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Donnerstag, 1. Oktober 2026

Playlist #459 vom 04.10.2026 - RACHEL McADAMS Special

Die kanadische Schauspielerin Rachel McAdams zählt mit ihren Hauptrollen in Komödien und Dramen wie „Wie ein einziger Tag“, „Die Hochzeits-Crasher“, „Die Frau des Zeitreisenden“, „To The Wonder“ und „Southpaw“ sowie ihrer Arbeit für Fernsehen und Theater zu den beliebtesten Darstellerinnen in Hollywood. Zu ihren Auszeichnungen zählen Nominierungen für einen Academy Award, einen British Academy Film Award und einen Tony Award. Im Jahr 2026 wurde sie mit einem Stern auf dem Hollywood Walk of Fame geehrt. Grund genug, die Höhepunkte aus den Soundtracks zu ihren Filmen zu präsentieren, darunter Musik von Hans Zimmer, Aaron Zigman, James Horner, Marco Beltrami, Hanan Townshend, Howard Shore und Pino Donaggio.
Rachel Anne McAdams wurde am 17. November 1978 in London, Ontario, als Tochter einer Krankenschwester und eines Lastwagenfahrers geboren. Sie wuchs in einem protestantischen Elternhaus in St. Thomas auf.
McAdams begann im Alter von vier Jahren mit dem Eiskunstlauf, lehnte jedoch mit neun Jahren das Angebot ab, für ein Training im Paarlauf nach Toronto zu ziehen. Sie betrieb den Sport bis zu ihrem 18. Lebensjahr wettkampfmäßig und gewann dabei regionale Auszeichnungen. Sie äußerte, dass das Eiskunstlaufen sie auf die Schauspielerei vorbereitet habe, da sie dabei gelernt habe, ein gutes Körpergefühl zu entwickeln.
McAdams besuchte die Myrtle Street Public School und das Central Elgin Collegiate Institute. Während der Sommerferien arbeitete sie drei Jahre lang in einer McDonald’s-Filiale.
Schon im Alter von sieben Jahren entwickelte sie ein Interesse an der Schauspielerei; ihre Eltern unterstützten sie zwar darin, suchten ihr jedoch nicht aktiv einen Agenten. Als Kind besuchte sie Sommercamps zu den Themen Disney und William Shakespeare. Ab ihrem zwölften Lebensjahr wirkte sie an Produktionen der „Original Kids Theatre Company“ in London mit und führte als Jugendliche Regie bei Kindertheaterstücken. Sie wirkte zudem an Theateraufführungen ihrer Schule mit und gewann beim Sears Ontario Drama Festival eine Auszeichnung für ihre schauspielerische Leistung. Ursprünglich wollte sie an der University of Western Ontario Kulturwissenschaften studieren, ließ sich jedoch von ihrem Theaterlehrer davon überzeugen, dass eine professionelle Schauspielkarriere eine realistische Option darstellte.
Sie begann ein vierjähriges Theaterstudium an der York University und schloss dieses 2001 mit einem Bachelor of Fine Arts (mit Auszeichnung) ab. Während ihrer Studienzeit arbeitete sie mit der in Toronto ansässigen Necessary Angel Theatre Company zusammen.
Im Jahr 2001 gab McAdams ihr Fernsehdebüt in dem MTV-Piloten „Shotgun Love Dolls“ in der Rolle der Beth Swanson; die Dreharbeiten fanden während der Semesterferien an der York University statt. Ebenfalls in diesem Jahr debütierte sie im kanadischen Film mit der Komödie „My Name Is Tanino“. Die italienisch-kanadische Koproduktion wurde auf Sizilien gedreht, als McAdams 22 Jahre alt war; für sie war es zudem das erste Mal, dass sie in einem Flugzeug saß. Später erhielt McAdams in Kanada eine Nominierung für den Genie Award für ihre Rolle in dem Drama „Perfect Pie“.
2002 gab sie an der Seite von Rob Schneider und Anna Faris ihr Hollywood-Debüt in der Komödie „The Hot Chick“ – ein Film, den McAdams als „großen Meilenstein“ ihrer Karriere bezeichnete. Sie spielte eine zickige Highschool-Schülerin, die ihren Körper mit der von Schneider verkörperten Figur – einem Kleinkriminellen – tauscht. Anschließend kehrte McAdams nach Kanada zurück, um die Rolle der Kate McNab in „Slings and Arrows“ zu übernehmen – einer Comedy-Miniserie über das Theaterleben hinter den Kulissen des fiktiven „New Burbage Shakespearean Festival“. Nach ihrem Erfolg in den Vereinigten Staaten wurde ihre Figur aus der zweiten Staffel der Serie herausgeschrieben. Für ihre Arbeit an der Serie erhielt sie zwei Nominierungen für den Gemini Award, von denen sie eine gewann.
Der Durchbruch gelang McAdams im Jahr 2004 mit der Komödie „Mean Girls – Girls Club“, in der sie an der Seite von Lindsay Lohan, Lacey Chabert und Amanda Seyfried spielte. McAdams war 24 Jahre alt, als sie für die Rolle der arroganten Highschool-Anführerin Regina George besetzt wurde; bei der Darstellung ihrer Figur orientierte sie sich an Alec Baldwins schauspielerischer Leistung in dem Drama „Glengarry Glen Ross“ (1992).
Der Film spielte weltweit 129 Millionen US-Dollar ein und brachte McAdams zwei MTV Movie Awards ein. 
Ebenfalls im Jahr 2004 spielte McAdams an der Seite ihres kanadischen Kollegen Ryan Gosling in dem romantischen Drama „Wie ein einziger Tag“, das auf dem gleichnamigen Roman von Nicholas Sparks basiert. Vor Drehbeginn verbrachte McAdams einige Zeit in Charleston, South Carolina, um sich mit dem Südstaaten-Akzent vertraut zu machen, und nahm Ballett- sowie Etikette-Unterricht. McAdams gewann einen MTV Movie Award und vier Teen Choice Awards.
Im Jahr 2005 spielte McAdams an der Seite von Owen Wilson, Vince Vaughn und Bradley Cooper in der romantischen Komödie „Die Hochzeits-Crasher“. Sie verkörperte die Tochter eines einflussreichen Politikers, die in ein Liebesdreieck mit den von Wilson und Cooper gespielten Figuren gerät. Zur Vorbereitung auf emotionale Szenen hörte sich McAdams wiederholt den Song „Landslide“ von Fleetwood Mac aus dem Jahr 1975 an. Für eine Bootssequenz absolvierte sie ein Segeltraining, da ihre Figur als versierte Seglerin dargestellt wurde.
Anschließend spielte McAdams an der Seite von Cillian Murphy in Wes Cravens Psychothriller „Red Eye“ die Hauptrolle; sie verkörperte eine junge Hotelmanagerin, die während eines Nachtflugs von Murphys Figur als Geisel genommen wird. Ende 2005 stand McAdams gemeinsam mit Sarah Jessica Parker und Diane Keaton in der weihnachtlichen Familien-Dramödie „The Family Stone – Verloben verboten!“ vor der Kamera, die McAdams die Gelegenheit bot, eine zerzauste und sarkastische Schwester zu spielen, anstatt der üblichen Rollen als „offensichtliche“ Freundin oder Ehefrau.
Von 2006 bis 2007 legte McAdams eine Pause von ihrer Filmkarriere ein. In dieser Zeit lehnte sie Rollen in den Filmen „Der Teufel trägt Prada“ (2006), „Casino Royale“ (2006), „Mission: Impossible III“ (2006), „Iron Man“ (2008) und „Get Smart“ (2008) ab.
Im Jahr 2008 kehrte McAdams zu ihrer Filmkarriere zurück. Sie spielte an der Seite von Pierce Brosnan und Chris Cooper in dem im Stil des Film noir gehaltenen Drama „Married Life“ (angesiedelt in den 1940er Jahren) die Rolle der Kay Nesbitt, einer jungen Witwe, die das Herz der beiden älteren Männer erobert.
Anschließend war McAdams an der Seite von Tim Robbins und Michael Peña in der Roadmovie-Dramödie „The Lucky Ones“zu sehen; der Film erzählt die Geschichte dreier Soldaten aus dem Irakkrieg, die nach ihrer Rückkehr in die USA eine kurze Reise quer durchs Land unternehmen.
Im Jahr 2009 spielte McAdams an der Seite von Russell Crowe, Helen Mirren und Ben Affleck in dem Politthriller „State of Play – Stand der Dinge“, der auf der gleichnamigen BBC-Fernsehserie basiert. McAdams verkörperte Della Frye, eine Online-Reporterin, die gemeinsam mit Crowes Figur – einem erfahrenen Printjournalisten – einer möglichen Verschwörung nachgeht.
Ebenfalls 2009 spielte McAdams an der Seite von Eric Bana in dem romantischen Science-Fiction-Drama „Die Frau des Zeitreisenden“, das auf dem gleichnamigen Bestsellerroman von Audrey Niffenegger basiert.
Kurz darauf war sie als Irene Adler in der Neuverfilmung der Romanreihe des „Sherlock Holmes“ und 2012 in der Fortsetzung „Sherlock Holmes: Spiel im Schatten“ zu sehen. 2012 folgten Spielfilmarbeiten mit Terrence Malick und Brian De Palma. In Malicks Drama „To the Wonder“ ist sie als Geliebte von Ben Affleck zu sehen, während sie in De Palmas Thriller „Passion“ (eine Neuverfilmung von Alain Corneaus „Liebe und Intrigen“ aus dem Jahr 2010) an der Seite von Noomi Rapace agiert. Beide Filme erhielten Einladungen in den Wettbewerb der 69. Internationalen Filmfestspiele von Venedig. 2015 war sie in einer Hauptrolle in der zweiten Staffel der HBO-Serie „True Detective“ neben Colin Farrell, Vince Vaughn und Taylor Kitsch zu sehen. 2015 übernahm sie eine größere Rolle in dem Film „Spotlight“, wofür sie eine Nominierung als Beste Nebendarstellerin bei der Oscarverleihung 2016 erhielt, sowie in dem Boxerdrama „Southpaw“ und in Wim Wenders‘ Drama „Every Thing Will Be Fine“. Zuletzt war sie in Sam Raimis Survival-Horror-Thriller „Send Help“ zu sehen.
 
