Playlist #443 vom 22.02.2026 - MICHELLE YEOH Special
Das chinesische Publikum hatte Michelle Yeoh bereits
Mitte der 1990er Jahre mit Hauptrollen in Filmen wie „In the Line of Duty –
Ultra Force 2“, „Police Story 3“ und „Wing Chun“ erobert. Seit ihrem
bemerkenswerten Auftritt als chinesische Agentin in „James Bond 007 – Der
Morgen stirbt nie“ (1997) ist sie auch den internationalen Kinogängern ein
Begriff und begeisterte weltweit ihr Publikum mit Auftritten in „Tiger and
Dragon“ (2000), „Die Geisha“ (2005), „Die Mumie: Das Grabmal des
Drachenkaisers“ (2008) und „The Lady“ (2011). Nachdem sie 2022 als erste
Schauspielerin asiatischer Abstammung mit dem Oscar für die beste Hauptrolle in
„Everything Everywhere All at Once“ ausgezeichnet wurde, erhielt sie
kürzlich bei der 76. Berlinale den Goldenen Ehrenbären für ihr
Lebenswerk. Grund genug, ihre Arbeit in der folgenden Sendung mit Musik von
Komponisten wie John Williams, David Arnold, Tan Dun, Eric Serra, Jeff
Russo, Shigeru Umebayashi, Mark Isham u.v.a. zu würdigen.
Michelle Yeoh wurde am 6. August 1962 im malaysischen
Ipoh als Tochter von Nachkommen chinesischer Einwanderer geboren. Bereits in
frühen Jahren betrieb sie etliche Sportarten wie Schwimmen, Tauchen und Squash,
erhielt ab ihrem vierten Lebensjahr Ballettunterricht, später auch in Klavier
und Kalligrafie. Nachdem sie im Alter von 15 Jahren ein Internat in England
besuchte hatte, studierte sie an der London Royal Academy of Dance im Hauptfach
Ballett, doch musste sie eine angestrebte Ballettkarriere nach einem schweren
Sturz mit einer Verletzung an der Wirbelsäule aufgeben. Stattdessen erwarb sie 1982
einen Bachelor in „Creative Arts“ mit dem Nebenfach Schauspiel. Während Yeoh
eigentlich ihre Ausbildung in England fortsetzen wollte, meldete ihre Mutter
sie ohne ihr Wissen bei einem Schönheitswettbewerb an, worauf sie zur Miss
Malaysia 1983 gewählt wurde. In dieser Funktion diente sie als auch als
Goodwill-Botschafterin für ihr Land und lernte dabei in Hongkong den
Geschäftsmann Dickson Poon kennen, der sie für zwei Werbespots
engagierte, wo sie zusammen mit Chow Yun-fat und Jackie Chan
auftrat.
Poon engagierte sie im Jahr 1984 für eine Rolle in Sammo
Hungs Actionkomödie „The Owl vs. Dumbo“, der von D&B Films, dem
kürzlich gegründeten Filmstudio von Poon, produziert wurde. Hier hatte
sie noch eine typische Frauenrolle ohne Action. Allerdings wünschte sie sich
bereits zu dieser Zeit Rollen mit Action-Szenen zu spielen, wie Sammo Hung
in diesem Film, womit sich D&B Films einverstanden erklärte. Als
Vorbereitung auf den nächsten Film trainierte Yeoh intensiv Kung Fu. Im
Jahr 1985 trat sie in einer Cameo-Rolle in Jackie Chans und Sammo
Hungs Actionkomödie „Tokyo Powerman“ auf, in der sie ihren ersten
Kampf vor der Kamera hatte.
In „Ultra Force 2“ (1985) hatte Yeoh zusammen
mit Cynthia Rothrock ihren ersten großen Auftritt. Sie spielte eine
furchtlose Polizistin und drehte zahlreiche Stunts. Der Film beeinflusste nicht
nur das Geschlechterverhältnis in Hongkong, sondern machte Yeoh auf
einen Schlag bekannt und begründete sowohl das „Girls With Guns“-Genre als auch
die Filmreihe „In the Line of Duty“, sodass in Hongkong nach einem
ähnlichen Handlungsmuster mehr als 100 weitere Polizeifilme mit Frauen in den
Hauptrollen entstanden.
