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Sonntag, 22. März 2026

Playlist #445 vom 22.03.2026 - PETER WEIR Special

Mit sechs Oscar-Nominierungen für seine Arbeiten an Filmen wie „Der Club der toten Dichter“, „Die Truman Show“ und „Der einzige Zeuge“ zählt Peter Weir zu den prominentesten australischen Filmemachern und wurde 2022 verdientermaßen mit einem Ehrenoscar für sein Lebenswerk ausgezeichnet. Da lag sein letzter Film „The Way Back“ (2010) bereits zwölf Jahre zurück. Grund genug, Peter Weir mit einer Retrospektive zu ehren. Schließlich hat er auch bei der Auswahl der Musik für seine Filme stets ein gutes Händchen bewiesen. In dieser Sendung gibt es neben der original für seine Werke komponierten Musik von Bruce Smeaton, Maurice Jarre, Iva Davis, Christopher Gordon, Hans Zimmer und Burkhard Dallwitz auch verwendete Tracks von Vangelis, Jean Michel Jarre, Philip Glass, Tomaso Albinoni, Beethoven und Mozart zu hören. 
Peter Weir wurde am 21. August 1944 in Sydney geboren und besuchte das Scots College und die Vaucluse Boys High School, bevor er an der Universität Sydney Kunst und Jura studierte. Sein Interesse am Film wurde durch die Begegnung mit Kommilitonen geweckt, darunter Phillip Noyce und die späteren Mitglieder des Sydneyer Filmkollektivs Ubu Films.
Nach seinem Universitätsabschluss Mitte der 1960er Jahre begann er beim Sydneyer Fernsehsender ATN-7 als Produktionsassistent für die bahnbrechende satirische Comedy-Sendung „The Mavis Bramston Show“. Während dieser Zeit drehte Weir mit den Einrichtungen des Senders seine ersten beiden experimentellen Kurzfilme „Count Vim's Last Exercise“ und „The Life and Flight of Reverend Buck Shotte“.
Bei der Commonwealth Film Unit drehte Weir mehrere Dokumentarfilme sowie einen Spielfilm.
Mit dem Kurzfilm „Three Directions in Australian Pop Music“ (1972) fasste Weir Konzertaufnahmen von drei der bedeutendsten Rockbands aus Melbourne jener Zeit zusammen: Spectrum, The Captain Matchbox Whoopee Band und Wendy Saddington. Weirs letzte größere Arbeit für die CFU befasste sich mit einem benachteiligten Vorort von Sydney, „Whatever Happened to Green Valley“ (1973). Dabei wurden die Bewohner eingeladen, eigene Filmsequenzen zu drehen.
Weirs erster großer Independentfilm war der Kurzfilm „Homesdale“ (1971), eine schräge schwarze Komödie. Für seinen nächsten, ersten abendfüllenden Spielfilm ließ sich Weir von einem Pressebericht inspirieren, den Weir über zwei junge Engländerinnen gelesen hatte, die während einer Autoreise in Frankreich verschwunden waren. „Die Autos, die Paris auffraßen“ (1974) war eine Low-Budget-Komödie um eine Stadt, die ihre Existenz der fragwürdigen, doch allgemein anerkannten Praxis verdankt, verunglückte Autos und ihre Insassen auszuschlachten, und überzeugte weniger durch komplex gezeichnete Figuren und einen dramatischen Plot, sondern durch ihre außergewöhnliche Ausgangsidee einer zutiefst amoralischen Gesellschaft, die ungeniert Gewinn aus dem Schaden anderer Leute zieht, und Peter Weirs ausdrucksstarke Bildsprache.
Der Film war in den Kinos nur mäßig erfolgreich, erfreute sich aber großer Beliebtheit in den damals florierenden Autokinos.
Mit diesem Film, zusammen mit dem früheren „Homesdale“, etablierte Weir das thematische Grundmuster, das sein gesamtes Schaffen prägte: Fast alle seine Spielfilme handeln von Menschen, die in eine Krise geraten, nachdem sie auf die eine oder andere Weise von der Gesellschaft isoliert wurden – sei es physisch („Der einzige Zeuge“, „Mosquito Coast“, „Die Truman Show“, „Master and Commander“), sozial/kulturell („Picknick am Hanging Rock“, „Die letzte Flut“, „Der Club der toten Dichter“, „Green Card“) oder psychisch („Fearless“).
Weirs großer Durchbruch in Australien und international gelang ihm mit dem opulenten, atmosphärischen Historienfilm „Picknick am Valentinstag“ (1975), der mit erheblicher Unterstützung der staatlich geförderten South Australian Film Corporation entstand und in Südaustralien und im ländlichen Victoria gedreht wurde. Basierend auf dem Roman von Joan Lindsay und angesiedelt um die Jahrhundertwende, erzählt der Film die angeblich wahre Geschichte einer Gruppe Schülerinnen eines exklusiven Mädcheninternats, die am Valentinstag 1900 auf mysteriöse Weise während eines Schulausflugs verschwinden. Der Film gilt weithin als Schlüsselwerk der australischen Filmrenaissance Mitte der 1970er-Jahre und war der erste australische Film seiner Zeit, der sowohl von der Kritik gefeiert als auch international in den Kinos gezeigt wurde.
Bereits im Prolog vermittelt Peter Weir seinem Publikum die Botschaft, dass bei einem Picknick am Valentinstag einige Mädchen spurlos verschwunden sind. Und trotzdem entfaltet die Geschichte eine Sogwirkung, die einfach grandios inszeniert ist. Die hypnotisch-flirrenden Bilder von Kameramann Russell Boyd („Forever Young“, „Master & Commander“) gehen mit den mystischen Panflötenklängen von Gheorghe Zamfir und dem verträumten Piano-Score von Bruce Smeaton eine stimmige Symbiose ein, die das Verschwinden der Mädchen wirklich zu einem übernatürlichen Ereignis werden lässt. Interessant kreiert Weir aber auch die Gegensätze zwischen der wilden, unberechenbaren Natur und den strengen Regeln in einem viktorianischen Mädcheninternat. Während die Frage nach dem Verbleib der Mädchen unbeantwortet bleibt, sind die darauffolgenden Ereignisse im Internat nur allzu vorhersehbar. Peter Weir gelingt es, die Geschehnisse hier und dort eindringlich miteinander zu verbinden.
Weirs nächster Film „Die letzte Flut“ (1977) war ein übernatürlicher Thriller über einen Mann, der von furchterregenden Visionen einer drohenden Naturkatastrophe heimgesucht wird. Der Film mit dem amerikanischen Schauspieler Richard Chamberlain in der Hauptrolle, der dem australischen und internationalen Publikum als Titelheld der beliebten Fernsehserie „Dr. Kildare“ bestens bekannt war, erzählt die Geschichte von Dr. Kildare. „Die letzte Flut“ war ein nachdenkliches, ambivalentes Werk, das die Themen von „Picknick am Valentinstag“ aufgriff und die Interaktionen zwischen der Kultur der Aborigines und der europäischen Kultur erforschte.
In erster Linie als Justizdrama ausgelegt, verlagert sich der Film zunehmend auf die Frage, inwieweit der weiße Anwalt auch die Gabe der Prophezeiung besitzt. Peter Weir hat die Problematik des Zusammenlebens zwischen den beiden Gesellschaftsformen ebenso subtil thematisiert wie die bedrohlichen Naturphänomene in Form von sintflutartigen Regenfällen, Hagelschauern und anderen typisch apokalyptischen Zeichen, wobei Richard Chamberlain überzeugend den skeptischen Beobachter darstellt.
Zwischen „Die letzte Flut“ und seinem nächsten Spielfilm schrieb und inszenierte Weir den ungewöhnlichen Low-Budget-Fernsehfilm „Wenn der Klempner kommt“ (1979). In den Hauptrollen waren die australischen Schauspieler Judy Morris und Ivar Kants zu sehen; die Dreharbeiten dauerten nur drei Wochen. Inspiriert von einer Erzählung von Freunden, ist es eine schwarze Komödie über eine Frau, deren Leben durch einen subtil bedrohlichen Klempner aus den Fugen gerät.
Mit seinem nächsten Film, dem historischen Abenteuerdrama „Gallipoli“ (1981), landete Weir einen großen australischen Erfolg und erntete weiteres internationales Lob. Das Drehbuch stammte vom australischen Dramatiker David Williamson; der Film gilt als Klassiker des australischen Kinos und trug maßgeblich dazu bei, Mel Gibson („Mad Max“) zum Superstar zu machen.
