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Donnerstag, 1. Oktober 2026

Playlist #459 vom 04.10.2026 - RACHEL McADAMS Special

Die kanadische Schauspielerin Rachel McAdams zählt mit ihren Hauptrollen in Komödien und Dramen wie „Wie ein einziger Tag“, „Die Hochzeits-Crasher“, „Die Frau des Zeitreisenden“, „To The Wonder“ und „Southpaw“ sowie ihrer Arbeit für Fernsehen und Theater zu den beliebtesten Darstellerinnen in Hollywood. Zu ihren Auszeichnungen zählen Nominierungen für einen Academy Award, einen British Academy Film Award und einen Tony Award. Im Jahr 2026 wurde sie mit einem Stern auf dem Hollywood Walk of Fame geehrt. Grund genug, die Höhepunkte aus den Soundtracks zu ihren Filmen zu präsentieren, darunter Musik von Hans Zimmer, Aaron Zigman, James Horner, Marco Beltrami, Hanan Townshend, Howard Shore und Pino Donaggio.
Rachel Anne McAdams wurde am 17. November 1978 in London, Ontario, als Tochter einer Krankenschwester und eines Lastwagenfahrers geboren. Sie wuchs in einem protestantischen Elternhaus in St. Thomas auf.
McAdams begann im Alter von vier Jahren mit dem Eiskunstlauf, lehnte jedoch mit neun Jahren das Angebot ab, für ein Training im Paarlauf nach Toronto zu ziehen. Sie betrieb den Sport bis zu ihrem 18. Lebensjahr wettkampfmäßig und gewann dabei regionale Auszeichnungen. Sie äußerte, dass das Eiskunstlaufen sie auf die Schauspielerei vorbereitet habe, da sie dabei gelernt habe, ein gutes Körpergefühl zu entwickeln.
McAdams besuchte die Myrtle Street Public School und das Central Elgin Collegiate Institute. Während der Sommerferien arbeitete sie drei Jahre lang in einer McDonald’s-Filiale.
Schon im Alter von sieben Jahren entwickelte sie ein Interesse an der Schauspielerei; ihre Eltern unterstützten sie zwar darin, suchten ihr jedoch nicht aktiv einen Agenten. Als Kind besuchte sie Sommercamps zu den Themen Disney und William Shakespeare. Ab ihrem zwölften Lebensjahr wirkte sie an Produktionen der „Original Kids Theatre Company“ in London mit und führte als Jugendliche Regie bei Kindertheaterstücken. Sie wirkte zudem an Theateraufführungen ihrer Schule mit und gewann beim Sears Ontario Drama Festival eine Auszeichnung für ihre schauspielerische Leistung. Ursprünglich wollte sie an der University of Western Ontario Kulturwissenschaften studieren, ließ sich jedoch von ihrem Theaterlehrer davon überzeugen, dass eine professionelle Schauspielkarriere eine realistische Option darstellte.
Sie begann ein vierjähriges Theaterstudium an der York University und schloss dieses 2001 mit einem Bachelor of Fine Arts (mit Auszeichnung) ab. Während ihrer Studienzeit arbeitete sie mit der in Toronto ansässigen Necessary Angel Theatre Company zusammen.
Im Jahr 2001 gab McAdams ihr Fernsehdebüt in dem MTV-Piloten „Shotgun Love Dolls“ in der Rolle der Beth Swanson; die Dreharbeiten fanden während der Semesterferien an der York University statt. Ebenfalls in diesem Jahr debütierte sie im kanadischen Film mit der Komödie „My Name Is Tanino“. Die italienisch-kanadische Koproduktion wurde auf Sizilien gedreht, als McAdams 22 Jahre alt war; für sie war es zudem das erste Mal, dass sie in einem Flugzeug saß. Später erhielt McAdams in Kanada eine Nominierung für den Genie Award für ihre Rolle in dem Drama „Perfect Pie“.
2002 gab sie an der Seite von Rob Schneider und Anna Faris ihr Hollywood-Debüt in der Komödie „The Hot Chick“ – ein Film, den McAdams als „großen Meilenstein“ ihrer Karriere bezeichnete. Sie spielte eine zickige Highschool-Schülerin, die ihren Körper mit der von Schneider verkörperten Figur – einem Kleinkriminellen – tauscht. Anschließend kehrte McAdams nach Kanada zurück, um die Rolle der Kate McNab in „Slings and Arrows“ zu übernehmen – einer Comedy-Miniserie über das Theaterleben hinter den Kulissen des fiktiven „New Burbage Shakespearean Festival“. Nach ihrem Erfolg in den Vereinigten Staaten wurde ihre Figur aus der zweiten Staffel der Serie herausgeschrieben. Für ihre Arbeit an der Serie erhielt sie zwei Nominierungen für den Gemini Award, von denen sie eine gewann.
Der Durchbruch gelang McAdams im Jahr 2004 mit der Komödie „Mean Girls – Girls Club“, in der sie an der Seite von Lindsay Lohan, Lacey Chabert und Amanda Seyfried spielte. McAdams war 24 Jahre alt, als sie für die Rolle der arroganten Highschool-Anführerin Regina George besetzt wurde; bei der Darstellung ihrer Figur orientierte sie sich an Alec Baldwins schauspielerischer Leistung in dem Drama „Glengarry Glen Ross“ (1992).
Der Film spielte weltweit 129 Millionen US-Dollar ein und brachte McAdams zwei MTV Movie Awards ein. 
Ebenfalls im Jahr 2004 spielte McAdams an der Seite ihres kanadischen Kollegen Ryan Gosling in dem romantischen Drama „Wie ein einziger Tag“, das auf dem gleichnamigen Roman von Nicholas Sparks basiert. Vor Drehbeginn verbrachte McAdams einige Zeit in Charleston, South Carolina, um sich mit dem Südstaaten-Akzent vertraut zu machen, und nahm Ballett- sowie Etikette-Unterricht. McAdams gewann einen MTV Movie Award und vier Teen Choice Awards.
Im Jahr 2005 spielte McAdams an der Seite von Owen Wilson, Vince Vaughn und Bradley Cooper in der romantischen Komödie „Die Hochzeits-Crasher“. Sie verkörperte die Tochter eines einflussreichen Politikers, die in ein Liebesdreieck mit den von Wilson und Cooper gespielten Figuren gerät. Zur Vorbereitung auf emotionale Szenen hörte sich McAdams wiederholt den Song „Landslide“ von Fleetwood Mac aus dem Jahr 1975 an. Für eine Bootssequenz absolvierte sie ein Segeltraining, da ihre Figur als versierte Seglerin dargestellt wurde.
Anschließend spielte McAdams an der Seite von Cillian Murphy in Wes Cravens Psychothriller „Red Eye“ die Hauptrolle; sie verkörperte eine junge Hotelmanagerin, die während eines Nachtflugs von Murphys Figur als Geisel genommen wird. Ende 2005 stand McAdams gemeinsam mit Sarah Jessica Parker und Diane Keaton in der weihnachtlichen Familien-Dramödie „The Family Stone – Verloben verboten!“ vor der Kamera, die McAdams die Gelegenheit bot, eine zerzauste und sarkastische Schwester zu spielen, anstatt der üblichen Rollen als „offensichtliche“ Freundin oder Ehefrau.
Von 2006 bis 2007 legte McAdams eine Pause von ihrer Filmkarriere ein. In dieser Zeit lehnte sie Rollen in den Filmen „Der Teufel trägt Prada“ (2006), „Casino Royale“ (2006), „Mission: Impossible III“ (2006), „Iron Man“ (2008) und „Get Smart“ (2008) ab.
Im Jahr 2008 kehrte McAdams zu ihrer Filmkarriere zurück. Sie spielte an der Seite von Pierce Brosnan und Chris Cooper in dem im Stil des Film noir gehaltenen Drama „Married Life“ (angesiedelt in den 1940er Jahren) die Rolle der Kay Nesbitt, einer jungen Witwe, die das Herz der beiden älteren Männer erobert.
Anschließend war McAdams an der Seite von Tim Robbins und Michael Peña in der Roadmovie-Dramödie „The Lucky Ones“zu sehen; der Film erzählt die Geschichte dreier Soldaten aus dem Irakkrieg, die nach ihrer Rückkehr in die USA eine kurze Reise quer durchs Land unternehmen.
Im Jahr 2009 spielte McAdams an der Seite von Russell Crowe, Helen Mirren und Ben Affleck in dem Politthriller „State of Play – Stand der Dinge“, der auf der gleichnamigen BBC-Fernsehserie basiert. McAdams verkörperte Della Frye, eine Online-Reporterin, die gemeinsam mit Crowes Figur – einem erfahrenen Printjournalisten – einer möglichen Verschwörung nachgeht.
Ebenfalls 2009 spielte McAdams an der Seite von Eric Bana in dem romantischen Science-Fiction-Drama „Die Frau des Zeitreisenden“, das auf dem gleichnamigen Bestsellerroman von Audrey Niffenegger basiert.
Kurz darauf war sie als Irene Adler in der Neuverfilmung der Romanreihe des „Sherlock Holmes“ und 2012 in der Fortsetzung „Sherlock Holmes: Spiel im Schatten“ zu sehen. 2012 folgten Spielfilmarbeiten mit Terrence Malick und Brian De Palma. In Malicks Drama „To the Wonder“ ist sie als Geliebte von Ben Affleck zu sehen, während sie in De Palmas Thriller „Passion“ (eine Neuverfilmung von Alain Corneaus „Liebe und Intrigen“ aus dem Jahr 2010) an der Seite von Noomi Rapace agiert. Beide Filme erhielten Einladungen in den Wettbewerb der 69. Internationalen Filmfestspiele von Venedig. 2015 war sie in einer Hauptrolle in der zweiten Staffel der HBO-Serie „True Detective“ neben Colin Farrell, Vince Vaughn und Taylor Kitsch zu sehen. 2015 übernahm sie eine größere Rolle in dem Film „Spotlight“, wofür sie eine Nominierung als Beste Nebendarstellerin bei der Oscarverleihung 2016 erhielt, sowie in dem Boxerdrama „Southpaw“ und in Wim Wenders‘ Drama „Every Thing Will Be Fine“. Zuletzt war sie in Sam Raimis Survival-Horror-Thriller „Send Help“ zu sehen.
 