Filmografie:
2000–2001: The Famous Jett Jackson (Fernsehserie, 2 Folgen)
2001: Shotgun Love Dolls
2002: My Name is Tanino
2002: Mission Erde – Sie sind unter uns (Earth: Final Conflict, Fernsehserie)
2002: Perfect Pie
2002: Guilt by Association (Coupable par Amour)
2002: Hot Chick – Verrückte Hühner (The Hot Chick)
2003–2005: Slings and Arrows (Fernsehserie, 7 Folgen)
2004: Girls Club – Vorsicht bissig! (Mean Girls)
2004: Wie ein einziger Tag (The Notebook)
2005: Die Hochzeits-Crasher (Wedding Crashers)
2005: Red Eye
2005: Die Familie Stone – Verloben verboten! (The Family Stone)
2007: Married Life
2008: The Lucky Ones
2009: State of Play – Stand der Dinge (State of Play)
2009: Die Frau des Zeitreisenden (The Time Traveler’s Wife)
2009: Sherlock Holmes
2010: Morning Glory
2011: Midnight in Paris
2011: Sherlock Holmes: Spiel im Schatten (Sherlock Holmes: A Game of Shadows)
2012: Für immer Liebe (The Vow)
2012: To the Wonder
2012: Passion
2013: Alles eine Frage der Zeit (About Time)
2014: A Most Wanted Man
2015: Every Thing Will Be Fine
2015: Aloha – Die Chance auf Glück (Aloha)
2015: True Detective (Fernsehserie, 5 Folgen)
2015: Southpaw
2015: Spotlight
2015: Der kleine Prinz (The Little Prince)
2016: Doctor Strange
2017: Ungehorsam (Disobedience)
2018: Game Night
2020: Eurovision Song Contest: The Story of Fire Saga
2021: What If…? (Fernsehserie, Folge 1x04, Stimme)
2022: Doctor Strange in the Multiverse of Madness
2023: Are You There God? It’s Me, Margaret.
2023: Dave (Fernsehserie, 3 Folgen)
2026: Send Help 

Playlist: 

01. Danny Elfman - End Credits (Send Help) - 03:04 
02. Rolfe Kent - Regina's Revenge (Mean Girls) - 03:14 
03. Rolfe Kent - Claire, a Beach and John (Wedding Crashers) - 03:21 
04. Matthew Herbert - Goodbye (Disobedience) - 06:18 
05. Michael Giacchino - It's Snowing (The Family Stone) - 05:10 
06. Aaron Zigman - End Title (The Notebook) - 05:07 
07. Marco Beltrami - Arriving at the Airport (Red Eye) - 04:11 
08. Dickon Hinchliffe - He Decided to Kill Her/Photoshop (Married Life) - 03:07 
09. Rolfe Kent - Driving Across the Prairie (The Lucky Ones) - 01:58 
10. Alex Heffes - Cal Connects the Evidence (State of Play) - 04:34 
11. Mychael Danna - Meadow (The Time Traveler's Wife) - 03:19 
12. Rachel Portman & Michael Brook - A Good Life Again (The Vow) - 02:58 
13. Hanan Townshend - Marina's Theme - Overture (To the Wonder) - 06:28 
14. Pino Donaggio - Journey Through a Nightmare (Passion) - 07:46 
15. Herbert Grönemeyer - They're Closing In (A Most Wanted Man) - 03:14 
16. James Horner - The Funeral, Alone… (Southpaw) - 05:16 
17. Michael Giacchino - Ancient History (Doctor Strange) - 04:00 
18. Howard Shore - Delivering the News (Spotlight) - 03:40 
19. Matthew Herbert - For Love (Disobedience) - 04:14 
20. Rachel Portman & Michael Brook - Remember (The Vow) - 02:30 
21. Cliff Martinez - I Cheat at Everything (Game Night) - 03:19 
22. Alex Heffes - Research (State of Play) - 04:36 
23. Hans Zimmer - Catatonictes - End Titles (Sherlock Holmes) - 03:28 
24. James Horner - A Cry For Help (Southpaw) - 04:16 
25. Hans Zimmer - Score Suite (Are You There God? It's Me, Margaret.) - 05:38 
26. Hanan Townshend - Sweet Prospect (To the Wonder) - 05:17 
27. Michael Giacchino - The Family Stone Suite (The Family Stone) - 09:06

Dienstag, 1. September 2026

Playlist #457 vom 06.09.2026 - VILMOS ZSIGMOND Special

Der ungarisch-amerikanischer Kameramann Vilmos Zsigmond prägte mit seinen Arbeiten für namhafte Regisseure wie Robert Altman, Steven Spielberg, Brian De Palma, Michael Cimino und Woody Allen maßgeblich den Look des „New Hollywood“-Kinos und wurde von den Mitgliedern der International Cinematographers Guild zu einem der zehn einflussreichsten Kameramänner der Geschichte gewählt. Der am 1. Januar 2016 im Alter von 85 Jahren verstorbene Zsigmond gewann den Oscar für die Beste Kamera für „Unheimliche Begegnung der dritten Art“ und den BAFTA Award für die Beste Kamera für „Die durch die Hölle gehen“. In der heutigen Sendung gibt es Highlights aus den Soundtracks zu seinen Arbeiten zu hören, von Philip Glass über Bernard Herrmann, Stanley Myers und Mark Isham bis zu Jerry Goldsmith, James Newton Howard, Ennio Morricone und John Williams.

