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Donnerstag, 8. Oktober 2026

Playlist #460 vom 18.10.2026 - DION BEEBE Special

Im Kreis prominenter Kameraleute zählt der australisch-südafrikanische Dion Beebe nicht zu den ganz Großen. Dabei hat er durch seine Oscar-prämierte Zusammenarbeit mit Regisseur Rob Marshall („Die Geisha“) und auch durch die erfolgreiche Kollaboration mit Michael Mann bei „Collateral“ und „Miami Vice“ ein gefragter Mann seiner Zunft geworden. Er arbeitete über die Jahre mit Ang Lee, Jane Campion, Michael Bay, Martin Campbell, Doug Liman und Niki Caro zusammen. In der heutigen Sendung gibt es deshalb Musik aus den Soundtracks zu seinen Arbeiten von Angelo Badalamenti, John Williams, Stephen Warbeck, James Newton Howard, Danny Elfman, Christophe Beck und anderen zu hören.
Dion Beebe wurde 1968 im australischen Brisbane, Queensland, geboren und verbrachte einen Großteil seiner Kindheit in Kapstadt (Südafrika), bevor er nach Australien zurückkehrte und von 1988 bis 1990 die Australian Film Television and Radio School in Sydney besuchte, wo er als Student der Cinematography eingeschrieben war. Anschließend arbeitete er als Kameramann und Regisseur für Musikvideos. Er begleitete Projekte für Künstler wie INXS, Beyoncé, Rihanna, Lana Del Rey, Arctic Monkeys und Tony Bennett sowie preisgekrönte Werbespots für Marken wie Burberry, Guinness, Apple, Victoria’s Secret und BMW.
1992 gab er sein Filmdebüt als Kameramann mit dem Film „Crush“.
Für seine Kameraarbeit an Rob Marshalls „Chicago“ wurde er erstmals für einen Academy Award nominiert; später gewann er den Oscar für „Die Geisha“ (2005). Doch schon zuvor hat er bei Michael Manns „Collateral“ Großes geleistet, als er eine neue Art der filmischen Inszenierung der Nacht erfand, wobei er mehr oder weniger bewusst an eine fast hundertjährige Tradition anknüpfen musste: die des Film noir. Zwar hatte dieses stark reglementierte Genre bereits einige Wandlungen durchlaufen, doch nachdem digitale Bilder mittlerweile zunehmend unseren Alltag durchdrangen, hielt Michael Mann die Zeit für gekommen, dem nächtlichen Thriller eine neue Dimension zu verleihen. „Collateral“ wurde teilweise mit neuen Digitalkameras gedreht, was Dion Beebe die Möglichkeit bot, die weitaus lichtempfindlicheren Sensoren dieser neuen Technik voll auszuschöpfen. Der Kameramann nutzte das vorhandene Licht der Stadt optimal, um der Erzählung eine ausgeprägt urbane Atmosphäre zu verleihen. Die tausenden Lichter der Metropole Los Angeles tragen auf beinahe impressionistische Weise zur Ausleuchtung der Schauspieler und des Sets bei – ebenso sehr wie die im Kino üblichen gerichteten Scheinwerfer. Zudem verlieh Beebe dem Film jenen grau-blauen Farbton, der an einen vom Stadtlicht erhellten, rauchigen Himmel erinnert und zum Markenzeichen dieses mittlerweile zum Kultfilm avancierten Werks wurde.
Doch dies war nicht Beebes erste Bewährungsprobe. Als Australier hatte er sich bereits mehrfach mit dem gleißenden Sonnenlicht seiner Heimat auseinandersetzen müssen. Bei „Holy Smoke“ – seinem ersten Projekt für einen Film seiner Landsfrau Jane Campion – musste er beispielsweise durch Lichtreflexion eine Lösung finden, um die Kontraste zwischen den Gesichtern von Kate Winslet und Harvey Keitel in einer schattenlosen Wüste hervorzuheben, in der die unaufhörliche Sonne jeden Punkt des Bildes versengte. Beebe ist aber vielseitig genug, um sich auf natürliche Umgebungen einzustellen und komplexe Studiotechniken zu beherrschen. Im Studio ist der Kameramann wie ein Gott, der jedes gewünschte Bild erschaffen kann – „vorausgesetzt, man versteht das Licht wirklich“, erklärt Beebe. 
Dazu gehört etwa das Verständnis dafür, wie Licht je nach reflektierendem Material wirkt. Für „Die Geisha“, der fast vollständig im Studio gedreht wurde, errichtete man eine gewaltige Metallkonstruktion, um das Licht des Japans der Vorkriegszeit in Kalifornien nachzubilden. Ein Bild von reiner filmischer Qualität, der Gegenentwurf zum stilisierten Naturalismus von „Collateral“. Doch genau das ist die Aufgabe des Kameramanns, wie Dion Beebe bescheiden in Erinnerung ruft: „Im Dienste der Geschichte stehen.“
2019 kehrte Beebe nach Australien zurück, um gemeinsam mit seiner Frau, der Regisseurin Unjoo Moon, den Film „I Am Woman“ zu drehen; anschließend tauchte er in die Unterwasserwelt von Disneys „Arielle, die Meerjungfrau“ ein. Zuletzt wirkte er an „Michael“ mit, Antoine Fuquas Biopic über Michael Jackson. 

Filmografie:

1992: Crush
1993: The Journey
1994: Eternity
1995: Vacant Possession
1996: Fu sheng
1996: What Have I Written
1998: My Own Country (Fernsehfilm)
1998: Praise
1998: Sehnsucht und Erinnerung (Memory & Desire)
1999: Holy Smoke!
2000: Forever Lulu
2000: The Goddess of 1967
2001: Die Liebe der Charlotte Gray (Charlotte Gray)
2002: Equilibrium
2002: Chicago
2003: In the Cut
2004: Collateral
2005: Die Geisha (Memoirs of a Geisha)
2006: Miami Vice
2007: Machtlos (Rendition)
2009: Die fast vergessene Welt (Land of the Lost)
2009: Nine
2011: Green Lantern
2012: Gangster Squad
2012: The Zen of Bennett
2014: Edge of Tomorrow
2014: Into the Woods
2016: 13 Hours: The Secret Soldiers of Benghazi
2017: Schneemann (The Snowman)
2018: Mary Poppins’ Rückkehr (Mary Poppins Returns)
2019: Gemini Man
2019: I Am Woman
2023: Arielle, die Meerjungfrau (The Little Mermaid)
2026: Michael
 
Playlist: 
01. Angelo Badalamenti - Love Journey (Holy Smoke!) - 03:27 
02. Stephen Warbeck - Waiting (Charlotte Gray) - 04:46 
03. Klaus Badelt - Dupont's Admonition/Partridge is Found Out (Equilibrium) - 05:05 
04. Danny Elfman - Roxie's Suite (Chicago) - 03:58 
05. James Newton Howard - Would Anyone Notice? (Collateral) - 03:53 
06. John Williams - The Journey to the Hanamachi (Memoirs of a Geisha) - 04:06 
07. John Murphy - Miami Vice Theme (Miami Vice) - 06:54 
08. Paul Hepker & Mark Kilian - Journal (Rendition) - 05:36 
09. Michael Giacchino - Enik the Altrusian (Land of the Lost) - 03:19 
10. Angelo Badalamenti - Waiting, Reaching, Seeking (Holy Smoke!) - 03:56 
11. James Newton Howard - The Origin of Parallax (Green Lantern) - 03:25 
12. Steve Jablonsky - The City of Angels (Gangster Squad) - 04:06 
13. Stephen Warbeck - The Village (Charlotte Gray) - 05:26 
14. John Williams - Sayuri's Theme and End Credits (Memoirs of a Geisha) - 05:06 
15. Christophe Beck - Live Die Repeat (Edge of Tomorrow) - 04:23 
16. Danny Elfman - After Midnight (Chicago) - 03:24 
17. John Murphy - Meet Fred (Miami Vice) - 03:53 
18. Klaus Badelt - Viviana/O'Brien Combustion/John Cries (Equilibrium) - 05:11 
19. Antonio Pinto - Requiem (Collateral) - 01:56 
20. Paul Hepker & Mark Kilian - Roundabout (Rendition) - 03:15 
21. Stephen Warbeck - Charlotte Gray (Charlotte Gray) - 05:43 
22. Lorne Balfe - Last Shot (Gemini Man) - 03:55 
23. Angelo Badalamenti - Montage Finale (Holy Smoke!) - 04:58 
24. Marco Beltrami - Main Titles (The Snowman) - 03:30 
25. John Williams - The Fire Scene and the Coming of War (Memoirs of a Geisha) - 06:48 
26. Lorne Balfe - Forgotten (13 Hours: The Secret Soldiers of Benghazi) - 09:09

Sonntag, 21. Dezember 2025

Playlist #439 vom 28.12.2025 - Neuheiten 2025 (7)

