Playlist #448 vom 03.05.2026 - Neuheiten 2026 (2)
Zwar geht das Serienangebot bei den Streaming-Diensten nach
wie vor leicht zurück, dafür konzentrieren sich Netflix, Amazon Prime, Disney+
& Co. auf das Wachstum qualitativ hochwertiger Serien-Produktionen. Das
schlägt sich natürlich auch in der Veröffentlichung dazugehöriger Soundtracks
nieder, von denen in dieser Sendung wieder mehrere zu hören sind, darunter Taylor
Sheridans („Yellowstone“, „Tulsa King“) neuer Serien-Hit „The
Madison“ mit den Hollywood-Stars Michelle Pfeiffer und Kurt
Russell in den Hauptrollen, neue Staffeln von „Outlander“ und „Paradise“
und neue Serien wie „Scarpetta“. Abgerundet wird die Sendung mit der
Musik zu Dokumentationen wie „Dinosaurs“ und „The Peace Particle“
sowie zu Filmen wie „Mother Mary“, „Shelter“ und „The Faithful“.
In Justin Chadwicks Action-Thriller „Brothers
Under Fire“ spielt „24“-Star Kiefer Sutherland den Squad-Captain
Wright, der mit seinen Soldaten die Erlaubnis erhält, an der Hochzeit eines
Kameraden in Mexiko teilzunehmen. Als das Dorf, in dem die Feierlichkeiten
stattfinden, von einem Kartell überrannt wird, müssen Wright und sein Squad zu
den Waffen greifen, um zu überleben... Entsprechend mexikanisch angehaucht
präsentiert sich auch der sonst naturgemäß actionlastige Score von Alex
Heffes, der zudem den Score zu Peter Webbers Science-Fiction-Thriller
„DRAGN“ bereitgestellt hat.
Jeff Russo, der in den vergangenen Jahren vor allem
durch seine Beiträge zum „Star Trek“-Universum bekannt geworden ist, komponierte
zusammen mit Perrine Virgile die Musik zur Serien-Adaption der langjährig
erfolgreichen „Scarpetta“-Thriller-Reihe von Patricia Cornwell. Die
Gerichtsmedizinerin Dr. Kay Scarpetta wird dabei von Nicole Kidman
verkörpert.
„Shelter“ ist der neue Action-Thriller von „Angel
Has Fallen“-Regisseur Ric Roman Waug. Darin ordnet der resolute
Ex-MI6-Chef Manafort (Bill Nighy) ohne mit der Wimper zu zucken Morde
auf britischem Boden an, wobei er den Verlust des einen oder anderen unbescholtenen
Bürgers oder gar eines Polizisten billigend in Kauf nimmt. Doch als Manafort
seinen Computer einschaltet und auf dem Desktop den Steckbrief eines alten
Bekannten Michael Mason (Jason Statham) entdeckt, wird es kompliziert. Mason,
der es sich als Einsiedler auf einer Insel vor der Küste Schottlands gemütlich
gemacht hat, bekommt es mit einer elitären Schattenarmee des korrupten
Spionageapparats zu tun, weiß sich aber durchaus zur Wehr zu setzen. Musikalisch
vertont wurde das bodenständige Action-Spektakel von David Buckley („Kandahar“,
„Greenland 2“).
Regisseur Mark David erzählt in seinem Drama „Mr.
Wonderful“ die Geschichte über drei Generationen von Männern – ein
Millennial auf der Flucht vor einem Drogendealer, sein Vater (ein
desillusionierter Professor, der um seinen Job kämpft) und der
Familienpatriarch, der mit Demenz zu kämpfen hat – , die um den Sinn des Lebens
ringen.
„,Mr. Wonderful‘ schildert das Leben eines
College-Professors und Schriftstellers, der sich mit einer tiefgreifenden
Umstrukturierung seines Lebens auseinandersetzen muss, mit einem Sohn, der in
die falschen Kreise gerät, dem Herzschmerz über die verheerenden Folgen der
Demenzerkrankung seines Vaters und dem Schmerz des Verlustes“, erzählt
Komponist John Koutselinis. „Die Filmmusik sollte das Leben in all
seinen Facetten widerspiegeln: einfach, herzerwärmend, fröhlich und manchmal
auch herzzerreißend. Ich freute mich über die Gelegenheit, einige Lieder für
den Soundtrack zu schreiben, wodurch ich mit einer anderen Instrumentierung
arbeiten konnte. Außerdem nutzte ich die Gelegenheit, eine von ,Mr.