Peter Weir inszeniert den Großteil seines Dramas als ausgelassenen Abenteuerfilm, indem sich die Freunde, die sich freiwillig für den Einsatz australischer und neuseeländischer Truppen im Kampf gegen die mit den Nazis verbündeten Türken gemeldet haben, selbst bei ihren ersten Übungen in Ägypten noch lachend in die Arme fallen. Doch je näher die Geschosse der Türken an ihrem Gefechtsstand einschlagen, desto mehr wird ihnen der tödliche Ernst der Lage bewusst. Weir schürt ihr bewusst Ressentiments gegen die britischen Offiziere, die die australischen Truppen rücksichtslos gegen die gut in den Stellungen liegenden Türken verheizen. Auch wenn Weir damit über das Ziel hinausschießen mag, ist ihm mit „Gallipoli“ ein eindringliches Drama über eine Männerfreundschaft und die Sinnlosigkeit des Krieges gelungen, das zudem mit Jean-Michel Jarres Musik aus „Oxygene“ und das Tomaso Albinoni zugeschriebene „Adagio in g-Moll“ interessant vertont worden ist.
Der Höhepunkt von Weirs früher Karriere war die 6 Millionen Dollar teure multinationale Produktion „Ein Jahr in der Hölle“ (1982), in der erneut Gibson die Hauptrolle spielte, diesmal an der Seite von Hollywood-Star Sigourney Weaver. Der Film erzählt eine Geschichte über journalistische Loyalität, Idealismus, Liebe und Ehrgeiz im turbulenten Indonesien Sukarnos im Jahr 1965. Es handelte sich um eine Adaption des Romans von Christopher Koch, der teilweise auf den Erlebnissen von Kochs Bruder Philip, dem Journalisten Philip, beruhte. Philip war Jakarta-Korrespondent der ABC und einer der wenigen westlichen Journalisten in der Stadt während des Putschversuchs von 1965. Der Film brachte Linda Hunt (die im Film einen Mann spielte) einen Oscar als Beste Nebendarstellerin ein.
Der Film konzentriert sich nicht nur auf die romantische Beziehung, die sich zwischen dem Reporter und der Botschaftsangestellten anbahnt, sondern vor allem auf die Rolle, in der sich Hamilton selbst in dem ausbrechenden Bürgerkrieg sieht, ob er bereit ist, größere Opfer zu bringen, als es beispielsweise seine Kollegen tun, die sich allein auf die Berichterstattung aus sicherer Entfernung und diverse Ablenkungen beschränken. Allzu tief dringt das Drama dabei freilich nicht in die politischen Dimensionen des Bürgerkriegs ein. Vielmehr thematisiert Weir den immerwährenden universalen Konflikt zwischen (gesellschafts-)politischen Ereignissen und der Berichterstattung darüber.
Weirs erster amerikanischer Film war der erfolgreiche Thriller „Der einzige Zeuge“ (1985), der erste von zwei Filmen, die er mit Harrison Ford drehte. Er handelt von einem Jungen, der Zeuge des Mordes an einem verdeckten Polizisten durch korrupte Kollegen wird und sich daraufhin in seiner Amischen Gemeinde verstecken muss, um ihn zu schützen. Weir führte Regie bei Fords einziger Performance, die ihm eine Oscar-Nominierung einbrachte, während auch Kinderstar Lukas Haas für sein Filmdebüt viel Lob erhielt. „Der einzige Zeuge“ brachte Weir zudem seine erste Oscar-Nominierung als Bester Regisseur ein und war der erste von mehreren Filmen, die für den Oscar als Bester Film nominiert wurden – später gewann er zwei Oscars für den Besten Schnitt und das Beste Originaldrehbuch.
Es folgte der düsterere, weniger kommerzielle Film „Mosquito Coast“ (1986) nach einem Drehbuch von Paul Schrader („Taxi Driver“, „Katzenmenschen“), basierend auf Paul Theroux’ Roman.
„Mosquito Coast“ zeigt zunächst eine US-amerikanische Welt auf, die typisch für die westliche Zivilisation ist, eine Welt, in der Waren möglichst billig aus dem fernen Osten importiert werden und das Wohl des Einzelnen über dem der Gemeinschaft steht. Dass Allie Fox, dessen Erfindungen nur müde belächelt werden, weil sie keinen schnellen ökonomischen Nutzen bieten, dieser kapitalistischen Welt entfliehen möchte, lässt sich durchaus nachvollziehen. Interessant ist, dass er dieses Vorhaben so radikal und ohne Rücksicht auf die Bedürfnisse seiner Familie umsetzt und im tiefsten Dschungel den Eingeborenen das Leben noch luxuriöser bereiten möchte. Das verläuft natürlich nicht nach Plan, denn zum einen bekommt es Allie mit dem missionarischen Eifer eines Weißen zu tun, zum anderen mit rücksichtslosen Guerilla-Kämpfern, die Allies Errungenschaften drohen zunichtezumachen. Spätestens durch die Konfrontation mit dem Unwägbaren kippt die Stimmung, und Allie wird zum schwer erträglichen Tyrannen, unter dem vor allem seine Familie zu leiden hat. Weirs Fähigkeit und Faible, Eskapismus, Esoterik und Naturverbundenheit mit psychologischem Schrecken zu verbinden, wie er es in seinen in den 1970er Jahre entstandenen Filmen zum Ausdruck brachte, kommt auch in „Mosquito Coast“ zum Tragen.
Harrison Ford überzeugt dabei als leidenschaftlicher Kämpfer für die gute Sache, der allerdings über das Ziel hinausschießt, und die Konzentration auf die Dialoge, mit denen die Konflikte ausgetragen werden, machen „Mosquito Coast“ nicht gerade zugänglich. Doch als Drama, das den Kontrast zwischen Naturvölkern und vermeintlich fortschrittlichen Zivilisten zuspitzt, funktioniert der Film wunderbar.
Weirs nächster Film „Der Club der toten Dichter“ (1989) war ein internationaler Erfolg und präsentierte Robin Williams in der ungewohnten Rolle eines inspirierenden Lehrers in einer dramatischen Geschichte über Konformität und Rebellion an einem exklusiven Internat in Neuengland in den 1950er-Jahren. Der Film wurde für vier Oscars nominiert, darunter für den besten Film und die beste Regie. Er gewann den Oscar für das Beste Originaldrehbuch und verhalf den jungen Schauspielern Ethan Hawke und Robert Sean Leonard zum Durchbruch.
„Ich ging in die Wälder, denn ich wollte wohl überlegt leben. Intensiv leben wollte ich, das Mark des Lebens in mich aufsaugen, um alles auszurotten, was nicht lebend war. Damit ich nicht in der Todesstunde inne würde, dass ich gar nicht gelebt hatte.“ Diese Zeilen aus Henry David Thoreaus (1817–1862) Buch „Walden oder Leben in den Wäldern“ steht als Leitspruch für Peter Weirs „Der Club der toten Dichter“, der wunderbar aufzeigt, wie schwierig es ist, sich mit einer eigenen Persönlichkeit von der Masse abzuheben und ein Leben ganz nach seiner eigenen Bestimmung zu führen. Dabei bietet das Drama alles auf, was zur intellektuellen wie seelischen Ertüchtigung notwendig ist. Das fängt mit dem restriktiven, rückwärtsgewandten Internat an, das alles versucht, um die jungen Männer nach konservativen Werten und Tugenden zu formen, und Abweichungen von der Norm hart bestraft. Es genügt ein aufmerksamer, engagierter Freigeist im Lehrkörper, um die starren Bahnen des Lehrstoffs aufzubrechen und das individuelle Potenzial seiner Schüler freizulegen und zu fördern. Das gelingt bei den selbstbewussten Neil und Knox nahezu augenblicklich, bei dem schüchternen Todd braucht es schon stete Ermunterung, bis auch er aus dem Schatten seines Bruders, der zu den besten Absolventen von Welton gehört, heraustreten und für sich selbst sprechen kann. Das Oscar-prämierte Drehbuch von Tom Schulman wartet mit einer Menge stimulierender Gedichte der großen Romantiker auf, lässt den „Club der toten Dichter“ zu einer eingeschworenen Gemeinschaft werden und darf als Plädoyer für eine Ausbildung jenseits konventioneller Lehranstalten verstanden werden, um die Persönlichkeit zu formen. Auch wenn hier etwas oberflächlich in Schweißweiß-Kategorien gedacht wird, fasziniert Weirs Drama als Hommage an die großen romantischen Dichter und die Kraft der Poesie. Das ist wunderbar fotografiert und adäquat mit dem fesselnden Score von Maurice Jarre („Fearless – Jenseits der Angst“, „Lawrence von Arabien“) untermalt.

