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Montag, 19. Januar 2026

Playlist #441 vom 25.01.2026 - DEAN CUNDEY Special

Betrachtet man John Carpenters „Halloween“ (1978) als Meilenstein des Slasher-Horror-Genres, verdankt der Film seine Wirkung auch der ungewöhnlichen Kameraarbeit von Dean R. Cundey, der zu den ersten Kameraleuten zählt, der die Steadicam eingesetzt hat. Seither hat Cundey nicht nur weiterhin für John Carpenter gearbeitet, sondern auch mit prominenten Regisseuren wie Steven Spielberg, Robert Zemeckis, Joel Schumacher, Nancy Myers und Ron Howard. Ebenso prominent ist die Musik, die in der heutigen Sendung zu Filmen wie „Casper“, „Die Klapperschlange“, „Liebe braucht keine Ferien“, „Was Frauen wollen“, „Zurück in die Zukunft“, „Hook“ oder „Jurassic Park“ von Komponisten wie Jerry Goldsmith, James Horner, Alan Silvestri, John Williams, Hans Zimmer, Ennio Morricone und John Carpenter zu hören ist.
Dean Raymond Cundey wurde am 12. März 1946 im kalifornischen Alhambra geboren und bastelte bereits als Kind begeistert Modellkulissen, mit denen er sein frühes Interesse an Filmen bekundet haben dürfte, ebenso seine Leidenschaft für das Magazin „American Cinematographer“. Während seines Studiums an der UCLA Film School war der zweifache Oscargewinner und Kameramann James Wong Howe („Die tätowierte Rose“, „Der alte Mann und das Meer“) einer seiner Dozenten. Nach dem Abschluss seines Studiums im Jahr 1968 arbeitete Cundey zunächst in unterschiedlichen Funktionen in Low-Budget-Produktionen, teils als Beleuchter oder als Make-Up-Künstler bei „Nackt auf hartem Sattel“ (1968). Schließlich folgten Engagements als Hauptkameramann für heute längst vergessene Werke wie „Zum Killen dressiert“ (1973), „So Evil, My Sister“ (1974), „That Girl From Boston“ (1975), „Black Shampoo“ (1976) und „Satan’s Cheerleaders“ (1977). Als Cundey die Produzentin Debra Hill kennenlernte, engagierte sie ihn für John Carpenters „Halloween“.
Cundeys Mitarbeit an dem Film brachte erhebliche Vorteile mit sich. Neben seinem beachtlichen Können als Kameramann und Director of Photography besaß er auch den Vorteil, den Großteil seiner Ausrüstung selbst in einem großen Van, dem sogenannten „Filmvan“, transportieren und unkompliziert von einem Drehort zum nächsten wechseln zu können.
Cundeys Arbeit an „Halloween“ zählt zu den besten seiner Karriere. Neben seinem Talent für Lichtsetzung, insbesondere in der berühmten Flurszene, in der das verborgene Gesicht von Michael Myers langsam durch ein blaues Licht neben der Maske enthüllt wird, gehörte er zu den ersten Kameramännern, die die damals noch recht neue Steadicam, auch Panaglide genannt, einsetzten.
Der Panaglide ermöglichte es dem Kameramann, die Kamera quasi zu tragen und Aufnahmen zu machen, die zuvor als zu schwierig oder gar unmöglich galten. In „Halloween“ diente der Panaglide als Referenzpunkt für Michael Myers‘ Perspektive und zeigte dem Publikum, was er sah.
Cundey arbeitete später erneut mit Carpenter und Hill an den Filmen „The Fog“ (1980), „Die Klapperschlange“, „Halloween II“ (beide 1981), „Das Ding aus einer anderen Welt“ und „Halloween III – Die Nacht der Hexen“ (beide 1982). 1986 arbeitete er ein letztes Mal mit Carpenter an dem aufwendig produzierten Fantasy-Abenteuerfilm „Big Trouble in Little China“.
Neben seiner Arbeit mit Carpenter wirkte Cundey unter anderem an Filmen wie „Psycho II“ (1983), „Auf der Jagd nach dem grünen Diamanten“ (1984), der „Zurück in die Zukunft“-Trilogie (1985–1990), „Falsches Spiel mit Roger Rabbit“ (1988), „Road House“ (1989), „Hook“ (1991), „Jurassic Park“ (1993), „Apollo 13“ (1995), „Was Frauen wollen“ (2000), „Garfield – Der Film“ (2004) und „Liebe braucht keine Ferien“ (2006) mit. 1997 gab er mit der Direct-to-Video-Fortsetzung „Liebling, wir haben uns geschrumpft“ sein Regiedebüt.
Zuletzt arbeitete er in Kanada an „Camp Rock“, einem von mehreren Filmen, die er außerhalb der USA drehte, darunter auch „Falsches Spiel mit Roger Rabbit“, der hauptsächlich in England entstand und der Cundey seine bislang einzige Oscar-Nominierung einbrachte.
Im Jahr 2011 drehte Cundey den Comedyfilm „Jack and Jill“, bei dem aufwendige Split-Screen- und Motion-Control-Effekte zum Einsatz kamen, um die Illusion zu erzeugen, dass Schauspieler Adam Sandler mit mehreren Leinwandfiguren interagiert.
Im Jahr 2002 wurde Cundey mit einem Daytime Emmy für sein Mitwirken an einer Episode der Sendung „Religion & Ethics Newsweekly“ ausgezeichnet. Die Society of Camera Operators zeichnete ihn 1999 mit dem President’s Award aus. 2014 wurde er mit dem ASC Lifetime Achievement Award geehrt.

„Für mich liegt die besondere Befriedigung in meinem Beruf als Kameramann – man könnte es fast meinen persönlichen Egotrip nennen – darin, zu wissen, dass meine Arbeit auch nach meinem Tod weiterleben wird“, bekannte Cundey in einem Interview. „Die meisten Menschen haben Berufe, in denen die Arbeit nach getaner Arbeit verschwindet. Ich habe das große Glück, in einem Beruf mit bleibendem Wert zu arbeiten. Er verleiht mir eine einzigartige Form der Unsterblichkeit. Sie ist natürlich nicht vergleichbar mit der Unsterblichkeit großer Künstler wie Leonardo da Vinci oder Michelangelo. Aber in gewisser Weise bedeutet sie, dass zukünftige Generationen meine Arbeit entdecken und wissen können, dass ich zu diesem Zeitpunkt hier war.“

Filmografie (Auswahl):

