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Freitag, 5. Juni 2026

Playlist #451 vom 14.06.2026 - TAYLOR HACKFORD Special

Seit seinem Erfolg mit dem romantischen Drama „Ein Offizier und Gentleman“ (1982) hat sich Taylor Hackford zu einem der namhaftesten Regisseure und Produzenten in Hollywood entwickelt. Zu seinen Credits zählen neben dem Oscar-prämierten Kurzfilm „Teenage Father“ (1978) auch die erfolgreiche Stephen-King-Verfilmung „Dolores“, der Okkult-Thriller „Im Auftrag des Teufels“, die Thriller „Lebenszeichen - Proof of Life“ und „Gegen jede Chance“ sowie die Biopics „Chuck Berry: Hail! Hail! Rock’n‘Roll“ und „Ray“. Musikalisch bietet die Sendung Kompositionen von Jack Nitzsche, Danny Elfman, James Newton Howard, Craig Armstrong, Michel Colombier und David Buckley
Hackford wurde am 31. Dezember 1944 im kalifornischen Santa Barbara geboren, besuchte die Santa Barbara High School und studierte an der University of Southern California Rechtswissenschaften im Vorstudium mit den Schwerpunkten Internationale Beziehungen und Wirtschaftswissenschaften.
Nach seinem Abschluss leistete er Freiwilligendienst beim Peace Corps in Bolivien, wo er in seiner Freizeit begann, mit Super-8-Filmen zu arbeiten. Er entschied, dass er keine juristische Laufbahn einschlagen wollte, und nahm stattdessen eine Stelle in der Poststelle des in Los Angeles ansässigen öffentlichen Senders KCET an. Bei KCET fungierte er 1970 als Associate Producer für das Leon-Russell-Special „Homewood“. Im Jahr 1973 produzierte er bei KCET das einstündige Special „Bukowski“ (über den Dichter Charles Bukowski) unter der Regie von Richard Davies. Hackford war er einer der Ersten, der Rock’n’Roll-Sendungen ins amerikanische Fernsehen brachte und dort etablierte.
Er erschuf auch etliche preisgekrönte Dokumentarfilme für die Kulturredaktion des Senders und fungierte außerdem als investigativer Reporter für die Nachrichtenredaktion. 1979 wurde ihm für seinen ersten Film, „Teenage Father“, bei dem er Regie führte, das Drehbuch schrieb und sein eigener Produzent war, ein Oscar in der Kategorie Bester Live-Action Kurzfilm verliehen. Sein Spielfilmdebüt gab er dann 1980 mit „Alle meine Stars“ mit Ray Sharkey und Peter Gallagher in den Hauptrollen.
Sowohl für seine Dokumentarfilme als auch für seine journalistischen Beiträge erhielt er einen Associate Press Award sowie zwei Emmy Awards. 
Sein zweiter Spielfilm, „Ein Offizier und Gentleman“, mit Richard Gere und Debra Winger in den Hauptrollen, wurde 1982 zu einem großen Publikumserfolg und erhielt auch von den Kritikern viel Lob. Bei fünf Nominierungen gewann der Film in zwei Kategorien: Louis Gosset, Jr. wurde als Bester Nebendarsteller und „Up Where We Belong“ als Bester Originalsong ausgezeichnet. Zusätzlich bekam Hackford für seine herausragende Leistung eine Nominierung vom Verband der Regisseure, der Directors Guild of America.
Bei all seinen weiteren Filmen betätigte sich Taylor Hackford gleichzeitig als Regisseur und Produzent, darunter das Neo-Noir-Drama „Gegen jede Chance“ (1984) mit Jeff Bridges, Rachel Ward und James Woods, „White Nights – Nacht der Entscheidung“ (1985) mit Mikhail Baryshnikov, Gregory Hines, Helen Mirren und Isabella Rossellini, „Ein Leben voll Leidenschaft“ (1988) mit Dennis Quaid, Jessica Lange und John Goodman sowie der gefeierte Dokumentarfilm „Chuck Berry: Hail! Hail! Rock ’n’ Roll“ (1987) mit Chuck Berry und Keith Richards. 
Hackford gründete die Produktionsfirma New Visions Pictures, um mit anderen Regisseuren qualitativ hochwertige Filme mit bescheideneren Budgets zu realisieren. Zu seinen Produktionen gehören u.a. der hoch gelobte „Der lange Weg“ mit Sissy Spacek und Whoopi Goldberg, „Queens Logic“ mit einem Ensemble-Cast, darunter John Malkovich, Kevin Bacon, Joe Mantegna, Jamie Lee Curtis und Linda Fiorentino, „Tödliche Gedanken“ mit Demi Moore, Glenn Headley und Bruce Willis sowie „Wehrlos“ mit Barbara Hershey, Mary Beth Hurt und Sam Shepard.
Seit seiner Zeit als freiwilliges Mitglied des Friedenscorps in Südamerika (1968-69) ist Hackford von der lateinamerikanischen Kultur in all ihren Facetten fasziniert. So entwickelte und produzierte er mit „La Bamba“ das Biopic über Ritchie Valens, durch den Lou Diamond Phillips in seiner Filmkarriere durchstartete. Mit einem Drehbuch und unter der Regie von Luis Valdez wurde „La Bamba“ zu einem Überraschungserfolg und eröffnete vielen Latino-Künstlern in Hollywood neue Möglichkeiten.
Fünf Jahre später kehrte Taylor Hackford hinter die Kamera zurück und realisierte mit „Blood In, Blood Out – Verschworen auf Leben und Tod“, für den er 1993 auf dem Filmfestival in Tokio mit dem Preis für die Beste Regie ausgezeichnet wurde, ein episches Drama über East L.A. Zu einem Publikums- und Kritikererfolg avancierte sein darauffolgender Spielfilm, die Adaption von Stephen Kings Bestseller „Dolores Claiborne“ (1995) mit Kathy Bates und Jennifer Jason Lee in den Hauptrollen.
1996 entdeckte Hackford unveröffentlichtes Dokumentarfilm-Material zum legendären Boxkampf und die Titelverteidigung zwischen Muhammed Ali und George Foreman in Zaire, Afrika. Das Original-Material war 1974 vom Filmemacher Leon Gast gedreht worden; Hackford setzte es zu einem Dokumentarfilm ganz neu zusammen, wozu er auch aktuelle Interviews mit u.a. Spike Lee, Norman Mailer, George Plimpton führte. Er ließ so im Schneideraum in Ergänzung des historischen Materials den ganzen Hype, die Politik und die Figuren um jenes legendäre Ereignis wieder lebendig werden. Der vollendete Film, „When We Were Kings – Einst waren wir Könige“, war 1996 auf dem Sundance Film Festival ein großer Hit und wurde 1997 mit einem Oscar in der Kategorie Bester Dokumentarfilm ausgezeichnet.
1998 führte Hackford bei dem weltweit erfolgreichen und von der Kritik gefeierten Film „Im Auftrag des Teufels“ Regie. In dieser zeitgenössischen Fabel, die in der Welt der mächtigen New Yorker Juristen spielt, verkörpern Al Pacino und Keanu Reeves die Hauptrollen. 2001 realisierte Hackford den spannungsgeladenen Thriller „Lebenszeichen — Proof of Life“ mit Meg Ryan, Russell Crowe und David Morse, basierend auf William Prochnaus „Vanity Fair“-Artikel „Adventures in the Ransom Trade“, in dem über den wahren Fall der Entführung des amerikanischen Geschäftsmannes Thomas Hargrove berichtet wurde.
2004 drehte Hackford mit „Ray“ eine Biografie des Musikers Ray Charles. Der Film erhielt zahlreiche Oscar-Nominierungen. Hauptdarsteller Jamie Foxx wurde schließlich als Bester Hauptdarsteller ausgezeichnet.
„Meine stolzesten Momente bei ,Ray‘ waren jene in den sogenannten ‚Chitlin‘ Clubs‘. Ray Charles beendete sein Leben in Konzertsälen, in die die Leute im Smoking gingen, um einem Genie schweigend bei seinem Auftritt zuzuhören. Doch in diesen Clubs musste er die Leute dazu bringen, aufzustehen und zu tanzen“, blickte Hackford auf die Arbeit an dem Film zurück. „Ich versuchte, ein wenig von dieser Energie und dieser Ausgelassenheit auszudrücken. Das Großartige an der Musik ist, wenn man die Leute von den Sitzen reißen kann.“
Für Hackford, der nie eine Filmhochschule besucht hat, spielte Musik immer eine große Rolle in seinem Leben.
„Ich fühle mich beim Inszenieren von Musik sehr wohl, und ich glaube, das sieht man dem Ergebnis auch an.“ Hackford führte zudem bei Musikvideos Regie, darunter bei „Against All Odds (Take a Look at Me Now)“ von Phil Collins und „Say You, Say Me“ von Lionel Richie.
Am 25. Juli 2009 wurde Hackford zum Präsidenten der Directors Guild of America gewählt und zwei Jahre später für eine zweite, zweijährige Amtszeit als Präsident wiedergewählt.
Zu seinen letzten Filmen zählte der Jason-Statham-Action-Film „Parker“ (2013) und die romantische Komödie „The Comedian – Wer zuletzt lacht“ (2016) mit Robert De Niro.

