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Sonntag, 21. Juni 2026

Playlist #452 vom 28.06.2026 - Neuheiten 2026 (3)

Auf den Mattscheiben und Leinwänden kehrt Altbekanntes zurück. Hier ein Themenpark zur „Drachenzähmen leicht gemacht“-Reihe, dort das Sequel zu „Der Teufel trägt Prada“ und schließlich ein Remake des einst gefloppten Superhelden-Spektakels „Masters of the Universe“. In der heutigen Sendung gibt es neben den Soundtracks zu diesen Filmen auch Serien-Highlights neuer Staffeln von „Euphoria“, „Citadel“ und „Good Omens“ sowie den neuen Serien „Watson“ und „Dutton Ranch“. Freut euch auf Musik von Daniel Pemberton, Hans Zimmer, John Powell, Jeff Russo, John Williams, Volker Bertelmann, Christopher Young und vielen anderen.
In Orlando hat Universal mit „How to Train Your Dragon – Isle of Berk“ einen neuen Themenpark (nach „The Wizarding World of Harry Potter – Ministry of Magic“, „Super Nintendo World“ und „Dark Universe“ mit klassischen Monstern) eröffnet. Zu den Highlights der Ankündigung gehören neben den vielen interaktiven Drachen-Erlebnissen und der „Hiccup’s Wing Gliders“-Achterbahn die orchestrale Musik von John Powell, der bereits die Scores zu den Filmen der „Drachenzähmen leicht gemacht“-Reihe komponierte.
David Oyelowo spielt in Nate Parkers Thriller-Drama „Newborn“ die Titelfigur, die nach sieben Jahren in Einzelhaft versucht, sich ein neues Leben aufzubauen und wieder eine Bindung zu seiner Familie herzustellen – doch er muss feststellen, dass die Freiheit zu einem beängstigenden psychologischen Schlachtfeld geworden ist.
„Musikalisch ist die Welt der Einzelhaft zutiefst psychologisch geprägt und unerbittlich. Sie wirkt einerseits karg und gedämpft, andererseits aber auch weitläufig und intensiv, um die erschütternde Tiefe echter Isolation zu veranschaulichen. Schon früh im Produktionsprozess ließ Regisseur Nate Parker uns Originalaufnahmen aus Einzelhaftzellen hören – etwa das Schlagen von Häftlingen gegen Türen und Fenster. Dies wollten wir in der Filmmusik durch aggressive Metallklänge nachempfinden, die zwar rhythmisch die Konturen des Familienthemas nachzeichnen, dies jedoch in einem Ton der Verzweiflung tun. Während Chris versucht, diese Welt hinter sich zu lassen, unternimmt die Familie einen Ausflug nach Windor Peak – gedreht im stimmungsvollen Vancouver“, erzählt Komponist Anthony Willis. In Stücken wie ‚Looking for Peace‘ und ‚The Perfect Day‘ baut er eine Bindung zu seinem Sohn Jake auf; die Musik spiegelt dabei die Wärme und Intimität des Familienlebens wider – ein Gefühl der Wiederannäherung und des Nachhausekommens. Doch immer wieder wird er durch seine Umgebung und quälende Halluzinationen – etwa in ‚Visions of Prison‘ und ‚Build, Cell, Run‘ – aus der Bahn geworfen und beginnt, alles um sich herum infrage zu stellen.“
Volker Bertelmann hat bereits mit seiner Oscar-prämierten Musik zur Neuverfilmung des Klassikers „Im Westen nichts Neues“ Erfahrungen mit Kriegsfilmen machen können. Nun vertonte er mit „Pressure“ die britisch-französische Filmproduktion des australischen Filmemachers Anthony Maras, die wiederum auf dem gleichnamigen Theaterstück von David Haig basiert, das erstmals im Jahr 2014 uraufgeführt wurde. Der Film spielt in den 72 Stunden vor der geplanten alliierten Invasion in die Normandie, die von einem entscheidenden Element abhängt: das englische Wetter. Der britische Chefmeteorologe James Stagg steht vor der Aufgabe, die wichtigste Wettervorhersage der Geschichte zu liefern, was ihn in eine angespannte Pattsituation mit der gesamten alliierten Führung bringt. Falsche Bedingungen könnten die größte Seeinvasion aller Zeiten zum Scheitern bringen, während jede Verzögerung die Gefahr birgt, dass der deutsche Geheimdienst Wind von der Sache bekommt. Nur seinem vertrauten Adjutanten Captain Kay Summersby kann er sich anvertrauen, und die katastrophale Generalprobe für den D-Day verfolgt ihn, so liegt die endgültige Entscheidung beim Oberbefehlshaber der Alliierten, General Dwight D. Eisenhower…
Deborah Correa hat mit „The War Between“ Western-Drama inszeniert, das 1862 im Arizona-Territorium spielt. In den ersten Monaten des Bürgerkriegs müssen hier zwei feindliche Soldaten zusammenarbeiten, um zu überleben, nachdem sie in der Sonora-Wüste gestrandet sind.

„Schon seit meiner Kindheit liebe ich Geschichten über den Wilden Westen und den Bürgerkrieg. Als Kind schlich ich mich sogar heimlich ins örtliche Kino, um den neuesten John-Wayne-Film zu sehen – ein kleines, aber feines Vergnügen für mich. Dort wurde mir erstmals bewusst, welche Wirkung Filmmusik hat; ich war fasziniert und wollte unbedingt wissen, wie diese Art von Filmmagie entsteht“, erzählt Filmkomponist Dennis Dreith. „Als mich Ron Yungul – Autor und Produzent von ‚The War Between‘ – anfragte, ob ich die Musik für seinen im Arizona-Territorium spielenden Bürgerkriegsfilm komponieren wolle, ergriff ich sofort die Gelegenheit. Die Zusammenarbeit mit Filmemachern, die ihr erstes Projekt realisieren, kann durchaus eine Herausforderung sein, ist aber auch sehr bereichernd, da man ihnen zeigen kann, was Musik für einen Film bewirken kann. In diesem Fall hatten die Filmemacher eine klare Vorstellung von ihrem Projekt, die sich wunderbar mit meiner eigenen Vision deckte. Das Ergebnis dieser Zusammenarbeit war eine Mischung aus Aaron Copland und Earl Klugh, gepaart mit einer Hommage an die klassischen Soundtracks der Westernfilme vergangener Zeiten.“

Einst komponierte Genre-Spezialist Christopher Young die Musik zu großartigen Horror-Werken wie Clive Barkers „Hellraiser“, dessen Fortsetzung „Hellraiser II“, George A. Romeros „The Dark Half“ oder Sam Raimis „The Gift“. Mittlerweile wird der Altmeister nur noch für B-Movie-Produktionen wie dem verpatzten Remake von „Friedhof der Kuscheltiere“, dem Okkult-Horror „The Offering“ oder dem Mystery-Horror „The Piper“ engagiert. In diese Reihe gehört auch „Passenger“. Für die moderne „Jeepers Creepers“-Variante komponierte Young zwei verschiedene Arten von Musik. Während die „Passenger“-Cues gruselige Horror-Klänge präsentieren, bieten die „St. Christopher“-Stücke sakrale Chöre ohne instrumentale Begleitung. 