Vilmos Zsigmond
wurde am 16. Juni 1930 im ungarischen Szeged als Sohn einer Verwaltungsangestellten und eines Fußballspielers und -trainers geboren. Sein Interesse an der Fotografie begann im Alter von 17 Jahren, nachdem ihm ein Onkel einen Bildband mit Schwarz-Weiß-Fotografien des ungarischen Fotografen Jenő Dulovits geschenkt hatte.
Da seine Familie in den Augen der sowjetisch eingesetzten Regierung der Ungarischen Volksrepublik als bürgerlich galt, war es ihm jedoch verboten, Fotografie zu studieren. Stattdessen arbeitete Zsigmond in einer Fabrik, kaufte sich eine Kamera und brachte sich selbst das Fotografieren bei. Später gründete er einen Fotoclub für die Arbeiter. Dadurch gewann er den Respekt der örtlichen Kommissare und durfte an der Akademie für Drama und Film in Budapest Film studieren. Zsigmond verbrachte vier Jahre an der Filmhochschule, wo er viele 14-Stunden-Tage und Sechs-Tage-Wochen absolvierte. 
Obwohl er das Leben unter der Tyrannei des kommunistischen Regimes verabscheute, lernte er von dem Leiter des Fachbereichs, György Illés, und anderen Dozenten wichtige Erkenntnisse. „Sie lehrten uns, dass ein Film nur dann Kunst ist, wenn er eine wichtige Botschaft hat“, erinnert sich Zsigmond. „Er sollte mehr als bloße Unterhaltung sein. Er sollte einen gesellschaftlichen Wert haben.“ 
Nach seinem Studienabschluss arbeitete Zsigmond 1955 als Kameraassistent und Kameramann im staatlichen Filmstudio in Budapest.
Zsigmond und sein Freund und Kommilitone László Kovács liehen sich eine 35-mm-Kamera von ihrer Schule und dokumentierten die Ereignisse der Ungarischen Revolution von 1956 in Budapest. Sie versteckten die Kamera in einer Einkaufstasche und filmten durch ein Loch, das sie hineingeschnitten hatten. Die beiden drehten 9000 Meter Film und flohen kurz darauf nach Österreich. 1958 kamen Zsigmond und Kovács als politische Flüchtlinge in die USA und verkauften das Filmmaterial an CBS für eine Dokumentation über die Revolution, die von Walter Cronkite kommentiert wurde.
1962 wurde Zsigmond US-amerikanischer Staatsbürger, ließ sich in Los Angeles nieder und arbeitete in Fotolaboren als Techniker und Fotograf.
Sein erster Film in den USA war der 1963 erschienene Schwarzweiß-Exploitationfilm „The Sadist“ mit Arch Hall Jr. in der Hauptrolle. In den 1960er-Jahren arbeitete er an zahlreichen Low-Budget-Independent- und Lehrfilmen, um in der Filmbranche Fuß zu fassen.
Kovács, der 1969 den Film „Easy Rider“ für Peter Fonda und Dennis Hopper drehte, empfahl Zsigmond Fonda für dessen Western „Der weite Ritt“ von 1971, anschließend wurde Zsigmond von Robert Altman für dessen Western-Revisionismus „McCabe & Mrs. Miller“ engagiert. Dieser Film markierte Zsigmonds Durchbruch und seine erste Arbeit an einer großen Hollywood-Produktion.
Im Laufe des folgenden Jahrzehnts avancierte Zsigmond zu einem der gefragtesten Kameramänner Hollywoods. Zu den wichtigsten Filmen, die er in den 1970er-Jahren drehte, zählen John Boormans „Beim Sterben ist jeder der Erste“, Altmans „Der Tod kennt keine Wiederkehr“ und Brian De Palmas „Schwarzer Engel“ sowie Steven Spielbergs „Sugarland Express“ und „Unheimliche Begegnung der dritten Art“. Für letzteren Film erhielt er bei der 50. Oscarverleihung den Oscar für die Beste Kamera.
1978 arbeitete Zsigmond an Michael Ciminos Drama „Die durch die Hölle gehen“ mit Robert De Niro, Meryl Streep und Christopher Walken in den Hauptrollen. Zsigmonds visuelle Arbeit an dem Film brachte ihm 1980 den BAFTA Award für die Beste Kameraführung und eine weitere Oscar-Nominierung ein. Zsigmond arbeitete erneut mit Cimino an dessen Western-Epos „Heaven’s Gate“ (1980).
Zsigmond blieb in den folgenden Jahren ein gefragter Kameramann und arbeitete mehrfach mit verschiedenen Regisseuren zusammen. Er arbeitete erneut mit De Palma an dessen Filmen „Blow Out“, „Fegefeuer der Eitelkeiten“ und „Black Dahlia“.
Zsigmond arbeitete an Filmen wie „Liberty“, „The Rose“, „Menschen am Fluss“ und „Intersection“. Er drehte mit George Miller „Die Hexen von Eastwick“ und mit Kevin Smith „Jersey Girl“. Außerdem arbeitete er mit Woody Allen an „Melinda und Melinda“, „Cassandras Traum“ und „Ich sehe den Mann deiner Träume“, für Richard Donner stand er bei „Maverick“ and „Assassins“ hinter der Kamera.
Auf die Frage, wie er seine Projekte auswählt, antwortet Zsigmond im Interview mit The ASC: „Mein Grundsatz lautet: Wenn ein Film dem Publikum nichts Wertvolles zu vermitteln hat, lohnt es sich meiner Meinung nach nicht, ihn zu drehen. Man hat im Leben nur Zeit für eine begrenzte Anzahl von Filmen. In vielleicht 75 Prozent der Fälle lässt sich schon beim Lesen des Drehbuchs erkennen, ob sich ein Film lohnt – doch ich habe mich auch schon getäuscht. Es gab Momente, in denen ich glaubte, ein Projekt würde ein guter Film werden, was sich dann aber nicht bewahrheitete. Es müssen so viele Faktoren zusammenspielen – die Schauspieler, der Regisseur, das Drehbuch.“
Zu Zsigmonds Fernseharbeiten zählt die HBO-Miniserie „Stalin“, für die er 1993 den Emmy Award für herausragende Einzelleistung in der Kameraführung für eine Miniserie oder ein Special gewann. Für seine Arbeit an der Miniserie „Die Nebel von Avalon“ aus dem Jahr 2001 wurde er für einen Emmy nominiert. Zwischen 2012 und 2014 drehte Zsigmond außerdem 24 Episoden von „The Mindy Project“.
2011 gründete Zsigmond zusammen mit seinem Kameramannkollegen Yuri Neyman das Global Cinematography Institute in Los Angeles. Das Institut bot ein fortgeschrittenes Ausbildungsprogramm im Bereich Kameraführung für Postgraduierte und erfahrene Filmemacher an.

„Ich ermutige Filmstudenten, die sich für Kameraarbeit interessieren, sich auch mit Bildhauerei, Malerei, Musik, Schriftstellerei und anderen Kunstformen zu beschäftigen“, sagt Zsigmond im Interview mit The ASC. „Filmemachen ist eine Verbindung all dieser Künste. Studenten fragen mich oft um Rat, und ich sage ihnen, dass sie mit Begeisterung bei der Sache sein müssen, denn es ist harte Arbeit. Man kann daran nur dann Freude haben, wenn man voll und ganz darin aufgeht. Wer sich nicht auf diese Weise darauf einlässt, für den kann der Beruf sehr frustrierend sein. Ich bereue nur eine Sache in meiner Karriere: Dass wir keine Stummfilme mehr drehen. Das ist die reinste Kunstform, die ich mir vorstellen kann.“

1998 nahm er den Lifetime Achievement Award der American Society of Cinematographers in Empfang. 2003 wurde er bei einer Umfrage der International Cinematographers Guild unter ihren Mitgliedern in die Top 11 der wichtigsten Kameramänner der Filmgeschichte gewählt.
 
Filmografie: 
 
1957: Ungarn in Flammen 
1963: Todesangst (The Sadist) 
1964: 2071 – Mutan-Bestien gegen Roboter (The Time Travelers) 
1964: What’s Up Front! 
1964: The Nasty Rabbit 
1965: Deadwood ´76 
1965: Summer Children 
1965: Psycho a Go-Go 
1965: Rat Fink 
1967: The Road to Nashville 
1967: Mondo Mod 
1967: Jennie: Wife/Child 
1967: Blood of Ghastly Horror 
1968: Prelude (Kurzfilm) 
1968: Das Rasthaus der teuflischen Schwestern (The Name of the Game Is Kill!) 
1969: Futz 
1969: The Monitors 
1969: Fünf blutige Gräber (Five Bloody Graves) 
1969: Hot Rod Action 
1969: The Picasso Summer 
1970: Astro-Vampire – Todesmonster aus dem All (Horror of the Blood Monsters) 
1971: The Ski Bum 
1971: Der weite Ritt (The Hired Hand) 
1971: McCabe & Mrs. Miller 
1971: Red Sky at Morning 
1972: Beim Sterben ist jeder der Erste (Deliverance) 
1972: Spiegelbilder (Images) 
1973: Asphalt-Blüten (Scarecrow) 
1973: Der Tod kennt keine Wiederkehr (The Long Goodbye) 
1973: Zapfenstreich (Cinderella Liberty) 
1974: Das Mädchen von Petrovka (The Girl from Petrovka) 
1974: Sugarland Express 
1976: Catch Ferrari (Sweet Revenge) 
1976: Schwarzer Engel (Obsession) 
1977: Unheimliche Begegnung der dritten Art (Close Encounters of the Third Kind) 
1978: Die durch die Hölle gehen (The Deer Hunter) 
1979: Philadelphia Clan (Winter Kills) 
1979: The Rose 
1979: Flesh & Blood (Fernsehfilm) 
1980: Heaven’s Gate 
1981: Blow Out – Der Tod löscht alle Spuren (Blow Out) 
1982: Verhext (Jinxed!) 
1983: Ein Tisch für fünf (Table for Five) 
1984: Eine starke Nummer (No Small Affair) 
1984: Menschen am Fluß (The River) 
1985: Was für ein Genie (Real Genius) 
1987: Die Hexen von Eastwick (The Witches of Eastwick) 
1988: Reise zur Insel der Geister (Journey to Spirit Island) 
1989: Die Schattenmacher (Fat Man and Little Boy) 
1990: Die Spur führt zurück – The Two Jakes (The Two Jakes) 
1990: Fegefeuer der Eitelkeiten (The Bonfire of the Vanities) 
1992: Stalin 
1993: Sliver 
1994: Begegnungen – Intersection (Intersection) 
1994: Maverick – Den Colt am Gürtel, ein As im Ärmel (Maverick) 
1995: Crossing Guard – Es geschah auf offener Straße (Crossing Guard) 
1995: Assassins – Die Killer (Assassins) 
1996: Der Geist und die Dunkelheit (The Ghost and the Darkness) 
1998: Leben und lieben in L.A. (Playing by Heart) 
2000: Ljuset håller mig sällskap (Dokumentarfilm) 
2001: Das Haus am Meer (Life as a House) 
2001: The Body 
2001: Die Nebel von Avalon (The Mists of Avalon) 
2002: Bánk bán 
2004: Melinda und Melinda (Melinda and Melinda) 
2004: Jersey Girl 
2005: Surrender, Dorothy (Fernsehfilm) 
2006: The Black Dahlia 
2007: Cassandras Traum (Cassandra’s Dream) 
2010: Ich sehe den Mann deiner Träume (You Will Meet a Tall Dark Stranger) 
2010: Louis 
2011: The Maiden Danced to Death (A halálba táncoltatott leány) 
2013: Compulsion 
2012-2014: The Mindy Project (TV-Serie, 3 Folgen) 
2014: God the Father 
2014: Six Dance Lessons in Six Weeks 
 
