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Sonntag, 1. Februar 2026

Playlist #442 vom 08.02.2026 - DAVID SHIRE Special

David Shire zählte in den 1970er Jahren mit seinen Arbeiten zu Francis Ford Coppolas „Der Dialog“ (1974) und Filmen wie „Stoppt die Todesfahrt der U-Bahn 123“ (1974), „Die Hindenburg“ (1975), „Fahr zur Hölle, Liebling“ (1975) und „Die Unbestechlichen“ (1976) zu den profiliertesten Komponisten in Hollywood, aber auch bei Musik-Filmen und Musicals wie „Saturday Night Fever“, „Baby“ und „Big“ bewies Shire seine Könnerschaft. In der heutigen Sendung gibt es vor allem seine Filmmusik nicht nur zu den eingangs erwähnten Werken, sondern auch zu dem fürs Fernsehen gedrehte Remake des Hitchcock-Klassikers „Das Fenster zum Hof“ (1998), Peter Hyams‘ „2010: Das Jahr, in dem wir Kontakt aufnehmen“ (1984) und David Finchers „Zodiac – Die Spur des Killers“ (2007) zu hören.
David Shire wurde am 3. Juli 1937 in Buffalo, New York, als Sohn von Esther Miriam (geb. Sheinberg) und Irving Daniel Shire, einem Bandleader und Klavierlehrer der Buffaloer Gesellschaftskapelle, geboren. An der Yale University lernte er seinen langjährigen Theaterpartner, den Liedtexter und Regisseur Richard Maltby Jr., kennen. Gemeinsam schrieben sie die Musicals „Cyrano“ und „Grand Tour“, die von der Yale Dramatic Association aufgeführt wurden. Shire war außerdem Co-Leiter des Jazzensembles Shire-Fogg Quintet in Yale und studierte als Phi-Beta-Kappa-Student Anglistik und Musik im Doppelstudium. 1959 schloss er sein Studium 1959 mit Auszeichnung ab.
Nach einem Semester Aufbaustudium an der Brandeis University und sechs Monaten Dienst in der Infanterie der Nationalgarde der US-Armee ließ sich Shire in New York City nieder. Dort arbeitete er als Pianist in Tanzkursen, bei Theaterproben und im Orchestergraben sowie als Musiker in einer Gesellschaftskapelle, während er gleichzeitig unentwegt mit Maltby an Musicals arbeitete. Ihre erste Off-Broadway-Show, „The Sap of Life“, wurde 1961 im One Sheridan Square Theater in Greenwich Village aufgeführt. 1963 schrieb er zusammen mit Bob Goldstein den Song „Washington Square“ für die Village Stompers.
Als Proben- und Orchesterpianist begann Shire mit Barbra Streisand in „Funny Girl“ (1964–67) zusammenzuarbeiten und wurde schließlich ihr fester Begleiter und gelegentlicher Arrangeur. Sie nahm fünf seiner Lieder auf und hob das von Maltby und Shire komponierte Stück „Starting Here, Starting Now“ in ihrem Fernsehspecial und der dazugehörigen Aufnahme „Color Me Barbra“ (1966) hervor. Parallel dazu schrieb Shire Bühnenmusik (unter anderem für Peter Ustinovs „Der unbekannte Soldat und seine Frau“ im Lincoln Center, 1967), was er auch in den folgenden Jahren fortsetzte: Off-Broadway-Produktionen mit seiner Musik waren beispielsweise „Wie es euch gefällt“ beim New Yorker Shakespeare Festival (1973), Smulniks „Walzer“ (1991), Donald Margulis’ „Das Loman-Familienpicknick“ (1993) und „Visiting Mr. Green“ (1997).
In den 1960er-Jahren begann Shire, Filmmusik für das Fernsehen zu komponieren, und wechselte Anfang der 1970er-Jahre zu Kinofilmen. Er heiratete die Schauspielerin Talia Shire, für deren Bruder Francis Ford Coppola er 1974 die Filmmusik zu „Der Dialog“ komponierte – sein wohl bekanntester Soundtrack. An einigen Stellen verzerrte Shire die Klavieraufnahmen auf verschiedene Weise, um alternative Klangtexturen zu schaffen und den Soundtrack abzurunden. Die Musik sollte die Isolation und Paranoia des Protagonisten Harry Caul (Gene Hackman) einfangen.
Shire komponierte später ursprünglich auch den Score zu Coppolas Meisterwerk „Apocalypse Now“ (1979), doch wurde dieser verworfen und erst später als „David Shire’s Apocalypse Now – The Unused Score“ von La-La Land Records veröffentlicht.
Zu seinen weiteren Filmen zählen „Zwei Menschen unterwegs“, „Stoppt die Todesfahrt der U-Bahn 123“, „Die Hindenburg“, „Fahr zur Hölle, mein Liebling“, „Die Unbestechlichen“, „Die haarsträubende Reise in einem verrückten Bus“, „2010: Das Jahr, in dem wir Kontakt aufnehmen“, „Oz – Eine fantastische Welt“, „Nummer 5 lebt!“, „Max Dugans Moneten“ und „Zodiac“. Er komponierte die Originalmusik für „Saturday Night Fever“ (für die er zwei Grammy-Nominierungen erhielt) und arbeitete außerdem an mehreren Disco-Adaptionen mit, darunter „Night on Disco Mountain“. 1979 gewann er den Oscar für den besten Song für den Titelsong „It Goes Like It Goes“, den er zusammen mit Norman Gimbel für den Film „Norma Rae“ geschrieben hatte. Im selben Jahr wurde er in derselben Kategorie auch für „I'll Never Say Goodbye“ aus dem Film „The Promise“ nominiert; der Text stammt von Marilyn Monroe und Alan Bergman. 1979 erreichte sein Song „With You I‘m Born Again“, aufgenommen von Billy Preston und Syreeta, die Top 5 der internationalen Charts und hielt sich 26 Wochen in den Charts.
Für den Titelsong von „Stoppt die Todesfahrt der U-Bahn 123“ komponierte Shire einen Jazz-Funk-Groove in B-Moll und gestaltete die Melodien und Akkorde aus atonalen Zwölftonreihen in kurzen, unterschiedlich geformten Motivsequenzen. Der Abspann enthält ein ausführlicheres Arrangement des Themas.
Shires Filmmusiken wurden fünfmal für den Emmy nominiert. Zu seinen Hunderten von Kompositionen für das Fernsehen zählen: „Killer Bees“, „Raid on Entebbe“, „The Kennedys of Massachusetts“, „Serving In Silence: The Margarethe Cammermeyer Story“, „Das Fenster zum Hof“ mit Christopher Reeve, „Die Frauen von Brewster Place“ mit Oprah Winfrey und „The Heidi Chronicles“. Er komponierte außerdem die Titelmelodien für die Fernsehserien „Alice and McCloud“ und die Sitcom „The Practice“ mit Danny Thomas (1976–1977).
Shires Stil als Film- und Fernsehkomponist wird oft mit dem seines verstorbenen Kollegen und Zeitgenossen Jerry Fielding verglichen.
Ab Mitte der 1980er Jahre waren Shires Arbeiten nur noch selten im Kino zu hören, und er konzentrierte sich verstärkt auf die Arbeit fürs Fernsehen. 2007 feierte er ein Kino-Comeback mit der sparsamen Originalmusik für David Finchers Thriller „Zodiac – Die Spur des Killers“. Es folgten noch Scores für Peter Hyams‘ Thriller „Gegen jeden Zweifel“ (2009), Noah Pritzkers Komödie „Quitters“ (2015), Jenna Rickers Verschwörungsthriller „The American Side“ (2016), Russell Harbaughs Romanze „Love After Love“ (2017) und zuletzt David Gutniks Drama „Brighton Beach“ (2020).

