Playlist #444 vom 08.03.2026 - Neuheiten 2026 (1)
Herzlich willkommen zu meiner ersten Präsentation neuer
Soundtracks im noch jungen Jahr 2026! Heute stehen einmal mehr Scores im
Mittelpunkt, die zu Produktionen von Streaming-Diensten und -Studios wie
Netflix, HBO, Amazon Prime und Hulu entstanden sind. Hier bekommen sowohl
Filmemacher als auch Komponisten immer wieder interessante Möglichkeiten
geboten, abseits ausgetretener Pfade des modernen Hollywood-Kinos etwas andere
Geschichten zu erzählen und diese entsprechend zu vertonen. Mit dabei sind
diesmal neben renommierten Veteranen wie Danny Elfman, Thomas Newman, John
Debney und Bruce Broughton viele junge Talente wie Anne Nikitin, Nainita
Desai, Anthony Willis, Emilie Levienaise-Farrouch und Federico
Jusid.
Der isländische Komponist Atli Örvarsson hat zusammen
mit seinen Kollegen Kjartan Holm & Sin Fang die Musik zur sechsteiligen
schwedischen Serie „VAKA“ beigesteuert, die von der Ausbreitung einer
tödlichen Schlaflosigkeits-Epidemie in der schwedischen Hauptstadt Stockholm
handelt.
Zu den Protagonisten zählt ein in Ungnade gefallener
Pfarrer, der die Krise bewältigen und sich um seinen Sohn kümmern muss, während
eine Krankenschwester alles daransetzt, ihren Liebhaber zu retten.
Basierend auf Julia Quinns gleichnamiger Romanreihe hat sich
die US-amerikanische Netflix-Serie „Bridgerton“ zu einem Dauerrenner
entwickelt. Mittlerweile ist die überwiegend im Londoner Stadtteil Mayfair im
frühen 19. Jahrhundert spielende Serie in der vierten Staffel und im Jahr 1816
angekommen. Nach wie vor sind hier junge Damen und Herren der High Society auf
den Bällen auf der Suche nach einer geeigneten Heiratspartie, wobei der Rang
der Debütantinnen vom Urteil der britischen Königin und dem Klatsch der
geheimnisvollen Lady Whistledown abhängt. Auf einem Maskenball seiner Mutter
ist Benedict Bridgerton sofort verzaubert von einer Dame in Silber, die ihm vor
Mitternacht entflieht. Während er anschließend lange nach ihr sucht, entbrennt
zugleich Leidenschaft für die Magd Sophie Baek, ohne dass er ahnt, dass sie
dieselbe Frau ist. Die einfühlsame Musik komponierte wie in den Staffeln zuvor Kris
Bowers.
Die National-Geographic-Dokumentation „Von Pol zu
Pol mit Will Smith“ folgt dem Rapper, Schauspieler und Filmproduzenten auf
einer außergewöhnlichen Expedition über rund 40.000 Kilometer - vom Südpol bis
zum Nordpol. In sieben Etappen erkundet er Regionen, die zu den
ursprünglichsten und zugleich anspruchsvollsten Lebensräumen unseres Planeten
zählen, von den glitzernden Eislandschaften der Antarktis, wo extreme Kälte und
weite Stille den Rhythmus vorgeben, über den Amazonas, den Himalaya, abgelegene
Pazifikinseln, die Kalahari-Wüste bis zur Arktis. Jede Station hält für Will
Smith Erfahrungen bereit, die Anpassung erfordern, aber auch Mut und
Offenheit für das Unbekannte. Unterlegt wird die Doku-Serie mit der wuchtigen,
aber auch ruhigen Musik von Benjamin Wallfisch und Chris Egan.
Es folgen Cues aus fiktionalen Fernsehserien wie „Stranger
Things“, „The Night Manager“, „The Lincoln Lawyer“, „A Thousand Blows“ und „Hijack“.
Nach „Promising Young Woman“ und „Saltburn“ arbeiten
Autorenfilmer Emerald Fennell und Komponist Anthony Willis bei „Wuthering
Heights“, einer losen Adaption von Emily Brontës vielfach verfilmten
Klassiker „Sturmhöhe“ ein drittes Mal zusammen. Margot Robbie und
Jacob Elordi spielen die Hauptrollen in diesem erotisch aufgeladenen
Drama, das mehr durch seine sinnlichen Reize als seinen Inhalt besticht. Robie
verkörpert das von ihrem lebenslustigen, gutmütigen Vater verhätschelte Mädchen
Catherine. Sie wächst mit ihrem Steifbruder Heathcliff auf, den Catherines
Vater während einer Geschäftsreise in Liverpool von den Straßen auflas und
adoptierte, und entwickelt zu ihm eine Seelenverwandtschaft, die auf eine harte
Probe gestellt wird, als die Stiefgeschwister erwachsen sind und die Familie
finanziell am Ende ist. Als Catherine den wohlhabenden Nachbarn Edgar Linton heiratet,
bricht sie Heathcliff das Herz…
Thomas Newman steuerte die feinsinnige Musik zu dem
Science-Fiction-Drama „In the Blink of an Eye“ bei. Andrew Stantons
Film folgt Menschen in drei miteinander verwobenen Handlungssträngen.
Während in der Frühzeit der Menschheit eine aus ihrer Heimat