„Als ich die CD mit der Filmmusik zusammenstellte, beschloss ich, das eigentliche Material aus dem Film als Ausgangspunkt für eine Suite von Ideen zu nutzen, die zu einer eigenen musikalischen Erzählung weiterentwickelt wurden. Angelehnt an den Ablauf eines Gottesdienstes beginnt das Werk mit einem Vorspiel für Streichorchester (anstelle des üblichen Orgelvorspiels). Darauf folgen drei Abschnitte: Im ersten Teil singen ein Knaben- und ein Männerchor einen eigens komponierten Hymnus im Stil traditioneller episkopaler Chormusik; dieser steht für die Figur des Heiligen Christophorus. Es schließt sich eine Prozession von Geistlichen an, die Trommeln und Glocken spielen. Schließlich folgt auf diesen Abschnitt das düstere Material – jene Musik, die „The Passenger“ (den Passagier) repräsentiert. Die beiden verbleibenden Teile der Partitur sind nach demselben Prinzip aufgebaut.“

Damit gelingt Christopher Young einmal mehr das Kunststück, unauffällige Horror-Produktionen mit seiner versierten Musik extrem aufzuwerten.
1987 inszenierte Gary Goddard mit „Masters of the Universe“ mit Dolph Lundgren in der Hauptrolle ein trashiges-Action-Science-Fiction-Abenteuer, das seinen Ursprung in einer Spielzeugreihe aus dem Jahr 1982 hatte und in dem der heroische Krieger He-Man gegen den bösen Lord Skeletor und seine Armeen der Dunkelheit um die Kontrolle über Castle Grayskull kämpfte. Fast vierzig Jahre später versucht sich nun Regisseur Travis Knight („Kubo: Der tapfere Samurai“, „Bumblebee“) an einer Wiederbelebung, bewahrt in seiner Interpretation der Geschichte den skurrilen Ton der 80er-Jahre-Realverfilmung. Der gerade einmal zehn Jahre alte Prinz Adam stürzt mit seinem Raumschiff auf dem Planeten Erde ab und wird dabei von seinem mächtigen magischen Schwert getrennt, das ihn mit seiner Heimat Eternia verbindet. Erst fast zwei Jahrzehnte später findet er die kraftvolle Klinge wieder und wird durch ihre magischen Kräfte durch das All zurück auf seinen mittlerweile ziemlich anders aussehenden Heimatplaneten gewirbelt. Der wurde nämlich während seiner Abwesenheit von Skeletor übernommen und während dieser Schreckensherrschaft regelrecht in Schutt und Asche gelegt. Um Skeletor also besiegen zu können, muss Prinz Adam erst einmal die Geheimnisse seiner eigenen Vergangenheit aufdecken und zu He-Man, dem mächtigsten Mann des Universums, werden. Zum Glück kann er dabei auch auf seine engsten und treuesten Verbündeten zählen: Teela und Duncan aka Man-at-Arms.
Um He-Mans Verwandlung vom durchschnittlichen jungen Mann zu einem allmächtigen Wesen – jemandem, der ein Schwert führt, das sonst niemand handhaben kann – musikalisch zu untermalen, arbeitete Komponist Daniel Pemberton mit dem Queen-Mitbegründer Brian May gemeinsam an dem Titelsong „Electrica“. Dabei handelt es sich um eine dreiminütige Ballade, die einen 100-köpfigen Chor, ein 80-köpfiges Orchester, eine Rockband und zahlreiche Synthesizer vereint.

„Ich wollte, dass sich ein erwachsener Mann wieder wie ein kleiner Junge fühlt und ein kleiner Junge wie ein erwachsener Mann“, sagt Pemberton im Interview mit "Variety". „Ich wollte etwas, das die Wucht und Ernsthaftigkeit eines Hard-Rock-Songs besitzt, gepaart mit der Farbigkeit, dem Camp-Faktor und dem leicht Kitschigen eines eingängigen Euro-Pop-Songs. Die Einflüsse jener Zeit waren stark vom Pop geprägt. Der Song sollte genau diese Stimmung vermitteln: Sobald der Film beginnt, weiß man, dass einen etwas Unterhaltsames erwartet. Das ist das Wichtigste an diesem Film – er macht einfach ungeniert Spaß.“

In Ricardo de Montreuils Drama „Mistura“ gerät das Leben einer Frau aus den Fugen, als sie durch den Verrat ihres Mannes aus der Welt der High Society verstoßen wird. Sie wendet sich Randgruppen zu und begibt sich auf eine Reise der Wandlung; mit einem gewagten kulinarischen Unterfangen stellt sie gesellschaftliche Normen infrage und definiert ihr Leben völlig neu.
„Als Regisseur Ricardo de Montreuil mir erstmals Standbilder vom Set von ,Mistura‘ zeigte, war ich sofort fasziniert. Die Bilder besaßen eine leuchtende, zeitlose Qualität, die an ein Meisterwerk mit Sophia Loren erinnerte – eine Rückkehr zu einer Art von exquisiter Filmkunst, wie ich sie seit Jahrzehnten nicht mehr gesehen hatte. Doch als ich den fertigen Film sah, entfaltete sich eine tiefere, emotional unmittelbarere Geschichte. Wir begleiten Norma, eine Frau aus privilegierten Verhältnissen, der plötzlich ihre Welt genommen wird; sie steht vor dem Nichts und ist von jener Elite-Gesellschaft isoliert, die einst ihr Leben bestimmt hatte. Ihre Reise ist geprägt von radikalem Wandel: Sie öffnet sich für Gemeinschaften, die zuvor keine Rolle für sie spielten, und fordert den Status quo durch ein gewagtes kulinarisches Projekt heraus, das schließlich ihre Seele neu definiert. Die größte Herausforderung bei der Komposition für ,Mistura‘ bestand darin, eine Klangsprache zu finden, die sowohl die äußere Schönheit von Normas Träumen als auch den inneren Kampf um ihr Überleben einfangen konnte“, berichtet Komponist Timothy Williams von der Arbeit an „Mistura“. „Die Musik musste einerseits so kultiviert wirken wie ihre Vergangenheit, andererseits aber auch so ungefiltert und rau wie ihre Gegenwart. Während Normas Themen oft durch elegante Klavier- und Streicherarrangements getragen werden, bildet die Figur des Oscar einen essenziellen Gegenpol. Um seine Welt musikalisch darzustellen, integrierte ich ein lebendiges ‚Street-Flair‘, bei dem der legendäre Alex Acuña am Schlagwerk mitwirkte. Seine rhythmischen Texturen bilden den Herzschlag der lokalen Kultur und fungieren als Katalysator, der Normas Entwicklung vorantreibt. Ganz im Sinne des Filmtitels ist auch die Filmmusik eine ‚Mistura‘ – eine bewusste Mischung. Wir verbanden klassische Strukturen mit traditionellen rhythmischen Wurzeln, um Normas Weg aus den Salons der High Society hinein in das pulsierende Herz der Gemeinschaft widerzuspiegeln.“ 
„Disclosure Day“ stellt die 30. Zusammenarbeit zwischen Regisseur Steven Spielberg und Maestro John Williams dar. Obwohl Williams dem Filmemacher vier andere Komponisten vorschlug, konnte sich Spielberg am Ende durchsetzen und den versierten Komponisten zu einem melodischen, sehr ruhigen Score zu dem Science-Fiction-Film überreden, der zwar etwas an Spielbergs Meisterwerk „Unheimliche Begegnung der dritten Art“ erinnert, sich aber in einem entscheidenden Punkt von „Disclosure Day“ unterscheidet.
„Die Filmmusik zu ,Unheimliche Begegnung der dritten Art‘ hat fast opernhaften Charakter, sie führt den Film an – sie ist dem Film gewissermaßen voraus“, meinte Spielberg in einem Interview. „Bei ,Disclosure Day‘ wollte ich hingegen, dass Johns Musik hinter dem Film steht, ihn gleichsam unterfüttert. Sie sollte den Film tragen, aber nicht zu sehr abheben lassen; sie sollte ihn lenken und stützen, sich aber niemals in den Vordergrund drängen.“

Playlist: 

01. John Powell - Fate of the Hidden World (How to Train Your Dragon - Isle of Berk) - 03:22 
02. Anthony Willis - Solitary Suite (Newborn) - 06:08 
03. Volker Bertelmann - Pressure Ending Credits (Pressure) - 06:22 
04. Dennis Dreith - Reunion and Loss (The War Between) - 03:27 
05. Christopher Young - St. Christopher #1 (Passenger) - 04:25 
06. Hans Zimmer - Rue Romance (Euphoria - Season 3) - 08:47 
07. Nick Cave & Warren Ellis - Shootout (Detective Hole) - 03:41 
08. Dickon Hinchliffe - Remarkable Bright Creatures (Remarkable Bright Creatures) - 03:04 
09. John Williams - Memory... (Disclosure Day) - 04:07 
10. Kris Bowers & Michael Dean Parsons - You Loved Me at My Worst (Spider-Noir) - 03:13 
11. Volker Bertelmann - Singing Together (La Bataille de Gaulle - L’Âge de fer) - 03:30 
12. Brian Tyler & Breton Vivian - Texas Train Station (Dutton Ranch - Season 1) - 03:22 
13. Arturo Cardelùs - Misericordia (Terra Alta) - 02:39 
14. Nick Foster & Sam Thompson - Landing (The Balloonists) - 04:01 
15. Max Aruj - She Needs You (Man on Fire) - 03:41 
16. Daniel Pemberton - Young Adam (Masters of the Universe) - 03:46 
17. Rupert Gregson-Williams - Crawl (Prisoner) - 03:48 
18. Paul Leonard-Morgan - Take Care of the Babies (Watson - Seasons 1 & 2) - 03:04 
19. Timothy Williams - If I Lost You (Mistura) - 04:10 
20. David Arnold - Jesus Is Confused (Good Omens 3) - 03:06 
21. Theodore Shapiro - Timeless (The Devils Wear Prada 2) - 04:03 
22. Siddhartha Khosla - She's Gone (Swapped) - 04:27 
23. Federico Jusid - A Message From Home (Star City) - 03:16 
24. Mike Forst - We Gotta Move (Seven Snipers) - 03:26 
25. Will Bates - Lonely Boy Absolved (Tuner) - 04:04 
26. Austin Wintory - Happy Birthday Little Buddy (SWAPMEAT) - 06:57
27. Randy Newman - Tech Boom (Toy Story 5) - 03:05
28. Jeff Russo - Citadel Redux [Broken] (Citadel - Season 2) - 08:04

