Mittwoch, 1. Oktober 2025
Playlist #433 vom 05.10.2025 - R.I.P. Robert Redford (1936-2025)
Robert Redford unzweifelhaft zu den bekanntesten
Schauspielern seiner Generation und zu den wichtigsten Filmemachern, der als
Initiator des Sundance Film Festivals vor allem Independent-Produktionen
ein wichtiges Podium bietet. Darüber hinaus hat er sich als Umweltschützer einen
Namen gemacht und kämpfte für die Rechte der indigenen Bevölkerung. Nach
ersten Fernsehauftritten im Jahr 1960 (in Serien wie „Maverick“, „Rescue 8“,
„Playhouse 90“, „Perry Mason“ und „Tate“) avancierte Redfordin den 1970er Jahren zu einem der populärsten Schauspieler der
New-Hollywood-Generation und war auch als Regisseur erfolgreich.Nun verstarb die Hollywood-Legende am 16. September 2025 in Sundance, Utah, im Alter von 89 Jahren.Der am 18. August 1936 im kalifornischen Santa Monica
geborene Robert Redford wuchs in einfachen Verhältnissen auf, erhielt
1955 als herausragender Baseballspieler ein Stipendium der University of
Colorado, doch brachen seine sportlichen und schulischen Leistungen nach dem
Tod seiner Mutter ein. Nach dem Verlust seines Stipendiums jobbte Redford
u.a. auf Ölfeldern und ging schließlich nach Europa, wo er in Paris und Florenz
mehrere Kunstakademien besuchte und sich zeitweise als Straßenmaler versuchte.
Nach seiner Rückkehr in die USA 1958 studierte Redford Theaterdesign am
New Yorker Pratt Institute und entdeckte ab 1959 an der American Academy of
Dramatic Arts seine Leidenschaft für die Schauspielerei.
Während er auf den Theaterbühnen schnell Erfolge feiern
konnte, entwickelte sich seine Filmkarriere eher schleppend. Seine ersten
Rollen hatte er in den Broadway-Produktionen „Tall Story“ und „Little
Moon of Alban“. Das erste Mal vor der Kamera stand er für eine Folge der
Fernsehserie „Maverick“, in der James Garner, Jack
Kelly und Roger Moore die Hauptrollen spielten.
Nachdem er 1960 diverse Auftritte in TV-Serien wie „Perry
Mason“, „Alfred Hitchcock Presents“ oder „Die Leute von
der Shiloh Ranch“ hatte, konnte er 1962 in „Hinter feindlichen
Linien“ sein Leinwanddebüt feiern. Der Film konnte sich zwar an den
Kinokassen nicht durchsetzen, doch freundete sich Redford während der Dreharbeiten
mit dem späteren Regisseur Sydney Pollack an, der hier
ebenfalls als Filmschauspieler debütierte.
Zunächst folgten noch etliche Flops wie die Kriegskomödie „Lage
hoffnungslos – aber nicht ernst“ (1965) und das Drama „Ein Mann wird
gejagt“ (1966). Mit der damals sehr populären Natalie Wood, einer
ehemaligen Schulkameradin von der Van Nuys High School, drehte Redford
erst „Verdammte, süße Welt“ (1965), dann „Dieses Mädchen ist für
alle“ (1966), Redfords erster Zusammenarbeit mit Regisseur Sydney
Pollack.
Erst 1967 wurde Redford in „Barfuß im Park“
einem größeren Publikum bekannt und zwei Jahre später in George Roy Hills
Westernkomödie „Zwei Banditen“ an der Seite von Paul Newman zum
Superstar. „Butch Cassidy und Sundance Kid“ (so der Alternativtitel) traf
den liberalen Zeitgeist der späten 1960er Jahre und zeigte die beiden Zug- und
Bankräuber Butch und Sundance als sympathische, fast hippiehafte Antihelden,
die schließlich von einem riesigen Polizeiaufgebot zusammengeschossen werden.
