Radio ZuSa
Posts mit dem Label Jeff Rona werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Jeff Rona werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Montag, 19. Januar 2026

Playlist #441 vom 25.01.2026 - DEAN CUNDEY Special

Betrachtet man John Carpenters „Halloween“ (1978) als Meilenstein des Slasher-Horror-Genres, verdankt der Film seine Wirkung auch der ungewöhnlichen Kameraarbeit von Dean R. Cundey, der zu den ersten Kameraleuten zählt, der die Steadicam eingesetzt hat. Seither hat Cundey nicht nur weiterhin für John Carpenter gearbeitet, sondern auch mit prominenten Regisseuren wie Steven Spielberg, Robert Zemeckis, Joel Schumacher, Nancy Myers und Ron Howard. Ebenso prominent ist die Musik, die in der heutigen Sendung zu Filmen wie „Casper“, „Die Klapperschlange“, „Liebe braucht keine Ferien“, „Was Frauen wollen“, „Zurück in die Zukunft“, „Hook“ oder „Jurassic Park“ von Komponisten wie Jerry Goldsmith, James Horner, Alan Silvestri, John Williams, Hans Zimmer, Ennio Morricone und John Carpenter zu hören ist.
Dean Raymond Cundey wurde am 12. März 1946 im kalifornischen Alhambra geboren und bastelte bereits als Kind begeistert Modellkulissen, mit denen er sein frühes Interesse an Filmen bekundet haben dürfte, ebenso seine Leidenschaft für das Magazin „American Cinematographer“. Während seines Studiums an der UCLA Film School war der zweifache Oscargewinner und Kameramann James Wong Howe („Die tätowierte Rose“, „Der alte Mann und das Meer“) einer seiner Dozenten. Nach dem Abschluss seines Studiums im Jahr 1968 arbeitete Cundey zunächst in unterschiedlichen Funktionen in Low-Budget-Produktionen, teils als Beleuchter oder als Make-Up-Künstler bei „Nackt auf hartem Sattel“ (1968). Schließlich folgten Engagements als Hauptkameramann für heute längst vergessene Werke wie „Zum Killen dressiert“ (1973), „So Evil, My Sister“ (1974), „That Girl From Boston“ (1975), „Black Shampoo“ (1976) und „Satan’s Cheerleaders“ (1977). Als Cundey die Produzentin Debra Hill kennenlernte, engagierte sie ihn für John Carpenters „Halloween“.
Cundeys Mitarbeit an dem Film brachte erhebliche Vorteile mit sich. Neben seinem beachtlichen Können als Kameramann und Director of Photography besaß er auch den Vorteil, den Großteil seiner Ausrüstung selbst in einem großen Van, dem sogenannten „Filmvan“, transportieren und unkompliziert von einem Drehort zum nächsten wechseln zu können.
Cundeys Arbeit an „Halloween“ zählt zu den besten seiner Karriere. Neben seinem Talent für Lichtsetzung, insbesondere in der berühmten Flurszene, in der das verborgene Gesicht von Michael Myers langsam durch ein blaues Licht neben der Maske enthüllt wird, gehörte er zu den ersten Kameramännern, die die damals noch recht neue Steadicam, auch Panaglide genannt, einsetzten.
Der Panaglide ermöglichte es dem Kameramann, die Kamera quasi zu tragen und Aufnahmen zu machen, die zuvor als zu schwierig oder gar unmöglich galten. In „Halloween“ diente der Panaglide als Referenzpunkt für Michael Myers‘ Perspektive und zeigte dem Publikum, was er sah.
Cundey arbeitete später erneut mit Carpenter und Hill an den Filmen „The Fog“ (1980), „Die Klapperschlange“, „Halloween II“ (beide 1981), „Das Ding aus einer anderen Welt“ und „Halloween III – Die Nacht der Hexen“ (beide 1982). 1986 arbeitete er ein letztes Mal mit Carpenter an dem aufwendig produzierten Fantasy-Abenteuerfilm „Big Trouble in Little China“.
Neben seiner Arbeit mit Carpenter wirkte Cundey unter anderem an Filmen wie „Psycho II“ (1983), „Auf der Jagd nach dem grünen Diamanten“ (1984), der „Zurück in die Zukunft“-Trilogie (1985–1990), „Falsches Spiel mit Roger Rabbit“ (1988), „Road House“ (1989), „Hook“ (1991), „Jurassic Park“ (1993), „Apollo 13“ (1995), „Was Frauen wollen“ (2000), „Garfield – Der Film“ (2004) und „Liebe braucht keine Ferien“ (2006) mit. 1997 gab er mit der Direct-to-Video-Fortsetzung „Liebling, wir haben uns geschrumpft“ sein Regiedebüt.
Zuletzt arbeitete er in Kanada an „Camp Rock“, einem von mehreren Filmen, die er außerhalb der USA drehte, darunter auch „Falsches Spiel mit Roger Rabbit“, der hauptsächlich in England entstand und der Cundey seine bislang einzige Oscar-Nominierung einbrachte.
Im Jahr 2011 drehte Cundey den Comedyfilm „Jack and Jill“, bei dem aufwendige Split-Screen- und Motion-Control-Effekte zum Einsatz kamen, um die Illusion zu erzeugen, dass Schauspieler Adam Sandler mit mehreren Leinwandfiguren interagiert.
Im Jahr 2002 wurde Cundey mit einem Daytime Emmy für sein Mitwirken an einer Episode der Sendung „Religion & Ethics Newsweekly“ ausgezeichnet. Die Society of Camera Operators zeichnete ihn 1999 mit dem President’s Award aus. 2014 wurde er mit dem ASC Lifetime Achievement Award geehrt.

