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Sonntag, 21. Juni 2026

Playlist #452 vom 28.06.2026 - Neuheiten 2026 (3)

Auf den Mattscheiben und Leinwänden kehrt Altbekanntes zurück. Hier ein Themenpark zur „Drachenzähmen leicht gemacht“-Reihe, dort das Sequel zu „Der Teufel trägt Prada“ und schließlich ein Remake des einst gefloppten Superhelden-Spektakels „Masters of the Universe“. In der heutigen Sendung gibt es neben den Soundtracks zu diesen Filmen auch Serien-Highlights neuer Staffeln von „Euphoria“, „Citadel“ und „Good Omens“ sowie den neuen Serien „Watson“ und „Dutton Ranch“. Freut euch auf Musik von Daniel Pemberton, Hans Zimmer, John Powell, Jeff Russo, John Williams, Volker Bertelmann, Christopher Young und vielen anderen.
In Orlando hat Universal mit „How to Train Your Dragon – Isle of Berk“ einen neuen Themenpark (nach „The Wizarding World of Harry Potter – Ministry of Magic“, „Super Nintendo World“ und „Dark Universe“ mit klassischen Monstern) eröffnet. Zu den Highlights der Ankündigung gehören neben den vielen interaktiven Drachen-Erlebnissen und der „Hiccup’s Wing Gliders“-Achterbahn die orchestrale Musik von John Powell, der bereits die Scores zu den Filmen der „Drachenzähmen leicht gemacht“-Reihe komponierte.
David Oyelowo spielt in Nate Parkers Thriller-Drama „Newborn“ die Titelfigur, die nach sieben Jahren in Einzelhaft versucht, sich ein neues Leben aufzubauen und wieder eine Bindung zu seiner Familie herzustellen – doch er muss feststellen, dass die Freiheit zu einem beängstigenden psychologischen Schlachtfeld geworden ist.
„Musikalisch ist die Welt der Einzelhaft zutiefst psychologisch geprägt und unerbittlich. Sie wirkt einerseits karg und gedämpft, andererseits aber auch weitläufig und intensiv, um die erschütternde Tiefe echter Isolation zu veranschaulichen. Schon früh im Produktionsprozess ließ Regisseur Nate Parker uns Originalaufnahmen aus Einzelhaftzellen hören – etwa das Schlagen von Häftlingen gegen Türen und Fenster. Dies wollten wir in der Filmmusik durch aggressive Metallklänge nachempfinden, die zwar rhythmisch die Konturen des Familienthemas nachzeichnen, dies jedoch in einem Ton der Verzweiflung tun. Während Chris versucht, diese Welt hinter sich zu lassen, unternimmt die Familie einen Ausflug nach Windor Peak – gedreht im stimmungsvollen Vancouver“, erzählt Komponist Anthony Willis. In Stücken wie ‚Looking for Peace‘ und ‚The Perfect Day‘ baut er eine Bindung zu seinem Sohn Jake auf; die Musik spiegelt dabei die Wärme und Intimität des Familienlebens wider – ein Gefühl der Wiederannäherung und des Nachhausekommens. Doch immer wieder wird er durch seine Umgebung und quälende Halluzinationen – etwa in ‚Visions of Prison‘ und ‚Build, Cell, Run‘ – aus der Bahn geworfen und beginnt, alles um sich herum infrage zu stellen.“
Volker Bertelmann hat bereits mit seiner Oscar-prämierten Musik zur Neuverfilmung des Klassikers „Im Westen nichts Neues“ Erfahrungen mit Kriegsfilmen machen können. Nun vertonte er mit „Pressure“ die britisch-französische Filmproduktion des australischen Filmemachers Anthony Maras, die wiederum auf dem gleichnamigen Theaterstück von David Haig basiert, das erstmals im Jahr 2014 uraufgeführt wurde. Der Film spielt in den 72 Stunden vor der geplanten alliierten Invasion in die Normandie, die von einem entscheidenden Element abhängt: das englische Wetter. Der britische Chefmeteorologe James Stagg steht vor der Aufgabe, die wichtigste Wettervorhersage der Geschichte zu liefern, was ihn in eine angespannte Pattsituation mit der gesamten alliierten Führung bringt. Falsche Bedingungen könnten die größte Seeinvasion aller Zeiten zum Scheitern bringen, während jede Verzögerung die Gefahr birgt, dass der deutsche Geheimdienst Wind von der Sache bekommt. Nur seinem vertrauten Adjutanten Captain Kay Summersby kann er sich anvertrauen, und die katastrophale Generalprobe für den D-Day verfolgt ihn, so liegt die endgültige Entscheidung beim Oberbefehlshaber der Alliierten, General Dwight D. Eisenhower…
Deborah Correa hat mit „The War Between“ Western-Drama inszeniert, das 1862 im Arizona-Territorium spielt. In den ersten Monaten des Bürgerkriegs müssen hier zwei feindliche Soldaten zusammenarbeiten, um zu überleben, nachdem sie in der Sonora-Wüste gestrandet sind.