Filmografie: 

1973: Economic Love-In (Fernsehfilm) 
1973: Bukowski 
1978: Teenage Father (Kurzfilm) 
1980: Alle meine Stars oder Idolmaker – Das schmutzige Geschäft des Showbusiness (The Idolmaker) 
1982: Ein Offizier und Gentleman (An Officer and a Gentleman) 
1984: Gegen jede Chance (Against All Odds) 
1985: White Nights – Die Nacht der Entscheidung (White Nights) 
1986: A Tribute to Rick Nelson (Fernsehfilm) 
1987: Chuck Berry – Hail! Hail! Rock 'n' Roll 
1987: La Bamba (Produzent) 
1988: Ein Leben voller Leidenschaft (Everybody’s All-American) 
1989: Rooftops – Dächer des Todes (Rooftops) 
1991: Geboren in Queens (Queens Logic) 
1993: Blood in, Blood out – Verschworen auf Leben und Tod (Bound by Honor) 
1995: Dolores (Dolores Claiborne) 
1996: When We Were Kings (Produktion und Schnitt) 
1997: Im Auftrag des Teufels (The Devil’s Advocate) 
1999: Greenwich Mean Time (Produzent) 
2000: Lebenszeichen – Proof of Life (Proof of Life) 
2004: Ray 2010: Love Ranch 
2013: Parker 
2013: Company Town (Fernsehfilm) 
2014: Dangerous Liaisons (Fernsehfilm) 
2016: The Comedian 

Playlist:

01. Jack Nitzsche - The Morning After Love Theme (An Officer and a Gentleman) - 03:10 
02. Larry Carlton & Michel Colombier - The Job (Against All Odds) - 06:11 
03. Michel Colombier - Suite (White Nights) - 07:14 
04. Bill Conti - Miklo Goes Home (Blood In Blood Out) - 03:44 
05. Danny Elfman - The Old Well (Dolores Claiborne) - 05:29 
06. Danny Elfman - Main Title (Proof of Life) - 05:52 
07. James Newton Howard - Lovemaking (Devil's Advocate) - 03:32 
08. Craig Armstrong - Dreams of Ray III (Ray) - 04:55 
09. Bill Conti - Prison (Blood In Blood Out) - 05:55 
10. Terence Blanchard - Jackie's Lament (The Comedian) - 05:34 
11. Virgil Fox - Air On the G String (Devil's Advocate) - 04:28 
12. David Buckley - Seed Money (Parker) - 03:53 
13. Lee Ritenour - Love Theme (An Officer and a Gentleman) - 05:20 
14. Michael Lang - Rendez-vous (Devil's Advocate) - 03:40 
15. Craig Armstrong - Della's Theme (Ray) - 04:46 
16. Terence Blanchard - Tit For Tat Nocturne (The Comedian) - 06:49 
17. Bill Conti - End Credits (Blood In Blood Out) - 05:28 
18. David Buckley - Peeping Leslie (Parker) - 07:14 
19. Danny Elfman - The Inquest (Dolores Claiborne) - 06:14 
20. Craig Armstrong - Dreams of Ray II (Ray) - 03:51 
21. Danny Elfman - The Rescue (Proof of Life) - 03:37 
22. James Newton Howard - Weaver (Devil's Advocate) - 04:05 
23. Larry Carlton & Michel Colombier - Love and Murder of a Friend (Against All Odds) - 09:27

Sonntag, 24. Mai 2026

Playlist #450 vom 31.05.2026 - TIM ROBBINS Special

Als Schauspieler in Meisterwerken wie Robert Altmans „The Player“, Clint Eastwoods „Mystic River“ und Frank Darabonts Stephen-King-Verfilmung „Die Verurteilten“, aber auch als Regisseur des Gefängnis-Dramas „Dead Man Walking“ hat sich Tim Robbins seinen Stern auf dem Walk of Fame in Hollywood redlich verdient. Der heutige Rückblick auf Leben und Wirken des charismatischen, politisch engagierten Mannes, der 21 Jahre lang mit der Hollywood-Schauspielerin Susan Sarandon liiert war, präsentiert Musik von Komponisten wie Thomas Newman, Carter Burwell, James Newton Howard, Jerry Goldsmith, John Williams, Maurice Jarre und Ennio Morricone.