„Für mich liegt die besondere Befriedigung in meinem Beruf als Kameramann – man könnte es fast meinen persönlichen Egotrip nennen – darin, zu wissen, dass meine Arbeit auch nach meinem Tod weiterleben wird“, bekannte Cundey in einem Interview. „Die meisten Menschen haben Berufe, in denen die Arbeit nach getaner Arbeit verschwindet. Ich habe das große Glück, in einem Beruf mit bleibendem Wert zu arbeiten. Er verleiht mir eine einzigartige Form der Unsterblichkeit. Sie ist natürlich nicht vergleichbar mit der Unsterblichkeit großer Künstler wie Leonardo da Vinci oder Michelangelo. Aber in gewisser Weise bedeutet sie, dass zukünftige Generationen meine Arbeit entdecken und wissen können, dass ich zu diesem Zeitpunkt hier war.“

Filmografie (Auswahl):

1973: Zum Killen dressiert (The No Mercy Man) 
1973: Brother on the Run 
1974: Wo der rote Farn wächst (Where the Red Fern Grows) 
1974: So Evil, My Sister 
1975: That Girl From Boston 
1976: The Witch Who Came from the Sea 
1976: Black Shampoo 
1976: Creature from Black Lake 
1976: Der Bastard (The Human Tornado) 
1977: Satan’s Cheerleaders 
1977: Action Man – Ein Mann, ein Kämpfer 
1977: Charge of the Model T’s 
1978: Hi Riders – Jungs, lasst die Fetzen fliegen (Hi-Riders) 
1978: Goodbye, Franklin High 
1978: Hanging on a Star 
1978: Halloween – Die Nacht des Grauens (John Carpenter’s Halloween) 
1978: The Kid from Not-So-Big 
1979: Die unschlagbaren Sieben von Las Vegas (Angels‘ Brigade) 
1979: Rock ’n’ Roll Highschool (Rock ’n’ Roll High School) 
1979: Roller Boogie 
1979: The Fog – Nebel des Grauens (John Carpenter’s The Fog) 
1980: Galaxina 
1980: Alien Shock 
1980: Das Geheimnis der fliegenden Teufel (Without Warning) 
1981: Die Klapperschlange (Escape from New York) 
1981: Separate Ways 
1981: King Kobra 
1981: Halloween II – Das Grauen kehrt zurück (Halloween II) 
1982: Das Ding aus einer anderen Welt (The Thing) 
1982: Halloween III (Halloween III – Season of the Witch) 
1982: Citizen Soldier 
1983: The Invisible Woman (Fernsehfilm) 
1983: Die Initiative (M.A.D.D.: Mothers Against Drunk Drivers, Fernsehfilm) 
1983: Psycho II 
1983: Die Chaotenclique (D.C. Cab) 
1984: Amazons (Fernsehfilm) 
1984: Auf der Jagd nach dem grünen Diamanten (Romancing the Stone) 
1984: Exit – Ausgang ins Nichts (Invitation to Hell) 
1985: Warnzeichen Gen-Killer (Warning Sign) 
1985: Zurück in die Zukunft (Back to the Future) 
1986: Big Trouble in Little China 
1987: Projekt X (Project X) 
1988: Zwei mal Zwei (Big Business) 
1988: Falsches Spiel mit Roger Rabbit (Who Framed Roger Rabbit) 
1989: Geschichten aus der Gruft (Tales from the Crypt, Fernsehserie, eine Folge) 
1989: Zurück in die Zukunft II (Back to the Future Part II) 
1989: Road House 
1990: Zurück in die Zukunft III (Back to the Future Part III) 
1991: Hook 
1991: Valkenvania – Die wunderbare Welt des Wahnsinns (Nothing But Trouble) 
1992: Der Tod steht ihr gut (Death Becomes Her) 
1993: Jurassic Park 
1994: Flintstones – Die Familie Feuerstein (The Flintstones) 
1995: Casper 
1995: Apollo 13 
1997: Flubber 
1997: Liebling, jetzt haben wir uns geschrumpft (Honey, We Shrunk Ourselves) (Regie) 
1998: Ein Zwilling kommt selten allein (The Parent Trap) 
1999: Battlestar Galactica: The Second Coming 
2000: Was Frauen wollen (What Women Want) 
2003: Looney Tunes: Back in Action 
2004: Garfield – Der Film (Garfield: The Movie) 
2005: The West Wing: Im Zentrum der Macht (The West Wing, TV-Serie) 
2006: Liebe braucht keine Ferien (The Holiday) 
2007: The Whisper – Die Stimme des Bösen (The Whisper) 
2008: Camp Rock 
2009: Ein Pferd fürs Leben (Amazing Racer) 2010: Spy Daddy 
2011: Jack und Jill (Jack and Jill) 
2013: Crazy Kind of Love 
2013: Unter Feinden – Walking with the Enemy (Walking with the Enemy) 
2014: Freiheit (Freedom) 2015: The Girl in the Photographs 
2015: Diablo 
2017: Liebe zu Besuch (Home Again) 
2017: Slamma Jamma 
2019: Anastasia (Anastasia: Once Upon a Time) 
2022: Das Buch von Boba Fett (The Book of Boba Fett, Mini-Serie) 
2023: The Mandalorian (TV-Serie)
 

Playlist:

