheit auszudrücken. Das Großartige an der Musik ist, wenn man die Leute von den Sitzen reißen kann.“
Für Hackford, der nie eine Filmhochschule besucht hat, spielte Musik immer eine große Rolle in seinem Leben.
„Ich fühle mich beim Inszenieren von Musik sehr wohl, und ich glaube, das sieht man dem Ergebnis auch an.“ Hackford führte zudem bei Musikvideos Regie, darunter bei „Against All Odds (Take a Look at Me Now)“ von Phil Collins und „Say You, Say Me“ von Lionel Richie.
Am 25. Juli 2009 wurde Hackford zum Präsidenten der Directors Guild of America gewählt und zwei Jahre später für eine zweite, zweijährige Amtszeit als Präsident wiedergewählt.
Zu seinen letzten Filmen zählte der Jason-Statham-Action-Film „Parker“ (2013) und die romantische Komödie „The Comedian – Wer zuletzt lacht“ (2016) mit Robert De Niro.

Filmografie: 

1973: Economic Love-In (Fernsehfilm) 
1973: Bukowski 
1978: Teenage Father (Kurzfilm) 
1980: Alle meine Stars oder Idolmaker – Das schmutzige Geschäft des Showbusiness (The Idolmaker) 
1982: Ein Offizier und Gentleman (An Officer and a Gentleman) 
1984: Gegen jede Chance (Against All Odds) 
1985: White Nights – Die Nacht der Entscheidung (White Nights) 
1986: A Tribute to Rick Nelson (Fernsehfilm) 
1987: Chuck Berry – Hail! Hail! Rock 'n' Roll 
1987: La Bamba (Produzent) 
1988: Ein Leben voller Leidenschaft (Everybody’s All-American) 
1989: Rooftops – Dächer des Todes (Rooftops) 
1991: Geboren in Queens (Queens Logic) 
1993: Blood in, Blood out – Verschworen auf Leben und Tod (Bound by Honor) 
1995: Dolores (Dolores Claiborne) 
1996: When We Were Kings (Produktion und Schnitt) 
1997: Im Auftrag des Teufels (The Devil’s Advocate) 
1999: Greenwich Mean Time (Produzent) 
2000: Lebenszeichen – Proof of Life (Proof of Life) 
2004: Ray 2010: Love Ranch 
2013: Parker 
2013: Company Town (Fernsehfilm) 
2014: Dangerous Liaisons (Fernsehfilm) 
2016: The Comedian 

Playlist:

01. Jack Nitzsche - The Morning After Love Theme (An Officer and a Gentleman) - 03:10 
02. Larry Carlton & Michel Colombier - The Job (Against All Odds) - 06:11 
03. Michel Colombier - Suite (White Nights) - 07:14 
04. Bill Conti - Miklo Goes Home (Blood In Blood Out) - 03:44 
05. Danny Elfman - The Old Well (Dolores Claiborne) - 05:29 
06. Danny Elfman - Main Title (Proof of Life) - 05:52 
07. James Newton Howard - Lovemaking (Devil's Advocate) - 03:32 
08. Craig Armstrong - Dreams of Ray III (Ray) - 04:55 
09. Bill Conti - Prison (Blood In Blood Out) - 05:55 
10. Terence Blanchard - Jackie's Lament (The Comedian) - 05:34 
11. Virgil Fox - Air On the G String (Devil's Advocate) - 04:28 
12. David Buckley - Seed Money (Parker) - 03:53 
13. Lee Ritenour - Love Theme (An Officer and a Gentleman) - 05:20 
14. Michael Lang - Rendez-vous (Devil's Advocate) - 03:40 
15. Craig Armstrong - Della's Theme (Ray) - 04:46 
16. Terence Blanchard - Tit For Tat Nocturne (The Comedian) - 06:49 
17. Bill Conti - End Credits (Blood In Blood Out) - 05:28 
18. David Buckley - Peeping Leslie (Parker) - 07:14 
19. Danny Elfman - The Inquest (Dolores Claiborne) - 06:14 
20. Craig Armstrong - Dreams of Ray II (Ray) - 03:51 
21. Danny Elfman - The Rescue (Proof of Life) - 03:37 
22. James Newton Howard - Weaver (Devil's Advocate) - 04:05 
23. Larry Carlton & Michel Colombier - Love and Murder of a Friend (Against All Odds) - 09:27

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