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Donnerstag, 16. Juli 2026

Playlist #454 vom 26.07.2026 - DANNY GLOVER Special

Vor allem als Mel Gibsons Partner in der erfolgreichen Action-Filmreihe „Lethal Weapon“ ist Danny Glover weltweit berühmt geworden, doch auch in Filmen wie Steven Spielbergs „Die Farbe Lila“ (1984), Peter Weirs „Der einzige Zeuge“ (1985), „Predator 2“ (1990), „Saw“ (2004) oder Roland Emmerichs Katastrophenfilm „2012“ (2009) hinterließ der politisch aktive schwarze Schauspieler, Regisseur und UNICEF-Sonderbotschafter einen bleibenden Eindruck. In der heutigen Sendung sind neben der Musik aus den genannten und weiteren Filmen von Komponisten wie Maurice Jarre, Michael Kamen, Christopher Young, James Newton Howard, Basil Poledouris, Charlie Clouser, Georges Delerue, James Horner und Rachel Portman auch welche aus Serien wie „Brothers & Sisters“ und „Leverage“ zu hören.
Danny Lebern Glover wurde am 22. Juli 1946 im kalifornischen San Francisco als Sohn von Postangestellten geboren, die sich auch für Bürgerrechte engagierten. Glover studierte an der San Francisco State University, machte aber keinen Abschluss. Stattdessen war er in der Stadtverwaltung im Bereich der Gemeindeentwicklung tätig, bevor er zum Theater wechselte. „Ich empfand den Wechsel nicht als schwierig. Die Schauspielerei ist eine Plattform, die als Sprachrohr für Ideen dienen kann. Kunst ist eine Möglichkeit, Dinge zu verstehen sowie sich mit Problemen und den eigenen Gefühlen auseinanderzusetzen – all dies im Rahmen der Möglichkeiten, die sie bietet“, rekapitulierte Glover in einem Interview mit dem "Ability Magazine". „Für mich war es vielleicht ein Sprung ins Ungewisse, nicht nur wegen meiner Lernschwäche (Legasthenie), sondern auch, weil ich mich oft unbeholfen fühlte. Ich erlebte all das, was jemand empfindet, der gut 1,90 Meter groß ist, gepaart mit meinen eigenen, eher bescheidenen Vorstellungen davon, wer ich sein könnte und wie ich mich fühlen würde. Ganz gleich, ob ich mich der Kunst, der Schauspielerei oder dem Theater widme: ​​Ich bringe dabei stets besonders viel Leidenschaft und Energie ein.“ Seine ersten Erfahrungen im Theaterbereich sammelte er am American Conservatory Theatre, einem regionalen Ausbildungsinstitut in San Francisco. 
Es war sein Broadway-Debüt in Fugards „Master Harold... and the Boys“, das ihm nationale Anerkennung einbrachte und Regisseur Robert Benton veranlasste, Glover 1984 in seiner für den Oscar nominierten Film „Ein Platz im Herzen“ zu spielen. Im darauffolgenden Jahr spielte Glover in zwei weiteren Nominierungen für den besten Film mit: Er spielte den Ehemann von Whoopi Goldbergs Figur Celie in der gefeierten Literaturverfilmung „Die Farbe Lila“ und Lieutenant James McFee in Peter Weirs Krimi-Drama „Der einzige Zeuge“
Am bekanntesten ist Glover für seine Darstellung des Police-Sergeants Roger Murtaugh aus Los Angeles im Actionfilm „Lethal Weapon – Zwei stahlharte Profis“ (1987) sowie in den Fortsetzungen der Filmreihe aus den Jahren 1989, 1992 und 1998, in denen er an der Seite von Mel Gibson spielte. Er erhielt Nominierungen für den Primetime Emmy Award für seine Rollen als Nelson Mandela im HBO-Fernsehfilm „Mandela“ (1987) und als Joshua Deets in der CBS-Western-Miniserie „Lonesome Dove“ (1989). 1990 übernahm er die Hauptrolle in dem Blockbuster „Predator 2“ (an der Seite von Gary Busey), der Fortsetzung des Science-Fiction-Actionfilms „Predator“
Im selben Jahr spielte er in Charles Burnetts „To Sleep with Anger“ die Hauptrolle, wofür er mit dem Independent Spirit Award als bester Hauptdarsteller ausgezeichnet wurde. Zudem wirkte er in Filmen wie „Grand Canyon – Im Herzen der Stadt“ (1991) und „Bopha!“ (1993) mit. 1994 gründete Glover gemeinsam mit dem Schauspieler Ben Guillory die Robey Theatre Company in Los Angeles zu Ehren des Schauspielers und Konzertsängers Paul Robeson. Ziel der Gründung war es, den Fokus auf Theaterstücke von und über schwarze Menschen zu legen. Ebenfalls 1994 gab Glover sein Regiedebüt mit dem Kurzfilm „Override“ für den Sender Showtime und spielte die Rolle des Baseball-Managers George Knox in dem Disney-Film „Angels in the Outfield“. Wie zuvor Humphrey Bogart, Elliott Gould und Robert Mitchum, die Raymond Chandlers Privatdetektiv Philip Marlowe verkörpert hatten, übernahm auch Glover diese Rolle in der Episode „Red Wind“ der Showtime-Serie „Fallen Angels“ (1995), wofür er eine Nominierung für den Primetime Emmy Award erhielt. 
Im selben Jahr spielte Glover die Rolle des Captain Sam Cahill in dem Kriegsfilm „Operation Dumbo Drop“. 1997 fungierte Glover über seine damalige Produktionsfirma Carrie Films als ausführender Produzent für zahlreiche Filme von Regisseuren, die ihr Debüt gaben; dazu gehörte unter anderem Pamm Malveaux’ Neo-Noir-Kurzfilm „Final Act“ mit Joe Morton in der Hauptrolle, der auf dem Independent Film Channel ausgestrahlt wurde. 1998 spielte er die Rolle des Paul D. in dem Filmdrama „Beloved“, das auf dem Roman von Toni Morrison basiert. Darüber hinaus war Glover als Synchronsprecher an vielen Kinderfilmen beteiligt, darunter „Der Prinz von Ägypten“ (1998), „Antz“ (1998) und „Our Friend, Martin“(1999). 
Im Jahr 2000 verkörperte er Will Walker in dem für den Sender TNT produzierten Biopic „Freedom Song“, was ihm eine weitere Nominierung für einen Primetime Emmy Award einbrachte. An der Seite von Gwyneth Paltrow, Anjelica Huston, Ben Stiller und Owen Wilson war Glover 2001 in Wes Andersons „The Royal Tenenbaums“ zu sehen. Er spielte in dem von der Kritik hochgelobten Spielfilm „Dreamgirls“ unter der Regie von Bill Condon und in „Po' Boy's Game“ für Regisseur Clement Virgo mit. Er trat in dem Spielfilmhit „Shooter“ von Antoine Fuqua, „Honeydripper“ von John Sayles und „Abgedreht“ von Michel Gondry auf. Glover hat auch Anerkennung für seinen weitreichenden gemeinnützigen Aktivismus und seine philanthropischen Bemühungen erlangt, wobei ein besonderer Schwerpunkt auf dem Eintreten für wirtschaftliche Gerechtigkeit und dem Zugang zu Gesundheits- und Bildungsprogrammen in den Vereinigten Staaten und Afrika liegt. 
Auf internationaler Ebene war Glover von 1998-2004 als Botschafter des guten Willens für das Entwicklungsprogramm der Vereinten Nationen tätig, wobei er sich auf Themen wie Armut, Krankheit und wirtschaftliche Entwicklung in Afrika, Lateinamerika und der Karibik konzentrierte. Außerdem ist er UNICEF-Botschafter. 2005 war Glover Mitbegründer von Louverture Films, das sich der Entwicklung und Produktion von Filmen von historischer Relevanz, sozialem Zweck, kommerziellem Wert und künstlerischer Integrität widmete. 
Das in New York ansässige Unternehmen hat eine Reihe progressiver Spiel- und Dokumentarfilme veröffentlicht, darunter „Trouble the Water“, der 2008 beim Sundance Film Festival mit dem Großen Preis der Jury ausgezeichnet wurde, „Africa Unite“, der preisgekrönte Spielfilm „Bamako“ und die jüngsten Projekte „Uncle Boonmee Who Can Recall His Past Lives“ und „The Disappearance of McKinley Nolan“. 
Glover beteiligte sich 2008 neben anderen als Produzent an dem palästinensischen Spielfilm „Das Salz des Meeres“. 2020 fungierte er gemeinsam mit Regisseur Oliver Stone als Executive Producer der dreiteiligen Reportage-Reihe „The War on Cuba“ der unabhängigen Dokumentarfilmfirma Belly of the Beast. Am 5. November 2021 startete die zweite Staffel der Serie über Kuba und die Beziehungen zwischen Kuba und den USA, die erneut drei Folgen umfassen soll. 
Im Jahr 2009 wirkte Glover in „The People Speak“ mit, einem Dokumentarfilm, der auf Howard Zinns Werk „A People's History of the United States“ basiert und Briefe, Tagebucheinträge sowie Reden gewöhnlicher Amerikaner in Form dramatischer und musikalischer Darbietungen präsentiert. Zudem übernahm er wiederkehrende Rollen in den Serien „ER“ und „Brothers & Sisters“.  
Glover spielte Präsident Thomas Wilson in dem Katastrophenfilm „2012“ unter der Regie von Roland Emmerich. 2010 war er in der schwarzen Komödie „Death at a Funeral“ sowie in dem spanischen Film „I Want to Be a Soldier“ zu sehen. 2012 spielte er eine Hauptrolle in dem Film „Donovan's Echo“. Glover spielte eine Rolle in der Science-Fiction-Komödie „Sorry to Bother You“ (2018). Außerdem wirkte er in dem Film „The Last Black Man in San Francisco“ (2019) mit. 
Im Dezember 2019 verkörperte er Milo Walker in der Actionkomödie „Jumanji: The Next Level“ an der Seite von Dwayne Johnson, Kevin Hart, Jack Black und Karen Gillan. Glover spielte Mark Walker in dem Indie-Drama „The Drummer“ (2020). Im Jahr 2020 trat er als Uncle Norman in einer Folge der ABC-Sitcom „Black-ish“ (2014–2022) auf. Er spielte Jerry in der Komödie „American Dreamer“ (2022) und Cooper in dem Liebesdrama „Press Play“ (2022). Zudem verkörperte er den Weihnachtsmann im Disney+-Film „The Naughty Nine“ (2023) sowie Michael Tedeschi im Film „Double Soul“ (2023). Zuletzt war Glover in den beiden Kurzfilmen „Newbies“ und „Grizzly Peak“ (beide 2025) zu sehen. 