Filmografie: 

1967-1970: CBS Playhouse (TV-Serie, 7 Folgen) 
1969-1970: Die Leute von der Shiloh Ranch (The Virginian, TV-Serie, 5 Folgen) 
1970: Ein Sheriff in New York (McCloud, TV-Serie, 7 Folgen) 
1971: Heißes Gold aus Calador (One More Train to Rob) 
1971: Beginn einer Ehe (Marriage: Year One) (Fernsehfilm) 
1971: Das ungeduldige Herz (The Impatient Heart) (Fernsehfilm))
1971: Zwei Galgenvögel (Skin Game) 
1971: Der Chef (Episode: The Priest Killer) (Fernsehfilm) 
1971: Is There a Doctor in the House (Fernsehfilm) 
1971: Drive, He Said 
1971-1972: Sarge (TV-Serie, 10 Folgen) 
1971: See the Man Run (Fernsehfilm) 
1971: Summertree 
1971-1972: Getting Together (TV-Serie) 
1971: Harpy (Fernsehfilm) 
1972: To Find a Man 
1973: Isn’t It Shocking? (Fernsehfilm) 
1973: Die Geier warten schon (Showdown) 
1973: College-Liebe (Class of ’44) 
1973: Zwei Menschen unterwegs (Two People) 
1973: Ganoven auf Abwegen (Steelyard Blues) 
1974: Spuren im Sand (The Godchild, Fernsehfilm) 
1974: The Virginia Hill Story (Fernsehfilm) 
1974: Stoppt die Todesfahrt der U-Bahn 123 (The Taking of Pelham One Two Three) 
1974: Der Dialog (The Conversation) 
1974: Sie können’s nicht lassen (Sidekicks, Fernsehfilm) 
1974: Tell Me Where It Hurts (Fernsehfilm) 
1974: The Tribe (Fernsehfilm) 
1974: Doctor Dan (Fernsehfilm) 
1974: The Healers (Fernsehfilm) 
1974: Killer Bees (Fernsehfilm) 
1974-1975: Lucas Tanner (TV-Serie, 11 Folgen) 
1975: Die Hindenburg (The Hindenburg) 
1975: Fahr zur Hölle, Liebling (Farewell, My Lovely) 
1975: Mitgiftjäger (The Fortune) 
1975: Winner Take All (Fernsehfilm) 
1975: Joe and Sons (TV-Serie) 
1976: Amelia Earhart (Fernsehfilm) 
1976: Und morgen wird ein Ding gedreht (Harry and Walter Go to New York) 
1976: Die haarsträubende Reise in einem verrückten Bus (The Big Bus) 
1976: Die Unbestechlichen (All the President’s Men) 
1976-1977: Sirota’s Court (TV-Serie, 13 Folgen) 
1977: Something for Joey (Fernsehfilm) 
1977: The Greatest Thing That Almost Happened (Fernsehfilm) 
1977: The Storyteller (Fernsehfilm) 
1977: Nur Samstag Nacht (Saturday Night Fever) 
1977: …die keine Gnade kennen (Raid on Entebbe) 
1978: Stunde der Bewährung (Straight Time) 
1978: The Defection of Simas Kudirka (Fernsehfilm) 
1978: Daddy, I Don’t Like It Like This (Fernsehfilm) 
1978: Straight Time: He Wrote It for Criminals (Fernsehfilm) 
1979: Die Chance seines Lebens (Fast Break) 
1979: The Promise 
1979: Norma Rae – Eine Frau steht ihren Mann (Norma Rae) 
1979: Diane 
1981: Amanda lässt die Puppen tanzen (The Night the Lights Went Out in Georgia) 
1981: Homerún (Fernsehfilm) 
1981: Mrs. Hines & Tochter (Only When I Laugh) 
1981: Ich brauche einen Erben (Paternity)
1981: Norma Rae (Fernsehfilm) 
1982: Garp und wie er die Welt sah (The World According to Garp) 
1983: Max Dugans Moneten (Max Dugan Returns) 
1984: Oh Gott! Du Teufel (Oh God! You Devil) 
1984: 2010: Das Jahr, in dem wir Kontakt aufnehmen (2010: The Year We Make Contact) 
1985: Blue Yonder – Flug in die Vergangenheit (The Blue Yonder, Fernsehfilm) 
1985: Oz – Eine fantastische Welt (Return to Oz) 
1985: Vergesst die Liebe nicht (Do You Remember Love, Fernsehfilm) 
1986: Nacht, Mutter (Night, Mother) 
1986: Nummer 5 lebt! (Short Circuit) 
1986: Trage deines Bruders Bürde (Promise, Fernsehfilm) 
1987: Final Night – Die letzte Nacht (Backfire) 
1987: Sturz ins Dunkel – Die Geschichte einer Mutter (Convicted: A Mother’s Story, Fernsehfilm) 
1987: Mayflower Madam (Fernsehfilm) 
1988: Ich bin Du Vice Versa) 
1988: Der Schrei nach Liebe (God Bless the Child, Fernsehfilm) 
1988: Der Affe im Menschen (Monkey Shines) 
1988: Jesse – Engel im Tal des Todes (Jesse, Fernsehfilm) 
1989: Steven – Die Entführung (I Know My First Name Is Steven) (Fernsehfilm) 
1989: Brewster Place (The Women of Brewster Place, Mini-Serie) 
1990: The Kennedys of Massachusetts (Mini-Serie) 
1990: Keine Zeit für Tränen (A Promise to Keep, Fernsehfilm) 
1990: Babynapping – Roberts Entführung (Always Remember I Love You, Fernsehfilm) 
1990: Das große Erdbeben in L.A. (The Big One: The Great Los Angeles Earthquake) (Fernsehfilm) 1991: Ein Meer für Sarah (Sarah, Plain and Tall, Fernsehfilm) 
1991: Wahre Freunde (The Boys, Fernsehfilm) 
1991: Tollwütig (Paris Trout, Fernsehfilm) 
1992: Der letzte Wunsch (Last Wish, Fernsehfilm) 
1992: Agenten leben einsam (Bed & Breakfast) 
1992: Bed of Lies (Fernsehfilm) 
1992: Broadway Familie (Broadway Bound) (Fernsehfilm) 
1992: Verhängnisvolle Liebe (Something to Live For: The Alison Gertz Story, Fernsehfilm) 
1992: Room for Two (TV-Serie, 5 Folgen) 
1992: Haus der Drachen (The Habitation of Dragons, Fernsehfilm) 
1992: Alptraum ohne Erwachen (Nightmare in the Daylight, Fernsehfilm) 
1992: Gut gezielt ist halb getroffen (Four Eyes and Six-Guns, Fernsehfilm) 
1993: Sarah zwischen Land und Meer (Skylark, Fernsehfilm) 
1993: Danielle Steel – Herzschlag für Herzschlag (Heartbeat, Fernsehfilm) 
1993: Die Ninja-Morde von Bel Air (Bloodlines: Murder in the Family, Fernsehfilm) 
1993: Was bleibt, ist die Erinnerung (Remember, Fernsehfilm) 
1994: Das Haus des Anderen (Jane’s House, Fernsehfilm) 
1994: Danielle Steel – Nur einmal im Leben (Once in a Lifetime, Fernsehfilm) 
1994: Der Mann, der niemals starb (The Man Who Wouldn’t Die) 
1994: Future Love (Fernsehfilm) 
1994: Lily in Winter (Fernsehfilm) 
1994: Der Ruf des Todes (Reunion, Fernsehfilm) 
1995: In der Hitze des Südens (A Father for Charlie, Fernsehfilm) 
1995: Serving in Silence: The Margarethe Cammermeyer Story (Fernsehfilm) 
1995: Die letzte Hoffnung (My Brother’s Keeper, Fernsehfilm) 
1995: My Antonia (Fernsehfilm) 
1995: Eine heiße Affäre (One Night Stand) 
1995: Tecumseh (Fernsehfilm) 
1995: Verlorene Träume (The Heidi Chronicles, Fernsehfilm) 
1995: Mörderische Gefühle (Murderous Intent, Fernsehfilm) 
1995: Der letzte Ritt (Streets of Laredo, Mini-Serie) 
1996: Jakes Frauen (Jake’s Women, Fernsehfilm) 
1995: Der Kampf ums Glück (Almost Golden: The Jessica Savitch Story, Fernsehfilm) 
1997: Letztes Gefecht am Saber River (Last Stand at Saber River, Fernsehfilm) 
1997: Tanzen mit Olivia (To Dance with Olivia, Fernsehfilm) 
1997: Alone (Fernsehfilm) 
1998: Alien Nightmare (Fernsehfilm) 
1997: Ms. Scrooge – Ein wundervoller Engel (Ms. Scrooge) 
1998: Das Fenster zum Hof (Rear Window, Fernsehfilm) 
1999: Double Platinum – Doppel Platin! (Double Platinum) 
1999: Privatdetektiv Spenser: Verdächtiges Schweigen (Spenser: Small Vices, Fernsehfilm) 
1999: Winter’s End – Wiederkehr der Liebe (Sarah, Plain and Tall: Winter’s End, Fernsehfilm) 
2000: Thin Air (Fernsehfilm) 
2002: Two Against Time (Fernsehfilm) 
2002: Ash Wednesday 
2004: The Tollbooth 
2007: Zodiac – Die Spur des Killers (Zodiac) 
2009: Gegen jeden Zweifel (Beyond a Reasonable Doubt) 
2015: Quitters 
2015: Walk On By 
2016: The American Side 
2017: Love After Love 
2020: Brighton Beach

Playlist: 