Filmografie:
2000–2001: The Famous Jett Jackson (Fernsehserie, 2 Folgen)
2001: Shotgun Love Dolls
2002: My Name is Tanino
2002: Mission Erde – Sie sind unter uns (Earth: Final Conflict, Fernsehserie)
2002: Perfect Pie
2002: Guilt by Association (Coupable par Amour)
2002: Hot Chick – Verrückte Hühner (The Hot Chick)
2003–2005: Slings and Arrows (Fernsehserie, 7 Folgen)
2004: Girls Club – Vorsicht bissig! (Mean Girls)
2004: Wie ein einziger Tag (The Notebook)
2005: Die Hochzeits-Crasher (Wedding Crashers)
2005: Red Eye
2005: Die Familie Stone – Verloben verboten! (The Family Stone)
2007: Married Life
2008: The Lucky Ones
2009: State of Play – Stand der Dinge (State of Play)
2009: Die Frau des Zeitreisenden (The Time Traveler’s Wife)
2009: Sherlock Holmes
2010: Morning Glory
2011: Midnight in Paris
2011: Sherlock Holmes: Spiel im Schatten (Sherlock Holmes: A Game of Shadows)
2012: Für immer Liebe (The Vow)
2012: To the Wonder
2012: Passion
2013: Alles eine Frage der Zeit (About Time)
2014: A Most Wanted Man
2015: Every Thing Will Be Fine
2015: Aloha – Die Chance auf Glück (Aloha)
2015: True Detective (Fernsehserie, 5 Folgen)
2015: Southpaw
2015: Spotlight
2015: Der kleine Prinz (The Little Prince)
2016: Doctor Strange
2017: Ungehorsam (Disobedience)
2018: Game Night
2020: Eurovision Song Contest: The Story of Fire Saga
2021: What If…? (Fernsehserie, Folge 1x04, Stimme)
2022: Doctor Strange in the Multiverse of Madness
2023: Are You There God? It’s Me, Margaret.
2023: Dave (Fernsehserie, 3 Folgen)
2026: Send Help 

Playlist: 

01. Danny Elfman - End Credits (Send Help) - 03:04 
02. Rolfe Kent - Regina's Revenge (Mean Girls) - 03:14 
03. Rolfe Kent - Claire, a Beach and John (Wedding Crashers) - 03:21 
04. Matthew Herbert - Goodbye (Disobedience) - 06:18 
05. Michael Giacchino - It's Snowing (The Family Stone) - 05:10 
06. Aaron Zigman - End Title (The Notebook) - 05:07 
07. Marco Beltrami - Arriving at the Airport (Red Eye) - 04:11 
08. Dickon Hinchliffe - He Decided to Kill Her/Photoshop (Married Life) - 03:07 
09. Rolfe Kent - Driving Across the Prairie (The Lucky Ones) - 01:58 
10. Alex Heffes - Cal Connects the Evidence (State of Play) - 04:34 
11. Mychael Danna - Meadow (The Time Traveler's Wife) - 03:19 
12. Rachel Portman & Michael Brook - A Good Life Again (The Vow) - 02:58 
13. Hanan Townshend - Marina's Theme - Overture (To the Wonder) - 06:28 
14. Pino Donaggio - Journey Through a Nightmare (Passion) - 07:46 
15. Herbert Grönemeyer - They're Closing In (A Most Wanted Man) - 03:14 
16. James Horner - The Funeral, Alone… (Southpaw) - 05:16 
17. Michael Giacchino - Ancient History (Doctor Strange) - 04:00 
18. Howard Shore - Delivering the News (Spotlight) - 03:40 
19. Matthew Herbert - For Love (Disobedience) - 04:14 
20. Rachel Portman & Michael Brook - Remember (The Vow) - 02:30 
21. Cliff Martinez - I Cheat at Everything (Game Night) - 03:19 
22. Alex Heffes - Research (State of Play) - 04:36 
23. Hans Zimmer - Catatonictes - End Titles (Sherlock Holmes) - 03:28 
24. James Horner - A Cry For Help (Southpaw) - 04:16 
25. Hans Zimmer - Score Suite (Are You There God? It's Me, Margaret.) - 05:38 
26. Hanan Townshend - Sweet Prospect (To the Wonder) - 05:17 
27. Michael Giacchino - The Family Stone Suite (The Family Stone) - 09:06

Sonntag, 24. Mai 2026

Playlist #450 vom 31.05.2026 - TIM ROBBINS Special

Als Schauspieler in Meisterwerken wie Robert Altmans „The Player“, Clint Eastwoods „Mystic River“ und Frank Darabonts Stephen-King-Verfilmung „Die Verurteilten“, aber auch als Regisseur des Gefängnis-Dramas „Dead Man Walking“ hat sich Tim Robbins seinen Stern auf dem Walk of Fame in Hollywood redlich verdient. Der heutige Rückblick auf Leben und Wirken des charismatischen, politisch engagierten Mannes, der 21 Jahre lang mit der Hollywood-Schauspielerin Susan Sarandon liiert war, präsentiert Musik von Komponisten wie Thomas Newman, Carter Burwell, James Newton Howard, Jerry Goldsmith, John Williams, Maurice Jarre und Ennio Morricone.