In der letzten Sendung mit neuen Soundtracks in diesem Jahr gibt es ein Wiederhören mit vielen alten Bekannten. So ist Hollywood-Starkomponist Hans Zimmer mit gleich zwei neuen Arbeiten vertreten, ebenso Ilan Eshkeri, Stephen Warbeck und Newcomerin Ariel Marx. Dazu gibt es neue Musik zum neuen „Avatar“-Abenteuer von Simon Franglen, ein klassisches Werk von Stephen Edwards und zum Remake des Science-Fiction-Films „The Running Man“ nach der Vorlage von Richard Bachman alias Stephen King. Abgerundet wird das zweistündige Programm mit der Musik zu Serien wie „Fallout“, „Landman“ und „The Iris Affair“.
Stephen King ist seit seinem 1974 veröffentlichten und von Brian De Palma großartige verfilmten Debütroman „Carrie“ lange Zeit ein Garant für erfolgreiche Leinwandadaptionen gewesen. Star-und populäre Genre-Regisseure wie Stanley Kubrick („Shining“), David Cronenberg („Dead Zone“), John Carpenter („Christine“), Rob Reiner („Stand By Me“, „Misery“) und Tobe Hooper („Brennen muss Salem“) nahmen sich der Gruselgeschichten des „King of Horror“ an. Mittlerweile haben auch Remakes früherer King-Verfilmungen Hochkonjunktur. Nachdem Andy Muschietti 2017 erfolgreich Stephen Kings Horror-Epos „Es“ 2017 als Zweiteiler neuverfilmt hatte, Remakes von „Friedhof der Kuscheltiere“, „Firestarter“ und „Salem’s Lot“ allerdings kläglich scheiterten, feiert nun „The Running Man“ seine Wiederauferstehung. In der ersten Verfilmung von 1987 kämpfte noch Arnold Schwarzenegger in einer wenig überzeugenden Leinwandadaption um sein Leben in einer Fernsehshow. Nun wagte sich Edgar Wright („Shaun of the Dead“, „Baby Driver“) an eine ansprechende Neuverfilmung, die von dem momentan sehr umtriebigen Steven Price („Gravity“, „Herz aus Stahl“) mit ebenso wuchtigen wie feinfühligen elektronischen und orchestralen Arrangements vertont worden ist.
Ein Wiedersehen gibt es auch mit den Nachwuchs-Illusionisten von „Die Unfassbaren“. Nach den zwei erfolgreichen ersten Filmen, die jeweils mehr als 330 Millionen US-Dollar in die Kinokassen spülten, wächst das Ensemble der gemeinnützig agierenden Jung-Magier in „Now You See Me, Now You Don’t“ noch einmal an. Mit dabei ist auch wieder Komponist Brian Tyler, der bereits die ersten beiden Teile vertonte.
Hollywood-Starkomponist Hans Zimmer, der seine bekanntesten Werke wie „Gladiator“, „Fluch der Karibik“, „Interstellar“, „The Dark Knight“, „Thelma & Louise“, „Dune“, „Inception“ und „Rain Man“ auch hierzulande wieder live präsentierte, vertonte jetzt nicht nur James L. Brooks Tragikomödie „Ella McCay“, in der eine idealistische junge Politikerin familiäre Probleme und ein anspruchsvolles Berufsleben unter einen Hut bringen muss, sondern sich gleichzeitig darauf vorbereitet, den Job ihres Mentors, des langjährigen Gouverneurs des Staates, zu übernehmen, sondern auch die deutsche Produktion „Schwarzes Gold“, das um 1900 in der Lüneburger Heide spielt. Dort arbeitet die Bauerntochter Johanna Lambert als Magd, um ihre Familie zu ernähren. Sie ahnt nicht, dass unter den Feldern ihrer Heimat Erdöl-Vorkommen darauf warten, den Entdeckern und Förderern Reichtum zu schenken. Nur Richard, der Sohn des benachbarten Großbauern Pape, kennt das Geheimnis und träumt davon, mit Johanna eine gemeinsame Zukunft aufzubauen. Ihre Liebe steht jedoch unter keinem guten Stern. Als der einflussreiche Ölhändler Tyler Robertson im Dorf auftaucht, entbrennt ein gnadenloser Kampf um Besitz und Macht. Wilhelm Pape, von Habsucht getrieben, setzt alles daran, um die Lamberts zu enteignen…
Der versierte Pianist und Komponist Stephen Edwards hat seit Anfang der 1990er Jahre vor allem für Action-Filme wie „American Karate Tiger“, „Shadowchaser II“, „Fist of Legend“, „Bloodsport II“, „High Voltage“ und „The Patriot“ die Musik beigesteuert, komponiert aber auch klassische Werke wie „Requiem For My Mother“, das er zu Ehren seiner 2006 verstorbenen Mutter geschrieben hatte, das 2008 in der Carnegie Hall und später beim Music Sacra Festival im Vatikan aufgeführt wurde.

„Nachdem ich 2023 die Liebe wiedergefunden hatte, inspirierte mich die Idee, das Requiem als Klavierkonzert neu zu interpretieren – nur mit der bereits existierenden Orchesteraufnahme und einer neuen Klavierstimme, die ich über das Original legen konnte. Ich hatte das Requiem über die Jahre immer wieder neu interpretiert und mich gelegentlich ans Klavier gesetzt, um meine Arrangements der gesamten Partitur zu spielen – einfach zum Vergnügen“, erzählt Stephen Edwards die Entstehungsgeschichte seines neuen Werks „Prayer For Peace: Serenade for Piano and Orchestra“. „Wie sich herausstellte, war die letzte Aufnahme, die ich in meinem Studio vor dem Brand in Palisades am 7. Januar 2025 gemacht habe. Ich habe diese Aufnahme vor der Katastrophe gemacht.“

Der britische Oscar-Preisträger Stephen Warbeck („Billy Elliott“, „Shakespeare in Love“) meldet sich mit zwei neuen Arbeiten zurück. Gaby Dellals Drama „Park Avenue“ erzählt von der Rancherin Charlotte, die vor ihrem kontrollsüchtigen Ehemann flieht und in die Wohnung ihrer Mutter zurückkehrt. Dort entdeckt sie zwar ihre Jugendliebe und das Leben, das sie hinter sich gelassen hat, wieder, doch nun müssen sich Mutter und Tochter auch mit unausgesprochenen Wahrheiten auseinandersetzen.
„Die Musik für ,Park Avenue‘ sollte persönlich und exzentrisch sein, aber dennoch zum Gesamtbild der Geschichte passen“, meint Warbeck. „Wir wollten, dass Kits einzigartige Lebensanschauung sich in der Musik widerspiegelt. Regisseurin Gaby Dellal bestand darauf, dass die Musik niemals sentimental oder rührselig wirken sollte. Einige Monate vor den Aufnahmen war ich im Urlaub und sah ein Open-Air-Konzert mit Lars Danielsson, der zusammen mit seinem Freund John Parricelli spielte. Als ich ihm zuhörte, wollte ich seinen Klang in den Mittelpunkt der Komposition stellen und habe die Musik darum herum aufgebaut.“ Während der Score zu „Park Avenue“ vor allem von dem Zusammenspiel von Cello und Bass geprägt wird und aus von Jazz- und klassischen Musikern eingespielt wurde, arbeitete Warbeck bei Rebecca Coleys Dokumentarfilm „Point of Change“ über zwei Surfer, die auf die perfekte Welle stoßen, mit Lewis Morison zusammen.
„Indonesischer Gesang, Perkussion und Flöten bilden das Herzstück des Soundtracks und verankern ihn in den spirituellen und kulturellen Wurzeln der Insel. Handpans und Daumenklaviere wurden durch den gesamten Soundtrack verwoben, um das rituelle und natürliche Schönheitsgefühl der Insel widerzuspiegeln und Klangfarben zu schaffen, die zugleich archaisch und unmittelbar wirken“, erzählen Stephen Warbeck und Lewis Morison von ihrer Arbeit an „Point of Change“. Diese Elemente verschmelzen mit westlichen Instrumenten und modernen Klangfarben und spiegeln wider, wie sich lokale Traditionen unter dem Einfluss von außen wandelten. In der Zusammenarbeit mit anderen Musikern, die ihre eigene haptische Energie einbrachten, entwickelte sich der Soundtrack zu etwas Vielschichtigem und Lebendigem – einem Treffpunkt von Kulturen, Klangfarben und Epochen.“
Ebenso wie das Lionsgate-Franchise „Die Unfassbaren“ geht auch James Camerons Fantasy-Blockbuster-Reihe „Avatar“ mit „Avatar: Fire and Ash“ in die dritte Runde.
Die Sullys finde weiterhin Unterschlupf beim Clan der Metkayina an der Küste Pandoras. Dennoch tun sie sich schwer, zu einer Art Normalität zu finden, denn der Tod von Neteyam während des Kampfes gegen die Resources Development Administration (RDA) der Menschen wiegt immer noch schwer. Jake, Neytiri, Lo’ak, Tuk, Spider und Kiri müssen alle ihren eigenen Weg finden, mit diesem bitteren Verlust umzugehen. Schließlich entscheiden die Sullys, dass es vor allem für Spider an diesem Ort nicht mehr sicher genug ist. Er soll zurück in die Festung der Omatikaya gebracht werden. Doch auf dem Weg dahin werden sie vom Mangkwan-Clan, dem Volk der Asche, angegriffen. Der Clan hat sich von der Lebensweise der Na'vi abgekehrt, seit ein Vulkanausbruch ihre Heimat in Schutt und Asche gelegt hat. Und auch die RDA hat noch nicht das letzte Wort gesprochen. Jeff Danna ist die Musik zur Netflix-Serie „The Abandons“ mit Gillian Anderson und Lena Headey in den Hauptrollen zu hören, die 1854 im Washington-Territorium zwei Frauen spielen, die an den entgegengesetzten Enden der Gesellschaft in einen gefährlichen Strudel aus Schuld und Geheimnissen verwickelt werden. Die eine führt ein privilegiertes Leben im Wohlstand, die andere hält eine selbst gewählte Familie aus Waisen und Außenseiter*innen zusammen. Was sie verbindet, sind zwei Verbrechen, eine verbotene Liebe und ein Stück Land, das Silber in seinem Boden birgt. Ihre Wege kreuzen sich auf schicksalhafte Weise – und ihr Konflikt spiegelt die tiefe Kluft zwischen Reichtum und Armut im Amerika des 19. Jahrhunderts wider.
Mit „Hamnet“ hat Max Richter auf atmosphärische Weise die unbekannte Liebesgeschichte, die Shakespeares größtes Meisterwerk inspirierte, vertont. „Hamnet“, von der Oscar-prämierten Autorin und Regisseurin Chloé Zhao, erzählt die bewegende Geschichte von Liebe und Verlust, die Shakespeare zu seinem zeitlosen Klassiker „Hamlet“ inspirierte.