01. John Carpenter - End Credits (Halloween) - 03:33 
02. John Carpenter & Alan Howarth - The Duke Arrives / Barricade (Escape From New York) - 03:35 
03. Alan Silvestri - Struggling for the Stone (Romancing the Stone) - 06:03 
04. Alan Silvestri - It's Been Educational / Clocktower (Back to the Future) - 10:32 
05. Alan Silvestri - Eddie's Theme (Who Framed Roger Rabbit) - 05:22 
06. Jerry Goldsmith - Mother's Room #2 (Psycho II) - 04:28 
07. James Horner - A Square Peg (Apollo 13) - 03:48 
08. John Carpenter - The Fog Enters Town (The Fog) - 07:24 
09. Craig Safan - End Credits (Warning Sign) - 03:22 
10. John Carpenter & Alan Howarth - Wing Kong Exchange (Big Trouble In Little China) - 04:41 
11. Ennio Morricone - End Credits (The Thing) - 04:37 
12. John Williams - The Never-Feast (Hook) - 04:42 
13. John Williams - Welcome to Jurassic Park (Jurassic Park) - 07:53 
14. James Horner - First Lesson (Project X) - 03:20 
15. Jeff Rona - Raining Steel (Whisper) - 05:23 
16. Alan Silvestri - Goodbye Clara (Back to the Future III) - 03:03 
17. James Horner - One Last Wish (Casper) - 04:21 
18. Danny Elfman - Gamma Ray (Flubber) - 03:03 
19. Ludwig Göransson - Face to Face (Star Wars: The Mandalorian - Chapter 1) - 05:12 
20. Hans Zimmer - Maestro (The Holiday) - 03:53 
21. Alan Silvestri - End Credits (Death Becomes Her) - 05:55 
22. Alan Silvestri - Searching For Erin (What Women Want) - 04:05 
23. Jerry Goldsmith - Dead Duck Walking (Looney Tunes: Back in Action) - 03:13 
24. John Carpenter & Alan Howarth - Halloween II Suite A (Halloween II) - 10:05