01. David Shire - Finale and End Credits (The Conversation) - 03:54 
02. David Shire - Preparations (Killer Bees) - 03:25 
03. David Shire - The Taking (The Taking of Pelham One Two Three) - 03:12 
04. David Shire - Three Mile Limited (Farewell, My Lovely) - 03:50 
05. David Shire - Suspect Montage (The Hindenburg) - 03:20 
06. David Shire - Finale and End Title (All the President's Men) - 02:48 
07. David Shire - God's Country (Three For The Road) - 03:32 
08. David Shire - Basketball (The Greatest Thing That Almost Happened) - 03:18 
09. David Shire - The Imprisonment (Raid On Entebbe) - 03:36 
10. David Shire - The Rescue (The Big Bus) - 05:18 
11. David Shire - Night On Disco Mountain (Saturday Night Fever) - 05:11 
12. David Shire - Welcome To Cadwallader (Fast Break) - 03:51 
13. David Shire - Remembrance Montage (Paternity) - 04:15 
14. David Shire - Enter Melanie - Enter Ella (Monkey Shines) - 03:56 
15. David Shire - Luddington Walk (Old Boyfriends) - 04:14 
16. David Shire - Main Title (Max Dugan Returns) - 04:09 
17. David Shire - Picnic Scene (Norma Rae) - 03:24 
18. David Shire - Central Park Flashback (Daddy, I Don't Like It Like This) - 03:14 
19. David Shire - Sarahendipity (Sarah, Plain & Tall) - 04:48 
20. David Shire - This Terrible Love… (Skylark) - 02:34 
21. David Shire - Night Scene/Joke Triumph (Short Circuit) - 04:17 
22. David Shire - Mattie Says Goodbye (The Women of Brewster Place) - 03:25 
23. David Shire - Main Title (The Journey Inside) - 03:11 
24. David Shire - Reunion (Last Stand at Saber River) - 05:03 
25. David Shire - Windows IV (Rear Window) - 03:56 
26. David Shire - New Worlds (2010) - 04:01 
27. David Shire - Strictures at an Exhibition (Small Vices) - 02:54 
28. David Shire - One Night Stand (One Night Stand) - 02:12 
29. David Shire - Night Montage (Jake's Women) - 02:24 
30. David Shire - Confrontation (Zodiac) - 03:34 
31. David Shire - One Guess Left/But Not For Much Lobger (Return To Oz) - 11:03

Samstag, 1. November 2025

Playlist #435 vom 02.11.2025 - GORDON WILLIS Special

Heute ist sein Name kaum noch bekannt, aber als Kameramann bei acht Filmen von Woody Allen, sechs von Alan J. Pakula und allen drei Teilen von Francis Ford Coppolas legendärer „Der Pate“-Trilogie prägte Gordon Willis den filmischen Look der 1970er Jahre wie kaum ein Zweiter. In der heutigen Sendung gibt es nicht nur die Musik von Nino Rota und Carmine Coppola aus der Mafia-Trilogie, sondern auch Musik aus verschiedenen Woody-Allen-Soundtracks und Kompositionen von Michael Small, James Horner, John Williams und David Shire zu den Filmen von Alan J. Pakula („Die Unbestechlichen“, „Vertrauter Feind“, „Aus Mangel an Beweisen“, „Zeuge einer Verschwörung“, „Klute“) zu hören.
Gordon Hugh Willis Jr. wurde am 28. Mai 1931 als Sohn zweier Tänzer im Broadway-Theater in Astoria im New Yorker Stadtteil Queens geboren. Später wurde sein Vater Make-up-Künstler bei Warner Bros. in Brooklyn. Willis fand bereits als Kind Gefallen an Filmen und wollte Schauspieler werden, bevor er sich erst für Licht und Bühnenbild, dann für Fotografie interessierte. Eine Zeitlang wollte er Modefotograf werden und Models fotografieren, die er aus dem Leben in Greenwich Village kannte.
Während des Koreakriegs diente Willis in der Luftwaffe und schaffte es, dem Photographic and Charting Service in einer Filmeinheit beizutreten. „Ich habe vier Jahre damit verbracht, alles zu lernen, was ich konnte, um Filme zu machen“, sagte Willis. Nachdem er die Air Force verlassen hatte, half ihm ein Freund, der East Coast Union in New York beizutreten, und er begann, als stellvertretender Kameramann zu arbeiten und sich etwa dreizehn Jahre später zu einem ersten Kameramann hochzuarbeiten. Er arbeitete in der Werbung, drehte zahlreiche Werbespots und machte eine Reihe von Dokumentarfilmen, eine Disziplin, die seinen späteren Stil stark beeinflusste. „Man lernt zu beseitigen, anstatt hinzuzufügen“, sagte Willis über seine Zeit, Dokumentarfilme zu machen. „Das verstehen nicht viele Leute.“
Er war Kameramann der Spielfilmdokumentation „Windjammer“ (1958), die im Breitbildformat Cinemiracle gedreht wurde. Willis sagte einmal: „Ich bin ein Minimalist. Ich sehe die Dinge auf einfache Weise... Es liegt in der menschlichen Natur, Komplexität als besser zu definieren. Nun, das ist es nicht.“ 1969 engagierte Regisseur Aram Avakian Willis, um an seinem Film „End of the Road“ zu arbeiten.
Willis arbeitete für einige der renommiertesten Regisseure dessen, was heute als goldenes Zeitalter des amerikanischen Filmschaffens gilt. Er hat Amerikas urbane Paranoia in drei Filmen festgehalten, die er mit Alan J. Pakula gedreht hat: „Klute“ (1971), „The Parallax View – Zeuge einer Verschwörung“ (1974) und „Die Unbestechlichen“ (1976). 
Er arbeitete mit Hal Ashby an „Der Hausbesitzer“ (1970), mit James Bridges an „Zeit der Prüfungen“ (1973) und mit Herbert Ross an „Tanz in den Wolken“ (1981), drehte alle drei von Coppolas „Der Pate“-Filmen und arbeitete mit Woody Allen an einer Reihe von Filmen, darunter „Der Stadtneurotiker“ (1977) und „Manhattan“ (1979), aber auch an „Innenleben“ (1978), „Stardust Memories“ (1980), „Eine Sommernachts-Sexkomödie“ (1982), „Zelig“ (1983), „Broadway Danny Rose“ (1984) und „The Purple Rose of Cairo“ (1985). Allen sagte, dass die Zusammenarbeit mit Willis dazu beigetragen habe, seine technischen Fähigkeiten zu verbessern, und sagte von ihm: „Er ist ein Künstler. Er hat einen tollen Sinn für Humor - er hat mir viel beigebracht.“
Zwischen 1971 und 1977 arbeitete Willis an sieben Filmen, die insgesamt 39 Nominierungen für einen Oscar erhielten und 19 davon gewannen, drei davon als Bester Film. Doch zur Überraschung vieler Leute, die er beeinflusst hat, erhielt Willis nicht eine dieser Nominierungen.
Willis wurde später zweimal nominiert, einmal für seine Nachbildung der Fotografie der 1920er Jahre in Woody AllensZelig“ (1983) und dann für „Der Pate – Teil III“ (1990). Im Jahr 2009, bei den ersten Governors Awards, wurde Willis mit dem Academy Honorary Award für sein Lebenswerk ausgezeichnet.
Sein letzter Film war „Vertrauter Feind“ (1997) von Pakula. Über seine Entscheidung, in den Ruhestand zu gehen, sagte Willis: „Ich hatte es satt, Schauspieler aus Trailern zu holen und im Regen zu stehen.“
Bei einem Seminar über das Filmemachen, das er 2003 gab, sagte Willis: „Es ist schwer zu glauben, aber viele Regisseure haben keinen visuellen Sinn. Sie haben nur einen Sinn für Geschichtenerzählen.“ Er fügte hinzu: „Es ist das Urteil, für das sie bezahlen.“ In einem späteren Interview erklärte er, dass er, als er in Filmen anfing, „Dinge in visueller Struktur machte, die niemand im Geschäft tat, besonders in Hollywood“, und erklärte: „Ich habe nicht versucht, anders zu sein; Ich habe nur getan, was ich mochte“. Auf die Frage des Interviewers, wie er seinen Stil auf verschiedene Genres angewendet habe und mit verschiedenen Regisseuren zu arbeiten, antwortete Willis: „Sie suchen nach einer Formel; es gibt keine. Die Formel bin ich.“
Gordon Willis starb am 18. Mai 2014 an den Folgen einer Krebserkrankung in North Falmouth, Massachusetts, zehn Tage vor seinem 83. Geburtstag.
ASC-Präsident Richard Crudo sagte: „Er war einer der Giganten, die die Art und Weise, wie Filme aussahen, absolut veränderte. Bis zur Zeit von ,The Godfather‘ und ,The Godfather Part II‘ sah bisher nichts so aus. Er veränderte die Art und Weise, wie Filme aussahen und wie die Menschen Filme betrachteten.“
Willis' Arbeit wurde für seine Fähigkeit gefeiert, Schatten und unterbelichteten Film mit einer „Subtilität und Expressivität, die bisher auf Farbfilmbestand unbekannt war“, zu erzeugen.
Regisseur Francis Ford Coppola sagte über Willis: „Er hat ein natürliches Gefühl von Struktur und Schönheit, nicht unähnlich einem Renaissance-Künstler“, während Willis für seine Fähigkeit gelobt wurde, „Malerei“ zu nutzen, um „nicht nur den Look, sondern die eigentliche Bedeutung und das Gefühl eines Films“ zu definieren. Über das zeitgenössische Filmemachen im Jahr 2004 sagte Willis:

„Ich freue mich, dass Menschen fliegen können, Hunde sprechen können und alles Destruktive auf dem Bildschirm gestaltet werden kann, aber viel von dem, was getan wird, fehlt Struktur oder Geschmack. Wie ich in der Vergangenheit gefragt habe: Kann mir jemand die Definition einer Kamera geben? Es ist ein Werkzeug, ein Mittel zum Zweck. So ist ein Licht, und alles andere, was Sie auf dem Rücken stapeln können. Sie alle sollen das geschriebene Wort in bewegte Bilder umwandeln, die eine Geschichte erzählen.“

Filmografie:
1970: Der Weg in den Abgrund (End of the Road)
1970: Loving
1970: Der Hausbesitzer (The Landlord)
1970: Die netten Leute von nebenan (The People Next Door)
1971: Kleine Mörder (Little Murders)
1971: Klute
1972: Der Pate (The Godfather)
1972: In schlechter Gesellschaft (Bad Company)
1972: Sandkastenspiele (Up the Sandbox)
1973: Zeit der Prüfungen (The Paper Chase)
1974: Der Pate – Teil II (The Godfather - Part II)
1974: Zeuge einer Verschwörung (The Parallax View)
1975: Unter Wasser stirbt man nicht (The Drowning Pool)
1976: Die Unbestechlichen (All the President's Men)
1977: Der Stadtneurotiker (Annie Hall)
1977: September 30, 1955
1978: Innenleben (Interiors)
1978: Eine Farm in Montana (Comes A Horseman)
1979: Manhattan
1980: L ist nicht nur Liebe (Windows, auch Regie)
1980: Stardust Memories
1981: Tanz in den Wolken (Pennies From Heaven)
1982: Eine Sommernachts-Sexkomödie (A Midsummer Night's Sex Comedy)
1983: Zelig
1984: The Lost Honor of Kathryn Beck – Fernsehfilm
1984: Broadway Danny Rose
1985: The Purple Rose of Cairo
1985: Perfect
1986: Geschenkt ist noch zu teuer (The Money Pit)
1987: Jack, der Aufreißer (The Pick-Up Artist)
1988: Die grellen Lichter der Großstadt (Bright Lights, Big City)
1990: Aus Mangel an Beweisen (Presumed Innocent)
1990: Der Pate III (The Godfather - Part III)
1993: Malice – Eine Intrige (Malice)
1997: Vertrauter Feind (The Devil's Own)

Playlist:

01. Michael Small - Love Theme Frome Klute (Klute) - 03:47 
02. Michael Small - Parallax Test (The Parallax View) - 04:59 
03. Nino Rota - The Halls of Fear (The Godfather) - 04:21 
04. John Williams - The Bedroom Scene (Presumed Innocent) - 04:22 
05. James Horner - The Mortal Blow (The Devil's Own) - 05:10 
06. David Shire - CREEP Sequence I (All the President's Men) - 02:14 
07. Michael Small - Ella at Eventide / Roundup (Comes a Horseman) - 04:00 
08. Jerry Goldsmith - Clues (Malice) - 07:18 
09. Nino Rota - Remember Vito Andolini (The Godfather Part II) - 04:40 
10. Georges Delerue - Happiness (The Pick-Up Artist) - 07:52 
11. Count Basie - Flight of the Foo Birds (Annie Hall) - 03:23 
12. Michael Small - Goldfarb's Record (Klute) - 04:18 
13. Michael Small - Art In Cafeteria / Suitcase Bomb (The Parallax View) - 03:57 
14. James Horner - Rory's Arrest / Diaz Is Killed (The Devil's Own) - 04:15 
15. David Shire - Finale and End Title (All the President's Men) - 02:48 
16. Nino Rota - The Forties (The Godfather Part II) - 04:43 
17. Georges Delerue - The Win (The Pick-Up Artist) - 03:32 
18. Guy Lombardo And His Royal Canadians - A Sailboat In The Moonlight (Zelig) - 02:50 
19. Django Reinhardt - Body And Soul (Stardust Memories) - 03:28 
20. Tommy Dorsey and His Orchestra - Keepin' Out of Mischief Now (Interieurs) - 02:47 
21. Michael Small - Roping / Ella's Confession (Comes a Horseman) - 02:59 
22. John Williams - End Credits (Presumed Innocent) - 04:05 
23. Carmine Coppola & Nino Rota - The Godfather Intermezzo (The Godfather Part III) - 03:23 
24. Michael Small - Session Recordings (The Drowning Pool) - 06:20 
25. Georges Delerue - New York (The Pick-Up Artist) - 05:22 
26. Jerry Goldsmith - The Body (Malice) - 10:44

Mittwoch, 1. Oktober 2025

Playlist #433 vom 05.10.2025 - R.I.P. Robert Redford (1936-2025)