Tim Robbins wurde am 16. Oktober 1958 in West Covina, Kalifornien, als Sohn der Musikerin Mary Cecelia und des Sängers, Schauspielers Gilbert Lee Robbins geboren, der auch als Manager des „Gaslight Café“ fungierte. Robbins wuchs mit seinen zwei Schwestern und seinem Bruder David in New York City auf und besuchte die Stuyvesant High School. Bereits in jungen Jahren zog Robbins mit seiner Familie nach Greenwich Village, während sein Vater eine Karriere als Mitglied der Folk-Gruppe The Highwaymen verfolgte. Nachdem er im Alter von zwölf Jahren angefangen hatte, Theater zu spielen, trat Robbins dem Theaterclub der Stuyvesant High School bei, verbrachte zwei Jahre an der SUNY Plattsburgh und kehrte anschließend nach Kalifornien zurück, um an der UCLA Film School zu studieren. 1981 schloss er sein Studium mit einem Bachelor of Arts in Theaterwissenschaften ab.
Robbins’ Schauspielkarriere begann am Theater for the New City, wo er während seiner Teenagerjahre im Rahmen des jährlichen „Summer Street Theater“-Programms auftrat und zudem die Titelrolle in einer Musical-Adaption von Antoine de Saint-Exupérys „Der kleine Prinz“ spielte. Nach seinem College-Abschluss im Jahr 1981 gründete Robbins gemeinsam mit befreundeten Schauspielern aus seinem College-Softballteam – darunter auch John Cusack – in Los Angeles die Actors’ Gang, eine experimentelle Theatergruppe.
Im Jahr 1982 trat er in drei Episoden der Fernsehserie „St. Elsewhere“ in der Rolle des inländischen Terroristen Andrew Reinhardt auf. Zudem übernahm er eine kleine Rolle in dem Film „No Small Affair“ (1984), in dem Demi Moore die Hauptrolle spielte. Nach einem Gastauftritt in der zweiten Folge der Fernsehserie „Moonlighting“ (1985) und ersten Rollen in Spielfilmen, wie etwa die eines wilden Studentenverbindungsmitglieds in „American Eiskrem“ (1985) und die des Lt. Sam „Merlin“ Wells in dem Kampfpilotenfilm „Top Gun“ (1986), feierte Robbins seinen Durchbruch als Pitchers Ebby Calvin „Nuke“ LaLoosh in dem Baseballfilm „Annies Männer“ (1988), in dem er an der Seite von Susan Sarandon und Kevin Costner spielte.
Robbins’ Darstellung eines amoralischen Filmmanagers in Robert Altmans Film „The Player“ (1992) brachte ihm bei den Filmfestspielen von Cannes eine Auszeichnung als bester Darsteller ein. Sein Debüt als Regisseur und Drehbuchautor gab er mit „Bob Roberts“ (ebenfalls 1992), einer Mockumentary über einen rechten Senatskandidaten. Anschließend spielte Robbins an der Seite von Morgan Freeman in Frank Darabonts Drama „Die Verurteilten“ (1994), das auf einer Novelle von Stephen King basierte.
Robbins hat mehrere Filme mit starkem gesellschaftskritischem Gehalt geschrieben, produziert und inszeniert – darunter das Drama über die Todesstrafe „Dead Man Walking“ (1995) mit Susan Sarandon und Sean Penn. Der Film brachte ihm eine Oscar-Nominierung für die Beste Regie ein. Laut
Seine nächste Regiearbeit war das im Zeitalter der Weltwirtschaftskrise angesiedelte Musical „Cradle Will Rock“ (1999). Robbins trat zudem in kommerziellen Hollywood-Thrillern auf – etwa in „Arlington Road“ (ebenfalls 1999) als mutmaßlicher Terrorist und in „Antitrust“ (2001) als skrupelloser Computer-Tycoon – sowie in Komödien wie „Hudsucker – Der große Sprung“ (1994), „Nichts zu verlieren“ (1997) und „High Fidelity“ (2000). Darüber hinaus wirkte Robbins als Schauspieler und Regisseur an mehreren Theaterproduktionen der Actors' Gang mit.
Robbins gewann den Oscar als Bester Nebendarsteller sowie den SAG Award für seine Leistung in „Mystic River“ (2003), in dem er einen Mann verkörperte, der durch eine Entführung und Vergewaltigung in seiner Kindheit schwer traumatisiert ist. Auf seinen Oscar-Gewinn folgten Rollen als vorübergehend erblindeter Mann, der von einer psychisch verwundeten jungen Frau gesund gepflegt wird („The Secret Life of Words“, 2005), sowie als Folterer aus der Apartheid-Ära („Catch a Fire“, 2006).
Anfang 2006 führte Robbins Regie bei einer Bühnenadaption von George Orwells Roman „1984“, verfasst von Michael Gene Sullivan, einem Mitglied der mit dem Tony Award ausgezeichneten San Francisco Mime Troupe. Die Inszenierung feierte ihre Premiere bei der Actors' Gang an deren neuem Spielort, der Ivy Substation in Culver City, Kalifornien. Neben Auftritten an Spielstätten in den gesamten Vereinigten Staaten gastierte die Produktion auch in Athen (Griechenland), beim Melbourne International Festival in Australien sowie beim Hong Kong Arts Festival.
Robbins wirkte in den Filmen „The Lucky Ones“ – an der Seite seiner Schauspielkollegin Rachel McAdams – sowie in „City of Ember“ (beide 2008) mit. Seine nächste Filmrolle übernahm Robbins als Senator Hammond in dem Superheldenfilm „Green Lantern“ (2011).
Im Jahr 2010 veröffentlichte Robbins das Album „Tim Robbins & The Rogues Gallery Band“ – eine Sammlung von Liedern, die er im Laufe von 25 Jahren geschrieben hatte und mit der er schließlich auf Welttournee ging. Bereits 1992, nach dem Erfolg seines Films „Bob Roberts“, war ihm ursprünglich die Gelegenheit geboten worden, ein Album aufzunehmen; er lehnte jedoch ab, da er „zu großen Respekt vor dem Prozess“ hatte – nicht zuletzt, weil er miterlebt hatte, wie hart sein Vater als Musiker gearbeitet hatte – und weil er das Gefühl hatte, zu jenem Zeitpunkt noch nichts wirklich Wichtiges zu sagen zu haben. Robbins führte von 1988 bis 2009 eine langjährige Beziehung mit der Schauspielerin Susan Sarandon, mit der er einen gemeinsamen Sohn hat. Von 2017 bis 2022 war er mit der Schauspielerin Gratiela Brancusi verheiratet. Er ist bekannt für sein umfangreiches politisches Engagement auf liberaler Seite, wozu auch sein Widerstand gegen den Irakkrieg zählt.
Zuletzt war Tim Robbins in den Serien „Castle Rock“ (2019) und „Silo“ (seit 2023) zu sehen. 

Filmografie:

1979: Buck Rogers (Buck Rogers in the 25th Century, Fernsehserie) 
1982: Chefarzt Dr. Westphall (St. Elsewhere, Fernsehserie) 
1983: Die Football-Prinzessin (Quarterback Princess)
1983: Love Boat (The Love Boat, Fernsehserie, Folge 8x02) 
1984: Legmen (Fernsehserie) 
1984: Hardcastle & McCormick (Fernsehserie) 
1984: California Clan (Santa Barbara, Fernsehserie) 
1984: Polizeirevier Hill Street (Hill Street Blues, Fernsehserie) 
1984: Schnitzeljagd – Teenage Apocalypse (Toy Soldiers) 
1984: Eine starke Nummer (No Small Affair) 
1985: American Eiskrem (Fraternity Vacation) 
1985: Der Volltreffer (The Sure Thing) 
1985: Das Model und der Schnüffler (Moonlighting, Fernsehserie) 
1985: Verrücktes Hollywood (Malice in Wonderland, Fernsehfilm) 
1986: Unglaubliche Geschichten (Amazing Stories, Fernsehserie) 
1986: Top Gun – Sie fürchten weder Tod noch Teufel (Top Gun) 
1986: Howard – Ein tierischer Held (Howard the Duck) 
1987: Pinguine in der Bronx (Five Corners) 
1988: Annies Männer (Bull Durham) 
1988: Tapeheads – Verrückt auf Video (Tapeheads) 
1989: Miss Firecracker 
1989: Twister – Keine ganz normale Familie (Twister) 
1989: Erik der Wikinger (Erik the Viking) 
1990: Cadillac Man 
1990: Jacob’s Ladder – In der Gewalt des Jenseits (Jacob’s Ladder) 
1991: Jungle Fever 
1992: The Player 
1992: Bob Roberts (auch Regie) 
1986–1992: Saturday Night Live (Fernsehshow, als Ensemblemitglied) 
1993: Short Cuts 
1994: Hudsucker – Der große Sprung (The Hudsucker Proxy) 
1994: Die Verurteilten (The Shawshank Redemption) 
1994: Prêt-à-Porter 
1994: I.Q. – Liebe ist relativ (I.Q.) 
1995: Dead Man Walking – Sein letzter Gang (Dead Man Walking, nur Regie) 
1997: Nix zu verlieren (Nothing to Lose) 
1999: Arlington Road 
1999: Austin Powers – Spion in geheimer Missionarsstellung (Austin Powers: The Spy Who Shagged Me) 1999: Das schwankende Schiff (Cradle Will Rock, nur Regie) 
2000: Mission to Mars 
2000: High Fidelity 
2001: Startup (Antitrust) 
2001: Human Nature – Die Krone der Schöpfung (Human Nature) 
2002: The Truth About Charlie 
2003: Freedom: A History of Us (Fernsehserie) 
2003: Mystic River 
2003: Code 46 
2004: Anchorman – Die Legende von Ron Burgundy (Anchorman: The Legend of Ron Burgundy) 
2005: Krieg der Welten (War of the Worlds) 
2005: Das geheime Leben der Worte (The Secret Life of Words) 
2005: Embedded (auch Regie) 
2005: Zathura – Ein Abenteuer im Weltraum (Zathura: A Space Adventure) 
2006: Catch a Fire 
2006: Kings of Rock – Tenacious D (Tenacious D in The Pick of Destiny) 
2006: Tim Robbins: The Punk Gets Responsible (Kurzfilm) 
2007: Noise – Lärm! (Noise) 
2008: The Lucky Ones 
2008: Possible Side Efects (Fernsehfilm, nur Regie) 
2008: City of Ember – Flucht aus der Dunkelheit (City of Ember) 
2011: Green Lantern 
2011: Cinema Verite – Das wahre Leben (Cinema Verite) 
2012: Thanks for Sharing – Süchtig nach Sex (Thanks for Sharing) 
2012: Empire of War – Der letzte Widerstand (Yi jiu si er) 
2013: Life of Crime 
2015: A Perfect Day 
2015: The Brink – Die Welt am Abgrund (The Brink, Fernsehserie, 10 Folgen) 
2017: Marjorie Prime 
2018: Here and Now (Fernsehserie, 10 Folgen) 
2019: Vergiftete Wahrheit (Dark Waters) 
2019: 45 Seconds of Laughter (Dokumentarfilm, Regie) 
2019: Castle Rock (Fernsehserie, 10 Folgen) 
seit 2023: Silo (Fernsehserie)

Playlist:

01. Atli Örvarsson - Spoken Request (SILO - Season 1) - 04:24 
02. Harold Faltermeyer - Love Scene (Top Gun) - 03:42 
03. James Newton Howard - Penguin (Five Corners) - 03:13 
04. Thomas Newman - Good Dog's Water (The Player) - 02:39 
05. Thomas Newman - Compass and Guns (The Shawshank Redemption) - 05:36 
06. Carter Burwell - Norville Suite (The Hudsucker Proxy) - 03:54 
07. Jerry Goldsmith - End Credits (I.Q.) - 04:05 
08. Marcelo Zarvos - End Credits (Dark Waters) - 03:27 
09. John Barry - Jenning As Dark Overload (Howard the Duck) - 07:21 
10. Angelo Badalamenti - The Truth Is Out There (Arlington Road) - 03:11 
11. Ennio Morricone - A Heart Beats In Space (Mission to Mars) - 07:58 
12. Rachel Portman - Lola Is Killed (The Truth About Charlie) - 03:06 
13. Thomas Newman - Hey Killer (Castle Rock) - 04:14 
14. John Debney - Aftermath (Zathura) - 02:59 
15. Clint Eastwood - Orchestral Variation #1 (Mystic River) - 07:36 
16. The Free Association - Dreaming On A Train (Code 46) - 03:53 
17. Rolfe Kent - Driving Across Prairie (The Lucky Ones) - 01:58 
18. John Williams - Bodies In the Water / Ray and Rachel (War of the Worlds) - 03:46 
19. Andrew Lockington - Escape to Sunrise (City of Ember) - 04:57 
20. James Newton Howard - Prologue / Parallax Unbound (Green Lantern) - 03:09 
21. Robert Folk - Locked Up Tight (Nothing to Lose) - 03:10 
22. Angelo Badalamenti - Lament For Leah (Arlington Road) - 03:51 
23. David Robbins & Nusrat Fateh Ali Khan - The Execution (Dead Man Walking) - 04:22
24. Thomas Newman - Brooks Was Here (The Shawshank Redemption) - 05:17 
25. Graeme Revell - Parade (Human Nature) - 02:37 
26. Maurice Jarre - Sarah (Jacob's Ladder) - 07:17 
27. Harold Faltermeyer - Mav Reflects In Goose's Room / Mav Bugs Out (Top Gun) - 11:04

Sonntag, 2. März 2025

Playlist #418 vom 09.03.2025 - TAK FUJIMOTO Special

Seit seiner ersten Arbeit für einen Kinofilm, Terrence Malicks Klassiker „Badlands – Zerschossene Träume“ (1973) hat sich Tak Fujimoto als einer der versiertesten Kameramänner in Hollywood etabliert und ist vor allem durch seine langjährige Zusammenarbeit mit Regisseuren wie Jonathan Demme („Das Schweigen der Lämmer“, „Philadelphia“) und M. Night Shyamalan („Signs“, „The Happening“) prominent geworden.
Takashi Fujimoto ist am 12. Juli 1939 in San Diego als Sohn japanischer Eltern geboren und machte 1957 seinen Abschluss an der San Dieguito High School. Anschließend studierte er an der University of California in Berkeley und an der London Film School, bevor Fujimoto als Kameraassistent für die Firma des Kollegen Haskell Wexler, Dove Films, Werbefilme drehte.
Seine erste Arbeit als Kameramann legte er mit der Musikdokumentation „Chicago Blues“ (1970) vor, die Musiker wie Dick Gregory, Buddy Guy und Muddy Waters portraitierte. Zusammen mit Steven Larner und Brian Probyn war Fujimoto für die Bildgestaltung bei Terrence Malicks Regiedebüt „Badlands – Zerschossene Träume“ (1973) verantwortlich. Es folgte eine Reihe von Low-Budget-Exploitation-Filmen für Roger Corman, darunter „Frankensteins Todesrennen“ und „Cannonball“. Nachdem er weitere Erfahrungen als Second Unit Cinematographer für den ersten „Star Wars“-Film „Episode IV – Eine neue Hoffnung“ (1977) sammeln konnte, entstanden längere Arbeitsbeziehungen zu aufstrebenden Filmemachern. 
Mit Jonathan Demme arbeitete Fujimoto beginnend mit „Caged Heat“ (1974) an insgesamt elf Filmen, darunter an Klassikern wie „Das Schweigen der Lämmer“ (1991) und „Philadelphia“ (1993) sowie „Menschenkind“ (1998), „Die Wahrheit über Charlie“ (2002) und „Der Manchurian Kandidat“ (2004). Weitere Zusammenarbeiten ergaben sich mit Howard Deutsch („Pretty in Pink“, „Der dritte Frühling“, „Helden aus der zweiten Reihe“) und vor allem mit M. Night Shyamalan („The Sixth Sense“, „Signs“, „The Happening“). Zu seinen letzten Arbeiten zählen der Horror-Thriller „Devil – Fahrstuhl zur Hölle“ (2010), eine Folge der Serie „A Gifted Man“ (2011) und Marc Turtletaubs komödiantisches Drama „Gods Behaving Badly“ (2013), bevor sich Fujimoto zur Ruhe setzte. Seit 1997 gehört er der American Society of Cinematographers an.
Für „Das Schweigen der Lämmer“ wurde Fujimoto 1992 für einen ASC Award nominiert. Eine Nominierung für den BAFTA Award erhielt er 2000 für seine Arbeit an „The Sixth Sense“.

Filmographie:
1970: Chicago Blues (Dokumentation) 
1973: Badlands – Zerschossene Träume (Badlands) 
1974: Das Zuchthaus der verlorenen Mädchen (Caged Heat) 
1974: Black Deals (Bootleggers) 
1975: Frankensteins Todesrennen (Death Race 2000) 
1976: Das Monster von London (Dr. Black, Mr. Hyde) 
1976: Cannonball (Cannonball!) 
1977: Chatterbox! 
1977: Star Wars (Second Unit Photography) 
1977: Almo’s Man (Fernsehfilm) 
1977: Georgia Road – Die Unschlagbaren (Bad Georgia Road) 
1978: Du wirst noch an mich denken (Remember My Name) 
1978: Der schwarze Sheriff (Lawman Without a Gun, Fernsehfilm) 
1978: Stony Island 
1979: Some Kind of Miracle (Fernsehfilm) 
1979: Tödliche Umarmung (Last Embrace) 
1980: Blast – Wo die Büffel röhren (Where the Buffalo Roam) 
1980: Melvin und Howard (Melvin and Howard) 
1980: Der Grenzwolf (Borderline) 
1982: Scheidungskriege (Divorce Wars, Fernsehfilm) 
1983: … und wenn der letzte Reifen platzt (Heart Like a Wheel) 
1984: The Seduction of Gina (Fernsehfilm) 
1984: Swing Shift – Liebe auf Zeit (Swing Shift) 
1985: MacGyver (Fernsehserie, eine Folge) 
1985: Blackout – Bestie in Schwarz (Fernsehfilm) 
1986: Pretty in Pink 
1986: Ferris macht blau (Ferris Bueller's Day Off) 
1986: Gefährliche Freundin (Something Wild) 
1987: Final Night – Die letzte Nacht (Backfire) 
1988: Die Mafiosi-Braut (Married to the Mob) 
1988: Sweethearts Dance – Liebe ist mehr als nur ein Wort (Sweet Hearts Dance) 
1988: Cocoon II – Die Rückkehr (Cocoon II: The Return) 
1990: Miami Blues 
1991: Das Schweigen der Lämmer (The Silence of the Lambs) 
1991: Zwischen Liebe und Haß (Crooked Hearts) 
1992: Fäuste – Du musst um Dein Recht kämpfen (Gladiator) 
1992: Singles – Gemeinsam einsam (Singles) 
1992: Die Nacht von Soho (Night and the City) 
1993: Philadelphia 
1995: Teufel in Blau (Devil in a Blue Dress) 
1995: Der dritte Frühling – Freunde, Feinde, Fisch & Frauen (Grumpier Old Men) 
1996: That Thing You Do! 
1997: Tausend Morgen (A Thousand Acres) 
1998: Menschenkind (Beloved) 
1999: The Sixth Sense 
2000: Helden aus der zweiten Reihe (The Replacements) 
2002: Signs – Zeichen (Signs) 
2002: The Truth About Charlie 
2004: The Final Cut – Dein Tod ist erst der Anfang (The Final Cut) 
2004: Der Manchurian Kandidat (The Manchurian Candidate) 
2007: Enttarnt – Verrat auf höchster Ebene (Breach) 
2008: Der große Buck Howard (The Great Buck Howard) 
2008: John Adams – Freiheit für Amerika (John Adams) (Miniserie, vier Folgen) 
2008: The Happening 
2010: Devil – Fahrstuhl zur Hölle (Devil) 
2011: A Gifted Man (TV-Serie, 1 Folge) 
2013: Gods Behaving Badly 