„Schon seit meiner Kindheit liebe ich Geschichten über den Wilden Westen und den Bürgerkrieg. Als Kind schlich ich mich sogar heimlich ins örtliche Kino, um den neuesten John-Wayne-Film zu sehen – ein kleines, aber feines Vergnügen für mich. Dort wurde mir erstmals bewusst, welche Wirkung Filmmusik hat; ich war fasziniert und wollte unbedingt wissen, wie diese Art von Filmmagie entsteht“, erzählt Filmkomponist Dennis Dreith. „Als mich Ron Yungul – Autor und Produzent von ‚The War Between‘ – anfragte, ob ich die Musik für seinen im Arizona-Territorium spielenden Bürgerkriegsfilm komponieren wolle, ergriff ich sofort die Gelegenheit. Die Zusammenarbeit mit Filmemachern, die ihr erstes Projekt realisieren, kann durchaus eine Herausforderung sein, ist aber auch sehr bereichernd, da man ihnen zeigen kann, was Musik für einen Film bewirken kann. In diesem Fall hatten die Filmemacher eine klare Vorstellung von ihrem Projekt, die sich wunderbar mit meiner eigenen Vision deckte. Das Ergebnis dieser Zusammenarbeit war eine Mischung aus Aaron Copland und Earl Klugh, gepaart mit einer Hommage an die klassischen Soundtracks der Westernfilme vergangener Zeiten.“

Einst komponierte Genre-Spezialist Christopher Young die Musik zu großartigen Horror-Werken wie Clive Barkers „Hellraiser“, dessen Fortsetzung „Hellraiser II“, George A. Romeros „The Dark Half“ oder Sam Raimis „The Gift“. Mittlerweile wird der Altmeister nur noch für B-Movie-Produktionen wie dem verpatzten Remake von „Friedhof der Kuscheltiere“, dem Okkult-Horror „The Offering“ oder dem Mystery-Horror „The Piper“ engagiert. In diese Reihe gehört auch „Passenger“. Für die moderne „Jeepers Creepers“-Variante komponierte Young zwei verschiedene Arten von Musik. Während die „Passenger“-Cues gruselige Horror-Klänge präsentieren, bieten die „St. Christopher“-Stücke sakrale Chöre ohne instrumentale Begleitung. 

„Als ich die CD mit der Filmmusik zusammenstellte, beschloss ich, das eigentliche Material aus dem Film als Ausgangspunkt für eine Suite von Ideen zu nutzen, die zu einer eigenen musikalischen Erzählung weiterentwickelt wurden. Angelehnt an den Ablauf eines Gottesdienstes beginnt das Werk mit einem Vorspiel für Streichorchester (anstelle des üblichen Orgelvorspiels). Darauf folgen drei Abschnitte: Im ersten Teil singen ein Knaben- und ein Männerchor einen eigens komponierten Hymnus im Stil traditioneller episkopaler Chormusik; dieser steht für die Figur des Heiligen Christophorus. Es schließt sich eine Prozession von Geistlichen an, die Trommeln und Glocken spielen. Schließlich folgt auf diesen Abschnitt das düstere Material – jene Musik, die „The Passenger“ (den Passagier) repräsentiert. Die beiden verbleibenden Teile der Partitur sind nach demselben Prinzip aufgebaut.“