Robert Redford unzweifelhaft zu den bekanntesten Schauspielern seiner Generation und zu den wichtigsten Filmemachern, der als Initiator des Sundance Film Festivals vor allem Independent-Produktionen ein wichtiges Podium bietet. Darüber hinaus hat er sich als Umweltschützer einen Namen gemacht und kämpfte für die Rechte der indigenen Bevölkerung. Nach ersten Fernsehauftritten im Jahr 1960 (in Serien wie „Maverick“, „Rescue 8“, „Playhouse 90“, „Perry Mason“ und „Tate“) avancierte Redfordin den 1970er Jahren zu einem der populärsten Schauspieler der New-Hollywood-Generation und war auch als Regisseur erfolgreich.Nun verstarb die Hollywood-Legende am 16. September 2025 in Sundance, Utah, im Alter von 89 Jahren.
Der am 18. August 1936 im kalifornischen Santa Monica geborene Robert Redford wuchs in einfachen Verhältnissen auf, erhielt 1955 als herausragender Baseballspieler ein Stipendium der University of Colorado, doch brachen seine sportlichen und schulischen Leistungen nach dem Tod seiner Mutter ein. Nach dem Verlust seines Stipendiums jobbte Redford u.a. auf Ölfeldern und ging schließlich nach Europa, wo er in Paris und Florenz mehrere Kunstakademien besuchte und sich zeitweise als Straßenmaler versuchte. Nach seiner Rückkehr in die USA 1958 studierte Redford Theaterdesign am New Yorker Pratt Institute und entdeckte ab 1959 an der American Academy of Dramatic Arts seine Leidenschaft für die Schauspielerei.
Während er auf den Theaterbühnen schnell Erfolge feiern konnte, entwickelte sich seine Filmkarriere eher schleppend. Seine ersten Rollen hatte er in den Broadway-Produktionen „Tall Story“ und „Little Moon of Alban“. Das erste Mal vor der Kamera stand er für eine Folge der Fernsehserie „Maverick“, in der James Garner, Jack Kelly und Roger Moore die Hauptrollen spielten.
Nachdem er 1960 diverse Auftritte in TV-Serien wie „Perry Mason“, „Alfred Hitchcock Presents“ oder „Die Leute von der Shiloh Ranch“ hatte, konnte er 1962 in „Hinter feindlichen Linien“ sein Leinwanddebüt feiern. Der Film konnte sich zwar an den Kinokassen nicht durchsetzen, doch freundete sich Redford während der Dreharbeiten mit dem späteren Regisseur Sydney Pollack an, der hier ebenfalls als Filmschauspieler debütierte. Zunächst folgten noch etliche Flops wie die Kriegskomödie „Lage hoffnungslos – aber nicht ernst“ (1965) und das Drama „Ein Mann wird gejagt“ (1966). Mit der damals sehr populären Natalie Wood, einer ehemaligen Schulkameradin von der Van Nuys High School, drehte Redford erst „Verdammte, süße Welt“ (1965), dann „Dieses Mädchen ist für alle“ (1966), Redfords erster Zusammenarbeit mit Regisseur Sydney Pollack. 
Erst 1967 wurde Redford in „Barfuß im Park“ einem größeren Publikum bekannt und zwei Jahre später in George Roy Hills Westernkomödie „Zwei Banditen“ an der Seite von Paul Newman zum Superstar. 
Butch Cassidy und Sundance Kid“ (so der Alternativtitel) traf den liberalen Zeitgeist der späten 1960er Jahre und zeigte die beiden Zug- und Bankräuber Butch und Sundance als sympathische, fast hippiehafte Antihelden, die schließlich von einem riesigen Polizeiaufgebot zusammengeschossen werden. Der Film wurde zu einem der größten Kassenerfolge der späten 1960er Jahre und festigte bei einem weltweiten Publikum Redfords Image als Frauenschwarm und romantischer Held. Mit Paul Newman blieb er zeitlebens eng befreundet. 1973 drehten die beiden Darsteller, wieder unter der Regie von George Roy Hill, die Gaunerkomödie „Der Clou“, die zu einem der erfolgreichsten Filme der 1970er Jahre avancierte. Redford erhielt für die Darstellung des Trickbetrügers Hooker seine einzige Oscar-Nominierung als Schauspieler. Redford und Newman wollten nach „Der Clou“ ihre erfolgreiche Zusammenarbeit fortsetzen, fanden aber kein geeignetes Projekt. In „Jeremiah Johnson“ (1972) spielte Redford unter der Regie von Sydney Pollack einen zivilisationsmüden Trapper, 1973 wurde das Liebesdrama „So wie wir waren“ ebenso zum Kassenschlager wie Pollacks Polit-Thriller „Die drei Tage des Condor“ (1975), womit Redford zum erfolgreichsten Filmstar avancierte. Fortan nutzte Redford seine Popularität, um Filme zu produzieren, die seine liberale politische Haltung reflektierten, wie z.B. „Die Unbestechlichen“ von Alan J. Pakula.
„Ob er als ‚Der große Gatsby‘ im pinkfarbenen Anzug vor den Herrenhäusern der Ostküste steht, sich in ‚Jenseits von Afrika‘ mit Jägerschlapphut an Löwen heranpirscht oder in ‚Die Unbestechlichen‘ mit hochgekrempelten Hemdsärmeln seine Enthüllungsartikel in die Schreibmaschine hackt – alle Redford-Figuren sind zunächst einmal Inkarnationen seiner selbst“, befand Katja Nicodemus in „Die Zeit“ (46/2007).