Freitag, 5. Juni 2026

Playlist #451 vom 14.06.2026 - TAYLOR HACKFORD Special

Seit seinem Erfolg mit dem romantischen Drama „Ein Offizier und Gentleman“ (1982) hat sich Taylor Hackford zu einem der namhaftesten Regisseure und Produzenten in Hollywood entwickelt. Zu seinen Credits zählen neben dem Oscar-prämierten Kurzfilm „Teenage Father“ (1978) auch die erfolgreiche Stephen-King-Verfilmung „Dolores“, der Okkult-Thriller „Im Auftrag des Teufels“, die Thriller „Lebenszeichen - Proof of Life“ und „Gegen jede Chance“ sowie die Biopics „Chuck Berry: Hail! Hail! Rock’n‘Roll“ und „Ray“. Musikalisch bietet die Sendung Kompositionen von Jack Nitzsche, Danny Elfman, James Newton Howard, Craig Armstrong, Michel Colombier und David Buckley
Hackford wurde am 31. Dezember 1944 im kalifornischen Santa Barbara geboren, besuchte die Santa Barbara High School und studierte an der University of Southern California Rechtswissenschaften im Vorstudium mit den Schwerpunkten Internationale Beziehungen und Wirtschaftswissenschaften.
Nach seinem Abschluss leistete er Freiwilligendienst beim Peace Corps in Bolivien, wo er in seiner Freizeit begann, mit Super-8-Filmen zu arbeiten. Er entschied, dass er keine juristische Laufbahn einschlagen wollte, und nahm stattdessen eine Stelle in der Poststelle des in Los Angeles ansässigen öffentlichen Senders KCET an. Bei KCET fungierte er 1970 als Associate Producer für das Leon-Russell-Special „Homewood“. Im Jahr 1973 produzierte er bei KCET das einstündige Special „Bukowski“ (über den Dichter Charles Bukowski) unter der Regie von Richard Davies. Hackford war er einer der Ersten, der Rock’n’Roll-Sendungen ins amerikanische Fernsehen brachte und dort etablierte.
Er erschuf auch etliche preisgekrönte Dokumentarfilme für die Kulturredaktion des Senders und fungierte außerdem als investigativer Reporter für die Nachrichtenredaktion. 1979 wurde ihm für seinen ersten Film, „Teenage Father“, bei dem er Regie führte, das Drehbuch schrieb und sein eigener Produzent war, ein Oscar in der Kategorie Bester Live-Action Kurzfilm verliehen. Sein Spielfilmdebüt gab er dann 1980 mit „Alle meine Stars“ mit Ray Sharkey und Peter Gallagher in den Hauptrollen.
Sowohl für seine Dokumentarfilme als auch für seine journalistischen Beiträge erhielt er einen Associate Press Award sowie zwei Emmy Awards. 
Sein zweiter Spielfilm, „Ein Offizier und Gentleman“, mit Richard Gere und Debra Winger in den Hauptrollen, wurde 1982 zu einem großen Publikumserfolg und erhielt auch von den Kritikern viel Lob. Bei fünf Nominierungen gewann der Film in zwei Kategorien: Louis Gosset, Jr. wurde als Bester Nebendarsteller und „Up Where We Belong“ als Bester Originalsong ausgezeichnet. Zusätzlich bekam Hackford für seine herausragende Leistung eine Nominierung vom Verband der Regisseure, der Directors Guild of America.
Bei all seinen weiteren Filmen betätigte sich Taylor Hackford gleichzeitig als Regisseur und Produzent, darunter das Neo-Noir-Drama „Gegen jede Chance“ (1984) mit Jeff Bridges, Rachel Ward und James Woods, „White Nights – Nacht der Entscheidung“ (1985) mit Mikhail Baryshnikov, Gregory Hines, Helen Mirren und Isabella Rossellini, „Ein Leben voll Leidenschaft“ (1988) mit Dennis Quaid, Jessica Lange und John Goodman sowie der gefeierte Dokumentarfilm „Chuck Berry: Hail! Hail! Rock ’n’ Roll“ (1987) mit Chuck Berry und Keith Richards. 
Hackford gründete die Produktionsfirma New Visions Pictures, um mit anderen Regisseuren qualitativ hochwertige Filme mit bescheideneren Budgets zu realisieren. Zu seinen Produktionen gehören u.a. der hoch gelobte „Der lange Weg“ mit Sissy Spacek und Whoopi Goldberg, „Queens Logic“ mit einem Ensemble-Cast, darunter John Malkovich, Kevin Bacon, Joe Mantegna, Jamie Lee Curtis und Linda Fiorentino, „Tödliche Gedanken“ mit Demi Moore, Glenn Headley und Bruce Willis sowie „Wehrlos“ mit Barbara Hershey, Mary Beth Hurt und Sam Shepard.
Seit seiner Zeit als freiwilliges Mitglied des Friedenscorps in Südamerika (1968-69) ist Hackford von der lateinamerikanischen Kultur in all ihren Facetten fasziniert. So entwickelte und produzierte er mit „La Bamba“ das Biopic über Ritchie Valens, durch den Lou Diamond Phillips in seiner Filmkarriere durchstartete. Mit einem Drehbuch und unter der Regie von Luis Valdez wurde „La Bamba“ zu einem Überraschungserfolg und eröffnete vielen Latino-Künstlern in Hollywood neue Möglichkeiten.
Fünf Jahre später kehrte Taylor Hackford hinter die Kamera zurück und realisierte mit „Blood In, Blood Out – Verschworen auf Leben und Tod“, für den er 1993 auf dem Filmfestival in Tokio mit dem Preis für die Beste Regie ausgezeichnet wurde, ein episches Drama über East L.A. Zu einem Publikums- und Kritikererfolg avancierte sein darauffolgender Spielfilm, die Adaption von Stephen Kings Bestseller „Dolores Claiborne“ (1995) mit Kathy Bates und Jennifer Jason Lee in den Hauptrollen.
1996 entdeckte Hackford unveröffentlichtes Dokumentarfilm-Material zum legendären Boxkampf und die Titelverteidigung zwischen Muhammed Ali und George Foreman in Zaire, Afrika. Das Original-Material war 1974 vom Filmemacher Leon Gast gedreht worden; Hackford setzte es zu einem Dokumentarfilm ganz neu zusammen, wozu er auch aktuelle Interviews mit u.a. Spike Lee, Norman Mailer, George Plimpton führte. Er ließ so im Schneideraum in Ergänzung des historischen Materials den ganzen Hype, die Politik und die Figuren um jenes legendäre Ereignis wieder lebendig werden. Der vollendete Film, „When We Were Kings – Einst waren wir Könige“, war 1996 auf dem Sundance Film Festival ein großer Hit und wurde 1997 mit einem Oscar in der Kategorie Bester Dokumentarfilm ausgezeichnet.
1998 führte Hackford bei dem weltweit erfolgreichen und von der Kritik gefeierten Film „Im Auftrag des Teufels“ Regie. In dieser zeitgenössischen Fabel, die in der Welt der mächtigen New Yorker Juristen spielt, verkörpern Al Pacino und Keanu Reeves die Hauptrollen. 2001 realisierte Hackford den spannungsgeladenen Thriller „Lebenszeichen — Proof of Life“ mit Meg Ryan, Russell Crowe und David Morse, basierend auf William Prochnaus „Vanity Fair“-Artikel „Adventures in the Ransom Trade“, in dem über den wahren Fall der Entführung des amerikanischen Geschäftsmannes Thomas Hargrove berichtet wurde.
2004 drehte Hackford mit „Ray“ eine Biografie des Musikers Ray Charles. Der Film erhielt zahlreiche Oscar-Nominierungen. Hauptdarsteller Jamie Foxx wurde schließlich als Bester Hauptdarsteller ausgezeichnet.
„Meine stolzesten Momente bei ,Ray‘ waren jene in den sogenannten ‚Chitlin‘ Clubs‘. Ray Charles beendete sein Leben in Konzertsälen, in die die Leute im Smoking gingen, um einem Genie schweigend bei seinem Auftritt zuzuhören. Doch in diesen Clubs musste er die Leute dazu bringen, aufzustehen und zu tanzen“, blickte Hackford auf die Arbeit an dem Film zurück. „Ich versuchte, ein wenig von dieser Energie und dieser Ausgelassenheit auszudrücken. Das Großartige an der Musik ist, wenn man die Leute von den Sitzen reißen kann.“
Für Hackford, der nie eine Filmhochschule besucht hat, spielte Musik immer eine große Rolle in seinem Leben.
„Ich fühle mich beim Inszenieren von Musik sehr wohl, und ich glaube, das sieht man dem Ergebnis auch an.“ Hackford führte zudem bei Musikvideos Regie, darunter bei „Against All Odds (Take a Look at Me Now)“ von Phil Collins und „Say You, Say Me“ von Lionel Richie.
Am 25. Juli 2009 wurde Hackford zum Präsidenten der Directors Guild of America gewählt und zwei Jahre später für eine zweite, zweijährige Amtszeit als Präsident wiedergewählt.
Zu seinen letzten Filmen zählte der Jason-Statham-Action-Film „Parker“ (2013) und die romantische Komödie „The Comedian – Wer zuletzt lacht“ (2016) mit Robert De Niro.