Weirs „Green Card“ (1990) brachte ihm für sein Original-Drehbuch eine Oscar-Nominierung ein und präsentiert eine an sich klassische RomCom vor einem ungewöhnlichen Hintergrund und spielt mit seinem Humor ganz auf die kulturellen, aber auch persönlichen Unterschiede zwischen seinen beiden Protagonisten ab. Während Gérard Depardieu („Camille Claudel“, „Cyrano De Bergerac“) in seiner ersten Hollywood-Arbeit sich sichtlich wohl in der Rolle des temperamentvollen Franzosen fühlt, verleiht Andie MacDowell („… und täglich grüßt das Murmeltier“, „Vier Hochzeiten und ein Todesfall“) ihrer spröden Figur die nötige Portion sinnlichen Charme, um sie für Georges attraktiv zu machen und auch das Publikum für sich einzunehmen. Das gelingt Brontë nämlich weniger durch ihr soziales Engagement für benachteiligte Kinder in den Slums, für die sie mit Phil, seinen Freunden und den Kindern Gärten in Hinterhöfen anlegt, sondern eher durch ihre zurückhaltende Art, mit denen sie ihre Vorurteile gegen den forschen Franzosen mit Leidenschaft fürs Kochen allmählich ablegt – ebenso wie Georges mit der Zeit feststellen muss, dass er durch Brontë ein Gefühl für Heimat entwickelt. Zwar bedient sich Peter Weir („Die Truman Show“, „Master and Commander“) der üblichen Klischees bei der Völkerverständigung, doch findet er stets amüsante und wenig aufgesetzte Varianten, damit zu spielen und sie so wirklich komisch wirken zu lassen. Auch wenn die Story und Inszenierung ganz auf die beiden charismatischen Hauptdarsteller ausgelegt ist, überzeugen auch der übrige Cast in oft nur wenig ausdifferenzierten Nebenrollen, vor allem aber der reduziert arrangierte, sehr melodische Score von Hollywood-Star Hans Zimmer („Gladiator“, „Hannibal“).
„Fearless – Jenseits der Angst“ (1993) kehrte zu düstereren Themen zurück und zeigte Jeff Bridges in der Rolle eines Mannes, der nach einem schweren Flugzeugabsturz glaubt, unbesiegbar zu sein.
Nach einem Drehbuch von Rafael Yglesias („From Hell“, „Dark Water – Dunkle Wasser“), der auch für die Romanvorlage verantwortlich gewesen ist, inszenierte Peter Weir ein Drama rund um dramatische Nahtoderfahrungen. Dabei beleuchtet er nicht nur die Auswirkungen eines traumatischen Flugzeugabsturzes auf die betroffenen Passagiere, sondern auch ihr Umfeld, das sich auf Anwälte auf der Jagd nach Schadensersatzansprüchen ebenso erstreckt wie auf Therapeuten und vor allem Familienangehörige. Die Randfiguren wie der von John Turturro („Barton Fink“, „Quiz Show“) gespielte Therapeut und der von Tom Hulce („Amadeus“, „Eine Wahnsinnsfamilie“) verkörperte Rechtsanwalt reißen die Aspekte der psychologischen Betreuung und der juristischen Konsequenzen aus einem solchen Unglück aber nur an, zudem können weder Turturro noch Hulce ihren Rollen überzeugend Profil verleihen. Da auch Isabella Rossellini („Blue Velvet“, „Seitensprünge“) als Max‘ Frau unterfordert bleibt, liegt es allein an Jeff Bridges („The Big Lebowski“, „König der Fischer“) und Rosie Perez („Night on Earth“, „Real Love“), dem Drama emotionales Gewicht zu verleihen. Peter Weir bleibt in seiner Inszenierung dicht an den Figuren, hebt die Betroffenheit, Hilflosigkeit und Sorge der Angehörigen ebenso hervor wie die öffentliche Aufmerksamkeit und das Gefühl der Überlebenden, eine Grenze überschritten zu haben. Beim etwas überdramatisierten Finale mögen sich zwar die Geister scheiden, doch insgesamt ist Weir vor allem dank seiner hervorragenden Hauptdarsteller und der eigenen feinsinnigen Inszenierungskunst ein starkes Drama gelungen, das einmal mehr von Maurice Jarre angenehm unaufdringlich vertont worden ist.
Nach fünf Jahren kehrte Weir mit seinem bis dato größten Erfolg zurück: „Die Truman Show“ (1998), eine Fantasy-Satire über die Kontrolle des Lebens durch die Medien mit Jim Carrey in der Hauptrolle. „Die Truman Show“ war sowohl an den Kinokassen als auch bei den Kritikern ein Erfolg und erhielt positive Kritiken sowie zahlreiche Auszeichnungen, darunter drei Oscar-Nominierungen: für Andrew Niccol (Bestes Originaldrehbuch), Ed Harris (Bester Nebendarsteller) und Weir selbst (Beste Regie).
Der von Jim Carrey verkörperte Versicherungsangestellte Truman weiß nicht, dass er seit seiner Geburt vor dreißig Jahren der Star der höchst erfolgreichen Serie „The Truman Show“ ist, in der er – unwissentlich – der Star ist und die von Christof (Ed Harris) produziert wird. Seine Frau, die immer wieder ausgewählte Produkte in die Kamera hält und anpreist (und mit dem Product Placement die Finanzierung der Show sicherstellt) ist ebenso eingeweiht wie Trumans bester Kumpel Marlon (Noah Emmerich). Während Truman vergeblich versucht, die Stadtgrenzen zu überqueren, wird er immer öfter Zeuge von mysteriösen Zufällen wie Regengüsse, die nur ihn treffen, oder Fahrstühle, hinter denen sich Menschen verbergen. Christof versucht natürlich, mit allen Mitteln Trumans Nachforschungen zu unterbinden, damit die Show wie gewohnt weiterlaufen kann…
Mit seinem Drehbuch für „Die Truman Show“ geht Andrew Niccol („Gattaca“, „S1m0ne“) dem vor allem philosophisch interessanten Gedankengang nach, inwiefern wir wirklich sind, wer wir zu sein glauben, und wie real ist die Welt, in der wir leben. Was ist Konstrukt, was Wirklichkeit? „Die Truman Show“ ist allerdings alles andere als schwer verdauliche Gehirnkost. Zwar wird früh offenbart, dass Trumans Leben sich in aller Öffentlichkeit abspielt, wenn es 24 Stunden lang, siebe Tage die Woche von 5000 Kameras eingefangen und live in die Wohnstuben der Fernsehzuschauer übertragen wird, doch die Story ist ganz auf Truman abgestimmt und seine Wahrnehmung seiner Umgebung, seine Erinnerungen an den tragischen Tod seines Vaters, aber auch an die geheimnisvolle Schöne, die er auf den Fidschi-Inseln aufspüren will. Peter Weir verwebt Trumans Eindrücke aber immer wieder mit Szenen aus dem Kontrollraum des Studios, wo Christof und sein Team jederzeit gegensteuern können, wenn eine Sache aus dem Ruder zu laufen droht, Truman also mitbekommt, dass sein Leben nur das Konstrukt eines Fernsehproduzenten ist. Allzu tief steigt der Film aber nicht in die philosophische Betrachtung ein, sondern lässt Jim Carrey immer wieder die Möglichkeit, sein komisches Talent auszuspielen, ohne sich zum Affen zu machen. Interessant ist, wie echt seine Umgebung wirkt, so dass man als Zuschauer nicht umhinkommt, darüber nachzudenken, wie es wäre, wenn man selbst in einer konstruierten Welt aufwächst, und wie stark die eigene Identität überhaupt ausgeprägt sein kann, wenn die äußere Umgebung so manipulativ um einen herum errichtet worden ist. Peter Weir findet die richtige Balance zwischen Drama und Komödie, zwischen leichtem und nachdenklichem Ton, wobei Jim Carrey durch einen hervorragenden Cast ergänzt wird.
2003 kehrte Weir mit „Master and Commander – Bis ans Ende der Welt“ mit Russell Crowe in der Hauptrolle zum Historiendrama zurück. Die Verfilmung verschiedener Episoden aus Patrick O’Brians erfolgreicher Abenteuerserie, die während der Napoleonischen Kriege spielt, wurde von der Kritik gut aufgenommen, erzielte beim breiten Publikum jedoch nur mäßigen Erfolg. Der Film wurde für den Oscar als Bester Film nominiert und gewann zwei Oscars – für die Kameraarbeit seines langjährigen Mitarbeiters Russell Boyd und für den Tonschnitt.
Weir präsentiert dagegen einen klassischen Abenteuerfilm vor dem historischen Hintergrund von Napoleons Bemühungen, die Welt zu erobern. Nur mit den nötigsten Informationen über die H.M.S. Surprise und ihre Mission in einer Texteinblendung versehen, startet der Film direkt auf dem Schiff und einer möglichen Sichtung eines feindlichen Schiffes im Nebel. Fortan fangen Weir und sein Hauskameramann Russell Boyd das hektische Treiben auf engstem Raum auf und unter Deck ein, wobei sich Aubrey als gewiefter Taktiker erweist, der geschickt Möglichkeiten entwickelt, es mit einem größeren, mannstärkeren und schnelleren Schiff aufzunehmen. Die Jagd nach der Acheron bildet den dramaturgischen Faden der Geschichte, aber Weir bleibt ausnahmslos bei der Crew der Surprise, womit das Publikum vertrauter mit den tragenden Figuren der Handlung wird. Besonders ergreifend ist das Schicksal des jungen Fähnrichs Blakeney (Max Pirkis), dem im Laudanum-Rausch ein Arm amputiert wird, der aber aufgeweckt genug ist, um Maturin bei seinen Forschungen zu assistieren. Einmal mehr befasst sich Weir mit einem Mann, der entscheiden muss, inwieweit er über das Schicksal seiner ihm anvertrauten Männer bestimmen kann - die eigentlich nur nach Hause wollen -, denn sein Ehrgeiz, die Mission zu erfüllen, treibt ihn dazu an, auch Versprechen seinem Freund gegenüber zu brechen. Das aufwändig inszenierte See-Abenteuer fesselt mit dramatischer Action und für das Genre ungewohnt starken Dialogen. Mit Russell Crowe („Gladiator“, „A Beautiful Mind“) und Paul Bettany („Creation“, „Legion“) stehen zudem zwei gut aufeinander abgestimmte Darsteller im Zentrum, die die Story mühelos tragen.
In den 2000er-Jahren entwickelte Weir mehrere weitere Projekte, die jedoch nie realisiert wurden, darunter eine Adaption von „The War Magician“ mit Tom Cruise, eine Adaption von Robert Kursons Roman „Shadow Divers“, frühe Entwicklungsphasen eines geplanten „Shantaram“-Films mit Johnny Depp in der Hauptrolle sowie eine Adaption von William Gibsons Science-Fiction-Roman „Pattern Recognition“.
Peter Weir hat 2010 mit „The Way Back“ die 1952 erschienenen Memoiren des polnischen Gulag-Insassen Slavomir Rawicz verfilmt und beschreibt mit seinem packenden Epos die abenteuerliche, wenn auch historisch nicht unumstrittene Flucht einer ungleichen Schicksalsgemeinschaft über 6.500 Kilometer von Sibirien nach Indien. Ähnlich wie schon mit seinen Filmen „Die Truman Show“, „Ein Jahr in der Hölle“ oder „Der Club der toten Dichter“ lässt Weir seine Protagonisten ihre vertraute Welt verlassen, damit sie unter größten Entbehrungen ihre Freiheit finden und sich dabei von gesellschaftlichen Fesseln befreien. „The Way Back“ fängt zunächst Stalins skrupelloses Bestreben ein, den Kommunismus in die Welt zu tragen, präsentiert die unmenschlichen Zustände im sibirischen Strafgefangenenlager und nimmt sich dann sehr viel Zeit, die zigtausend Meilen andauernde Wanderung der Schicksalsgemeinschaft aus verschiedenen Ländern Richtung Süden in die Freiheit zu schildern. Weirs versierter Stammkameramann Russell Boyd fängt dabei die klaustrophobische, von Gewalt geprägte Atmosphäre im Straflager ebenso gekonnt ein wie die unterschiedlichen Landstriche. Mit wundervollen Landschaftsaufnahmen sengend heißer Wüsten und schneebedeckter Berge wartet „The Way Back“ mit interessanten Kontrasten auf, die sich in den unterschiedlichen Persönlichkeiten in der Truppe widerspiegeln. Weir verzichtet dabei auf übertriebenes Pathos, melodramatische Musik und große Gesten. Er bleibt dicht bei seinen Figuren, stellt ihre Ängste, aber vor allem ihren Überlebenswillen in den Mittelpunkt seines angenehm konventionell inszenierten Dramas, in dem gestandene Mimen wie Ed Harris, Mark Strong und Colin Farrell ebenso überzeugen wie die junge Saoirse Ronan und die Schar unbekannter osteuropäischer Darsteller.
2012 wurde berichtet, dass Weir im folgenden Jahr sein eigenes Drehbuch zu Jennifer Egans Gothic-Thriller „The Keep“ verfilmen und in Europa drehen würde. Weir beschrieb das Projekt als „im Grunde … einen Studiofilm“. Im Laufe der Jahre wurde er jedoch, ohne dass dies offiziell bekannt gegeben wurde, zunehmend als „im Ruhestand“ bezeichnet.
Nachdem ihm 2022 der Ehrenoscar für sein Lebenswerk zuerkannt wurde, bestätigte er in einem seiner seltenen Interviews seinen Ruhestand.
„Für Filmregisseure gibt es, wie für Vulkane, drei Hauptstadien: aktiv, ruhend und erloschen. Ich glaube, ich habe das letztere erreicht! Eine neue Generation ruft schon ‚Action‘ und ‚Cut‘ – viel Glück!“ Er berichtete, dass er seinen Ruhestand mit Besuchen antiker Ruinen und Schlachtfelder sowie mit Tauchgängen zu den Schiffswracks aus dem Zweiten Weltkrieg in der Truk-Lagune verbracht habe.
Im Jahr 2024 erhielt er auch auf den Filmfestspielen von Venedig einen Ehrenpreis für sein Lebenswerk.