Montag, 1. September 2025

Playlist #431 vom 07.09.2025 - JEFF BRIDGES Special

Als Dude in „The Big Lebowski“ wurde Jeff Bridges zur vielzitierten Ikone, doch ist er bereits seit seiner Darstellung in Peter Bogdanovichs Meisterwerk „Die letzte Vorstellung“ (1971) ein Star in Hollywood, wo er Filme wie „Starman“, „Fearless – Jenseits der Angst“, „König der Fischer“ und „Crazy Heart“ drehte. In dieser Sendung gibt es Musik aus seinen Filmen von George Fenton, Maurice Jarre, Jack Nitzsche, Jerry Goldsmith, John Barry, Alan Silvestri, Mychael Danna, Rolfe Kent, Marco Beltrami, Dave Grusin, Randy Newman und vielen anderen zu hören.
Jeffrey Leon „Jeff“ Bridges wurde am 4. Dezember 1949 in Los Angeles als zweiter Sohn des Schauspieler-Ehepaars Lloyd Bridges und Dorothy Bridges geboren und wuchs in Holmby Hills, im nahen Umfeld der Hollywood-Filmindustrie auf. 1950 spielten der zum Drehtermin vier Monate alte Jeff und sein Bruder Beau Bridges an der Seite ihrer Mutter in dem Film „Auf Bewährung freigelassen“. Gegen Ende des Jahrzehnts traten die Brüder in einigen Folgen der Fernsehserie „Abenteuer unter Wasser“ auf, in der ihr Vater die Hauptrolle spielte. 1963 begleitete Jeff diesen auch auf einer Theatertournee durch Neuengland, während der beide im Bühnenstück „Anniversary Waltz“ spielten. Er leistete seinen Militärdienst bei der Küstenwache und begann dann eine Schauspielausbildung in den Studios von Herbert Berghof und Uta Hagen in New York.
Im Weihnachtsfilm „In einer Nacht wie dieser“ verkörperte Jeff Bridges 1969 in einer Rückblende die jüngere Version der Rolle seines Vaters. Er beschrieb sich und seinen Erfolg später nicht ganz zu Unrecht als das „Ergebnis von Vetternwirtschaft“. Mit dem Studentendrama „Halls of Anger“ bekam Bridges im Jahr 1970 seine erste größere Rolle. Wenn auch die Bewertung des Films durchwachsen ausfiel, lobten sowohl zeitgenössische als auch spätere Kritiker die Leistung Bridges’ und die Authentizität seiner Charakterdarstellung.
Der Durchbruch gelang Bridges 1971 mit Peter Bogdanovichs Verfilmung von Larry McMurtrysDie letzte Vorstellung“. Das Coming-of-Age-Drama avancierte zu einem der wichtigsten Werke der New-Hollywood-Bewegung und erhielt acht Oscar-Nominierungen, eine davon entfiel auf den damals 22-jährigen Jeff Bridges, der damit bis heute zu den zehn jüngsten Nominierten in dieser Kategorie zählt. Der von Bridges verkörperte Duane Jackson gab den Rollentyp vor, auf den der Schauspieler im Folgenden mit Vorliebe besetzt wurde: gewöhnliche amerikanische, aber unberechenbare Figuren mit gelegentlich schurkenhaften Zügen.
Im Laufe der 1970er Jahre spielte Bridges unter anderem einen Youngster-Boxer in John Hustons „Fat City“ (1972), einen Betrüger in „In schlechter Gesellschaft“ (1972), einen Rennfahrer in „Der letzte Held Amerikas“ (1973) und einen anarchistischen Teenager in „The Iceman Cometh“ (1973). Erst während der Dreharbeiten zu Letzterem beschloss er, seine Karriere ganz auf die Schauspielerei auszurichten. Als Clint Eastwoods Bankräuber-Kumpan in „Die Letzten beißen die Hunde“ (1974) kam Bridges unter der Regie von Michael Cimino zu seiner zweiten Oscarnominierung als Bester Nebendarsteller – diesmal unterlag er Robert De Niro, der die Auszeichnung für „Der Pate – Teil II“ erhielt.