Filmografie: 

1979: B.J. und der Bär (B.J. and the Bear, Fernsehserie, Folge 1x03 A Coffin with a View) 
1979: Flucht von Alcatraz (Escape from Alcatraz) 
1979: Lou Grant (Fernsehserie, Folge 3x03 Slammer) 
1979: Paris (Fernsehserie, Folge 1x02 Dear John) 
1981: Palmerstown, U.S.A. (Fernsehserie, Folge 2x06 The Threat) 
1981: The Greatest American Hero (Fernsehserie, Folge 1x07 Fire Man) 
1981: Crazy Street Life (Chu Chu and the Philly Flash) 
1981: Polizeirevier Hill Street (Hill Street Blues, Fernsehserie, 4 Folgen) 
1981: Gimme a Break! (Fernsehserie, Folge 1x06 A Man in Nell’s Room) 
1982: Out 
1983: The Face of Rage (Fernsehfilm) 
1983: Die Polizei-Chiefs von Delano (Chiefs, Fernsehdreiteiler, Folge 1x02 Part 2) 
1983: Die Schuld der Helden (Memorial Day, Fernsehfilm) 
1984: The Stand-In 
1984: Ein Platz im Herzen (Places in the Heart) 
1984: Rückkehr aus einer anderen Welt (Iceman) 
1985: Die Farbe Lila (The Color Purple) 
1985: Der einzige Zeuge (Witness) 
1985: Silverado 
1987: Mandela (Fernsehfilm) 
1987: Lethal Weapon – Zwei stahlharte Profis (Lethal Weapon) 
1988: A Place at the Table (Fernsehfilm) 
1988: BAT-21 – Mitten im Feuer (BAT21) 
1989: Weg in die Wildnis (Lonesome Dove) (Vierteilige TV-Serie) 
1989: Brennpunkt L.A. (Lethal Weapon 2) 
1989: Der Henker muss warten (Dead Man Out, Fernsehfilm) 1990: Predator 2 
1990: Zorniger Schlaf (To Sleep With Anger) 
1991: Flug durch die Hölle (Flight of the Intruder) 
1991: Reine Glückssache (Pure Luck) 
1991: Harlem Action 
1991: Grand Canyon – Im Herzen der Stadt (Grand Canyon) 
1992: Brennpunkt L.A. – Die Profis sind zurück (Lethal Weapon 3) 
1993: Queen (Miniserie, 3 Folgen) 
1993: Bopha! 
1993: Streets of New York (The Saint of Fort Washington) 
1994: Angels – Engel gibt es wirklich! (Angels in the Outfield) 
1994: Maverick – Den Colt am Gürtel, ein As im Ärmel (Maverick) 
1995: Operation: Dumbo (Operation Dumbo Drop) 
1997: Buffalo Soldiers (Fernsehfilm) 
1997: Wild America 
1997: Switchback – Gnadenlose Flucht (Switchback) 
1997: Der 100.000 $ Fisch (Gone Fishin’) 
1997: Der Regenmacher (The Rainmaker) 
1998: Lethal Weapon 4 
1998: Antz (Synchronisation) 
1998: Menschenkind (Beloved) 
1998: Der Prinz von Ägypten (The Prince of Egypt, Synchronisation) 
1999: The Monster 
2000: Freedom Song (Fernsehfilm) 
2000: Bàttu 
2000: Boesman and Lena 
2000: 3 A.M. – Drei Stunden nach Mitternacht (3 A.M.) 
2001: Die Royal Tenenbaums (The Royal Tenenbaums) 
2003: Good Fences (Fernsehfilm) 
2003: The Law and Mr. Lee (Fernsehfilm) 
2004: Earthsea – Die Saga von Erdsee (Fernsehzweiteiler, alle Folgen) 
2004: Saw 
2004: The Cookout 
2005: Emergency Room – Die Notaufnahme (ER, Fernsehserie, 4 Folgen) 
2005: Manderlay 
2005: The Exonerated (Fernsehfilm) 
2005: Missing in America 
2006: Dreamgirls 
2006: Poor Boy’s Game 
2006: Das Weltgericht von Bamako (Bamako) 
2006: Shaggy Dog – Hör mal, wer da bellt (The Shaggy Dog) 
2007: Shooter 
2007: Poor Boy’s Game 
2007: Terra (Battle for Terra) 
2007: Honeydripper 
2007: Namibia – Der Kampf um die Freiheit (Namibia: The Struggle for Liberation) 
2007–2008: Brothers & Sisters (Fernsehserie, 6 Folgen) 
2008: Abgedreht (Be Kind Rewind) 
2008: Die Stadt der Blinden (Blindness) 
2008: Gospel Hill 
2009: Night Train 
2009: The Harimaya Bridge 
2009: Down for Life 
2009: 2012 
2009: My Name Is Earl (Fernsehserie, Folge 4x19) 
2010: Legendary – In jedem steckt ein Held (Legendary) 
2010: Fünf Minarette in New York (Five Minarets in New York) 
2010: Sterben will gelernt sein (Death at a Funeral) 
2010: Alpha und Omega (Alpha and Omega, Synchronisation) 
2010: I’m Still Here 
2010: Mooz-Lum 
2010: Ich möchte Soldat werden (De mayor quiero ser soldado) 
2011: Age of the Dragons 2011: Mysteria 
2011: Leverage (Fernsehserie, Folge 4x04 The Van Gogh Job) 
2011: Psych (Fernsehserie, Folge 6x05) 
2012: Touch (Fernsehserie, 7 Folgen) 
2013: Muhammad Alis größter Kampf (Muhammad Ali's Greatest Fight) 
2013: Extraction 
2013: The Shift 2013: Chasing Shakespeare 
2013: Highland Park 
2013: The Bouquet 
2013: A Timeless Love Story – Die Liebe meines Lebens (Chasing Shakespeare) 
2013: Space Warriors – Das verrückte Weltraumcamp (Space Warriors) 
2014: Tokarev – Die Vergangenheit stirbt niemals (Rage) 
2014: Bad Ass 2: Bad Asses (Bad Asses) 
2014: Supremacy 
2014: Mumie des Grauens (Day of the Mummy) 
2015: Bad Ass 3 (Bad Asses on the Bayou) 
2015: Schachmatt – Spiel ohne Ausweg 
2015: Waffle Street 
2015: Andròn: The Black Labyrinth (Das schwarze Labyrinth) 
2015: Diablo 
2015: Gridlocked – In der Schusslinie (Gridlocked) 
2016: Almost Christmas 
2016: Dirty Grandpa 
2016: Complete Unknown 
2016: Darkweb 
2016: Mr. Pig 
2016: Criminal Minds (Fernsehserie, Folge 11x16 Derek) 
2016: Monster Trucks 
2016: Back in the Day 
2016: Pushing Dead 
2016: Mozart in the Jungle (TV-Serie, 1 Folge) 
2016: 93 Days 
2017: Erpressung – Wie viel ist deine Familie wert? (Extortion) 
2017: Locke & Key (Fernsehfilm) 
2017: The Christmas Train (Fernsehfilm) 
2017: Buckout Road 
2017: Vagabonds (Kurzfilm) 
2017: Tour de Pharmacy (Fernsehfilm) 
2017: Cold Case Files (TV-Serie, 9 Folgen) 
2017: The Good Catholic 
2018: Proud Mary 
2018: Sorry to Bother You 
2018: Come Sunday 
2018: Ulysses: A Dark Odyssey 
2018: Ein Gauner & Gentleman (The Old Man & the Gun) 
2018: Death Race: Anarchy 
2018: Izzy gegen die Weihnachtsräuber (Christmas Break-In) 
2019: The Last Black Man in San Francisco 
2019: The Dead Don’t Die 
2019: Strive 
2019: Jumanji: The Next Level 
2020: The Drummer 
2020: Black-ish (Fernsehserie, Folge 7x06 Our Wedding Dre) 
2021: Saint Paul 
2022: Raus aus dem Haus – Living the American Dream (American Dreamer) 
2022: Press Play and Love Again (Press Play) 
2023: Double Soul 
2023: Andy’s 8 – Der Weihnachtsraub (The Naughty Nine) 
2025: Newbies (Kurzfilm) 
2025: Grizzly Peak (Kurzfilm)

