Playlist #446 vom 05.04.2026
In den 1990er Jahren erlebte Winona Ryder mit Rollen
in Tim Burtons „Edward mit den Scherenhänden“, Francis Ford
Coppolas „Bram Stokers Dracula“, Bille Augusts „Das
Geisterhaus“, Jim Jarmuschs „Night On Earth“ und Martin
Scorseses „Zeit der Unschuld“ größten Erfolge. Sie hat es allerdings
geschafft, bis heute immer wieder in von Kritikern und Publikum gefeierten
Filmen und Serien mitzuwirken, zuletzt in Tim Burtons „Beetlejuice
Beetlejuice“ und in der Serie „Stranger Things“. In der heutigen
Sendung könnt ihr euch auf Musik von Danny Elfman, Thomas Newman, Hans
Zimmer, Clint Mansell, Mychael Danna, Elmer Bernstein, Christopher Young
und Carter Burwell freuen.
Als Tochter zweier Hippies wuchs die am 29. Oktober 1971 in
Winona, Minnesota, geborene Winona Laura Horowitz ab 1978 in einer Kommune
in der Nähe von Mendocino in Kalifornien auf. Als die Familie 1981 ins
kalifornische Petaluma umzog, besuchte Winona zunächst eine private Schule,
weil sie in der staatlichen Schule als Außenseiterin galt, und später die
Schauspielschule des American Conservatory Theater.
1985 bewarb sie sich mit einem Video, auf dem sie einen Monolog
aus dem Buch „Franny und Zooey“ von J. D. Salinger vortrug, um eine
Rolle in dem Film „Desert Bloom“ zu erhalten. Obwohl die Wahl der
Besetzung auf ihre Kollegin Annabeth Gish fiel, erkannte der Regisseur
und Autor David Seltzer ihr Talent und besetzte sie als Rina in seinem
Film „Lucas“ (1986) über einen Teenager (Corey Haim) und sein
Leben an der High School. Als sie entscheiden sollte, unter welchem Namen sie
im Abspann genannt werden wollte, fiel ihre Wahl auf Ryder als
Künstlername, weil im Hintergrund des Abspanns ein Lied von Mitch Ryder
gespielt wurde.
Nachdem sie auch in „Square Dance – Wiedersehen in Texas“
(1987) überzeugen konnte, besetzte Tim Burton sie in seinem Film „Beetlejuice“
(1988), weil ihm ihre Performance in „Lucas“ gefiel.
1989 spielte sie die Hauptrolle der Veronica Sawyer in dem Independent-Film
„Heathers“. Der Film handelt von einem Pärchen, das populäre
Schülerinnen umbringt. Der Film war allerdings ebenso ein finanzieller
Misserfolg wie das Biopic „Great Balls of Fire – Jerry Lee Lewis – Ein Leben
für den Rock’n’Roll“ (1989). Im selben Jahr trat Ryder in Mojo Nixons
Musikvideo „Debbie Gibson Is Pregnant with My Two-Headed Love Child“ auf.
Anfang der 1990er Jahre nahm Ryders Karriere
ordentlich an Fahrt auf. In Tim Burtons erfolgreicher Fantasy-Märchen „Edward
mit den Scherenhänden“ (1990) an der Seite ihres späteren Lebensgefährten Johnny
Depp und Horror-Ikone Vincent Price in seiner letzten Rolle
überzeugte sie ebenso wie in der ebenfalls 1990 im Kino angelaufenen
Familienkomödie „Meerjungfrauen küssen besser“ mit Cher und Christina
Ricci, in Jim Jarmuschs Episoden-Kulthit „Night on Earth“
(1991) und in Francis Ford Coppolas bildgewaltigen Adaption von „Bram
Stokers Dracula“ (1992), in der sie sowohl als Mina Murray als auch Elisabeta
zu sehen war. Es folgte die Verfilmung von Isabel Allendes Bestseller „Das
Geisterhaus“ (1993) mit Antonio Banderas, Meryl Streep und Glenn
Close, Martin Scorseses Adaption von Edith Whartons Roman „Zeit
der Unschuld“ mit Michelle Pfeiffer und Daniel Day-Lewis. Ihre
Rolle brachte ihr einen Golden Globe als beste Nebendarstellerin sowie eine Oscar-Nominierung
ein.
Nach ihrer Rolle in Ben Stillers Komödie „Reality
Bites – Voll das Leben“ (1994) erhielt sie im selben Jahr eine weitere
Oscar-Nominierung für ihre Rolle als Jo in dem Drama „Betty und ihre
Schwestern“.