vertriebene Neandertalerfamilie ums Überleben kämpft, untersucht in der
Gegenwart die Anthropologin Claire urzeitliche Überreste und beginnt eine
Beziehung mit ihrem Kollegen Greg. Zwei Jahrhunderte später bekämpft Coakley
auf einem Raumschiff auf dem Weg zu einem anderen Planeten eine
Pflanzenkrankheit.
„Die Filmmusik zu ,Mord in Monaco‘ wurde als moderne, kammermusikalische Antwort auf eine komplexe True-Crime-Geschichte konzipiert“, erzählt die Komponistin Nainita Desai über ihre Arbeit an dem Film. „Sie ist in Ted Mahers psychologischer und emotionaler Reise verankert und zeichnet seinen Weg von der plötzlichen Verhaftung über die Haft und Flucht bis hin zur Verurteilung nach. Von Anfang an war die Musik darauf ausgelegt, Ernsthaftigkeit mit Witz und Dynamik in Einklang zu bringen und so nicht nur die Schwere der Ereignisse, sondern auch die Intrige und die dunkle Ironie des Films widerzuspiegeln. Die Musik, die auf einem kantigen, zeitgenössischen Streichquartett basiert, das in den Abbey Road Studios in London aufgenommen wurde, entführt das Publikum in eine Welt des Reichtums, des Glamours und der Widersprüche – einen Raum, in dem Macht, Inszenierung und Privilegien die Grenze zwischen Wahrheit und Theater verwischen. Das Quartett fungiert als Erzähler und Gewissen zugleich und wurde aufgrund seiner Präzision, Intimität und seines Gespürs für psychologische Nuancen ausgewählt. Anstatt als traditionelle dramatische Kulisse zu dienen, wird es zu einem prägnanten Erzählmotor, der agil genug ist, um zwischen Verdacht, Ironie und Spannung zu wechseln. Kurze rhythmische Figuren, Pizzicato-Gesten und unruhige Ostinati treiben die Ermittlungen voran und erzeugen ein Gefühl ständiger Bewegung – ein Katz-und-Maus-Spiel, in dem Gewissheit stets unerreichbar bleibt. Die begrenzte Besetzung des Quartetts spiegelt die beengten Schauplätze und die enge zwischenmenschliche Dynamik des Films wider, während die rhythmische Flexibilität der Musik einen fließenden Übergang zwischen Ermittlung, Anklage und Konsequenz ermöglicht. Die Spannung wird durch subtile harmonische Verschiebungen und sich entwickelnde Klangfarben aufrechterhalten, die durch Anhäufung und Zurückhaltung statt durch offene Zurschaustellung entstehen.“Playlist:
01. Atli Örvarsson, Kjartan Holm & Sin Fang - It's the Only Way (VAKA) - 03:12
02. Kris Bowers - A Simple Dance Lesson (Bridgerton - Season Four) - 04:26
03. Benjamin Wallfisch & Chris Egan - Self Doubt (Pole to Pole With Will Smith) - 03:11
04. Dan Romer - One Final Spell (Stranger Things - The Orchestral Cues) - 04:58
05. Federico Jusid - Sophie's Methods (A Thousand Blows - Season 2) - 02:58
06. Federico Jusid - Zero Balance (The Night Manager - Season 2) - 03:40
07. Kevon Cronin - The Only Way to End It (Hostile Takeover) - 03:05
08. Nathan Barr - Ciara Meets Jane (56 Days) - 03:25
09. David Buckley - The Last Ascent (Greenland 2) - 07:07
10. David Buckley - Exhibit A (Unknown) (The Lincoln Lawyer) - 03:01
11. Ramin Djawadi - Clean Your Name (Mercy) - 03:58
12. Danny Elfman - Linda at Home (Send Help) - 02:00
13. Anthony Willis - Wuthering Heights Suite (Wuthering Heights) - 04:28
14. Emilie Levienaise-Farrouch - Mabel Suite (H Is For Hawk) - 05:03
15. Thomas Newman - Golden Acorn (In the Blink of an Eye) - 07:25
16. Eric Neveux - Le temps immobile (L'Affaire Laura Stern) - 03:22
17. Garrett Crosby - Confrontation (A Room Called Home) - 06:09
18. Oscar Fogelström - Slut pa Grannfejden (Grannfejden) - 05:42
19. Anne Nikitin - Nature Boy (Pangolin - Kulu's Journey) - 03:27
20. Anne Nikitin - Overestimated Me (Agatha Christie's Seven Seals) - 02:29
21. Anne Nikitin - Sam Nelson's Theme (Hijack - Seasons 1 & 2) - 03:06
22. Nainita Desai - On the Balance of Probability (Murder in Monaco) - 02:44
23. Bear McCreary - The Grand Cistern (God of War - Sons of Sparta) - 03:50
24. Geoff Zanelli - Who's Ready to Save the Future (Good Luck, Have Fun, Don't Die) - 03:21
25. Mac Quayle - Clues On the Phone (His & Hers) - 04:27
26. Philippe Rombi - L'attaque du train (Les Enfants de la Résistance) - 04:05
27. John Debney & Bruce Broughton - Death of Eliza (The Gray House) - 03:34
28. Sean Murray - End Titles (Thieves Highway) - 07:04


%20%5BNational%20Geographic%5D.jpeg)



%20%5BLa-La%20Land%20Records,%202022%5D.jpg)

















%20-%20Front.jpg)