Tim Robbins wurde am 16. Oktober 1958 in West Covina, Kalifornien, als Sohn der Musikerin Mary Cecelia und des Sängers, Schauspielers Gilbert Lee Robbins geboren, der auch als Manager des „Gaslight Café“ fungierte. Robbins wuchs mit seinen zwei Schwestern und seinem Bruder David in New York City auf und besuchte die Stuyvesant High School. Bereits in jungen Jahren zog Robbins mit seiner Familie nach Greenwich Village, während sein Vater eine Karriere als Mitglied der Folk-Gruppe The Highwaymen verfolgte. Nachdem er im Alter von zwölf Jahren angefangen hatte, Theater zu spielen, trat Robbins dem Theaterclub der Stuyvesant High School bei, verbrachte zwei Jahre an der SUNY Plattsburgh und kehrte anschließend nach Kalifornien zurück, um an der UCLA Film School zu studieren. 1981 schloss er sein Studium mit einem Bachelor of Arts in Theaterwissenschaften ab.
Robbins’ Schauspielkarriere begann am Theater for the New City, wo er während seiner Teenagerjahre im Rahmen des jährlichen „Summer Street Theater“-Programms auftrat und zudem die Titelrolle in einer Musical-Adaption von Antoine de Saint-Exupérys „Der kleine Prinz“ spielte. Nach seinem College-Abschluss im Jahr 1981 gründete Robbins gemeinsam mit befreundeten Schauspielern aus seinem College-Softballteam – darunter auch John Cusack – in Los Angeles die Actors’ Gang, eine experimentelle Theatergruppe.
Im Jahr 1982 trat er in drei Episoden der Fernsehserie „St. Elsewhere“ in der Rolle des inländischen Terroristen Andrew Reinhardt auf. Zudem übernahm er eine kleine Rolle in dem Film „No Small Affair“ (1984), in dem Demi Moore die Hauptrolle spielte. Nach einem Gastauftritt in der zweiten Folge der Fernsehserie „Moonlighting“ (1985) und ersten Rollen in Spielfilmen, wie etwa die eines wilden Studentenverbindungsmitglieds in „American Eiskrem“ (1985) und die des Lt. Sam „Merlin“ Wells in dem Kampfpilotenfilm „Top Gun“ (1986), feierte Robbins seinen Durchbruch als Pitchers Ebby Calvin „Nuke“ LaLoosh in dem Baseballfilm „Annies Männer“ (1988), in dem er an der Seite von Susan Sarandon und Kevin Costner spielte.
Robbins’ Darstellung eines amoralischen Filmmanagers in Robert Altmans Film „The Player“ (1992) brachte ihm bei den Filmfestspielen von Cannes eine Auszeichnung als bester Darsteller ein. Sein Debüt als Regisseur und Drehbuchautor gab er mit „Bob Roberts“ (ebenfalls 1992), einer Mockumentary über einen rechten Senatskandidaten. Anschließend spielte Robbins an der Seite von Morgan Freeman in Frank Darabonts Drama „Die Verurteilten“ (1994), das auf einer Novelle von Stephen King basierte.
Robbins hat mehrere Filme mit starkem gesellschaftskritischem Gehalt geschrieben, produziert und inszeniert – darunter das Drama über die Todesstrafe „Dead Man Walking“ (1995) mit Susan Sarandon und Sean Penn. Der Film brachte ihm eine Oscar-Nominierung für die Beste Regie ein. Laut
Seine nächste Regiearbeit war das im Zeitalter der Weltwirtschaftskrise angesiedelte Musical „Cradle Will Rock“ (1999). Robbins trat zudem in kommerziellen Hollywood-Thrillern auf – etwa in „Arlington Road“ (ebenfalls 1999) als mutmaßlicher Terrorist und in „Antitrust“ (2001) als skrupelloser Computer-Tycoon – sowie in Komödien wie „Hudsucker – Der große Sprung“ (1994), „Nichts zu verlieren“ (1997) und „High Fidelity“ (2000). Darüber hinaus wirkte Robbins als Schauspieler und Regisseur an mehreren Theaterproduktionen der Actors' Gang mit.
Robbins gewann den Oscar als Bester Nebendarsteller sowie den SAG Award für seine Leistung in „Mystic River“ (2003), in dem er einen Mann verkörperte, der durch eine Entführung und Vergewaltigung in seiner Kindheit schwer traumatisiert ist. Auf seinen Oscar-Gewinn folgten Rollen als vorübergehend erblindeter Mann, der von einer psychisch verwundeten jungen Frau gesund gepflegt wird („The Secret Life of Words“, 2005), sowie als Folterer aus der Apartheid-Ära („Catch a Fire“, 2006).
Anfang 2006 führte Robbins Regie bei einer Bühnenadaption von George Orwells Roman „1984“, verfasst von Michael Gene Sullivan, einem Mitglied der mit dem Tony Award ausgezeichneten San Francisco Mime Troupe. Die Inszenierung feierte ihre Premiere bei der Actors' Gang an deren neuem Spielort, der Ivy Substation in Culver City, Kalifornien. Neben Auftritten an Spielstätten in den gesamten Vereinigten Staaten gastierte die Produktion auch in Athen (Griechenland), beim Melbourne International Festival in Australien sowie beim Hong Kong Arts Festival.
Robbins wirkte in den Filmen „The Lucky Ones“ – an der Seite seiner Schauspielkollegin Rachel McAdams – sowie in „City of Ember“ (beide 2008) mit. Seine nächste Filmrolle übernahm Robbins als Senator Hammond in dem Superheldenfilm „Green Lantern“ (2011).
Im Jahr 2010 veröffentlichte Robbins das Album „Tim Robbins & The Rogues Gallery Band“ – eine Sammlung von Liedern, die er im Laufe von 25 Jahren geschrieben hatte und mit der er schließlich auf Welttournee ging. Bereits 1992, nach dem Erfolg seines Films „Bob Roberts“, war ihm ursprünglich die Gelegenheit geboten worden, ein Album aufzunehmen; er lehnte jedoch ab, da er „zu großen Respekt vor dem Prozess“ hatte – nicht zuletzt, weil er miterlebt hatte, wie hart sein Vater als Musiker gearbeitet hatte – und weil er das Gefühl hatte, zu jenem Zeitpunkt noch nichts wirklich Wichtiges zu sagen zu haben. Robbins führte von 1988 bis 2009 eine langjährige Beziehung mit der Schauspielerin Susan Sarandon, mit der er einen gemeinsamen Sohn hat. Von 2017 bis 2022 war er mit der Schauspielerin Gratiela Brancusi verheiratet. Er ist bekannt für sein umfangreiches politisches Engagement auf liberaler Seite, wozu auch sein Widerstand gegen den Irakkrieg zählt.
Zuletzt war Tim Robbins in den Serien „Castle Rock“ (2019) und „Silo“ (seit 2023) zu sehen. 

Filmografie:

1979: Buck Rogers (Buck Rogers in the 25th Century, Fernsehserie) 
1982: Chefarzt Dr. Westphall (St. Elsewhere, Fernsehserie) 
1983: Die Football-Prinzessin (Quarterback Princess)
1983: Love Boat (The Love Boat, Fernsehserie, Folge 8x02) 
1984: Legmen (Fernsehserie) 
1984: Hardcastle & McCormick (Fernsehserie) 
1984: California Clan (Santa Barbara, Fernsehserie) 
1984: Polizeirevier Hill Street (Hill Street Blues, Fernsehserie) 
1984: Schnitzeljagd – Teenage Apocalypse (Toy Soldiers) 
1984: Eine starke Nummer (No Small Affair) 
1985: American Eiskrem (Fraternity Vacation) 
1985: Der Volltreffer (The Sure Thing) 
1985: Das Model und der Schnüffler (Moonlighting, Fernsehserie) 
1985: Verrücktes Hollywood (Malice in Wonderland, Fernsehfilm) 
1986: Unglaubliche Geschichten (Amazing Stories, Fernsehserie) 
1986: Top Gun – Sie fürchten weder Tod noch Teufel (Top Gun) 
1986: Howard – Ein tierischer Held (Howard the Duck) 
1987: Pinguine in der Bronx (Five Corners) 
1988: Annies Männer (Bull Durham) 
1988: Tapeheads – Verrückt auf Video (Tapeheads) 
1989: Miss Firecracker 
1989: Twister – Keine ganz normale Familie (Twister) 
1989: Erik der Wikinger (Erik the Viking) 
1990: Cadillac Man 
1990: Jacob’s Ladder – In der Gewalt des Jenseits (Jacob’s Ladder) 
1991: Jungle Fever 
1992: The Player 
1992: Bob Roberts (auch Regie) 
1986–1992: Saturday Night Live (Fernsehshow, als Ensemblemitglied) 
1993: Short Cuts 
1994: Hudsucker – Der große Sprung (The Hudsucker Proxy) 
1994: Die Verurteilten (The Shawshank Redemption) 
1994: Prêt-à-Porter 
1994: I.Q. – Liebe ist relativ (I.Q.) 
1995: Dead Man Walking – Sein letzter Gang (Dead Man Walking, nur Regie) 
1997: Nix zu verlieren (Nothing to Lose) 
1999: Arlington Road 
1999: Austin Powers – Spion in geheimer Missionarsstellung (Austin Powers: The Spy Who Shagged Me) 1999: Das schwankende Schiff (Cradle Will Rock, nur Regie) 
2000: Mission to Mars 
2000: High Fidelity 
2001: Startup (Antitrust) 
2001: Human Nature – Die Krone der Schöpfung (Human Nature) 
2002: The Truth About Charlie 
2003: Freedom: A History of Us (Fernsehserie) 
2003: Mystic River 
2003: Code 46 
2004: Anchorman – Die Legende von Ron Burgundy (Anchorman: The Legend of Ron Burgundy) 
2005: Krieg der Welten (War of the Worlds) 
2005: Das geheime Leben der Worte (The Secret Life of Words) 
2005: Embedded (auch Regie) 
2005: Zathura – Ein Abenteuer im Weltraum (Zathura: A Space Adventure) 
2006: Catch a Fire 
2006: Kings of Rock – Tenacious D (Tenacious D in The Pick of Destiny) 
2006: Tim Robbins: The Punk Gets Responsible (Kurzfilm) 
2007: Noise – Lärm! (Noise) 
2008: The Lucky Ones 
2008: Possible Side Efects (Fernsehfilm, nur Regie) 
2008: City of Ember – Flucht aus der Dunkelheit (City of Ember) 
2011: Green Lantern 
2011: Cinema Verite – Das wahre Leben (Cinema Verite) 
2012: Thanks for Sharing – Süchtig nach Sex (Thanks for Sharing) 
2012: Empire of War – Der letzte Widerstand (Yi jiu si er) 
2013: Life of Crime 
2015: A Perfect Day 
2015: The Brink – Die Welt am Abgrund (The Brink, Fernsehserie, 10 Folgen) 
2017: Marjorie Prime 
2018: Here and Now (Fernsehserie, 10 Folgen) 
2019: Vergiftete Wahrheit (Dark Waters) 
2019: 45 Seconds of Laughter (Dokumentarfilm, Regie) 
2019: Castle Rock (Fernsehserie, 10 Folgen) 
seit 2023: Silo (Fernsehserie)