Playlist: 

01. Bruce Smeaton - Main Title (Iceman) - 03:31 
02. Maurice Jarre - Witness / Journey to Baltimore (Witness) - 06:22 
03. Bruce Broughton - On to Silverado (Silverado) - 06:26 
04. Quincy Jones - Reunion / Finale (The Color Purple) - 04:33 
05. Michael Kamen & Eric Clapton - Amanda (Lethal Weapon) - 03:07 
06. Michael Kamen, Eric Clapton & David Sanborn - Goodnight Rika (Lethal Weapon 2) - 04:04 
07. Christopher Young - North Passage (BAT 21) - 05:06 
08. Basil Poledouris - Captain Call's Journey (Lonesome Dove) - 07:18 
09. Basil Poledouris - Morg's Death (Flight of the Intruder) - 06:40 
10. Alan Silvestri - Swinging Rude Boys (Predator 2) - 05:33 
11. Jonathan Sheffer - Getting Close (Pure Luck) - 03:37 
12. James Newton Howard - Don't Want Out (Grand Canyon) - 06:49 
13. James Newton Howard - Matthew Takes A Picture (The Saint of Fort Washington) - 03:22 
14. James Horner - Theme From Bopha! / Amandla! (Bopha!) - 06:02 
15. Randy Edelman - Man of the Hour (Angels in the Outfield) - 03:52 
16. Randy Edelman - Sleepwalking (Gone Fishin') - 03:34 
17. Uakti - Minimal 13 (Blindness) - 03:31 
18. David Newman - Cahill and Lihn / The Temple (Operation Dumbo Drop) - 06:13 
19. Rachel Portman - Beloved (Beloved) - 03:35 
20. Charlie Clouser - Hello Zepp (Saw) - 03:03 
21. Jeff Rona - If Not Us (Earthsea) - 03:22 
22. Daniel Hart - You're Doing A Great Job (The Old Man and the Gun) - 03:35 
23. Fil Eisler - I'm Mary (Proud Mary) - 03:39  
24. Basil Poledouris - Spreader Fight (Switchback) - 10:54

Montag, 19. Januar 2026

Playlist #441 vom 25.01.2026 - DEAN CUNDEY Special

Betrachtet man John Carpenters „Halloween“ (1978) als Meilenstein des Slasher-Horror-Genres, verdankt der Film seine Wirkung auch der ungewöhnlichen Kameraarbeit von Dean R. Cundey, der zu den ersten Kameraleuten zählt, der die Steadicam eingesetzt hat. Seither hat Cundey nicht nur weiterhin für John Carpenter gearbeitet, sondern auch mit prominenten Regisseuren wie Steven Spielberg, Robert Zemeckis, Joel Schumacher, Nancy Myers und Ron Howard. Ebenso prominent ist die Musik, die in der heutigen Sendung zu Filmen wie „Casper“, „Die Klapperschlange“, „Liebe braucht keine Ferien“, „Was Frauen wollen“, „Zurück in die Zukunft“, „Hook“ oder „Jurassic Park“ von Komponisten wie Jerry Goldsmith, James Horner, Alan Silvestri, John Williams, Hans Zimmer, Ennio Morricone und John Carpenter zu hören ist.
Dean Raymond Cundey wurde am 12. März 1946 im kalifornischen Alhambra geboren und bastelte bereits als Kind begeistert Modellkulissen, mit denen er sein frühes Interesse an Filmen bekundet haben dürfte, ebenso seine Leidenschaft für das Magazin „American Cinematographer“. Während seines Studiums an der UCLA Film School war der zweifache Oscargewinner und Kameramann James Wong Howe („Die tätowierte Rose“, „Der alte Mann und das Meer“) einer seiner Dozenten. Nach dem Abschluss seines Studiums im Jahr 1968 arbeitete Cundey zunächst in unterschiedlichen Funktionen in Low-Budget-Produktionen, teils als Beleuchter oder als Make-Up-Künstler bei „Nackt auf hartem Sattel“ (1968). Schließlich folgten Engagements als Hauptkameramann für heute längst vergessene Werke wie „Zum Killen dressiert“ (1973), „So Evil, My Sister“ (1974), „That Girl From Boston“ (1975), „Black Shampoo“ (1976) und „Satan’s Cheerleaders“ (1977). Als Cundey die Produzentin Debra Hill kennenlernte, engagierte sie ihn für John Carpenters „Halloween“.
Cundeys Mitarbeit an dem Film brachte erhebliche Vorteile mit sich. Neben seinem beachtlichen Können als Kameramann und Director of Photography besaß er auch den Vorteil, den Großteil seiner Ausrüstung selbst in einem großen Van, dem sogenannten „Filmvan“, transportieren und unkompliziert von einem Drehort zum nächsten wechseln zu können.
Cundeys Arbeit an „Halloween“ zählt zu den besten seiner Karriere. Neben seinem Talent für Lichtsetzung, insbesondere in der berühmten Flurszene, in der das verborgene Gesicht von Michael Myers langsam durch ein blaues Licht neben der Maske enthüllt wird, gehörte er zu den ersten Kameramännern, die die damals noch recht neue Steadicam, auch Panaglide genannt, einsetzten.
Der Panaglide ermöglichte es dem Kameramann, die Kamera quasi zu tragen und Aufnahmen zu machen, die zuvor als zu schwierig oder gar unmöglich galten. In „Halloween“ diente der Panaglide als Referenzpunkt für Michael Myers‘ Perspektive und zeigte dem Publikum, was er sah.
Cundey arbeitete später erneut mit Carpenter und Hill an den Filmen „The Fog“ (1980), „Die Klapperschlange“, „Halloween II“ (beide 1981), „Das Ding aus einer anderen Welt“ und „Halloween III – Die Nacht der Hexen“ (beide 1982). 1986 arbeitete er ein letztes Mal mit Carpenter an dem aufwendig produzierten Fantasy-Abenteuerfilm „Big Trouble in Little China“.
Neben seiner Arbeit mit Carpenter wirkte Cundey unter anderem an Filmen wie „Psycho II“ (1983), „Auf der Jagd nach dem grünen Diamanten“ (1984), der „Zurück in die Zukunft“-Trilogie (1985–1990), „Falsches Spiel mit Roger Rabbit“ (1988), „Road House“ (1989), „Hook“ (1991), „Jurassic Park“ (1993), „Apollo 13“ (1995), „Was Frauen wollen“ (2000), „Garfield – Der Film“ (2004) und „Liebe braucht keine Ferien“ (2006) mit. 1997 gab er mit der Direct-to-Video-Fortsetzung „Liebling, wir haben uns geschrumpft“ sein Regiedebüt.
Zuletzt arbeitete er in Kanada an „Camp Rock“, einem von mehreren Filmen, die er außerhalb der USA drehte, darunter auch „Falsches Spiel mit Roger Rabbit“, der hauptsächlich in England entstand und der Cundey seine bislang einzige Oscar-Nominierung einbrachte.
Im Jahr 2011 drehte Cundey den Comedyfilm „Jack and Jill“, bei dem aufwendige Split-Screen- und Motion-Control-Effekte zum Einsatz kamen, um die Illusion zu erzeugen, dass Schauspieler Adam Sandler mit mehreren Leinwandfiguren interagiert.
Im Jahr 2002 wurde Cundey mit einem Daytime Emmy für sein Mitwirken an einer Episode der Sendung „Religion & Ethics Newsweekly“ ausgezeichnet. Die Society of Camera Operators zeichnete ihn 1999 mit dem President’s Award aus. 2014 wurde er mit dem ASC Lifetime Achievement Award geehrt.