Wonderful‘ inspirierte Orchestersuite mit dem Titel ‚A Life Fulfilled‘ zu
komponieren, die ich meinem Lehrer widmete, der ebenfalls schwer an Demenz
litt.“
Der niederländische Pianist, Komponist und Produzent Pieter
de Graaf zählt zu den interessantesten zeitgenössischen Instrumentalisten
der Niederlande. Seine Musik, die neoklassische, Jazz- und elektronische
Elemente vereint, sprengt nicht nur Genregrenzen, sondern bleibt dabei zutiefst
emotional und filmisch. De Graaf studierte am Konservatorium Jazzpiano und
entwickelte ein besonderes Talent in Improvisation und Experimentierfreude.
Sein unkonventioneller Umgang mit dem Klavier – er verwendet Gummischlägel,
Essstäbchen, Klebeband und Tücher auf den Saiten – verwandelt das Instrument in
ein ganzes Klanguniversum. Kombiniert mit analogen Synthesizern, subtiler
Elektronik und unerwarteten Klangquellen bewegen sich seine Kompositionen
nahtlos zwischen Intimität und Intensität. Für Johannes Grenzfurthners
Horror-Drama „Solvent“ komponierte Pieter de Graaf im Jahr 2024
seine erste Filmmusik. Der Film handelt von der Suche nach Nazi-Dokumenten in
Österreich, wobei Forscher unter einem Bauernhaus auf ein dunkles Geheimnis
stoßen. Während der Auswanderer Gunner Holbrook dem Rätsel nachgeht, verliert
er zunehmend den Bezug zur Realität. Er kämpft gegen eine finstere Macht und
versucht verzweifelt, sein Leben zu retten.
„Ich lernte den Regisseur, Johannes Grenzfurthner, in Österreich kennen, und wir verstanden uns auf Anhieb auf einer kreativen Ebene. Kurz nach unserem Treffen bat er mich, die Filmmusik zu komponieren, und es gab nie Zweifel an einer Zusammenarbeit. Das Besondere an diesem Prozess war die künstlerische Freiheit, die er mir gewährte“, berichtet Pieter de Graaf. „Abgesehen von der Bitte um einen durchgehend düsteren Unterton im gesamten Film und einer hebräischen Version von ‚Die Gedanken sind frei‘ für den Abspann, ließ er mir freie Hand bei der Interpretation des Restes. Ich sah mir einfach den Film an, ließ mich inspirieren und komponierte intuitiv. Die Zusammenarbeit verlief reibungslos und natürlich, mit nur wenigen kleineren Anpassungen. Der Soundtrack unterscheidet sich von meinen üblichen Klavierkompositionen. Stattdessen experimentierte ich mit Klängen, darunter meine Stimme, Spielzeuginstrumente und ungewöhnliche Effekte wie das Pusten in Weinflaschen, kombiniert mit orchestralen Elementen.“
Playlist:
01. Alex Heffes - Isabella & Alberto (Brothers Under Fire) - 03:40
02. Jeff Russo & Perrine Virgile - Necessary Secrets (Scarpetta) - 03:58
03. David Buckley - The Island (Shelter) - 03:35
04. Henry Jackman - Mutiny (The Bluff) - 03:04
05. Siddharta Khosla - Deadzone (Imperfect Women) - 05:10
06. Siddhartha Khosla - Gary (Paradise - Season 2) - 07:29
07. Tom Howe - Imagining the Play (American Classic) - 02:57
08. Tom Howe - Kenna Tries to Visit (Reminders of Him) - 05:07
09. Daniel Pemberton - Box in a Box (Project Hail Mary) - 04:23
10. Alex Heffes - Dragons & Princesses (DRAGN) - 02:32
11. Breton Vivian - Bumpy Over the Mountains (The Madison) - 04:03
12. Armand Amar - Hadara retrouve sa mère (L'enfant du désert) - 03:42
13. John Koutselinis - The Funeral (Mr. Wonderful) - 06:06
14. Paul Leonard-Morgan - Enough Madness (Pretty Lethal) - 03:24
15. Will Bates - Turning 18 Soon (Rosemead) - 03:52
16. Daniel Hart - The Greatest Song (Mother Mary) - 05:49
17. Harry Gregson-Williams & Ryder McNair - Head Held High (Normal) - 03:16
18. Eric Neveux - Discouragement (Traqués) - 05:09
19. Sam Thompson - Geneva (The Peace Particle) - 04:27
20. Benjamin Wallfisch - Sarah (The Faithful) - 03:11
21. Taro Iwashiro - Adorable Smile (One Last Love Letter) - 03:30
22. Lorne Balfe - All About the Food Chain (Dinosaurs) - 03:51
23. Pieter de Graaf - Just an American Saying (Solvent) - 04:15
24. Bear McCreary - Bree and Roger (Outlander - Season 8) - 04:50
25. Alberto Iglesias - Dedos como patas de elefante (Amarga Navidad) - 08:53
26. Guillaume Roussel - Les Rayons et les Ombres (Les Rayons et les Ombres) - 09:45



