Playlist: 

01. Steven Price - You Can't Kill An Idea (The Running Man) - 03:01 
02. Brian Tyler - History Lesson (Now You See Me, Now You Don't) - 04:25 
03. Ramin Djawadi - Time Takes a Toll (Fallout - Season 2) - 04:02 
04. Dan Romer - Traitor (My Dead Friend Zoe) - 03:04 
05. Jonny Greenwood - Trust Device (One Battle After Another) - 03:51 
06. Hans Zimmer - Hope Comes Close (Ella McCay) - 07:06 
07. Hans Zimmer & Aleksey Igudesman - Lonely Heath (Black Gold) - 04:41 
08. Ariel Marx - You Are Vast (Murdaugh - Death in the Family) - 02:22 
09. Ariel Marx - Weird Reaction (The Hand That Rocks the Cradle) - 02:28 
10. Ryan Taubert - Welcome Home (Xeno) - 03:29 
11. Stephen Edwards - From Death to Life (Prayer For Peace) - 03:33 
12. Alexandre Desplat - Madame Suzanne (Les Aigles de la République) - 03:04 
13. Andrew Lockington - This Is The Dream (Landman - Volume 2) - 03:41 
14. Stephen Warbeck - The Poem and the Truth (Park Avenue) - 05:13 
15. Stephen Warbeck & Lewis Morison - The Perfect Wave (Point of Change) - 03:06 
16. Ilan Eshkeri - Edward Guiness (House of Guiness) - 04:16 
17. Ilan Eshkeri - Jacqueline (Desperate Journey) - 03:57 
18. Simon Franglen - Sacrifice (Avatar - Fire and Ash) - 04:30 
19. Roque Baños & Ben Cherney - The Ring (Bone Lake) - 04:09 
20. Theodore Shapiro - You'll Learn (The Housemaid - Vol. 2) - 03:49 
21. Mikel Hurwitz - Resilience > Eruption (Soul of a Nation) - 03:52 
22. Stuart Hancock - Finding Mama and Baba (Largo) - 02:57 
23. Jeff Danna - A Fallen Priest (The Abandons) - 03:02 
24. Atli Örvarsson - Antigod (The Iris Affair) - 04:14 
25. Dustin O'Halloran - Kind People (Eleanor the Great) - 02:54 
26. Terence Blanchard - Wendell Pierce (Katrina: Come Hell and High Water) - 05:35 
27. Mark Isham - The Tub Room (Soul On Fire) - 03:44 
28. Jeff Russo - True to Yourself (The Twisted Tale of Amanda Knox) - 02:57 
29. Christopher Young & Gil Young - Johnny Loves Mom's Gums (Marvel's Deadpool VR) - 03:11 
30. Max Richter - Of A Ghost (Hamnet) - 08:46

Montag, 9. Juni 2025

Playlist #425 vom 15.06.2025 - JOHN TOLL Special

John Toll hat als Kameramann für renommierte Filmemacher wie Francis Ford Coppola, Edward Zwick, Terrence Malick, Mel Gibson, Cameron Crowe, The Wachowskis und Ang Lee gearbeitet und wurde im Verlauf seiner eindrucksvollen Karriere mit vier Oscars ausgezeichnet. Er zählt zu den vier Kameramännern, denen es gelungen ist, zwei Oscars hintereinander zu gewinnen (für „Legenden der Leidenschaft“ und „Braveheart“). In der heutigen Sendung präsentiere ich aber nicht nur Musik aus den Filmen, für die er als Director of Photography verantwortlich war, sondern auch als einfacher Camera Operator für Blockbuster wie „Scarface“ (1983), „Der Falke und der Schneemann“ (1985) und „Peggy Sue hat geheiratet“ (1983).
John Toll wurde am 15. Juni 1952 in Cleveland, Ohio, geboren und arbeitete bereits Anfang der 1970er Jahre während seiner College-Zeit in Los Angeles an Filmproduktionen mit, überwiegend bei Dokumentarfilmen. Anschließend arbeitete er in der Kameraabteilung von Fernseh- und Werbe-Produktionen und begann als Camera Operator bei Kinofilmen. So führte er die Kamera bei zahlreichen prominenten Produktionen, von Martin Ritts „Norma Rae“ (1979) über „Scarface“ (1983) und „Peggy Sue hat geheiratet“ (1986) bis zu „Der Krieg im Bohnenfeld“ (1988). Außerdem arbeitete er als Director of Photography der Second Unit unter anderem bei „Always – Der Feuerengel von Montana“ (1990) von Steven Spielberg.
Als verantwortlicher Kameramann war er dann ab „The Forfeit“ (1991) an Kinofilmen beteiligt. Bereits für Edward Zwicks „Legenden der Leidenschaft“ (1994) erhielt er einen Oscar für die Beste Bildgestaltung, ein Jahr darauf gefolgt von einem weiteren für die epischen Bilder von Mel Gibsons „Braveheart“. Nach seiner Arbeit an „Jack“ und „Der Regenmacher“ erhielt Toll für sein Engagement für Terrence Malicks philosophisch-poetischen Kriegsfilm „Der schmale Grat“ (1998) – neben mehreren anderen hochkarätigen Auszeichnungen - eine weitere Oscar-Nominierung. Zu John Tolls weiteren Arbeiten als Director of Photography zählen so unterschiedliche Werke wie „Almost Famous“ (2000), „Corellis Mandoline“ (2001), „Last Samurai“ (2003), „Elizabethtown“ (2005), „Seraphim Falls“ (2006), „Tropic Thunder“ (2008), und „Iron Man 3“ (2013).
Für seine Bildgestaltung bei der internationalen Koproduktion „Cloud Atlas“ von Lana Wachowski, Andy Wachowski und Tom Tykwer wurde Toll gemeinsam mit Frank Griebe mit dem Deutschen Filmpreis 2013 ausgezeichnet.
Von 2000 bis 2003 war Toll Mitglied des „Board of Governors“ der Academy of Motion Picture Arts and Sciences. Neben Filmen hat er mehrere Werbespots gedreht, die Pilotepisode der mit dem Emmy Award ausgezeichneten Dramaserie „Breaking Bad“ sowie als Chefkameramann an der Netflix-Originalserie „Sense8“ der Wachowskis mitgewirkt, wofür er in der zweiten Staffel auch als ausführender Produzent genannt wurde.
Zuletzt führte Toll die Kamera bei Kasi Lemmons‘ Sklavendrama „Harriet – Der Weg in die Freiheit“ (2019), Lana Wachowskis „Matrix Resurrections“ (2021) und der Sport-Komödie „Brady‘s Ladies“ (2023)

Filmografie (Auswahl):