Der Film wurde zu einem der größten Kassenerfolge der späten 1960er Jahre und
festigte bei einem weltweiten Publikum Redfords Image als Frauenschwarm
und romantischer Held. Mit Paul Newman blieb er zeitlebens eng
befreundet.
1973 drehten die beiden Darsteller, wieder unter der Regie
von George Roy Hill, die Gaunerkomödie „Der Clou“, die zu
einem der erfolgreichsten Filme der 1970er Jahre avancierte. Redford
erhielt für die Darstellung des Trickbetrügers Hooker seine
einzige Oscar-Nominierung als Schauspieler. Redford und Newman wollten
nach „Der Clou“ ihre erfolgreiche Zusammenarbeit fortsetzen,
fanden aber kein geeignetes Projekt.
In „Jeremiah Johnson“ (1972) spielte Redford unter
der Regie von Sydney Pollack einen zivilisationsmüden Trapper, 1973
wurde das Liebesdrama „So wie wir waren“ ebenso zum Kassenschlager wie Pollacks
Polit-Thriller „Die drei Tage des Condor“ (1975), womit Redford
zum erfolgreichsten Filmstar avancierte. Fortan nutzte Redford seine
Popularität, um Filme zu produzieren, die seine liberale politische Haltung
reflektierten, wie z.B. „Die Unbestechlichen“ von Alan J. Pakula.
„Ob er als ‚Der große Gatsby‘ im pinkfarbenen Anzug vor den
Herrenhäusern der Ostküste steht, sich in ‚Jenseits von Afrika‘ mit
Jägerschlapphut an Löwen heranpirscht oder in ‚Die Unbestechlichen‘ mit
hochgekrempelten Hemdsärmeln seine Enthüllungsartikel in die Schreibmaschine
hackt – alle Redford-Figuren sind zunächst einmal Inkarnationen seiner
selbst“, befand Katja Nicodemus in „Die Zeit“ (46/2007).
Mit „Der große Gatsby“ (1974) und „Tollkühne Flieger“ (1975)
konnte der Womanizer zwar nicht mehr ganz an die vorangegangenen Erfolge
anknüpfen, doch durch den von ihm erstmals produzierten Polit-Thriller „Die
Unbestechlichen“ (1976), mit dem Regisseur Alan J. Pakula den durch
die Journalisten Bob Woodward (Redford) und Carl Bernstein (Dustin
Hoffman) aufgedeckten Watergate-Skandal thematisierte, war Redford
wieder ganz oben.
Es folgten noch Auftritte in dem stargespickten Kriegsfilm „Die Brücke von
Arnheim“ (1977) und in Sydney Pollacks „Der elektrische Reiter“
(1979), ehe Redford 1980 mit dem Sozialdrama „Eine ganz normale
Familie“ sein Regiedebüt feierte und seinen ersten Oscar in Empfang nehmen
konnte. 1980 gründete Redford in seiner Heimat Utah das Sundance
Institute, das sich der Förderung unabhängiger Filmemacher und ihrer Werke
verschrieb. Das 1984 erstmals ins Leben gerufene Sundance Film Festival ist
längst zum wichtigsten Treffpunkt der amerikanischen Independent-Filmer
avanciert.