Damit gelingt Christopher Young einmal mehr das Kunststück, unauffällige Horror-Produktionen mit seiner versierten Musik extrem aufzuwerten.
1987 inszenierte Gary Goddard mit „Masters of the Universe“ mit Dolph Lundgren in der Hauptrolle ein trashiges-Action-Science-Fiction-Abenteuer, das seinen Ursprung in einer Spielzeugreihe aus dem Jahr 1982 hatte und in dem der heroische Krieger He-Man gegen den bösen Lord Skeletor und seine Armeen der Dunkelheit um die Kontrolle über Castle Grayskull kämpfte. Fast vierzig Jahre später versucht sich nun Regisseur Travis Knight („Kubo: Der tapfere Samurai“, „Bumblebee“) an einer Wiederbelebung, bewahrt in seiner Interpretation der Geschichte den skurrilen Ton der 80er-Jahre-Realverfilmung. Der gerade einmal zehn Jahre alte Prinz Adam stürzt mit seinem Raumschiff auf dem Planeten Erde ab und wird dabei von seinem mächtigen magischen Schwert getrennt, das ihn mit seiner Heimat Eternia verbindet. Erst fast zwei Jahrzehnte später findet er die kraftvolle Klinge wieder und wird durch ihre magischen Kräfte durch das All zurück auf seinen mittlerweile ziemlich anders aussehenden Heimatplaneten gewirbelt. Der wurde nämlich während seiner Abwesenheit von Skeletor übernommen und während dieser Schreckensherrschaft regelrecht in Schutt und Asche gelegt. Um Skeletor also besiegen zu können, muss Prinz Adam erst einmal die Geheimnisse seiner eigenen Vergangenheit aufdecken und zu He-Man, dem mächtigsten Mann des Universums, werden. Zum Glück kann er dabei auch auf seine engsten und treuesten Verbündeten zählen: Teela und Duncan aka Man-at-Arms.
Um He-Mans Verwandlung vom durchschnittlichen jungen Mann zu einem allmächtigen Wesen – jemandem, der ein Schwert führt, das sonst niemand handhaben kann – musikalisch zu untermalen, arbeitete Komponist Daniel Pemberton mit dem Queen-Mitbegründer Brian May gemeinsam an dem Titelsong „Electrica“. Dabei handelt es sich um eine dreiminütige Ballade, die einen 100-köpfigen Chor, ein 80-köpfiges Orchester, eine Rockband und zahlreiche Synthesizer vereint.

„Ich wollte, dass sich ein erwachsener Mann wieder wie ein kleiner Junge fühlt und ein kleiner Junge wie ein erwachsener Mann“, sagt Pemberton im Interview mit "Variety". „Ich wollte etwas, das die Wucht und Ernsthaftigkeit eines Hard-Rock-Songs besitzt, gepaart mit der Farbigkeit, dem Camp-Faktor und dem leicht Kitschigen eines eingängigen Euro-Pop-Songs. Die Einflüsse jener Zeit waren stark vom Pop geprägt. Der Song sollte genau diese Stimmung vermitteln: Sobald der Film beginnt, weiß man, dass einen etwas Unterhaltsames erwartet. Das ist das Wichtigste an diesem Film – er macht einfach ungeniert Spaß.“

In Ricardo de Montreuils Drama „Mistura“ gerät das Leben einer Frau aus den Fugen, als sie durch den Verrat ihres Mannes aus der Welt der High Society verstoßen wird. Sie wendet sich Randgruppen zu und begibt sich auf eine Reise der Wandlung; mit einem gewagten kulinarischen Unterfangen stellt sie gesellschaftliche Normen infrage und definiert ihr Leben völlig neu.
„Als Regisseur Ricardo de Montreuil mir erstmals Standbilder vom Set von ,Mistura‘ zeigte, war ich sofort fasziniert. Die Bilder besaßen eine leuchtende, zeitlose Qualität, die an ein Meisterwerk mit Sophia Loren erinnerte – eine Rückkehr zu einer Art von exquisiter Filmkunst, wie ich sie seit Jahrzehnten nicht mehr gesehen hatte. Doch als ich den fertigen Film sah, entfaltete sich eine tiefere, emotional unmittelbarere Geschichte. Wir begleiten Norma, eine Frau aus privilegierten Verhältnissen, der plötzlich ihre Welt genommen wird; sie steht vor dem Nichts und ist von jener Elite-Gesellschaft isoliert, die einst ihr Leben bestimmt hatte. Ihre Reise ist geprägt von radikalem Wandel: Sie öffnet sich für Gemeinschaften, die zuvor keine Rolle für sie spielten, und fordert den Status quo durch ein gewagtes kulinarisches Projekt heraus, das schließlich ihre Seele neu definiert. Die größte Herausforderung bei der Komposition für ,Mistura‘ bestand darin, eine Klangsprache zu finden, die sowohl die äußere Schönheit von Normas Träumen als auch den inneren Kampf um ihr Überleben einfangen konnte“, berichtet Komponist Timothy Williams von der Arbeit an „Mistura“. „Die Musik musste einerseits so kultiviert wirken wie ihre Vergangenheit, andererseits aber auch so ungefiltert und rau wie ihre Gegenwart. Während Normas Themen oft durch elegante Klavier- und Streicherarrangements getragen werden, bildet die Figur des Oscar einen essenziellen Gegenpol. Um seine Welt musikalisch darzustellen, integrierte ich ein lebendiges ‚Street-Flair‘, bei dem der legendäre Alex Acuña am Schlagwerk mitwirkte. Seine rhythmischen Texturen bilden den Herzschlag der lokalen Kultur und fungieren als Katalysator, der Normas Entwicklung vorantreibt. Ganz im Sinne des Filmtitels ist auch die Filmmusik eine ‚Mistura‘ – eine bewusste Mischung. Wir verbanden klassische Strukturen mit traditionellen rhythmischen Wurzeln, um Normas Weg aus den Salons der High Society hinein in das pulsierende Herz der Gemeinschaft widerzuspiegeln.“ 
„Disclosure Day“ stellt die 30. Zusammenarbeit zwischen Regisseur Steven Spielberg und Maestro John Williams dar. Obwohl Williams dem Filmemacher vier andere Komponisten vorschlug, konnte sich Spielberg am Ende durchsetzen und den versierten Komponisten zu einem melodischen, sehr ruhigen Score zu dem Science-Fiction-Film überreden, der zwar etwas an Spielbergs Meisterwerk „Unheimliche Begegnung der dritten Art“ erinnert, sich aber in einem entscheidenden Punkt von „Disclosure Day“ unterscheidet.
„Die Filmmusik zu ,Unheimliche Begegnung der dritten Art‘ hat fast opernhaften Charakter, sie führt den Film an – sie ist dem Film gewissermaßen voraus“, meinte Spielberg in einem Interview. „Bei ,Disclosure Day‘ wollte ich hingegen, dass Johns Musik hinter dem Film steht, ihn gleichsam unterfüttert. Sie sollte den Film tragen, aber nicht zu sehr abheben lassen; sie sollte ihn lenken und stützen, sich aber niemals in den Vordergrund drängen.“