Filmografie: 

1973: Economic Love-In (Fernsehfilm) 
1973: Bukowski 
1978: Teenage Father (Kurzfilm) 
1980: Alle meine Stars oder Idolmaker – Das schmutzige Geschäft des Showbusiness (The Idolmaker) 
1982: Ein Offizier und Gentleman (An Officer and a Gentleman) 
1984: Gegen jede Chance (Against All Odds) 
1985: White Nights – Die Nacht der Entscheidung (White Nights) 
1986: A Tribute to Rick Nelson (Fernsehfilm) 
1987: Chuck Berry – Hail! Hail! Rock 'n' Roll 
1987: La Bamba (Produzent) 
1988: Ein Leben voller Leidenschaft (Everybody’s All-American) 
1989: Rooftops – Dächer des Todes (Rooftops) 
1991: Geboren in Queens (Queens Logic) 
1993: Blood in, Blood out – Verschworen auf Leben und Tod (Bound by Honor) 
1995: Dolores (Dolores Claiborne) 
1996: When We Were Kings (Produktion und Schnitt) 
1997: Im Auftrag des Teufels (The Devil’s Advocate) 
1999: Greenwich Mean Time (Produzent) 
2000: Lebenszeichen – Proof of Life (Proof of Life) 
2004: Ray 2010: Love Ranch 
2013: Parker 
2013: Company Town (Fernsehfilm) 
2014: Dangerous Liaisons (Fernsehfilm) 
2016: The Comedian 

Playlist:

01. Jack Nitzsche - The Morning After Love Theme (An Officer and a Gentleman) - 03:10 
02. Larry Carlton & Michel Colombier - The Job (Against All Odds) - 06:11 
03. Michel Colombier - Suite (White Nights) - 07:14 
04. Bill Conti - Miklo Goes Home (Blood In Blood Out) - 03:44 
05. Danny Elfman - The Old Well (Dolores Claiborne) - 05:29 
06. Danny Elfman - Main Title (Proof of Life) - 05:52 
07. James Newton Howard - Lovemaking (Devil's Advocate) - 03:32 
08. Craig Armstrong - Dreams of Ray III (Ray) - 04:55 
09. Bill Conti - Prison (Blood In Blood Out) - 05:55 
10. Terence Blanchard - Jackie's Lament (The Comedian) - 05:34 
11. Virgil Fox - Air On the G String (Devil's Advocate) - 04:28 
12. David Buckley - Seed Money (Parker) - 03:53 
13. Lee Ritenour - Love Theme (An Officer and a Gentleman) - 05:20 
14. Michael Lang - Rendez-vous (Devil's Advocate) - 03:40 
15. Craig Armstrong - Della's Theme (Ray) - 04:46 
16. Terence Blanchard - Tit For Tat Nocturne (The Comedian) - 06:49 
17. Bill Conti - End Credits (Blood In Blood Out) - 05:28 
18. David Buckley - Peeping Leslie (Parker) - 07:14 
19. Danny Elfman - The Inquest (Dolores Claiborne) - 06:14 
20. Craig Armstrong - Dreams of Ray II (Ray) - 03:51 
21. Danny Elfman - The Rescue (Proof of Life) - 03:37 
22. James Newton Howard - Weaver (Devil's Advocate) - 04:05 
23. Larry Carlton & Michel Colombier - Love and Murder of a Friend (Against All Odds) - 09:27

Sonntag, 24. Mai 2026

Playlist #450 vom 31.05.2026 - TIM ROBBINS Special

Als Schauspieler in Meisterwerken wie Robert Altmans „The Player“, Clint Eastwoods „Mystic River“ und Frank Darabonts Stephen-King-Verfilmung „Die Verurteilten“, aber auch als Regisseur des Gefängnis-Dramas „Dead Man Walking“ hat sich Tim Robbins seinen Stern auf dem Walk of Fame in Hollywood redlich verdient. Der heutige Rückblick auf Leben und Wirken des charismatischen, politisch engagierten Mannes, der 21 Jahre lang mit der Hollywood-Schauspielerin Susan Sarandon liiert war, präsentiert Musik von Komponisten wie Thomas Newman, Carter Burwell, James Newton Howard, Jerry Goldsmith, John Williams, Maurice Jarre und Ennio Morricone.