1979: …And Your Name Is Jonah (Kameramann)
1979: Norma Rae – Eine Frau steht ihren Mann (Norma Rae, Kameramann)
1979: Kampf einer Mutter um ihr Kind (Portrait of a Stripper, Kameramann)
1980: The Boy Who Drank Too Much (Kameramann)
1980: Ich, Tom Horn (Tom Horn, Kameramann)
1980: Die Königin der Banditen (Belle Star, Kameramann)
1980: Urban Cowboy (Kameramann)
1980: Vom Bösen geblendet (Blinded by the Light, Kameramann)
1981: Zorro mit heißer Klinge (Zorro: The Gay Blade, Kameramann)
1982: Movie Madness (Kameramann)
1982: Human Highway (Kameramann)
1983: Unheimliche Schattenlichter (Segment „2-4“, Kameramann)
1983: Scarface (Kameramann)
1985: Der Falke und der Schneemann (The Falcon and the Snowman, Kameramann)
1985: Sweet Dreams (Kameramann)
1986: Verrat an der Liebe (Just Between Friends, Kameramann)
1986: Peggy Sue hat geheiratet (Peggy Sue Got Married, Kameramann)
1987: Die schwarze Witwe (Black Widow, Kameramann)
1988: Milagro – Der Krieg im Bohnenfeld“ (The Milagro Beanfield War, Kameramann)
1988: Tequila Sunrise (Director of Photography Second Unit)
1989: Blaze – Eine gefährliche Liebe (Blaze, Director of Photography Second Unit)
1989: Always – Der Feuerengel von Montana (Always, zusätzlicher Kameramann)
1991: The Forfeit (Kamera)
1992: Wind
1994: Legenden der Leidenschaft (Legends of the Fall)
1995: Braveheart
1996: Jack
1997: John Grisham's: Der Regenmacher (The Rainmaker)
1998: Der schmale Grat (The Thin Red Line)
1999: Simpatico
2000: Almost Famous – Fast berühmt (Almost Famous)
2001: Corellis Mandoline (Captain Corelli’s Mandolin)
2001: Vanilla Sky
2003: Last Samurai (The Last Samurai)
2005: Elizabethtown
2006: Seraphim Falls
2007: Gone Baby Gone – Kein Kinderspiel (Gone Baby Gone)
2007: Rise: Blood Hunter (Rise)
2008: Tropic Thunder
2008: Shine a Light (Kameramann)
2008: Wanted (Director of Photography: New York)
2008: Auf brennender Erde (The Burning Plain, zusätzlicher Kameramann)
2008: Breaking Bad (Pilotfolge)
2009: Wenn Liebe so einfach wäre (It’s Complicated)
2011: Der Plan (The Adjustment Bureau)
2012: Das wundersame Leben des Timothy Green (The Odd Life of Timothy Green)
2012: Cloud Atlas
2013: Iron Man 3
2015: Jupiter Ascending
2015–2017: Sense8 (Fernsehserie, 23 Episoden)
2016: Die irre Heldentour des Billy Lynn (Billy Lynn’s Long Halftime Walk)
2019: Harriet – Der Weg in die Freiheit (Harriet)
2021: Matrix Resurrections (The Matrix Resurrections)
2023: Brady’s Ladies (80 for Brady)

Playlist:

01. Pat Metheny - Chris (The Falcon and the Snowman) - 03:17 
02. John Barry - Peggy Sue With Michael (Peggy Sue Got Married) - 05:03 
03. Giorgio Moroder - Tony's Theme (Scarface) - 03:11 
04. Michael Small - Seduction (Black Widow) - 06:32 
05. Dave Grusin - Jo Ann's Song (Tequila Sunrise) - 04:11 
06. John Williams - Among the Clouds (Always) - 08:37 
07. Basil Poledouris - Contest (Wind) - 03:11 
08. James Horner - Susannah (Legends of the Fall) - 04:36 
09. James Horner - End Credits (Braveheart) - 07:13 
10. Michael Kamen - Valedictorian (Jack) - 04:26 
11. Elmer Bernstein - Donny (The Rainmaker) - 06:48 
12. Hans Zimmer - March Inland (The Thin Red Line) - 08:21 
13. Hans Zimmer - Idyll's End (The Last Samurai) - 06:40 
14. Stewart Copeland - Rush to LA (Simpatico) - 03:13 
15. Stephen Warbeck - Reunion (Captain Corelli's Mandolin) - 02:48 
16. Hans Zimmer & Heitor Pereira - No Regrets (It's Complicated) - 04:30 
17. Harry Gregson-Williams - Forgive Me (Seraphim Falls) - 05:03 
18. Harry Gregson-Williams - In the Darkness (Gone Baby Gone) - 03:52 
19. Thomas Newman - Escher Loop (The Adjustment Bureau) - 04:14 
20. Terence Blanchard - The Railroad Starts (Harriet) - 04:29 
21. Geoff Zanelli - Life Goes On (The Odd Life of Timothy Green) - 04:20 
22. Michael Giacchino - Jupiter Ascending - 1st Movement (Jupiter Ascending) - 04:12 
23. Jerry Goldsmith - Young Again / Take Me With You / A New Guest (Twilight Zone: The Movie) - 10:13

Samstag, 21. Dezember 2019

Playlist #282 vom 22.12.2019 - NEUHEITEN 2019 (7)

In der letzten Neuheiten-Sendung des laufenden Jahres gibt es wieder eine bunte Mischung ganz unterschiedlicher Interpreten zu verschiedenen Film- und Fernsehformaten und Genres zu hören. Neben den renommierten Komponisten James Newton Howard, Alexandre Desplat, Howard Shore, Carter Burwell, Thomas Newman, Gabriel Yared, Stephen Warbeck, John Debney und Brian Tyler sind viele neue Namen, aber auch bekannter werdende Nachwuchstalente wie Jeff Russo und Martin Phipps sowie Neuveröffentlichungen von Altmeistern wie Elmer Bernstein und Lalo Schifrin in der heutigen Playlist vertreten.