Playlist: 

01. John Powell - Fate of the Hidden World (How to Train Your Dragon - Isle of Berk) - 03:22 
02. Anthony Willis - Solitary Suite (Newborn) - 06:08 
03. Volker Bertelmann - Pressure Ending Credits (Pressure) - 06:22 
04. Dennis Dreith - Reunion and Loss (The War Between) - 03:27 
05. Christopher Young - St. Christopher #1 (Passenger) - 04:25 
06. Hans Zimmer - Rue Romance (Euphoria - Season 3) - 08:47 
07. Nick Cave & Warren Ellis - Shootout (Detective Hole) - 03:41 
08. Dickon Hinchliffe - Remarkable Bright Creatures (Remarkable Bright Creatures) - 03:04 
09. John Williams - Memory... (Disclosure Day) - 04:07 
10. Kris Bowers & Michael Dean Parsons - You Loved Me at My Worst (Spider-Noir) - 03:13 
11. Volker Bertelmann - Singing Together (La Bataille de Gaulle - L’Âge de fer) - 03:30 
12. Brian Tyler & Breton Vivian - Texas Train Station (Dutton Ranch - Season 1) - 03:22 
13. Arturo Cardelùs - Misericordia (Terra Alta) - 02:39 
14. Nick Foster & Sam Thompson - Landing (The Balloonists) - 04:01 
15. Max Aruj - She Needs You (Man on Fire) - 03:41 
16. Daniel Pemberton - Young Adam (Masters of the Universe) - 03:46 
17. Rupert Gregson-Williams - Crawl (Prisoner) - 03:48 
18. Paul Leonard-Morgan - Take Care of the Babies (Watson - Seasons 1 & 2) - 03:04 
19. Timothy Williams - If I Lost You (Mistura) - 04:10 
20. David Arnold - Jesus Is Confused (Good Omens 3) - 03:06 
21. Theodore Shapiro - Timeless (The Devils Wear Prada 2) - 04:03 
22. Siddhartha Khosla - She's Gone (Swapped) - 04:27 
23. Federico Jusid - A Message From Home (Star City) - 03:16 
24. Mike Forst - We Gotta Move (Seven Snipers) - 03:26 
25. Will Bates - Lonely Boy Absolved (Tuner) - 04:04 
26. Austin Wintory - Happy Birthday Little Buddy (SWAPMEAT) - 06:57
27. Randy Newman - Tech Boom (Toy Story 5) - 03:05
28. Jeff Russo - Citadel Redux [Broken] (Citadel - Season 2) - 08:04

Freitag, 15. Mai 2026

Playlist #449 vom 17.05.2026 - MARYSE ALBERTI Special

Hinter der Kamera geben nach wie vor Männer den Ton an. Während sich Frauen im Regiefach zumindest seit Kathryn Bigelows Oscar-Gewinn für „Tödliches Kommando“ allmählich zu etablieren beginnen und mit Jane Campion („Das Piano“, „The Power of the Dog“), Greta Gerwig („Lady Bird, „Barbie“), Chloé Zhao („The Rider“, „Nomadland“) und Sofia Coppola („Lost in Translation“, „The Virgin Suicides“) hervorragende Regisseurinnen hervorgebracht haben, sind prominente Kamerafrauen weitaus seltener zu finden. Neben Charlotte Bruus Christensen („Molly’s Game“, „Life“, „Fences“) und Ellen Kuras („Summer of Sam“, „Blow“, „Be Kind Rewind“) zählt die Französin Maryse Alberti seit ihrer Arbeit für Todd Haynes‘ „Velvet Goldmine“ (1998) zu den bekanntesten und produktivsten Kamerafrauen.