„Für mich liegt die besondere Befriedigung in meinem Beruf als Kameramann – man könnte es fast meinen persönlichen Egotrip nennen – darin, zu wissen, dass meine Arbeit auch nach meinem Tod weiterleben wird“, bekannte Cundey in einem Interview. „Die meisten Menschen haben Berufe, in denen die Arbeit nach getaner Arbeit verschwindet. Ich habe das große Glück, in einem Beruf mit bleibendem Wert zu arbeiten. Er verleiht mir eine einzigartige Form der Unsterblichkeit. Sie ist natürlich nicht vergleichbar mit der Unsterblichkeit großer Künstler wie Leonardo da Vinci oder Michelangelo. Aber in gewisser Weise bedeutet sie, dass zukünftige Generationen meine Arbeit entdecken und wissen können, dass ich zu diesem Zeitpunkt hier war.“

Filmografie (Auswahl):

1973: Zum Killen dressiert (The No Mercy Man) 
1973: Brother on the Run 
1974: Wo der rote Farn wächst (Where the Red Fern Grows) 
1974: So Evil, My Sister 
1975: That Girl From Boston 
1976: The Witch Who Came from the Sea 
1976: Black Shampoo 
1976: Creature from Black Lake 
1976: Der Bastard (The Human Tornado) 
1977: Satan’s Cheerleaders 
1977: Action Man – Ein Mann, ein Kämpfer 
1977: Charge of the Model T’s 
1978: Hi Riders – Jungs, lasst die Fetzen fliegen (Hi-Riders) 
1978: Goodbye, Franklin High 
1978: Hanging on a Star 
1978: Halloween – Die Nacht des Grauens (John Carpenter’s Halloween) 
1978: The Kid from Not-So-Big 
1979: Die unschlagbaren Sieben von Las Vegas (Angels‘ Brigade) 
1979: Rock ’n’ Roll Highschool (Rock ’n’ Roll High School) 
1979: Roller Boogie 
1979: The Fog – Nebel des Grauens (John Carpenter’s The Fog) 
1980: Galaxina 
1980: Alien Shock 
1980: Das Geheimnis der fliegenden Teufel (Without Warning) 
1981: Die Klapperschlange (Escape from New York) 
1981: Separate Ways 
1981: King Kobra 
1981: Halloween II – Das Grauen kehrt zurück (Halloween II) 
1982: Das Ding aus einer anderen Welt (The Thing) 
1982: Halloween III (Halloween III – Season of the Witch) 
1982: Citizen Soldier 
1983: The Invisible Woman (Fernsehfilm) 
1983: Die Initiative (M.A.D.D.: Mothers Against Drunk Drivers, Fernsehfilm) 
1983: Psycho II 
1983: Die Chaotenclique (D.C. Cab) 
1984: Amazons (Fernsehfilm) 
1984: Auf der Jagd nach dem grünen Diamanten (Romancing the Stone) 
1984: Exit – Ausgang ins Nichts (Invitation to Hell) 
1985: Warnzeichen Gen-Killer (Warning Sign) 
1985: Zurück in die Zukunft (Back to the Future) 
1986: Big Trouble in Little China 
1987: Projekt X (Project X) 
1988: Zwei mal Zwei (Big Business) 
1988: Falsches Spiel mit Roger Rabbit (Who Framed Roger Rabbit) 
1989: Geschichten aus der Gruft (Tales from the Crypt, Fernsehserie, eine Folge) 
1989: Zurück in die Zukunft II (Back to the Future Part II) 
1989: Road House 
1990: Zurück in die Zukunft III (Back to the Future Part III) 
1991: Hook 
1991: Valkenvania – Die wunderbare Welt des Wahnsinns (Nothing But Trouble) 
1992: Der Tod steht ihr gut (Death Becomes Her) 
1993: Jurassic Park 
1994: Flintstones – Die Familie Feuerstein (The Flintstones) 
1995: Casper 
1995: Apollo 13 
1997: Flubber 
1997: Liebling, jetzt haben wir uns geschrumpft (Honey, We Shrunk Ourselves) (Regie) 
1998: Ein Zwilling kommt selten allein (The Parent Trap) 
1999: Battlestar Galactica: The Second Coming 
2000: Was Frauen wollen (What Women Want) 
2003: Looney Tunes: Back in Action 
2004: Garfield – Der Film (Garfield: The Movie) 
2005: The West Wing: Im Zentrum der Macht (The West Wing, TV-Serie) 
2006: Liebe braucht keine Ferien (The Holiday) 
2007: The Whisper – Die Stimme des Bösen (The Whisper) 
2008: Camp Rock 
2009: Ein Pferd fürs Leben (Amazing Racer) 2010: Spy Daddy 
2011: Jack und Jill (Jack and Jill) 
2013: Crazy Kind of Love 
2013: Unter Feinden – Walking with the Enemy (Walking with the Enemy) 
2014: Freiheit (Freedom) 2015: The Girl in the Photographs 
2015: Diablo 
2017: Liebe zu Besuch (Home Again) 
2017: Slamma Jamma 
2019: Anastasia (Anastasia: Once Upon a Time) 
2022: Das Buch von Boba Fett (The Book of Boba Fett, Mini-Serie) 
2023: The Mandalorian (TV-Serie)
 

Playlist:

01. John Carpenter - End Credits (Halloween) - 03:33 
02. John Carpenter & Alan Howarth - The Duke Arrives / Barricade (Escape From New York) - 03:35 
03. Alan Silvestri - Struggling for the Stone (Romancing the Stone) - 06:03 
04. Alan Silvestri - It's Been Educational / Clocktower (Back to the Future) - 10:32 
05. Alan Silvestri - Eddie's Theme (Who Framed Roger Rabbit) - 05:22 
06. Jerry Goldsmith - Mother's Room #2 (Psycho II) - 04:28 
07. James Horner - A Square Peg (Apollo 13) - 03:48 
08. John Carpenter - The Fog Enters Town (The Fog) - 07:24 
09. Craig Safan - End Credits (Warning Sign) - 03:22 
10. John Carpenter & Alan Howarth - Wing Kong Exchange (Big Trouble In Little China) - 04:41 
11. Ennio Morricone - End Credits (The Thing) - 04:37 
12. John Williams - The Never-Feast (Hook) - 04:42 
13. John Williams - Welcome to Jurassic Park (Jurassic Park) - 07:53 
14. James Horner - First Lesson (Project X) - 03:20 
15. Jeff Rona - Raining Steel (Whisper) - 05:23 
16. Alan Silvestri - Goodbye Clara (Back to the Future III) - 03:03 
17. James Horner - One Last Wish (Casper) - 04:21 
18. Danny Elfman - Gamma Ray (Flubber) - 03:03 
19. Ludwig Göransson - Face to Face (Star Wars: The Mandalorian - Chapter 1) - 05:12 
20. Hans Zimmer - Maestro (The Holiday) - 03:53 
21. Alan Silvestri - End Credits (Death Becomes Her) - 05:55 
22. Alan Silvestri - Searching For Erin (What Women Want) - 04:05 
23. Jerry Goldsmith - Dead Duck Walking (Looney Tunes: Back in Action) - 03:13 
24. John Carpenter & Alan Howarth - Halloween II Suite A (Halloween II) - 10:05

Montag, 1. September 2025

Playlist #431 vom 07.09.2025 - JEFF BRIDGES Special

Als Dude in „The Big Lebowski“ wurde Jeff Bridges zur vielzitierten Ikone, doch ist er bereits seit seiner Darstellung in Peter Bogdanovichs Meisterwerk „Die letzte Vorstellung“ (1971) ein Star in Hollywood, wo er Filme wie „Starman“, „Fearless – Jenseits der Angst“, „König der Fischer“ und „Crazy Heart“ drehte. In dieser Sendung gibt es Musik aus seinen Filmen von George Fenton, Maurice Jarre, Jack Nitzsche, Jerry Goldsmith, John Barry, Alan Silvestri, Mychael Danna, Rolfe Kent, Marco Beltrami, Dave Grusin, Randy Newman und vielen anderen zu hören.