In „Magnificent Warriors“ (1987) spielte Yeoh
eine Pilotin, die zur Zeit der japanischen Besetzung Chinas Waffen über die
Frontlinien schmuggelt und die Widerstandsbewegung gegen die Japaner
unterstützt. Aufgrund von Verletzungen verzichtete sie im folgenden Film „Easy
Money“ (1987) in ihrer Rolle auf Actionelemente. Im Jahr 1988 heiratete Yeoh
den Produzenten und Multimillionär Poon und gab auf sein Drängen hin
ihre Filmkarriere auf, die sie nach der Scheidung im Jahr 1992 aber wieder mit
einem gelungenen Comeback in „Police Story 3“ fortsetzte.
In den folgenden Jahren trat sie in einer Vielzahl von
Wuxia-Filmen auf, darunter „The Heroic Trio“ (1993), „Executioners“ (1994),
„Butterfly & Sword“, „Wing Chun“ und zusammen mit Jet Li
in „Tai Chi Master“. Des Weiteren spielte sie in den Action-Filmen „Holy
Weapon“, „Wonder Seven“, „Ah Kam“ und „Project S“ mit, außerdem in
dem Drama „The Soong Sisters“.
Im Jahr 1997 spielte Yeoh den chinesischen Oberst Wai
Lin im Film „James Bond 007 – Der Morgen stirbt nie“ neben Pierce
Brosnan. Yeoh gilt damit als das kampfstärkste und aktivste Bondgirl, das
jemals in der Serie um den britischen Geheimagenten auftrat. Sie trug damit
erheblich zur Modernisierung von James Bond bei, der in den 1980er Jahren unter
anderem wegen seines Sexismus kritisiert wurde. Der internationale Durchbruch
blieb jedoch zunächst aus, Yeoh bekam wider Erwarten trotz des Auftritts
als Bondgirl keine Filmangebote aus Hollywood.
Erst im Jahr 2000 gelang ihr mit ihrer Darstellung der
Schwertkämpferin Yu Shu Lien in Ang Lees Wuxia-Film „Tiger and Dragon“
ein erneuter internationaler Erfolg.
Im Jahr 2005 war Yeoh in der von Steven Spielberg
produzierten Romanverfilmung „Die Geisha“ in der Rolle der prominenten
Geisha Mameha zu sehen. Der Film löste sowohl im chinesischen als auch im
japanischen Raum Kontroversen fast bis zum Skandal aus, da sämtliche
japanischen Hauptcharaktere von chinesischen Schauspielerinnen (Michelle
Yeoh, Gong Li, Zhang Ziyi) dargestellt wurden.
In Luc Bessons Filmbiographie „The Lady“
(2011) verkörperte Yeoh die Friedensnobelpreisträgerin Aung San Suu
Kyi. Der Film feierte am 12. September 2011 auf dem Toronto
International Film Festival seine Premiere. Im Zusammenhang mit diesem Film
konnte sie die von ihr porträtierte Aung San Suu Kyi einmal besuchen,
aber ein zweiter Besuch in Myanmar wurde ihr verweigert. Die Schauspielerin
wurde im Flughafen von Rangun an der Einreise gehindert und umgehend
ausgewiesen.
Sie trat weiterhin in Hongkong und dem chinesischen Kino auf
und spielte in „True Legend“ und „Reign of Assassins“ (beide
2010), „Crouching Tiger, Hidden Dragon: Sword of Destiny (2016) und „Master
Z: Ip Man Legacy“ (2018).
Yeoh spielte Nebenrollen in den romantischen Komödien
„Crazy Rich Asians“ (2018) und „Last Christmas“ (2019) sowie in
dem Marvel Cinematic Universe-Film „Shang-Chi and the Legend of the Ten
Rings“ (2021) und der Fernsehserie „Star Trek: Discovery“
(2017–2020). Ihre stimmschauspielerische Arbeit umfasste „Kung Fu Panda 2“
(2011), „Minions: The Rise of Gru“ und „Paws of Fury: The Legend of
Hank“ (beide 2022), „Transformers: Rise of the Beasts“ (2023) und „The
Tiger's Apprentice“ (2024)
Im Jahr 2023 gewann sie für ihre Hauptrolle der Evelyn Wang
in dem Fantasy-Abenteuerfilm „Everything Everywhere All at Once“ einen
Golden Globe Award sowie einen Oscar.