Maryse Alberti wurde am 10. März 1954 in Langon, Frankreich, geboren. Sie reiste im Alter von 19 Jahren 1973 nach New York City, um ein Konzert von Jimi Hendrix zu besuchen; erfuhr aber erst nach ihrer Ankunft von dessen Tod. Anstatt nach Frankreich zurückzukehren, reiste sie drei Jahre lang per Anhalter durch die USA, bevor sie sich schließlich in New York City niederließ, um zunächst als Au-pair zu arbeiten, bevor sie sich dem Filmgeschäft zuwandte, ohne aber eine Filmschule zu besuchen.
Alberti fand ihren ersten Zugang zur Filmbranche als Standfotografin für Pornofilme. Sie hatte bereits auf zahlreichen Filmsets gearbeitet und Kontakte innerhalb der Branche geknüpft, als es ihr 1982 gelang, die Filmemacher des kleinen Punk-Film-noirs „Vortex“ (1982) davon zu überzeugen, sie als Assistentin des Kameramanns einzusetzen. Zu diesem Zeitpunkt verfügte sie noch über keinerlei Kenntnisse der Filmproduktion und wurde daher vom Kameramann des Films, Steven Fierberg, angelernt.
Alberti begann ihre Laufbahn als Kamerafrau bei der Filmproduktionsfirma Apparatus, die von der Kurzfilmregisseurin Christine Vachon geleitet wurde. Der erste abendfüllende Dokumentarfilm, den sie fotografierte, war Stephanie Blacks „H-2 Worker“ (1990). Für diesen Film erhielt sie als Kamerafrau ihre erste Auszeichnung beim Sundance Film Festival. Ihre Karriere festigte sich endgültig, als sie für Todd Haynes’ kontroversen, pseudo-dokumentarischen Spielfilm „Poison“ (1991) engagiert wurde.
Besonders bekannt ist sie für ihre Arbeit an sowohl großen Spielfilmen als auch an kleineren 16-mm-Dokumentarfilmen – wobei eine Aaton-16-mm-Kamera zu ihren bevorzugten Arbeitsgeräten zählt.