1976 spielte Bridges die Hauptrolle im erfolgreichen Remake von „King Kong“, das für die Newcomerin Jessica Lange zum gelungenen Debüt und dem Ausgangspunkt einer Karriere mit bislang zwei Oscars und vier Golden Globe Awards wurde. Die für Bridges vorgesehene Rolle in „Die durch die Hölle gehen“ (1978) bekam Christopher Walken, sodass Bridges erst 1980 in „Heaven’s Gate“ zum zweiten Mal mit Michael Cimino zusammenarbeitete – er spielte hier seinen eigenen Vorfahren John L. Bridges. Die über fünf Stunden lange Urfassung des Spätwesterns mit Kris Kristofferson, Christopher Walken, John Hurt, Sam Waterston und Isabelle Huppert in den Hauptrollen trat eine Welle vernichtender Kritiken los und wurde trotz diverser Kürzungen zu einem kommerziellen Misserfolg.
Der Thriller „Cutter’s Way – Keine Gnade“ aus dem Jahr 1981 wird von Kritikern oft als Meisterstück, gelegentlich auch als Bridges bester Film bezeichnet. Im Jahr 1982 übernahm der Schauspieler die Hauptrolle des Kevin Flynn im Science-Fiction-Kultfilm „Tron“, einem der ersten Spielfilme mit längeren computergenerierten Sequenzen. Fast dreißig Jahre später schlüpfte Bridges für die Fortsetzung „Tron: Legacy“ erneut in die Rolle des Programmierers Flynn. In „Gegen jede Chance“ (1984) traf Bridges auf Jane Greer, die ihn im Alter von wenigen Monaten bei seinem ersten „Auftritt“ gehalten hatte. Greer hatte ebenfalls in der Vorlage „Goldenes Gift“ (1947) mitgespielt.
Anschließend war er neben Glenn Close in dem Thriller „Das Messer“ (1985), neben Jane Fonda in „Der Morgen danach“ (1986) und neben Kim Basinger in der Komödie „Nadine“ (1987) zu sehen. In Francis Ford Coppolas biografischen Drama „Tucker“ (1988) verkörperte Bridges den Automobil-Unternehmer Preston Tucker.
Nach seiner dritten nicht von Erfolg gekrönten Oscar-Nominierung – nun erstmals als Bester Hauptdarsteller für die Verkörperung eines Außerirdischen im Film „Starman“ von John Carpenter, zog er gegen F. Murray Abraham den Kürzeren – bewies Bridges in „Die fabelhaften Baker Boys“ (1989) an der Seite von Michelle Pfeiffer und seinem Bruder Beau musikalisches Talent. Bridges bezeichnete den Film später als eines seiner liebsten Werke. Im Folgejahr wirkte er an Peter Bogdanovichs „Texasville“ mit, doch konnte die Fortsetzung von „Die letzte Vorstellung“ nicht an den Erfolg des Originalfilms von 1971 anknüpfen. Für „König der Fischer“ (1991) nominierte man Bridges nach „Starman“ zum zweiten Mal für einen Golden Globe Award. Er ging leer aus, gewann aber im Jahr darauf den Independent Spirit Award für die Vater-Sohn-Geschichte „American Heart – Die zweite Chance“.
Obwohl seine zurückhaltenden, charmanten Darbietungen stets als herausragend beurteilt wurden, erreichte er bis in die 1990er Jahre hinein nie jenen Publikumserfolg, den andere Männer seiner Generation, wie Dustin Hoffman oder Robert De Niro, genossen.
In ihrer Kritik zu „American Heart“ bedachte Janet Maslin von der New York Times Bridges 1992 mit dem Titel „Der am meisten unterschätzte große Schauspieler seiner Generation“. Diese Bezeichnung entwickelte sich zu einer Art Klischee, die seither in diversen Kritiken zu Jeff Bridges und seinen Filmen aufgegriffen wurde. Bridges entgegnete scherzhaft in verschiedenen Interviews, er fühle sich nicht wenig geschätzt, vielmehr versuche er Arbeit zu vermeiden, wo immer es möglich sei. Er lasse sich vorzugsweise auf Low-Budget-Filme besetzen, da ihm die Drehbücher häufig besser gefielen.