Filmografie:

1971: Three to Go
1971: Homesdale
1973: Whatever Happened to Green Valley? (Dokumentarfilm)
1974: Die Autos, die Paris auffraßen (The Cars That Ate Paris)
1975: Picknick am Valentinstag (Picnic at Hanging Rock)
1977: Die letzte Flut (The Last Wave)
1979: Wenn der Klempner kommt (The Plumber)
1981: Gallipoli
1982: Ein Jahr in der Hölle (The Year of Living Dangerously)
1985: Der einzige Zeuge (Witness)
1986: Mosquito Coast
1989: Der Club der toten Dichter (Dead Poets Society)
1990: Green Card – Schein-Ehe mit Hindernissen (Green Card)
1993: Fearless – Jenseits der Angst (Fearless)
1998: Die Truman Show (The Truman Show)
2003: Master and Commander – Bis ans Ende der Welt (Master and Commander: The Far Side of the World)
2010: The Way Back – Der lange Weg (The Way Back)
 

Playlist: 

01. Gheorge Zamfir - Doina Sus Pe Culmea Dealului (Picnic at Hanging Rock) - 04:08 
02. Jean Michel Jarre - Oxygene - Part II (Gallipoli) - 08:08 
03. Vangelis - L'Enfant (The Year Living Dangerously) - 05:02 
04. Maurice Jarre - Keating's Triumph (Dead Poets Society) - 05:59 
05. Bruce Smeaton - Ascent Theme (Picnic at Hanging Rock) - 04:22 
06. Edvard Grieg - Peer Gynt Suite No. 1, Op. 46: II. The Death of Ase (The Plumber) - 04:32 
07. Maurice Jarre - Kwan (The Year Living Dangerously) - 07:06 
08. Maurice Jarre - Futility Of An Inside Job / Delerious John (Witness) - 03:08 
09. Jean Michel Jarre - Oxygene - Part IV (Gallipoli) - 04:14 
10. Maurice Jarre - Allie's Theme (Mosquito Coast) - 08:11 
11. Kronos Quartet & Dumisani Maraire - Mai Nozipo (Fearless) - 06:58 
12. Gheorge Zamfir - Doina Lui Petru Unc (Picnic at Hanging Rock) - 04:03 
13. Brian Bennett - Darkside (The Plumber) - 02:54 
14. Tomaso Albinoni - Adagio Per Archi E Organo In Sol Minore (Gallipoli) - 05:50 
15. Wolfgang Amadeus Mozart - Clarinet Concerto In A Major: Adagio (Green Card) - 08:37 
16. Philip Glass - Anthen - Part 2 (The Truman Show) - 03:49 
17. Burkhard Dallwitz - Underground / Storm (The Truman Show) - 03:37 
18. Iva Davies, Christopher Gordon & Richard Tognetti - The Far Side of the World (Master and Commander: The Far Side of the World) - 09:19 
19. Hans Zimmer - Instinct (Green Card) - 03:33 
20. Burkhard Dallwitz - Tibet (The Way Back) - 05:26 
21. Ludwig van Beethoven - Piano Concerto No. 5 (Op. 73) - Adagio Un Poco Mosso (Picnic at Hanging Rock) - 08:53

Freitag, 18. März 2022

Playlist #341 vom 27.03.2022 - R.I.P. WILLIAM HURT (1950-2022)

Die Filmwelt trauert um William Hurt. Vor allem in den 1980er Jahren war William Hurt in preisgekrönten Hollywood-Filmen zu sehen. Für seine Rolle als Homosexueller in „Kuss der Spinnenfrau“ (1985) erhielt er gleich einen Oscar als bester Hauptdarsteller und darauf gleich zwei weitere Nominierungen. Unvergesslich sind seine Darstellungen in Filmen wie „Höllentrip“, „Gorky Park“, „Gottes vergessene Kinder“, „Broadcast – Nachrichtenfieber“, „Die Reisen des Mr. Leary“ und „A History of Violence“. Am 13. März 2022 verstarb der versierte Darsteller im Alter von 71 Jahren an den Folgen einer Krebserkrankung. 
Der am 20. März 1950 in Washington, D.C., geborene William Hurt ist nach der Scheidung seiner Eltern im Alter von zwölf Jahren auf das Internat Middlesex School in Massachusetts geschickt worden, wo er durch einen Lehrer ermutigt wurde, an Schultheaterstücken mitzuwirken. Allerdings führte Hurts Weg zunächst zu einem Studium der Theologie an der Tufts University, bevor er sich ernsthaft der Schauspielerei zuwandte und zusammen mit Christopher Reeve und Robin Williams an der Juilliard School unter John Houseman die Schauspielausbildung absolvierte, nachdem diese drei als einzige Bewerber aus dem Jahrgang 1973 die Aufnahmeprüfung bestanden hatten. 
Hurt feierte zunächst erste Erfolge bei Off-Broadway-Aufführungen, war seit 1977 Mitglied der Circle Repertory Company und kehrte trotz seiner Hollywood-Karriere immer wieder auf die Theaterbühne zurück, wo er bei einigen Shakespeare-Stücken mitwirkte und für seine Hauptrolle an der Seite von Sigourney Weaver in David Rabes schwarzer Komödie „Hurlyburly“ 1985 mit einer Nominierung für den Tony Award belohnt wurde. 
Nach Auftritten in Fernsehserien wie „Einsatz in Manhattan“, „Menschen in Manhattan“ und „Great Performances“ bekam er in Ken Russells Science-Fiction-Thriller „Der Höllentrip“ (1980) gleich die Hauptrolle eines Harvard-Wissenschaftlers, der an sich selbst Experimente mit einem halluzinatorischen Medikament in einer Isolationskammer durchführt. Anschließend verkörperte er in Lawrence Kasdans Erotik-Thriller „Heißblütig – Kaltblütig“ (1981) einen Anwalt, der in die Fänge einer von Kathleen Turner gespielten Femme fatale gerät. Unter Kasdan verkörperte Hurt 1983 in „Der große Frust“ einen Drogendealer, in Michael Apteds Polit-Thriller „Gorky Park“ einen Moskauer Polizisten, der bei seinen Ermittlungen zu einem dreifachen Mord auf eine internationale Verschwörung stößt. 
Seine erfolgreichste Zeit erlebte Hurt bereits Mitte der 1980er Jahre, als er zunächst für seine Rolle als schwuler Gefangener in Hector Babencos Drama „Kuss der Spinnenfrau“ seinen ersten und einzigen Oscar gewann. Aber auch seine Darbietungen in Randa Haines‘ Liebesdrama „Gottes vergessene Kinder“ (1986) und James L. Brooks‘ komödiantisches Drama „Broadcast News – Nachrichtenfieber“ (1987) brachten Hurt jeweils eine Oscar-Nominierung ein. Nachdem Lawrence Kasdan ihn auch in seinem nächsten Film „Die Reisen des Mr. Leary“ (1988) besetzt hatte, war Hurt in den 1990er Jahren in so unterschiedlichen Werken wie Woody Allens Drama „Alice“ (1990), Wim Wenders Science-Fiction-Drama „Bis ans Ende der Welt“ (1991), Wayne Wangs komödiantisches Drama „Smoke - Raucher unter sich“ (1995), Alex Proyas‘ Fantasy-Drama „Dark City“ (1998), Stephen Hopkins‘ Familien-Abenteuer „Lost In Space“ (1998) und István Szabós Liebesdrama „Sunshine – Ein Hauch von Sonnenschein“ (1999) zu sehen. 
In den 2000er Jahren war Hurt meist nur noch in Nebenrollen wie Steven Spielbergs Science-Fiction-Drama „A.I. – Künstliche Intelligenz“ (2001), M. Night Shyamalans Mystery-Thriller „The Village“ (2004), Sean Penns Road Movie „Into the Wild“ (2007) und Ridley Scotts Abenteuer-Drama „Robin Hood“ (2010) zu sehen. Seine vierte Oscar-Nominierung erhielt Hurt als skrupelloser Gangster-Boss in David Cronenbergs „A History of Violence“ (2005). 
Seit 2008 verkörperte Hurt den General Thaddeus im Marvel Cinematic Universe – von „Der unglaubliche Hulk“ über „The First Avenger: Civil War“, „Avengers: Infinity War“ und „Avengers: Endgame“ bis zu „Black Widow“. Außerdem war er in wiederkehrenden Rollen in den Fernsehserien „Dune – Der Wüstenplanet“, „Damages – Im Netz der Macht“, „Goliath“ und „Condor“ zu sehen. 
 