Jeffrey Leon „Jeff“ Bridges wurde am 4. Dezember 1949 in Los Angeles als zweiter Sohn des Schauspieler-Ehepaars Lloyd Bridges und Dorothy Bridges geboren und wuchs in Holmby Hills, im nahen Umfeld der Hollywood-Filmindustrie auf. 1950 spielten der zum Drehtermin vier Monate alte Jeff und sein Bruder Beau Bridges an der Seite ihrer Mutter in dem Film „Auf Bewährung freigelassen“. Gegen Ende des Jahrzehnts traten die Brüder in einigen Folgen der Fernsehserie „Abenteuer unter Wasser“ auf, in der ihr Vater die Hauptrolle spielte. 1963 begleitete Jeff diesen auch auf einer Theatertournee durch Neuengland, während der beide im Bühnenstück „Anniversary Waltz“ spielten. Er leistete seinen Militärdienst bei der Küstenwache und begann dann eine Schauspielausbildung in den Studios von Herbert Berghof und Uta Hagen in New York.
Im Weihnachtsfilm „In einer Nacht wie dieser“ verkörperte Jeff Bridges 1969 in einer Rückblende die jüngere Version der Rolle seines Vaters. Er beschrieb sich und seinen Erfolg später nicht ganz zu Unrecht als das „Ergebnis von Vetternwirtschaft“. Mit dem Studentendrama „Halls of Anger“ bekam Bridges im Jahr 1970 seine erste größere Rolle. Wenn auch die Bewertung des Films durchwachsen ausfiel, lobten sowohl zeitgenössische als auch spätere Kritiker die Leistung Bridges’ und die Authentizität seiner Charakterdarstellung.
Der Durchbruch gelang Bridges 1971 mit Peter Bogdanovichs Verfilmung von Larry McMurtrysDie letzte Vorstellung“. Das Coming-of-Age-Drama avancierte zu einem der wichtigsten Werke der New-Hollywood-Bewegung und erhielt acht Oscar-Nominierungen, eine davon entfiel auf den damals 22-jährigen Jeff Bridges, der damit bis heute zu den zehn jüngsten Nominierten in dieser Kategorie zählt. Der von Bridges verkörperte Duane Jackson gab den Rollentyp vor, auf den der Schauspieler im Folgenden mit Vorliebe besetzt wurde: gewöhnliche amerikanische, aber unberechenbare Figuren mit gelegentlich schurkenhaften Zügen.
Im Laufe der 1970er Jahre spielte Bridges unter anderem einen Youngster-Boxer in John Hustons „Fat City“ (1972), einen Betrüger in „In schlechter Gesellschaft“ (1972), einen Rennfahrer in „Der letzte Held Amerikas“ (1973) und einen anarchistischen Teenager in „The Iceman Cometh“ (1973). Erst während der Dreharbeiten zu Letzterem beschloss er, seine Karriere ganz auf die Schauspielerei auszurichten. Als Clint Eastwoods Bankräuber-Kumpan in „Die Letzten beißen die Hunde“ (1974) kam Bridges unter der Regie von Michael Cimino zu seiner zweiten Oscarnominierung als Bester Nebendarsteller – diesmal unterlag er Robert De Niro, der die Auszeichnung für „Der Pate – Teil II“ erhielt.
1976 spielte Bridges die Hauptrolle im erfolgreichen Remake von „King Kong“, das für die Newcomerin Jessica Lange zum gelungenen Debüt und dem Ausgangspunkt einer Karriere mit bislang zwei Oscars und vier Golden Globe Awards wurde. Die für Bridges vorgesehene Rolle in „Die durch die Hölle gehen“ (1978) bekam Christopher Walken, sodass Bridges erst 1980 in „Heaven’s Gate“ zum zweiten Mal mit Michael Cimino zusammenarbeitete – er spielte hier seinen eigenen Vorfahren John L. Bridges. Die über fünf Stunden lange Urfassung des Spätwesterns mit Kris Kristofferson, Christopher Walken, John Hurt, Sam Waterston und Isabelle Huppert in den Hauptrollen trat eine Welle vernichtender Kritiken los und wurde trotz diverser Kürzungen zu einem kommerziellen Misserfolg.
Der Thriller „Cutter’s Way – Keine Gnade“ aus dem Jahr 1981 wird von Kritikern oft als Meisterstück, gelegentlich auch als Bridges bester Film bezeichnet. Im Jahr 1982 übernahm der Schauspieler die Hauptrolle des Kevin Flynn im Science-Fiction-Kultfilm „Tron“, einem der ersten Spielfilme mit längeren computergenerierten Sequenzen. Fast dreißig Jahre später schlüpfte Bridges für die Fortsetzung „Tron: Legacy“ erneut in die Rolle des Programmierers Flynn. In „Gegen jede Chance“ (1984) traf Bridges auf Jane Greer, die ihn im Alter von wenigen Monaten bei seinem ersten „Auftritt“ gehalten hatte. Greer hatte ebenfalls in der Vorlage „Goldenes Gift“ (1947) mitgespielt.
Anschließend war er neben Glenn Close in dem Thriller „Das Messer“ (1985), neben Jane Fonda in „Der Morgen danach“ (1986) und neben Kim Basinger in der Komödie „Nadine“ (1987) zu sehen. In Francis Ford Coppolas biografischen Drama „Tucker“ (1988) verkörperte Bridges den Automobil-Unternehmer Preston Tucker.
Nach seiner dritten nicht von Erfolg gekrönten Oscar-Nominierung – nun erstmals als Bester Hauptdarsteller für die Verkörperung eines Außerirdischen im Film „Starman“ von John Carpenter, zog er gegen F. Murray Abraham den Kürzeren – bewies Bridges in „Die fabelhaften Baker Boys“ (1989) an der Seite von Michelle Pfeiffer und seinem Bruder Beau musikalisches Talent. Bridges bezeichnete den Film später als eines seiner liebsten Werke. Im Folgejahr wirkte er an Peter Bogdanovichs „Texasville“ mit, doch konnte die Fortsetzung von „Die letzte Vorstellung“ nicht an den Erfolg des Originalfilms von 1971 anknüpfen. Für „König der Fischer“ (1991) nominierte man Bridges nach „Starman“ zum zweiten Mal für einen Golden Globe Award. Er ging leer aus, gewann aber im Jahr darauf den Independent Spirit Award für die Vater-Sohn-Geschichte „American Heart – Die zweite Chance“.
Obwohl seine zurückhaltenden, charmanten Darbietungen stets als herausragend beurteilt wurden, erreichte er bis in die 1990er Jahre hinein nie jenen Publikumserfolg, den andere Männer seiner Generation, wie Dustin Hoffman oder Robert De Niro, genossen.
In ihrer Kritik zu „American Heart“ bedachte Janet Maslin von der New York Times Bridges 1992 mit dem Titel „Der am meisten unterschätzte große Schauspieler seiner Generation“. Diese Bezeichnung entwickelte sich zu einer Art Klischee, die seither in diversen Kritiken zu Jeff Bridges und seinen Filmen aufgegriffen wurde. Bridges entgegnete scherzhaft in verschiedenen Interviews, er fühle sich nicht wenig geschätzt, vielmehr versuche er Arbeit zu vermeiden, wo immer es möglich sei. Er lasse sich vorzugsweise auf Low-Budget-Filme besetzen, da ihm die Drehbücher häufig besser gefielen.
Zu Bridges‘ besten Leistungen zählt seine Darstellung in Peter Weirs „Fearless – Jenseits der Angst“, wo er einen Mann darstellt, der nach einem Flugzeugabsturz die Welt mit anderen Augen sieht. Für die Besetzung einer Rolle in „Explosiv – Blown Away“ (1994) schlug Bridges den Produzenten seinen Vater vor. Dies war einer der letzten Filme, an denen Lloyd Bridges mitwirkte, bevor er 1998 verstarb.
1994 bekam Jeff Bridges für seine Verdienste in der Filmindustrie einen Stern auf dem Hollywood Walk of Fame verliehen. Ein Jahr später verkörperte er James Butler „Wild Bill“ Hickok in dem Western „Wild Bill“ an der Seite von Ellen Burstyn, John Hurt und Bruce Dern, gefolgt von Ridley Scotts Survival-Drama „White Squall“ und der romantischen Komödie „Liebe hat zwei Gesichter“ mit Barbra Streisand.
Internationalen Kultstatus erlangte Jeff Bridges durch seine Rolle als Jeffrey Lebowski, genannt „der Dude“, in dem Film „The Big Lebowski“ aus dem Jahr 1998 unter der Regie der Coen-Brüder. Auf die Frage, wem der potrauchende, sandalen- und bademanteltragende Dude nachempfunden sei, nannte Bridges in einem Interview sich selbst. Etwa die Hälfte der Kleidung Lebowskis stamme aus seiner eigenen Garderobe.
Bridges arbeitete 1999 gemeinsam mit Tim Robbins und Regisseur Mark Pellington an „Arlington Road“. Für seine Nebenrolle in „Rufmord – Jenseits der Moral“ wurde er im Jahr 2001 zum insgesamt vierten Mal für einen Oscar nominiert, musste aber erneut zurückstecken; der Preis ging an Benicio del Toro.
In „Seabiscuit – Mit dem Willen zum Erfolg“ war er 2003 an der Seite von Tobey Maguire zu sehen. „Tideland“ war nach „König der Fischer“ Bridges‘ zweiter Film unter der Regie von Terry Gilliam. Als Obadiah Stane, dem Gegenspieler von Robert Downey Jr. in „Iron Man“, verkörperte Bridges eine seiner wenigen antagonistischen Rollen.
Im Folgejahr brachte ihm seine Darstellung des abgehalfterten Country-Musikers Bad Blake in Scott Coopers Drama „Crazy Heart“ großes Lob seitens der Kritiker ein. 2010 erhielt er hierfür nach vier vergeblichen Nominierungen einen Oscar, dazu einen Golden Globe Award und den Screen Actors Guild Award. Mit 61 Jahren zählte Bridges zu den ältesten Oscargewinnern. Als Hauptdarsteller in „True Grit“, seiner zweiten Zusammenarbeit mit den Coen-Brüdern, hatte er im Jahr 2011 erneut Aussichten auf einen Academy Award, musste sich aber Colin Firth als König Georg VI. in „The King’s Speech“ geschlagen geben.
2013 war Jeff Bridges mit Ryan Reynolds in der Action-Komödie „R.I.P.D.“ zu sehen, dann in dem dystopischen Drama „Hüter der Erinnerung“ und dem Fantasy-Action-Film „Seventh Son“ (beide 2014)
In den letzten Jahren war Bridges in David Mackenzies Neo-Western „Hell or High Water“ (2017) (wofür er eine weitere Oscar-Nominierung erhielt), in Drew Goddards Mystery-Thriller-Drama „Bad Times at the El Royale“ (2018) und in der Action-Drama-Serie „The Old Man“ zu sehen, in der einen ehemaligen, untergetauchten CIA-Offizier verkörpert, der sich auf der Flucht vor Leuten befindet, die ihn töten wollen. Demnächst wird Bridges erneut in der Rolle des Kevin Flynn in „Tron: Ares“ zu sehen sein, um dann Gott in der Komödie „Carnival: At the End of Days“ zu verkörpern.

