Playlist #460 vom 18.10.2026 - DION BEEBE Special
Filmografie:
„Die Musik musste die Liebe, die Last der königlichen Pflicht, die Frustrationen, die öffentliche Angst und Wut darüber, dass diese Affäre die Monarchie gefährden könnte, und schließlich den endgültigen Sieg widerspiegeln. Da wir uns in einem königlichen Umfeld befinden, erschien es uns naheliegend, Hörner und Streicher als Hauptelemente der Partitur zu verwenden. Aber sowohl ich als auch die Regisseurin Vibeke Idsøe wollten die Geschichte zeitgenössisch erzählen, daher habe ich auch Synthesizer und Elektronik eingesetzt, mehr als ich es sonst tue“, erzählt Komponist Gaute Storaas von der Arbeit an der Musik, die auch einige Jazz-Einlagen bereithält.
Die Literaturverfilmung „The Safe House“ durch den
Schweizer Filmemacher Lionel Baier erzählt von einem neunjährigen
Jungen, dessen Eltern an den 1968er-Protesten in Paris teilnehmen, während er
bei seinen Großeltern und Onkeln zurückbleibt. Inmitten der turbulenten
Atmosphäre der Zeit nimmt das alltägliche Leben in der Wohnung seinen Lauf,
geprägt von exzentrischen Gewohnheiten und lebhaften Diskussionen. Die Ankunft
eines illustren Gastes bringt jedoch eine spürbare Veränderung mit sich. Die
Dynamik innerhalb der Familie verschiebt sich, Allianzen werden auf die Probe
gestellt, und der Junge erlebt hautnah, wie persönliche und gesellschaftliche
Umbrüche miteinander verflochten sind.
„Der Film balanciert stets zwischen schräg/seltsam und wahrhaftig/ernst. Nachdem wir verschiedene musikalische Ansätze ausprobiert hatten, die immer wieder neue Ideen für eine straffere Schnittführung lieferten, endeten wir mit rasanten Drum-Grooves, ergänzt durch jazzige Solisten. An vielen Stellen genügten sehr reduzierte musikalische Texturen, gespielt von verschiedenen Live-Instrumenten. Um das schnelle Tempo von Schnitt und Dialog zu verstärken, nahmen wir verschiedene organische, stimmungsvolle Jazz-Drum-Grooves auf“, erzählen die drei Komponisten Diego Baldenweg, Nora Baldenweg und Lionel Baldenweg. „Für die intimeren Momente suchten wir nach Möglichkeiten, den Protagonisten so nahe wie möglich zu sein. Statt auf Elektronik oder ein komplettes Orchester zu setzen, entschieden wir uns, hauptsächlich mit Blasinstrumenten zu arbeiten, und baten die Musiker, mit den Bewegungen der Protagonisten musikalisch zu atmen. Basierend auf unseren musikalischen Arrangements und Noten baten wir um Interpretationen und lockere Improvisationen mit Trompete, Flöte, Bassflöte, Okarina, Klarinette, Bassklarinette, Kontrabass und Klavier. Die Verbindung der lebendigen, groovigen Drums mit den intimen, organischen Blasinstrumenten, gekleidet in warmen Vintage-Plattenhall, verlieh dieser Filmmusik eine fesselnde 70er-Jahre-Vibe.“Mit „The World of Hans Zimmer – A New Dimension: Part II“ präsentiert Sony Classical die Fortsetzung der Compilation mit neu eingespielten Arrangements von Hans Zimmers bekanntesten Arbeiten, darunter Suiten aus den Scores zu „Man of Steel“, „Driving Miss Daisy“, „Dune II“, „The Lion King“, „Interstellar“, „No Time to Die“, „Sherlock Holmes“, „Inception“, „Gladiator“ und „Power of One“.
„Es gibt viele schreckliche Dinge, die man über Hollywood sagen kann, und alle davon sind wahr, aber die eine Sache, die man Hollywood nicht absprechen kann, ist, dass es wohl mehr orchestrale Musik in Auftrag gibt als jede andere Institution und so jeden Tag dafür sorgt, sowohl orchestrale Musik als auch die Orchester an sich am Leben zu erhalten“, schwärmt Hans Zimmer im ausführlichen Booklet zur neuen Album-Veröffentlichung zu den Möglichkeiten, seine Musik mit einem Orchester aufnehmen zu können. „Den Stolz, den ich angesichts dieses Konzerts empfinde, bezieht sich darauf, es mit euch zu teilen, nicht so sehr meine Musik, aber die Meisterschaft und Menschlichkeit der Musiker*innen. Ohne sie würde es nur Stille geben, und es ist eine Ehre, diese Stille mit der Exzellenz, Fähigkeit und Seele eines Orchesters zu durchbrechen.“
Frank Herberts „Dune“-Universum hat seit der Verfilmung durch David Lynch im Jahr 1984 immer wieder neue Inkarnationen auf dem Fernsehbildschirm oder der Kinoleinwand erlebt, zuletzt durch die epische Neuverfilmung von Denis Villeneuve. Bevor der abschließende Teil der Trilogie in die Kinos kommt, dürfen sich Fans von Herberts „Dune“ auf die Serie „Dune: Prophecy“ freuen, aus der hier ebenso die Musik zu hören sein wird wie aus Ridley Scotts „Gladiator II“ und den Fernsehserien „The Penguin“, „The Franchise“, „SILOS“, „Black Doves“ und „Yellowstone“. Mit dabei sind Komponisten wie Harry Gregson-Williams, Martin Phipps, Volker Bertelmann, Alexandre Desplat, Trent Reznor & Atticus Ross, Aaron Zigman und John Powell.