Zu Bridges‘ besten Leistungen zählt seine Darstellung in Peter Weirs „Fearless – Jenseits der Angst“, wo er einen Mann darstellt, der nach einem Flugzeugabsturz die Welt mit anderen Augen sieht. Für die Besetzung einer Rolle in „Explosiv – Blown Away“ (1994) schlug Bridges den Produzenten seinen Vater vor. Dies war einer der letzten Filme, an denen Lloyd Bridges mitwirkte, bevor er 1998 verstarb.
1994 bekam Jeff Bridges für seine Verdienste in der Filmindustrie einen Stern auf dem Hollywood Walk of Fame verliehen. Ein Jahr später verkörperte er James Butler „Wild Bill“ Hickok in dem Western „Wild Bill“ an der Seite von Ellen Burstyn, John Hurt und Bruce Dern, gefolgt von Ridley Scotts Survival-Drama „White Squall“ und der romantischen Komödie „Liebe hat zwei Gesichter“ mit Barbra Streisand.
Internationalen Kultstatus erlangte Jeff Bridges durch seine Rolle als Jeffrey Lebowski, genannt „der Dude“, in dem Film „The Big Lebowski“ aus dem Jahr 1998 unter der Regie der Coen-Brüder. Auf die Frage, wem der potrauchende, sandalen- und bademanteltragende Dude nachempfunden sei, nannte Bridges in einem Interview sich selbst. Etwa die Hälfte der Kleidung Lebowskis stamme aus seiner eigenen Garderobe.
Bridges arbeitete 1999 gemeinsam mit Tim Robbins und Regisseur Mark Pellington an „Arlington Road“. Für seine Nebenrolle in „Rufmord – Jenseits der Moral“ wurde er im Jahr 2001 zum insgesamt vierten Mal für einen Oscar nominiert, musste aber erneut zurückstecken; der Preis ging an Benicio del Toro.
In „Seabiscuit – Mit dem Willen zum Erfolg“ war er 2003 an der Seite von Tobey Maguire zu sehen. „Tideland“ war nach „König der Fischer“ Bridges‘ zweiter Film unter der Regie von Terry Gilliam. Als Obadiah Stane, dem Gegenspieler von Robert Downey Jr. in „Iron Man“, verkörperte Bridges eine seiner wenigen antagonistischen Rollen.
Im Folgejahr brachte ihm seine Darstellung des abgehalfterten Country-Musikers Bad Blake in Scott Coopers Drama „Crazy Heart“ großes Lob seitens der Kritiker ein. 2010 erhielt er hierfür nach vier vergeblichen Nominierungen einen Oscar, dazu einen Golden Globe Award und den Screen Actors Guild Award. Mit 61 Jahren zählte Bridges zu den ältesten Oscargewinnern. Als Hauptdarsteller in „True Grit“, seiner zweiten Zusammenarbeit mit den Coen-Brüdern, hatte er im Jahr 2011 erneut Aussichten auf einen Academy Award, musste sich aber Colin Firth als König Georg VI. in „The King’s Speech“ geschlagen geben.
2013 war Jeff Bridges mit Ryan Reynolds in der Action-Komödie „R.I.P.D.“ zu sehen, dann in dem dystopischen Drama „Hüter der Erinnerung“ und dem Fantasy-Action-Film „Seventh Son“ (beide 2014)
In den letzten Jahren war Bridges in David Mackenzies Neo-Western „Hell or High Water“ (2017) (wofür er eine weitere Oscar-Nominierung erhielt), in Drew Goddards Mystery-Thriller-Drama „Bad Times at the El Royale“ (2018) und in der Action-Drama-Serie „The Old Man“ zu sehen, in der einen ehemaligen, untergetauchten CIA-Offizier verkörpert, der sich auf der Flucht vor Leuten befindet, die ihn töten wollen. Demnächst wird Bridges erneut in der Rolle des Kevin Flynn in „Tron: Ares“ zu sehen sein, um dann Gott in der Komödie „Carnival: At the End of Days“ zu verkörpern.