Mit „Der große Gatsby“ (1974) und „Tollkühne Flieger“ (1975) konnte der Womanizer zwar nicht mehr ganz an die vorangegangenen Erfolge anknüpfen, doch durch den von ihm erstmals produzierten Polit-Thriller „Die Unbestechlichen“ (1976), mit dem Regisseur Alan J. Pakula den durch die Journalisten Bob Woodward (Redford) und Carl Bernstein (Dustin Hoffman) aufgedeckten Watergate-Skandal thematisierte, war Redford wieder ganz oben.
Es folgten noch Auftritte in dem stargespickten Kriegsfilm „Die Brücke von Arnheim“ (1977) und in Sydney Pollacks „Der elektrische Reiter“ (1979), ehe Redford 1980 mit dem Sozialdrama „Eine ganz normale Familie“ sein Regiedebüt feierte und seinen ersten Oscar in Empfang nehmen konnte. 1980 gründete Redford in seiner Heimat Utah das Sundance Institute, das sich der Förderung unabhängiger Filmemacher und ihrer Werke verschrieb. Das 1984 erstmals ins Leben gerufene Sundance Film Festival ist längst zum wichtigsten Treffpunkt der amerikanischen Independent-Filmer avanciert. In den 80er und 90er Jahren war Redford nur noch sporadisch auf der Leinwand zu bewundern. 1980 spielte er in „Brubaker“ einen idealistischen Gefängnisdirektor, 1984 war er in „Der Unbeugsame“ als Baseballspieler zu sehen. 1985 folgte das von Sydney Pollack inszenierte Liebesdrama „Jenseits von Afrika“, ein Jahr später das romantische Thriller-Drama „Staatsanwälte küsst man nicht“, ehe 1990 mit „Havanna“ die sechste und letzte Zusammenarbeit mit Sydney Pollack über die Bühne ging. In „Sneakers“ spielte Redford 1992 den Chef einer Bande von High-Tech-Einbruchsspezialisten, außerdem führte er nach „Eine ganz normale Familie“ und „Milagro – Der Krieg im Bohnenfeld“ (1988) bei dem Drama „Aus der Mitte entspringt ein Fluss“ zum dritten Mal Regie, die den Anfang der langjährigen Zusammenarbeit mit Komponist Mark Isham markierte, der auch Redfords „Quiz Show“ (1994), das Politdrama „Von Löwen und Lämmern“ (2007) und „Die Lincoln-Verschwörung“ (2010) vertonte. 1993 machte Redford Demi Moore „Ein unmoralisches Angebot“, 1996 mimte er neben Michelle Pfeiffer in „Aus nächster Nähe“ einen Fernsehjournalisten. 1998 führte er Regie bei der Bestseller-Verfilmung von „Der Pferdeflüsterer“, im Jahr 2000 bei dem Drama „Die Legende von Bagger Vance“.
Redford inszeniert seine Filme sehr entschleunigt und rhythmisch vielseitig. Dabei geht er sehr musikalisch vor. „Ich komponiere meine Filme so, wie ich auch Musik höre. Ein Teil der Konzeption von ‚Ordinary People‘ war der Kanon von Pachelbel. In ‚The Horse Whisperer‘ war es das Dvorák-Concerto, das sich während der Montagesequenz über ein Gitarrenriff in ein Western-Stück verwandelt. Von den langen, arbeitsamen Tagen der Streichermusik zu den schnellen, dissonanten Klängen des Pferdetrainings“, erklärte Redford im Interview mit Daniel Kothenschulte („Nachbesserungen am amerikanischen Traum. Der Regisseur Robert Redford“, Schüren, S. 173). „Einige Filme wurden durch den Rhythmus des Sujets bestimmt. ‚Ordinary People‘ war so langsam und finster, die Langsamkeit, in der man die Mutter aus ihrer eingefahrenen Rolle stößt und die des Heilungsprozesses. Der Pachelbel-Kanon wird zu Beginn auf einem Finger gespielt. Am Ende, wenn es zur Konfliktlösung kommt, spielt dann das ganze Orchester.“  2002 erhielt Redford den Ehre-Oscar für sein Lebenswerk. Im neuen Jahrtausend trat er zunächst in den Filmen „Die letzte Festung“ (2001) und in dem Spionagefilm „Spy Game“ (2001) auf, in dem er als Lehrmeister von Brad Pitt zu sehen war. Es folgten 13 weitere Rollen in unterschiedlichen Genres. 
Als Regisseur realisierte er nach „Die Legende von Bagger Vance“ noch drei Filme, die Politdramen „Von Löwen und Lämmern“ (2007) und „Die Lincoln-Verschwörung“ (2010) sowie den Thriller „The Company You Keep – Die Akte Grant“ (2012). In „All Is Lost“ (2013) zeigte Redford als einziger Schauspieler und mit minimalem Text seine Fähigkeit, durch seine schiere Präsenz einen Film zu tragen. Im Jahr darauf war er in der Comicverfilmung „The Return of the First Avenger“ zu sehen, in der er einen Bösewicht darstellte. Im Sommer 2018 kündigte Redford seinen Rückzug aus dem Schauspielgeschäft an. Im selben Jahr spielte er in der Krimikomödie „Ein Gauner & Gentleman“ seine letzte Hauptrolle, ein Jahr später war er noch in einer cameohaften Nebenrolle in dem stargespickten Superheldenfilm „Avengers: Endgame“ zu sehen.