1973: Zum Killen dressiert (The No Mercy Man) 
1973: Brother on the Run 
1974: Wo der rote Farn wächst (Where the Red Fern Grows) 
1974: So Evil, My Sister 
1975: That Girl From Boston 
1976: The Witch Who Came from the Sea 
1976: Black Shampoo 
1976: Creature from Black Lake 
1976: Der Bastard (The Human Tornado) 
1977: Satan’s Cheerleaders 
1977: Action Man – Ein Mann, ein Kämpfer 
1977: Charge of the Model T’s 
1978: Hi Riders – Jungs, lasst die Fetzen fliegen (Hi-Riders) 
1978: Goodbye, Franklin High 
1978: Hanging on a Star 
1978: Halloween – Die Nacht des Grauens (John Carpenter’s Halloween) 
1978: The Kid from Not-So-Big 
1979: Die unschlagbaren Sieben von Las Vegas (Angels‘ Brigade) 
1979: Rock ’n’ Roll Highschool (Rock ’n’ Roll High School) 
1979: Roller Boogie 
1979: The Fog – Nebel des Grauens (John Carpenter’s The Fog) 
1980: Galaxina 
1980: Alien Shock 
1980: Das Geheimnis der fliegenden Teufel (Without Warning) 
1981: Die Klapperschlange (Escape from New York) 
1981: Separate Ways 
1981: King Kobra 
1981: Halloween II – Das Grauen kehrt zurück (Halloween II) 
1982: Das Ding aus einer anderen Welt (The Thing) 
1982: Halloween III (Halloween III – Season of the Witch) 
1982: Citizen Soldier 
1983: The Invisible Woman (Fernsehfilm) 
1983: Die Initiative (M.A.D.D.: Mothers Against Drunk Drivers, Fernsehfilm) 
1983: Psycho II 
1983: Die Chaotenclique (D.C. Cab) 
1984: Amazons (Fernsehfilm) 
1984: Auf der Jagd nach dem grünen Diamanten (Romancing the Stone) 
1984: Exit – Ausgang ins Nichts (Invitation to Hell) 
1985: Warnzeichen Gen-Killer (Warning Sign) 
1985: Zurück in die Zukunft (Back to the Future) 
1986: Big Trouble in Little China 
1987: Projekt X (Project X) 
1988: Zwei mal Zwei (Big Business) 
1988: Falsches Spiel mit Roger Rabbit (Who Framed Roger Rabbit) 
1989: Geschichten aus der Gruft (Tales from the Crypt, Fernsehserie, eine Folge) 
1989: Zurück in die Zukunft II (Back to the Future Part II) 
1989: Road House 
1990: Zurück in die Zukunft III (Back to the Future Part III) 
1991: Hook 
1991: Valkenvania – Die wunderbare Welt des Wahnsinns (Nothing But Trouble) 
1992: Der Tod steht ihr gut (Death Becomes Her) 
1993: Jurassic Park 
1994: Flintstones – Die Familie Feuerstein (The Flintstones) 
1995: Casper 
1995: Apollo 13 
1997: Flubber 
1997: Liebling, jetzt haben wir uns geschrumpft (Honey, We Shrunk Ourselves) (Regie) 
1998: Ein Zwilling kommt selten allein (The Parent Trap) 
1999: Battlestar Galactica: The Second Coming 
2000: Was Frauen wollen (What Women Want) 
2003: Looney Tunes: Back in Action 
2004: Garfield – Der Film (Garfield: The Movie) 
2005: The West Wing: Im Zentrum der Macht (The West Wing, TV-Serie) 
2006: Liebe braucht keine Ferien (The Holiday) 
2007: The Whisper – Die Stimme des Bösen (The Whisper) 
2008: Camp Rock 
2009: Ein Pferd fürs Leben (Amazing Racer) 2010: Spy Daddy 
2011: Jack und Jill (Jack and Jill) 
2013: Crazy Kind of Love 
2013: Unter Feinden – Walking with the Enemy (Walking with the Enemy) 
2014: Freiheit (Freedom) 2015: The Girl in the Photographs 
2015: Diablo 
2017: Liebe zu Besuch (Home Again) 
2017: Slamma Jamma 
2019: Anastasia (Anastasia: Once Upon a Time) 
2022: Das Buch von Boba Fett (The Book of Boba Fett, Mini-Serie) 
2023: The Mandalorian (TV-Serie)
 

Playlist:

01. John Carpenter - End Credits (Halloween) - 03:33 
02. John Carpenter & Alan Howarth - The Duke Arrives / Barricade (Escape From New York) - 03:35 
03. Alan Silvestri - Struggling for the Stone (Romancing the Stone) - 06:03 
04. Alan Silvestri - It's Been Educational / Clocktower (Back to the Future) - 10:32 
05. Alan Silvestri - Eddie's Theme (Who Framed Roger Rabbit) - 05:22 
06. Jerry Goldsmith - Mother's Room #2 (Psycho II) - 04:28 
07. James Horner - A Square Peg (Apollo 13) - 03:48 
08. John Carpenter - The Fog Enters Town (The Fog) - 07:24 
09. Craig Safan - End Credits (Warning Sign) - 03:22 
10. John Carpenter & Alan Howarth - Wing Kong Exchange (Big Trouble In Little China) - 04:41 
11. Ennio Morricone - End Credits (The Thing) - 04:37 
12. John Williams - The Never-Feast (Hook) - 04:42 
13. John Williams - Welcome to Jurassic Park (Jurassic Park) - 07:53 
14. James Horner - First Lesson (Project X) - 03:20 
15. Jeff Rona - Raining Steel (Whisper) - 05:23 
16. Alan Silvestri - Goodbye Clara (Back to the Future III) - 03:03 
17. James Horner - One Last Wish (Casper) - 04:21 
18. Danny Elfman - Gamma Ray (Flubber) - 03:03 
19. Ludwig Göransson - Face to Face (Star Wars: The Mandalorian - Chapter 1) - 05:12 
20. Hans Zimmer - Maestro (The Holiday) - 03:53 
21. Alan Silvestri - End Credits (Death Becomes Her) - 05:55 
22. Alan Silvestri - Searching For Erin (What Women Want) - 04:05 
23. Jerry Goldsmith - Dead Duck Walking (Looney Tunes: Back in Action) - 03:13 
24. John Carpenter & Alan Howarth - Halloween II Suite A (Halloween II) - 10:05