Yeoh war 2023 in der Disney+-Serie „American Born
Chinese“ zu sehen, die auf dem gleichnamigen Buch von Gene Luen Yang
basiert. Sie spielte als psychisches Medium neben Kenneth Branagh in dessen
„A Haunting in Venice“ (2023). Im selben Jahr wurde Yeoh Mitglied
des Internationalen Olympischen Komitees und hielt eine Rede an die
Klasse 2023 der Harvard Law School.
Im Januar 2024 war Yeoh in der achtteiligen Netflix-Action-Comedy-Serie
„The Brothers Sun“ zu sehen. Sie spielt seitdem als Madame Morrible in
der zweiteiligen Verfilmung des Musicals „Wicked“ unter der Regie von Jon
M. Chu. Im Jahr 2025 schloss sich Yeoh der englischsprachigen
Besetzung des animierten chinesischen Blockbusters „Ne Zha 2“ an
und sprach eine Hauptfigur in der Version von A24 und CMC Pictures.
Im Mai 2024 wurde Yeoh in einer Hauptrolle als
Replikant neben Hunter Schafer in der Amazon
Science-Fiction-Fernsehserie „Blade Runner 2099“ besetzt. Sie
wird auch als Humanwissenschaftlerin Dr. Karina Mogue in „Avatar 4“ und „Avatar
5“ zu sehen sein. Im November 2025 gaben die Internationalen Filmfestspiele
Berlin bekannt, dass sie Yeoh 2026 den Goldenen Ehrenbären in
Anerkennung ihrer herausragenden Leistungen in Film und Kino verleihen werden.
Filmografie:
1984: The Owl vs. Dumbo (Mao tou ying yu xiao fei xiang)
1985: Tokyo Powerman
1985: Powerman 2 (Xia ri fu xing)
1985: In the Line of Duty – Ultra Force 2 (Yes, Madam,
Police Assassins 2)
1986: In the Line of Duty – Ultra Force (Royal Warriors,
Police Assassins)
1987: Easy Money (Tong tian da dao)
1987: Dynamite Fighters (Zungwaa Zinsi, international
auch Magnificent Warriors)
1992: Police Story 3 (Gingchaat goosi III: Chiukup
gingchaat)
1993: The Heroic Trio (Dung fong sam hap)
1993: Butterfly & Sword
1993: Project S
1993: Wuxia qi gongzhu (Holy Weapon)
1993: Executioners
1993: Tai Chi
1994: Wing Chun – Gefährlich wie eine Pantherkatze (Wing
Chun)
1994: Phantom Seven (Wonder Seven)
1997: The Soong Sisters (Song jia huang chao)
1997: James Bond 007 – Der Morgen stirbt nie (Tomorrow
Never Dies)
1999: Sing yuet tung wa
2000: Tiger and Dragon (Wohu canglong)
2002: The Touch
2004: Silver Hawk
2005: Die Geisha (Memoirs of a Geisha)
2006: Fearless
2007: Sunshine
2007: Far North
2008: Die Mumie: Das Grabmal des Drachenkaisers (The
Mummy: Tomb of the Dragon Emperor)
2008: Babylon A.D.