In den 80er und 90er Jahren war Redford nur noch
sporadisch auf der Leinwand zu bewundern. 1980 spielte er in „Brubaker“
einen idealistischen Gefängnisdirektor, 1984 war er in „Der Unbeugsame“ als
Baseballspieler zu sehen. 1985 folgte das von Sydney Pollack inszenierte
Liebesdrama „Jenseits von Afrika“, ein Jahr später das romantische
Thriller-Drama „Staatsanwälte küsst man nicht“, ehe 1990 mit „Havanna“
die sechste und letzte Zusammenarbeit mit Sydney Pollack über die Bühne
ging. In „Sneakers“ spielte Redford 1992 den Chef einer Bande von
High-Tech-Einbruchsspezialisten, außerdem führte er nach „Eine ganz normale
Familie“ und „Milagro – Der Krieg im Bohnenfeld“ (1988) bei dem
Drama „Aus der Mitte entspringt ein Fluss“ zum dritten Mal Regie, die
den Anfang der langjährigen Zusammenarbeit mit Komponist Mark Isham
markierte, der auch Redfords „Quiz Show“ (1994), das Politdrama „Von
Löwen und Lämmern“ (2007) und „Die Lincoln-Verschwörung“ (2010)
vertonte. 1993 machte Redford Demi Moore „Ein unmoralisches Angebot“,
1996 mimte er neben Michelle Pfeiffer in „Aus nächster Nähe“ einen
Fernsehjournalisten. 1998 führte er Regie bei der Bestseller-Verfilmung von „Der
Pferdeflüsterer“, im Jahr 2000 bei dem Drama „Die Legende von Bagger
Vance“.
Redford inszeniert seine Filme sehr entschleunigt und rhythmisch
vielseitig. Dabei geht er sehr musikalisch vor.
„Ich komponiere meine Filme so, wie ich auch Musik höre. Ein
Teil der Konzeption von ‚Ordinary People‘ war der Kanon von Pachelbel.
In ‚The Horse Whisperer‘ war es das Dvorák-Concerto, das sich
während der Montagesequenz über ein Gitarrenriff in ein Western-Stück
verwandelt. Von den langen, arbeitsamen Tagen der Streichermusik zu den
schnellen, dissonanten Klängen des Pferdetrainings“, erklärte Redford im
Interview mit Daniel Kothenschulte („Nachbesserungen am amerikanischen
Traum. Der Regisseur Robert Redford“, Schüren, S. 173). „Einige Filme
wurden durch den Rhythmus des Sujets bestimmt. ‚Ordinary People‘ war so
langsam und finster, die Langsamkeit, in der man die Mutter aus ihrer
eingefahrenen Rolle stößt und die des Heilungsprozesses. Der Pachelbel-Kanon
wird zu Beginn auf einem Finger gespielt. Am Ende, wenn es zur Konfliktlösung
kommt, spielt dann das ganze Orchester.“
2002 erhielt Redford den Ehre-Oscar für sein
Lebenswerk.
Im neuen Jahrtausend trat er zunächst in den Filmen „Die
letzte Festung“ (2001) und in dem Spionagefilm „Spy Game“ (2001)
auf, in dem er als Lehrmeister von Brad Pitt zu sehen war.
Es folgten 13 weitere Rollen in unterschiedlichen Genres.
Als Regisseur realisierte er nach „Die Legende von Bagger Vance“ noch
drei Filme, die Politdramen „Von Löwen und Lämmern“ (2007) und „Die
Lincoln-Verschwörung“ (2010) sowie den Thriller „The Company You Keep –
Die Akte Grant“ (2012). In „All Is Lost“ (2013) zeigte Redford
als einziger Schauspieler und mit minimalem Text seine Fähigkeit, durch seine
schiere Präsenz einen Film zu tragen. Im Jahr darauf war er in der
Comicverfilmung „The Return of the First Avenger“ zu sehen, in
der er einen Bösewicht darstellte.
Im Sommer 2018 kündigte Redford seinen Rückzug aus
dem Schauspielgeschäft an. Im selben Jahr spielte er in der
Krimikomödie „Ein Gauner & Gentleman“ seine letzte
Hauptrolle, ein Jahr später war er noch in einer cameohaften Nebenrolle in dem
stargespickten Superheldenfilm „Avengers: Endgame“ zu sehen.