Filmographie (Auswahl):

1960: Maverick (Fernsehserie, Folge 03x23)
1962: Hinter feindlichen Linien (War Hunt)
1965: Lage hoffnungslos, aber nicht ernst (Situation Hopeless … But Not Serious)
1965: Verdammte, süße Welt (Inside Daisy Clover)
1966: Dieses Mädchen ist für alle (This Property is Condemned)
1966: Ein Mann wird gejagt (The Chase)
1967: Barfuß im Park (Barefoot in the Park)
1969: Zwei Banditen (Butch Cassidy and the Sundance Kid)
1969: Blutige Spur (Tell Them Willie Boy Is Here)
1969: Schussfahrt (Downhill Racer) 1970: Stromer der Landstraße (Little Fauss and Big Halsy) 
1972: Vier schräge Vögel (The Hot Rock) 
1972: Bill McKay – Der Kandidat (The Candidate)
1973: Der Clou (The Sting)
1973: So wie wir waren (The Way We Were)
1974: Der große Gatsby (The Great Gatsby)
1975: Die drei Tage des Condor (Three Days of the Condor)
1975: Tollkühne Flieger (The Great Waldo Pepper)
1976: Die Unbestechlichen (All the President’s Men)
1977: Die Brücke von Arnheim (A Bridge Too Far)
1979: Der elektrische Reiter (The Electric Horseman)
1980: Brubaker
1980: Eine ganz normale Familie (Ordinary People, Regie)
1984: Der Unbeugsame (The Natural)
1985: Jenseits von Afrika (Out of Africa)
1986: Staatsanwälte küsst man nicht (Legal Eagles)
1988: Milagro – Der Krieg im Bohnenfeld (The Milagro Beanfield War, auch Regie)
1990: Havanna (Havana)
1992: Sneakers – Die Lautlosen (Sneakers) 
1992: Aus der Mitte entspringt ein Fluss (A River Runs Through It, Regie)
1993: Ein unmoralisches Angebot (Indecent Proposal)
1994: Quiz Show (Regie)
1996: Aus nächster Nähe (Up Close & Personal)
1998: Der Pferdeflüsterer (The Horse Whisperer, auch Regie)
2000: Die Legende von Bagger Vance (Bagger Vance)
2001: Die letzte Festung (The Last Castle)
2001: Spy Game – Der finale Countdown (Spy Game)
2004: Anatomie einer Entführung (The Clearing)
2005: Ein ungezähmtes Leben (An Unfinished Life)
2007: Von Löwen und Lämmern (Lions for Lambs, auch Regie)
2010: Die Lincoln Verschwörung (The Conspirator, Regie)
2012: The Company You Keep – Die Akte Grant (The Company You Keep, auch Regie)
2013: All Is Lost 
2014: The Return of the First Avenger (Captain America: The Winter Soldier) 
2015: Picknick mit Bären(A Walk in the Woods) 
2015: Der Moment der Wahrheit (Truth) 
2016: Elliot, der Drache (Pete’s Dragon) 
2017: The Discovery 
2017: Unsere Seelen bei Nacht (Our Souls at Night) 
2018: Ein Gauner & Gentleman (The Old Man & the Gun) 
2019: Avengers: Endgame 

Playlist: 

01. Thomas Newman - There Was Snow (The Horse Whisperer) - 03:17 
02. Kenyon Hopkins - Tea Room (Downhill Racer) - 02:34 
03. John Barry - Blues For Bubber (The Chase) - 04:06 
04. Neal Hefti - A New Home Upstairs (Barefoot in the Park) - 04:41 
05. Marvin Hamlisch - Look What I've Got (The Way We Were) - 03:05 
06. Randy Newman - The End Title (The Natural) - 03:23 
07. Harry Gregson-Williams - Beirut, A War Zone (Spy Game) - 03:20 
08. John Rubinstein & Tim McIntire - The Cabin (Jeremiah Johnson) - 04:24 
09. David Shire - Finale and End Title (All the President's Men) - 02:48 
10. Marvin Hamlisch - Time to Go Bowling (Ordinary People) - 03:08 
11. Dave Grusin - Goodbye For Kathy (3 Days of the Condor) - 02:16 
12. Lalo Schifrin - Finale [Brubaker's Adagio & Coda] (Brubaker) - 03:43 
13. Marvin Hamlisch - Solace [Orchestra Version] (The Sting) - 03:37 
14. Dave Grusin - Rising Star (The Electric Horseman) - 02:34 
15. Dave Grusin - Adios Habana (Havana) - 03:06 
16. James Horner - "… And the Blind Shall See" (Sneakers) - 04:32 
17. Cliff Martinez - I Met Your Daughter (The Company You Keep) - 04:03 
18. John Barry - End Title [You Are Karen] (Out of Africa) - 04:01 
19. John Barry - Helicopter to Yacht (Indecent Proposal) - 04:30 
20. Mark Isham - In the Half-Light of the Canyon (A River Runs Through It) - 02:47 
21. Thomas Newman - She Knows Now (Up Close & Personal) - 02:23 
22. Alexander Ebert - Dance of Lilies (All Is Lost) - 05:18 
23. Mark Isham - Todd's Decision / End Credits (Lions For Lambs) - 05:08 
24. Craig Armstrong - At the Stream (The Clearing) - 05:45 
25. Deborah Lurie - Leaving Gary (An Unfinished Life) - 02:36 
26. Rachel Portman - The Day of the Match Dawns (The Legend of Bagger Vance) - 03:09 
27. Nathan Larson - So Many Stars (A Walk in the Woods) - 05:21  
28. Daniel Hart - Three Day Bank (The Old Man & the Gun) - 06:42 
29. Mark Isham - The Oversight Blues (Quiz Show) - 10:41

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