Den Auftakt bildet die Zusammenarbeit zwischen John Debney und Germaine Franco zur Realfilm-Adaption der Nickelodeon-Zeichentrickserie „Dora“, die von 2000 bis 2014 auf acht Staffeln kam. Nachdem der Vorschulhit eine Spin-off- und Sequelserie, Merch-Artikel, Bücher und Videospiele hervorbrachte, legt „Die Muppets“-Regisseur James Bobin eine Fortsetzung des Familienabenteuers im Kinoformat vor, bei dem die siebenjährige Dora aus dem Fernsehen zu einem Teenager gereift ist und im Dschungel von Peru in einen Entführungsfall verstrickt wird. Die Komponisten haben dazu einen wuchtigen orchestralen Score mit Chor und exotischen Elementen kreiert.
Lele Marchitelli ist vor allem durch seine langjährige Zusammenarbeit mit dem italienischen Regisseur Paolo Sorrentino („The Young Pope“, „La Grande Bellazza“) bekannt geworden. Nun komponierte er die von feinen Piano-Melodien und leisen Streichern geprägten Score zum Dokumentarfilm „#AnneFrank – Parallel Stories“, in dem Helen Mirren aus dem Tagebuch der jungen Jüdin vorliest, die kurz vor dem Kriegsende dem Holocaust zum Opfer gefallen war.
Der schwedische Komponist Simon Kölle engagierte für seinen Score zu dem von Rasmus Tirzitis inszenierten Wikinger-Abenteuer „The Huntress: Rune of the Dead“ den schwedischen Multi-Instrumentalisten Per Runberg und die Sängerin Mohlavyr, um dem orchestralen Score außergewöhnliche Farben zu verleihen.
„Es war auf der einen Seite etwas neu für mich, einen Score für einen Wikinger-Film zu komponieren, auf der anderen Seite habe ich einen Hintergrund, Musik für Fantasy-Spiele und -Alben zu schreiben“, erzählt der 1977 in Stockholm geborene Komponist, der gerade die zweite Staffel der schwedischen Serie „Blake Lake“ und den Steven-Seagal-Action-Thriller „The Perfect Weapon“ vertont hat. „Rasmus Tirzitis verwendete keine Temp Music, um mir alle möglichen Freiheiten zu gewähren, mit der Musik eine Geschichte zu erzählen und die passende Stimmung für den Film zu kreieren.“
Seit einem bahnbrechenden Hollywood-Debüt mit „American Beauty“ hat Sam Mendes immer gut drei bis vier Jahre gebraucht, um einen neuen Film in die Kinos zu bringen. Nach den beiden James-Bond-Filmen „Skyfall“ (2012) und „Spectre“ (2015) inszenierte Mendes nun mit „1917“ ein Kriegsdrama, in dem die beiden jungen britischen in Nordfrankreich stationierten Soldaten Schofield (George MacKay) und Blake (Dean-Charles Chapman) den Auftrag erhalten, tief durch von Deutschen kontrolliertes Land zu gehen, um eine wichtige Botschaft zu überbringen. Um den gefürchteten Angriff zu verhindern, läuft den beiden Kurieren aber die Zeit davon, denn unter den Hunderten Soldaten, die dem Angriff zum Opfer fallen würden, wäre auch Blakes eigener Bruder … Thomas Newman komponierte in der siebten Zusammenarbeit mit dem Regisseur dazu einen betörend schönen, von elegischen Streichern und den für Newman typischen Piano-Tupfern getragenen Score, der besonderen Anforderungen gerecht werden musste, wie der Komponist im Interview mit "The Wrap" erinnert:
„Es ging um emotionale Inhalte im Vergleich zu dramatischen Inhalten. Am Ende musste die Musik den Ort, die Nachtfackeln und den Kontrast von Licht und Dunkelheit einbeziehen. Und die Frage, die du beantworten musst, lautet: Soll es beängstigend sein, soll es intensiv sein oder soll es dystopisch schön sein? Mendes wollte immer dystopisch schön sein, und so wurde daraus die Frage: Wie klingt das?“ 
Besonders schöne Klänge gibt es auch von Alexandre Deplat zu hören. Der französische Oscar-Preisträger („The Grand Budapest Hotel“, „The Shape of Water“) vertonte nicht nur Costa-Gravas‘ biografisches Drama „Adults in the Room“, in dem die Auseinandersetzungen über die Finanzhilfen für Griechenland 2015 aufgearbeitet werden, sondern auch Greta Gerwigs Neuverfilmung von „Little Women“.
„Als ich das erste Mal daran dachte, ‚Little Women‘ zu machen, wusste ich, dass der Score ein essentieller Teil des Storytelling werden würde. Ich wollte, dass der Film ein Musical ohne Gesang wird. Er musste wunderschön sein, ohne süßlich zu wirken, episch, ohne die Darsteller zu erdrücken, tragisch, ohne manipulativ zu sein, intelligent, ohne überlegen wirken zu wollen. Kurzgesagt, ich brauchte ein Genie, und Alexandre Desplat ist ein Genie des Kinos, da bin ich mir sicher“, berichtet die Schauspielerin und Regisseurin im Booklet zum Soundtrack von Sony Classical.
„Indem sie ‚Little Women‘ für die Leinwand adaptierte, hat sie die Erforschung vom Ende der Unschuld, die Entdeckung der Liebe und den notwendigen Kampf der Frauen um ihre Unabhängigkeit weiterentwickelt“, fügt Desplat zur Zusammenarbeit mit Greta Gerwig hinzu. „Um das Leben dieser vier jungen Mädchen auf ihrem Weg zum Erwachsensein einzufangen, habe ich es in die vier Hände zweier Pianisten gelegt. Sie werden unterstützt von einem Kammerorchester, das uns in der intimen Welt dieser ‚kleinen Frauen‘ hält.“ 
Caldera Records hat mit „Naked“ eine schöne Zusammenstellung der langjährigen Zusammenarbeit zwischen dem britischen renommierten Filmemacher Mike Leigh („Lügen und Geheimnisse“, „Happy-Go-Lucky“) veröffentlicht, auf der neben der Musik zu „Meantime“ (1983), „Hohe Erwartungen“ (1988) und „Lügen und Geheimnisse“ (1996) vor allem die von einer Harfe geprägten Musik zu dem 1993 inszenierten Drama „Nackt“ prominent vertreten ist.
Nachdem David Stone Hamilton bereits Carl Strathies Weltraum-Thriller „Solis“ vertont hatte, komponierte er nun auch dessen übernatürlichen Thriller „Dark Encounter“, in dem eine trauernde Familie die Wahrheit über das mysteriöse Verschwinden ihres achtjährigen Mädchen verarbeiten muss.
„Wir wollten mit dem Score Themen der Schuld und des Verlustes erforschen und mit der Musik die Art und Weise reflektieren, wie eine Tragödie eine Familie auseinanderreißen kann“, erklärt der Komponist. „Wenn Besucher aus einer anderen Welt in Gestalt fremdartiger Lichter erscheinen, haben wir avantgardistische Vocals verwendet, um ein Gefühl von Terror und Mystery hervorzurufen, während sie auf einen sehr menschlichen Aspekt in diesen außerirdischen Eindringlingen hinweisen. Als die wahren Absichten der Aliens entschlüsselt sind, werden die Vocals zu himmlischen Chor-Texturen transformiert und das Orchester nimmt größere Ausmaßen an. Wir wollten diesen Kontrast im musikalischen Stil und der Instrumentation, um eine wichtige Veränderung in der Geschichte zu signalisieren, während sich starke emotionale Themen als roter Faden durch den Film ziehen.“ 
Der belgische Komponist Hannes De Maeyer vertonte mit seiner Musik zum WW2-Thriller „U-235“ (aka „Torpedo“) die Geschichte flämischer Rebellen, die in geheimer Mission mit einem gekaperten deutschen U-Boot vom Kongo in die USA mit einer Fracht unterwegs sind, die den Alliierten zum Sieg verhelfen könnte.
„Ich bin immer ein Fan von WW2-bezogenen Filmen und Spielen wie der ‚Medal of Honor‘-Reihe von Michael Giacchino und Christopher Lennertz, ‚Saving Private Ryan‘ von John Williams oder ‚Band of Brothers‘ von Michael Kamen gewesen“, erzählt De Maeyer. „Während der Vorbereitung zu ‚U-235‘ bin ich komplett in diese Welt eingetaucht. Die größte Schwierigkeit bestand darin, eine Balance zwischen der Nostalgie zu finden, ohne dass es zu altmodisch klingt. Das ist etwas, an dem wir hart gearbeitet haben. Es gab keinen Zweifel daran, dass wir den Score mit einem großen Orchester voll mit Blechbläsern und Percussions aufnehmen mussten. Das war einfach das, was der Film brauchte. Die Bezüge und die Stimmungen von nostalgischen Filmen wie ‚The Great Escape‘ und ‚Indiana Jones‘ waren in allen Aspekten des Films vorhanden, auch bei der Musik.“
Der in Frankreich geborene und in Teheran lebende Komponist Christophe Rezai nimmt den Hörer mit seiner Musik zum Animations-Abenteuer „The Last Fiction“ auf eine musikalische Reise durch Raum und Zeit, wobei er die mittelalterliche Welt des Mittleren Ostens auferstehen lässt. Die Geschichte, die auf Traditionen der persischen Literatur und vor allem auf dem Klassiker „The Book of Kings“ von Ferdowski basiert, folgt zum einen dem jungen Prinzen Zahak, der durch einen Handel mit dem Teufel den Thron des antiken Persien erobert, zum anderen dem jungen Helden Afaridoun, der die Menschheit im Königreich aus der Dunkelheit befreien will. Rezai vereint in seinem Score iranische folkloristische Musik mit einem symphonischen, mit Chorälen angereicherten Orchester zu einem ebenso emotionalen wie actionreichen Soundtrack.
„Der Soundtrack zu ‚The Last Fiction‘ präsentiert die reine musikalische Kultur des Iran. Wir haben fünf Jahre damit verbracht, überall im Land die iranische Folkmusik zu erforschen, selbst in den kleinsten Dörfern“, rekapituliert Rezai die Entstehung der Musik. „Wir haben uns dazu entschlossen, weil der Film von Shahnameh (The Book of Kings) handelt, also haben wir das Bedürfnis gehabt, dass die gesamte musikalische Kultur mit einem der größten je geschriebenen iranischen Bücher repräsentiert werden sollte.

Playlist:
1. John Debney & Germaine Franco - Moon Gate (Dora and the Lost City of Gold) - 03:42
2. Lele Marchitelli - Alive (#AnneFrank - Parallel Stories) - 02:50
3. Simon Kölle - The Viking Family (The Huntress) - 03:55
4. Christophe Rezai - Jamshid's Light (The Last Fiction) - 02:26
5. Carl Thiel - Chi Sau Training (Seis Manos) - 02:12
6. Rik Schaffer - Chinatown Theme (Vampire The Masquerade - Bloodlines) - 06:09
7. Brian Tyler - Identity Crisis (Charlie's Angels) - 03:19
8. Nate Heller - Score Suite (A Beautiful Day in the Neighborhood) - 04:45
9. Stephen Warbeck - The City (Down to Earth) - 03:07
10. Gabriel Yared - Prologue (Paradise War - The Story of Bruno Manser) - 02:57
11. Max Aruj & Steffen Thom - Haley's Theme (Crawl) - 02:13
12. Labyrinth - Demanding Excellence (Euphoria) - 03:31
13. Thomas Newman - Come Back to Us (1917) - 05:40
14. Alexandre Desplat - Europe (Adults In The Room) - 05:04
15. Alexandre Desplat - Jo Writes (Little Women) - 03:50
16. James Newton Howard - Love and Suffering (A Hidden Life) - 07:45
17. Howard Shore - It Ended In Silence (The Song of Names) - 04:25
18. David Reichelt - Sola (La Palma) - 02:35
19. Carter Burwell - Are We Doing This? (The Morning Show - Season 1) - 03:53
20. Hannes De Maeyer - Sacrifice (Torpedo) - 02:24
21. David Stone Hamilton - One Year Later (Dark Encounter) - 03:22
22. Lisa Gerrard & James Orr - Nightcap (Secret Bridesmaid's Business) - 02:16 - 03:41
23. Andrew Dickson - Blank It All Out (Naked) - 02:39
24. Martin Phipps - Man on the Moon (The Crown - Season 3) - 04:09
25. Tom Howe - Lu-La's Memory (Farmageddon) - 03:15
26. Trent Reznor & Atticus Ross - How the West Was Really Won (Watchmen - Volume 01) - 03:45
27. Atticus Ross, Leopold Ross & Claudia Sarne - As Far as I Could (Earthquake Bird) - 04:58
28. Lalo Schifrin - Will We Ever See You Again? (Return From Witch Mountain) - 03:40
29. Elmer Bernstein - Goodbyes and End Credits (The Amazing Mr. Blunden) - 03:30
30. Jeff Russo - Race to the Moon [Piano Suite] (For All Mankind - Season 1) - 06:11

Freitag, 10. August 2018

Playlist #247 vom 19.08.2018 - JOAQUIN PHOENIX Special

Mit drei Oscar-Nominierungen als bester Darsteller (für seine Rollen in „Gladiator“, „Walk The Line“ und „The Master“) zählt der US-amerikanische Schauspieler Joaquin Phoenix zu den besten Darstellern seiner Generation. Vor allem seine Zusammenarbeit mit Filmemachern wie M. Night Shyamalan („Signs“, „The Village“), James Gray („The Yards – Im Hinterhof der Macht“, „Helden der Nacht – We Own the Night“, „Two Lovers“, „The Immigrant“) und Paul Thomas Anderson („The Master“, „Inherent Vice – Natürliche Mängel“) war sehr förderlich für seine Karriere. Nun ist er in Gus Van Sants biografischen Drama „Don’t Worry, weglaufen geht nicht“ im Kino zu sehen.