Playlist:

01. Atli Örvarsson - Spoken Request (SILO - Season 1) - 04:24 
02. Harold Faltermeyer - Love Scene (Top Gun) - 03:42 
03. James Newton Howard - Penguin (Five Corners) - 03:13 
04. Thomas Newman - Good Dog's Water (The Player) - 02:39 
05. Thomas Newman - Compass and Guns (The Shawshank Redemption) - 05:36 
06. Carter Burwell - Norville Suite (The Hudsucker Proxy) - 03:54 
07. Jerry Goldsmith - End Credits (I.Q.) - 04:05 
08. Marcelo Zarvos - End Credits (Dark Waters) - 03:27 
09. John Barry - Jenning As Dark Overload (Howard the Duck) - 07:21 
10. Angelo Badalamenti - The Truth Is Out There (Arlington Road) - 03:11 
11. Ennio Morricone - A Heart Beats In Space (Mission to Mars) - 07:58 
12. Rachel Portman - Lola Is Killed (The Truth About Charlie) - 03:06 
13. Thomas Newman - Hey Killer (Castle Rock) - 04:14 
14. John Debney - Aftermath (Zathura) - 02:59 
15. Clint Eastwood - Orchestral Variation #1 (Mystic River) - 07:36 
16. The Free Association - Dreaming On A Train (Code 46) - 03:53 
17. Rolfe Kent - Driving Across Prairie (The Lucky Ones) - 01:58 
18. John Williams - Bodies In the Water / Ray and Rachel (War of the Worlds) - 03:46 
19. Andrew Lockington - Escape to Sunrise (City of Ember) - 04:57 
20. James Newton Howard - Prologue / Parallax Unbound (Green Lantern) - 03:09 
21. Robert Folk - Locked Up Tight (Nothing to Lose) - 03:10 
22. Angelo Badalamenti - Lament For Leah (Arlington Road) - 03:51 
23. David Robbins & Nusrat Fateh Ali Khan - The Execution (Dead Man Walking) - 04:22
24. Thomas Newman - Brooks Was Here (The Shawshank Redemption) - 05:17 
25. Graeme Revell - Parade (Human Nature) - 02:37 
26. Maurice Jarre - Sarah (Jacob's Ladder) - 07:17 
27. Harold Faltermeyer - Mav Reflects In Goose's Room / Mav Bugs Out (Top Gun) - 11:04

Freitag, 15. Mai 2026

Playlist #449 vom 17.05.2026 - MARYSE ALBERTI Special

Hinter der Kamera geben nach wie vor Männer den Ton an. Während sich Frauen im Regiefach zumindest seit Kathryn Bigelows Oscar-Gewinn für „Tödliches Kommando“ allmählich zu etablieren beginnen und mit Jane Campion („Das Piano“, „The Power of the Dog“), Greta Gerwig („Lady Bird, „Barbie“), Chloé Zhao („The Rider“, „Nomadland“) und Sofia Coppola („Lost in Translation“, „The Virgin Suicides“) hervorragende Regisseurinnen hervorgebracht haben, sind prominente Kamerafrauen weitaus seltener zu finden. Neben Charlotte Bruus Christensen („Molly’s Game“, „Life“, „Fences“) und Ellen Kuras („Summer of Sam“, „Blow“, „Be Kind Rewind“) zählt die Französin Maryse Alberti seit ihrer Arbeit für Todd Haynes‘ „Velvet Goldmine“ (1998) zu den bekanntesten und produktivsten Kamerafrauen.

Maryse Alberti wurde am 10. März 1954 in Langon, Frankreich, geboren. Sie reiste im Alter von 19 Jahren 1973 nach New York City, um ein Konzert von Jimi Hendrix zu besuchen; erfuhr aber erst nach ihrer Ankunft von dessen Tod. Anstatt nach Frankreich zurückzukehren, reiste sie drei Jahre lang per Anhalter durch die USA, bevor sie sich schließlich in New York City niederließ, um zunächst als Au-pair zu arbeiten, bevor sie sich dem Filmgeschäft zuwandte, ohne aber eine Filmschule zu besuchen.
Alberti fand ihren ersten Zugang zur Filmbranche als Standfotografin für Pornofilme. Sie hatte bereits auf zahlreichen Filmsets gearbeitet und Kontakte innerhalb der Branche geknüpft, als es ihr 1982 gelang, die Filmemacher des kleinen Punk-Film-noirs „Vortex“ (1982) davon zu überzeugen, sie als Assistentin des Kameramanns einzusetzen. Zu diesem Zeitpunkt verfügte sie noch über keinerlei Kenntnisse der Filmproduktion und wurde daher vom Kameramann des Films, Steven Fierberg, angelernt.
Alberti begann ihre Laufbahn als Kamerafrau bei der Filmproduktionsfirma Apparatus, die von der Kurzfilmregisseurin Christine Vachon geleitet wurde. Der erste abendfüllende Dokumentarfilm, den sie fotografierte, war Stephanie Blacks „H-2 Worker“ (1990). Für diesen Film erhielt sie als Kamerafrau ihre erste Auszeichnung beim Sundance Film Festival. Ihre Karriere festigte sich endgültig, als sie für Todd Haynes’ kontroversen, pseudo-dokumentarischen Spielfilm „Poison“ (1991) engagiert wurde.
Besonders bekannt ist sie für ihre Arbeit an sowohl großen Spielfilmen als auch an kleineren 16-mm-Dokumentarfilmen – wobei eine Aaton-16-mm-Kamera zu ihren bevorzugten Arbeitsgeräten zählt.