Filmographie (Auswahl):
1960: Maverick (Fernsehserie, Folge 03x23)
1962: Hinter feindlichen Linien (War Hunt)
1965: Lage hoffnungslos, aber nicht ernst (Situation Hopeless … But Not
Serious)
1965: Verdammte, süße Welt (Inside Daisy Clover)
1966: Dieses Mädchen ist für alle (This Property is Condemned)
1966: Ein Mann wird gejagt (The Chase)
1967: Barfuß im Park (Barefoot in the Park)
1969: Zwei Banditen (Butch Cassidy and the Sundance Kid)
1969: Blutige Spur (Tell Them Willie Boy Is Here)
1969: Schussfahrt (Downhill Racer)
1970: Stromer der Landstraße (Little Fauss and Big Halsy)
1972: Vier schräge Vögel (The Hot Rock)
1972: Bill McKay – Der Kandidat (The Candidate)
1973: Der Clou (The Sting)
1973: So wie wir waren (The Way We Were)
1974: Der große Gatsby (The Great Gatsby)
1975: Die drei Tage des Condor (Three Days of the Condor)
1977: Die Brücke von Arnheim (A Bridge Too Far)
1979: Der elektrische Reiter (The Electric Horseman)
1980: Brubaker
1980: Eine ganz normale Familie (Ordinary People, Regie)
1984: Der Unbeugsame (The Natural)
1985: Jenseits von Afrika (Out of Africa)
1986: Staatsanwälte küsst man nicht (Legal Eagles)
1988: Milagro – Der Krieg im Bohnenfeld (The Milagro Beanfield War, auch Regie)
1990: Havanna (Havana)
1992: Sneakers – Die Lautlosen (Sneakers)
1992: Aus der Mitte entspringt ein Fluss (A River Runs Through It, Regie)
1993: Ein unmoralisches Angebot (Indecent Proposal)
1994: Quiz Show (Regie)
1996: Aus nächster Nähe (Up Close & Personal)
1998: Der Pferdeflüsterer (The Horse Whisperer, auch Regie)
2000: Die Legende von Bagger Vance (Bagger Vance)
2001: Die letzte Festung (The Last Castle)
2001: Spy Game – Der finale Countdown (Spy Game)
2004: Anatomie einer Entführung (The Clearing)
2005: Ein ungezähmtes Leben (An Unfinished Life)
2007: Von Löwen und Lämmern (Lions for Lambs, auch Regie)
2010: Die Lincoln Verschwörung (The Conspirator, Regie)
2012: The Company You Keep – Die Akte Grant (The Company You Keep, auch Regie)
2013: All Is Lost
2014: The Return of the First Avenger (Captain America: The Winter Soldier)
2015: Picknick mit Bären(A Walk in the Woods)
2015: Der Moment der Wahrheit (Truth)
2016: Elliot, der Drache (Pete’s Dragon)
2017: The Discovery
2017: Unsere Seelen bei Nacht (Our Souls at
Night)
2018: Ein Gauner & Gentleman (The Old Man
& the Gun)
2019: Avengers: Endgame
Playlist:
02. Kenyon Hopkins - Tea Room (Downhill Racer) - 02:34
03. John Barry - Blues For Bubber (The Chase) - 04:06
04. Neal Hefti - A New Home Upstairs (Barefoot in the Park) - 04:41
05. Marvin Hamlisch - Look What I've Got (The Way We Were) - 03:05
06. Randy Newman - The End Title (The Natural) - 03:23
07. Harry Gregson-Williams - Beirut, A War Zone (Spy Game) - 03:20
08. John Rubinstein & Tim McIntire - The Cabin (Jeremiah Johnson) - 04:24
09. David Shire - Finale and End Title (All the President's Men) - 02:48
10. Marvin Hamlisch - Time to Go Bowling (Ordinary People) - 03:08
11. Dave Grusin - Goodbye For Kathy (3 Days of the Condor) - 02:16
12. Lalo Schifrin - Finale [Brubaker's Adagio & Coda] (Brubaker) - 03:43