Tim Robbins wurde am 16. Oktober 1958 in West Covina, Kalifornien, als Sohn der Musikerin Mary Cecelia und des Sängers, Schauspielers Gilbert Lee Robbins geboren, der auch als Manager des „Gaslight Café“ fungierte. Robbins wuchs mit seinen zwei Schwestern und seinem Bruder David in New York City auf und besuchte die Stuyvesant High School. Bereits in jungen Jahren zog Robbins mit seiner Familie nach Greenwich Village, während sein Vater eine Karriere als Mitglied der Folk-Gruppe The Highwaymen verfolgte. Nachdem er im Alter von zwölf Jahren angefangen hatte, Theater zu spielen, trat Robbins dem Theaterclub der Stuyvesant High School bei, verbrachte zwei Jahre an der SUNY Plattsburgh und kehrte anschließend nach Kalifornien zurück, um an der UCLA Film School zu studieren. 1981 schloss er sein Studium mit einem Bachelor of Arts in Theaterwissenschaften ab.
Robbins’ Schauspielkarriere begann am Theater for the New City, wo er während seiner Teenagerjahre im Rahmen des jährlichen „Summer Street Theater“-Programms auftrat und zudem die Titelrolle in einer Musical-Adaption von Antoine de Saint-Exupérys „Der kleine Prinz“ spielte. Nach seinem College-Abschluss im Jahr 1981 gründete Robbins gemeinsam mit befreundeten Schauspielern aus seinem College-Softballteam – darunter auch John Cusack – in Los Angeles die Actors’ Gang, eine experimentelle Theatergruppe.
Im Jahr 1982 trat er in drei Episoden der Fernsehserie „St. Elsewhere“ in der Rolle des inländischen Terroristen Andrew Reinhardt auf. Zudem übernahm er eine kleine Rolle in dem Film „No Small Affair“ (1984), in dem Demi Moore die Hauptrolle spielte. Nach einem Gastauftritt in der zweiten Folge der Fernsehserie „Moonlighting“ (1985) und ersten Rollen in Spielfilmen, wie etwa die eines wilden Studentenverbindungsmitglieds in „American Eiskrem“ (1985) und die des Lt. Sam „Merlin“ Wells in dem Kampfpilotenfilm „Top Gun“ (1986), feierte Robbins seinen Durchbruch als Pitchers Ebby Calvin „Nuke“ LaLoosh in dem Baseballfilm „Annies Männer“ (1988), in dem er an der Seite von Susan Sarandon und Kevin Costner spielte.
Robbins’ Darstellung eines amoralischen Filmmanagers in Robert Altmans Film „The Player“ (1992) brachte ihm bei den Filmfestspielen von Cannes eine Auszeichnung als bester Darsteller ein. Sein Debüt als Regisseur und Drehbuchautor gab er mit „Bob Roberts“ (ebenfalls 1992), einer Mockumentary über einen rechten Senatskandidaten. Anschließend spielte Robbins an der Seite von Morgan Freeman in Frank Darabonts Drama „Die Verurteilten“ (1994), das auf einer Novelle von Stephen King basierte.
Robbins hat mehrere Filme mit starkem gesellschaftskritischem Gehalt geschrieben, produziert und inszeniert – darunter das Drama über die Todesstrafe „Dead Man Walking“ (1995) mit Susan Sarandon und Sean Penn. Der Film brachte ihm eine Oscar-Nominierung für die Beste Regie ein. Laut
Seine nächste Regiearbeit war das im Zeitalter der Weltwirtschaftskrise angesiedelte Musical „Cradle Will Rock“ (1999). Robbins trat zudem in kommerziellen Hollywood-Thrillern auf – etwa in „Arlington Road“ (ebenfalls 1999) als mutmaßlicher Terrorist und in „Antitrust“ (2001) als skrupelloser Computer-Tycoon – sowie in Komödien wie „Hudsucker – Der große Sprung“ (1994), „Nichts zu verlieren“ (1997) und „High Fidelity“ (2000). Darüber hinaus wirkte Robbins als Schauspieler und Regisseur an mehreren Theaterproduktionen der Actors' Gang mit.
Robbins gewann den Oscar als Bester Nebendarsteller sowie den SAG Award für seine Leistung in „Mystic River“ (2003), in dem er einen Mann verkörperte, der durch eine Entführung und Vergewaltigung in seiner Kindheit schwer traumatisiert ist. Auf seinen Oscar-Gewinn folgten Rollen als vorübergehend erblindeter Mann, der von einer psychisch verwundeten jungen Frau gesund gepflegt wird („The Secret Life of Words“, 2005), sowie als Folterer aus der Apartheid-Ära („Catch a Fire“, 2006).
Anfang 2006 führte Robbins Regie bei einer Bühnenadaption von George Orwells Roman „1984“, verfasst von Michael Gene Sullivan, einem Mitglied der mit dem Tony Award ausgezeichneten San Francisco Mime Troupe. Die Inszenierung feierte ihre Premiere bei der Actors' Gang an deren neuem Spielort, der Ivy Substation in Culver City, Kalifornien. Neben Auftritten an Spielstätten in den gesamten Vereinigten Staaten gastierte die Produktion auch in Athen (Griechenland), beim Melbourne International Festival in Australien sowie beim Hong Kong Arts Festival.
Robbins wirkte in den Filmen „The Lucky Ones“ – an der Seite seiner Schauspielkollegin Rachel McAdams – sowie in „City of Ember“ (beide 2008) mit. Seine nächste Filmrolle übernahm Robbins als Senator Hammond in dem Superheldenfilm „Green Lantern“ (2011).
Im Jahr 2010 veröffentlichte Robbins das Album „Tim Robbins & The Rogues Gallery Band“ – eine Sammlung von Liedern, die er im Laufe von 25 Jahren geschrieben hatte und mit der er schließlich auf Welttournee ging. Bereits 1992, nach dem Erfolg seines Films „Bob Roberts“, war ihm ursprünglich die Gelegenheit geboten worden, ein Album aufzunehmen; er lehnte jedoch ab, da er „zu großen Respekt vor dem Prozess“ hatte – nicht zuletzt, weil er miterlebt hatte, wie hart sein Vater als Musiker gearbeitet hatte – und weil er das Gefühl hatte, zu jenem Zeitpunkt noch nichts wirklich Wichtiges zu sagen zu haben. Robbins führte von 1988 bis 2009 eine langjährige Beziehung mit der Schauspielerin Susan Sarandon, mit der er einen gemeinsamen Sohn hat. Von 2017 bis 2022 war er mit der Schauspielerin Gratiela Brancusi verheiratet. Er ist bekannt für sein umfangreiches politisches Engagement auf liberaler Seite, wozu auch sein Widerstand gegen den Irakkrieg zählt.
Zuletzt war Tim Robbins in den Serien „Castle Rock“ (2019) und „Silo“ (seit 2023) zu sehen. 

Filmografie:

1979: Buck Rogers (Buck Rogers in the 25th Century, Fernsehserie) 
1982: Chefarzt Dr. Westphall (St. Elsewhere, Fernsehserie) 
1983: Die Football-Prinzessin (Quarterback Princess)
1983: Love Boat (The Love Boat, Fernsehserie, Folge 8x02) 
1984: Legmen (Fernsehserie) 
1984: Hardcastle & McCormick (Fernsehserie) 
1984: California Clan (Santa Barbara, Fernsehserie) 
1984: Polizeirevier Hill Street (Hill Street Blues, Fernsehserie) 
1984: Schnitzeljagd – Teenage Apocalypse (Toy Soldiers) 
1984: Eine starke Nummer (No Small Affair) 
1985: American Eiskrem (Fraternity Vacation) 
1985: Der Volltreffer (The Sure Thing) 
1985: Das Model und der Schnüffler (Moonlighting, Fernsehserie) 
1985: Verrücktes Hollywood (Malice in Wonderland, Fernsehfilm) 
1986: Unglaubliche Geschichten (Amazing Stories, Fernsehserie) 
1986: Top Gun – Sie fürchten weder Tod noch Teufel (Top Gun) 
1986: Howard – Ein tierischer Held (Howard the Duck) 
1987: Pinguine in der Bronx (Five Corners) 
1988: Annies Männer (Bull Durham) 
1988: Tapeheads – Verrückt auf Video (Tapeheads) 
1989: Miss Firecracker 
1989: Twister – Keine ganz normale Familie (Twister) 
1989: Erik der Wikinger (Erik the Viking) 
1990: Cadillac Man 
1990: Jacob’s Ladder – In der Gewalt des Jenseits (Jacob’s Ladder) 
1991: Jungle Fever 
1992: The Player 
1992: Bob Roberts (auch Regie) 
1986–1992: Saturday Night Live (Fernsehshow, als Ensemblemitglied) 
1993: Short Cuts 
1994: Hudsucker – Der große Sprung (The Hudsucker Proxy) 
1994: Die Verurteilten (The Shawshank Redemption) 
1994: Prêt-à-Porter 
1994: I.Q. – Liebe ist relativ (I.Q.) 
1995: Dead Man Walking – Sein letzter Gang (Dead Man Walking, nur Regie) 
1997: Nix zu verlieren (Nothing to Lose) 
1999: Arlington Road 
1999: Austin Powers – Spion in geheimer Missionarsstellung (Austin Powers: The Spy Who Shagged Me) 1999: Das schwankende Schiff (Cradle Will Rock, nur Regie) 
2000: Mission to Mars 
2000: High Fidelity 
2001: Startup (Antitrust) 
2001: Human Nature – Die Krone der Schöpfung (Human Nature) 
2002: The Truth About Charlie 
2003: Freedom: A History of Us (Fernsehserie) 
2003: Mystic River 
2003: Code 46 
2004: Anchorman – Die Legende von Ron Burgundy (Anchorman: The Legend of Ron Burgundy) 
2005: Krieg der Welten (War of the Worlds) 
2005: Das geheime Leben der Worte (The Secret Life of Words) 
2005: Embedded (auch Regie) 
2005: Zathura – Ein Abenteuer im Weltraum (Zathura: A Space Adventure) 
2006: Catch a Fire 
2006: Kings of Rock – Tenacious D (Tenacious D in The Pick of Destiny) 
2006: Tim Robbins: The Punk Gets Responsible (Kurzfilm) 
2007: Noise – Lärm! (Noise) 
2008: The Lucky Ones 
2008: Possible Side Efects (Fernsehfilm, nur Regie) 
2008: City of Ember – Flucht aus der Dunkelheit (City of Ember) 
2011: Green Lantern 
2011: Cinema Verite – Das wahre Leben (Cinema Verite) 
2012: Thanks for Sharing – Süchtig nach Sex (Thanks for Sharing) 
2012: Empire of War – Der letzte Widerstand (Yi jiu si er) 
2013: Life of Crime 
2015: A Perfect Day 
2015: The Brink – Die Welt am Abgrund (The Brink, Fernsehserie, 10 Folgen) 
2017: Marjorie Prime 
2018: Here and Now (Fernsehserie, 10 Folgen) 
2019: Vergiftete Wahrheit (Dark Waters) 
2019: 45 Seconds of Laughter (Dokumentarfilm, Regie) 
2019: Castle Rock (Fernsehserie, 10 Folgen) 
seit 2023: Silo (Fernsehserie)