Playlist:
01. Stanley Myers - Cavatina [Reprise] (The Deer Hunter) - 03:55 
02. Michel Legrand - Head For Home (The Picasso Summer) - 04:23 
03. John Williams - The Long Goodbye (The Long Goodbye) - 04:30 
04. John Williams - The Final Ride (The Sugarland Express) - 03:36 
05. David Mansfield - Overture (Heaven's Gate) - 03:58 
06. Bernard Herrmann - Sandra at Monument (Obsession) - 03:01 
07. Pino Donaggio - Theme From Blow Out (Blow Out) - 03:47 
08. John Williams - Love Theme (The River) - 04:55 
09. Jerry Goldsmith - The Bridge (The Ghost and the Darkness) - 04:09 
10. Ennio Morricone - We Must Not Forget (Fat Man and Little Boy) - 06:11 
11. Van Dyke Parks - The Plot Thickens (The Two Jakes) - 04:46 
12. Lee Holdridge - The Mystic's Dream (The Mists of Avalon) - 07:42 
13. Howard Shore - The End (Sliver) - 05:32 
14. James Newton Howard - End Titles (Intersection) - 04:10 
15. John Williams - Resolution and End Title (Close Encounters of the Third Kind) - 06:54 
16. Randy Newman - Opening (Maverick) - 05:37 
17. John Barry - Playing by Heart [Vows Renewed] (Playing by Heart) - 06:37 
18. Mark Isham - Madeline/Nothing Stays Buried Forever (The Black Dahlia) - 03:12 
19. Mark Isham - I Built Myself A Life (Life As A House) - 05:48 
20. Philip Glass - The Pursuit & Murder in the Park (Cassandra's Dream) - 06:46 
21. John Williams - The Dance of the Witches/End Credits (The Witches of Eastwick) - 04:47 
22. Lee Holdridge - Finale (The Mists of Avalon) - 05:19 
23. Jerry Goldsmith - Welcome to Tsavo #2 - Revised (The Ghost and the Darkness) - 09:54

Sonntag, 22. Juni 2025

Playlist #426 vom 29.06.2025 - J.T. WALSH (1943-1998) Special

Auch wenn er so gut wie nie in der ersten Reihe stand, hinterließ der US-amerikanische Schauspieler J.T. Walsh (1943-1998) mit seinen Engagements immer einen nachhaltigen Eindruck beim Publikum und arbeitete im Verlauf seiner viel zu früh beendeten Karriere mit namhaften Regisseuren wie Woody Allen, Wolfgang Peterson, Oliver Stone, Barry Levinson, David Mamet, Peter Hyams, Rob Reiner, Ron Howard, William Friedkin und John Dahl zusammen. Zu seinen eindringlichsten Rollen zählt fraglos die des Bösewichts in Jonathan Mostows Thriller „Breakdown“ mit Kurt Russell in der Hauptrolle, mit dem er zuvor bereits in „Tequila Sunrise“, „Backdraft“ und „Einsame Entscheidung“ gemeinsam vor der Kamera stand. In der heutigen Sendung gibt es neben den Soundtracks zu diesen vier Filmen zudem Musik von Graeme Revell, Jerry Goldsmith, Randy Newman, Howard Shore, James Newton Howard und vielen mehr zu hören.
J.T. Walsh wurde am 28. September 1943 als James Thomas Patrick Walsh in San Francisco, Kalifornien, geboren. Sein strenger Vater schickte James ebenso wie seinen Bruder Christopher auf das Jesuiten-Internat Clongowes Wood College in Irland, dem Land ihrer Vorfahren. James verbrachte als Sohn eines zivilen Rechnungsprüfers des Militärs sieben Jahre seiner Kindheit auf einer Militärbasis in München und dann in Stuttgart. Dort verbrachte James sechs Jahre, die ihn prägten.
Mit 19 Jahren begann er ein Studium an der Eberhard-Karls-Universität in Tübingen. Als sein Vater 1962 an einem Hirntumor starb, zog die Familie zurück in die USA nach Rhode Island, wo seine Mutter aufgewachsen war. Dort begann Walsh an der University of Rhode Island zu studieren, an der er in vielen Theateraufführungen mitwirkte. Zu dieser Zeit war er Präsident der Students for a Democratic Society („Studenten für eine demokratische Gesellschaft“), einer Organisation, die aus der Antikriegsbewegung der 1960er Jahre hervorging.
Nach seinem abgeschlossenen Studium der Gesellschaftswissenschaften arbeitete Walsh sowohl als Sozialarbeiter, Verkäufer von Enzyklopädien, Grundschullehrer, Journalist wie auch als Restaurantleiter und als Barkeeper in einem der besten Fischrestaurants in Manhattan. Erst im Alter von 30 Jahren begann er seine Karriere als Schauspieler zunächst in Off-Broadway-Stücken, nachdem er 1974 von einem Theaterregisseur entdeckt worden war.
Eine seiner ersten Filmrollen hatte er erst 1983 im Alter von 39 Jahren in dem Film „Kopfjagd“. Seinen Durchbruch hatte er 1984 am Broadway als einer der korrupten Immobilienmakler in dem Stück „Glengarry Glen Ross“ von David Mamet.
In den folgenden fünfzehn Jahren wirkte Walsh als vielbeschäftigter Schauspieler in über 50 Fernseh- und Spielfilmen sowie in zahlreichen Fernsehserien mit - u. a. in der mit einem Emmy ausgezeichneten Serie „Dark Skies – Tödliche Bedrohung“.
Der berühmte und einflussreiche US-amerikanische Fernsehkritiker Leonard Maltin charakterisierte Walshs Rollen einmal als die eines „angestellten, stillen, boshaften Widerlings“. In diesem Sinne verkörperte er meist unfreundliche, cholerische oder intrigante Charaktere. Walsh äußerte sich einmal so, dass er hoffe, dem Beispiel des Schauspielers Gene Hackman folgen zu können und auch für komplexer strukturierte Figuren und substanziellere Rollen besetzt zu werden.
Zu seinen bekanntesten Rollen zählen die des Lt. Col. Matthew Markinson in Rob Reiners „Eine Frage der Ehre” (1992) und des Sgt. Major Dickerson in „Good Morning, Vietnam“ (1987).
1996 spielte er den psychisch kranken Patienten Charles Bushman in Billy Bob Thorntons Drama „Sling Blade“. Walsh verkörperte zudem drei tatsächlich lebende Figuren – den Journalisten Bob Woodward in „Wired“ (1989), den Teamsters-Präsidenten Frank Fitzsimmons in „Hoffa“ (1992) und Richard Nixons Berater John Ehrlichman in „Nixon“ (1995).
1997 war er für seine Verkörperung des Ray Percy in dem Fernsehfilm „Hope“ als Bester Nebendarsteller für einen Emmy nominiert. 
Im gleichen Jahr spielte er als Antagonist von Kurt Russell in Jonathan Mostows Entführungsthriller „Breakdown“ einen mordenden Truckfahrer.
In seinem letzten Lebensjahr wirkte Walsh u. a. in den Filmen „Das Todeskomplott“, „Pleasantville – Zu schön, um wahr zu sein“ und in dem Thriller „Verhandlungssache“ mit. In Erinnerung an ihn wurden ihm diese Filme auch postum gewidmet. Auch den Film „Outside Ozona“ widmete man ihm, da er ursprünglich die Rolle des Odell Parks hatte spielen sollen, jedoch kurz vor Produktionsbeginn verstarb. Walsh wurde danach durch Robert Forster ersetzt.
Walsh, der fließend Deutsch sprach, starb während eines Urlaubs im Alter von 54 Jahren an Herzversagen. Während der 70. Academy-Award-Verleihung widmete Jack Nicholson seinen dritten Oscar, den er für seine Darstellung in der Filmkomödie „Besser geht’s nicht“ erhalten hatte, unter anderem J.T. Walsh.

Filmografie:

1982: Kleine Gloria – Armes reiches Mädchen (Little Gloria… Happy at Last)
1983: Kopfjagd (Eddie Macon’s Run)
1984: Harte Pfeile – Mitten ins Herz (Hard Choices)
1984: The Beniker Gang
1984: The Edge of Night (TV-Serie, 9 Folgen)
1985: Das Recht zu töten (Right to Kill?, Fernsehfilm)
1986: Hannah und ihre Schwestern (Hannah and Her Sisters)
1986: Power – Der Weg zum Ruhm (Power)
1987: Good Morning, Vietnam
1987: Tin Men
1987: Haus der Spiele (House of Games)
1988: Tequila Sunrise
1988: Im Schatten der Götter (Windmills of the Gods, TV-Mini-Serie)
1988: Wo Bitte geht’s zum Knast (Things Change)
1989: John Belushi – Sex & Drugs in Hollywood (Wired)
1989: The Big Picture
1989: Dad
1990: Moon 44
1990: Misery
1990: Das Russland-Haus (The Russia House)
1990: Why me? – Warum gerade ich? (Why Me?)
1990: Crazy People
1990: Narrow Margin – 12 Stunden Angst (Narrow Margin)
1990: Grifters (The Grifters)
1991: Iron Maze – Im Netz der Leidenschaft (Iron Maze)
1991: Backdraft – Männer, die durchs Feuer gehen (Backdraft)
1991: Der große Blonde mit dem schwarzen Fuß (True Identity)
1991: Wehrlos (Defenseless)
1992: Contact (Kurzfilm)
1992: Eine Frage der Ehre (A Few Good Men)
1992: Jimmy Hoffa (Hoffa)
1992: Im Schatten eines Mörders (In the Shadow of a Killer)
1992: The Prom
1993: Red Rock West
1993: Loaded Weapon 1 (National Lampoon’s Loaded Weapon 1)
1993: In einer kleinen Stadt (Needful Things)
1993: Morgen früh, so Gott will… (Morning Glory)
1993: Die Stunde der Wahrheit (The American Clock, Fernsehfilm)
1993: Sniper – Der Scharfschütze (Sniper)
1993: Partners (Fernsehfilm)
1994: Blue Chips
1994: Der Klient (The Client)
1994: Die letzte Verführung (The Last Seduction)
1994: Das Wunder von Manhattan (Miracle on 34th Street)
1994: Hilfe, ich liebe einen Filmstar (Star Struck, Fernsehfilm)
1994: Stummer Schrei (Silent Fall)
1995: Nixon
1995: Outbreak – Lautlose Killer (Outbreak)
1995: Akte X – Die unheimlichen Fälle des FBI (The X-Files, Fernsehserie, Folge 3×05 Die Liste)
1995: Charlie’s Ghost (Fernsehfilm)
1995: The Low Life
1995: Tage der Angst (Black Day, Blue Night)
1995: Innocent Babysitter (The Babysitter)
1995: Blutspur durch St. Petersburg (Sacred Cargo)
1996: Dark Skies – Tödliche Bedrohung (Dark Skies, TV-Serie, 19 Folgen)
1996: Sling Blade – Auf Messers Schneide (Sling Blade)
1996: Täter Unbekannt (Persons Unknown)
1996: The Little Death
1996: Killer Cops – Mörder in Uniform (Gang in Blue, Fernsehfilm)
1996: Einsame Entscheidung (Executive Decision)
1997: Hope
1997: Breakdown
1998: Pleasantville – Zu schön, um wahr zu sein (Pleasantville)
1998: Verhandlungssache (The Negotiator)
1998: Das Todeskomplott (Hidden Agenda) 

Playlist:


01. Basil Poledouris - Earl's Truck By / Photos / No Help (Breakdown) - 04:11 
02. Alex North  - The Village (Good Morning Vietnam) - 03:52 
03. Dave Grusin - Tequila Dreams (Tequila Sunrise) - 04:17 
04. Cliff Eidelman - Kathy Talks About Adam (Crazy People) - 03:01 
05. Elmer Bernstein - Enddings (The Grifters) - 04:44 
06. Marc Shaiman - Number One Fan (Misery) - 06:39 
07. Jerry Goldsmith - The Family Arrives (The Russia House) - 07:43 
08. Howard Shore - The End (The Client) - 03:39 
09. Bruce Broughton - Susan's Christmans Wish (Miracle on the 34th Street) - 03:07 
10. James Horner - Taking Dad Home (Dad) - 06:40 
11. James Newton Howard - Nobody Leaves Town / E-1101 / Quiet Streets (Outbreak) - 03:15 
12. Jerry Goldsmith - Drill Team (Executive Decision) - 05:39 
13. Marc Shaiman - Honor (A Few Good Men) - 03:47 
14. Bruce Broughton - No Carol For Wooton (Narrow Margin) - 03:36 
15. Joel Goldsmith - So Long Felix (Moon 44) - 04:08 
16. Hans Zimmer - Show Me Your Firetruck / She's Hot and Smokey / Tim Burns (Backdraft) - 05:55 
17. John Williams - The 1960's: The Turbulent Years (Nixon) - 05:03 
18. David Newman - Hoffa End Credits (Hoffa) - 08:06 
19. Patrick Doyle - End Titles (Needful Things) - 03:54 
20. Graeme Revell - End Game (The Negotiator) - 05:21 
21. Randy Newman - A New Day (Pleasantville) - 05:03 
22. Howard Shore - The Boathouse (The Client) - 08:54 
23. James Horner - Goodbyes (Dad) - 09:09

Sonntag, 1. Juni 2025

Playlist #424 vom 01.06.2025 - Neuheiten 2025 (3)

Mit einer Mischung aus Musiken zu Naturdokumentationen, Streaming-Serien, romantischen Dramen, Science-Fiction-Komödien, Biopics, Action-Thrillern und modernen Western-Stoffen bietet die heutige Sendung einen bunten Querschnitt über neue Soundtrack-Veröffentlichungen. Zu den populärsten Vertretern zählen diesmal Howard Shore mit einer neuen Arbeit für David Cronenberg, Thomas Newman mit einer Komposition für die Ballett-Version des Literaturklassikers „Of Mice And Men“, Volker Bertelmann mit seiner Musik zum Spionage-Thriller „The Amateur“ und Brian Tyler mit dem Soundtrack zur abschließenden zweiten Staffel des „Yellowstone“-Spin-offs „1923“.
Der britische Oscar-Gewinner Steven Price („Gravity“) hat seit seiner ersten Zusammenarbeit mit David Attenborough an der Doku-Mini-Serie „Die Jagd – Auf Leben und Tod“ (2015) eine ganze Reihe von Naturdokumentationen vertont, so den von Natalie Portman vorgetragenen Disney-Film „Dolphin Reef“ (2018), David Attenboroughs „Unser Planet“ (2019-2023) und Hugh Pearsons „Blue Whales: Return of the Giants“ (2023).
Mit dem Kinofilm „Ozean mit David Attenborough“ fängt das Regietrio Colin Butfield, Toby Nowlan und Keith Scholey die Fähigkeit des britischen Naturforschers und Dokumentarfilmers ein, nicht nur wissenschaftliche Erkenntnisse einem breiten Publikum klar zu vermitteln, sondern auch mit einer spürbaren Leidenschaft für das Thema Anreize zu vermitteln, sorgsamer mit der Natur umzugehen.
Attenborough erklärt, was man unter Tiefseebergen versteht und wie sie einst entstanden sind. Der Film zeigt uns eine Welt in einem empfindlichen Gleichgewicht und präsentiert deutliche Hinweis zur Notwendigkeit des Klimaschutzes, wenn er die Zerstörung der Natur durch den Menschen thematisiert, beispielsweise durch schädliche Fischereimethoden. Zugleich zeichnet er aber kein durchweg düsteres Bild, sondern vermittelt eine hoffnungsvolle Perspektive, wenn wir nur unser Verhalten ändern und auf die Umwelt hören. Steven Price untermalt die eindrucksvollen Bilder vom Meeresgrund und Korallenriffen mit melodischen und einfühlsamen Klängen.
Bereits beim 2022 realisierten „Crimes Of The Future“, seinem Beitrag zum Wettbewerb der Filmfestspiele in Cannes, war der kanadische Regie-Exzentriker David Cronenberg stolze 79 Jahre alt, nun legt er mit „The Shrouds“ seinen wohl – nach eigener Aussage – letzten Film vor, mit dem Cronenberg die jahrelange Trauerarbeit nach dem Tod seiner Frau, der 2017 verstorbenen Filmeditorin Carolyn Zeifman, zu einem Mystery-Drama verarbeitet hat.
Vincent Cassel verkörpert in dem Film Cronenbergs Alter Ego Karsh, der seine Frau Becca (Diane Krueger) an Krebs verloren hat. Das Bedürfnis, ihr ins Grab zu folgen, sie beim weiteren Zerfall ihres Körpers nicht allein zu lassen, sei der Anlass gewesen für sein Hightech-Friedhof-Projekt. Gräber, in denen die Körper der Verstorbenen in Nanotech-Leichentücher eingewickelt bestattet werden. Das Material scannt den Körper in Echtzeit und liefert via App jederzeit hochauflösend gerenderte 3D-Modelle der Leichen. Karsh findet Trost in dieser virtuell-realen Nähe, und er hofft, dass es auch anderen so gehen möge. Cronenbergs langjähriger Hauskomponist Howard Shore („Die Fliege“, „Naked Lunch“) kreierte dazu zumeist melancholische, fast schon elegische Klänge.Der bereits 2023 produzierte Dokumentarfilm „UnBroken“ von Beth Lane erzählt vom Schicksal der Tochter eines Holocaust-Überlebenden, die die außergewöhnliche Geschichte der Flucht ihrer Mutter und sechs Geschwister aus Nazi-Deutschland entdeckt.
„Ich wollte mit der Musik zu ,UnBroken‘ die Unzuverlässigkeit der Erinnerung und die Nostalgie für eine Zeit heraufbeschwören, die es vielleicht nie gegeben hat. Es ist eine Geschichte von Familie, Hoffnung und Stabilität, die auf einem Fundament aus Tragödie und Verlust aufbaut. Menschen, die sich über einen verwerflichen Zeitgeist erheben und Wege finden, einander zu helfen; das Erbe, das diese einfachen moralischen Handlungen hinterlassen können“, erklärt Komponist Jonathan Snipes. „Folglich sollte sich die Musik wie ein Echo aus der Vergangenheit anfühlen, das sich vorwärtsbewegt, näher zu uns, durch die Zeit, beginnend in den Wurzeln von Schmerz und Trauer, aber Schönheit und Geborgenheit hinterlässt, wenn sie den Hörer erreicht. Dafür habe ich viel alte Aufnahmetechnik verwendet: Tonbandgeräte, Delays, Federhall, Aufnahmen von Vinyl-Knistern, Rauschen und andere Unvollkommenheiten der Aufnahmemedien der Vergangenheit. Das ist vielleicht eine zu offensichtliche Metapher für den Verfall von Erinnerungen, aber manchmal ist es ratsam, offensichtlich zu sein. Wir sollten kein Blatt vor den Mund nehmen, wenn wir über die Schrecken der jüdischen Erfahrung im Deutschland der 1930er Jahre sprechen. Besonders heute.“
Der Oscar-nominierte und Grammy-prämierte Komponist Thomas Newman („Die Verurteilten“, „American Beauty“, „Skyfall“) präsentiert mit dem Album „Of Mice And Men“ seine erste eigene Ballettmusik, inspiriert von John Steinbecks klassischem Roman „Von Mäusen und Menschen“ und komponiert für die von Kritikern gefeierte Produktion des Joffrey Ballet im Jahr 2022, choreografiert von Cathy Marston. Newmans Musik thematisiert Einsamkeit und den Wunsch nach einem neuen Leben, selbst angesichts unglaublicher Härten. Dabei verwendet Newman viele akustische Instrumente, die bereits seine besten Scores aus früheren Jahren wie „Grüne Tomaten“, „Rendezvous mit Joe Black“ und „The Green Mile“ ausgezeichnet haben.
In Chris Readings Science-Fiction-Komödie „Time Travel Is Dangerous“ betreiben die besten Freundinnen Ruth und Megan in Muswell Hill einen Vintage-Laden. Als sie auf eine Zeitmaschine stoßen, begeben sie sich auf Reisen in die Vergangenheit, um ihren Laden aufzufüllen – ohne zu ahnen, welchen irreparablen Schaden sie dem Universum zufügen.