Samstag, 1. November 2025

Playlist #435 vom 02.11.2025 - GORDON WILLIS Special

Heute ist sein Name kaum noch bekannt, aber als Kameramann bei acht Filmen von Woody Allen, sechs von Alan J. Pakula und allen drei Teilen von Francis Ford Coppolas legendärer „Der Pate“-Trilogie prägte Gordon Willis den filmischen Look der 1970er Jahre wie kaum ein Zweiter. In der heutigen Sendung gibt es nicht nur die Musik von Nino Rota und Carmine Coppola aus der Mafia-Trilogie, sondern auch Musik aus verschiedenen Woody-Allen-Soundtracks und Kompositionen von Michael Small, James Horner, John Williams und David Shire zu den Filmen von Alan J. Pakula („Die Unbestechlichen“, „Vertrauter Feind“, „Aus Mangel an Beweisen“, „Zeuge einer Verschwörung“, „Klute“) zu hören.
Gordon Hugh Willis Jr. wurde am 28. Mai 1931 als Sohn zweier Tänzer im Broadway-Theater in Astoria im New Yorker Stadtteil Queens geboren. Später wurde sein Vater Make-up-Künstler bei Warner Bros. in Brooklyn. Willis fand bereits als Kind Gefallen an Filmen und wollte Schauspieler werden, bevor er sich erst für Licht und Bühnenbild, dann für Fotografie interessierte. Eine Zeitlang wollte er Modefotograf werden und Models fotografieren, die er aus dem Leben in Greenwich Village kannte.
Während des Koreakriegs diente Willis in der Luftwaffe und schaffte es, dem Photographic and Charting Service in einer Filmeinheit beizutreten. „Ich habe vier Jahre damit verbracht, alles zu lernen, was ich konnte, um Filme zu machen“, sagte Willis. Nachdem er die Air Force verlassen hatte, half ihm ein Freund, der East Coast Union in New York beizutreten, und er begann, als stellvertretender Kameramann zu arbeiten und sich etwa dreizehn Jahre später zu einem ersten Kameramann hochzuarbeiten. Er arbeitete in der Werbung, drehte zahlreiche Werbespots und machte eine Reihe von Dokumentarfilmen, eine Disziplin, die seinen späteren Stil stark beeinflusste. „Man lernt zu beseitigen, anstatt hinzuzufügen“, sagte Willis über seine Zeit, Dokumentarfilme zu machen. „Das verstehen nicht viele Leute.“
Er war Kameramann der Spielfilmdokumentation „Windjammer“ (1958), die im Breitbildformat Cinemiracle gedreht wurde. Willis sagte einmal: „Ich bin ein Minimalist. Ich sehe die Dinge auf einfache Weise... Es liegt in der menschlichen Natur, Komplexität als besser zu definieren. Nun, das ist es nicht.“ 1969 engagierte Regisseur Aram Avakian Willis, um an seinem Film „End of the Road“ zu arbeiten.
Willis arbeitete für einige der renommiertesten Regisseure dessen, was heute als goldenes Zeitalter des amerikanischen Filmschaffens gilt. Er hat Amerikas urbane Paranoia in drei Filmen festgehalten, die er mit Alan J. Pakula gedreht hat: „Klute“ (1971), „The Parallax View – Zeuge einer Verschwörung“ (1974) und „Die Unbestechlichen“ (1976). 
Er arbeitete mit Hal Ashby an „Der Hausbesitzer“ (1970), mit James Bridges an „Zeit der Prüfungen“ (1973) und mit Herbert Ross an „Tanz in den Wolken“ (1981), drehte alle drei von Coppolas „Der Pate“-Filmen und arbeitete mit Woody Allen an einer Reihe von Filmen, darunter „Der Stadtneurotiker“ (1977) und „Manhattan“ (1979), aber auch an „Innenleben“ (1978), „Stardust Memories“ (1980), „Eine Sommernachts-Sexkomödie“ (1982), „Zelig“ (1983), „Broadway Danny Rose“ (1984) und „The Purple Rose of Cairo“ (1985). Allen sagte, dass die Zusammenarbeit mit Willis dazu beigetragen habe, seine technischen Fähigkeiten zu verbessern, und sagte von ihm: „Er ist ein Künstler. Er hat einen tollen Sinn für Humor - er hat mir viel beigebracht.“
Zwischen 1971 und 1977 arbeitete Willis an sieben Filmen, die insgesamt 39 Nominierungen für einen Oscar erhielten und 19 davon gewannen, drei davon als Bester Film. Doch zur Überraschung vieler Leute, die er beeinflusst hat, erhielt Willis nicht eine dieser Nominierungen.
Willis wurde später zweimal nominiert, einmal für seine Nachbildung der Fotografie der 1920er Jahre in Woody AllensZelig“ (1983) und dann für „Der Pate – Teil III“ (1990). Im Jahr 2009, bei den ersten Governors Awards, wurde Willis mit dem Academy Honorary Award für sein Lebenswerk ausgezeichnet.
Sein letzter Film war „Vertrauter Feind“ (1997) von Pakula. Über seine Entscheidung, in den Ruhestand zu gehen, sagte Willis: „Ich hatte es satt, Schauspieler aus Trailern zu holen und im Regen zu stehen.“
Bei einem Seminar über das Filmemachen, das er 2003 gab, sagte Willis: „Es ist schwer zu glauben, aber viele Regisseure haben keinen visuellen Sinn. Sie haben nur einen Sinn für Geschichtenerzählen.“ Er fügte hinzu: „Es ist das Urteil, für das sie bezahlen.“ In einem späteren Interview erklärte er, dass er, als er in Filmen anfing, „Dinge in visueller Struktur machte, die niemand im Geschäft tat, besonders in Hollywood“, und erklärte: „Ich habe nicht versucht, anders zu sein; Ich habe nur getan, was ich mochte“. Auf die Frage des Interviewers, wie er seinen Stil auf verschiedene Genres angewendet habe und mit verschiedenen Regisseuren zu arbeiten, antwortete Willis: „Sie suchen nach einer Formel; es gibt keine. Die Formel bin ich.“
Gordon Willis starb am 18. Mai 2014 an den Folgen einer Krebserkrankung in North Falmouth, Massachusetts, zehn Tage vor seinem 83. Geburtstag.
ASC-Präsident Richard Crudo sagte: „Er war einer der Giganten, die die Art und Weise, wie Filme aussahen, absolut veränderte. Bis zur Zeit von ,The Godfather‘ und ,The Godfather Part II‘ sah bisher nichts so aus. Er veränderte die Art und Weise, wie Filme aussahen und wie die Menschen Filme betrachteten.“
Willis' Arbeit wurde für seine Fähigkeit gefeiert, Schatten und unterbelichteten Film mit einer „Subtilität und Expressivität, die bisher auf Farbfilmbestand unbekannt war“, zu erzeugen.
Regisseur Francis Ford Coppola sagte über Willis: „Er hat ein natürliches Gefühl von Struktur und Schönheit, nicht unähnlich einem Renaissance-Künstler“, während Willis für seine Fähigkeit gelobt wurde, „Malerei“ zu nutzen, um „nicht nur den Look, sondern die eigentliche Bedeutung und das Gefühl eines Films“ zu definieren. Über das zeitgenössische Filmemachen im Jahr 2004 sagte Willis:

„Ich freue mich, dass Menschen fliegen können, Hunde sprechen können und alles Destruktive auf dem Bildschirm gestaltet werden kann, aber viel von dem, was getan wird, fehlt Struktur oder Geschmack. Wie ich in der Vergangenheit gefragt habe: Kann mir jemand die Definition einer Kamera geben? Es ist ein Werkzeug, ein Mittel zum Zweck. So ist ein Licht, und alles andere, was Sie auf dem Rücken stapeln können. Sie alle sollen das geschriebene Wort in bewegte Bilder umwandeln, die eine Geschichte erzählen.“

