Playlist #456 vom 23.08.2026 - Neuheiten 2026 (4)
Christopher Nolans opulentes Historienepos „Die
Odyssee“ zählt fraglos zu den Highlights dieses Kinosommers, wenn nicht des
ganzen Jahres. Wie schon zu Nolans vorangegangen Filmen „Tenet“ und „Oppenheimer“
komponierte Ludwig Göransson dazu den passenden, mitreißenden Score, den
es in dieser Sendung ebenso zu hören gibt wie neue Arbeiten von Hanan
Townshend, David Holmes, Christopher Lennertz, Marcelo Zarvos, Volker Bertelmann,
A.R. Rahman sowie die Musik zu Serien wie „The Agency“, „SILO“, „Unsere
kleine Farm“, „Cape Fear“ und „House of the Dragon“.
Der US-amerikanische Regisseur und Drehbuchautor David Robert Mitchell landete 2014 mit dem ungewöhnlichen Horrorfilm „It Follows“ erst einen Überraschungshit, um dann mit seinem nächsten Film „Under the Silver Lake“ 2018 fürchterlich baden zu gehen. Nun präsentiert er uns mit „The End of Oak Street“ einen durchaus massentauglichen Abenteuerfilm, in dem eine Nachbarschaft plötzlich in die Vergangenheit versetzt und anschließend von Dinosauriern überrannt wird. Die stimmungsvolle musikalische Untermalung besorgte der versierte Michael Giacchino („Cloverfield“, „Up“), der zudem noch das neue Marvel-Abenteuer „Spider-Man: Brand New Day“ vertonte.
Der US-amerikanische Regisseur und Drehbuchautor David Robert Mitchell landete 2014 mit dem ungewöhnlichen Horrorfilm „It Follows“ erst einen Überraschungshit, um dann mit seinem nächsten Film „Under the Silver Lake“ 2018 fürchterlich baden zu gehen. Nun präsentiert er uns mit „The End of Oak Street“ einen durchaus massentauglichen Abenteuerfilm, in dem eine Nachbarschaft plötzlich in die Vergangenheit versetzt und anschließend von Dinosauriern überrannt wird. Die stimmungsvolle musikalische Untermalung besorgte der versierte Michael Giacchino („Cloverfield“, „Up“), der zudem noch das neue Marvel-Abenteuer „Spider-Man: Brand New Day“ vertonte.
In seinem Dokumentarfilm „Eyríki“ begleitet Nikolai
Galitzine den Kampf einer kleinen arktischen Gemeinde gegen den Klimawandel
und gesellschaftliche Veränderungen, nachdem ihre Kirche in einem Sturm einem
Brand zum Opfer gefallen ist.
„,Eyríki‘ ist eine Liebeserklärung an Grímsey, eine
wunderschöne, abgelegene Insel vor der Küste Islands mit einer schrumpfenden
Bevölkerung von nur noch etwa 25 Menschen. Als uns Regisseur Nikolai
Galitzine den Film zum ersten Mal zeigte, war sofort klar, dass die Musik
intim und zurückhaltend sein musste“, erklären die beiden britischen
Komponisten Kathryn MacLennan und Mike MacLennan („Civilisations:
Rise & Fall“) die Entstehung ihrer sehr gefühlvollen, minimalistisch
instrumentierten Musik.
„Im Mittelpunkt des Films stehen die Zerstörung und der Wiederaufbau der Kirche von Grímsey. Daher schufen wir eine Palette aus Flächenklängen und Texturen, die von Kirchenglocken inspiriert sind, und verwebten sie mit der gesamten Musik. Diese werden mit Streichern – gespielt vom Geiger John Mills vom Tippett Quartet – und subtilen Synthesizern kombiniert, um eine Klangwelt zu erschaffen, die zerbrechlich und hoffnungsvoll zugleich wirkt. Es war uns wichtig, dass die Musik die emotionale Landschaft dieser abgelegenen Gemeinde widerspiegelt, die mit Bevölkerungsrückgang, Klimawandel und einer ungewissen Zukunft zu kämpfen hat, und dabei stets Raum für ihre Stimmen und Geschichten lässt.“
Markus Goller („Frau Ella“, „25 km/h“) erzählt
in seinem Film „23 000 Leben“ die Geschichte des Seenotrettungsschiffes Iuventa,
das 2016 und 2017 im zentralen Mittelmeer im Einsatz war, bevor es von
italienischen Behörden beschlagnahmt wurde. Die Crew der Iuventa war in
dieser Zeit bei 16 Einsätzen an der Rettung von mehr als 23.000 Menschen
beteiligt. Volker Bertelmann („Im Westen nichts Neues“, „Konklave“)komponierte zu dem bewegenden Drama eine feinfühlige, mitreißende Musik mit
Piano, Streichern und Synthesizern.