„Ich begann meine Laufbahn als Assistent bei Low-Budget-Spielfilmen. Doch die Arbeit als Assistent bei Spielfilmen ist langweilig; alles ist rein technischer Natur, und man kann nicht einfach sagen: ‚Mir gefällt dieses Licht‘ oder ‚Mir gefällt jene Einstellung‘. Deshalb wechselte ich sehr schnell zum Dokumentarfilm. Dort sind die Teams so klein, dass man selbst für die Lichtsetzung verantwortlich sein kann, sich mit dem Regisseur austauschen kann und viel herumkommt. Als ich also selbst zu drehen begann, startete ich im Dokumentarfilmbereich – und nun möchte ich den Schritt hin zum Spielfilm wagen.“
Albertis
erster Film mit großem Budget war Haynes’ „Velvet Goldmine“ (1998), der über ein Budget von 8 Millionen US-Dollar verfügte. Dies war zugleich das erste Mal, dass sie mit einem eigenen Kameramann zusammenarbeitete.
Im Juni 2006 reiste Alberti nach Deutschland, um Teile der Fußball-Weltmeisterschaft zu filmen; diese Aufnahmen dienten als Szenen für Michael Apteds Fußballdokumentation „The Power of the Game“ (2007).
Zu ihren weiteren Arbeiten zählt Darren Aronofskys Wrestling-Drama „The Wrestler“ aus dem Jahr 2008, in dem Mickey Rourke die Hauptrolle spielte. Aronofsky engagierte Alberti aufgrund ihres Hintergrunds im Dokumentarfilm als Kamerafrau. Vor ihrer Arbeit an diesem Film besaß Alberti keinerlei Kenntnisse oder Erfahrungen im Bereich Wrestling; daher studierte sie den Sport, indem sie über einen gewissen Zeitraum hinweg jeden Samstagabend gemeinsam mit Mitgliedern der Filmcrew Wrestling-Kämpfe besuchte. Sie erklärte, dass die unmittelbare Beobachtung des Sports vor Ort äußerst hilfreich gewesen sei, um ein Gefühl für die Welt des Wrestlings zu entwickeln. Gemeinsam entschieden sich die Regie und sie für einen „naturalistischen Look“. Wichtige filmische Elemente, Stilmittel und Techniken – darunter das Bildformat 2,4:1 – wurden gemeinsam von Alberti und dem Regisseur festgelegt; das gewählte Format sollte es ermöglichen, den Wrestling-Ring, die Fans und die gesamte Arena einzufangen – Elemente, die beide als essenziell für die Darstellung des Sports erachteten. Zudem setzte Alberti für die Actionszenen eine Handkamera ein und drehte auf 16-mm-Material, um – wie sie in einem Interview mit dem MovieMaker anmerkte – „einen leicht körnigen, raueren Look zu erzielen“.
Alberti äußerte, dass ihre Stellung als Frau in einem männerdominierten Arbeitsfeld ihrer Karriere und ihrem Erfolg nicht im Wege gestanden habe. In einem Interview mit der Los Angeles Times erwähnte sie, dass Crew-Mitglieder sie zu Beginn ihrer Laufbahn gelegentlich damit aufzogen, eine zierliche Frau zu sein, die eine körperlich anspruchsvolle Arbeit verrichtete. Darauf entgegnete sie stets: „Die kleine Dame trägt nicht die großen Scheinwerfer. Sie zeigt nur darauf – und die großen Kerle tragen die Lichter.“
Zu den größeren Produktionen in den vergangenen zehn Jahren zählte M. Night Shyamalans Horrorfilm „The Visit“ (2015), Peter Solletts Drama „Freeheld“, das Boxer-Drama „Creed“ (alle 2015), die Spielfilme „Verborgene Schönheit“ (2016), „Das Alibi – Spiel der Macht“ (2017), Ron Howards „Hillbilly-Elegie“ (2020) und Denzel Washingtons „A Journal For Jordan“ (2021), die Mini-Serien „The Andy Warhol Diaries“ und „Inventing Anna“ (beide 2022) sowie das Dokudrama „Krieg der Bestatter“ (2023) mit Tommy Lee Jones und Jamie Foxx in den Hauptrollen.
Filmografie:
1984: Femme
1990: The Golden Boat
1991: Poison
1992: Zebrahead
1992: Zwischenfall in Oglala (Incident at Oglala, Dokumentarfilm)
1993: Der flämische Meister (The Dutch Master, Kurzfilm)
1993: Deadfall
1994: Berge versetzen (Moving the Mountain, Dokumentarfilm)
1994: Crumb (Dokumentarfilm)
1996: When We Were Kings (Dokumentarfilm)
1997: Tod einer Stripperin (Stag)
1998: Happiness
1998: Velvet Goldmine
2000: Joe Goulds Geheimnis (Joe Gould's Secret)
2000: Twilight: Los Angeles
2001: Ran an die Braut (Get Over It)
2001: Tape
2002: The Guys
2004: Wir leben nicht mehr hier (We Don’t Live Here Anymore)
2005: Enron: The Smartest Guys in the Room (Dokumentarfilm)
2007: Taxi zur Hölle (Taxi to the Dark Side, Dokumentarfilm)
2008: News Movie (The Onion Movie)
2008: Gonzo: The Life and Work of Dr. Hunter S. Thompson (Dokumentarfilm)
2008: The Wrestler – Ruhm, Liebe, Schmerz (The Wrestler)
2010: Stone
2010: Client 9: The Rise and Fall of Eliot Spitzer (Dokumentarfilm)
2012: Love, Marilyn (Dokumentarfilm)
2012: West of Memphis (Dokumentarfilm)
2013: We Steal Secrets: Die WikiLeaks Geschichte (We Steal Secrets: The Story of WikiLeaks, Dokumentarfilm)
2013: The Eagles – Himmel und Hölle Kaliforniens (History of the Eagles, Dokumentarfilm)
2014: Mr. Dynamite: The Rise of James Brown (Dolumentarfilm)
2015: The Visit
2015: Freeheld – Jede Liebe ist gleich (Freeheld)
2015: Creed – Rocky’s Legacy (Creed)
2016: Verborgene Schönheit (Collateral Beauty)
2017: Das Alibi – Spiel der Macht (Chappaquiddick)
2018: Mein Dinner mit Hervé (My Dinner with Hervé)
2019: The Kitchen – Queens of Crime (The Kitchen)
2020: Hillbilly-Elegie (Hillbilly Elegy)
2021: A Journal for Jordan
2022: The Andy Warhol Diaries (Mini-Serie)
2022: Inventing Anna (Mini-Serie)
2022: Jerry und Marge – Die Lottoprofis (Jerry & Marge Go Large)
2023: Krieg der Bestatter (The Burial)

Playlist:

01. Kris Bowers & Pierre Charles - Who Are You? (Inventing Anna) - 03:18 
02. Carter Burwell - Velvet Spacetime (Velvet Goldmine) - 04:06 
03. Mychael Danna - Follow Me (The Guys) - 04:02 
04. Clint Mansell - The Wrestler Music 1 (The Wrestler) - 04:45 
05. Nick Cave & Warren Ellis - 1994 (West of Memphis) - 05:44 
06. Fall On Your Sword - Washington DC (We Steal Secrets: The Story of WikiLeaks) - 03:07 
07. Garth Stevenson - Drown (Chappaquiddick) - 04:27 
08. Hans Zimmer & David Fleming - Old Wounds (Hillbilly Elegy) - 05:44 
09. Ludwig Göransson - If I Fight, You Fight (Creed) - 04:54 
10. Theodore Shapiro - Whit and Amy/Time Visit #2 (Collateral Beauty) - 03:04 
11. Marcelo Zarvos - Closing (A Journal For Jordan) - 06:08 
12. Michael Abels - Quodlibet - Jesu Joy of Man's Desiring (The Burial) - 03:45 
13. Theodore Shapiro - Boardroom (Collateral Beauty) - 04:53 
14. Fall On Your Sword - First Release (We Steal Secrets: The Story of WikiLeaks) - 03:40 
15. Hans Zimmer & Johnny Marr - Can't Leave Her (Freeheld) - 07:18 
16. Marcelo Zarvos - Love (A Journal For Jordan) - 06:02 
17. Mychael Danna - Are You OK? (The Guys) - 04:04 
18. Theodore Shapiro - Olivia (Collateral Beauty) - 05:43 
19. Kris Bowers & Pierre Charles - Always Beyond Us (Inventing Anna) - 03:29 
20. Nick Cave & Warren Ellis - Scene of the Crime (West of Memphis) - 05:30 
21. Hans Zimmer & David Fleming - Transformation (Hillbilly Elegy) - 04:57 
22. Clint Mansell - The Wrestler Music 2 (The Wrestler) - 03:57 
23. Marcelo Zarvos - Charles' Story (A Journal For Jordan) - 08:07 
24. Garth Stevenson - Senator (Chappaquiddick) - 09:27

Freitag, 1. Mai 2026

Playlist #448 vom 03.05.2026 - Neuheiten 2026 (2)

Zwar geht das Serienangebot bei den Streaming-Diensten nach wie vor leicht zurück, dafür konzentrieren sich Netflix, Amazon Prime, Disney+ & Co. auf das Wachstum qualitativ hochwertiger Serien-Produktionen. Das schlägt sich natürlich auch in der Veröffentlichung dazugehöriger Soundtracks nieder, von denen in dieser Sendung wieder mehrere zu hören sind, darunter Taylor Sheridans („Yellowstone“, „Tulsa King“) neuer Serien-Hit „The Madison“ mit den Hollywood-Stars Michelle Pfeiffer und Kurt Russell in den Hauptrollen, neue Staffeln von „Outlander“ und „Paradise“ und neue Serien wie „Scarpetta“. Abgerundet wird die Sendung mit der Musik zu Dokumentationen wie „Dinosaurs“ und „The Peace Particle“ sowie zu Filmen wie „Mother Mary“, „Shelter“ und „The Faithful“.

In Justin Chadwicks Action-Thriller „Brothers Under Fire“ spielt „24“-Star Kiefer Sutherland den Squad-Captain Wright, der mit seinen Soldaten die Erlaubnis erhält, an der Hochzeit eines Kameraden in Mexiko teilzunehmen. Als das Dorf, in dem die Feierlichkeiten stattfinden, von einem Kartell überrannt wird, müssen Wright und sein Squad zu den Waffen greifen, um zu überleben... Entsprechend mexikanisch angehaucht präsentiert sich auch der sonst naturgemäß actionlastige Score von Alex Heffes, der zudem den Score zu Peter Webbers Science-Fiction-Thriller „DRAGN“ bereitgestellt hat.
Jeff Russo, der in den vergangenen Jahren vor allem durch seine Beiträge zum „Star Trek“-Universum bekannt geworden ist, komponierte zusammen mit Perrine Virgile die Musik zur Serien-Adaption der langjährig erfolgreichen „Scarpetta“-Thriller-Reihe von Patricia Cornwell. Die Gerichtsmedizinerin Dr. Kay Scarpetta wird dabei von Nicole Kidman verkörpert.
„Shelter“ ist der neue Action-Thriller von „Angel Has Fallen“-Regisseur Ric Roman Waug. Darin ordnet der resolute Ex-MI6-Chef Manafort (Bill Nighy) ohne mit der Wimper zu zucken Morde auf britischem Boden an, wobei er den Verlust des einen oder anderen unbescholtenen Bürgers oder gar eines Polizisten billigend in Kauf nimmt. Doch als Manafort seinen Computer einschaltet und auf dem Desktop den Steckbrief eines alten Bekannten Michael Mason (Jason Statham) entdeckt, wird es kompliziert. Mason, der es sich als Einsiedler auf einer Insel vor der Küste Schottlands gemütlich gemacht hat, bekommt es mit einer elitären Schattenarmee des korrupten Spionageapparats zu tun, weiß sich aber durchaus zur Wehr zu setzen. Musikalisch vertont wurde das bodenständige Action-Spektakel von David Buckley („Kandahar“, „Greenland 2“).
Regisseur Mark David erzählt in seinem Drama „Mr. Wonderful“ die Geschichte über drei Generationen von Männern – ein Millennial auf der Flucht vor einem Drogendealer, sein Vater (ein desillusionierter Professor, der um seinen Job kämpft) und der Familienpatriarch, der mit Demenz zu kämpfen hat – , die um den Sinn des Lebens ringen.
„,Mr. Wonderful‘ schildert das Leben eines College-Professors und Schriftstellers, der sich mit einer tiefgreifenden Umstrukturierung seines Lebens auseinandersetzen muss, mit einem Sohn, der in die falschen Kreise gerät, dem Herzschmerz über die verheerenden Folgen der Demenzerkrankung seines Vaters und dem Schmerz des Verlustes“, erzählt Komponist John Koutselinis. „Die Filmmusik sollte das Leben in all seinen Facetten widerspiegeln: einfach, herzerwärmend, fröhlich und manchmal auch herzzerreißend. Ich freute mich über die Gelegenheit, einige Lieder für den Soundtrack zu schreiben, wodurch ich mit einer anderen Instrumentierung arbeiten konnte. Außerdem nutzte ich die Gelegenheit, eine von ,Mr. Wonderful‘ inspirierte Orchestersuite mit dem Titel ‚A Life Fulfilled‘ zu komponieren, die ich meinem Lehrer widmete, der ebenfalls schwer an Demenz litt.“
Der niederländische Pianist, Komponist und Produzent Pieter de Graaf zählt zu den interessantesten zeitgenössischen Instrumentalisten der Niederlande. Seine Musik, die neoklassische, Jazz- und elektronische Elemente vereint, sprengt nicht nur Genregrenzen, sondern bleibt dabei zutiefst emotional und filmisch. De Graaf studierte am Konservatorium Jazzpiano und entwickelte ein besonderes Talent in Improvisation und Experimentierfreude. Sein unkonventioneller Umgang mit dem Klavier – er verwendet Gummischlägel, Essstäbchen, Klebeband und Tücher auf den Saiten – verwandelt das Instrument in ein ganzes Klanguniversum. Kombiniert mit analogen Synthesizern, subtiler Elektronik und unerwarteten Klangquellen bewegen sich seine Kompositionen nahtlos zwischen Intimität und Intensität. Für Johannes Grenzfurthners Horror-Drama „Solvent“ komponierte Pieter de Graaf im Jahr 2024 seine erste Filmmusik. Der Film handelt von der Suche nach Nazi-Dokumenten in Österreich, wobei Forscher unter einem Bauernhaus auf ein dunkles Geheimnis stoßen. Während der Auswanderer Gunner Holbrook dem Rätsel nachgeht, verliert er zunehmend den Bezug zur Realität. Er kämpft gegen eine finstere Macht und versucht verzweifelt, sein Leben zu retten.
„Ich lernte den Regisseur, Johannes Grenzfurthner, in Österreich kennen, und wir verstanden uns auf Anhieb auf einer kreativen Ebene. Kurz nach unserem Treffen bat er mich, die Filmmusik zu komponieren, und es gab nie Zweifel an einer Zusammenarbeit. Das Besondere an diesem Prozess war die künstlerische Freiheit, die er mir gewährte“, berichtet Pieter de Graaf. „Abgesehen von der Bitte um einen durchgehend düsteren Unterton im gesamten Film und einer hebräischen Version von ‚Die Gedanken sind frei‘ für den Abspann, ließ er mir freie Hand bei der Interpretation des Restes. Ich sah mir einfach den Film an, ließ mich inspirieren und komponierte intuitiv. Die Zusammenarbeit verlief reibungslos und natürlich, mit nur wenigen kleineren Anpassungen. Der Soundtrack unterscheidet sich von meinen üblichen Klavierkompositionen. Stattdessen experimentierte ich mit Klängen, darunter meine Stimme, Spielzeuginstrumente und ungewöhnliche Effekte wie das Pusten in Weinflaschen, kombiniert mit orchestralen Elementen.“