2008: Die Kinder der Seidenstraße (The Children of Huang
Shi)
2010: True Legend (Su Qi’er)
2010: Dark Stone – Reign of Assassins (Jianyu)
2010: Rose wie Paris (Rose, c'est Paris, Fernsehfilm)
2011: The Lady
2011: Kung Fu Panda 2 (Stimme)
2013: Final Recipe
2015: Strike Back (Fernsehserie, 9 Folgen)
2015: Marco Polo: One Hundred Years (Fernsehfilm)
2016: Mechanic: Resurrection
2016: Das Morgan Projekt (Morgan)
2016: Marco Polo (Fernsehserie, 7 Folgen)
2016: Crouching Tiger, Hidden Dragon: Sword of Destiny
2017: Guardians of the Galaxy Vol. 2
2017–2020: Star Trek: Discovery (Fernsehserie, 25 Folgen)
2018: Crazy Rich (Crazy Rich Asians)
2018: Star Trek: Short Treks (Fernsehserie, 1 Folge)
2018: Master Z: The Ip Man Legacy
2019: Last Christmas
2020: Boss Level
2021: Gunpowder Milkshake
2021: Shang-Chi and the Legend of the Ten Rings
2022: Everything Everywhere All at Once
2022: Minions – Auf der Suche nach dem Mini-Boss (Minions:
The Rise of Gru, Stimme)
2022: Paws of Fury: The Legend of Hank (Stimme)
2022: The School for Good and Evil
2022: The Witcher: Blood Origin (Miniserie)
2023: American Born Chinese (Fernsehserie, 8 Folgen)
2023: Transformers: Aufstieg der Bestien (Transformers:
Rise of the Beasts, Stimme)
2024: The Brothers Sun (Fernsehserie, 8 Folgen)
2024: Wicked
2024: The Tiger's Apprentice
2025: Star Trek: Sektion 31
2024-2025: Ark: The Animated Series (Fernsehserie, 13
Folgen)
2025: Wicked: Teil 2 (Wicked: For Good)
Playlist:
01. David Arnold - Company Car (James Bond 007 - Tomorrow Never Dies) - 03:36
02. Tan Dun - Through the Bamboo Forest (Crouching Tiger, Hidden Dragon) - 04:23
03. Basil Poledouris - Memories of Days Gone (The Touch) - 03:12
04. Kitaro & Randy Miller - Echoing Wall (The Soong Sisters) - 04:41
05. Shigeru Umebayashi - A Long Road Home (Fearless) - 04:20
06. John Murphy - Sunshine [Adagio in D Minor] (Sunshine) - 04:28
07. David Hirschfelder - Brave & Beautiful / Arrival Lanchow (The Children of Huang Shi) - 04:02
08. Randy Edelman - Reading of the Scrolls (The Mummy - Tomb of the Dragon Emperor) - 03:56
09. Shigeru Umebayashi - Hit Battle (True Legend) - 03:21
10. Atli Örvarsson - Aurora's Theme (Babylon A.D.) - 04:02
11. Clinton Shorter - Wait For Me (Boss Level) - 03:03
12. Eric Serra - Nobel Peace Price 1991 (The Lady) - 03:10
13. Peter Nashel - Yusuf's Farewell (Marco Polo) - 03:19
14. John Williams - Becoming a Geisha (Memoirs of a Geisha) - 04:52
15. Max Richter - Sketch #1 - Morgan (Morgan) - 03:24
16. Brian Tyler - Parallel Decisions (Crazy Rich Asians) - 04:36
17. Shigeru Umebayashi - This Is Our Story / Your Mother Is My Teacher (Crouching Tiger, Hidden Dragon - Sword of Destiny) - 03:47
18. Mark Isham - Tattoos, Trackers and Shark Repellent (Mechanic: Resurrection) - 03:57
19. Basil Poledouris - Healing of Hearts (The Touch) - 03:20
20. Jeff Russo - The Day Is Saved (Star Trek: Discovery) - 03:10
21. Son Lux - Very Busy (Everything Everywhere All at Once) - 05:09
22. Nathan Matthew David & Nick Lee - The Kiss (The Brothers Sun) - 03:05
23. Hildur Guðnadóttir - Money in the Mattress (A Haunting In Venice) - 04:19
24. Tan Dun - The Eternal Vow (Crouching Tiger, Hidden Dragon) - 03:01
25. John Williams - Sayuri's Theme and End Credits (Memoirs of a Geisha) - 05:06
26. Jeff Russo - Philippa Returns (Star Trek: Section 31) - 03:16
27. Scott Shields - Killing the Love (Strike Back) - 03:29
28. Shigeru Umebayashi - Fearless Men / Theme of Yuanjia and Moon (Fearless) - 04:26
29. David Hirschfelder - End Credits (The Children of Huang Shi) - 09:51


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