In dem Drama „Deep Quiet Room“ erzählt Ko-shang
Shen die Geschichte von Ming, die nach dem Selbstmord seiner schwangeren
Frau die Pflege seines Schwiegervaters übernimmt und dabei auf dunkle
Familiengeheimnisse stößt, die das Motiv für Yi-tings tragische Entscheidung
enthüllen.
„Für ‚Deep Quiet Room‘ sprachen Regisseur Ko-shang
Shen und ich oft über Stille, nicht einfach als Abwesenheit von Geräuschen,
sondern als emotionalen Raum, den das Publikum betreten kann. Ein Großteil der
Musik basiert auf Zurückhaltung: zerbrechliches präpariertes Klavier, sparsame
Streicher, ferne Resonanzen und wiederkehrende Melodiefragmente, die sich im
Verlauf der Geschichte subtil verändern“, berichtet Hanan Townshend („The
Tree of Life“) von der Arbeit an dem Drama. „Der Film durchläuft sechs
emotionale Abschnitte, die jeweils eine andere Phase von Trauer, Offenbarung,
Schuld und letztendlich Zerstörung widerspiegeln. Anstatt diese als separate
musikalische Welten zu behandeln, suchten wir nach einem einzigen thematischen
Faden, der sich organisch parallel zum Innenleben der Figuren entwickeln
konnte. Viele der Musikstücke wurden aus einer, wie Ko-shang es nannte, ,göttlichen
Perspektive‘ angegangen – Musik, die mit Mitgefühl statt mit Urteilen
beobachtet. Selbst in den düsteren Passagen versuchten wir, offene
Horrorsprache zu vermeiden und stattdessen auf Mehrdeutigkeit, stille Spannung
und emotionale Schwere zu setzen. Das Ergebnis ist eine Musik, die fein
zwischen Intimität und Unbehagen changiert und die Auseinandersetzung des Films
mit verdrängten Traumata widerspiegelt.“
Christopher Nolan („Inception“, „Interstellar“)
hat seit zwanzig Jahren davon geträumt, Homers „Odyssee“ zu verfilmen.
Längst hat der Oscar-prämierte Filmemacher einen Statur erreicht, in dem er offenbar
jedes Projekt realisieren kann. In der fast dreistündigen Neuverfilmung – u.a.
wurde das antike Epos 1954 mit Kirk Douglas und 2024 mit Ralph
Fiennes in der Titelrolle auf die große Leinwand gebracht – versucht König
Odysseus (Matt Damon) nach dem Trojanischen Krieg wieder zu seiner Frau
Penelope (Anne Hathaway) und seinem Sohn Telemachos (Tom Holland)
nach Ithaka zurückzukehren. Doch der Heimweg wird schwieriger als erwartet,
denn Odysseus steht ein langes Abenteuer voller Gefahren bevor. So muss er sich
unter anderem mit der Göttin Kalypso (Charlize Theron), dem Zyklopen
Polyphem (Bill Irwin) und der Zauberin Circe (Samantha Morton)
auseinandersetzen. In der Zwischenzeit macht sich in Odysseus‘ Heimat Ithaka
eine Horde von potenziellen Nachfolgern breit, die gerne Penelope heiraten und
dadurch den Thron für sich beanspruchen würden. Daher begibt sich Telemachos
auf der Suche nach seinem Vater nun zu König Menelaos von Sparta (Jon
Berthal), Odysseus‘ Mitstreiter im Trojanischen Krieg, und bittet diesen um
Rat. Da der Film in der Bronzezeit spielt, wies Nolan seinen Komponisten Ludwig
Göransson an, kein traditionelles Orchester zu verwenden, weil es das damals
nicht gab, sondern Bronze als thematischen Anker für die Musik zu verwenden. Göransson
nahm auf, wie er 35 Bronzegongs unterschiedlicher Größe sowie
unkonventionelle Gegenstände wie Altmetall, Klimaanlagen, Wände und Geländer
schlug. Dadurch entstand ein treibender, metallischer Puls, der sich oft
nahtlos in das Sounddesign des Films einfügt. Während die Partitur stark auf
rohen, perkussiven Elementen basiert, verwendete Göransson auch
authentische Instrumente aus dieser Zeit. Um den melodischen Elementen
Authentizität zu verleihen, verwendete er rekonstruierte Lyren und die Aulos –
ein traditionelles antikes griechisches Doppelpfeifeninstrument. Um emotionales
Tempo und ein menschliches Element hinzuzufügen, überlagerte er diese Klänge
mit Synthesizern und ätherischen Hintergrundgesang, einschließlich Beiträgen
des Künstlers James Blake.