Filmographie:
1977: Kojak – Einsatz in Manhattan (Kojak; Fernsehserie, 2 Folgen) 
1980: Der Höllentrip (Altered States) 
1981: Heißblütig – Kaltblütig (Body Heat) 
1981: Der Augenzeuge (Eyewitness) 
1983: Gorky Park 
1983: Der große Frust (The Big Chill) 
1985: Kuß der Spinnenfrau (Kiss of the Spider Woman) 
1986: Gottes vergessene Kinder (Children of a Lesser God) 
1987: Nachrichtenfieber – Broadcast News (Broadcast News) 
1988: Die Reisen des Mr. Leary (The Accidental Tourist) 
1990: Ich liebe Dich zu Tode (I Love You to Death) 
1990: Alice 
1991: Bis ans Ende der Welt 
1992: Die Pest (La peste) 
1991: Der Doktor – Ein gewöhnlicher Patient (The Doctor) 
1993: Mr. Wonderful 
1994: Die Geschworene – Verurteilt zur Angst (Trial by Jury) 
1995: Smoke 
1996: Eine Couch in New York (A Couch in New York) 
1996: Jane Eyre 
1996: Michael 
1998: Familiensache (One True Thing) 
1998: Dark City 
1998: Wunsch & Wirklichkeit (The Proposition) 
1998: Lost in Space 
1999: The 4th Floor – Haus der Angst (The 4th Floor) 
1999: Die Akte Romero (The Big Brass Ring) 
1999: Ein Hauch von Sonnenschein (Sunshine) 
1999: Do Not Disturb 
2000: Der Mann der 1000 Wunder (The Miracle Maker – The Story of Jesus) 
2000: Bei Berührung Tod (The Contaminated Man) 
2000: Dune – Der Wüstenplanet (Frank Herbert’s Dune, Fernseh-Miniserie) 
2001: A.I. – Künstliche Intelligenz (Artificial Intelligence: AI) 
2001: Rare Birds – Selten schräge Vögel! (Rare Birds) 
2001: Varian’s War – Ein vergessener Held (Varian’s War) 
2002: King of Queens (The King of Queens, Fernsehserie, Folge 4×25 Psycho-Kisten) 
2002: Spurwechsel (Changing Lanes) 
2002: Dem Paradies ganz nah (Au plus près du paradis) 
2002: Bis in alle Ewigkeit (Tuck Everlasting) 
2004: The Village – Das Dorf (The Village) 
2004: Das Geheimnis des blauen Schmetterlings (The Blue Butterfly) 
2005: Jagd nach Gerechtigkeit (Hunt for Justice) 
2005: A History of Violence 
2005: Syriana 
2005: Das 11. Gebot (The King) 
2005: Neverwas 
2006: Der gute Hirte (The Good Shepherd) 
2006: Nightmares & Dreamscapes (Fernsehminiserie, Folge 1×01 Schlachtfeld) 
2007: Mr. Brooks – Der Mörder in Dir (Mr. Brooks) 
2007: Into the Wild 
2007: Noise – Lärm! (Noise) 
2008: Das gelbe Segel (The Yellow Handkerchief) 
2008: 8 Blickwinkel (Vantage Point) 
2008: Der unglaubliche Hulk (The Incredible Hulk) 
2009: Die Gräfin (The Countess) 
2009: Die Mandela-Verschwörung (Endgame) 
2009: Damages – Im Netz der Macht (Damages, Fernsehserie, 10 Folgen) 
2010: The River Why 
2010: Robin Hood 
2011: Moby Dick (Fernsehzweiteiler) 
2011: Late Bloomers 
2011: Too Big to Fail – Die große Krise (Too Big to Fail) 
2013: Seelen (The Host) 
2013: Bonnie & Clyde (Fernsehfilm) 
2013: The Challenger 
2014: Winter’s Tale 
2014: Das Verschwinden der Eleanor Rigby (The Disappearance of Eleanor Rigby: Them) 
2015: Humans (Fernsehserie) 
2016: The First Avenger: Civil War (Captain America: Civil War) 
2016: Zeit für Legenden (Race) 
2016–2021: Goliath (Fernsehserie, 14 Folgen) 
2018: Avengers: Infinity War 
2018: The Miracle Season 
2018–2020: Condor (Fernsehserie, 11 Folgen) 
2019: Avengers: Endgame 
2019: The Last Full Measure 
2021: Black Widow 
2022: The King’s Daughter 

Playlist: 

1. John Corigliano - Love Theme (Altered States) - 03:40 
2. James Newton Howard - End Credits (The Village) - 05:49 
3. Cliff Eidelman - Reconciliation (One True Thing) - 04:14 
4. Ennio Morricone - Jack, A Soldier's Prayer (A Time of Destiny) - 03:48 
5. John Williams - A.I. Theme (A.I. Artificial Intelligence) - 04:06 
6. John Barry - I'm Weak (Body Heat) - 03:25 
7. Michael Convertino - Forgiveness/Winter Into Spring (Children Of A Lesser God) - 04:06 
8. Howard Shore - The Return (A History Of Violence) - 04:37 
9. John Williams - Macon Alone (The Accidental Tourist) - 04:46 
10. Simon Boswell - In an Ideal World (Second Best) - 04:12 
11. Bill Conti - Young Jane/Main Title (Broadcast News) - 02:44 
12. Joseph Metcalfe - New Quarters (The King's Daughter) - 02:00 
13. Graeme Revell - Harmonica III (Until The End Of The World) - 03:42 
14. Graeme Revell - Paul Reigns (Dune) - 03:37 
15. Stephen Endelman - The Conception (The Proposition) - 03:59 
16. Brian Tyler - End Titles (The 4th Floor) - 05:19 
17. Lorne Balfe - A Sister Says Goodbye (Black Widow) - 04:14 
18. Craig Armstrong - Rocinha Favela (The Incredible Hulk) - 03:11 
19. Atli Örvarsson - Clockwork (Vantage Point) - 05:08 
20. Marcelo Zarvos & Bruce Fowler - Day Of The Locusts (The Good Shepherd) - 04:41 
21. Marcelo Zarvos - Beijing (Too Big To Fail) - 05:01 
22. Maurice Jarre - The Sonnenscheins (Sunshine) - 05:10 
23. Austin Wintory - Curious Eddy (The River Why) - 06:20 
24. David Arnold - Changing Lanes, Part 25 (Changing Lanes) - 02:27 
25. Alexandre Desplat - Beirut Taxi (Syriana) - 03:46 
26. Michael Brook - Carte Noir (Into the Wild) - 03:03 
27. Philip Glass - First Patient (Neverwas) - 03:58 
28. Bruce Broughton - Lost In Space (Lost In Space) - 03:32 
29. Trevor Jones - Main Title (Dark City) - 07:08

Samstag, 16. Juni 2018

Playlist #243 vom 24.06.2018 - ROGER DEAKINS Special

Der britische Kameramann Roger Deakins zählte bislang zu den brillanten Filmschaffenden in Hollywood, die für ihre außergewöhnliche Arbeit zwar immer wieder an Oscar-prämierten Filmen mitwirken und auch selbst für die prominente Auszeichnung nominiert worden sind, aber einfach nicht auf das Siegertreppchen steigen dürfen. Seit seiner ersten Oscar-Nominierung für die Stephen-King-Verfilmung „Die Verurteilten“ im Jahre 1995 hat es Deakins auf unglaubliche dreizehn Nominierungen gebracht, bis er in diesem Jahr beim vierzehnten Versuch verdientermaßen den Oscar für seine Arbeit an Denis Villeneuves „Blade Runner 2049“ erhielt.

Der am 24. Mai 1949 in englischen Torquay geborene Roger Deakins studierte zunächst Grafikdesign, entdeckte dann seine Liebe zur Fotografie und studierte an der National Film and Television School in London. Mitte der 1970er Jahre begann er vor an Dokumentationen und beim Fernsehen zu arbeiten, bis er 1984 seinen Kinoeinstand mit Michael Radfords Adaption des George-Orwell-Klassikers „1984“ feiern durfte. Radford engagierte Deakins drei Jahre später auch für sein Mystery-Krimi-Drama „Die letzten Tage in Kenya“, ehe die Coen-Brüder auf ihn aufmerksam wurden.
Nach „Barton Fink“ (1991) und „Hudsucker – Der große Sprung“ (1994) resultierte aus der dritten gemeinsamen Zusammenarbeit bei „Fargo“ (1996) Deakins zweite Oscar-Nominierung. Seither ließen die Coen-Brüder ihre Filme „The Big Lebowski“ (1998), „Ein (un)möglicher Härtefall“ (2003), „Ladykillers“ (2004), „No Country For Old Men“ (2007), „True Grit“ (2010) und „Hail, Caesar!“ (2016) von Deakins bebildern. Aber auch mit den Regisseuren Sam Mendes („Jarhead“, „Zeiten des Aufruhrs“, „James Bond 007 – Skyfall“) und Denis Villeneuve („Prisoners“, „Sicario“, „Blade Runner 2049“) arbeitet Deakins regelmäßig zusammen.
Deakins wurde vor allem von Jean-Pierre Melville, Andrei Tarkovsky, Akira Kurosawa, Kenji Mizoguchi und Luchino Visconti beeinflusst. Melvilles „Armee im Schatten“ (1969) ist für ihn der größte Film überhaupt. Deakins war als Kameramann für immerhin an sieben Filmen tätig, die als „Bester Film“ für einen Oscar nominiert wurden: „Die Verurteilten“ (1994), „Fargo“ (1996), „A Beautiful Mind“ (2001), „No Country For Old Men“ (2007), „Der Vorleser“ (2008), „A Serious Man“ (2009) und „True Grit“ (2010), wovon „A Beautiful Mind“ und „No Country For Old Men“ auch als Sieger hervorgingen.
Ein ähnlich hartes Los im Rennen um die Oscars teilt übrigens Komponist Thomas Newman, der wie Deakins auch für „Die Verurteilten“ seine erste Nominierung für einen Academy Award erhielt und mittlerweile auf ebenfalls vierzehn Nominierungen kommt, ohne aber – im Gegensatz zu Deakins – je einmal einen gewonnen zu haben. Der Brite sieht dem Trubel um die alljährliche Oscar-Verleihung aber gelassen entgegen: „Natürlich ist es nett, wenn die Leute deine Arbeit sehen und schätzen. Ich weiß es wirklich nicht. Ich mache einfach weiter und ich mag es, Filme zu drehen. Ich meine, okay, es ist wirklich eine kuriose Sache, wenn ein Film ignoriert oder besprochen wird. Es ergibt für mich keinen Sinn. Das, was ich als meine beste Arbeit betrachte und einige der besten Filme, an denen ich gearbeitet habe, sind scheinbar spurlos verschwunden. Es wird nichts miteinander verrechnet“, meint Deakins.
Playlist:
01. Hans Zimmer & Benjamin Wallfisch - Tears In Rain (Blade Runner 2049) - 02:11
02. Thomas Newman - Shawshank Redemption (The Shawshank Redemption) - 04:31
03. James Newton Howard - I'm Back, Lucius … (The Village) - 07:41
04. Zbigniew Preisner - Main Title (The Secret Garden) - 03:33
05. Nico Muhly - Go Back To Your Friends (The Reader) - 05:22
06. Christopher Young - Scream Of Silence (The Hurricane) - 05:10
07. Carter Burwell - Delivery (Fargo) - 04:51
08. Carter Burwell - Blood Trail (No Country For Old Men) - 03:55
09. Carter Burwell - Ride To Death (True Grit) - 02:30
10. Carter Burwell - A Serious Man (A Serious Man) - 02:45
11. Mark Isham - Upside Down (In The Valley Of Elah) - 03:21
12. Graeme Revell - The Sheik's Abduction (The Siege) - 02:57
13. Craig Armstrong - Zones Of Time (In Time) - 02:11
14. Thomas Newman - Dickskinner (Jarhead) - 03:34
15. Thomas Newman - Elevator Cat & Mouse (Skyfall) - 04:00
16. James Horner - Hymn (Courage Under Fire) - 03:39
17. James Horner - The Waves Of The Caspian Sea (House Of Sand And Fog) - 04:00
18. James Horner - Nash Descends Into Parcher's World (A Beautiful Mind) - 04:37
19. Thomas Newman - End Title (Revolutionary Road) - 04:54
20. Howard Shore - Goodbye Sermon (Doubt) - 02:37
21. Nick Cave & Warren Ellis - Rather Lovely Thing (The Assassination Of Jesse James) - 03:15
22. Philip Glass - Thirteenth Dalai Lama (Kundun) - 03:23
23. Jóhann Jóhannsson - Desert Music (Sicario) - 05:06
24. Danny Elfman - Suite (Anywhere But Here) - 07:35
25. Aaron Zigman - You're A Shitty Carpenter (The Company Men) - 03:29
26. Alexandre Desplat - To Naoetsu (Unbroken) - 03:53
27. James Horner - This Land Is Not For Sale/End Titles (Thunderheart) - 08:14