13. Marvin Hamlisch - Solace [Orchestra Version] (The Sting) - 03:37
14. Dave Grusin - Rising Star (The Electric Horseman) - 02:34
15. Dave Grusin - Adios Habana (Havana) - 03:06
16. James Horner - "… And the Blind Shall See" (Sneakers) - 04:32
17. Cliff Martinez - I Met Your Daughter (The Company You Keep) - 04:03
18. John Barry - End Title [You Are Karen] (Out of Africa) - 04:01
19. John Barry - Helicopter to Yacht (Indecent Proposal) - 04:30
20. Mark Isham - In the Half-Light of the Canyon (A River Runs Through It) - 02:47
21. Thomas Newman - She Knows Now (Up Close & Personal) - 02:23
22. Alexander Ebert - Dance of Lilies (All Is Lost) - 05:18
23. Mark Isham - Todd's Decision / End Credits (Lions For Lambs) - 05:08
24. Craig Armstrong - At the Stream (The Clearing) - 05:45
25. Deborah Lurie - Leaving Gary (An Unfinished Life) - 02:36
26. Rachel Portman - The Day of the Match Dawns (The Legend of Bagger Vance) - 03:09
27. Nathan Larson - So Many Stars (A Walk in the Woods) - 05:21
28. Daniel Hart - Three Day Bank (The Old Man & the Gun) - 06:42
29. Mark Isham - The Oversight Blues (Quiz Show) - 10:41
Sonntag, 22. Juni 2025
Playlist #426 vom 29.06.2025 - J.T. WALSH (1943-1998) Special
Auch wenn er so gut wie nie in der ersten Reihe stand,
hinterließ der US-amerikanische Schauspieler J.T. Walsh (1943-1998) mit
seinen Engagements immer einen nachhaltigen Eindruck beim Publikum und
arbeitete im Verlauf seiner viel zu früh beendeten Karriere mit namhaften
Regisseuren wie Woody Allen, Wolfgang Peterson, Oliver Stone, Barry
Levinson, David Mamet, Peter Hyams, Rob Reiner, Ron Howard, William Friedkin
und John Dahl zusammen. Zu seinen eindringlichsten Rollen zählt fraglos
die des Bösewichts in Jonathan Mostows Thriller „Breakdown“ mit Kurt
Russell in der Hauptrolle, mit dem er zuvor bereits in „Tequila Sunrise“,
„Backdraft“ und „Einsame Entscheidung“ gemeinsam vor der Kamera
stand. In der heutigen Sendung gibt es neben den Soundtracks zu diesen vier
Filmen zudem Musik von Graeme Revell, Jerry Goldsmith, Randy Newman, Howard
Shore, James Newton Howard und vielen mehr zu hören.
J.T. Walsh wurde am 28. September 1943 als James
Thomas Patrick Walsh in San Francisco, Kalifornien, geboren. Sein strenger Vater schickte James ebenso wie seinen Bruder Christopher auf das Jesuiten-Internat Clongowes Wood College in Irland, dem Land ihrer Vorfahren. James verbrachte
als Sohn eines zivilen Rechnungsprüfers des Militärs sieben Jahre seiner
Kindheit auf einer Militärbasis in München und dann in Stuttgart. Dort verbrachte
James sechs Jahre, die ihn prägten.
Mit 19 Jahren begann er ein Studium an der Eberhard-Karls-Universität
in Tübingen. Als sein Vater 1962 an einem Hirntumor starb, zog die Familie
zurück in die USA nach Rhode Island, wo seine Mutter aufgewachsen war. Dort
begann Walsh an der University of Rhode Island zu studieren, an der er in
vielen Theateraufführungen mitwirkte. Zu dieser Zeit war er Präsident der Students
for a Democratic Society („Studenten für eine demokratische Gesellschaft“),
einer Organisation, die aus der Antikriegsbewegung der 1960er Jahre hervorging.