Playlist:

01. Alex Heffes - Isabella & Alberto (Brothers Under Fire) - 03:40 
02. Jeff Russo & Perrine Virgile - Necessary Secrets (Scarpetta) - 03:58 
03. David Buckley - The Island (Shelter) - 03:35 
04. Henry Jackman - Mutiny (The Bluff) - 03:04 
05. Siddharta Khosla - Deadzone (Imperfect Women) - 05:10 
06. Siddhartha Khosla - Gary (Paradise - Season 2) - 07:29 
07. Tom Howe - Imagining the Play (American Classic) - 02:57 
08. Tom Howe - Kenna Tries to Visit (Reminders of Him) - 05:07 
09. Daniel Pemberton - Box in a Box (Project Hail Mary) - 04:23 
10. Alex Heffes - Dragons & Princesses (DRAGN) - 02:32 
11. Breton Vivian - Bumpy Over the Mountains (The Madison) - 04:03 
12. Armand Amar - Hadara retrouve sa mère (L'enfant du désert) - 03:42 
13. John Koutselinis - The Funeral (Mr. Wonderful) - 06:06 
14. Paul Leonard-Morgan - Enough Madness (Pretty Lethal) - 03:24 
15. Will Bates - Turning 18 Soon (Rosemead) - 03:52 
16. Daniel Hart - The Greatest Song (Mother Mary) - 05:49 
17. Harry Gregson-Williams & Ryder McNair - Head Held High (Normal) - 03:16 
18. Eric Neveux - Discouragement (Traqués) - 05:09 
19. Sam Thompson - Geneva (The Peace Particle) - 04:27 
20. Benjamin Wallfisch - Sarah (The Faithful) - 03:11 
21. Taro Iwashiro - Adorable Smile (One Last Love Letter) - 03:30 
22. Lorne Balfe - All About the Food Chain (Dinosaurs) - 03:51 
23. Pieter de Graaf - Just an American Saying (Solvent) - 04:15 
24. Bear McCreary - Bree and Roger (Outlander - Season 8) - 04:50 
25. Alberto Iglesias - Dedos como patas de elefante (Amarga Navidad) - 08:53 
26. Guillaume Roussel - Les Rayons et les Ombres (Les Rayons et les Ombres) - 09:45

Sonntag, 12. April 2026

Playlist #447 vom 19.04.2026 - ÉRIC DEMARSAN Special

Éric Demarsan darf sich als einziger Komponist rühmen, zweimal mit dem großen Filmemacher Jean-Pierre Melville gearbeitet zu haben, bevor dieser 1973 verstarb. Doch neben seinen ikonischen Arbeiten für Melvilles Klassiker „Armee im Schatten“ (1969) und „Vier im roten Kreis“ (1970) arbeitete der französische Komponist im Laufe der Jahrzehnte auch mit so populären Regisseuren wie Jean-Pierre Mocky, Costa-Gavras oder Patrice Leconte zusammen. Zuletzt war er für die Fernsehserien „Romance“ (2020) und „Notre-Dame“ (2022) tätig.
Éric Demarsan wurde am 2. Oktober 1938 in Paris geboren. Seine Großmutter, Malerin und Musikerin, förderte ihn schon früh und gab ihm erste Kurse in Aquarellmalerei und Klavier. Mit zwölf Jahren war er während eines Familienessens in einem Restaurant von einem Glissando eines Pianisten tief beeindruckt. Von da an beschränkte sich sein Klavierunterricht nicht mehr nur auf seine gute Ausbildung. Zwischen 16 und 18 Jahren spielte Eric Demarsan bis zum Morgengrauen in den Nachtclubs der Place du Tertre in Montmartre (Paris), zusammen mit Bernard Dimey, Marian Kouzan und vor allem Michel Magne, wo er die dort auftretenden Sänger begleitete.
Demarsan studierte außerdem Harmonielehre, Kontrapunkt, Fuge und Komposition bei renommierten Meistern wie Julien Falk. Nach seinem Militärdienst arbeitete er als Pianist für den Verlag Vogue, bevor er Michel Magne wiedertraf, dem er von 1965 bis 1967 auf Schloss Hérouville assistierte und dabei zahlreiche Techniken der Orchestrierung sowie die Grundlagen des Orchesterklangs erlernte.
Anschließend arbeitete Demarsan als Orchestrator an den Filmen „Angélique“ und „Fantômas“, komponierte die Musik für Cécile Aubrys Fernsehserie „Sébastien Parmi les Hommes“ und orchestrierte 1968 für François de Roubaix die Musik für Jean-Pierre Melvilles Film „Der eiskalte Engel“, François Villiers’ Fernsehserie „Les Chevaliers du Ciel“ sowie Julien Duviviers Film „Mit teuflischen Grüßen“.
Jean-Pierre Melville
bat ihn 1969, die Filmmusik für „Armee im Schatten“ zu schreiben, und im darauffolgenden Jahr, innerhalb von zwei Wochen, die für „Vier im roten Kreis“, nachdem Michel Legrands Partitur abgelehnt worden war.
,Vier im roten Kreis‘ unterschied sich von ,Armee im Schatten‘: Er war offensichtlich zeitgenössischer, aber vor allem weniger lyrisch, viel abstrakter. Es ist ein eisiger Film über die Lebenswege der Menschen. Melville bat mich um ein minimalistisches Musikstück im orchestralen Stil des Modern Jazz Quartet. Er hegte eine gewisse Nostalgie für John Lewis und ihre missglückte Zusammenarbeit an ,Der zweite Atem‘. Um meine Inspiration zu lenken, ließ Melville mich eine 35-mm-Kassette mit dem abgemischten Soundtrack zu Robert Wises Film ,Wenig Chancen für morgen‘ anhören, dessen Originalmusik von Lewis stammte. ,Genau diese Klangfarbe brauche ich‘, sagte er. Daher das Hauptthema für ,Vier im roten Kreis‘ - Blechbläserakkorde und ein Jazzquintett für eine einfache, in sich gekehrte Melodie“, blicht Demarsan im Interview mit Stéphane Lerouge zurück.
„Melvilles Wunsch war klar: In ,Vier im roten Kreis‘ sollte die Musik das Gefühl der Gefangenschaft, die Idee des Schicksals vermitteln. All diese Figuren. … haben eine Verabredung mit ihrem Schicksal. Ich erinnere mich an eine bestimmte Szene mit Delon in einem Aufzug, in der das Licht aus dem Inneren flüchtig von einem Stockwerk zum nächsten huscht. Melville sagte zu mir: ,Dieses Bild ist eine Vorahnung des Todes. Deine Musik muss uns dieses Gefühl vermitteln …‘ Und doch ahnt zu diesem Zeitpunkt im Film niemand das tragische Ende der Figur. Als ich die Musik komponierte, versuchte ich, diese Vision als etwas Flüchtiges und beinahe Unterschwelliges zu verstärken. Die Filmmusik ist insgesamt von Angst durchdrungen. Wie immer bei Melville mussten Gefühle durch ein sehr feines Sieb. Und was ihm sehr wichtig war: Er wollte nicht auf traditionelle Weise dramatisieren, mit altmodischen Effekten. Er zog es vor, ,Vier im roten Kreis‘ mit einer geheimnisvolleren Musik zu untermalen, Musik, die den abstrakten und metaphysischen Aspekt des Films trägt.“
Im selben Jahr komponierte er unter dem Pseudonym Jason Havelock das Album „Pop Symphony“.
Eric Demarsan arbeitete anschließend mit zahlreichen Filmregisseuren zusammen, darunter siebenmal mit Jean-Pierre Mocky (u.a. „L’Ibis Rouge“), dreimal mit Christian Gion, mit Costa-Gavras („Section Spéciale“) und Patrice Leconte („Les Spécialistes“ und einige Werbespots). Er komponierte auch für das Fernsehen, insbesondere für „La Dernière Fête“ (1996) von Pierre Granier-Deferre und „Clarissa“ (1998) von Jacques Deray.
Heute arbeitet er regelmäßig mit Hervé Hadmar zusammen: „Les Oubliées“ (2008), „Pigalle, la Nuit“ (2009), „Signature“ (2011), „Les Témoins“ (2014 und 2017), „Au-delà des Murs“ (2016) und „Romance“ (2020).
Demarsan komponierte außerdem die Musik für die Ton- und Lichtshow „So Blois is told you“ für das Schloss Blois, die „Vendéan Suite for Choir and Orchestra“ für das Wassertheater im Puy-du-Fou-Park sowie das Bühnenbild für La Mine Bleue, ein altes Schieferbergwerk bei Angers.
Anfang der 2000er-Jahre kehrte er mit Guillaume Nicloux zum Kino zurück und arbeitete 2001 an „Une Affaire Privée“ („Eine ganz private Affäre“), 2003 an „Cette Femme Là“ („Im Schatten der Wälder“) und 2006 an „Le Concile de Pierre“ („Liu San – Wächter des Lebens“). 2012 folgte eine weitere Zusammenarbeit für den Fernsehfilm „L'Affaire Gordji“ und den E-Film „The End“ (2016).
Eric Demarsan nimmt regelmäßig an Meisterkursen, Konferenzen und Jury-Sitzungen teil, unter anderem beim Internationalen Filmfestival Aubagne (2005), dem Internationalen Festival für Musik und Film (Auxerre, 2007), dem FIPA (Biarritz, 2008), den Mediterranean Cinema Weeks (Lunel, 2008) und dem Festival „The Eye Listens“ (Rochefort, 2008).