Playlist:
01. Richard Hartley - A Dollar An Acre (A Thousand Acres) - 03:23 
02. John Williams - Princess Leia's Theme (Star Wars: A New Hope) - 04:28 
03. James Horner - Returning Home (Cocoon: The Return) - 06:08 
04. Howard Shore - Main Title (The Silence of the Lambs) - 05:06 
05. Rachel Portman - You Your Best Thing (Beloved) - 03:11 
06. Rachel Portman - "I Am the Enemy, Major Marco" (The Manchurian Candidate) - 03:45 
07. Howard Shore - Senior Associate Andrew Beckett (Philadelphia) - 03:18 
08. James Newton Howard - Good Night, Malcolm (The Sixth Sense) - 04:44 
09. James Newton Howard - Throwing a Stone (Signs) - 05:47 
10. James Newton Howard - Be With You (The Happening) - 03:42 
11. Mychael Danna - Dangerous World (Breach) - 04:37 
12. Brian Tyler - The Final Cut Main Title (The Final Cut) - 03:55 
13. Rachel Portman - Lola Is Killed (The Truth About Charlie) - 03:06 
14. Elmer Bernstein - End Credits (Devil In A Blue Dress) - 03:01 
15. Paul Chihara - Love In the Afternoon (Death Race 2000) - 03:08 
16. Jerry Goldsmith - Romano's Dead (Gladiator) - 03:26 
17. Richard Hartley - Main Title (A Thousand Acres) - 04:58 
18. Jean-Michel Jarre - Ethnicolor (Something Wild) - 11:39 
19. Brian Tyler - Eye Touch (The Final Cut) - 03:06 
20. Mychael Danna - The Arrest (Breach) - 03:16 
21. Howard Shore - Lecter in Memphis (The Silence of the Lambs) - 05:44 
22. James Horner - Joe's Gift (Cocoon: The Return) - 08:07 
23. Alan Silvestri - Happily Ever After (Grumpier Old Men) - 04:14 
24. John Debney - Martel Crossed (The Replacements) - 04:02 
25. Jasper Van't Hof - Pili-Pili (Something Wild) - 14:59

Samstag, 1. Februar 2025

Playlist #416 vom 09.02.2025 - Neuheiten 2025 (1)

In der neune Netflix-Doku-Serie „Our Ocean“ fungiert niemand Geringeres als der ehemalige US-Präsident Barack Obama als Erzähler. Er entführt die Zuschauer auf eine 75.000 Meilen lange Kreuzfahrt über und unter die Wasseroberfläche der fünf Weltmeere. Dem Pazifik, dem Indischen Ozean, dem Atlantik, dem Arktischen Ozean und dem Südlichen Ozean ist jeweils eine Folge gewidmet, wobei die Serie modernste Forschung und neu entwickelte Unterwasserfilmtechnologie einsetzt, um neben beliebten Tieren wie Delfinen und Meeresschildkröten auch andere Meeresbewohner und Naturphänomene zu zeigen, die noch nie zuvor mit der Kamera eingefangen wurden. Neben der Titelmusik von Harry Gregson-Williams bekommt ihr in dieser Sendung neue Soundtracks auch von seinem Bruder Rupert Gregson-Williams, Siddhartha Khosla, Rachel Portman, Steven Price, Hanan Townshend, Antonio Pinto u.v.a. zu hören.
In der britischen Mini-Serie „The Crow Girl“ von Charles Martin und Rebecca Rycroft untersuchen die beiden Ermittler DCI Jeanette Kilburn (Eve Myles) und DI Lou Stanley (Dougray Scott) den Tod mehrerer junger Männer in einer Kleinstadt. Um den Täter zu fassen, ziehen sie die angesehene Psychotherapeutin Dr. Sophia Craven (Katherine Kelly) hinzu. Was als komplexer Mordfall beginnt, entwickelt sich zu einer schockierenden Reise in eine dunkle Welt aus illegalen Fight Clubs, skrupellosen Morden und tief verwurzeltem Missbrauch, der Jahrzehnte zurückreicht. Die Musik dazu stammt vom jungen britischen Komponisten Adam Price („Curfew“, „Apartment 7A“), der bereits mit Lorne Balfe an „Mission: Impossible – Dead Reckoning“ zusammengearbeitet hat.
„Das Lesen von Erik Axl Sunds Roman ‚The Crow Girl‘ gab mir eine zusätzliche Gelegenheit, musikalisch zu experimentieren, bevor ich mich mit irgendeinem Aspekt der Serie selbst beschäftigte. Das Thema ‚Verlust der Unschuld‘ tauchte früh auf und ich habe es musikalisch erkundet. Wir begannen, die Stimme zu verwenden; die unmittelbarste, roheste Art, wie wir uns ausdrücken können“, rekapituliert Price seine Arbeit an „The Crow Girl“. „Die Regisseure Charles und Rebecca betonten, wie wichtig es sei, diesen emotionalen Kern in der Musik einzufangen und gleichzeitig in der brutalen, kompromisslosen Welt von ‚The Crow Girl‘ verwurzelt zu bleiben. Und natürlich war da Slash. Sein ikonischer Gitarrensound hob den Soundtrack auf Höhen, die wir uns nie hätten vorstellen können. Man hört seinen unverwechselbaren, rauen Sound schon in der ersten Einstellung – ein erdiger, absteigender Gitarren-Slide, der die Bilder widerspiegelt; ein irgendwie musikalischer tiefer Tauchgang in die Abgründe der Hölle.“
Gleich zwei neue Arbeiten gibt es von Steven Price („Gravity“, „Fury“) zu hören. Für den Netflix-Film „Joy“ schrieb er eine einfühlsame, mit Streichern und Piano instrumentierte Musik, die die wahre Geschichte der Entwicklung zur künstlichen Befruchtung erzählt.
Im Jahr 1968 bewirbt sich die junge Krankenschwester und Embryologin Jean Purdy (Thomasin McKenzie) um eine Assistenzstelle in einem Labor der Cambridge-Universität. Dort arbeiten der Physiologe Dr. Robert Edwards (James Norton) und der Gynäkologe Patrick Steptoe (Bill Nighy) an einem Verfahren, das kinderlosen Paaren ihre Nachwuchswünsche erfüllen soll. Als Details über ihre Forschung in einem Labor nahe Manchester an die Öffentlichkeit dringen, weht dem Trio jedoch ein scharfer Wind ins Gesicht. Denn viele Menschen halten die Zeugung eines Kindes außerhalb des Mutterleibs für verbrecherisch und unchristlich. Als ihnen dann auch noch die Fördergelder gestrichen werden, setzen Steptoe, Edwards und Purdy ihre Hoffnungen vor allem auf eine Gruppe kinderloser Frauen, die sich bereit erklären, ihre Körper der Wissenschaft zur Verfügung zu stellen. Am Ende wird 1978 das erste Retortenbaby Louise Joy Brown geboren werden.
Weitaus wuchtiger geht es in dem ebenfalls historischen Kriegsdrama „William Tell“ zu, das Price mit großem Orchester vertont hat, wobei Streicher und Percussions eine prominente Rolle einnehmen. Der von Nick Hamm („The Hole“, „Godsend“) inszenierte Film spielt im 14. Jahrhundert, in den letzten Tagen des Heiligen Römischen Reiches, als die europäischen Nationen heftig um die Vorherrschaft kämpfen und die ehrgeizigen Österreicher, die nach mehr Land streben, in die Schweiz eindringen, sieht sich Wilhelm Tell (Claes Bang), ein ehemals friedlicher Jäger, zum Handeln gezwungen, als seine Familie und sein Heimatland durch den unterdrückerischen österreichischen König und seine rücksichtslosen Kriegsherren bedroht werden. An der Spitze seiner Landsleute beginnt Tell eine mutige Rebellion, um ihre Freiheit zu verteidigen und sich gegen die tyrannischen Mächte zu stellen, die sie unterjochen wollen.
„Young Hearts“ erzählt die Geschichte des jungen Elias, der Gefühle für seinen neuen Nachbarn Alexander entwickelt und feststellt, dass er sich zum ersten Mal verliebt.

„Wir haben es geschafft, das Gefühl einer viel größeren Produktion mit einem relativ kleinen Ensemble und auf intelligente Weise nachzubilden: Das Fagott, das Ma’at-Streichquartett und das Klavier rufen die Nostalgie hervor, die Regisseur Anthony Schatteman suchte. Diese Streicher wurden auch in mehreren Schichten aufgenommen, sodass der Effekt einer wunderschönen ,Wolke‘ aus Musik entsteht. Aber auch andere einfallsreiche Techniken wie ungewöhnliche Metriken, die Konzentration auf Farben statt auf Themen sorgen dafür, dass man mit einem kleinen Ensemble ein großartiges Gefühl erzeugen kann, was wiederum zu der Herzerwärmung beiträgt, die der Film ausstrahlen möchte“, beschreibt Ruben de Gheselle die Arbeit an der eindringlichen Musik zu „Young Hearts“.