Nach seinem abgeschlossenen Studium der Gesellschaftswissenschaften
arbeitete Walsh sowohl als Sozialarbeiter, Verkäufer von Enzyklopädien,
Grundschullehrer, Journalist wie auch als Restaurantleiter und als Barkeeper in
einem der besten Fischrestaurants in Manhattan. Erst im Alter von 30 Jahren
begann er seine Karriere als Schauspieler zunächst in Off-Broadway-Stücken,
nachdem er 1974 von einem Theaterregisseur entdeckt worden war.
Eine seiner ersten Filmrollen hatte er erst 1983 im Alter
von 39 Jahren in dem Film „Kopfjagd“. Seinen Durchbruch hatte er 1984 am
Broadway als einer der korrupten Immobilienmakler in dem Stück „Glengarry
Glen Ross“ von David Mamet.In den folgenden fünfzehn Jahren wirkte Walsh
als vielbeschäftigter Schauspieler in über 50 Fernseh- und Spielfilmen sowie in
zahlreichen Fernsehserien mit - u. a. in der mit einem Emmy
ausgezeichneten Serie „Dark Skies – Tödliche Bedrohung“.
Der berühmte und einflussreiche US-amerikanische
Fernsehkritiker Leonard Maltin charakterisierte Walshs Rollen
einmal als die eines „angestellten, stillen, boshaften Widerlings“. In diesem
Sinne verkörperte er meist unfreundliche, cholerische oder intrigante
Charaktere. Walsh äußerte sich einmal so, dass er hoffe, dem Beispiel
des Schauspielers Gene Hackman folgen zu können und auch für komplexer
strukturierte Figuren und substanziellere Rollen besetzt zu werden.
Zu seinen bekanntesten Rollen zählen die des Lt. Col.
Matthew Markinson in Rob Reiners „Eine Frage der Ehre” (1992) und
des Sgt. Major Dickerson in „Good Morning, Vietnam“ (1987).
1996 spielte er den psychisch kranken Patienten Charles
Bushman in Billy Bob Thorntons Drama „Sling Blade“. Walsh verkörperte
zudem drei tatsächlich lebende Figuren – den Journalisten Bob Woodward
in „Wired“ (1989), den Teamsters-Präsidenten Frank Fitzsimmons in
„Hoffa“ (1992) und Richard Nixons Berater John Ehrlichman
in „Nixon“ (1995).
1997 war er für seine Verkörperung des Ray Percy in dem
Fernsehfilm „Hope“ als Bester Nebendarsteller für einen Emmy nominiert.
Im gleichen Jahr spielte er als Antagonist von Kurt Russell in Jonathan
Mostows Entführungsthriller „Breakdown“ einen mordenden Truckfahrer.
In seinem letzten Lebensjahr wirkte Walsh u. a. in den
Filmen „Das Todeskomplott“, „Pleasantville – Zu schön, um wahr zu sein“ und
in dem Thriller „Verhandlungssache“ mit. In Erinnerung an ihn wurden ihm
diese Filme auch postum gewidmet. Auch den Film „Outside Ozona“ widmete
man ihm, da er ursprünglich die Rolle des Odell Parks hatte spielen sollen,
jedoch kurz vor Produktionsbeginn verstarb. Walsh wurde danach durch Robert
Forster ersetzt.
Walsh, der fließend Deutsch sprach, starb während
eines Urlaubs im Alter von 54 Jahren an Herzversagen. Während der 70. Academy-Award-Verleihung
widmete Jack Nicholson seinen dritten Oscar, den er für seine
Darstellung in der Filmkomödie „Besser geht’s nicht“ erhalten hatte,
unter anderem J.T. Walsh.