Filmografie: 

1951: Auf Bewährung freigelassen (The Company She Keeps)
1969: In einer Nacht wie dieser (Silent Night, Lonely Night)
1970: Halls of Anger
1971: Die letzte Vorstellung (The Last Picture Show)
1972: Fat City
1972: In schlechter Gesellschaft (Bad Company)
1973: Lolly Madonna XXX
1973: Der letzte Held Amerikas (The Last American Hero)
1973: The Iceman Cometh
1974: Die Letzten beißen die Hunde (Thunderbolt and Lightfoot)
1975: Rancho Deluxe
1975: Ins Herz des wilden Westens (Hearts of the West)
1976: Mr. Universum (Stay Hungry)
1976: King Kong
1978: Rendezvous mit einer Leiche (Somebody Killed Her Husband)
1979: Philadelphia Clan (Winter Kills)
1980: Der Ringer (The American Success Company)
1980: Heaven’s Gate
1981: Cutter’s Way – Keine Gnade (Cutter’s Way)
1982: Tron
1982: Das letzte Einhorn (The Last Unicorn, Stimme)
1982: Liebesgrüße aus dem Jenseits (Kiss Me Goodbye)
1984: Gegen jede Chance (Against All Odds)
1984: Starman
1985: Das Messer (Jagged Edge)
1986: 8 Millionen Wege zu sterben (8 Million Ways to Die)
1986: Der Morgen danach (The Morning After)
1987: Nadine – Eine kugelsichere Liebe (Nadine)
1988: Tucker (alternativ: Tucker – Ein Mann und sein Traumauto)
1989: Zweites Glück (See You in the Morning)
1989: Die fabelhaften Baker Boys (The Fabulous Baker Boys)
1990: Texasville
1991: König der Fischer (The Fisher King)
1992: American Heart – Die zweite Chance (American Heart)
1993: Spurlos (The Vanishing)
1993: Fearless – Jenseits der Angst (Fearless)
1994: Explosiv – Blown Away (Blown Away)
1995: Wild Bill
1996: White Squall – Reißende Strömung (White Squall)
1996: Liebe hat zwei Gesichter (The Mirror Has Two Faces)
1996: Zwischen den Welten (Hidden in America)
1998: The Big Lebowski
1999: Arlington Road
1999: Die Muse (The Muse)
1999: Simpatico
2000: Rufmord – Jenseits der Moral (The Contender)
2001: Scenes of the Crime
2001: K-PAX – Alles ist möglich (K-PAX)
2003: Masked and Anonymous
2003: Seabiscuit – Mit dem Willen zum Erfolg (Seabiscuit)
2004: The Door in the Floor – Die Tür der Versuchung (The Door in the Floor)
2005: Tideland
2005: Dirty Movie (The MogulsThe Amateurs)
2006: Rebell in Turnschuhen (Stick it)
2007: Könige der Wellen (Surf’s Up, Stimme von Big Z)
2008: Iron Man
2008: New York für Anfänger (How to Lose Friends & Alienate People)
2009: The Open Road
2009: A Dog Year
2009: Männer, die auf Ziegen starren (The Men Who Stare at Goats)
2009: Crazy Heart
2010: True Grit
2010: Tron: Legacy
2013: R.I.P.D.
2014: Hüter der Erinnerung – The Giver (The Giver)
2014: Seventh Son
2016: Hell or High Water
2017: The Only Living Boy in New York
2017: Kingsman: The Golden Circle
2017: No Way Out – Gegen die Flammen (Only the Brave)
2018: Bad Times at the El Royale
2022–2024: The Old Man (Fernsehserie)
2025: Tron: Ares

Playlist: 