1996 spielte sie neben Daniel Day-Lewis und Joan
Allen die Hauptrolle in „Hexenjagd“, einer Adaption von Arthur
Millers Bühnenstück über die puritanische Hexenverfolgung in Salem. Ein
Jahr später verkörperte sie einen Androiden in dem erfolgreichen Horrorfilm „Alien
– Die Wiedergeburt“ (1997) an der Seite von Sigourney Weavers Ripley.
1998 war sie in Woody Allens „Celebrity – Schön. Reich. Berühmt.“
zu sehen, nachdem Drew Barrymore die Rolle abgelehnt hatte.
1999 spielte sie im Drama „Durchgeknallt“ eine Psychiatriepatientin
mit Borderline-Syndrom, basierend auf Susanna Kaysens autobiografischem
Roman. Der Film wurde zum Durchbruch für ihre Kollegin Angelina Jolie,
die mit einem Oscar ausgezeichnet wurde.
Im folgenden Jahr trat sie neben Richard Gere in „Es
begann im September“ auf, einer Romanze über die Liebe eines älteren Mannes
zu einer jüngeren Frau. Außerdem hatte sie einen Gastauftritt in der Komödie „Zoolander“
(2000). Im Oktober 2000 erhielt Ryder den Stern mit der Nummer 2165
auf dem Hollywood Walk of Fame.
2002 wurde die Komödie „Mr. Deeds“ (mit Adam
Sandler) ihr bislang größter finanzieller Erfolg, fiel aber bei den
Kritikern durch.
Nachdem sie 2002 wegen wiederholten Ladendiebstahls von
Kleidern im Wert von 5000 US-Dollar zu einer Bewährungszeit von drei Jahren und
einer Arbeitsauflage von 480 Stunden verurteilt worden war, zog sich Winona
Ryder aus der Öffentlichkeit zurück und kehrte erst ab 2006 wieder vermehrt auf
die Leinwand zurück. So war sie in Verfilmung von Philip K. Dicks Roman „A
Scanner Darkly“ an der Seite von Keanu Reeves, Robert Downey Jr. und
Woody Harrelson zu sehen, dann in J.J. Abrams‘ „Star Trek“
(2009). Sie trat zudem an der Seite von Robin Wright und Julianne
Moore in Rebecca Millers „Pippa Lee“ (2009) auf, außerdem
neben Natalie Portman und Mila Kunis in Darren Aronofskys „Black
Swan“ (2010). Darüber hinaus spielte sie die Hauptrolle in dem Fernsehfilm „When
Love Is Not Enough: The Lois Wilson Story“, was ihr Nominierungen für den Satellite
Award und den Screen Actors Guild Award einbrachte.
2011 war sie an der Seite von Vince Vaughn, Kevin James
und Jennifer Connelly in der Komödie „Dickste Freunde“ zu sehen.
Danach spielte sie in den Thrillern „The Iceman“ (2012) und „The
Letter“ (2012). In Tim Burtons „Frankenweenie“ (2012) lieh
sie der Figur Elsa Van Helsing ihre Stimme. In der Netflix-Serie „Stranger
Things“ verkörperte sie von 2016 bis 2025 die Hauptfigur Joyce Byers. 2023
spielt Ryder in Disneys „Haunted Mansion“ eine genervte
Museumsführerin.
2024 kehrte sie in Tim Burtons Sequel „Beetlejuice
Beetlejuice“ in der Rolle der inzwischen erwachsenen Lydia Deetz zurück,
die 36 Jahre nach der verhinderten Hochzeit mit dem Bio-Exorzisten Beetlejuice
noch immer von Visionen gepeinigt wird.
Filmografie:
1986: Lucas
1987: Square Dance
1987: AIDS Video Project (Dokumentarfilm)
1988: Beetlejuice
1988: Die Generation von 1969 (1969)
1988: Heathers
1989: Great Balls of Fire – Jerry Lee Lewis – Ein Leben für
den Rock’n’Roll (Great Balls of Fire!)