„Angesichts des Genre-Mashups war das Schreiben der Musik für diesen Film eigentlich eine zweiteilige Aufgabe: Die erste Hälfte der erklärenden Mockumentary zu vertonen, als wäre es eine normale Fernsehdokumentation – im Grunde eine Art ,Bibliotheksmusik‘, bei der ich mich nicht auf bestimmte Beats oder Momente konzentrieren musste. Und die Musik für einen Film über Zeitreisen zu schreiben, ist meiner Meinung nach in vielerlei Hinsicht der Traum eines Filmkomponisten – es bietet die Möglichkeit, sich wie ein Chamäleon zu verhalten und alle möglichen Musikgenres zu vermitteln, während Ruth und Megan durch die verschiedenen Epochen reisen“, schwärmt Simon Porter über die Arbeit an dem Soundtrack. „In diesem Fall umfasst das das Mittelalter, den amerikanischen Bürgerkrieg, die amerikanische Grenze, den Funk der 70er und die 80er. Synthwave/heulender Gitarren, 90er-Jahre-New-Jack-Swing, bis hin zur Gegenwart, wo der Film die Protagonisten in der Gegenwart einholt und eher zu einer traditionellen orchestralen Filmmusik wird, mit hier und da etwas Retro-80er-Würze.“

Cyrille Aufort („Splice“, „A Royal Affair“) vertonte mit „A Dangerous Friendship“ Alain Tasmas Historiendrama-Serie über eine lebhafte Herzogin, die sich mit der schüchternen Königin von Frankreich anfreundet. Sie möchte die Königin wieder mit dem distanzierten König vereinen, indem sie die nüchterne Atmosphäre des Königshauses mit Heiterkeit bereichert und damit am Hof ​​für Kontroversen sorgt.
„,A Dangerous Friendship‘ ist ein lebendiges Porträt zweier Frauen – Marie de Rohan und Anna von Österreich, Königin von Frankreich –, die eine starke und komplexe Freundschaft verbindet. Vor dem reichen historischen Hintergrund des Frankreichs des 17. Jahrhunderts erzählt die Fernsehserie eine Geschichte von Hofintrigen, geheimen Verschwörungen, persönlichem Ehrgeiz und unerbittlichen Machtkämpfen – ein Universum, in dem Loyalität auf die Probe gestellt wird, Geheimnisse als Währung gelten und Gefahr oft hinter einem Lächeln lauert“, beschreibt Cyrille Aufort. „Die Filmmusik spielt eine entscheidende Rolle bei der Vermittlung der Tiefe und Nuancen dieser Welt. Regisseur Alain Tasma wollte die Musik nicht nur als Begleitung, sondern als eigenständige erzählerische Kraft, die das Publikum durch die komplexen Stimmungen und wechselnden Töne der Geschichte führt. Die Partitur musste sich fließend zwischen verschiedenen Musikgenres bewegen, von Barockmusik mit Viola da Gamba, Laute und Barockvioline bis hin zu den schwülen, spannungsgeladenen Klängen eines erotischen und giftigen Thrillers. Während die Erzählung düsterer wird und die emotionalen Einsätze im Finale steigen, verändert sich die Musik. Sie wird moderner, sinnlicher und gefährlicher – ein Spiegelbild der verführerischen und tückischen Elemente der Geschichte. Dissonante Texturen, langsame Rhythmen und geheimnisvolle Harmonien erzeugen die Atmosphäre eines düster-verführerischen Thrillers, durchzogen von Spannung und psychologischer Spannung.“

Der schwedische Filmemacher Lasse Hallström ist durch Literaturverfilmungen wie „Chocolat“, „Gottes Werk und Teufels Beitrag“ und „Schiffsmeldungen“ bekannt geworden. Mit der Verfilmung von Ragnar Jónassons Roman „The Darkness“ präsentiert Hallström sein Seriendebüt geben. Die Hauptrolle in der sechsteiligen britischen Miniserie spielt Lena Olin, mit der der schwedische Regisseur bereits bei seinen Kinofilmen „Chocolat“ und „Hilma“ zusammengearbeitet hat und die eine Kommissarin spielt, die in einer Mordserie ermittelt und sich dabei mir ihren eigenen Traumata konfrontiert sieht. Vor dem Hintergrund einer drohenden Frühpensionierung muss sie den Killer finden, auch wenn es für sie Lebensgefahr bedeutet. Die düstere, atmosphärische Musik steuerte der Isländer Atli Örvarsson in Zusammenarbeit mit Kjartan Hólm und Sin Fang bei. 

Playlist:

01. Steven Price - A Truly Wild Ocean (Ocean With David Attenborough) - 03:24 
02. Howard Shore - For All Eternity (The Shrouds) - 05:04 
03. Ben Bartlett - Tender (Vera: The Final Seasons) - 04:21 
04. Ludwig Göransson - Clarksdale Love (Sinners) - 03:22 
05. Jonathan Snipes - Time to Go (UnBroken) - 04:47 
06. Theodosia Roussos - Love Sours Turns to Flowers (Lilies Not For Me) - 03:08 
07. Marcelo Zarvos - The Letter (Nonnas) - 04:54 
08. Samuel Sim - Make Him Listen (A Cruel Love: The Ruth Ellis Story) - 06:56 
09. Thomas Newman - Crooks (Of Mice And Men) - 04:52 
10. Simon Porter - Ralph's Workshop (Time Travel Is Dangerous) - 02:23 
11. Johan Söderqvist - Two Daughters (Six Jours) - 03:26 
12. Benjamin Wallfisch - Trigger Point (Until Dawn) - 03:15 
13. Martin Phipps & Dan Jeffries - Epilogue (Suspect: The Shooting of Jean Charles De Menezes) - 04:25 
14. Cyrille Aufort - Let Him Live (A Dangerous Friendship) - 03:08 
15. Jay Wadley & Trevor Gureckis - One More Summer (The Friend) - 02:48 
16. Jeff Cardoni - Great Wide Open (Ransom Canyon) - 03:10 
17. Brian Tyler & Breton Vivian - Teonna And Pete (1923 - Season 2) - 03:45 
18. Mark Orton - Henry Is Gone (On Swift Horses) - 03:27 
19. Christopher Tyng - Lifeline (Suits LA) - 04:58 
20. Volker Bertelmann - Missing Sarah (The Amateur) - 03:52 
21. Pierre-Henri Wicomb - I Know You (Breathing In) - 03:42 
22. Armand Amar - Elle le suit (Moon Le Panda) - 03:53 
23. Atli Örvarsson, Kjartan Hólm & Sin Fang - Flashbacks Again (The Darkness) - 02:28 
24. Pinar Toprak - Intimate Conversations (Lonely Planet) - 03:03 
25. Diego Baldenweg, Lionel Baldenweg & Nora Baldenweg - Departure (Home Is The Ocean) - 02:50 
26. Antonio Pinto - The Children (2073) - 07:21 
27. Steve Matthew Carter - I Can't Protect You (Gazer) - 04:21 
28. Tyler Bates & Travis Bacon - Sins Of The Bondsman (The Bondsman) - 02:45 
29. Bryce Dessner - Juárez (The Accountant 2) - 10:43