Sonntag, 5. November 2017

Playlist #227 vom 12.11.2017 - NEUHEITEN 2017 (5)

In der letzten Neuheiten-Sendung in diesem Jahr dominieren die ruhigen, düster-melancholischen Klänge. Neben neuen Arbeiten von Carter Burwell, Thomas Newman, Stephen Warbeck, Philip Glass und Alexandre Desplat für die große Leinwand gibt es neue Musik zu den Fernsehserien „Taboo“, „The Walking Dead“, „Game of Thrones“ und „Fargo“, dazu Soundtracks zu den Dokumentarfilmen „Vietnam“, „Unrest“, „Jane“, „Blue Planet II“, „Sea Of Life“ und „To The Orcas, With Love“ sowie Soundtrack-Verwandtes von In The Nursery und Jeff Rona.

Der französische, in Spanien lebende Komponist Pascal Gaigne („Katmandú“, „Theo’s House“) schuf zum spanischen Historiendrama „Handia“ über den größten Mann der Welt eine sehr intime, subtile Musik, die zum genauen Zuhören einlädt. Sein prominenter Landsmann Alexandre Desplat vertonte derweil nach „The Ides of March“ (2011) und „Monuments Men – Ungewöhnliche Helden“ (2014) mit dem Mystery-Crime-Drama „Suburbicon“ bereits die dritte Regiearbeit von Hollywood-Star George Clooney, der ein Drehbuch der Coen-Brüder („No Country For Old Men“, „Fargo“) mit Matt Damon und Julianne Moore in den Hauptrollen verfilmte.
Sehr umtriebig ist momentan der amerikanische Komponist Bear McCreary, der seine Karriere mit Fernsehserien wie „Battlestar Galactica“, „Human Target“, „Trauma“ und „Terminator: S. C. C.“ begann und in den letzten Jahren neben der Musik zur Zombie-Horror-Serie „The Walking Dead“ vermehrt fürs Kino und Filme wie „The Forest“, „The Boy“, „10 Cloverfield Lane“ und „Colossal“ engagiert worden ist. Momentan ist nicht nur der erste offizielle Score zur Erfolgsserie „The Walking Dead“ bei Lakeshore Records erschienen, nachdem bislang nur Song-Compilations, Promos und Bootlegs im Umlauf gewesen waren, sondern auch McCrearys Musik zu Jennifer Breas Doku-Drama „Unrest“, zu Danny Strongs biografischen Drama „Rebel In The Rye“ und zum Horror-Thriller „Happy Deathday“, in denen der Komponist verschiedenste Facetten seines Könnens präsentiert.
Fleißig ist auch Carter Burwell, Hauskomponist der Coen-Brüder, gewesen. Er kreierte die jeweils sehr melancholische, feinsinnige Musik zu Todd Haynes Verfilmung von Brian Selznicks Mystery-Familien-Drama „Wonderstruck“, zu Martin McDonaghs grandios besetzten Comedy-Crime-Drama „Three Billboards Outside Ebbing, Missouri“ und zu Simon Curtis‘ Biopic „Goodbye Christopher Robin“ über den Winnie-Pooh-Schöpfer A.A. Milne.
Ruhige, leicht exotisch angehauchte Klänge präsentieren Thomas Newman („Victoria & Abdul“) und Stephen Warbeck („Hampstead“), ehe Marco Beltrami mit der Musik zur Jo Nesbø-Verfilmung „Der Schneemann“ und Patrick Doyle mit dem farbenfrohen Orchesterscore zu Kenneth Branaghs Neuverfilmung des Agatha-Christie-Klassikers „Mord im Orient-Express“ für etwas lebhaftere Klänge sorgen.
Jeff Rona, der mit „Projector“ gerade auch ein Soloalbum (mit Gastkomponisten wie Peter Gregson und David Julyan) veröffentlicht hat, eröffnet den elektronischen Part der Sendung mit seiner Musik zu den beiden Dokumentarfilmen „To The Orcas, With Love“ und „Sea Of Life“, Trent Reznor und Atticus Ross („The Vietnam War“), Junkie XL („The Journey: Hunter Returns“) und Cliff Martinez („The Foreigner“) präsentieren teilweise recht rhythmisch pulsierende Scores, ehe die aus Sheffield stammenden Zwillinge Klive und Nigel Humberstone mit ihrem neuen Album „1961“ besonderen Ereignissen aus ihrem Geburtsjahr huldigen, beispielsweise dem Bau der Berliner Mauer („Torschlusspanik“), den Romanen „Solaris“ und „Catch-22“, den Weltraumspaziergängen von Yuri Gagarin und Amnesty International.
Auch der Oscar-nominierte Komponist Nicholas Britell („Moonlight“) kreierte für das biografische Comedy-Drama „Battle Of The Sexes“ einen coolen Vintage-Soundtrack. Der Film thematisiert den Kampf für die Gleichberechtigung von Frauen, den 1973 die Tennis-Weltranglistenerste Billie Jean King (Emma Stone) vorantrieb und dabei auf erbitterten Widerstand des ehemaligen Champions Bobby Riggs (Steve Carell) stieß, der nicht nur seine besten Tage hinter sich hatte, sondern auch mit seiner Spielsucht kämpfen musste.
„Beim Komponieren des Scores habe ich mich zunächst auf zwei verschiedene musikalische ‚Welten‘ fokussiert: die ‚externe‘ Welt des Sports und des Wettbewerbs und die ‚interne‘ Welt der Figuren und ihrer persönlichen Reisen. Zusätzlich habe ich mich damit auseinandergesetzt, wie die 1970er Soundscapes auf frische und einzigartige Weise reflektiert werden können“, erklärt Britell im Booklet zum Soundtrack. „Letztlich ist das musikalische Terrain nicht gänzlich den 70ern angepasst, aber es stellt doch eine Hommage an die Art und Weise dar, wie Musik damals aufgenommen wurde. Wie benutzten Vintage-Mikrofone bei unseren Aufnahme-Sessions und wir spielten mit der Audio-Qualität und -Textur, um dem Score ein Gefühl dieser Ära zu verleihen.“
Altbekanntes mit Neuem zu vermischen war auch das Konzept von Minimal-Music-Legende Philip Glass („The Hours“, „The Secret Agent“) für die Arbeit an dem Soundtrack zu Brett Morgans Dokumentarfilm über Leben und Wirken der Primatenforscherin Jane Goodall. Im Jahr seines 80. Geburtstages präsentiert der Großmeister seit längerer Zeit wieder ein Orchesterwerk, das vor allem aus seinem Streichquartett Nr. 3 zitiert. Abgerundet wird die Sendung durch Max Richters düstere Musik zur Amazon-Serie „Taboo“, Jeff Russos bereits drittem Soundtrack zur erfolgreichen Krimi-Drama-Serie „Fargo“ und Ramin Djawadis farbenprächtiger Musik zur bereits siebten Staffel der Fantasy-Serie „Game Of Thrones“.
Playlist:
01. Pascal Gaigne - Academia de los ilustres (Handia) - 03:26
02. Fernando Velázquez - Marrowbone (Marrowbone) - 04:15
03. Ramin Djawadi - Rule Of Three (The Mountain Between Us) - 03:28
04. Alexandre Desplat - Playing Catch In The Sun (Suburbicon) - 03:36
05. Bear McCreary - Innocence (Rebel In The Rye) - 04:29
06. Bear McCreary - The Day Will Come (The Walking Dead) - 02:56
07. Bear McCreary - Conversion Disorder (Unrest) - 04:18
08. John Paesano - Lost For Words (Same Kind Of Different As Me) - 03:01
09. Carter Burwell - Keep Your Memories (Goodbye, Christopher Robin) - 03:27
10. Carter Burwell - The Meteorite (Wonderstruck) - 03:11
11. Thomas Newman - Gain The Ocean (Victoria & Abdul) - 02:42
12. Stephen Warbeck - Japanese Restaurant (Hampstead) - 03:33
13. Michael Brook - After Carlos (Stronger) - 04:07
14. Marco Beltrami - Main Titles (The Snowman) - 03:29
15. Patrick Doyle - Orient Express Suite (Murder On The Orient Express) - 03:20
16. Jeff Rona - A History Lesson (To The Orcas, With Love) - 03:13
17. Jeff Rona - Deep Sea Corals (Sea Of Life) - 03:52
18. Trent Reznor & Atticus Ross - Passing The Point (The Vietnam War) - 04:25
19. Junkie XL - A New Galaxy (The Journey: Hunter Returns) - 04:46
20. Cliff Martinez - She Used You (The Foreigner) - 04:13
21. Jeff Beal - Mirror Image (Gypsy) - 04:05
22. In The Nursery - Torschlusspanik (1961) - 04:56
23. Ramin Djawadi - Dragonstone (Game Of Thrones: Season 7) - 05:05
24. Hans Zimmer, Jacob Shea & Dave Fleming - The Blue Planet (Blue Planet II) - 03:17
25. Nicholas Britell - The Bra/Court Loss (Battle Of The Sexes) - 04:36
26. Philip Glass - Grub Is Born (Jane) - 03:47
27. Max Richter - Openings (Taboo) - 02:13
28. Jeff Russo - Fargo Main Theme [Season 3] (Fargo Year 3) - 02:30
29. Henry Jackman & Matthew Margeson - Poppy's Terms (Kingsman: The Golden Circle) - 03:01
30. Jeff Rona - Cerulean Blue (Projector) - 06:36