In dem Animationsfilm „Mariposas negras“ wird die Geschichte der drei Frauen Tanit, Valeria and Shaila erzählt, die aus verschiedenen Teilen der Welt kommen, aber ganz unmittelbar mit den Folgen des Klimawandels konfrontiert werden, als sie wegen der Erderwärmung alles verlieren und gezwungen werden, ihre Heimat zu verlassen, um zu überleben. Der spanische Komponist Diego Navarro setzte für seine Musik eine Vielzahl von ethnischen Instrumenten und weibliche Stimmen ein.
„Ich war fasziniert von der Idee, durch meine Musik drei Realitäten zu erzählen, die so hart und tief sind wie die unserer Protagonisten. Es ist Musik mit einem intimen Ansatz, mit einer tiefen emotionalen Note aufgrund der transzendenten Botschaft, die der Film dem Publikum vermittelt. Außer mir, der Klavier und Keyboard spielt, sind die restlichen Hauptmusiker der Musikproduktion Frauen, als klare Anspielung auf die Geschichte“, erklärt Navarro. „Auf der Grundlage eines Streichquartetts, der Stimme unserer Solistin Aborá Cel im Hauptthema und vieler anderer ethnischer Stimmen aus der afrikanischen und indischen Folklore habe ich in dieser Partitur auch mit verschiedenen charakteristischen Instrumenten aus der Karibik, Afrika und Indien gearbeitet. Das Klavier, die elektronische Programmierung und eine kraftvolle Perkussionssektion waren unerlässlich, um eine der persönlichsten und intimsten Partituren zu schaffen, die ich je geschrieben habe.“
Playlist:
01. Harry Gregson-Williams - Series Opener (Our Oceans) - 03:04 
02. Rupert Gregson-Williams - To Libya (Lockerbie - A Search For Truth) - 04:21 
03. Adam Price - Loss (The Crow Girl) - 04:17 
04. Steven Price - 67481 Lesley Brown (Joy) - 03:34 
05. Siddhartha Khosla - Where Love Grows (No Good Deed) - 04:34 
06. Siddhartha Khosla - Preparations (Paradise) - 04:03 
07. Austin Wintory - Oria's Legacy (Eternal Strands) - 03:58 
08. Debbie Wiseman - New Found Lands (Wolf Hall - The Mirror and the Light) - 03:59 
09. Timothy Williams - Journey to Bethlehem (Mary)  - 03:47 
10. Antonio Pinto - Sorry (Flight Risk) - 03:29 
11. Rachel Portman - Forgive Me (The Return) - 03:59 
12. Evgueni Galperine & Sacha Galperine - Calypso (Kraven - The Hunter) - 04:30 
13. Explosions in the Sky - A Melancholy (American Primeval) - 04:06 
14. Daniel Blumberg - Library (The Brutalist) - 03:26 
15. Trent Reznor & Atticus Ross - Pure Love (Queer) - 04:34 
16. Steven Price - Let Us Believe Again (William Tell) - 06:31 
17. H. Scott Salinas - End Credits (Elevation) - 04:59 
18. Hanan Townshend - Final Judgement (Between Borders) - 04:39 
19. Ruben de Gheselle - Running Away (Young Hearts) - 02:46 
20. Raphaël Dargent - Sky Awakening (Lightfall) - 02:46 
21. Raphaël Dargent - Borealapelta (Why Dinosaurs?) - 02:29 
22. Christopher Lennertz - The Bakers (Back In Action) - 03:17 
23. Rob - Night Pool (Par Amour) - 03:09 
24. Atli Örvarsson - Long Beach (On Call) - 03:22 
25. Bear McCreary - What Awaits Us in Paradise (Outlander - Season 7) - 04:37 
26. Diego Navarro - Tema principal (Mariposas Negras) - 04:49 
27. Andrew Lockington - Sutherland (Lioness - Season 2) - 04:09
28. Blanck Mass - The Wonder (The Rig - Season 2) - 06:49 
29. Mick Giacchino - Paradise Lost and Finale (Star Wars: Skeleton Crew) - 04:31 
30. Benjamin Wallfisch - Wolf Man (Wolf Man) - 08:11

Mittwoch, 1. Mai 2024

Playlist #396 vom 05.05.2024 - ROGER PRATT Special

Roger Pratt zählt zu den bedeutendsten Kameramännern in Großbritannien. Der 2023 mit dem BSC Lifetime Achievement Award ausgezeichnete Pratt zählt nicht nur zu den Gründungsvätern des britischen Indie-Films in den 1980er Jahren, sondern ist durch seine Zusammenarbeit mit prominenten Regisseuren wie Sir Richard Attenborough, Mike Leigh, Lasse Halmström, Tim Burton, Neil Jordan und Terry Gilliam auch in Hollywood hofiert worden. Durch eine seltene Form der Alzheimer-Krankheit begann Pratt leider schon in frühen Jahren an Demenz zu leiden, weshalb er 2014 mit „Keeping Rosy“ seine letzte Arbeit vorgelegt hat. 

Roger Pratt wurde am 27. Februar 1947 in Leicester als Sohn eines Pfarrvikars geboren und schien bereits durch die in der Kirche seines Vaters gezeigten 16-mm-Filme „Facts and Faith“ eine religiöse Verbindung zum Medium Film entwickelt zu haben. 
„Ich war fasziniert von der jährlichen Vorführung religiöser Filme in der Kirche, zu Zeiten wie Weihnachten und insbesondere in der Fastenzeit. Eine Kiste voller Filmrollen, Projektoren, Leinwände, Lautsprecher. Die Lichter gehen aus, das Surren der Mechanik … dann reden, bewegen, lachen und sterben echte Menschen (ich erwähne das Sterben, weil es um Christus und seine Kreuzigung geht)“, wird Roger Pratt auf der Website von British Cinematographer zitiert. 
An der Loughborough Grammar School drehte – und schnitt - er den 8-mm-Schwarzweiß-Kurzfilm „Green and Dying“ über die Schüler und Lehrer der Schule, drehte und schnitt den Film im Alleingang. Für die Wohltätigkeitsorganisation VSO verbrachte Pratt nach der Schule ein Jahr in Mali, besuchte die Durham University und ging dann zurück in den Süden, um mit einem Stipendium des Leicester City Council an der London Film School zu studieren. Pratt arbeitete tagelang bei Humphries Film Laboratories (und Nachtschichten in einer Garage), um sich seinen Gewerkschaftsausweis zu verdienen, und landete schließlich bei Chippenham Films, einem Unternehmen, das Unternehmensvideos für Mitglieder der Monty-Python-Truppe produzierte. 
Pratt begann seine Karriere beim Film als Kameraassistent in Mike Leighs Debütfilm „Bleak Moments“ von 1971. Als Pratt 1975 bei dem Film „Die Ritter der Kokosnuss“ als Kameraassistent mitwirkte, lernte er Gilliam kennen, die gemeinsam mit Terry Jones Regie führte. 
„Ich war überzeugt, dass ich Leute wie Roger um mich haben wollte, weil ich noch lernte, wie man Filme macht, und ich Leute mit etwas Erfahrung brauchte“, schwärmt Gilliam. „Er war auch ein Magnet für gute Menschen.“ 
Später sollte Pratt für Gilliam noch „Brazil“ (1985), „König der Fischer“ (1991) und „12 Monkeys“ (1995) filmen. Für Roger Christian fotografierte Pratt zunächst die Kurzfilme „Black Angel“ und „Dollar Bottom“, der mit dem Oscar ausgezeichnet wurde, bevor er mit dessen Thriller „Teuflische Signale“ (1982) sein Leinwanddebüt feierte. Danach nahm Pratts Karriere Fahrt auf. 
Nachdem er während seines Filmstudiums bei Mike Leighs Debütfilm „Bleak Moments“ mitgewirkt hatte, bat ihn der Regisseur, „Meantime“ (1983), ein für Channel 4 produziertes Drama, zu drehen, anschließend „High Hopes“, ein Drama über eine in Kings Cross lebende Arbeiterfamilie. 
In der Folge realisierte er mit Neil Jordan die Dramen „Mona Lisa“ (1986) und „Das Ende einer Affäre“ (1996), fotografierte vier Filme von Sir Richard Attenborough - „Shadowlands“ (1993), „In Love and War“ (1996), „Grey Owl“ (1999) und „Closing the Ring“ (2007) und sorgte für den düsteren Look bei Tim Burtons „Batman“ (1989). 
Zu den weiteren Highlights in Pratts Karriere zählen die beiden Harry-Potter-Produktionen „Harry Potter und die Kammer des Schreckens“ (2002) und „Harry Potter und der Feuerkelch“ (2005), Wolfgang Petersens Historien-Epos „Troja“ (2004) und Kenneth Branaghs „Mary Shelleys Frankenstein“ (1994). 