01. Wendy Carlos - Tower Music / Let Us Prey (Tron) - 03:48 
02. Alan Silvestri - Final Fight (Blown Away) - 03:41 
03. John Barry - Sacrifice / Hail to the King (King Kong) - 07:09 
04. John Barry - Part XI (Jagged Edge) - 03:35 
05. David Mansfield - End Credits (Heaven's Gate) - 03:53 
06. Jack Nitzsche - Main Title (Cutter's Way) - 03:20 
07. Rob Simonsen - You Wanted To See Me? (The Only Living Boy In New York) - 02:42 
08. Jerry Goldsmith - The Password (The Vanishing) - 04:40 
09. Van Dyke Parks - Finale: Leaning On Jesus (Wild Bill) - 03:24 
10. Jeff Rona - Still Waters (White Squall) - 03:24 
11. John Coltrane - I Wish I Knew (The Fisher King) - 04:56 
12. Dave Grusin - Jack's Theme (The Fabulous Baker Boys) - 06:41 
13. Joe Jackson - The Trial (Tucker) - 06:43 
14. George Fenton - Red Knight Suite (The Fisher King) - 06:51 
15. Maurice Jarre - Fearless (Fearless) - 03:36 
16. David Sanborn - Try A Little Tenderness (The Mirror Has Two Faces) - 03:11 
17. Piero Piccioni - Traffic Boom (The Big Lebowski) - 03:15 
18. Angelo Badalamenti - The Truth Is Out There (Arlington Road) - 03:11 
19. Daft Punk - Adagio For Tron (Tron Legacy) - 04:11 
20. Stewart Copeland - Rush To LA (Simpatico) - 03:13 
21. Marcelo Zarvos - Orient Point (The Door In The Floor) - 02:53 
22. Jack Nitzsche - I Gave You A Baby (Starman) - 02:13 
23. Edward Shearmur - Grand Central (K-PAX) - 04:38 
24. Randy Newman - The Unkindest Cut (Seabiscuit) - 03:30 
25. Nick Cave & Warren Ellis - Comancheria (Hell Or High Water) - 02:05 
26. Mychael Danna - Under Water (Tideland) - 02:39 
27. Marco Beltrami - The Kiss (The Giver) - 02:27 
28. Rolfe Kent - The Base, And Bill (The Men Who Stare at Goats) - 01:32 
29. Henry Jackman & Matthew Margeson - Memories of Harry (Kingsman: The Golden Circle) - 01:59 
30. Michel Colombier & Larry Carlton - Love and Murder of a Friend (Against All Odds) - 09:27

Freitag, 15. August 2025

Playlist #430 vom 24.08.2025 - WALLY PFISTER Special

Als Wally Pfister, langjähriger Weggefährte von Hollywoods Ausnahme-Regisseur Christopher Nolan, 2011 den Oscar in der Kategorie Beste Kamera für seine Arbeit an „Inception“ erhielt, war er auf dem Höhepunkt seiner Karriere. Seither ist er vor allem durch sein einmaliges Regiedebüt „Transcendence“ (2014) mit Johnny Depp und Rebecca Hall in Erscheinung getreten, bevor er – nach vernichtenden Kritiken - fast vollständig von der Bildfläche verschwand. Doch die Arbeiten, an denen er als einfacher Kameramann oder als Director of Photography seit den 1990er Jahren mitgewirkt hat, warten immerhin mit hörenswerten Soundtracks von Komponisten wie Hans Zimmer, David Julyan, Mark Isham, Thomas Newman, Daniel Licht, Mychael Danna, Ryuichi Sakamoto, Danny Elfman und Alan Silvestri auf.
Pfister wurde am 8. Juli 1961 in Chicago, Illinois, geboren und wuchs im New Yorker Vorort Irvington-on-Hudson auf. Sein Vater war Fernsehnachrichtenproduzent und begann seine Karriere 1955 bei CBS-TV in Chicago. Später arbeitete Pfister als leitender Angestellter bei ABC News mit David Brinkley und Peter Jennings zusammen und berichtete über politische Parteitage, Weltraumflüge und die Bürgerrechtsbewegung.
Als Pfister etwa elf Jahre alt war, drehte eine Filmgesellschaft in seinem Viertel Irvington Szenen für „Shamus“ (1973) mit Burt Reynolds. Der Junge war fasziniert von der Crew, die Licht und Kameras aufbaute. Bald darauf begann er, 8-mm-Heimvideos und Kurzfilme zu drehen. Pfister eiferte seinem Vater auch nach, indem er mit Kodachrome drehte und daraus Sendungen für Familie und Freunde zusammenstellte.
Nach der High School fand Pfister eine Anstellung als Produktionsassistent beim Fernsehsender WMDT-TV in Salisbury, Maryland. Innerhalb weniger Monate lieh er sich eine CP-16-Nachrichtenkamera und begann, an Wochenenden Filme zu drehen, darunter einen visuellen Essay über ein viktorianisches Haus. „Ich habe diese langsamen, kleinen, komplizierten Bewegungen rund um die Architektur des Hauses gemacht“, erinnert er sich, „und sie mit Musik zusammengeschnitten und dem Produktionsleiter gezeigt. Sie machten mich zum Kameramann.“
Innerhalb weniger Monate fand Pfister eine Anstellung als Kameramann bei einem Washingtoner Nachrichtendienst, der Fernsehsender im ganzen Land filmte. Von 1982 bis 1985 berichtete er über den US-Kongress, das Weiße Haus und aktuelle Nachrichten. 1985 begann Pfister eine freiberufliche Karriere mit Dokumentarfilmen für die PBS-Serie „Frontline“ und Industrievideos für verschiedene Washingtoner Produktionsfirmen.
1988 kam Robert Altman nach Washington, um bei einer Miniserie für HBO mit dem Titel „Tanner '88“ (1988) Regie zu führen. Altman suchte einen echten Nachrichtenkameramann für diese Rolle in seiner Sendung. Sie engagierten Pfister und baten ihn, auch einige B-Roll-Aufnahmen zu machen. Als die Produzenten seine Arbeit sahen, holten sie Pfister als Kameramann der Second Unit in die Sendung. Es war sein erster Kontakt mit Schauspiel und dramatischen Stoffen.
Anschließend schrieb sich Pfister am American Film Institute ein. Im zweiten Jahr arbeitete er mit seinen Kommilitonen an einem Kurzfilm mit dem Titel „Senzeni Na?“, der 1991 für den Oscar als bester Realfilm nominiert wurde. Der Film erzählte die Geschichte eines Mannes, der in den Kampf um die Apartheid verwickelt war, wobei Pfister auf seine Erfahrungen als Dokumentarfilmer zurückgriff.
Janusz Kamiński hatte gerade sein Studium am AFI Conservatory abgeschlossen und lernte Pfister im selben Jahr kennen. Er sah Pfisters Film und engagierte ihn als Beleuchter für verschiedene Projekte, darunter einige mit Phedon Papamichael.
Roger Corman gab Pfister die Gelegenheit, Nachaufnahmen und Einblendungen für einen Papamichael-Film zu drehen. Es war das erste Mal, dass er einen 35-mm-Film drehte. Danach betreute Pfister Papamichaels Second Unit bei „Body Chemistry“ und anderen Corman-Filmen.

„Wenn man nach Hollywood kommt – ich bin hierhergekommen, um Kameramann zu werden und Filme zu drehen –, dreht man am Ende viele verschiedene Sachen. MTV-Shows. Und ich habe ‚Animal Instinct‘ gemacht. Ich habe all diese Erotikthriller gemacht, die zwar keine Pornografie waren, aber irgendwie ab 18 Jahren“, blickt Pfister im Interview mit indepthcine.com zurück.

„Sie wurden Erotikthriller genannt. Ehrlich gesagt habe ich dort meine ersten Erfahrungen gesammelt und gelernt, wie man Licht einsetzt. Und zwar schnell. Wir haben Filme in 15 Tagen gedreht, bei einem Film mit großem Budget hat man ihn in 18 Tagen gedreht.“
Pfister drehte 1991 seinen ersten Spielfilm, „The Unborn“. Danach drehte er eine Reihe unabhängiger B-Movies, typischerweise in 15-Tage-Rhythmen. Viele dieser frühen Filme wurden von Gregory Dark inszeniert.
1995 bat Papamichael Pfister, für ihn bei Diane Keatons „Unstrung Heroes“ (1995) zu fotografieren.
1998 drehte Pfister „The Hi-Line“ im tiefsten Winter in Montana mit einem Budget von 300.000 Dollar, der im Wettbewerb des Sundance Film Festivals lief. Dort lernte er Nolan kennen, der mit einem Film auf demselben Festival vertreten war.
Pfisters erste Zusammenarbeit mit Nolan fand beim Neo-Noir-Thriller „Memento“ (2000) statt. Danach wurde er Nolans regelmäßiger Kameramann bei dessen folgenden Filmen.
Für seine sieben Filme, bei denen Nolan Regie führte, erhielt Pfister vier Nominierungen für den Oscar für die beste Kamera, darunter eine für seine Arbeit an „Inception“ im Jahr 2011.