Filmografie:
1982: Kleine Gloria – Armes reiches Mädchen (Little Gloria… Happy at Last)1983: Kopfjagd (Eddie Macon’s Run)
1984: Harte Pfeile – Mitten ins Herz (Hard Choices)
1984: The Beniker Gang
1984: The Edge of Night (TV-Serie, 9 Folgen)
1985: Das Recht zu töten (Right to Kill?, Fernsehfilm)
1986: Hannah und ihre Schwestern (Hannah and Her Sisters)
1986: Power – Der Weg zum Ruhm (Power)
1987: Good Morning, Vietnam
1987: Tin Men
1987: Haus der Spiele (House of Games)
1988: Tequila Sunrise
1988: Im Schatten der Götter (Windmills of the Gods, TV-Mini-Serie)
1988: Wo Bitte geht’s zum Knast (Things Change)
1989: John Belushi – Sex & Drugs in Hollywood (Wired)
1989: The Big Picture
1989: Dad
1990: Moon 44
1990: Misery
1990: Das Russland-Haus (The Russia House)
1990: Why me? – Warum gerade ich? (Why Me?)
1990: Crazy People
1990: Narrow Margin – 12 Stunden Angst (Narrow Margin)
1990: Grifters (The Grifters)
1991: Iron Maze – Im Netz der Leidenschaft (Iron Maze)
1991: Backdraft – Männer, die durchs Feuer gehen (Backdraft)
1991: Der große Blonde mit dem schwarzen Fuß (True Identity)
1991: Wehrlos (Defenseless)
1992: Contact (Kurzfilm)
1992: Eine Frage der Ehre (A Few Good Men)
1992: Jimmy Hoffa (Hoffa)
1992: Im Schatten eines Mörders (In the Shadow of a Killer)
1992: The Prom
1993: Red Rock West
1993: Loaded Weapon 1 (National Lampoon’s Loaded Weapon 1)
1993: In einer kleinen Stadt (Needful Things)
1993: Morgen früh, so Gott will… (Morning Glory)
1993: Die Stunde der Wahrheit (The American Clock, Fernsehfilm)
1993: Sniper – Der Scharfschütze (Sniper)
1993: Partners (Fernsehfilm)
1994: Blue Chips
1990: Why me? – Warum gerade ich? (Why Me?)
1990: Crazy People
1990: Narrow Margin – 12 Stunden Angst (Narrow Margin)
1990: Grifters (The Grifters)
1991: Iron Maze – Im Netz der Leidenschaft (Iron Maze)
1991: Backdraft – Männer, die durchs Feuer gehen (Backdraft)
1991: Der große Blonde mit dem schwarzen Fuß (True Identity)
1991: Wehrlos (Defenseless)
1992: Contact (Kurzfilm)
1992: Eine Frage der Ehre (A Few Good Men)
1992: Jimmy Hoffa (Hoffa)
1992: Im Schatten eines Mörders (In the Shadow of a Killer)
1992: The Prom
1993: Red Rock West
1993: Loaded Weapon 1 (National Lampoon’s Loaded Weapon 1)
1993: In einer kleinen Stadt (Needful Things)
1993: Morgen früh, so Gott will… (Morning Glory)
1993: Die Stunde der Wahrheit (The American Clock, Fernsehfilm)
1993: Sniper – Der Scharfschütze (Sniper)
1993: Partners (Fernsehfilm)
1994: Blue Chips
1994: Der Klient (The Client)
1994: Die letzte Verführung (The Last Seduction)
1994: Das Wunder von Manhattan (Miracle on 34th Street)
1994: Hilfe, ich liebe einen Filmstar (Star Struck, Fernsehfilm)
1994: Stummer Schrei (Silent Fall)
1995: Nixon
1995: Outbreak – Lautlose Killer (Outbreak)
1995: Akte X – Die unheimlichen Fälle des FBI (The X-Files, Fernsehserie, Folge 3×05 Die Liste)
1995: Charlie’s Ghost (Fernsehfilm)
1995: The Low Life
1995: Tage der Angst (Black Day, Blue Night)
1995: Innocent Babysitter (The Babysitter)