Filmographie: 

1971: Freudlose Augenblicke (Bleak Moments, Kameraassistenz) 
1972: Schottische Trilogie – Meine Kindheit (My Childhood, Kameraassistenz) 
1975: Die Ritter der Kokosnuss (Monty Python and the Holy Grail, Kameraassistenz) 
1980: Black Angel (Kurzfilm) 
1980: The Spirit of Cheshire (Kurzfilm) 
1981: The Dollar Bottom (Kurzfilm) 
1982: Teuflische Signale (The Sender) 
1982: The Tractor Factor (Kurzfilm) 
1983: Der Sinn des Lebens (The Meaning of Life, Segment: The Crimson Permanent Assurance) 
1983: Meantime (Fernsehfilm) 
1985: Dutch Girls (Fernsehfilm) 
1985: The Planets (TV-Miniserie) 
1985: Brazil 
1986: Mona Lisa 
1987: Scoop – Sensationsnachricht (Fernsehfilm) 
1988: Paris bei Nacht (Paris by Night) 
1988: Consuming Passions 
1988: Hohe Erwartungen (High Hopes) 
1989: Batman 
1989: 4 Play (Fernsehserie) 
1991: König der Fischer (The Fisher King) 
1991: Griechische Sagen – Jim Henson erzählt (The Storyteller) 
1991: Bernie und der Weihnachtsgeist (Bernard and the Genie) 
1992: Das Jahr des Kometen (Year of the Comet) 
1993: Shadowlands – Ein Geschenk des Augenblicks (Shadowlands) 
1993: The Line, the Cross & the Curve (Kurzfilm) 
1994: Mary Shelleys Frankenstein 
1995: Twelve Monkeys 
1996: In Love and War 
1998: Mit Schirm, Charme und Melone (The Avengers) 
1999: Das Ende einer Affäre (The End of the Affair) 
1999: Grey Owl (Grey Owl) 
2000: Not I (Kurzfilm)
2000: 102 Dalmatiner (102 Dalmatians) 
2000: Chocolat – Ein kleiner Biss genügt (Chocolat) 
2001: Iris 
2002: Harry Potter und die Kammer des Schreckens (Harry Potter and the Chamber of Secrets) 
2004: Troja (Troy) 
2005: Harry Potter und der Feuerkelch (Harry Potter and the Goblet of Fire) 
2007: Closing the Ring – Geheimnis der Vergangenheit (Closing the Ring)
2008: Tintenherz (Inkheart) 
2009: Das Bildnis des Dorian Gray (Dorian Gray) 
2010: Karate Kid 
2012: Snow White and the Huntsman (Regisseur der Fotografie: Splinter Unit) 
2013: Jadoo 
2014: Keeping Rosy 

Playlist:

01. Michael Kamen - Waiting for Daddy / Sam Lowry's Wetter Dream (Brazil) - 03:01 
02. Michael Kamen - King's Cross / Follow Anderson (Mona Lisa) - 04:28 
03. Rachel Portman - Theseus & The Minotaur Suite A (The Storyteller) - 07:20 
04. George Fenton - End Credits (Shadowlands) - 03:35 
05. George Fenton - The Trip to Venice (In Love and War) - 05:19 
06. Trevor Jones - Main Titles (The Sender) - 05:10
07. Georges Delerue - Paris By Night (Paris By Night) - 04:28 
08. Danny Elfman - Up the Cathedral (Batman) - 05:05 
09. John Williams - Reunion of Friends (Harry Potter and the Chamber of Secrets) - 05:10 
10. Patrick Doyle - The Goblet of Fire (Harry Potter and the Goblet of Fire) - 03:23 
11. Jeff Danna - A Lifetime of Regret (Closing the Ring) - 03:49 
12. Hummie Mann - End Credits (Year of the Comet) - 05:14 
13. Javier Navarrete - Meadows (Inkheart) - 03:13 
14. James Horner - Part 6 (Iris) - 06:42 
15. George Fenton - Red Knight Suite (The Fisher King) - 06:51 
16. Rachel Portman - Boycott Immorality (Chocolat) - 04:40 
17. Patrick Doyle - He Was My Father (Frankenstein) - 06:11 
18. James Horner - Call for Achilles (Troy) - 03:07 
19. James Horner - Dre's Gift and Apology (The Karate Kid) - 03:07 
20. Joel McNeely - Into the Love Maze (The Avengers) - 04:00 
21. Michael Nyman - Sarah Dies (The End of the Affair) - 03:03 
22. George Fenton - I Do Love You (Grey Owl) - 03:25 
23. Charlie Mole - Emily's Theme (Dorian Gray) - 03:27 
24. James Newton Howard - Snow White (Snow White and the Huntsman) - 03:24 
25. Rachel Portman - The Story of Grandmere (Chocolat) - 04:10 
26. Andrew Dickson - Suite (High Hopes) - 11:12