Filmografie (Auswahl): 

1965: Belle und Sebastian (Belle et Sébastien, TV-Serie) 
1969: Armee im Schatten (L’armée des ombres) 
1970: Vier im roten Kreis (Le cercle rouge) 
1971: L’humeur vagabonde 
1973: La sainte famille 
1974: L’ombre d’une chance 
1974: Man hat's nicht leicht auf dieser Welt (C’est dur pour tout le monde) 
1975: Entscheidung in der Wand (Mort d'un guide, Fernsehfilm) 
1975: La rage au poing 
1975: Der rote Ibis (L’ibis rouge) 
1975: Der erotische Zirkus (La fille du garde-barrière) 
1975: Love-Story einer Nonne (Les mal-partis) 
1975: Sondertribunal – Jeder kämpft für sich allein (Section spéciale) 
1978: Der unheimliche Fremde (Attention, les enfants regardent) 
1979: 5 Prozent Risiko (5% de risque) 
1982: Flirt mit dem Tod (L’indiscretion) 
1983: Der Herzensbrecher (Le Bourreau des cœurs) 
1984: Die Spezialisten (Les spécialistes) 
1991: Die Baskenmütze (Bonne chance Frenchie) 
1993: Das Geheimnis des 13. Wagens (La Treizième voiture) 
1996: La dernière fête (Fernsehfilm) 
1997: Eine Rose für den Maharadscha (Les mystères de Sadjurah) 
1997: Saga der Wissenschaften (La légende des sciences, TV-Serie) 
1998: Clarissa – Tränen der Zärtlichkeit (Clarissa) 
1998: Vidange 
2000: Tout est calme 
2000: La candide Mme Duff 
2001: On n’a qu’une vie (Fernsehfilm) 
2002: Eine ganz private Affäre (Une affaire privée) 
2003: Im Schatten der Wälder (Cette femme-là) 
2006: Liu San – Wächter des Lebens (Le concile de pierre) 
2007: Les oubliées (TV-Serie, 6 Episoden) 
2008: Lucifer et moir 
2009: Pigalle, la nuit (TV-Mini-Serie) 
2011: Signature (TV-Serie, 6 Episoden) 
2012: Berthe Morisot (Fernsehfilm) 
2012: L'affaire Gordji, histoire d'une cohabitation (Fernsehfilm) 
2014–2017: Die Zeugen (Les témoins, TV-Serie, 14 Episoden) 
2016: The End 
2016: Briefe aus Athen (Portraito tou patera se kalro polemou) 
2016: Hinter den Mauern (Au-delà des murs, TV-Mini-Serie, 3 Episoden) 
2020: Der Virtuose des Gangsterfilms – Jean-Pierre Melville (Melville, le dernier samouraï) 
2020: Romance (TV-Serie, 6 Episoden) 
2022: Notre-Dame (TV-Serie, 6 Episoden) 

Playlist: 
01. Éric Demarsan - Thème de Gerbier (L'armée des ombres) - 03:15 
02. Éric Demarsan - Final Inedit (Le cercle rouge) - 04:05 
03. Éric Demarsan - Mathias et Odile (L'ombre d'une chance) - 04:27 
04. Éric Demarsan - Rêve de Letellier (C'est dur pour tout le monde) - 04:27 
05. Éric Demarsan - Mona (La fille du garde barrriere) - 04:59 
06. Éric Demarsan - Beunon et sa femme (Section spéciale) - 02:58 
07. Éric Demarsan - Nouvell vie (Demain les mômes) - 04:09 
08. Éric Demarsan - Générique de fin (Les passagers) - 02:54 
09. Éric Demarsan - Roberte… (Roberte) - 04:01 
10. Éric Demarsan - Thème slow (5% de risque) - 03:06 
11. Éric Demarsan - La fille de l'émir (Pétrole! Pétrole!) - 03:47 
12. Éric Demarsan - Déclenchez le plan Horace (Les spécialistes) - 04:50 
13. Éric Demarsan - Final (Moi vouloir toi) - 04:12 
14. Éric Demarsan - Onze jours plus tôt (Une affaire privée) - 04:46 
15. Éric Demarsan - A travers la vitre (Les obliées) - 03:33 
16. Éric Demarsan - Territoire (Signature) - 04:09 
17. Éric Demarsan - Un couple (Les temoins - Saison 1) - 04:13 
18. Éric Demarsan - Arrivée in Paris (L'humeur vagabonde) - 03:58 
19. Éric Demarsan - A Growing Passion (Hollywood Nostalgia) - 06:09 
20. Éric Demarsan - Terre d'Ombre (La légende des science) - 06:09 
21. Éric Demarsan - Les belles histoires (Romance) - 03:59 
22. Éric Demarsan - Le dernier samourai [Version piano] (Melville, le dernier samourai) - 04:03 
23. Éric Demarsan - Nos destins croisés (Notre-Dame) - 05:31 
24. Éric Demarsan - Festival de Cannes (Hollywood Nostalgia) - 04:55 
25. Éric Demarsan - Les enfants du soleil (Attention les enfants regardent) - 07:06 
26. Éric Demarsan - Chez les Dalton (Cette femma là) - 08:35

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