Joaquin Phoenix wurde am 28. Oktober 1974 in San Juan, Puerto Rico, unter dem Namen Joaquin Raphael Bottom als mittleres von insgesamt fünf Kindern geboren. Seine Eltern waren als Missionare der Sekte Children of God vor allem in Mittel- und Südamerika unterwegs, bis sie sich 1978 in Los Angeles niederließen und zum Neuanfang ihren Familiennamen von Bottom in Phoenix änderten. Die Kinder wurden ermutigt, ihre kreativen Instinkte zu entwickeln, und nahmen an verschiedenen Talentshows teil, wo sie von einer Agentin entdeckt wurden. Als strikte Veganer kam für sie keine Werbung für Fleisch, Milch und Junk Food in Frage, aber sie waren in etlichen Spots für weniger problematische Produkte zu sehen.
Seinen ersten Schauspiel-Gig absolvierte Joaquin 1982 in der Sitcom seines älteren Bruders River, „Seven Brides for Seven Brothers“. Nach weiteren Auftritten in Werbespots und Fernsehserien war Phoenix als jüngstes Crew-Mitglied in der Sci-Fi-Familien-Komödie „Space Camp“ (1986) zu sehen, ehe er in dem Cold-War-Drama „Russkies“ (1987) und in Ron Howards Komödie „Eine Wahnsinnsfamilie“ (1989) seine ersten Hauptrollen bekam.
Weil er unzufrieden mit den Rollen war, die ihm als Darsteller in seinem Alter angeboten wurden, kehrte Joaquin Phoenix Hollywood für eine Weile den Rücken zu und wollte mehr von der Welt sehen. Als sich seine Eltern trennten, zog er mit seinem Vater zunächst nach Mexiko und kehrte unter tragischen Umständen ins Rampenlicht zurück: Als er am 31. Oktober 1993 mit seinem Bruder River den teilweise Johnny Depp gehörenden Club „The Viper Room“ besuchte, brach River nach einer Überdosis Drogen zusammen und starb später. Auf Drängen seiner Freunde und Kollegen begann Joaquin, wieder Drehbücher zu lesen, doch sein Comeback ließ so lange auf sich warten, bis er die richtige Rolle gefunden hatte.
1995 spielte er neben Nicole Kidman in der Satire „To Die For“ von Gus Van Sant, mit dem bereits sein verstorbener Bruder an „Das Ende der Unschuld“ (1991) und „Cowboy Blues“ (1993) gearbeitet hatte. Weitere Stationen in Phoenix‘ Karriere waren „Die Abbotts – Wenn Hass die Liebe tötet“ (1997) mit Liv Tyler, die mit ihm für knapp drei Jahre ein Paar gewesen ist, und Oliver Stones „U-Turn – Kein Weg zurück“ (1997). Mit Vince Vaughn stand er bei „Für das Leben eines Freundes“ (1998) und „Lebende Ziele“ (1998) gemeinsam vor der Kamera, ehe er in Joel Schumachers „8mm“ (1999) einen Verkäufer im Porno-Laden spielte.
Seinen internationalen Durchbruch feierte Phoenix als paranoiden Widersacher von Russell Crowes heroischen Part in Ridley Scotts Historien-Epos „Gladiator“ (2000). Für seine Darstellung des römischen Kaisers Commodus erhielt er seine erste Oscar-Nominierung (als bester Nebendarsteller). Nach James Grays „The Yards – Im Hinterhof der Macht“ (2000) und dem Marquis-de-Sade-Biopic „Quills – Macht der Besessenheit“ (2000) war Phoenix in den beiden Mystery-Thriller-Dramen „Signs“ (2002) und „The Village“ (2004) von M. Night Shyamalan zu sehen und wurde von Johnny Cash selbst ausgesucht, in seiner Biographie „Walk the Line“ (2005) den Country-Star zu spielen und seine Songs auch für den Soundtrack aufzunehmen. Seine überzeugende Darstellung wurde mit einer weiteren Oscar-Nominierung bedacht, diesmal als bester Hauptdarsteller, und er bekam den Golden Globe in der Kategorie bester Hauptdarsteller in einer Komödie oder Musical.
Im Oktober 2008 verkündete Phoenix in der David-Letterman-Show, dass er sich aus dem Filmgeschäft zurückziehen möchte, um sich ganz der Musik zu widmen, worauf er mit langen Haaren und Bart merkwürdige Auftritte in Talkshows absolvierte und als kurioser Rap-Künstler auf sich aufmerksam machte. Im September 2010 erwies sich dieses Gebaren allerdings als Fake: In der Mockumentary „I’m Still Here: The Lost Year of Joaquin Phoenix“ hat Casey Affleck den Schauspieler vom angekündigten Rückzug aus Hollywood bis zu seinen inszenierten Versuchen, als Rapper Karriere zu machen, filmisch begleitet.
„Wir wollten uns gar nicht über Hollywood oder die Medien lustig machen. Das haben die Medien schon selbst erledigt. Weil es irgendwann allen nützte, die Lüge am Leben zu halten. Niemand wollte den Hype ruinieren, niemand wollte sagen: Die Hip-Hopper-Geschichte ist einfach nur ein Joke. Es gab so viele offene und versteckte Hinweise, dass die Geschichte nicht echt sein konnte. Aber die Unterhaltungsmedien versuchen nicht, herauszufinden, ob etwas wahr ist. Sie drucken und veröffentlichen nur das, was ihnen schlüpfrig erscheint“, erklärte Phoenix dazu im zeit.de-Interview. 

2012 war Phoenix neben Philip Seymour Hoffman in Paul Thomas Andersons Drama „The Master“ zu sehen, was ihm seine zweite Oscar-Nominierung als bester Hauptdarsteller einbrachte. Es folgte eine bemerkenswerte Performance in Spike Jonzes futuristischer Romanze „Her“ (2013), in James Grays historischen Melodrama „The Immigrant“ (2014) und in Andersons Adaption von Thomas Pynchons „Inherent Vice“ (2014).
Zuletzt spielte er Lynne Ramsays Thriller-Drama „A Beautiful Day“ einen Kriegsveteranen und Ex-FBI-Agenten, der gegen Geld Frauen aus Mädchenhändlerringen befreit und sich um seine senile Mutter kümmert, und den Messias in Garth Davis‘ Biopic „Maria Magdalena“, wo er ebenso wie in Gus Van Sants „Don’t Worry, weglaufen geht nicht“ an der Seite seiner Freundin Rooney Mara zu sehen ist. 2019 soll Phoenix dann in Todd Phillips‘ („Hangover“) „Batman“-Spin-Off „Joker“ die Titelrolle spielen.