1995: Blutspur durch St. Petersburg (Sacred Cargo)
1996: Dark Skies – Tödliche Bedrohung (Dark Skies, TV-Serie, 19 Folgen)
1996: Sling Blade – Auf Messers Schneide (Sling Blade)
1996: Täter Unbekannt (Persons Unknown)
1996: The Little Death
1996: Killer Cops – Mörder in Uniform (Gang in Blue, Fernsehfilm)
1996: Einsame Entscheidung (Executive Decision)
1997: Hope
1997: Breakdown
1998: Pleasantville – Zu schön, um wahr zu sein (Pleasantville)
1998: Verhandlungssache (The Negotiator)
1998: Das Todeskomplott (Hidden Agenda)
1994: Die letzte Verführung (The Last Seduction)
1994: Das Wunder von Manhattan (Miracle on 34th Street)
1994: Hilfe, ich liebe einen Filmstar (Star Struck, Fernsehfilm)
1994: Stummer Schrei (Silent Fall)
1995: Nixon
1995: Outbreak – Lautlose Killer (Outbreak)
1995: Akte X – Die unheimlichen Fälle des FBI (The X-Files, Fernsehserie, Folge 3×05 Die Liste)
1995: Charlie’s Ghost (Fernsehfilm)
1995: The Low Life
1995: Tage der Angst (Black Day, Blue Night)
1995: Innocent Babysitter (The Babysitter)
1995: Blutspur durch St. Petersburg (Sacred Cargo)
1996: Dark Skies – Tödliche Bedrohung (Dark Skies, TV-Serie, 19 Folgen)
1996: Sling Blade – Auf Messers Schneide (Sling Blade)
1996: Täter Unbekannt (Persons Unknown)
1996: The Little Death
1996: Killer Cops – Mörder in Uniform (Gang in Blue, Fernsehfilm)
1996: Einsame Entscheidung (Executive Decision)
1997: Hope
1997: Breakdown
1998: Pleasantville – Zu schön, um wahr zu sein (Pleasantville)
1998: Verhandlungssache (The Negotiator)
1998: Das Todeskomplott (Hidden Agenda)
Playlist:
01. Basil Poledouris - Earl's Truck By / Photos / No Help (Breakdown) - 04:11
02. Alex North - The Village (Good Morning Vietnam) - 03:52
03. Dave Grusin - Tequila Dreams (Tequila Sunrise) - 04:17
04. Cliff Eidelman - Kathy Talks About Adam (Crazy People) - 03:01
05. Elmer Bernstein - Enddings (The Grifters) - 04:44
06. Marc Shaiman - Number One Fan (Misery) - 06:39
07. Jerry Goldsmith - The Family Arrives (The Russia House) - 07:43
08. Howard Shore - The End (The Client) - 03:39
09. Bruce Broughton - Susan's Christmans Wish (Miracle on the 34th Street) - 03:07
10. James Horner - Taking Dad Home (Dad) - 06:40
11. James Newton Howard - Nobody Leaves Town / E-1101 / Quiet Streets (Outbreak) - 03:15
12. Jerry Goldsmith - Drill Team (Executive Decision) - 05:39
13. Marc Shaiman - Honor (A Few Good Men) - 03:47
14. Bruce Broughton - No Carol For Wooton (Narrow Margin) - 03:36
15. Joel Goldsmith - So Long Felix (Moon 44) - 04:08
16. Hans Zimmer - Show Me Your Firetruck / She's Hot and Smokey / Tim Burns (Backdraft) - 05:55
17. John Williams - The 1960's: The Turbulent Years (Nixon) - 05:03
18. David Newman - Hoffa End Credits (Hoffa) - 08:06
19. Patrick Doyle - End Titles (Needful Things) - 03:54
20. Graeme Revell - End Game (The Negotiator) - 05:21
21. Randy Newman - A New Day (Pleasantville) - 05:03
22. Howard Shore - The Boathouse (The Client) - 08:54
23. James Horner - Goodbyes (Dad) - 09:09
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