Filmografie:
1970: Der Weg in den Abgrund (End of the Road)
1970: Loving
1970: Der Hausbesitzer (The Landlord)
1970: Die netten Leute von nebenan (The People Next Door)
1971: Kleine Mörder (Little Murders)
1971: Klute
1972: Der Pate (The Godfather)
1972: In schlechter Gesellschaft (Bad Company)
1972: Sandkastenspiele (Up the Sandbox)
1973: Zeit der Prüfungen (The Paper Chase)
1974: Der Pate – Teil II (The Godfather - Part II)
1974: Zeuge einer Verschwörung (The Parallax View)
1975: Unter Wasser stirbt man nicht (The Drowning Pool)
1976: Die Unbestechlichen (All the President's Men)
1977: Der Stadtneurotiker (Annie Hall)
1977: September 30, 1955
1978: Innenleben (Interiors)
1978: Eine Farm in Montana (Comes A Horseman)
1979: Manhattan
1980: L ist nicht nur Liebe (Windows, auch Regie)
1980: Stardust Memories
1981: Tanz in den Wolken (Pennies From Heaven)
1982: Eine Sommernachts-Sexkomödie (A Midsummer Night's Sex Comedy)
1983: Zelig
1984: The Lost Honor of Kathryn Beck – Fernsehfilm
1984: Broadway Danny Rose
1985: The Purple Rose of Cairo
1985: Perfect
1986: Geschenkt ist noch zu teuer (The Money Pit)
1987: Jack, der Aufreißer (The Pick-Up Artist)
1988: Die grellen Lichter der Großstadt (Bright Lights, Big City)
1990: Aus Mangel an Beweisen (Presumed Innocent)
1990: Der Pate III (The Godfather - Part III)
1993: Malice – Eine Intrige (Malice)
1997: Vertrauter Feind (The Devil's Own)

Playlist:

01. Michael Small - Love Theme Frome Klute (Klute) - 03:47 
02. Michael Small - Parallax Test (The Parallax View) - 04:59 
03. Nino Rota - The Halls of Fear (The Godfather) - 04:21 
04. John Williams - The Bedroom Scene (Presumed Innocent) - 04:22 
05. James Horner - The Mortal Blow (The Devil's Own) - 05:10 
06. David Shire - CREEP Sequence I (All the President's Men) - 02:14 
07. Michael Small - Ella at Eventide / Roundup (Comes a Horseman) - 04:00 
08. Jerry Goldsmith - Clues (Malice) - 07:18 
09. Nino Rota - Remember Vito Andolini (The Godfather Part II) - 04:40 
10. Georges Delerue - Happiness (The Pick-Up Artist) - 07:52 
11. Count Basie - Flight of the Foo Birds (Annie Hall) - 03:23 
12. Michael Small - Goldfarb's Record (Klute) - 04:18 
13. Michael Small - Art In Cafeteria / Suitcase Bomb (The Parallax View) - 03:57 
14. James Horner - Rory's Arrest / Diaz Is Killed (The Devil's Own) - 04:15 
15. David Shire - Finale and End Title (All the President's Men) - 02:48 
16. Nino Rota - The Forties (The Godfather Part II) - 04:43 
17. Georges Delerue - The Win (The Pick-Up Artist) - 03:32 
18. Guy Lombardo And His Royal Canadians - A Sailboat In The Moonlight (Zelig) - 02:50 
19. Django Reinhardt - Body And Soul (Stardust Memories) - 03:28 
20. Tommy Dorsey and His Orchestra - Keepin' Out of Mischief Now (Interieurs) - 02:47 
21. Michael Small - Roping / Ella's Confession (Comes a Horseman) - 02:59 
22. John Williams - End Credits (Presumed Innocent) - 04:05 
23. Carmine Coppola & Nino Rota - The Godfather Intermezzo (The Godfather Part III) - 03:23 
24. Michael Small - Session Recordings (The Drowning Pool) - 06:20 
25. Georges Delerue - New York (The Pick-Up Artist) - 05:22 
26. Jerry Goldsmith - The Body (Malice) - 10:44