Filmographie: 
1982: Seven Brides for Seven Brothers (Fernsehserie, Folge 1x13 Christmas Song)
1984: ABC Afterschool Specials (Fernsehserie, Folge 12x06 Backwards: The Riddle of Dyslexia)
1985: Kids Don’t Tell (Fernsehfilm)
1986: Morningstar/Eveningstar (Fernsehserie, 7 Folgen)
1986: Space Camp (SpaceCamp)
1987: Russkies
1988: Der heimliche Zeuge (Secret Witness, Fernsehfilm)
1989: Eine Wahnsinnsfamilie (Parenthood)
1991: Walking the Dog
1995: To Die For
1997: Die Abbotts – Wenn Haß die Liebe tötet (Inventing the Abbotts)
1997: U-Turn – Kein Weg zurück (U-Turn)
1998: Für das Leben eines Freundes (Return to Paradise)
1998: Clay Pigeons – Lebende Ziele (Clay Pigeons)
1999: 8mm – Acht Millimeter (8MM)
2000: The Yards – Im Hinterhof der Macht (The Yards)
2000: Gladiator
2000: Quills – Macht der Besessenheit (Quills)
2001: Army Go Home! (Buffalo Soldiers)
2002: Ultimate Fights from the Movies (Dokumentarfilm)
2002: Signs – Zeichen (Signs)
2003: It’s All About Love
2003: Bärenbrüder (Brother Bear, Stimme für Kenai)
2004: Hotel Ruanda (Hotel Rwanda)
2004: Im Feuer (Ladder 49)
2004: The Village – Das Dorf (The Village)
2005: Walk the Line
2005: Earthlings (Dokumentarfilm, Stimme für Erzähler)
2007: Helden der Nacht – We Own the Night (We Own the Night)
2008: Ein einziger Augenblick (Reservation Road)
2008: Two Lovers
2010: I’m Still Here
2012: The Master
2013: Her
2013: The Immigrant
2014: Inherent Vice – Natürliche Mängel (Inherent Vice)
2015: Irrational Man
2017: A Beautiful Day (You Were Never Really Here)
2018: Don’t Worry, weglaufen geht nicht (Don’t Worry, He Won’t Get Far on Foot)
2018: Maria Magdalena (Mary Magdalene)
Playlist:
01. Danny Elfman - Drawing Montage (Don't Worry, He Won't Get Far On Foot) - 03:14
02. John Williams - In Orbit (Space Camp) - 03:17
03. James Newton Howard - Danny's Theme (Russkies) - 05:04
04. Randy Newman - Karen and Gil - Montage (Parenthood) - 04:52
05. Danny Elfman - Main Titles (To Die For) - 04:09
06. Michael Kamen - Re-Inventing The Abbotts (Inventing The Abbotts) - 07:03
07. Ennio Morricone - Grace (U-Turn) - 04:38
08. Mark Mancina - Return To Paradise (Return To Paradise) - 04:15
09. Hans Zimmer & Lisa Gerrard - Win The Crowd (Gladiator) - 02:49
10. Afro Celt Sound System - Mama Ararira (Hotel Rwanda) - 03:40
11. William Butler & Owen Pallett - Dimensions (Her) - 05:42
12. James Newton Howard - What Are You Asking Me? (The Village) - 06:00
13. James Newton Howard - Throwing A Stone (Signs) - 05:47
14. Mark Isham - Reservation Road (Reservation Road) - 04:04
15. Howard Shore - Queenborough Hall (The Yards) - 02:26
16. Wojciech Kilar - End Credits (We Own The Night) - 02:57
17. Zbigniew Preisner - Uganda (It's All About Love) - 03:10
18. Hildur Guðnadóttir & Jóhann Jóhannsson - Resurrection (Mary Magdalene) - 04:31
19. Mark Mancina - Sitka's Advice (Brother Bear) - 02:44
20. William Ross - Memorial (Ladder 49) - 06:21
21. Hans Zimmer & Lisa Gerrard - Only You To Share It With (Gladiator) - 03:00
22. James Newton Howard - End Credits (The Village) - 06:00
23. Jonny Greenwood - Shasta Fay Hepworth (Inherent Vice) - 05:45
24. Jonny Greenwood - Tree Strings (You Were Never Really Here) - 05:11
25. Jonny Greenwood - Alethia (The Master) - 04:05
26. Stephen Warbeck - The End: A New Manuscript (Quills) - 07:32

Sonntag, 18. Dezember 2016

Playlist #204 vom 25.12.2016 - CHRISTMAS Special

Wenn schon einmal die Weihnachtsfeiertage auf einen Sendetermin der Soundtrack Adventures fallen, liegt es natürlich auf der Hand, ein Set mit Filmmusik zusammenzustellen, das die Weihnachtszeit thematisch repräsentiert. Dabei habe ich mich nicht nur auf klassische Weihnachtsfilme konzentriert, sondern beispielsweise auch romantische Komödien/Dramen wie „Während du schliefst“, „Tatsächlich Liebe …“, „8 Frauen“, „Liebe braucht keine Ferien“ und „Family Man“ berücksichtigt, die in der Weihnachtszeit spielen.

Den Auftakt bildet John Williams mit seiner Musik zu „Kevin – Allein zu Haus“, den Chris Columbus 1990 inszenierte und bis heute zu den hundert erfolgreichsten Filmen aller Zeiten zählt. Macaulay Culkin spielt darin den Jungen Kevin McCallister, der nach einem Streit mit seiner Mutter als Strafe auf den Dachboden verbannt und leider dort auch im Aufbruchstrubel vergessen wird, als die Großfamilie am nächsten Morgen zum lange geplanten Weihnachtsurlaub nach Paris aufbricht. Kevin muss die Feiertage zwar gezwungenermaßen allein verbringen, bleibt aber nicht lange allein, weil es zwei nicht so clevere Einbrecher auf das Hab und Gut der McCallisters abgesehen haben.
Weniger gelungen ist die zwei Jahre später produzierte Fortsetzung „Kevin – Allein in New York“, wiederum unter der Regie von Chris Columbus und mit einem vielfarbigen Orchester-Score von John Williams.
Natürlich dürfen beim Thema Weihnachtsfilme auch die vielen unterschiedlichen Adaptionen nicht fehlen, die von Charles Dickens‘ 1843 veröffentlichter und weltberühmter „Weihnachtsgeschichte“ entstanden sind, mit der der bedeutende Schriftsteller auf die Not der Armen in Englands Gesellschaft aufmerksam machen wollte.
„A Christmas Carol“ erzählt von dem herzlosen und geizigen Geschäftsmann Ebenezer Scrooge, dem am Heiligen Abend der Geist seines verstorbenen Geschäftspartners Marley erscheint, der einst noch schlimmer als Scrooge gewesen war und ihn nun vor einem düsteren Ende warnt, sollte er sein Leben nicht von Grund aus ändern. Tatsächlich sorgen die Geister der vergangenen, gegenwärtigen und zukünftigen Weihnacht jeweils dafür, dass Scrooge am Ende tatsächlich zu einem besseren Menschen wird.
Verfilmt wurde diese eindringliche Geschichte nicht nur mit Jim Hensons Muppets, sondern u.a. auch von David Hugh Jones mit Patrick Stewart in der Hauptrolle, wobei Stephen Warbeck die Musik zu dieser Verfilmung aus dem Jahr 1999 beisteuerte, von Robert Zemeckis mit Jim Carey in der Hauptrolle und auch von Richard Donner unter dem Titel „Die Geister, die ich rief“, in der Bill Murray die Rolle des Geizhalses Ebenezer Scrooge mit viel Witz verkörperte.
Abgerundet wird das Christmas-Special mit der Musik von Komponisten wie Danny Elfman zu Tim Burtons düsterem Weihnachtstrickfilm „A Nightmare Before Christmas“ (1993) und Brett Rattners Fantasy-Drama „The Family Man“ (2000), Mychael Danna zu Catherine Hardwickes „Es begab sich aber zu der Zeit …“ (2006) und Bruce Broughton, der die Musik zu Robert Liebermans romantischer Komödie „Mein Weihnachtswunsch“ (1991) und zu Les Mayfields wunderbaren Film „Das Wunder von Manhattan“ (1994) mit Richard Attenborough in der Hauptrolle.
Alan Silvestri ist mit der Musik zu den beiden Robert-Zemeckis-Filmen „Polar Express“ und „Walt Disneys Weihnachtsgeschichte“ ebenso vertreten wie Henry Mancini mit der Musik zu „Santa Claus: The Movie“ (1985) sowie Harry Gregson-Williams, Michael Convertino, Robert Folk, Randy Edelman und James Horner.


Playlist: 
01. John Williams - We Wish You A Very Christmas/End Title (Home Alone) - 04:42
02. James Horner - Memories Of A Green Childhood (How The Grinch Stole Christmas) - 03:31
03. Randy Edelman - Riverside Walk (While You Were Sleeping) - 05:22
04. Craig Armstrong - "Ready In The Flashiest Of Flashes" (Love Actually) - 03:05
05. Danny Elfman - Grand Finale/End Titles (Family Man) - 05:14
06. Harry Gregson-Williams - Christmas Morning (Arthur Christmas) - 04:00
07. John Williams - Christmas At Carnegie Hall (Home Alone 2: Lost In New York) - 05:15
08. Philippe Rombi - The Absence Theme (Merry Christmas) - 07:13
09. Stephen Warbeck - Walking Home (A Christmas Carol) - 02:16
10. Mark McKenzie - Power Of Prayer (Silver Bells) - 02:35
11. Alan Silvestri - The Ghost Of Christmas Past (A Christmas Carol) - 05:00
12. Michael Convertino - As Love (Santa Clause) - 03:06
13. Danny Elfman - Asylum/Luncheon/Crematorium/On Fire (Scrooged) - 03:50
14. Danny Elfman - End Titles (Nightmare Before Christmas) - 05:04
15. Bruce Broughton - Thank You, Santa! (All I Want For Christmas) - 03:40
16. Henry Mancini - Santa's New Home (Santa Claus: The Movie) - 04:14
17. John Debney - Track 45 (I'll Be Home For Christmas) - 02:46
18. Mychael Danna - The Annunciation (The Nativity Story) - 04:00
19. David Newman - Rescue Jamie And Finale (Jingle All The Way) - 04:02
20. Mark Snow - Search Your Heart (Ernest Saves Christmas) - 03:12
21. Robert Folk - Main Titles (Trapped In Paradise) - 03:00
22. Bruce Broughton - I'm A Symbol (Miracle On The 34th Street) - 03:12
23. Elmer Bernstein - Main Title (Trading Places) - 04:01
24. Krishna Levy - Generique Fin (8 Femmes) - 03:54
25. Hans Zimmer - Maestro (The Holiday) - 03:54
26. John Williams - The Next Morning/Mom Returns/Finale (Home Alone) - 04:35
27. Alan Silvestri - Meeting Santa Claus (Polar Express) - 06:17
28. Christophe Beck - Suite (Fred Claus) - 07:41

Sonntag, 4. Januar 2015

Playlist #154 vom 11.01.2015 - GWYNETH PALTROW Special

Ihr Interesse für das Filmgeschäft wurde Gwyneth Paltrow bereits in die Wiege gelegt. Als Tochter des Regisseurs und Fernsehproduzenten Bruce Paltrow und der Schauspielerin Blythe Danner studierte sie nach der High School zwar zunächst Kunstgeschichte an der University of California in Santa Barbara, widmete sich aber nach dem Abbruch des Studiums der Schauspielerei. Die für ihre Rolle in John Maddens „Shakespeare In Love“ (1998) mit einem Oscar ausgezeichnete Schauspielerin ist seit dem 22. Januar in David Koepps Krimi-Komödie „Mortdecai – Der Teilzeitgauner“ an der Seite von Johnny Depp zu sehen.