Der Animations-Film „Winnipeg, el barco de la esperanza“ von
Beitia und Elio Quiroga erzählt die Geschichte einer Odyssee
von 2200 spanischen Flüchtlingen, die im September 1939 von Frankreich nach
Chile segelten, um nach drei Jahren verheerenden Bürgerkriegs der Diktatur Francisco
Francos zu entkommen.
„Die Komposition der Filmmusik für ,Winnipeg, el barco de
la esperanza‘ war eine sehr emotionale Reise“, blickt Komponist Diego
Navarro auf seine Arbeit an dem Film zurück. „Ich bin seit Beginn des
Projekts im Jahr 2019 dabei, als die Produzenten mich um ein
Interessenbekundungsschreiben baten, um den Soundtrack zu schreiben. Nachdem
ich das Drehbuch gelesen hatte, war ich tief bewegt. Die Geschichte hat mich
sehr berührt. Unmittelbar danach begann ich zu recherchieren und entdeckte
unter anderem, dass Mitglieder eines oder mehrerer baskischer Chöre mit den Passagieren
reisten. Aus offensichtlichen Gründen fand ich diese Tatsache faszinierend. Sie
widmeten sich der Unterhaltung und sangen vierstimmig während der langen,
beschwerlichen und einmonatigen Überfahrt nach Valparaíso, durch einen
Atlantik, der von deutschen U-Booten heimgesucht wurde, und überwanden
unzählige Hindernisse. Sie waren ein wesentlicher Bestandteil. Deshalb
entschied ich, dass das Hauptthema neben dem Sinfonieorchester auch Chorgesang
beinhalten sollte – und zwar nicht nur in diesem Stück, das den Kern der
Filmmusik bildet, die ich später komponieren sollte.“
02. David Holmes & Brian Irvine - Irish Class (Trespasses) - 04:26
03. David Holmes - Lying to Myself My Whole Life (The Christophers) - 03:13
04. Kathyrn MacLennan & Mike MacLennan - Fiskveiðar (Eiríki) - 04:26
05. Adiescar Chase - The End (All Night Wrong) - 02:55
06. Emilie Levienaise-Farrouch & Lindsay Wright - A Source Abroad (The Agency - Season 2) - 03:12
07. Christopher Lennertz - The Truth (72 Hours) - 03:24
08. Volker Bertelmann - 23 000 Leben (23 000 Leben) - 04:37
09. Marcelo Zarvos - Atlantis Landing (Spacewoman) - 04:04
10. Hanan Townshend - Living a Twisted Life (Deep Quiet Room) - 05:14
11. Dominik Scherrer - Car Crash Guilt (The Rapture) - 03:38
12. Ludwig Göransson - Penelope (The Odyssey) - 04:16
13. Claudia Sarne - Supergirl Suite (Supergirl) - 03:05
14. Atli Örvarsson - Vitamins (SILO - Season 3) - 05:02
15. Nathaniel Mechaly - Father Uploaded (O Horizon) - 04:24
16. Diego Navarro - Calamidad (Winnipeg, El Barco De La Esperanza) - 03:03
17. Dan Romer - River Crossing (Little House on the Prairie - Season 1) - 03:01
18. Ramin Djawadi - If This Be Victory (House of the Dragon - Season 3) - 05:40
19. Ceiri Torjussen - Shabnam's Story (Delhi Crime 3) - 04:26
20. Jeff Russo - Family (Cape Fear - Season 1) - 04:14
21. A.R. Rahman - Nizma's Sister (BAAB) - 04:55
22. Jason Lazarus - Klyle (Operation Taco Gary's) - 02:24
23. François Tétaz - Love in the Shadows (My Brilliant Career) - 03:48
24. Isabella Summers - Drive to the Field (Lucky) - 04:35
25. Isabella Summers - Judith's Story (Ride or Die) - 03:52
26. John Carpenter, Cody Carpenter & Daniel Davies - Resolution (Cathedral) - 03:49
27. Michael Giacchino - Suite New Day (Spider-Man: Brand New Day) - 06:14
28. Pino Donaggio - Don't Bring a Knife to an Axe Fight (Her Private Hell) - 09:54








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