Dienstag, 7. Oktober 2025

Playlist #434 vom 19.10.2025 - KIM BASINGER Special

 Als Bond-Girl in „Sag niemals nie“ (1983) und an der Seite von Mickey Rourke in dem Erotik-Thriller „9 ½ Wochen“ (1986) wurde Kim Basinger weltberühmt. Sie überzeugte aber in Comic-Verfilmungen wie „Batman“ und „Cool World“ ebenso wie in Komödien („Nadine“, „Die blonde Versuchung“), Neo-Noir-Dramen („L.A. Confidential“) und Thrillern („Eiskalte Leidenschaft“, „Final Call“). In der heutigen Sendung bekommt ihr die Filmmusiken von Maurice Jarre, Jerry Goldsmith, Danny Elfman, George Fenton, Alan Silvestri, Christopher Young, Mark Isham u.v.a. zu hören.
Kimila „Kim“ Basinger wurde am 8. Dezember 1953 in Athens, Georgia, als drittes von fünf Kindern des Jazzmusikers und Weltkriegsveteranen Don Basinger und seiner Frau Ann geboren, die als Synchronschwimmerin in Esther-Williams-Filmen mitgewirkt hatte. So war Kim Basinger das Showgeschäft von Kindheit an vertraut. In ihrer Jugend erhielt Basinger Ballettunterricht und war Mitglied der Cheerleader-Mannschaft ihrer Schule. Im Alter von 17 Jahren gewann sie einen Schönheitswettbewerb in Georgia und unterschrieb Anfang der 1970er Jahre einen Vertrag bei der Ford Model Agency. Sie ging nach New York und arbeitete als Fotomodell, bevor sie privaten Schauspielunterricht nahm und erste kleine Auftritte auf der Theaterbühne und als Sängerin in Clubs im New Yorker Stadtteil Greenwich Village hatte. 
Im Jahr 1976 zog Basinger nach Los Angeles und versuchte zunächst, als Fernsehdarstellerin in Hollywood Fuß zu fassen. So spielte sie erste Rollen in Fernsehfilmen und Serien wie „Drei Engel für Charlie“. Ihr Kinodebüt gab sie 1981 in dem Filmdrama „Jodie – Irgendwo in Texas“, in dem sie gleich die weibliche Hauptrolle spielte. Ein erster Durchbruch als Filmschauspielerin gelang ihr 1983 als Bond-Girl Domino Petachi in dem James-Bond-Film „Sag niemals nie“ neben Sean Connery und spätestens an der Seite von Mickey Rourke in dem kontroversen Erotikfilm „9½ Wochen“ (1986), mit dem sie vor allem durch eine vielzitierte Striptease-Einlage zu Joe Cockers „You Can Leave Your Hat On“ zum Sexsymbol der 1980er Jahre avancierte.
1989 trat sie in Tim Burtons Comicverfilmung „Batman“ auf, in der sie kurzfristig ihre Schauspielkollegin Sean Young in der weiblichen Hauptrolle ersetzte und so als Fotojournalistin Vicky Vale an der Seite von Jack Nicholson und Michael Keaton zum Einsatz kam. Der Film spielte über 400 Millionen US-Dollar an den Kinokassen ein und wurde damit zum kommerziell erfolgreichsten Filmprojekt in Basingers Laufbahn. Außerdem wirkte Basinger auf dem Album „Batman“ von Prince mit, der in vier Songs Filmzitate der Schauspielerin sampelte. Anfang der 1990er Jahre übernahm sie in den Filmen „Die blonde Versuchung“ (neben Alec Baldwin) und „Eiskalte Leidenschaft“ (neben Richard Gere) jeweils die weibliche Hauptrolle. 1992 schlug sie die Hauptrolle in „Basic Instinct“ aus, die schließlich Sharon Stone erhielt. 1993 übernahm sie die Hauptrolle in dem Heist-Movie „Karen McCoy – Die Katze“, der jedoch an den Kinokassen katastrophal floppte. 1994 spielte sie in dem erotisch aufgeladenen Thriller „Getaway“ erneut an der Seite von Alec Baldwin, mit dem sie damals auch verheiratet war. 
1997 überzeugte sie in den 1950er Jahren spielenden Neo-Noir „L.A. Confidential“ unter der Regie von Curtis Hanson und erhielt 1998 einen Oscar in der Kategorie Beste Nebendarstellerin für die Rolle des Callgirls Lynn Bracken. Damit war sie das erste ehemalige Bond-Girl, das diesen Preis gewann. Spätestens zu dieser Zeit gehörte Basinger zu den bestbezahlten Hollywoodstars. Für den Film „Ich träumte von Afrika“ (2000) erhielt sie eine Gage von fünf Millionen US-Dollar, doch der Film floppte an den Kinokassen. 2002 spielte sie in dem Musikdrama „8 Mile“ – erneut unter der Regie von Curtis Hanson – die alkoholkranke Mutter des von Eminem verkörperten Protagonisten. Anschließend war Basinger in den Filmen „Final Call – Wenn er auflegt, muss sie sterben“ (2004), „The Sentinel – Wem kannst du trauen?“ (2006) und „Auf brennender Erde“ (2008) zu sehen. Im Jahr 2010 spielte sie an der Seite von Jungdarsteller Zac Efron in dem Drama „Wie durch ein Wunder“. Später wirkte sie kaum noch in nennenswerten oder kommerziell erfolgreichen Produktionen mit, so etwa in dem in Deutschland spielenden und wenig beachteten Independent-Film „Um jeden Preis“ (2014), in dem sie eine Frau spielte, die sich nach mehreren Fehlgeburten auf illegale Weise ein Kind beschaffen will. 2017 spielte sie im zweiten Teil der Filmreihe „Fifty Shades of Grey“ mit der Rolle der Elena Lincoln die Geschäftspartnerin und ehemalige Geliebte von Christian Grey. Sie erhielt dafür 2018 eine Goldene Himbeere als schlechteste Nebendarstellerin. Im dritten Teil „Fifty Shades of Grey – Befreite Lust“ sollte sie erneut die Elena spielen und war auch in den Trailern zu sehen. Ihre Szenen wurden jedoch aus der endgültigen Filmfassung herausgeschnitten. Es war Basingers bisher letzte Arbeit als Schauspielerin vor der Kamera. Als Sprecherin lieh sie danach ihre Stimme der Sally Smith in der Serie „Comrade Detective“ (2017) und sprach 2021 die Rolle „Mother Bear“ in dem animierten Kurzfilm „Back Home Again“

Filmografie (Auswahl):

1976: Gemini Man (Miniserie, Folge 1x04)
1976: Drei Engel für Charlie (Charlie’s Angels, Fernsehserie, Folge 1x05)
1977: Der Sechs-Millionen-Dollar-Mann (The Six Million Dollar Man, Fernsehserie, Folge 4x13)
1977: Dog and Cat (Fernsehserie, 7 Folgen)
1977: Dog and Cat (Fernsehfilm)
1978: Der Geist von Flug 401 (The Ghost of Flight 401)
1978: Playmate des Monats (Fernsehfilm)
1978: Vegas (Fernsehserie, 1 Folge)
1979: Verdammt in alle Ewigkeit (From Here to Eternity, Mini-Serie)
1980: From Here to Eternity (Fernsehserie, 11 Folgen)
1981: Jodie – Irgendwo in Texas (Hard Country)
1981: Killjoy – Mörderische Begegnung (Killjoy)
1982: Goldfieber (Mother Lode)
1983: Sag niemals nie (Never Say Never Again)
1983: Frauen waren sein Hobby (The Man Who Loved Women)
1984: Der Unbeugsame (The Natural)
1985: Fool for Love
1986: 9½ Wochen (Nine 1/2 Weeks)
1986: Gnadenlos (No Mercy)
1987: Blind Date – Verabredung mit einer Unbekannten (Blind Date)
1987: Nadine – Eine kugelsichere Liebe (Nadine)
1988: Meine Stiefmutter ist ein Alien (My Stepmother Is an Alien)
1989: Batman
1991: Die blonde Versuchung (The Marrying Man)
1992: Eiskalte Leidenschaft (Final Analysis)
1992: Cool World
1993: Karen McCoy – Die Katze (The Real McCoy)
1993: Wayne’s World 2
1994: Getaway (The Getaway)
1994: Prêt-à-Porter
1997: L.A. Confidential
1998: Die Simpsons (The Simpsons, Folge 10x05, Stimme)
2000: Ich träumte von Afrika (I Dreamed of Africa)
2000: Die Prophezeiung (Bless the Child)
2002: 8 Mile
2002: Im inneren Kreis (People I Know)
2004: The Door in the Floor – Die Tür der Versuchung (The Door in the Floor
2004: Elvis Has Left the Building
2004: Final Call – Wenn er auflegt, muss sie sterben (Cellular)
2006: Tödlicher Einsatz (Even Money)
2006: The Sentinel – Wem kannst du trauen? (The Sentinel)
2006: Das Geheimnis der Meerjungfrau (The Mermaid Chair)
2008: Auf brennender Erde (The Burning Plain)
2008: While She Was Out
2008: Informers
2010: Wie durch ein Wunder (Charlie St. Cloud)
2012: Black November
2013: Dritte Person (Third Person)
2013: One Square Mile
2013: Zwei vom alten Schlag (Grudge Match)
2014: Um jeden Preis (I Am Here)
2016: The Nice Guys
2017: Fifty Shades of Grey – Gefährliche Liebe (Fifty Shades Darker)
2018: Fifty Shades of Grey – Befreite Lust (Fifty Shades Freed)