Playlist:

01. Atli Örvarsson - Spoken Request (SILO - Season 1) - 04:24 
02. Harold Faltermeyer - Love Scene (Top Gun) - 03:42 
03. James Newton Howard - Penguin (Five Corners) - 03:13 
04. Thomas Newman - Good Dog's Water (The Player) - 02:39 
05. Thomas Newman - Compass and Guns (The Shawshank Redemption) - 05:36 
06. Carter Burwell - Norville Suite (The Hudsucker Proxy) - 03:54 
07. Jerry Goldsmith - End Credits (I.Q.) - 04:05 
08. Marcelo Zarvos - End Credits (Dark Waters) - 03:27 
09. John Barry - Jenning As Dark Overload (Howard the Duck) - 07:21 
10. Angelo Badalamenti - The Truth Is Out There (Arlington Road) - 03:11 
11. Ennio Morricone - A Heart Beats In Space (Mission to Mars) - 07:58 
12. Rachel Portman - Lola Is Killed (The Truth About Charlie) - 03:06 
13. Thomas Newman - Hey Killer (Castle Rock) - 04:14 
14. John Debney - Aftermath (Zathura) - 02:59 
15. Clint Eastwood - Orchestral Variation #1 (Mystic River) - 07:36 
16. The Free Association - Dreaming On A Train (Code 46) - 03:53 
17. Rolfe Kent - Driving Across Prairie (The Lucky Ones) - 01:58 
18. John Williams - Bodies In the Water / Ray and Rachel (War of the Worlds) - 03:46 
19. Andrew Lockington - Escape to Sunrise (City of Ember) - 04:57 
20. James Newton Howard - Prologue / Parallax Unbound (Green Lantern) - 03:09 
21. Robert Folk - Locked Up Tight (Nothing to Lose) - 03:10 
22. Angelo Badalamenti - Lament For Leah (Arlington Road) - 03:51 
23. David Robbins & Nusrat Fateh Ali Khan - The Execution (Dead Man Walking) - 04:22
24. Thomas Newman - Brooks Was Here (The Shawshank Redemption) - 05:17 
25. Graeme Revell - Parade (Human Nature) - 02:37 
26. Maurice Jarre - Sarah (Jacob's Ladder) - 07:17 
27. Harold Faltermeyer - Mav Reflects In Goose's Room / Mav Bugs Out (Top Gun) - 11:04

Freitag, 15. Mai 2026

Playlist #449 vom 17.05.2026 - MARYSE ALBERTI Special

Hinter der Kamera geben nach wie vor Männer den Ton an. Während sich Frauen im Regiefach zumindest seit Kathryn Bigelows Oscar-Gewinn für „Tödliches Kommando“ allmählich zu etablieren beginnen und mit Jane Campion („Das Piano“, „The Power of the Dog“), Greta Gerwig („Lady Bird, „Barbie“), Chloé Zhao („The Rider“, „Nomadland“) und Sofia Coppola („Lost in Translation“, „The Virgin Suicides“) hervorragende Regisseurinnen hervorgebracht haben, sind prominente Kamerafrauen weitaus seltener zu finden. Neben Charlotte Bruus Christensen („Molly’s Game“, „Life“, „Fences“) und Ellen Kuras („Summer of Sam“, „Blow“, „Be Kind Rewind“) zählt die Französin Maryse Alberti seit ihrer Arbeit für Todd Haynes‘ „Velvet Goldmine“ (1998) zu den bekanntesten und produktivsten Kamerafrauen.

Maryse Alberti wurde am 10. März 1954 in Langon, Frankreich, geboren. Sie reiste im Alter von 19 Jahren 1973 nach New York City, um ein Konzert von Jimi Hendrix zu besuchen; erfuhr aber erst nach ihrer Ankunft von dessen Tod. Anstatt nach Frankreich zurückzukehren, reiste sie drei Jahre lang per Anhalter durch die USA, bevor sie sich schließlich in New York City niederließ, um zunächst als Au-pair zu arbeiten, bevor sie sich dem Filmgeschäft zuwandte, ohne aber eine Filmschule zu besuchen.
Alberti fand ihren ersten Zugang zur Filmbranche als Standfotografin für Pornofilme. Sie hatte bereits auf zahlreichen Filmsets gearbeitet und Kontakte innerhalb der Branche geknüpft, als es ihr 1982 gelang, die Filmemacher des kleinen Punk-Film-noirs „Vortex“ (1982) davon zu überzeugen, sie als Assistentin des Kameramanns einzusetzen. Zu diesem Zeitpunkt verfügte sie noch über keinerlei Kenntnisse der Filmproduktion und wurde daher vom Kameramann des Films, Steven Fierberg, angelernt.
Alberti begann ihre Laufbahn als Kamerafrau bei der Filmproduktionsfirma Apparatus, die von der Kurzfilmregisseurin Christine Vachon geleitet wurde. Der erste abendfüllende Dokumentarfilm, den sie fotografierte, war Stephanie Blacks „H-2 Worker“ (1990). Für diesen Film erhielt sie als Kamerafrau ihre erste Auszeichnung beim Sundance Film Festival. Ihre Karriere festigte sich endgültig, als sie für Todd Haynes’ kontroversen, pseudo-dokumentarischen Spielfilm „Poison“ (1991) engagiert wurde.
Besonders bekannt ist sie für ihre Arbeit an sowohl großen Spielfilmen als auch an kleineren 16-mm-Dokumentarfilmen – wobei eine Aaton-16-mm-Kamera zu ihren bevorzugten Arbeitsgeräten zählt.