„Wir hatten eine tolle Beziehung. Wir haben uns gegenseitig herausgefordert. Seit wir an seinem zweiten Film und meinem ersten Film von entsprechender Qualität gearbeitet haben, betraten wir beide gemeinsam diese schöne neue Welt“, erinnert sich Pfister im Interview mit "The Talks" an die Arbeit mit Nolan zurück. „Wir sind in gewisser Weise gemeinsam erwachsen geworden. Er war zweifellos die Autorität in dieser Sache, aber ich glaube, er hat von mir gelernt, so wie ich von ihm, und dann haben wir gemeinsam etwas aufgebaut. Bei den letzten Filmen hatten wir eine großartige, mühelose Kommunikation, in der wir wirklich im großen Stil kreativ sein konnten. Und diese Art der Zusammenarbeit basiert absolut auf Respekt. Das ist unglaublich wichtig, und man merkt es, wenn es nicht so ist – man erkennt es, wenn es nicht so ist.“

Pfister erklärte, er habe „viele Projekte abgelehnt (darunter mehrere „Harry Potter“-Filme), manchmal nur, um für Nolan verfügbar zu sein oder um zu Hause bei meiner Familie zu bleiben“.
Ihre Zusammenarbeit endete 2012 mit „The Dark Knight Rises“, als Pfister die Chance bekam, bei seinem ersten Film „Transcendence“ Regie zu führen.
„Ich suchte nach einer Veränderung in meinem Leben; ich hatte 15 Jahre lang als Kameramann und insbesondere mit Christopher Nolan gearbeitet. Und ich wollte einfach etwas anderes ausprobieren … nicht nur künstlerisch, sondern auch privat, und so kam ich schließlich zu ,Transcendence‘“, blickt Pfister im Interview mit "The Talks" zum Wechsel auf den Regiestuhl zurück.
„Ich glaube, meine größte Ausdruckskraft als Kameramann bestand darin, das Material eines Regisseurs oder Autors zu interpretieren. Chris Nolan und ich haben im Laufe der sieben Filme, die wir gemeinsam drehten, eine unglaubliche Zusammenarbeit entwickelt: Ich interpretiere die Worte und die Intention und folge seinem Erzählstrang, während ich gleichzeitig meine eigene visuelle Interpretation meiner eigenen Ideen darstelle. Und so funktioniert diese Zusammenarbeit am besten.“
Hoyte van Hoytema ersetzte Pfister dann bei Nolans „Interstellar“, und nachdem Pfister seine Tätigkeit als Kameramann aufgegeben hatte, wurde Van Hoytema Nolans Stammkameramann.
Nolan fungierte allerdings noch als ausführender Produzent bei Pfisters Regiedebüt.
Danach arbeitete er hauptsächlich in der Werbung und im Fernsehen, darunter in Episoden von „Flaked“ und „The Tick“.
 

Filmographie:

1988: Tanner for President (Mini-Serie)
1989: After Midnight
1990: Straßen des Schreckens (Streets)
1990: Eine verhängnisvolle Verbindung (Body Chemistry)
1990: Slumber Party Massacre III
1990: Rollerboys
1990: Naked Obsession
1991: Die Alptraumbraut (The Perfect Bride, Fernsehfilm)
1991: Lederjacken – Sie kennen kein Gesetz (Leather Jackets)
1991: Unborn – Kind des Satans (The Unborn)
1991: Inside Out
1991: Barbara Stanwyck: Fire and Desire (Fernsehfilm)
1991: Lower Level – Todesangst im Hochhaus (Lower Level)
1992: In the Heat of Passion – Mord aus Leidenschaft
1992: Secret Games
1992: Inside Out II
1992: Night Crimes
1992: Inside Out III
1992: Animal Crimes
1992: Inside Out IV
1992: Colors of Crime (Sketch Artist)
1993: Stiefmutter – Stiefmonster (Stepmonster)
1993: 883: Nord sud ovest est
1993: Amityville – A New Generation
1993: Wild Palms (Mini-Serie)
1994: Animal Instinct 2 (Mirror Images II)
1994: Past Tense – Abgründe der Leidenschaft (Fernsehfilm)
1994: Das Objekt der Begierde (Object of Obsession)
1994: Animal Instincts II
1994: Blackout (Stranger by Night)
1995: Evil Date – Verabredung mit dem Teufel (The Granny)
1995: Während du schliefst (While You Were Sleeping)
1995: Rusta – Planet der Tränen (White Dwarf)
1995: Entfesselte Helden (Unstrong Heroes)
1995: Secret Games 3
1996: Phenomenon – Das Unmögliche wird wahr (Phenomenon)
1996: Cherokee Kid – Der Racheengel (The Cherokee Kid)
1997: Austin Powers – Das Schärfste, was Ihre Majestät zu bieten hat (Austin Powers: International Man of Mystery)
1997: Mäusejagd (Mousehunt)
1998: Dennis – Widerstand zwecklos (Dennis the Menace Strikes Again!)
1998: Glory, Glory (Fernsehfilm)
1998: Familienchaos (Rhapsody in Bloom, Fernsehfilm)
1998: Frühstück mit Einstein (Breakfast with Einstein)
1999: The Hi-Line 
1999: Instinkt (Instinct)
1999: Stuart Little
2000: The Million Dollar Hotel
2000: Mexico City
2000: Memento
2000: Verborgene Wahrheit (Sharing the Secret, Fernsehfilm)
2001: Heimkehr in den Tod (Sanctuary)
2001: Scotland, PA
2001: Rustin
2002: Laurel Canyon
2002: Insomnia – Schlaflos (Insomnia)
2003: The Italian Job – Jagd auf Millionen (The Italian Job)
2005: Batman Begins
2005: Slow Burn – Verführerische Falle (Slow Burn)
2006: Prestige – Die Meister der Magie (The Prestige)
2008: The Dark Knight
2010: Inception
2011: Die Kunst zu gewinnen – Moneyball (Moneyball)
2012: The Dark Knight Rises
2012: Marley
2014: Transcendence (Regie)

Playlist:

01. Hans Zimmer & James Newton Howard - Eptesicus (Batman Begins) - 04:20 
02. Mark Isham - Physical Evidence (Sketch Artist) - 04:09 
03. Daniel Licht - Main Title (Amityville: A New Generation) - 02:00 
04. Ryuichi Sakamoto - The Beach (Wild Palms) - 04:11 
05. David Julyan - A New Trick (The Prestige) - 04:29 
06. David Julyan - Call to Hap's Window (Insomnia) - 03:45 
07. Peace Orchestra - Who Am I? (Memento) - 04:21 
08. Paul Oakenfold - Amnesia (Memento) - 04:37 
09. Danny Elfman - Into the Wild (Instinct) - 08:48 
10. Thomas Newman - There Is No Conspiracy (Unstrung Heroes) - 03:35 
11. Randy Edelman - Riverside Walk (While You Were Sleeping) - 05:22 
12. Thomas Newman - Phenomenon (Phenomenon) - 03:44 
13. Alan Silvestri - End Credits (Mouse Hunt) - 05:36 
14. Alan Silvestri - Tearful Goodbyes (Stuart Little) - 04:45 
15. Mark Isham - Jack and Ray (Sketch Artist) - 03:58 
16. Radiohead - Treefingers (Memento) - 04:45 
17. Ryuichi Sakamoto - Tully Hooked (Wild Palms) - 03:12 
18. Thomas Newman - Is Unstrung (Unstrung Heroes) - 03:12 
19. Jeff Rona - Main Title (Slow Burn) - 05:30 
20. John Powell - Venice Gold Heist (The Italian Job) - 04:40 
21. Hans Zimmer - The End (The Dark Knight Rises) - 06:13 
22. Mychael Danna - The Streak (Moneyball) - 03:03 
23. Moby - First Cool Hive (Memento) - 04:50 
24. Mychael Danna - Healing the Sick (Transcendence) - 04:09 
25. Hans Zimmer - Radical Notion (Inception) - 03:43 
26. Jon Hassell, Gregg Arreguin, Jamie Muhoberac & Peter Freeman - Amsterdam Blue (The Million Dollar Hotel) - 09:19

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