Filmografie:

1951: Auf Bewährung freigelassen (The Company She Keeps)
1969: In einer Nacht wie dieser (Silent Night, Lonely Night)
1970: Halls of Anger
1971: Die letzte Vorstellung (The Last Picture Show)
1972: Fat City
1972: In schlechter Gesellschaft (Bad Company)
1973: Lolly Madonna XXX
1973: Der letzte Held Amerikas (The Last American Hero)
1973: The Iceman Cometh
1974: Die Letzten beißen die Hunde (Thunderbolt and Lightfoot)
1975: Rancho Deluxe
1975: Ins Herz des wilden Westens (Hearts of the West)
1976: Mr. Universum (Stay Hungry)
1976: King Kong
1978: Rendezvous mit einer Leiche (Somebody Killed Her Husband)
1979: Philadelphia Clan (Winter Kills)
1980: Der Ringer (The American Success Company)
1980: Heaven’s Gate
1981: Cutter’s Way – Keine Gnade (Cutter’s Way)
1982: Tron
1982: Das letzte Einhorn (The Last Unicorn, Stimme)
1982: Liebesgrüße aus dem Jenseits (Kiss Me Goodbye)
1984: Gegen jede Chance (Against All Odds)
1984: Starman
1985: Das Messer (Jagged Edge)
1986: 8 Millionen Wege zu sterben (8 Million Ways to Die)
1986: Der Morgen danach (The Morning After)
1987: Nadine – Eine kugelsichere Liebe (Nadine)
1988: Tucker (alternativ: Tucker – Ein Mann und sein Traumauto)
1989: Zweites Glück (See You in the Morning)
1989: Die fabelhaften Baker Boys (The Fabulous Baker Boys)
1990: Texasville
1991: König der Fischer (The Fisher King)
1992: American Heart – Die zweite Chance (American Heart)
1993: Spurlos (The Vanishing)
1993: Fearless – Jenseits der Angst (Fearless)
1994: Explosiv – Blown Away (Blown Away)
1995: Wild Bill
1996: White Squall – Reißende Strömung (White Squall)
1996: Liebe hat zwei Gesichter (The Mirror Has Two Faces)
1996: Zwischen den Welten (Hidden in America)
1998: The Big Lebowski
1999: Arlington Road
1999: Die Muse (The Muse)
1999: Simpatico
2000: Rufmord – Jenseits der Moral (The Contender)
2001: Scenes of the Crime
2001: K-PAX – Alles ist möglich (K-PAX)
2003: Masked and Anonymous
2003: Seabiscuit – Mit dem Willen zum Erfolg (Seabiscuit)
2004: The Door in the Floor – Die Tür der Versuchung (The Door in the Floor)
2005: Tideland
2005: Dirty Movie (The MogulsThe Amateurs)
2006: Rebell in Turnschuhen (Stick it)
2007: Könige der Wellen (Surf’s Up, Stimme von Big Z)
2008: Iron Man
2008: New York für Anfänger (How to Lose Friends & Alienate People)
2009: The Open Road
2009: A Dog Year
2009: Männer, die auf Ziegen starren (The Men Who Stare at Goats)
2009: Crazy Heart
2010: True Grit
2010: Tron: Legacy
2013: R.I.P.D.
2014: Hüter der Erinnerung – The Giver (The Giver)
2014: Seventh Son
2016: Hell or High Water
2017: The Only Living Boy in New York
2017: Kingsman: The Golden Circle
2017: No Way Out – Gegen die Flammen (Only the Brave)
2018: Bad Times at the El Royale
2022–2024: The Old Man (Fernsehserie)
2025: Tron: Ares