„Ich begann meine Laufbahn als Assistent bei Low-Budget-Spielfilmen. Doch die Arbeit als Assistent bei Spielfilmen ist langweilig; alles ist rein technischer Natur, und man kann nicht einfach sagen: ‚Mir gefällt dieses Licht‘ oder ‚Mir gefällt jene Einstellung‘. Deshalb wechselte ich sehr schnell zum Dokumentarfilm. Dort sind die Teams so klein, dass man selbst für die Lichtsetzung verantwortlich sein kann, sich mit dem Regisseur austauschen kann und viel herumkommt. Als ich also selbst zu drehen begann, startete ich im Dokumentarfilmbereich – und nun möchte ich den Schritt hin zum Spielfilm wagen.“
Albertis
erster Film mit großem Budget war Haynes’ „Velvet Goldmine“ (1998), der über ein Budget von 8 Millionen US-Dollar verfügte. Dies war zugleich das erste Mal, dass sie mit einem eigenen Kameramann zusammenarbeitete.
Im Juni 2006 reiste Alberti nach Deutschland, um Teile der Fußball-Weltmeisterschaft zu filmen; diese Aufnahmen dienten als Szenen für Michael Apteds Fußballdokumentation „The Power of the Game“ (2007).
Zu ihren weiteren Arbeiten zählt Darren Aronofskys Wrestling-Drama „The Wrestler“ aus dem Jahr 2008, in dem Mickey Rourke die Hauptrolle spielte. Aronofsky engagierte Alberti aufgrund ihres Hintergrunds im Dokumentarfilm als Kamerafrau. Vor ihrer Arbeit an diesem Film besaß Alberti keinerlei Kenntnisse oder Erfahrungen im Bereich Wrestling; daher studierte sie den Sport, indem sie über einen gewissen Zeitraum hinweg jeden Samstagabend gemeinsam mit Mitgliedern der Filmcrew Wrestling-Kämpfe besuchte. Sie erklärte, dass die unmittelbare Beobachtung des Sports vor Ort äußerst hilfreich gewesen sei, um ein Gefühl für die Welt des Wrestlings zu entwickeln. Gemeinsam entschieden sich die Regie und sie für einen „naturalistischen Look“. Wichtige filmische Elemente, Stilmittel und Techniken – darunter das Bildformat 2,4:1 – wurden gemeinsam von Alberti und dem Regisseur festgelegt; das gewählte Format sollte es ermöglichen, den Wrestling-Ring, die Fans und die gesamte Arena einzufangen – Elemente, die beide als essenziell für die Darstellung des Sports erachteten. Zudem setzte Alberti für die Actionszenen eine Handkamera ein und drehte auf 16-mm-Material, um – wie sie in einem Interview mit dem MovieMaker anmerkte – „einen leicht körnigen, raueren Look zu erzielen“.
Alberti äußerte, dass ihre Stellung als Frau in einem männerdominierten Arbeitsfeld ihrer Karriere und ihrem Erfolg nicht im Wege gestanden habe. In einem Interview mit der Los Angeles Times erwähnte sie, dass Crew-Mitglieder sie zu Beginn ihrer Laufbahn gelegentlich damit aufzogen, eine zierliche Frau zu sein, die eine körperlich anspruchsvolle Arbeit verrichtete. Darauf entgegnete sie stets: „Die kleine Dame trägt nicht die großen Scheinwerfer. Sie zeigt nur darauf – und die großen Kerle tragen die Lichter.“
Zu den größeren Produktionen in den vergangenen zehn Jahren zählte M. Night Shyamalans Horrorfilm „The Visit“ (2015), Peter Solletts Drama „Freeheld“, das Boxer-Drama „Creed“ (alle 2015), die Spielfilme „Verborgene Schönheit“ (2016), „Das Alibi – Spiel der Macht“ (2017), Ron Howards „Hillbilly-Elegie“ (2020) und Denzel Washingtons „A Journal For Jordan“ (2021), die Mini-Serien „The Andy Warhol Diaries“ und „Inventing Anna“ (beide 2022) sowie das Dokudrama „Krieg der Bestatter“ (2023) mit Tommy Lee Jones und Jamie Foxx in den Hauptrollen.
Filmografie:
1984: Femme
1990: The Golden Boat
1991: Poison
1992: Zebrahead
1992: Zwischenfall in Oglala (Incident at Oglala, Dokumentarfilm)
1993: Der flämische Meister (The Dutch Master, Kurzfilm)
1993: Deadfall
1994: Berge versetzen (Moving the Mountain, Dokumentarfilm)
1994: Crumb (Dokumentarfilm)
1996: When We Were Kings (Dokumentarfilm)
1997: Tod einer Stripperin (Stag)
1998: Happiness
1998: Velvet Goldmine
2000: Joe Goulds Geheimnis (Joe Gould's Secret)
2000: Twilight: Los Angeles
2001: Ran an die Braut (Get Over It)
2001: Tape
2002: The Guys
2004: Wir leben nicht mehr hier (We Don’t Live Here Anymore)
2005: Enron: The Smartest Guys in the Room (Dokumentarfilm)
2007: Taxi zur Hölle (Taxi to the Dark Side, Dokumentarfilm)
2008: News Movie (The Onion Movie)
2008: Gonzo: The Life and Work of Dr. Hunter S. Thompson (Dokumentarfilm)
2008: The Wrestler – Ruhm, Liebe, Schmerz (The Wrestler)
2010: Stone
2010: Client 9: The Rise and Fall of Eliot Spitzer (Dokumentarfilm)
2012: Love, Marilyn (Dokumentarfilm)
2012: West of Memphis (Dokumentarfilm)
2013: We Steal Secrets: Die WikiLeaks Geschichte (We Steal Secrets: The Story of WikiLeaks, Dokumentarfilm)
2013: The Eagles – Himmel und Hölle Kaliforniens (History of the Eagles, Dokumentarfilm)
2014: Mr. Dynamite: The Rise of James Brown (Dolumentarfilm)
2015: The Visit
2015: Freeheld – Jede Liebe ist gleich (Freeheld)
2015: Creed – Rocky’s Legacy (Creed)
2016: Verborgene Schönheit (Collateral Beauty)
2017: Das Alibi – Spiel der Macht (Chappaquiddick)
2018: Mein Dinner mit Hervé (My Dinner with Hervé)
2019: The Kitchen – Queens of Crime (The Kitchen)
2020: Hillbilly-Elegie (Hillbilly Elegy)
2021: A Journal for Jordan
2022: The Andy Warhol Diaries (Mini-Serie)
2022: Inventing Anna (Mini-Serie)
2022: Jerry und Marge – Die Lottoprofis (Jerry & Marge Go Large)
2023: Krieg der Bestatter (The Burial)

Playlist:

01. Kris Bowers & Pierre Charles - Who Are You? (Inventing Anna) - 03:18 
02. Carter Burwell - Velvet Spacetime (Velvet Goldmine) - 04:06 
03. Mychael Danna - Follow Me (The Guys) - 04:02 
04. Clint Mansell - The Wrestler Music 1 (The Wrestler) - 04:45 
05. Nick Cave & Warren Ellis - 1994 (West of Memphis) - 05:44 
06. Fall On Your Sword - Washington DC (We Steal Secrets: The Story of WikiLeaks) - 03:07 
07. Garth Stevenson - Drown (Chappaquiddick) - 04:27 
08. Hans Zimmer & David Fleming - Old Wounds (Hillbilly Elegy) - 05:44 
09. Ludwig Göransson - If I Fight, You Fight (Creed) - 04:54 
10. Theodore Shapiro - Whit and Amy/Time Visit #2 (Collateral Beauty) - 03:04 
11. Marcelo Zarvos - Closing (A Journal For Jordan) - 06:08 
12. Michael Abels - Quodlibet - Jesu Joy of Man's Desiring (The Burial) - 03:45 
13. Theodore Shapiro - Boardroom (Collateral Beauty) - 04:53 
14. Fall On Your Sword - First Release (We Steal Secrets: The Story of WikiLeaks) - 03:40 
15. Hans Zimmer & Johnny Marr - Can't Leave Her (Freeheld) - 07:18 
16. Marcelo Zarvos - Love (A Journal For Jordan) - 06:02 
17. Mychael Danna - Are You OK? (The Guys) - 04:04 
18. Theodore Shapiro - Olivia (Collateral Beauty) - 05:43 
19. Kris Bowers & Pierre Charles - Always Beyond Us (Inventing Anna) - 03:29 
20. Nick Cave & Warren Ellis - Scene of the Crime (West of Memphis) - 05:30 
21. Hans Zimmer & David Fleming - Transformation (Hillbilly Elegy) - 04:57 
22. Clint Mansell - The Wrestler Music 2 (The Wrestler) - 03:57 
23. Marcelo Zarvos - Charles' Story (A Journal For Jordan) - 08:07 
24. Garth Stevenson - Senator (Chappaquiddick) - 09:27

Freitag, 1. Mai 2026

Playlist #448 vom 03.05.2026 - Neuheiten 2026 (2)

Zwar geht das Serienangebot bei den Streaming-Diensten nach wie vor leicht zurück, dafür konzentrieren sich Netflix, Amazon Prime, Disney+ & Co. auf das Wachstum qualitativ hochwertiger Serien-Produktionen. Das schlägt sich natürlich auch in der Veröffentlichung dazugehöriger Soundtracks nieder, von denen in dieser Sendung wieder mehrere zu hören sind, darunter Taylor Sheridans („Yellowstone“, „Tulsa King“) neuer Serien-Hit „The Madison“ mit den Hollywood-Stars Michelle Pfeiffer und Kurt Russell in den Hauptrollen, neue Staffeln von „Outlander“ und „Paradise“ und neue Serien wie „Scarpetta“. Abgerundet wird die Sendung mit der Musik zu Dokumentationen wie „Dinosaurs“ und „The Peace Particle“ sowie zu Filmen wie „Mother Mary“, „Shelter“ und „The Faithful“.