„Die Filmmusik ist für mich eine konsequente Weiterentwicklung meines elektronischen Filmmusikschaffens der letzten Jahre. Wie auch der Science-Fiction-Film ist die Musik dystopisch, dunkel, sehr komprimiert auf Ambient, Soundscapes und Electronica-Industrial spezialisiert - eine Musikrichtung, die ich bereits seit Jahren für mich entwickelt habe und die endlich in diesem Projekt ausgeführt werden konnte“, beschreibt Barsotti die Entstehung des Soundtracks.
„Die Musik für ,End of Summer‘ wurde auf einzigartige Weise geschaffen, da sie komponiert wurde, bevor die Serie überhaupt geschnitten wurde, was für mich als Komponist unglaublich inspirierend war. Dieser Ansatz ermöglichte einen freieren kreativen Prozess, als es normalerweise bei der Filmmusik der Fall ist. Regisseur Jens Jonsson und ich ließen uns von Hitchcocks Verwendung von Filmmusik inspirieren, und der Soundtrack entwickelte einen klassischen Filmmusikton mit einem Streichquintett als Kern, während er Schichten elektronischer Atmosphäre einbezog“, erklärt Matti Bye seine Arbeit an dem Soundtrack zu „End of Summer“.
„Ich liebe, was Horrorfilme mir als Komponist ermöglicht haben“, verkündete Christopher Young zu Beginn seiner Arbeit. „Wenn man sich der ‚unsichtbaren Welt‘ hingibt, der dunklen, geheimnisvollen Welt, die mit uns lebt, und versucht, sie in der Musik einzufangen, ist das so erfüllend. Ich habe so viele Horrorfilme gemacht, aber das hier ist wahrscheinlich das Größte, was ich jemals machen werde.“
Der Kino- und TV-Herbst bietet eine Vielzahl neuer Dramen, Abenteuer, Komödien und Action, die sich in einer bunten Mischung filmmusikalischer Veröffentlichungen widerspiegeln. In dieser Sendung könnt ihr euch auf neue Soundtracks renommierter Komponisten wie Hans Zimmer, Alexandre Desplat, Thomas Newman, Alan Silvestri und Alberto Iglesias ebenso freuen wie auf die von der neuen Generation versierter Künstler wie Marcelo Zarvos, Volker Bertelmann, Jeff Russo, Lorne Balfe und Craig Armstrong.
„Diese Filmmusik war für mich ziemlich einzigartig, weil ich tief in die irische Musik eintauchen musste – ein Stil und Genre, das ich vor diesem Film noch nicht erkundet hatte“, berichtet Steven Argila von seiner Arbeit an dem Score. „Bevor ich mit der Filmmusik begann, hörte ich mir einige Zeit lang viele traditionelle Künstler und die traditionellen Formen der Reels und Jigs sowie die Instrumente an, die oft in der irischen Musik verwendet werden. Ich wollte eine Palette schaffen, die traditionelle irische Instrumentierung mit orchestralen Elementen kombiniert – und einige der Instrumente (wie Uileann Pipes, Whistles, irisches Banjo, Akkordeon, irische Bouzouki) auf eine Weise spielen lassen, wie sie normalerweise nicht gespielt werden – das dient den komödiantischen Hinweisen und der Vertonung der amerikanisch-irischen Kulturvermischung, die im Film behandelt wird. Darüber hinaus habe ich eine irische Freundin dazu gebracht, in einigen Einsätzen irische Gesangseinlagen vorzutragen, zu rappen und zu pfeifen – ebenso wie eine irische Tänzerin (eine wunderbare Tänzerin von ,Riverdance‘) – wir haben ihre Füße mit Mikrofonen ausgestattet, während sie zu verschiedenen Einsätzen tanzte, die ich geschrieben hatte, und haben den Klang davon für einen Teil der Perkussion in der Partitur verwendet.“
In der heutigen Sendung gibt es ein Wiedersehen/-hören mit alten Bekannten. Ridley Scotts Alien-Kreatur macht einmal mehr in „Alien: Romulus“ das Weltall unsicher, Eddie Murphy schlüpft 40 Jahre nach „Beverly Hills Cop“ erneut in die Rolle des übermütig plappernden Cops Axel Foley, und Taika Waititi, Iain Morris und Jemaine Clement lassen Terry Gilliams Fantasy-Klassiker „Time Bandits“ aus dem Jahre 1981 als Fernsehserie wiederauferstehen. Neben Musik von Benjamin Wallfisch, Lorne Balfe und Mark Mothersbaugh zu diesen Revitalisierungen gibt es neue Soundtrack-Arbeiten von Carter Burwell, Dickon Hinchliffe, Jeff Russo, Ramin Djawadi u.v.a. zu hören.
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