Playlist: 

01. Wendy Carlos - Tower Music / Let Us Prey (Tron) - 03:48 
02. Alan Silvestri - Final Fight (Blown Away) - 03:41 
03. John Barry - Sacrifice / Hail to the King (King Kong) - 07:09 
04. John Barry - Part XI (Jagged Edge) - 03:35 
05. David Mansfield - End Credits (Heaven's Gate) - 03:53 
06. Jack Nitzsche - Main Title (Cutter's Way) - 03:20 
07. Rob Simonsen - You Wanted To See Me? (The Only Living Boy In New York) - 02:42 
08. Jerry Goldsmith - The Password (The Vanishing) - 04:40 
09. Van Dyke Parks - Finale: Leaning On Jesus (Wild Bill) - 03:24 
10. Jeff Rona - Still Waters (White Squall) - 03:24 
11. John Coltrane - I Wish I Knew (The Fisher King) - 04:56 
12. Dave Grusin - Jack's Theme (The Fabulous Baker Boys) - 06:41 
13. Joe Jackson - The Trial (Tucker) - 06:43 
14. George Fenton - Red Knight Suite (The Fisher King) - 06:51 
15. Maurice Jarre - Fearless (Fearless) - 03:36 
16. David Sanborn - Try A Little Tenderness (The Mirror Has Two Faces) - 03:11 
17. Piero Piccioni - Traffic Boom (The Big Lebowski) - 03:15 
18. Angelo Badalamenti - The Truth Is Out There (Arlington Road) - 03:11 
19. Daft Punk - Adagio For Tron (Tron Legacy) - 04:11 
20. Stewart Copeland - Rush To LA (Simpatico) - 03:13 
21. Marcelo Zarvos - Orient Point (The Door In The Floor) - 02:53 
22. Jack Nitzsche - I Gave You A Baby (Starman) - 02:13 
23. Edward Shearmur - Grand Central (K-PAX) - 04:38 
24. Randy Newman - The Unkindest Cut (Seabiscuit) - 03:30 
25. Nick Cave & Warren Ellis - Comancheria (Hell Or High Water) - 02:05 
26. Mychael Danna - Under Water (Tideland) - 02:39 
27. Marco Beltrami - The Kiss (The Giver) - 02:27 
28. Rolfe Kent - The Base, And Bill (The Men Who Stare at Goats) - 01:32 
29. Henry Jackman & Matthew Margeson - Memories of Harry (Kingsman: The Golden Circle) - 01:59 
30. Michel Colombier & Larry Carlton - Love and Murder of a Friend (Against All Odds) - 09:27

  © Blogger template Brooklyn by Ourblogtemplates.com 2008

Back to TOP