Sonntag, 4. Februar 2024

Playlist #390 vom 11.02.2024 - NORMAN JEWISON (1926-2024) Special

Dass er in seiner langen Hollywood-Karriere gleich dreimal für einen Oscar als Bester Regisseur nominiert worden ist (auch wenn er ihn zusätzlich zu seinen vier Nominierung als Produzent für den Besten Film nie gewinnen konnte), macht deutlich, welch ein qualitatives Schwergewicht Norman Jewison gewesen ist. Der vielseitige Filmemacher wurde durch die Doris-Day-Komödien wie „Was diese Frau so alles treibt“ (1963) und „Schick mir keine Blumen“ (1964) ebenso bekannt wie durch sein Rassismus-Drama „In der Hitze der Nacht“, die Musical-Verfilmungen „Anatevka“ (1971) und „Jesus Christ Superstar“ (1973) und die Steve-McQueen-Klassiker „Cincinnati Kid“ (1965) und „Thomas Crown ist nicht zu fassen“ (1968). Am 20. Januar 2024 verstarb der kanadische Filmproduzent und -regisseur im Alter von 97 Jahren im kalifornischen Malibu. 
Norman Frederick Jewison wurde am 21. Juli 1926 im kanadischen Toronto als Sohn eines protestantischen Ladenbesitzers geboren, besuchte das Malvern Collegiate Institute und fand während der 1930er Jahre Gefallen am Schauspielern und Theater. Nachdem er von 1944 bis 1945 in der Royal Canadian Navy während des Zweiten Weltkriegs gedient hatte, reiste er durch den amerikanischen Süden und lernt dort den Rassismus kennen, der prägend für seine spätere Arbeit werden sollte. 
1949 schloss Jewison sein Studium am Victoria College der University of Toronto ab, wobei während seiner Studienzeit bei verschiedenen Theater-Produktionen als Autor, Regisseur und Schauspieler tätig gewesen war. Er zog nach London, wo er Skripte für das Kinderfernseh-Programm schrieb und gelegentlich für die BBC als Schauspieler agierte, sich aber überwiegend mit öden Jobs über Wasser halten musste. 
Ende 1951 kehrte er nach Toronto zurück, wo er am Trainee-Programm von CBLT teilnahm, das die Gründung von CBS Television vorbereitete. Dort begann Jewison seine Karriere als Regieassistent, schrieb, inszenierte und produzierte eine Vielzahl an Musicals, Comedy-Variete-Shows, Dramen und Specials. Er heiratete das frühere Model Margaret Ann Dixon und wechselte 1958 zur NBC nach New York, wo er zunächst Shows wie „Your Hit Parade“ und „The Andy Williams Show“ betreute und dann Specials zu Künstlern wie Harry Belafonte, Jackie Gleason und Danny Kaye inszenierte. 
Während einer Probe zur „Judy Garland Show“ (1962) mit Frank Sinatra und Dean Martin schlug Tony Curtis vor, dass Jewison einen Kinofilm inszenieren sollte. Tony Curtis‘ und Janet Leighs Produktionsfirma Curtleigh Productions beauftragte Jewison dann mit der Regie der Komödie „Ein Rucksack voller Ärger“ (1962) mit Tony Curtis und Suzanne Pleshette in den Hauptrollen, die der erste Film gewesen ist, der je in Disneyland gedreht wurde. 
Jewison gründete seine eigene Independent-Filmproduktionsfirma und realisierte für Universal die beiden Doris-Day-Komödien „Was diese Frau so alles treibt“ (1963) und „Schick mir keine Blumen“ (1964). Nach einer weiteren Komödie – „Bei Madame Coco“ (1965) mit James Garner, Dick Van Dyke und Elke Sommer – beschloss Jewison, sich herausfordernden Projekten zu widmen. 
Mit dem Spieler-Drama „Cincinnati Kid“ (1965) – mit einem überragenden Steve McQueen in der Hauptrolle - gelang Jewison gleich ein Klassiker, dem er – erstmals auch als Produzent - die vierfach Oscar-nominierte Satire „Die Russen kommen! Die Russen kommen!“ (1966) folgen ließ. Einen weiteren großen Wurf landete Jewison mit dem Rassismus-Drama „In der Hitze der Nacht“ (1967) mit Sidney Poitier und Rod Steiger in den Hauptrollen. Der Film erhielt fünf Oscars, Jewison eine Nominierung als Bester Regisseur. 
Mit dem von ihm produzierten und inszenierten Heist Movie „Thomas Crown ist nicht zu fassen“ (1968) gelang Jewison ein weiterer Hit mit Steve McQueen in der Hauptrolle. Anschließend filmte Jewison das mit drei Oscars ausgezeichnete Musical „Anatevka“ (1971) in den Londoner Pinewood Studios und in Jugoslawien sowie in Israel das auf Andrew Lloyd Webbers und Tim Rices Broadway-Erfolg basierende Musical „Jesus Christ Superstar“ (1973). 
Mit „Rollerball“ (1975) inszenierte Jewison schließlich ein futuristisches Drama über globale Konzerne, die jeden Individualismus, jede Selbstbestimmtheit des Menschen im Keim ersticken. Um die Massen ruhig zu halten und Demonstrationen und Aufstände zu vermeiden, wird die Bevölkerung – ähnlich den Gladiatorenkämpfen im alten Rom – mit der Sportart „Rollerball“ unterhalten. Bei dem Spiel geht es hart zu und durch verschiedene Hilfsmittel kommt es immer öfter zu Schwerverletzten oder gar Toten. Jonathan E. (James Caan) sticht dabei als herausragender Spieler hervor und wird von den Massen umjubelt. Das sieht die Führungsebene aber nicht gern und beschließt, dass Jonathan seinen Abschied nehmen muss. 
Danach folgten das Gewerkschaftsdrama „F.I.S.T. – Ein Mann geht seinen Weg“ (1978) mit Sylvester Stallone in der an Jimmy Hoffa angelehnten Hauptrolle, das Justiz-Drama „… und Gerechtigkeit für alle“ (1979) mit Al Pacino, die romantische Komödie „Zwei dicke Freunde“ (1982) mit Burt Reynolds und Goldie Hawn sowie das Rassismus-Drama „Sergeant Waters - Eine Soldatengeschichte“ (1984), das auf einem mit dem Pulitzer Prize prämierten Bühnenstück basierte und für drei Academy Awards nominiert war, ebenso wie das Kloster-Drama „Agnes – Engel im Feuer“ (1985) mit Jane Fonda, Meg Tilly und Anne Bancroft in den Hauptrollen. 
Nach seinem Wechsel von Columbia zu MGM inszenierte Jewison mit „Mondsüchtig“ (1987) einen der erfolgreichsten romantischen Filme, der drei Oscars abräumte, davon einen für Hauptdarstellerin Cher. Nach dem Kriegsdrama „Zurück aus der Hölle“ (1989) drehte Jewison die Gesellschaftssatire „Das Geld anderer Leute“ (1991), die romantische Komödie „Nur für dich“ (1994), die Fantasy-Komödie „Bogus“ (1996) und das wiederum mit dem Rassismus spielende Drama „Hurricane“ (1999), in dem Denzel Washington den schwarzen Boxer Rubin „Hurricane“ Carter verkörpert, der Mitte der 1960er Jahre fälschlicherweise des dreifachen Mordes beschuldigt wurde. 
1999 erhielt Jewison von der Academy of Motion Picture Arts and Sciences den Irving G. Thalberg Memorial Award für sein Lebenswerk. 
Seine letzten Arbeiten waren der Fernsehfilm „Dinner with Friends“ (2001) mit Andie MacDowell, Greg Kinnear, Toni Colette und Dennis Quaid in den Hauptrollen und das Thriller-Drama „The Statement“ (2003) mit Michael Caine in der Rolle eines Komplizen des Vichy-Regimes, der 1944 im besetzten Frankreich an der Ermordung von sieben Juden maßgeblich beteiligt war. 
Er konnte allerdings nach seiner Inhaftierung fliehen, um dann anonym ein friedliches Leben unter dem Schutz rechtsgerichteter Gruppierungen innerhalb der katholischen Kirche zu führen – bis ein Mordanschlag auf ihn verübt wird, er dem Täter aber zuvorkommen kann. Die Richterin Annemarie Livi (Tilda Swinton) hat sich zum Ziel gesetzt, den Kriegsverbrecher auch nach so langer Zeit seiner gerechten Strafe zuzuführen und so fandet sie mit Hilfe von Colonel Roux (Jeremy Northam) nach dem untergetauchten Mann. Auf die Frage, was seine Filme besonders ausmache, antwortete Jewison einmal: „Ich möchte, dass sich die Menschen in meinen Filmen wiedererkennen. Ich schätze keine hirnlosen Action-Filme.“ 
Und wie Georg Seesslen in seinem Nachruf in "Die Zeit" formuliert: „Jewison nutzte die Mittel der Traumfabrik, um etwas zu sagen. Wenn man es auf den kleinsten Nenner bringen will: Es ging ihm um die Schuld des Menschen in dieser Welt, in dieser Geschichte, in dieser Gesellschaft. Das war manchmal dramatisch, manchmal aber auch furchtbar komisch. Jewison war auch als Komödienregisseur einer, der nie überdrehte, sondern sich stets den genauen Blick auf die Lebensumstände seiner Protagonisten bewahrte.“ 

Filmographie: 

1962: Ein Rucksack voller Ärger (40 Pounds of Trouble) 
1963: Was diese Frau so alles treibt (The Thrill of It All) 
1964: Schick mir keine Blumen (Send Me No Flowers) 
1965: Bei Madame Coco (The Art of Love) 
1965: Cincinnati Kid (The Cincinnati Kid) 
1966: Die Russen kommen! Die Russen kommen! (The Russians Are Coming the Russians Are Coming) 
1967: In der Hitze der Nacht (In the Heat of the Night) 
1968: Thomas Crown ist nicht zu fassen (The Thomas Crown Affair) 
1969: Gaily, Gaily 
1971: Anatevka (Fiddler on the Roof) 
1973: Jesus Christ Superstar 
1975: Rollerball 
1978: F.I.S.T. – Ein Mann geht seinen Weg (F.I.S.T.) 
1979: … und Gerechtigkeit für alle (…And Justice for All) 
1982: Zwei dicke Freunde (Best Friends) 
1984: Sergeant Waters – Eine Soldatengeschichte (A Soldier’s Story) 
1985: Agnes – Engel im Feuer (Agnes of God) 
1987: Mondsüchtig (Moonstruck) 
1989: Zurück aus der Hölle (In Country) 
1991: Das Geld anderer Leute (Other Peoples Money) 
1994: Nur für Dich (Only You) 
1996: Bogus 
1999: Hurricane (The Hurricane) 
2001: Abendessen mit Freunden (Dinner with Friends, Fernsehfilm) 
2003: The Statement 

Playlist: 

01. John Williams - Wedding Celebration and Bottle Dance (Fiddler on the Roof) - 03:51 
02. Lalo Schifrin - Melba (The Cincinnati Kid) - 04:04 
03. Quincy Jones - Mama Caleba's Blues (In the Heat of the Night) - 05:37 
04. Michel Legrand - The Chess Game (The Thomas Crown Affair) - 05:59 
05. Christopher Young - You Have Transcended (The Hurricane) - 05:48 
06. Dave Grusin - I Did An Experiment (Dinner With Friends) - 03:14 
07. Dave Grusin - Something Funny Goin' On (And Justice For All) - 03:28 
08. Bill Conti - End Title (F.I.S.T.) - 04:16 
09. Normand Corbeil - The Chase (The Statement) - 03:08 
10. James Horner - Distant Memories (In Country) - 05:08 
11. Lalo Schifrin - Dialogue In The Rain (The Cincinnati Kid) - 03:05 
12. Christopher Young - Scream of Silence (The Hurricane) - 05:12 
13. Georges Delerue - Symphonic Suite For Chorus and Orchestra - Part II (Agnes of God) - 03:30 
14. Michel Legrand - Doubting Thomas (The Thomas Crown Affair) - 03:49 
15. Dave Grusin - I'm Happy For You (Dinner With Friends) - 03:18 
16. Bill Conti - Kissing in the Closet (F.I.S.T.) - 03:10 
17. Rachel Portman - Theme From "Only You" (Only You) - 03:35 
18. Normand Corbeil - Candle Lighting (The Statement) - 03:08 
19. Dave Grusin - Ballad For God (And Justice For All) - 02:47 
20. Dmitri Shostakovich - Symphony No. 5 [excerpt Third Movement] (Rollerball) - 06:39 
21. Georges Delerue - Symphonic Suite For Chorus and Orchestra - Part I (Agnes of God) - 03:29 
22. Lalo Schifrin - Shooter (The Cincinatti Kid) - 03:24 
23. Marc Shaiman - Bogus (Bogus) - 03:18 
24. Michel Legrand - Playing the Field (The Thomas Crown Affair) - 05:49 
25. David Newman - Bitter Victory (Other People's Money) - 02:30 
26. Tomaso Albinoni - Adagio in G Minor (Rollerball) - 08:12 
27. James Horner - Fallen Friends (In Country) - 10:11

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