Donnerstag, 1. Mai 2025

Playlist #422 vom 04.05.2025 - VIOLA DAVIS Special

Viola Davis gehört zu den wenigen Künstlerinnen, die alle wichtigen Darstellerpreise in der amerikanischen Unterhaltungsindustrie erhalten haben – einen Emmy, einen Grammy, einen Oscar und zwei Tony Awards – und nach wie vor zu den vielseitigsten Darstellerinnen in Hollywood zählt. So ist sie in Dramaserien wie „How to Get Away with Murder“ ebenso zuhause wie in Dramen mit typisch afroamerikanischer Thematik wie „The Help“ und „Fences“ oder aktuell im Action-Thriller „G20“.
Viola Davis wurde am 11. August 1965 in Saint Matthews, South Carolina, auf der Farm ihrer Großmutter geboren, wuchs aber mit ihrer Schwester in Central Falls, Rhode Island, in ärmlichen Verhältnissen auf. Ihr Vater arbeitete als Pferdepfleger sowie Trainer. Er war alkoholabhängig und galt als gewalttätig. Ihre Mutter war als Fabrikarbeiterin angestellt und engagierte sich als Aktivistin in der Bürgerrechtsbewegung. An der High School in Central Falls entdeckte Davis ihre Liebe für die Schauspielerei. 1988 schloss sie das Rhode Island College im Fach Theaterkunst ab, dem sich ein vierjähriges Schauspielstudium an der renommierten Juilliard School anschloss.
1992 startete Davis ihre professionelle Bühnenkarriere in der Off-Broadway-Produktion von Shakespeares Komödie „As You Like It“ an der Seite von Elizabeth McGovern am Delacorte Theatre.
Davis debütierte 1996 in der Nebenrolle der Vera in dem August-Wilson-Stück „Seven Guitars“ am New Yorker Broadway, für das sie sogleich für den wichtigsten Theaterpreis Tony nominiert wurde und einen Theatre World Award gewann.
Der afroamerikanische zweifache Pulitzer-Preisträger, der in seinen Stücken ganz normale Schwarze in den Mittelpunkt rückte, tauchte in ihrem Lehrplan nicht auf. „Bei ‚August‘ musste ich mich nicht verstecken“, erzählt Davis im Interview mit "Harper's Bazaar". „Es war so vertraut, dass es mich umhaute. Ich sah meinen Vater, meine Onkel, meine Mutter, meine Tanten, meine Schwestern. Sie sprangen mir entgegen. Ich fand ein Zuhause.“ Nach ihrer ersten professionellen Produktion in Wilsons „Joe Turners Come and Gone“ (1988) spielte Davis immer wieder in Theater- und Filmproduktionen nach Wilsons Vorlagen, von der Hausfrau der Fünfzigerjahre, die in „Fences“ unter der Last ihrer zerplatzten Träume zusammenbricht, bis zur werdenden Mutter, die Angst hat, ihr Kind vor dem Hintergrund der Waffengewalt großzuziehen, in „King Hedley II“.
Viola Davis gab 1996 im Filmdrama „The Substance of Fire“ an der Seite von Tony Goldwyn, Timothy Hutton und Sarah Jessica Parker in einer kleinen Nebenrolle ihr Filmdebüt. In der Fernsehkomödie „The Pentagon Wars“ (1998) spielte sie eine der größeren Rollen. Ihr Off-Broadway-Auftritt in Thulani Davis’ Theaterstück „Everybody’s Ruby: Story Of A Murder In Florida“ neben Phylicia Rashad wurde 1999 mit einem Obie Award prämiert, worauf 2001 ein Tony Award für die Nebenrolle der Tonya im Theaterstück „King Hedley II“ folgte.
Steven Soderbergh, der Viola Davis bereits in „Out of Sight“ (1998) und „Traffic – Die Macht des Kartells“ (2000) mit kleineren Rollen bedacht hatte, besetzte sie in seinem Science-Fiction-Film „Solaris“ (2002) an der Seite von George Clooney und Natascha McElhone, wofür sie 2003 eine Nominierung für den Black Reel Award erhielt, für ihre Rolle im Filmdrama „Antwone Fisher“ folgte eine weitere für den Independent Spirit Award.
2004/05 gewann sie für die Hauptrolle der Esther im Theaterstück „Intimate Apparel“ den Drama Desk Award, Obie Award und Los Angeles Drama Critics Circle Award.
In den Jahren 2005 und 2006 spielte sie den Gegenpart von Tom Sellecks Rolle in einer Serie von Fernsehfilmen, die auf den Romanen von Robert B. Parker basierten: „Jesse Stone: Stone Cold“, „Jesse Stone: Night Passage“ und „Jesse Stone: Death in Paradise“.
Im Filmdrama „The Architect“ (2006) übernahm sie neben Anthony LaPaglia, Isabella Rossellini und Hayden Panettiere eine der größeren Rollen. Für den Part einer verzweifelten Mutter in John Patrick Shanleys Theaterverfilmung „Glaubensfrage“ (2008), deren Sohn angeblich von einem katholischen Priester missbraucht wurde, erhielt sie den Preis des National Board of Review und Nominierungen für den Oscar und Golden Globe. In der Action-Komödie „Knight and Day“ mit Tom Cruise und Cameron Diaz spielte sie die Rolle einer CIA-Abteilungsleiterin. Nur wenige Monate später feierte der Erfolgsfilm „Eat Pray Love“ Premiere, in dem sie an der Seite von Julia Roberts, Javier Bardem und James Franco auftrat.
2011 spielte Davis die Hauptrolle im mehrfach Oscar-nominierten Rassismus-Drama „The Help“ von Tate Taylor. An der Seiet von Emma Stone, Octavia Spencer, Bryce Dallas Howard und Jessica Chastain spielte sie die schwarze Haushälterin Aibileen Clark zur Zeit der Rassentrennung der 1960er. Davis beschrieb ihre Darstellung im Film als eine Verkörperung ihrer Mutter und Großmutter und sagte:
„Ich habe das Gefühl, meine Mutter zum Leben erweckt zu haben; ich habe ihren Geist kanalisiert. Ich habe den Geist meiner Großmutter kanalisiert und ihnen sozusagen Tribut gezollt, wie sie zu meinem Leben und dem Leben so vieler Menschen beigetragen haben.“ 
Seitdem hat sie tiefes Bedauern darüber ausgedrückt, die Rolle übernommen zu haben; obwohl sie die Menschen, mit denen sie zusammengearbeitet hat, immer noch bewundert, glaubt sie nicht, dass die Geschichte oder die Darstellung das Leben der schwarzen Charaktere wahrheitsgetreu wiedergibt.
Davis wurde 2012 für den Oscar als Beste Hauptdarstellerin nominiert, musste sich aber Meryl Streep geschlagen geben, mit welcher Davis bereits im Film „Glaubensfrage“ zusammenspielte.
Es folgten die gewichtige Nebenrolle der Abby Black im ebenfalls Oscar-nominierten Drama „Extrem laut & unglaublich nah“ (2011), eine Hauptrolle in dem Drama „Beautiful Creatures – Eine unsterbliche Liebe“, das auf der gleichnamigen Buchreihe von Kami Garcia und Margaret Stohl beruht, sowie größere Rollen in Denis Villeneuves Mystery-Thriller „Prisoners“ und Gavin Hoods Sci-Fi-Thriller „Ender’s Game“ (beide 2013). 2015 gewann Davis für ihre Darstellung der ehrgeizigen Rechtsanwältin und Strafverteidigerin Annalise Keating in Shonda Rhimes’ Krimiserie „How to Get Away with Murder“ als erste afroamerikanische Schauspielerin den Emmy in der Kategorie Beste Hauptdarstellerin in einer Dramaserie. In ihrer Dankesrede kritisierte sie die Rollenauswahl für afroamerikanische Schauspielerinnen.
Seit 2016 ist Davis in mehreren Verfilmungen des DC Extended Universe zu sehen, in welchen sie Amanda Waller verkörpert. Diese spielte sie bisher in den Filmen „Suicide Squad“ (2016), „The Suicide Squad“ (2017) und „Black Adam“ (2022) sowie in der Fernsehserie „Peacemaker“ (ebenfalls 2022). In der Serie „Creature Commandos“ ist sie seit 2024 in dieser Rolle zu hören.
Obwohl als Hauptrolle angelegt, gewann Davis für ihre Leistung in Denzel Washingtons Verfilmung des Theaterstücks „Fences“ als langmütige Ehefrau und Mutter 2017 den Oscar als Beste Nebendarstellerin. Für den Part der Rose Maxson, den sie neben Washington bereits am Broadway gespielt hatte (u. a. Tony Award als Beste Hauptdarstellerin, 2010), gewann sie mit dem Golden Globe, Critics’ Choice Movie Award, Screen Actors Guild Award sowie BAFTA Award alle bedeutenden Filmpreise der Saison.
2020 übernahm Davis in dem Netflix-Musikfilm „Ma Rainey’s Black Bottom“ die Titelrolle der bekannten Bluessängerin Ma Rainey (1882–1939), der erneut auf einem Stück von August Wilson basiert. Allerdings übernahm den Gesang bis auf einen Song („Those Dogs of Mine“) die US-amerikanische Soul-Sängerin Maxayn Lewis. Für ihre Leistung wurde sie erneut für den Golden Globe Award und Oscar nominiert.
Im Jahr 2022 war Davis in dem nach wahren Begebenheiten inszenierten Drama „The Woman King“ als Generalin Nancisca zu sehen, die 1823 im westafrikanischen Königreich Dahomey die Elite-Einheit Agojie anführt, die nur aus Frauen besteht und für ihre außergewöhnliche Brutalität bekannt ist. Als sich der Konflikt zwischen Dahomey und seinen Besatzern zuspitzt, sieht Nancisca endlich ihre Chance gekommen, sich an dem Oyo-Krieger Oba Ade zu rächen, der sie einst vergewaltigte...