Nachdem sie schon früher zusammen mit ihrer Mutter auf der Theaterbühne gestanden hatte, gab Gwyneth Paltrow 1990 ihr professionelles Theaterdebüt und übernahm 1991 nicht nur an der Seite von John Travolta in „Shout“ ihre erste Filmrolle, sondern durfte unter der Regie ihres Patenonkels Steven Spielberg auch die junge Wendy in dem Fantasy-Spaß „Hook“ spielen. Es folgten kleinere Rollen in den Thrillern „Flesh And Bone – Ein blutiges Erbe“ und „Malice – Eine Intrige“ (beide 1993), ehe sie 1995 international bekannt wurde, als sie in David Finchers Psycho-Thriller „Sieben“ die Filmfrau von Brad Pitt darstellte.
Positive Kritiken erhielt sie auch für die Titelrolle in Douglas McGraths Adaption von Jane Austens „Emma“ (1996). In Alfonso Cuaróns Verfilmung von Charles Dickens‘ „Große Erwartungen“ war sie erneut in einem Literaturklassiker zu sehen. Paltrow war zwar auch für die Rolle der Rose in James Camerons Blockbuster „Titanic“ im Gespräch, doch wurde sie schließlich mit Kate Winslet besetzt. Dafür durfte sie 1998 ihren internationalen Durchbruch feiern, als sie in „Shakespeare In Love“ die fiktive Freundin von William Shakespeare spielte und dafür nicht nur den Oscar für die beste Hauptdarstellerin erhielt, sondern auch einen Golden Globe und den Screen Actors Guild Award für die beste weibliche Hauptrolle.
In den darauffolgenden Jahren lief es weiterhin gut für die attraktive Schauspielerin, die zwischen 1995 und 1997 mit Brad Pitt verlobt und zwischen 1998 und 2000 mit Ben Affleck liiert war, ehe sie 2003 mit Chris Martin den Sänger der kalifornischen Rockband Coldplay heiratete.
1999 spielte sie in der Patricia-Highsmith-Verfilmung „Der talentierte Mr. Ripley“ an der Seite von Jude Law, Matt Damon und Cate Blanchett, ein Jahr später mit ihrem damaligen Lebensgefährtin Ben Affleck in dem Liebesfilm „Bounce – Eine Chance für die Liebe“, dann in Wes Andersons Ensemble-Komödien-Drama „Die Royal Tenenbaums“ (2001) und schließlich in der Fantasy-Liebeskomödie „Schwer verliebt“ an der Seite von Jack Black.
Ihre Vielseitigkeit stellte Paltrow auch in den nächsten Jahren unter Beweis, als sie in dem romantischen Mystery-Drama „Besessen“ (2002), in dem Komödien-Flop „Flight Girls“ (2003), dem biografisch gefärbten romantischen Drama „Sylvia“ und dem Fantasy-Action-Drama „Sky Captain and the World of Tomorrow“ (2004) zu sehen war. John Madden („Shakespeare In Love“) besetzte sie neben Anthony Hopkins in seinem Drama „Der Beweis – Liebe zwischen Genie und Wahnsinn“ (2005), wofür sie eine weitere Golden-Globe-Nominierung erhielt, dann startete sie in den Comic-Verfilmungen von Marvels „Iron Man“ (2008, 2010 und 2013) und „Marvel’s The Avengers“ (2012) durch.
Gwyneth Paltrow wurde am 13. Dezember mit einem Stern auf dem Walk of Fame in Hollywood geehrt und macht auch als Sängerin eine gute Figur. Sie sang jeweils mehrere Songs in den Filmen „Traumpaare“ (2000) und „Country Strong“ (2010) sowie in der TV-Serie „Glee“, wofür sie 2011 mit einem Emmy ausgezeichnet wurde. Mit dem Cover des Gary-Glitter-Songs „Do You Wanna Touch Me? (Oh Yeah!)“ wurde sie im März 2011 sogar die Nr. 1 in den australischen Charts.
Im Kino ist sie derzeit in „Mortdecai – Der Teilzeitgauner“ zu sehen, wo sie die wunderschöne Frau des einfallsreichen wie bankrotten Kunsthändlers Charlie Mortdecai (Johnny Depp) spielt, der Inspektor Alistair Martland (Ewan McGregor) bei der Suche nach einem gestohlenen kostbaren Gemälde helfen soll und hier die Chance wittert, das Bild für sich selbst vereinnahmen zu können.

Filmographie:
1991: Shout
1991: Hook
1993: Malice – Eine Intrige (Malice)
1993: Flesh And Bone – Ein blutiges Erbe (Flesh and Bone)
1994: Mrs. Parker und ihr lasterhafter Kreis (Mrs. Parker and the Vicious Circle)
1995: Higher Learning – Die Rebellen (Higher Learning)
1995: Jefferson in Paris
1995: Sieben (Seven)
1995: Moonlight and Valentino
1996: Last Exit Reno (Sydney)
1996: Der Zufallslover (The Pallbearer)
1996: Jane Austens Emma (Emma)
1998: Sie liebt ihn – sie liebt ihn nicht (Sliding Doors)
1998: Große Erwartungen (Great Expectations)
1998: Eisige Stille (Hush)
1998: Ein perfekter Mord (A Perfect Murder)
1998: Shakespeare in Love
1999: Der talentierte Mr. Ripley (The Talented Mr. Ripley)
2000: Traumpaare (Duets)
2000: Bounce – Eine Chance für die Liebe (Bounce)
2001: Beziehungen und andere Katastrophen (The Anniversary Party)
2001: Die Royal Tenenbaums (The Royal Tenenbaums)
2001: Schwer verliebt (Shallow Hal)
2002: Austin Powers in Goldständer (Austin Powers: Goldmember) (Cameo-Auftritt)
2002: Besessen (Possession)
2003: Flight Girls (View from the Top)
2003: Sylvia
2004: Sky Captain and the World of Tomorrow
2005: Der Beweis – Liebe zwischen Genie und Wahnsinn (Proof)
2006: Kaltes Blut – Auf den Spuren von Truman Capote (Infamous)
2006: Love and Other Disasters
2006: Krass (Running With Scissors)
2007: The Good Night
2008: Iron Man
2008: Two Lovers
2010: Iron Man 2
2010: Country Strong
2011: Contagion
2011: Glee on Tour – Der 3D Film (Glee: The 3D Concert Movie)
2012: Thanks for Sharing
2012: Marvel’s The Avengers (The Avengers)
2013: Iron Man 3
2015: Mortdecai - Der Teilzeitgauner
Playlist: 
01. John Williams - From Mermaids To Lost Boys (Hook) - 05:13
02. Jerry Goldsmith - Main Title (Malice) - 03:31
03. Christopher Young - A (Hush) - 03:57
04. Thomas Newman - Everything He Told You (Flesh And Bone) - 02:42
05. Patrick Dolye - Finn (Great Expectations) - 02:54
06. Mark Isham - Into Love And Out Again (Mrs. Parker And The Vicious Circle) - 04:59
07. Rachel Portman - The Cole's Party (Emma) - 03:11
08. Rachel Portman - Perry's Story (Infamous) - 04:23
09. Stephen Warbeck - The De Lesseps' Dance (Shakespeare In Love) - 03:01
10. Gabriel Yared - Crazy Tom (The Talented Mr. Ripley) - 04:48
11. Gabriel Yared - Discovering The Letters (Possession) - 03:24
12. Gabriel Yared - The Cows (Sylvia) - 03:04
13. Mychael Danna - Weather (Bounce) - 03:27
14. Stephen Warbeck - The Airport (Proof) - 05:45
15. James Newton Howard - Main Title (A Perfect Murder) - 02:57
16. Ramin Djawadi - Mark II (Iron Man) - 02:48
17. John Debney - Tony Discovers Dad's Secret (Iron Man 2) - 04:11
18. Brian Tyler - New Beginnings (Iron Man 3) - 03:57
19. Edward Shearmur - Romancing (Sky Captain And The World Of Tomorrow) - 05:09
20. Cliff Martinez - Handshake (Contagion) - 04:16
21. Alan Silvestri - A Promise (The Avengers) - 03:35
22. Howard Shore - Portrait Of John Doe (Seven) - 04:57
23. Christopher Young - Little Baby (Hush) - 04:21
24. Stephen Warbeck - Line By Line (Proof) - 07:51
25. Mark Mothersbaugh - The Lindebergh (The Royal Tenenbaums) - 07:21
26. John Williams - Remembering Childhood (Hook) - 11:04

Soundtrack Adventures #154 with Gwyneth Paltrow @ Radio ZuSa 2015-01-11 by Dirk Hoffmann on Mixcloud

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