„Ich begann meine Laufbahn als Assistent bei Low-Budget-Spielfilmen. Doch die Arbeit als Assistent bei Spielfilmen ist langweilig; alles ist rein technischer Natur, und man kann nicht einfach sagen: ‚Mir gefällt dieses Licht‘ oder ‚Mir gefällt jene Einstellung‘. Deshalb wechselte ich sehr schnell zum Dokumentarfilm. Dort sind die Teams so klein, dass man selbst für die Lichtsetzung verantwortlich sein kann, sich mit dem Regisseur austauschen kann und viel herumkommt. Als ich also selbst zu drehen begann, startete ich im Dokumentarfilmbereich – und nun möchte ich den Schritt hin zum Spielfilm wagen.“
Albertis
erster Film mit großem Budget war Haynes’ „Velvet Goldmine“ (1998), der über ein Budget von 8 Millionen US-Dollar verfügte. Dies war zugleich das erste Mal, dass sie mit einem eigenen Kameramann zusammenarbeitete.
Im Juni 2006 reiste Alberti nach Deutschland, um Teile der Fußball-Weltmeisterschaft zu filmen; diese Aufnahmen dienten als Szenen für Michael Apteds Fußballdokumentation „The Power of the Game“ (2007).
Zu ihren weiteren Arbeiten zählt Darren Aronofskys Wrestling-Drama „The Wrestler“ aus dem Jahr 2008, in dem Mickey Rourke die Hauptrolle spielte. Aronofsky engagierte Alberti aufgrund ihres Hintergrunds im Dokumentarfilm als Kamerafrau. Vor ihrer Arbeit an diesem Film besaß Alberti keinerlei Kenntnisse oder Erfahrungen im Bereich Wrestling; daher studierte sie den Sport, indem sie über einen gewissen Zeitraum hinweg jeden Samstagabend gemeinsam mit Mitgliedern der Filmcrew Wrestling-Kämpfe besuchte. Sie erklärte, dass die unmittelbare Beobachtung des Sports vor Ort äußerst hilfreich gewesen sei, um ein Gefühl für die Welt des Wrestlings zu entwickeln. Gemeinsam entschieden sich die Regie und sie für einen „naturalistischen Look“. Wichtige filmische Elemente, Stilmittel und Techniken – darunter das Bildformat 2,4:1 – wurden gemeinsam von Alberti und dem Regisseur festgelegt; das gewählte Format sollte es ermöglichen, den Wrestling-Ring, die Fans und die gesamte Arena einzufangen – Elemente, die beide als essenziell für die Darstellung des Sports erachteten. Zudem setzte Alberti für die Actionszenen eine Handkamera ein und drehte auf 16-mm-Material, um – wie sie in einem Interview mit dem MovieMaker anmerkte – „einen leicht körnigen, raueren Look zu erzielen“.
Alberti äußerte, dass ihre Stellung als Frau in einem männerdominierten Arbeitsfeld ihrer Karriere und ihrem Erfolg nicht im Wege gestanden habe. In einem Interview mit der Los Angeles Times erwähnte sie, dass Crew-Mitglieder sie zu Beginn ihrer Laufbahn gelegentlich damit aufzogen, eine zierliche Frau zu sein, die eine körperlich anspruchsvolle Arbeit verrichtete. Darauf entgegnete sie stets: „Die kleine Dame trägt nicht die großen Scheinwerfer. Sie zeigt nur darauf – und die großen Kerle tragen die Lichter.“
Zu den größeren Produktionen in den vergangenen zehn Jahren zählte M. Night Shyamalans Horrorfilm „The Visit“ (2015), Peter Solletts Drama „Freeheld“, das Boxer-Drama „Creed“ (alle 2015), die Spielfilme „Verborgene Schönheit“ (2016), „Das Alibi – Spiel der Macht“ (2017), Ron Howards „Hillbilly-Elegie“ (2020) und Denzel Washingtons „A Journal For Jordan“ (2021), die Mini-Serien „The Andy Warhol Diaries“ und „Inventing Anna“ (beide 2022) sowie das Dokudrama „Krieg der Bestatter“ (2023) mit Tommy Lee Jones und Jamie Foxx in den Hauptrollen.
Filmografie:
1984: Femme
1990: The Golden Boat
1991: Poison
1992: Zebrahead
1992: Zwischenfall in Oglala (Incident at Oglala, Dokumentarfilm)
1993: Der flämische Meister (The Dutch Master, Kurzfilm)
1993: Deadfall
1994: Berge versetzen (Moving the Mountain, Dokumentarfilm)
1994: Crumb (Dokumentarfilm)
1996: When We Were Kings (Dokumentarfilm)
1997: Tod einer Stripperin (Stag)
1998: Happiness
1998: Velvet Goldmine
2000: Joe Goulds Geheimnis (Joe Gould's Secret)
2000: Twilight: Los Angeles
2001: Ran an die Braut (Get Over It)
2001: Tape
2002: The Guys
2004: Wir leben nicht mehr hier (We Don’t Live Here Anymore)
2005: Enron: The Smartest Guys in the Room (Dokumentarfilm)
2007: Taxi zur Hölle (Taxi to the Dark Side, Dokumentarfilm)
2008: News Movie (The Onion Movie)
2008: Gonzo: The Life and Work of Dr. Hunter S. Thompson (Dokumentarfilm)
2008: The Wrestler – Ruhm, Liebe, Schmerz (The Wrestler)
2010: Stone
2010: Client 9: The Rise and Fall of Eliot Spitzer (Dokumentarfilm)
2012: Love, Marilyn (Dokumentarfilm)
2012: West of Memphis (Dokumentarfilm)
2013: We Steal Secrets: Die WikiLeaks Geschichte (We Steal Secrets: The Story of WikiLeaks, Dokumentarfilm)
2013: The Eagles – Himmel und Hölle Kaliforniens (History of the Eagles, Dokumentarfilm)
2014: Mr. Dynamite: The Rise of James Brown (Dolumentarfilm)
2015: The Visit
2015: Freeheld – Jede Liebe ist gleich (Freeheld)
2015: Creed – Rocky’s Legacy (Creed)
2016: Verborgene Schönheit (Collateral Beauty)
2017: Das Alibi – Spiel der Macht (Chappaquiddick)
2018: Mein Dinner mit Hervé (My Dinner with Hervé)
2019: The Kitchen – Queens of Crime (The Kitchen)
2020: Hillbilly-Elegie (Hillbilly Elegy)
2021: A Journal for Jordan
2022: The Andy Warhol Diaries (Mini-Serie)
2022: Inventing Anna (Mini-Serie)
2022: Jerry und Marge – Die Lottoprofis (Jerry & Marge Go Large)
2023: Krieg der Bestatter (The Burial)

Playlist:

01. Kris Bowers & Pierre Charles - Who Are You? (Inventing Anna) - 03:18 
02. Carter Burwell - Velvet Spacetime (Velvet Goldmine) - 04:06 
03. Mychael Danna - Follow Me (The Guys) - 04:02 
04. Clint Mansell - The Wrestler Music 1 (The Wrestler) - 04:45 
05. Nick Cave & Warren Ellis - 1994 (West of Memphis) - 05:44 
06. Fall On Your Sword - Washington DC (We Steal Secrets: The Story of WikiLeaks) - 03:07 
07. Garth Stevenson - Drown (Chappaquiddick) - 04:27 
08. Hans Zimmer & David Fleming - Old Wounds (Hillbilly Elegy) - 05:44 
09. Ludwig Göransson - If I Fight, You Fight (Creed) - 04:54 
10. Theodore Shapiro - Whit and Amy/Time Visit #2 (Collateral Beauty) - 03:04 
11. Marcelo Zarvos - Closing (A Journal For Jordan) - 06:08 
12. Michael Abels - Quodlibet - Jesu Joy of Man's Desiring (The Burial) - 03:45 
13. Theodore Shapiro - Boardroom (Collateral Beauty) - 04:53 
14. Fall On Your Sword - First Release (We Steal Secrets: The Story of WikiLeaks) - 03:40 
15. Hans Zimmer & Johnny Marr - Can't Leave Her (Freeheld) - 07:18 
16. Marcelo Zarvos - Love (A Journal For Jordan) - 06:02 
17. Mychael Danna - Are You OK? (The Guys) - 04:04 
18. Theodore Shapiro - Olivia (Collateral Beauty) - 05:43 
19. Kris Bowers & Pierre Charles - Always Beyond Us (Inventing Anna) - 03:29 
20. Nick Cave & Warren Ellis - Scene of the Crime (West of Memphis) - 05:30 
21. Hans Zimmer & David Fleming - Transformation (Hillbilly Elegy) - 04:57 
22. Clint Mansell - The Wrestler Music 2 (The Wrestler) - 03:57 
23. Marcelo Zarvos - Charles' Story (A Journal For Jordan) - 08:07 
24. Garth Stevenson - Senator (Chappaquiddick) - 09:27