„So etwas habe ich noch nie gemacht. Schon als kleines Mädchen habe ich mir immer vorgestellt, in so einem Film mitzuspielen“, sagt sie im Interview mit "Harper's Bazaar". „Man sieht ,Gladiator‘ oder ,Wonder Woman‘ und sieht sich selbst darin, aber solche Drehbücher bekommt man nie zugeschickt. Eine Geschichte wie ,The Woman King‘ lässt einen wieder aufleben. Ich habe dunkle Haut und eine tiefe Stimme. Mein ganzes Leben lang wurde mir gesagt, ich sei zu stark, zu männlich. In diesem Film definieren wir neu, was es bedeutet, weiblich zu sein. Er hat mich befreit.“

Im April 2022 veröffentlichte sie ihre Autobiografie mit dem Titel „Finding Me“. Im Februar 2023 wurde sie für die Audio-Version dieses Buches mit einem Grammy-Award ausgezeichnet. Sie zählt damit zu den wenigen Personen, die Emmy, Grammy, Oscar und Tony Award gewonnen haben.
Zuletzt war Viola Davis in Ben Afflecks Sportdrama „Air – Der große Wurf“, in Francis Lawrences „Die Tribute von Panem - The Ballad of Songbirds and Snakes“ (beide 2013) sowie in dem von ihr produzierten Action-Thriller „G20“ zu sehen. Darin spielt sie die Präsidentin Sutton, die ihre Regierungs- und Militärerfahrung einbringt, um ihre Familie, ihr Unternehmen und die Welt zu verteidigen, die Terroristen bei der Übernahme des G20-Gipfels bedrohen. 

Filmographie: 

1996: The Substance of Fire 
1996: New York Cops: NYPD Blue (Fernsehserie, 1 Folge) 
1996: New York Undercover (Fernsehserie, 1 Folge) 
1998: Krieg im Pentagon (The Pentagon Wars) (Fernsehfilm) 
1998: Out of Sight 
1998: Grace & Glorie (Fernsehfilm) 
1998: Miss Apprehension and Squirt 
2000: Für alle Fälle Amy (Judging Amy) (Fernsehserie, 1 Folge) 
2000: City of Angels (Fernsehserie, 24 Folgen) 
2000: Traffic – Macht des Kartells (Traffic) 
2001: The Shrink is in – Wahnsinn auf zwei Beinen! (The Shrink Is In) 
2001: Kate & Leopold 
2001: Amy & Isabelle (Fernsehfilm) 
2001: The Guardian – Retter mit Herz (Fernsehserie, 1 Folge) 
2001: Ocean’s Eleven 
2001: Third Watch: Einsatz am Limit (Fernsehserie, 1 Folge) 
2002: Dem Himmel so fern (Far from Heaven) 
2002: Solaris 
2002: Antwone Fisher 
2002: Criminal Intent – Verbrechen im Visier (Fernsehserie, 1 Folge) 
2002: Lady Cops – Knallhart weiblich (Fernsehserie, 1 Folge) 
2002: CSI: Vegas (Fernsehserie, 1 Folge) 
2002: Father Lefty (Fernsehfilm) 
2003: Die Straßen von Philadelphia (Hack) (Fernsehserie, 1 Folge) 
2003: Practice: Die Anwälte (Fernsehserie, 1 Folge) 
2003–2008: Law & Order: Special Victims Unit (Fernsehserie, 7 Folgen) 
2004: Century City (Fernsehserie, 9 Folgen) 
2005: Nemesis: Der Angriff (Fernsehserie, 1 Folge) 
2005: Get Rich or Die Tryin‘ 
2005: Syriana 
2005: Jesse Stone: Eiskalt (Jesse Stone: Stone Cold) (Fernsehfilm) 
2006: Jesse Stone: Knallhart (Jesse Stone: Night Passage) (Fernsehfilm) 
2006: Jesse Stone: Totgeschwiegen (Jesse Stone: Death in Paradise) (Fernsehfilm) 
2006: The Architect 
2006: World Trade Center 
2006: Withour a Trace – Spurlos verschwunden (Fernsehserie, 1 Folge) 
2006: Life Is Not a Fairytale: The Fantasia Barrino Story (Fernsehfilm) 
2006: Laws of Chance (Fernsehserie, 1 Folge) 
2007: Disturbia 
2007: Jesse Stone: Alte Wunden (Jesse Stone: Seachange) (Fernsehfilm) 
2007: Traveler (Fernsehserie, 8 Folgen) 
2007: Fort Pit (Fernsehfilm) 
2008: Brothers & Sisters (Fernsehserie, 1 Folge) 
2008: Das Lächeln der Sterne (Nights in Rodanthe) 
2008: Glaubensfrage (Doubt) 
2008: Andromeda – Tödlicher Staub aus dem All (The Andromeda Strain) 
2009: Gesetz der Rache (Law Abiding Citizen) 
2009: Madea Goes to Jail 
2009: State of Play – Stand der Dinge (State of Play) 
2010: Taras Welten (United States of Tara, Fernsehserie, 6 Folgen) 
2010: Knight and Day 
2010: Eat Pray Love 
2010: It’s Kind of a Funny Story 
2010: Trust 
2011: The Help 
2011: Extrem laut & unglaublich nah (Extremely Loud & Incredibly Close) 
2012: Um Klassen besser (Won’t Back Down) 
2013: Beautiful Creatures – Eine unsterbliche Liebe (Beautiful Creatures) 
2013: Prisoners 
2013: Ender’s Game – Das große Spiel (Ender’s Game) 
2014–2020: How to Get Away with Murder (Fernsehserie, 90 Folgen) 
2014: Das Verschwinden der Eleanor Rigby (The Disappearance of Eleanor Rigby: Them) 
2014: Get on Up 
2015: Blackhat 
2015: Lila & Eve – Blinde Rache (Lila & Eve) 
2016: Suicide Squad 
2016: Fences 
2018: Scandal (Fernsehserie, Folge 7x12) 
2018: Widows – Tödliche Witwen (Widows) 
2019: Troop Zero 
2020: Ma Rainey’s Black Bottom 
2021: The Suicide Squad 
2021: The Unforgivable 
2022: The First Lady (Fernsehserie, 10 Folgen) 
2022: The Woman King 
2022: Peacemaker (Fernsehserie, 2 Folgen) 
2022: Black Adam 
2023: Air: Der große Wurf (Air) 
2023: Die Tribute von Panem – The Ballad of Songbirds and Snakes (The Hunger Games: The Ballad of Songbirds and Snakes) 
2024: Kung Fu Panda 4 
2024-2025: Creature Commandos (Fernsehserie, Stimme) 
2025: G20

Playlist:

01. Howard Shore - Goodbye Sermon (Doubt) - 02:37 
02. David Holmes - The Trunk Scene (Out of Sight) - 04:44 
03. Cliff Martinez - The Police Won't Find Your Car (Traffic) - 03:58 
04. Jeff Beal - There's Something Else (Jesse Stone: The Ultimate Collection) - 03:27 
05. Rolfe Kent - Charlie Wins Patrice, Leopold Wins Kate (Kate & Leopold) - 03:41 
06. Elmer Bernstein - Revelation And Decision (Far From Heaven) - 04:23 
07. Mychael Danna - Mom & New Family (Antwone Fisher) - 04:32 
08. Craig Armstrong - Ethereal (World Trade Center) - 05:24 
09. Geoff Zanelli - Voyeurism (Disturbia) - 02:35 
10. Alex Heffes - Cal Connects The Evidence (State Of Play) - 04:34 
11. Brian Tyler - Unconfession (Law Abiding Citizen) - 06:20 
12. John Powell - June Spies (Knight And Day) - 03:29 
13. Dario Marianelli - The Augusteum (Eat Pray Love) - 04:19 
14. Thomas Newman - Ain't You Tired (The Help) - 03:36 
15. Alexandre Desplat - Syriana [Piano Solo] (Syriana) - 03:18 
16. Alexandre Desplat - Reconciliation (Extremely Loud and Incredibly Close) - 03:59 
17. Jóhann Jóhannsson - The Candlelight Vigil (Prisoners) - 05:10 
18. Son Lux - Almost Crossing (The Disappearance of Eleanor Rigby) - 02:42 
19. Harry Gregson-Williams - Love Scene (Blackhat) - 03:33 
20. Hans Zimmer - Perimeter Check (Widows) - 03:09 
21. Terence Blanchard - We Bring Tribute (The Woman King) - 02:59 
22. Hans Zimmer & David Fleming - Cells (The Unforgivable) - 03:07 
23. Branford Marsalis - The Story of Memphis Green (Ma Rainey's Black Bottom) - 04:19 
24. Marcelo Zarvos - Troy's Story (Fences) - 03:30 
25. Geoff Zanelli - I Have Used My Moment Well (The First Lady) - 04:36 
26. James Newton Howard - Snow Lands on Top (The Hunger Games: The Ballad of Songbirds & Snakes) - 03:29 
27. Hans Zimmer & Steve Mazzaro - A Different Path (Kung Fu Panda 4) - 03:12 
28. Joseph Trapanese - Family Mission (G20) - 02:22 
29. Cliff Martinez - Hi Energy Proton Accelerator (Solaris) - 10:51

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