1990: Ein Mädchen namens Dinky (Welcome Home, Roxy
Carmichael)
1990: Edward mit den Scherenhänden (Edward Scissorhands)
1990: Meerjungfrauen küssen besser (Mermaids)
1993: Zeit der Unschuld (The Age of Innocence)
1993: Das Geisterhaus (The House of the Spirits)
1994: Reality Bites – Voll das Leben (Reality Bites)
1994: Die Simpsons (The Simpsons, Fernsehserie, Folge
6x02 Lisas Rivalin, Stimme)
1994: Betty und ihre Schwestern (Little Women)
1995: Ein amerikanischer Quilt (How to Make an American
Quilt)
1996: Run Off (Boys)
1996: Al Pacino’s Looking for Richard (Looking for
Richard)
1996: Hexenjagd (The Crucible)
1997: Alien – Die Wiedergeburt (Alien: Resurrection)
1998: Celebrity – Schön. Reich. Berühmt. (Celebrity)
1999: Durchgeknallt (Girl, Interrupted)
2000: Es begann im September (Autumn in New York)
2000: Lost Souls – Verlorene Seelen (Lost Souls)
2000: Strangers with Candy (Fernsehserie, Folge 3x10 Die
letzte Versuchung der Jerri Blank)
2001: Zoolander
2001: Friends (Fernsehserie)
2002: Mr. Deeds
2002: S1m0ne
2004: Das Herz ist eine hinterlistige Person (The Heart
Is Deceitful Above All Things)
2006: The Darwin Awards
2006: A Scanner Darkly – Der dunkle Schirm (A Scanner
Darkly)
2007: Das 10 Gebote Movie (The Ten)
2007: Sex and Death 101
2007: Welcome (Kurzfilm)
2009: The Informers
2009: Water Pills (Kurzfilm)
2009: Stay Cool – Feuer & Flamme (Stay Cool)
2009: Star Trek
2009: Pippa Lee (The Private Lives of Pippa Lee)
2010: When Love Is Not Enough: The Lois Wilson Story
(Fernsehfilm)
2010: Black Swan
2011: Dickste Freunde (The Dilemma)
2012: The Iceman
2012: The Letter
2012: Frankenweenie (Stimme)
2013: Homefront
2013–2014: Drunk History (Fernsehserie, 2 Folgen)
2014: Die Verschwörung – Tödliche Geschäfte (Turks &
Caicos)
2015: Experimenter
2015: Show Me a Hero (Miniserie, 4 Folgen)
2016–2025: Stranger Things (Fernsehserie, 41 Folgen)
2018: Destination Wedding
2020: The Plot Against America (Miniserie, 6 Folgen)
2020: Sarah Cooper: Everything’s Fine
2022: Gone in the Night
2023: Geistervilla (Haunted Mansion)
2024: Beetlejuice Beetlejuice
Playlist:
01. Jan A.P. Kaczmarek - Lost Souls (Lost Souls) - 02:54
02. Dave Grusin - Main Title (Lucas) - 02:43
03. David Newman - Petition Montage (Heathers) - 02:29
04. Danny Elfman - Main Titles/End Titles (Beetlejuice) - 03:43
05. Danny Elfman - The End (Edward Scissorhands) - 04:47
06. Thomas Newman - This Was My Intention (Welcome Home, Roxy Carmichael) - 02:29
07. Thomas Newman - Under the Umbrella (Little Women) - 03:41
08. Thomas Newman - An American Quilt (How to Make An American Quilt) - 03:37
09. Wojciech Kilar - Vampire Hunters (Bram Stoker's Dracula) - 03:07
10. Hans Zimmer - Pedro and Blanca (Das Geisterhaus) - 09:47
11. Gabriel Yared - Autumn Forever (Autumn In New York) - 03:39
12. Mychael Danna - Driving In the Rain (Girl, Interrupted) - 03:20
13. Elmer Bernstein - First Visit (The Age of Innocence) - 04:50
14. George Fenton - Taking Elizabeth (The Crucible) - 03:03
15. Kyle Dixon & Michael Stein - Hawkins (Stranger Things Vol. 1) - 05:00
16. David Arnold - Cemetary Hand-Model (Zoolander) - 05:24
17. Carter Burwell - Virtually Forever (S1M0NE) - 03:30
18. Christopher Young - Dysfunctional Everything (The Informers) - 03:09
19. William Ross - Afterlife Part 2 (Destination Wedding) - 03:46
20. Graham Reynolds - Strawberry Pie (A Scanner Darkly) - 04:04
21. Michael Giacchino - Nice to Meld You (Star Trek) - 03:13
22. Clint Mansell - A Swan Song (Black Swan) - 06:23
23. Mark Mancina - Haunted Mansion Opening Title (Haunted Mansion) - 03:59
24. Danny Elfman - The Attic (Beetlejuice Beetlejuice) - 03:21
25. John Frizzell - The Abduction (Alien: Resurrection) - 03:49
26. Wojciech Kilar - Dracula - The Beginning (Bram Stoker's Dracula) - 08:54
27. Hans Zimmer - The House of the Spirits (Das Geisterhaus) - 10:06


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