Samstag, 2. Juli 2016

Playlist #192 vom 10.07.2016 - KIEFER SUTHERLAND Special

Ende der 1980er Jahre avancierte Schauspieler-Sohn Kiefer Sutherland mit Hauptrollen in Blockbustern wie „The Lost Boys“, „Flatliners“ und „Young Guns“ zu einem der begehrtesten Jungstars in Hollywood und war sogar kurzzeitig mit Julia Roberts liiert. Nach einem längeren Karrieretief feierte er allerdings 2001 in der Echtzeit-Fernsehserie „24“ ein erstaunliches Comeback. Nun stand er mit seinem Vater Donald Sutherland in dem Western „Forsaken“ erstmals länger gemeinsam vor der Kamera und war Anfang des Jahres in Ben Stillers „Zoolander 2“ das letzte Mal in den deutschen Kinos zu sehen.

Nachdem der am 21. Dezember 1966 bei London geborene Kiefer Sutherland mit seinen Eltern nach Nordamerika gezogen war und das Silverthorn Collegiate Institute in Etobicoke, Toronto, absolviert hatte, begann 1983 seine Filmkarriere mit dem Film „Max Dugans Moneten“, in der auch sein Vater zu sehen gewesen ist. Schon ein Jahr später erhielt er für seine Darstellung in „The Bay Boy“ eine Nominierung zum Genie Award, dem kanadischen Oscar-Pendant. Es folgten Rob Reiners Verfilmung der Stephen-King-Geschichte „Stand By Me“ (1986) und der Vampir-Thriller „The Lost Boys“ (1987) von Joel Schumacher, der Sutherland auch für den Thriller „Flatliners“ (1990) engagierte, wo dieser neben Kevin Bacon, Oliver Platt, Julia Roberts und William Baldwin als junger Medizin-Student Nahtod-Erfahrungen erforscht. Die während der Dreharbeiten mit Julia Roberts begonnene Beziehung ging aber kurz vor der geplanten Hochzeit im Sommer 1991 in die Brüche.
Zwar konnte Sutherland auch immer mal wieder Hauptrollen in Filmen wie „No Surrender – Schrei nach Gerechtigkeit“, „Spurlos“, „Auge um Auge“, „Freeway“ und „Dark City“ ergattern, doch an seine frühen Erfolge konnte er in diesen an den Kinokassen gefloppten Produktionen nicht mehr anknüpfen. Erst im Jahre 2001 gelang ihm als Federal Agent Jack Bauer in der Fox-Echtzeit-Serie „24“ ein eindrucksvolles Comeback, das ein Jahr später mit dem Golden Globe als bester Schauspieler un dem Screen Actors Guild Award gekrönt wurde, 2006 kam noch ein Emmy Award hinzu.
Zwei Jahre später erhielt Sutherland einen Stern auf dem Hollywood Walk of Fame. 2010 wurde die Serie nach acht Staffeln zunächst eingestellt, 2014 wurde mit „24: Live Another Day“ noch eine 12-teilige Miniserie nachgelegt. In der Zwischenzeit war Sutherland in der Mystery-Serie „Touch“ zu sehen, die allerdings nach zwei Staffeln wieder eingestellt worden ist, in dem Mystery-Thriller „Mirrors“, in dem Agenten-Thriller „The Sentinel“ und in dem Historien-Epos „Pompeji“.
Zuletzt spielte er in „Forsaken“ neben seinem Vater Donald Sutherland einen ehemaligen Revolverhelden, der wider Willen wieder zu den Waffen greifen muss.

Filmographie:
1983: Max Dugans Moneten (Max Dugan Returns)
1984: The Bay Boy
1985: Unglaubliche Geschichten (Amazing Stories, Fernsehserie)
1986: Young Streetfighters (The Brotherhood Of Justice, Fernsehfilm)
1986: Auf kurze Distanz (At Close Range)
1986: Trapped In Silence (Fernsehfilm)
1986: Stand by Me – Das Geheimnis eines Sommers (Stand By Me)
1987: Crazy Moon
1987: Promised Land
1987: The Lost Boys
1987: The Killing Time
1988: Die grellen Lichter der Großstadt (Bright Lights, Big City)
1988: Young Guns
1988: Die Generation von 1969 (1969)
1989: Renegades
1990: Blaze of Glory – Flammender Ruhm (Young Guns II)
1990: Flatliners – Heute ist ein schöner Tag zum Sterben (Flatliners)
1990: Flashback
1990: Chicago Joe und das Showgirl (Chicago Joe and the Showgirl)
1992: No Surrender – Schrei nach Gerechtigkeit (Article 99)
1992: Eine Frage der Ehre (A Few Good Men)
1992: Twin Peaks – Der Film (Fire Walk with Me)
1993: Spurlos (The Vanishing)
1993: Perfect Crimes (Fernsehserie)
1993: Die drei Musketiere (The Three Musketeers)
1993: Last Light
1994: Machen wir’s wie Cowboys (The Cowboy Way)
1996: Im Netz der Verführung (Hourglass)
1996: Auge um Auge (Eye for an Eye)
1996: Die Jury (A Time to Kill)
1996: Freeway
1996: Duke of Groove (Kurzfilm)
1996: Frankie the Fly (The Last Days of Frankie the Fly)
1997: Ort der Wahrheit (Truth Or Consequences, N.M.)
1997: Armitage III: Poly-Matrix
1998: Ground Control
1998: Break Up – Nackte Angst (The Break Up)
1998: Dark City
1998: Die Kriegerin (A Soldier’s Sweetheart)
1999: Visions of Death (After Alice)
1999: Woman Wanted
1999: Unten am Fluss (Watership Down, Fernsehserie)
2000: Ich hab doch nur meine Frau zerlegt (Picking Up the Pieces)
2000: The Right Temptation – Mörderische Versuchung (The Right Temptation)
2002: Desert Saints
2000: Beat
2001: Ring of Fire (Cowboy Up')
2001–2010: 24 (Fernsehserie)
2001: To End All Wars – Die wahre Hölle (To End All Wars)
2002: Nicht auflegen! (Phone Booth)
2002: Behind The Red Door
2002: Dead Heat – Tödliches Rennen (Dead Heat)
2003: Paradies – Die Leidenschaft des Paul Gauguin (Paradise Found)
2004: Taking Lives – Für Dein Leben würde er töten (Taking Lives)
2005: River Queen
2006: The Sentinel – Wem kannst du trauen? (The Sentinel)
2006: Die Simpsons (The Simpsons, Fernsehserie, 2 Folgen, Stimme)
2006: Tierisch wild (The Wild, Stimme)
2008: Mirrors
2008: 24: Redemption (Fernsehfilm)
2008: Dragonlance – Dragons of Autumn Twilight (Stimme)
2009: Monsters vs. Aliens (Stimme)
2010: Twelve (Stimme für Erzähler)
2010: Marmaduke (Stimme für Bosco)
2011: The Confession (Webserie)
2011: Melancholia
2012: The Reluctant Fundamentalist
2012–2013: Touch (Fernsehserie)
2014: Pompeii
2014: 24: Live Another Day (Miniserie)
2014: Metal Gear Solid 5: Ground Zeroes (Computerspiel)
2015: Metal Gear Solid 5: The Phantom Pain (Computerspiel)
2015: Forsaken
2016: Zoolander 2

Playlist: 
01. Gerard McMann - Cry Little Sister (The Lost Boys) - 04:45
02. James Newton Howard - A Good Day To Die (Flatliners) - 01:58
03. Danny Elfman - Freeway (Freeway) - 02:51
04. Danny Elfman - End Credits (Article 99) - 06:46
05. Jerry Goldsmith - Practice (The Vanishing) - 04:50
06. James Newton Howard - Promised Land Suite (Promised Land) - 06:13
07. Marc Shaiman - Facts And Figures (A Few Good Men) - 02:00
08. Elliot Goldenthal - Pavane For Solace (A Time To Kill) - 02:29
09. Harry Gregson-Williams - NYPD (Phone Booth) - 04:30
10. Trevor Jones - Into The City (Dark City) - 04:48
11. Christophe Beck - The Sentinel (The Sentinel) - 04:42
12. Alan Silvestri - Main Title (Young Guns II) - 02:14
13. Alan Silvestri - Found Our Roar (The Wild) - 02:47
14. Theodore Shapiro - Get Your Boy Back (Zoolander 2) - 04:44
15. Shirley Walker & Hans Zimmer - Track 17 (Chicago Joe & The Showgirl) - 04:04
16. James Newton Howard - End Credits (Eye For An Eye) - 04:11
17. Anthony Marinelli & Brian Banks - US Marshall (Young Guns) - 04:11
18. Sean Callery - 24 Main Title (24 - Seasons 4 & 5) - 04:48
19. Sean Callery - Amnesia (24) - 02:16
20. Philip Glass - Main Titles (Taking Lives) - 02:50
21. Clinton Shorter - I See Death (Pompeji) - 02:45
22. Javier Navarrete - The Mayflower (Mirrors) - 03:18
23. Christopher Lennertz - It's Over/Dogfrontation (Marmaduke) - 04:59
24. Henry Jackman - Tour Of Area 52 (Monsters vs. Aliens) - 04:10
25. Michael Kamen - Main Title (Renegades) - 03:44
26. Karl Jenkins - Blindfold (The River Queen) - 03:33
27. Richard Wagner - Credits [Tristan and Isolde] (Melancholia) - 04:51
28. Jonathan Goldsmith - What I Know How To Do (Forsaken) - 02:49
29. Angelo Badalamenti - Don't Do Anything (I Wouldn't Do) (Twin Peaks - Fire Walk With Me) - 07:21