In Justin Chadwicks Action-Thriller „Brothers Under Fire“ spielt „24“-Star Kiefer Sutherland den Squad-Captain Wright, der mit seinen Soldaten die Erlaubnis erhält, an der Hochzeit eines Kameraden in Mexiko teilzunehmen. Als das Dorf, in dem die Feierlichkeiten stattfinden, von einem Kartell überrannt wird, müssen Wright und sein Squad zu den Waffen greifen, um zu überleben... Entsprechend mexikanisch angehaucht präsentiert sich auch der sonst naturgemäß actionlastige Score von Alex Heffes, der zudem den Score zu Peter Webbers Science-Fiction-Thriller „DRAGN“ bereitgestellt hat.
Jeff Russo, der in den vergangenen Jahren vor allem durch seine Beiträge zum „Star Trek“-Universum bekannt geworden ist, komponierte zusammen mit Perrine Virgile die Musik zur Serien-Adaption der langjährig erfolgreichen „Scarpetta“-Thriller-Reihe von Patricia Cornwell. Die Gerichtsmedizinerin Dr. Kay Scarpetta wird dabei von Nicole Kidman verkörpert.
„Shelter“ ist der neue Action-Thriller von „Angel Has Fallen“-Regisseur Ric Roman Waug. Darin ordnet der resolute Ex-MI6-Chef Manafort (Bill Nighy) ohne mit der Wimper zu zucken Morde auf britischem Boden an, wobei er den Verlust des einen oder anderen unbescholtenen Bürgers oder gar eines Polizisten billigend in Kauf nimmt. Doch als Manafort seinen Computer einschaltet und auf dem Desktop den Steckbrief eines alten Bekannten Michael Mason (Jason Statham) entdeckt, wird es kompliziert. Mason, der es sich als Einsiedler auf einer Insel vor der Küste Schottlands gemütlich gemacht hat, bekommt es mit einer elitären Schattenarmee des korrupten Spionageapparats zu tun, weiß sich aber durchaus zur Wehr zu setzen. Musikalisch vertont wurde das bodenständige Action-Spektakel von David Buckley („Kandahar“, „Greenland 2“).
Regisseur Mark David erzählt in seinem Drama „Mr. Wonderful“ die Geschichte über drei Generationen von Männern – ein Millennial auf der Flucht vor einem Drogendealer, sein Vater (ein desillusionierter Professor, der um seinen Job kämpft) und der Familienpatriarch, der mit Demenz zu kämpfen hat – , die um den Sinn des Lebens ringen.
„,Mr. Wonderful‘ schildert das Leben eines College-Professors und Schriftstellers, der sich mit einer tiefgreifenden Umstrukturierung seines Lebens auseinandersetzen muss, mit einem Sohn, der in die falschen Kreise gerät, dem Herzschmerz über die verheerenden Folgen der Demenzerkrankung seines Vaters und dem Schmerz des Verlustes“, erzählt Komponist John Koutselinis. „Die Filmmusik sollte das Leben in all seinen Facetten widerspiegeln: einfach, herzerwärmend, fröhlich und manchmal auch herzzerreißend. Ich freute mich über die Gelegenheit, einige Lieder für den Soundtrack zu schreiben, wodurch ich mit einer anderen Instrumentierung arbeiten konnte. Außerdem nutzte ich die Gelegenheit, eine von ,Mr. Wonderful‘ inspirierte Orchestersuite mit dem Titel ‚A Life Fulfilled‘ zu komponieren, die ich meinem Lehrer widmete, der ebenfalls schwer an Demenz litt.“
Der niederländische Pianist, Komponist und Produzent Pieter de Graaf zählt zu den interessantesten zeitgenössischen Instrumentalisten der Niederlande. Seine Musik, die neoklassische, Jazz- und elektronische Elemente vereint, sprengt nicht nur Genregrenzen, sondern bleibt dabei zutiefst emotional und filmisch. De Graaf studierte am Konservatorium Jazzpiano und entwickelte ein besonderes Talent in Improvisation und Experimentierfreude. Sein unkonventioneller Umgang mit dem Klavier – er verwendet Gummischlägel, Essstäbchen, Klebeband und Tücher auf den Saiten – verwandelt das Instrument in ein ganzes Klanguniversum. Kombiniert mit analogen Synthesizern, subtiler Elektronik und unerwarteten Klangquellen bewegen sich seine Kompositionen nahtlos zwischen Intimität und Intensität. Für Johannes Grenzfurthners Horror-Drama „Solvent“ komponierte Pieter de Graaf im Jahr 2024 seine erste Filmmusik. Der Film handelt von der Suche nach Nazi-Dokumenten in Österreich, wobei Forscher unter einem Bauernhaus auf ein dunkles Geheimnis stoßen. Während der Auswanderer Gunner Holbrook dem Rätsel nachgeht, verliert er zunehmend den Bezug zur Realität. Er kämpft gegen eine finstere Macht und versucht verzweifelt, sein Leben zu retten.
„Ich lernte den Regisseur, Johannes Grenzfurthner, in Österreich kennen, und wir verstanden uns auf Anhieb auf einer kreativen Ebene. Kurz nach unserem Treffen bat er mich, die Filmmusik zu komponieren, und es gab nie Zweifel an einer Zusammenarbeit. Das Besondere an diesem Prozess war die künstlerische Freiheit, die er mir gewährte“, berichtet Pieter de Graaf. „Abgesehen von der Bitte um einen durchgehend düsteren Unterton im gesamten Film und einer hebräischen Version von ‚Die Gedanken sind frei‘ für den Abspann, ließ er mir freie Hand bei der Interpretation des Restes. Ich sah mir einfach den Film an, ließ mich inspirieren und komponierte intuitiv. Die Zusammenarbeit verlief reibungslos und natürlich, mit nur wenigen kleineren Anpassungen. Der Soundtrack unterscheidet sich von meinen üblichen Klavierkompositionen. Stattdessen experimentierte ich mit Klängen, darunter meine Stimme, Spielzeuginstrumente und ungewöhnliche Effekte wie das Pusten in Weinflaschen, kombiniert mit orchestralen Elementen.“

Playlist:

01. Alex Heffes - Isabella & Alberto (Brothers Under Fire) - 03:40 
02. Jeff Russo & Perrine Virgile - Necessary Secrets (Scarpetta) - 03:58 
03. David Buckley - The Island (Shelter) - 03:35 
04. Henry Jackman - Mutiny (The Bluff) - 03:04 
05. Siddharta Khosla - Deadzone (Imperfect Women) - 05:10 
06. Siddhartha Khosla - Gary (Paradise - Season 2) - 07:29 
07. Tom Howe - Imagining the Play (American Classic) - 02:57 
08. Tom Howe - Kenna Tries to Visit (Reminders of Him) - 05:07 
09. Daniel Pemberton - Box in a Box (Project Hail Mary) - 04:23 
10. Alex Heffes - Dragons & Princesses (DRAGN) - 02:32 
11. Breton Vivian - Bumpy Over the Mountains (The Madison) - 04:03 
12. Armand Amar - Hadara retrouve sa mère (L'enfant du désert) - 03:42 
13. John Koutselinis - The Funeral (Mr. Wonderful) - 06:06 
14. Paul Leonard-Morgan - Enough Madness (Pretty Lethal) - 03:24 
15. Will Bates - Turning 18 Soon (Rosemead) - 03:52 
16. Daniel Hart - The Greatest Song (Mother Mary) - 05:49 
17. Harry Gregson-Williams & Ryder McNair - Head Held High (Normal) - 03:16 
18. Eric Neveux - Discouragement (Traqués) - 05:09 
19. Sam Thompson - Geneva (The Peace Particle) - 04:27 
20. Benjamin Wallfisch - Sarah (The Faithful) - 03:11 
21. Taro Iwashiro - Adorable Smile (One Last Love Letter) - 03:30 
22. Lorne Balfe - All About the Food Chain (Dinosaurs) - 03:51 
23. Pieter de Graaf - Just an American Saying (Solvent) - 04:15 
24. Bear McCreary - Bree and Roger (Outlander - Season 8) - 04:50 
25. Alberto Iglesias - Dedos como patas de elefante (Amarga Navidad) - 08:53 
26. Guillaume Roussel - Les Rayons et les Ombres (Les Rayons et les Ombres) - 09:45

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