Playlist:

01. Michel Legrand - Bahama Island (Never Say Never Again) - 02:50 
02. Randy Newman - Prologue 1915-1923 (The Natural) - 05:20 
03. Roger Eno - A Paler Sky ( Weeks)
04. Alan Silvestri - Save My Life (My Stepmother Is An Alien) - 06:58 
05. Henry Mancini - Something For Nash (Blind Date) - 03:30 
06. Danny Elfman - Dream / Challenge / Tender Bat Cave (Batman) - 04:28 
07. George Fenton - The Rain's Stopped (Final Analysis) - 03:36 
08. Mark Isham - Love Scene (The Getaway) - 03:23 
09. Brad Fiedel - Breaking Into Vault (The Real McCoy) - 05:22 
10. Jerry Goldsmith - False Information (L.A. Confidential) - 02:36 
11. Maurice Jarre - Arrival In Africa (I Dreamed Of Africa) - 08:45 
12. Christopher Young - Lux Aeterna (Bless the Child) - 06:44 
13. Christopher Young - Love Is Love Is Love (The Informers) - 06:43 
14. Hans Zimmer & Omar Rodriguez-Lopez - End Credits (The Burning Plain) - 06:45 
15. Marcelo Zarvos - Orient Point (The Door in the Floor) - 02:53 
16. Christophe Beck - Union Station (The Sentinel) - 03:53 
17. Paul Haslinger - Main Titles (While She Was Out) - 03:14 
18. Rolfe Kent - Sunset Goodbye (Charlie St. Cloud) - 03:30 
19. David Newman - Run, Charley, Run! (The Marrying Man) - 04:49 
20. Dario Marianelli - A Tale of Three Cities (Third Person) - 03:40 
21. Mark Isham - I'm No Dream (Cool World) - 02:27 
22. Jean-Michel Jarre - Arpegiator ( Weeks) - 06:54 
23. David Buckley & John Ottman - A Liitle Favor (The Nice Guys) - 02:52 
24. Danny Elfman - On His Knees (Fifty Shades Darker) - 03:24 
25. Brian Eno - Music For Airports: 2/1 ( Weeks) - 12:05