Samstag, 2. Januar 2016

Playlist #179 vom 10.01.2016 - CHRISTIAN BALE Special

Seit der britische Schauspieler Christian Bale von Steven Spielberg für die jugendliche Hauptrolle in seinem Kriegsdrama „Das Reich der Sonne“ ausgewählt wurde, hat er beständig an seiner mittlerweile beeindruckenden Karriere gearbeitet, die 2011 durch einen Oscar als bester Nebendarsteller in „The Fighter“ gekrönt wurde. Zu seinen letzten großen Filmen zählt „Knight of Cups“ von Terrence Malick, mit dem er bereits an dessen nächsten Werk zusammenarbeitet, und das biografische Wall-Street-Drama „The Big Short“ von Adam McKay, das gerade in den deutschen Kinos anläuft.

Nachdem der am 30. Januar 1974 im walisischen Haverfordwest als Sohn eines südafrikanischen Unternehmers und Aktivisten und einer englischen Mutter geborene Christian Bale in seiner Jugend in England, Wales und Portugal gelebt hat, brach er seine Schulausbildung mit sechzehn Jahren ab und zog nach der Scheidung seiner Eltern zu seinem Vater nach Los Angeles. Bereits 1983 war Bale in verschiedenen Werbespots im britischen Fernsehen zu sehen, 1986 in der Fernsehverfilmung von „Anastasia“.
Nachdem er die zweite Hauptrolle in dem Kinderfilm „Mio, mein Mio“ bekommen hatte, besetzte ihn Steven Spielberg 1987 für die Rolle des Jim in „Das Reich der Sonne“. So richtig in Schwung kam Bales Karriere aber erst 1994, als er neben Winona Ryder in dem historischen Drama „Betty und ihre Schwestern“ und zwei Jahre später neben Nicole Kidman in Jane Campions „Portrait of a Lady“ spielte.
Bevor er als eiskalter Killer in „American Psycho“ (2000) seinen internationalen Durchbruch feiern durfte, war er noch in „Velvet Goldmine“ und in der Shakespeare-Verfilmung „Ein Sommernachtstraum“ zu sehen. In John Singletons Shaft-Remake „Shaft – Noch Fragen?“ (2000) brillierte Bale als charismatischer Bösewicht Walter Wade, Jr., in Brad Andersons Paranoia-Thriller „Der Maschinist“ (2004) magerte sich Bale auf unter 52 Kilogramm Gewicht herunter und bewies in Kurt Wimmers Science-Fiction-Thriller „Equilibrium“ (2002) sein Talent für Action-Rollen, das ihn für Christopher Nolans „Batman“-Reboot ebenso qualifizierte wie für David Ayers Cop-Drama „Harsh Times“ (2005) und das „Terminator“-Sequel „Terminator: Die Erlösung“ (2009).
Davon abgesehen spielte Bale in Werner Herzogs „Rescue Dawn“ (2006) den deutsch-amerikanischen Kampfpiloten Dieter Dengler, der während des Vietnamkrieges über Laos abgeschossen wurde und unter Lebensgefahr aus einem Kriegsgefangenenlager der Pathet Lao floh, und erstmals unter der Regie von Terrence Malick in dem Siedler-Drama „The New World“ (2005). Zwischen den beiden „Batman“-Filmen „Batman Begins“ (2005) und „The Dark Knight“ (2008) besetzte Filmemacher Christopher Nolan den Schauspieler auch in seinem illusionsreichen Historien-Drama „Prestige – Meister der Magie“ (2006).
Seine Wandlungsfähigkeit unterstrich Bale in dem Western-Remake von „Todeszug nach Yuma“, als Bob Dylan in „I’m Not There“ (beide 2007), in Michael Manns Mafia-Thriller „Public Enemies“ (2009), in Yimou Zhangs Kriegsdrama „The Flowers of War“ (2011) und in Ridley Scotts Bibel-Epos „Exodus: Götter und Könige“ (2014).
„Ich benutze meine Filmfiguren – sei es nun Batman, Patric Bateman aus ‚American Psycho‘ oder die vielen andere Menschen, die ich im Laufe der Zeit dargestellt habe – als Möglichkeit, das Leben auch von einer ganz anderen Seite her kennenzulernen als der meinen. Ich finde das sehr spannend“, verriet Bale im Interview mit GQ. Dazu bieten ihm auch Rollen wie die des Kriminellen Russell Baze in Scott Coopers „Auge um Auge“, des windigen Geschäftemachers Irving Rosenfeld in David O. Russells „American Hustle“ (beide 2013) und ganz aktuell des Hedgefonds-Managers Michael Burry in „The Big Short“ immer wieder ausreichend Gelegenheit.

Filmographie:
1986: Heart of the Country (Fernsehvierteiler)
1986: Anastasia (Anastasia: The Mystery of Anna, TV)
1987: Mio, mein Mio (Mio min Mio!)
1987: Das Reich der Sonne (Empire of the Sun)
1989: Henry V. (Henry V)
1990: Die Schatzinsel (Treasure Island, Fernsehfilm)
1991: Blood Drips Heavily on Newsies Square (Kurzfilm)
1991: Der Mörder mit den Silberflügeln (A Murder of Quality, Fernsehfilm)
1992: Die Zeitungsjungen (Newsies)
1993: Swing Kids
1994: Hamlet − Der Prinz von Jütland (Prince of Jutland)
1994: Betty und ihre Schwestern (Little Women)
1995: Pocahontas (Stimme für Thomas)
1996: Portrait of a Lady (The Portrait of a Lady)
1996: Der Geheimagent (The Secret Agent)
1997: Metroland
1998: Velvet Goldmine
1998: All the Little Animals
1999: Ein Sommernachtstraum (A Midsummer Night’s Dream)
1999: Maria – Die heilige Mutter Gottes (Mary, Mother of Jesus, TV)
2000: American Psycho
2000: Shaft – Noch Fragen? (Shaft)
2001: Corellis Mandoline (Captain Corelli’s Mandolin)
2002: Laurel Canyon
2002: Die Herrschaft des Feuers (Reign of Fire)
2002: Equilibrium
2004: The Machinist
2005: Batman Begins
2005: The New World
2005: Harsh Times – Leben am Limit (Harsh Times)
2006: Rescue Dawn
2006: Prestige – Die Meister der Magie (The Prestige)
2007: I’m Not There
2007: Todeszug nach Yuma (3:10 to Yuma)
2008: The Dark Knight
2009: Terminator: Die Erlösung (Terminator Salvation)
2009: Public Enemies
2010: The Fighter
2011: The Flowers of War (Jin líng shí san chai)
2012: The Dark Knight Rises
2013: Auge um Auge (Out of the Furnace)
2013: American Hustle
2014: Exodus: Götter und Könige (Exodus: Gods and Kings)
2015: Knight of Cups
2015: The Big Short
Playlist: 
01. John Williams - Cadillac Of The Skies (Empire Of The Sun) - 03:50
02. Thomas Newman - Ashes, Thin Ice & Spring (Little Women) - 04:24
03. James Horner - The Letter (Swing Kids) - 04:09
04. Philip Glass - Secret Agent (The Secret Agent) - 04:53
05. Wojciech Kilar - Epilogue (The Portrait Of A Lady) - 05:12
06. Stephen Warbeck - Pelagia's Song (Captain Corelli's Mandolin) - 04:09
07. Klaus Badelt - The Plan (Rescue Dawn) - 02:24
08. Klaus Badelt - Evidence (Equilibrium) - 02:47
09. David Arnold - Remember Me? (Shaft) - 04:05
10. M/A/R/R/S - Pump Up The Volume (American Psycho) - 04:06
11. Carter Burwell - Velvet Spacetime (Velvet Goldmine) - 04:07
12. Graeme Revell - Harsh Score Medley (Harsh Times) - 08:35
13. James Horner - First Landing (The New World) - 04:45
14. Hans Zimmer & James Newton Howard - Eptesicus (Batman Begins) - 04:19
15. Hans Zimmer & James Newton Howard - Harvey Two Face (The Dark Knight) - 06:18
16. Hans Zimmer - On Thin Ice (The Dark Knight Rises) - 02:54
17. David Julyan - Colorado Springs (The Prestige) - 04:18
18. Elliot Goldenthal - Billie's Arrest (Public Enemies) - 02:21
19. Marco Beltrami - One Man Left (3:10 To Yuma) - 03:06
20. Edward Shearmur - Rebirth (Reign Of Fire) - 02:40
21. Michael Brook - It's My Life (The Fighter) - 02:23
22. Dickon Hinchliffe - Acceptance (Out Of The Furnace) - 03:02
23. Danny Elfman - Broadcast (Terminator: Salvation) - 03:15
24. Danny Elfman - Irving Montage (American Hustle) - 01:55
25. Biosphere - Hyperborea (Knight Of Cups) - 05:44
26. Qigang Chen - Comfort And Hope I (The Flowers Of War) - 05:27
27. Alberto Iglesias - The Ten Commandments (Exodus) - 03:37
28. Nicholas Britell - The Big Short Piano Suite (The Big Short) - 12:10

Soundtrack Adventures #179 with CHRISTIAN BALE @ Radio ZuSa 2016-01-10 by Dirk Hoffmann on Mixcloud

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