Montag, 1. September 2025

Playlist #431 vom 07.09.2025 - JEFF BRIDGES Special

Als Dude in „The Big Lebowski“ wurde Jeff Bridges zur vielzitierten Ikone, doch ist er bereits seit seiner Darstellung in Peter Bogdanovichs Meisterwerk „Die letzte Vorstellung“ (1971) ein Star in Hollywood, wo er Filme wie „Starman“, „Fearless – Jenseits der Angst“, „König der Fischer“ und „Crazy Heart“ drehte. In dieser Sendung gibt es Musik aus seinen Filmen von George Fenton, Maurice Jarre, Jack Nitzsche, Jerry Goldsmith, John Barry, Alan Silvestri, Mychael Danna, Rolfe Kent, Marco Beltrami, Dave Grusin, Randy Newman und vielen anderen zu hören.
Jeffrey Leon „Jeff“ Bridges wurde am 4. Dezember 1949 in Los Angeles als zweiter Sohn des Schauspieler-Ehepaars Lloyd Bridges und Dorothy Bridges geboren und wuchs in Holmby Hills, im nahen Umfeld der Hollywood-Filmindustrie auf. 1950 spielten der zum Drehtermin vier Monate alte Jeff und sein Bruder Beau Bridges an der Seite ihrer Mutter in dem Film „Auf Bewährung freigelassen“. Gegen Ende des Jahrzehnts traten die Brüder in einigen Folgen der Fernsehserie „Abenteuer unter Wasser“ auf, in der ihr Vater die Hauptrolle spielte. 1963 begleitete Jeff diesen auch auf einer Theatertournee durch Neuengland, während der beide im Bühnenstück „Anniversary Waltz“ spielten. Er leistete seinen Militärdienst bei der Küstenwache und begann dann eine Schauspielausbildung in den Studios von Herbert Berghof und Uta Hagen in New York.
Im Weihnachtsfilm „In einer Nacht wie dieser“ verkörperte Jeff Bridges 1969 in einer Rückblende die jüngere Version der Rolle seines Vaters. Er beschrieb sich und seinen Erfolg später nicht ganz zu Unrecht als das „Ergebnis von Vetternwirtschaft“. Mit dem Studentendrama „Halls of Anger“ bekam Bridges im Jahr 1970 seine erste größere Rolle. Wenn auch die Bewertung des Films durchwachsen ausfiel, lobten sowohl zeitgenössische als auch spätere Kritiker die Leistung Bridges’ und die Authentizität seiner Charakterdarstellung.
Der Durchbruch gelang Bridges 1971 mit Peter Bogdanovichs Verfilmung von Larry McMurtrysDie letzte Vorstellung“. Das Coming-of-Age-Drama avancierte zu einem der wichtigsten Werke der New-Hollywood-Bewegung und erhielt acht Oscar-Nominierungen, eine davon entfiel auf den damals 22-jährigen Jeff Bridges, der damit bis heute zu den zehn jüngsten Nominierten in dieser Kategorie zählt. Der von Bridges verkörperte Duane Jackson gab den Rollentyp vor, auf den der Schauspieler im Folgenden mit Vorliebe besetzt wurde: gewöhnliche amerikanische, aber unberechenbare Figuren mit gelegentlich schurkenhaften Zügen.
Im Laufe der 1970er Jahre spielte Bridges unter anderem einen Youngster-Boxer in John Hustons „Fat City“ (1972), einen Betrüger in „In schlechter Gesellschaft“ (1972), einen Rennfahrer in „Der letzte Held Amerikas“ (1973) und einen anarchistischen Teenager in „The Iceman Cometh“ (1973). Erst während der Dreharbeiten zu Letzterem beschloss er, seine Karriere ganz auf die Schauspielerei auszurichten. Als Clint Eastwoods Bankräuber-Kumpan in „Die Letzten beißen die Hunde“ (1974) kam Bridges unter der Regie von Michael Cimino zu seiner zweiten Oscarnominierung als Bester Nebendarsteller – diesmal unterlag er Robert De Niro, der die Auszeichnung für „Der Pate – Teil II“ erhielt.
1976 spielte Bridges die Hauptrolle im erfolgreichen Remake von „King Kong“, das für die Newcomerin Jessica Lange zum gelungenen Debüt und dem Ausgangspunkt einer Karriere mit bislang zwei Oscars und vier Golden Globe Awards wurde. Die für Bridges vorgesehene Rolle in „Die durch die Hölle gehen“ (1978) bekam Christopher Walken, sodass Bridges erst 1980 in „Heaven’s Gate“ zum zweiten Mal mit Michael Cimino zusammenarbeitete – er spielte hier seinen eigenen Vorfahren John L. Bridges. Die über fünf Stunden lange Urfassung des Spätwesterns mit Kris Kristofferson, Christopher Walken, John Hurt, Sam Waterston und Isabelle Huppert in den Hauptrollen trat eine Welle vernichtender Kritiken los und wurde trotz diverser Kürzungen zu einem kommerziellen Misserfolg.
Der Thriller „Cutter’s Way – Keine Gnade“ aus dem Jahr 1981 wird von Kritikern oft als Meisterstück, gelegentlich auch als Bridges bester Film bezeichnet. Im Jahr 1982 übernahm der Schauspieler die Hauptrolle des Kevin Flynn im Science-Fiction-Kultfilm „Tron“, einem der ersten Spielfilme mit längeren computergenerierten Sequenzen. Fast dreißig Jahre später schlüpfte Bridges für die Fortsetzung „Tron: Legacy“ erneut in die Rolle des Programmierers Flynn. In „Gegen jede Chance“ (1984) traf Bridges auf Jane Greer, die ihn im Alter von wenigen Monaten bei seinem ersten „Auftritt“ gehalten hatte. Greer hatte ebenfalls in der Vorlage „Goldenes Gift“ (1947) mitgespielt.
Anschließend war er neben Glenn Close in dem Thriller „Das Messer“ (1985), neben Jane Fonda in „Der Morgen danach“ (1986) und neben Kim Basinger in der Komödie „Nadine“ (1987) zu sehen. In Francis Ford Coppolas biografischen Drama „Tucker“ (1988) verkörperte Bridges den Automobil-Unternehmer Preston Tucker.
Nach seiner dritten nicht von Erfolg gekrönten Oscar-Nominierung – nun erstmals als Bester Hauptdarsteller für die Verkörperung eines Außerirdischen im Film „Starman“ von John Carpenter, zog er gegen F. Murray Abraham den Kürzeren – bewies Bridges in „Die fabelhaften Baker Boys“ (1989) an der Seite von Michelle Pfeiffer und seinem Bruder Beau musikalisches Talent. Bridges bezeichnete den Film später als eines seiner liebsten Werke. Im Folgejahr wirkte er an Peter Bogdanovichs „Texasville“ mit, doch konnte die Fortsetzung von „Die letzte Vorstellung“ nicht an den Erfolg des Originalfilms von 1971 anknüpfen. Für „König der Fischer“ (1991) nominierte man Bridges nach „Starman“ zum zweiten Mal für einen Golden Globe Award. Er ging leer aus, gewann aber im Jahr darauf den Independent Spirit Award für die Vater-Sohn-Geschichte „American Heart – Die zweite Chance“.
Obwohl seine zurückhaltenden, charmanten Darbietungen stets als herausragend beurteilt wurden, erreichte er bis in die 1990er Jahre hinein nie jenen Publikumserfolg, den andere Männer seiner Generation, wie Dustin Hoffman oder Robert De Niro, genossen.
In ihrer Kritik zu „American Heart“ bedachte Janet Maslin von der New York Times Bridges 1992 mit dem Titel „Der am meisten unterschätzte große Schauspieler seiner Generation“. Diese Bezeichnung entwickelte sich zu einer Art Klischee, die seither in diversen Kritiken zu Jeff Bridges und seinen Filmen aufgegriffen wurde. Bridges entgegnete scherzhaft in verschiedenen Interviews, er fühle sich nicht wenig geschätzt, vielmehr versuche er Arbeit zu vermeiden, wo immer es möglich sei. Er lasse sich vorzugsweise auf Low-Budget-Filme besetzen, da ihm die Drehbücher häufig besser gefielen.
Zu Bridges‘ besten Leistungen zählt seine Darstellung in Peter Weirs „Fearless – Jenseits der Angst“, wo er einen Mann darstellt, der nach einem Flugzeugabsturz die Welt mit anderen Augen sieht. Für die Besetzung einer Rolle in „Explosiv – Blown Away“ (1994) schlug Bridges den Produzenten seinen Vater vor. Dies war einer der letzten Filme, an denen Lloyd Bridges mitwirkte, bevor er 1998 verstarb.
1994 bekam Jeff Bridges für seine Verdienste in der Filmindustrie einen Stern auf dem Hollywood Walk of Fame verliehen. Ein Jahr später verkörperte er James Butler „Wild Bill“ Hickok in dem Western „Wild Bill“ an der Seite von Ellen Burstyn, John Hurt und Bruce Dern, gefolgt von Ridley Scotts Survival-Drama „White Squall“ und der romantischen Komödie „Liebe hat zwei Gesichter“ mit Barbra Streisand.
Internationalen Kultstatus erlangte Jeff Bridges durch seine Rolle als Jeffrey Lebowski, genannt „der Dude“, in dem Film „The Big Lebowski“ aus dem Jahr 1998 unter der Regie der Coen-Brüder. Auf die Frage, wem der potrauchende, sandalen- und bademanteltragende Dude nachempfunden sei, nannte Bridges in einem Interview sich selbst. Etwa die Hälfte der Kleidung Lebowskis stamme aus seiner eigenen Garderobe.
Bridges arbeitete 1999 gemeinsam mit Tim Robbins und Regisseur Mark Pellington an „Arlington Road“. Für seine Nebenrolle in „Rufmord – Jenseits der Moral“ wurde er im Jahr 2001 zum insgesamt vierten Mal für einen Oscar nominiert, musste aber erneut zurückstecken; der Preis ging an Benicio del Toro.
In „Seabiscuit – Mit dem Willen zum Erfolg“ war er 2003 an der Seite von Tobey Maguire zu sehen. „Tideland“ war nach „König der Fischer“ Bridges‘ zweiter Film unter der Regie von Terry Gilliam. Als Obadiah Stane, dem Gegenspieler von Robert Downey Jr. in „Iron Man“, verkörperte Bridges eine seiner wenigen antagonistischen Rollen.
Im Folgejahr brachte ihm seine Darstellung des abgehalfterten Country-Musikers Bad Blake in Scott Coopers Drama „Crazy Heart“ großes Lob seitens der Kritiker ein. 2010 erhielt er hierfür nach vier vergeblichen Nominierungen einen Oscar, dazu einen Golden Globe Award und den Screen Actors Guild Award. Mit 61 Jahren zählte Bridges zu den ältesten Oscargewinnern. Als Hauptdarsteller in „True Grit“, seiner zweiten Zusammenarbeit mit den Coen-Brüdern, hatte er im Jahr 2011 erneut Aussichten auf einen Academy Award, musste sich aber Colin Firth als König Georg VI. in „The King’s Speech“ geschlagen geben.
2013 war Jeff Bridges mit Ryan Reynolds in der Action-Komödie „R.I.P.D.“ zu sehen, dann in dem dystopischen Drama „Hüter der Erinnerung“ und dem Fantasy-Action-Film „Seventh Son“ (beide 2014)
In den letzten Jahren war Bridges in David Mackenzies Neo-Western „Hell or High Water“ (2017) (wofür er eine weitere Oscar-Nominierung erhielt), in Drew Goddards Mystery-Thriller-Drama „Bad Times at the El Royale“ (2018) und in der Action-Drama-Serie „The Old Man“ zu sehen, in der einen ehemaligen, untergetauchten CIA-Offizier verkörpert, der sich auf der Flucht vor Leuten befindet, die ihn töten wollen. Demnächst wird Bridges erneut in der Rolle des Kevin Flynn in „Tron: Ares“ zu sehen sein, um dann Gott in der Komödie „Carnival: At the End of Days“ zu verkörpern.

Filmografie:

1951: Auf Bewährung freigelassen (The Company She Keeps)
1969: In einer Nacht wie dieser (Silent Night, Lonely Night)
1970: Halls of Anger
1971: Die letzte Vorstellung (The Last Picture Show)
1972: Fat City
1972: In schlechter Gesellschaft (Bad Company)
1973: Lolly Madonna XXX
1973: Der letzte Held Amerikas (The Last American Hero)
1973: The Iceman Cometh
1974: Die Letzten beißen die Hunde (Thunderbolt and Lightfoot)
1975: Rancho Deluxe
1975: Ins Herz des wilden Westens (Hearts of the West)
1976: Mr. Universum (Stay Hungry)
1976: King Kong
1978: Rendezvous mit einer Leiche (Somebody Killed Her Husband)
1979: Philadelphia Clan (Winter Kills)
1980: Der Ringer (The American Success Company)
1980: Heaven’s Gate
1981: Cutter’s Way – Keine Gnade (Cutter’s Way)
1982: Tron
1982: Das letzte Einhorn (The Last Unicorn, Stimme)
1982: Liebesgrüße aus dem Jenseits (Kiss Me Goodbye)
1984: Gegen jede Chance (Against All Odds)
1984: Starman
1985: Das Messer (Jagged Edge)
1986: 8 Millionen Wege zu sterben (8 Million Ways to Die)
1986: Der Morgen danach (The Morning After)
1987: Nadine – Eine kugelsichere Liebe (Nadine)
1988: Tucker (alternativ: Tucker – Ein Mann und sein Traumauto)
1989: Zweites Glück (See You in the Morning)
1989: Die fabelhaften Baker Boys (The Fabulous Baker Boys)
1990: Texasville
1991: König der Fischer (The Fisher King)
1992: American Heart – Die zweite Chance (American Heart)
1993: Spurlos (The Vanishing)
1993: Fearless – Jenseits der Angst (Fearless)
1994: Explosiv – Blown Away (Blown Away)
1995: Wild Bill
1996: White Squall – Reißende Strömung (White Squall)
1996: Liebe hat zwei Gesichter (The Mirror Has Two Faces)
1996: Zwischen den Welten (Hidden in America)
1998: The Big Lebowski
1999: Arlington Road
1999: Die Muse (The Muse)
1999: Simpatico
2000: Rufmord – Jenseits der Moral (The Contender)
2001: Scenes of the Crime
2001: K-PAX – Alles ist möglich (K-PAX)
2003: Masked and Anonymous
2003: Seabiscuit – Mit dem Willen zum Erfolg (Seabiscuit)
2004: The Door in the Floor – Die Tür der Versuchung (The Door in the Floor)
2005: Tideland
2005: Dirty Movie (The MogulsThe Amateurs)
2006: Rebell in Turnschuhen (Stick it)
2007: Könige der Wellen (Surf’s Up, Stimme von Big Z)
2008: Iron Man
2008: New York für Anfänger (How to Lose Friends & Alienate People)
2009: The Open Road
2009: A Dog Year
2009: Männer, die auf Ziegen starren (The Men Who Stare at Goats)
2009: Crazy Heart
2010: True Grit
2010: Tron: Legacy
2013: R.I.P.D.
2014: Hüter der Erinnerung – The Giver (The Giver)
2014: Seventh Son
2016: Hell or High Water
2017: The Only Living Boy in New York
2017: Kingsman: The Golden Circle
2017: No Way Out – Gegen die Flammen (Only the Brave)
2018: Bad Times at the El Royale
2022–2024: The Old Man (Fernsehserie)
2025: Tron: Ares

Playlist: 

01. Wendy Carlos - Tower Music / Let Us Prey (Tron) - 03:48 
02. Alan Silvestri - Final Fight (Blown Away) - 03:41 
03. John Barry - Sacrifice / Hail to the King (King Kong) - 07:09 
04. John Barry - Part XI (Jagged Edge) - 03:35 
05. David Mansfield - End Credits (Heaven's Gate) - 03:53 
06. Jack Nitzsche - Main Title (Cutter's Way) - 03:20 
07. Rob Simonsen - You Wanted To See Me? (The Only Living Boy In New York) - 02:42 
08. Jerry Goldsmith - The Password (The Vanishing) - 04:40 
09. Van Dyke Parks - Finale: Leaning On Jesus (Wild Bill) - 03:24 
10. Jeff Rona - Still Waters (White Squall) - 03:24 
11. John Coltrane - I Wish I Knew (The Fisher King) - 04:56 
12. Dave Grusin - Jack's Theme (The Fabulous Baker Boys) - 06:41 
13. Joe Jackson - The Trial (Tucker) - 06:43 
14. George Fenton - Red Knight Suite (The Fisher King) - 06:51 
15. Maurice Jarre - Fearless (Fearless) - 03:36 
16. David Sanborn - Try A Little Tenderness (The Mirror Has Two Faces) - 03:11 
17. Piero Piccioni - Traffic Boom (The Big Lebowski) - 03:15 
18. Angelo Badalamenti - The Truth Is Out There (Arlington Road) - 03:11 
19. Daft Punk - Adagio For Tron (Tron Legacy) - 04:11 
20. Stewart Copeland - Rush To LA (Simpatico) - 03:13 
21. Marcelo Zarvos - Orient Point (The Door In The Floor) - 02:53 
22. Jack Nitzsche - I Gave You A Baby (Starman) - 02:13 
23. Edward Shearmur - Grand Central (K-PAX) - 04:38 
24. Randy Newman - The Unkindest Cut (Seabiscuit) - 03:30 
25. Nick Cave & Warren Ellis - Comancheria (Hell Or High Water) - 02:05 
26. Mychael Danna - Under Water (Tideland) - 02:39 
27. Marco Beltrami - The Kiss (The Giver) - 02:27 
28. Rolfe Kent - The Base, And Bill (The Men Who Stare at Goats) - 01:32 
29. Henry Jackman & Matthew Margeson - Memories of Harry (Kingsman: The Golden Circle) - 01:59 
30. Michel Colombier & Larry Carlton - Love and Murder of a Friend (Against All Odds) - 09:27

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