Mittwoch, 1. April 2026

Playlist #446 vom 05.04.2026 - WINONA RYDER Special

In den 1990er Jahren erlebte Winona Ryder mit Rollen in Tim Burtons „Edward mit den Scherenhänden“, Francis Ford Coppolas „Bram Stokers Dracula“, Bille Augusts „Das Geisterhaus“, Jim Jarmuschs „Night On Earth“ und Martin Scorseses „Zeit der Unschuld“ größten Erfolge. Sie hat es allerdings geschafft, bis heute immer wieder in von Kritikern und Publikum gefeierten Filmen und Serien mitzuwirken, zuletzt in Tim Burtons „Beetlejuice Beetlejuice“ und in der Serie „Stranger Things“. In der heutigen Sendung könnt ihr euch auf Musik von Danny Elfman, Thomas Newman, Hans Zimmer, Clint Mansell, Mychael Danna, Elmer Bernstein, Christopher Young und Carter Burwell freuen.
Als Tochter zweier Hippies wuchs die am 29. Oktober 1971 in Winona, Minnesota, geborene Winona Laura Horowitz ab 1978 in einer Kommune in der Nähe von Mendocino in Kalifornien auf. Als die Familie 1981 ins kalifornische Petaluma umzog, besuchte Winona zunächst eine private Schule, weil sie in der staatlichen Schule als Außenseiterin galt, und später die Schauspielschule des American Conservatory Theater.
1985 bewarb sie sich mit einem Video, auf dem sie einen Monolog aus dem Buch „Franny und Zooey“ von J. D. Salinger vortrug, um eine Rolle in dem Film „Desert Bloom“ zu erhalten. Obwohl die Wahl der Besetzung auf ihre Kollegin Annabeth Gish fiel, erkannte der Regisseur und Autor David Seltzer ihr Talent und besetzte sie als Rina in seinem Film „Lucas“ (1986) über einen Teenager (Corey Haim) und sein Leben an der High School. Als sie entscheiden sollte, unter welchem Namen sie im Abspann genannt werden wollte, fiel ihre Wahl auf Ryder als Künstlername, weil im Hintergrund des Abspanns ein Lied von Mitch Ryder gespielt wurde.
Nachdem sie auch in „Square Dance – Wiedersehen in Texas“ (1987) überzeugen konnte, besetzte Tim Burton sie in seinem Film „Beetlejuice“ (1988), weil ihm ihre Performance in „Lucas“ gefiel.
1989 spielte sie die Hauptrolle der Veronica Sawyer in dem Independent-Film „Heathers“. Der Film handelt von einem Pärchen, das populäre Schülerinnen umbringt. Der Film war allerdings ebenso ein finanzieller Misserfolg wie das Biopic „Great Balls of Fire – Jerry Lee Lewis – Ein Leben für den Rock’n’Roll“ (1989). Im selben Jahr trat Ryder in Mojo Nixons Musikvideo „Debbie Gibson Is Pregnant with My Two-Headed Love Child“ auf. 
Anfang der 1990er Jahre nahm Ryders Karriere ordentlich an Fahrt auf. In Tim Burtons erfolgreicher Fantasy-Märchen „Edward mit den Scherenhänden“ (1990) an der Seite ihres späteren Lebensgefährten Johnny Depp und Horror-Ikone Vincent Price in seiner letzten Rolle überzeugte sie ebenso wie in der ebenfalls 1990 im Kino angelaufenen Familienkomödie „Meerjungfrauen küssen besser“ mit Cher und Christina Ricci, in Jim Jarmuschs Episoden-Kulthit „Night on Earth“ (1991) und in Francis Ford Coppolas bildgewaltigen Adaption von „Bram Stokers Dracula“ (1992), in der sie sowohl als Mina Murray als auch Elisabeta zu sehen war. Es folgte die Verfilmung von Isabel Allendes Bestseller „Das Geisterhaus“ (1993) mit Antonio Banderas, Meryl Streep und Glenn Close, Martin Scorseses Adaption von Edith Whartons Roman „Zeit der Unschuld“ mit Michelle Pfeiffer und Daniel Day-Lewis. Ihre Rolle brachte ihr einen Golden Globe als beste Nebendarstellerin sowie eine Oscar-Nominierung ein.
Nach ihrer Rolle in Ben Stillers Komödie „Reality Bites – Voll das Leben“ (1994) erhielt sie im selben Jahr eine weitere Oscar-Nominierung für ihre Rolle als Jo in dem Drama „Betty und ihre Schwestern“.
1996 spielte sie neben Daniel Day-Lewis und Joan Allen die Hauptrolle in „Hexenjagd“, einer Adaption von Arthur Millers Bühnenstück über die puritanische Hexenverfolgung in Salem. Ein Jahr später verkörperte sie einen Androiden in dem erfolgreichen Horrorfilm „Alien – Die Wiedergeburt“ (1997) an der Seite von Sigourney Weavers Ripley. 1998 war sie in Woody AllensCelebrity – Schön. Reich. Berühmt.“ zu sehen, nachdem Drew Barrymore die Rolle abgelehnt hatte. 
1999 spielte sie im Drama „Durchgeknallt“ eine Psychiatriepatientin mit Borderline-Syndrom, basierend auf Susanna Kaysens autobiografischem Roman. Der Film wurde zum Durchbruch für ihre Kollegin Angelina Jolie, die mit einem Oscar ausgezeichnet wurde.
Im folgenden Jahr trat sie neben Richard Gere in „Es begann im September“ auf, einer Romanze über die Liebe eines älteren Mannes zu einer jüngeren Frau. Außerdem hatte sie einen Gastauftritt in der Komödie „Zoolander“ (2000). Im Oktober 2000 erhielt Ryder den Stern mit der Nummer 2165 auf dem Hollywood Walk of Fame.
2002 wurde die Komödie „Mr. Deeds“ (mit Adam Sandler) ihr bislang größter finanzieller Erfolg, fiel aber bei den Kritikern durch.
Nachdem sie 2002 wegen wiederholten Ladendiebstahls von Kleidern im Wert von 5000 US-Dollar zu einer Bewährungszeit von drei Jahren und einer Arbeitsauflage von 480 Stunden verurteilt worden war, zog sich Winona Ryder aus der Öffentlichkeit zurück und kehrte erst ab 2006 wieder vermehrt auf die Leinwand zurück. So war sie in Verfilmung von Philip K. Dicks Roman „A Scanner Darkly“ an der Seite von Keanu Reeves, Robert Downey Jr. und Woody Harrelson zu sehen, dann in J.J. Abrams„Star Trek“ (2009). Sie trat zudem an der Seite von Robin Wright und Julianne Moore in Rebecca MillersPippa Lee“ (2009) auf, außerdem neben Natalie Portman und Mila Kunis in Darren AronofskysBlack Swan“ (2010). Darüber hinaus spielte sie die Hauptrolle in dem Fernsehfilm „When Love Is Not Enough: The Lois Wilson Story“, was ihr Nominierungen für den Satellite Award und den Screen Actors Guild Award einbrachte.
2011 war sie an der Seite von Vince Vaughn, Kevin James und Jennifer Connelly in der Komödie „Dickste Freunde“ zu sehen. Danach spielte sie in den Thrillern „The Iceman“ (2012) und „The Letter“ (2012). In Tim BurtonsFrankenweenie“ (2012) lieh sie der Figur Elsa Van Helsing ihre Stimme. In der Netflix-Serie „Stranger Things“ verkörperte sie von 2016 bis 2025 die Hauptfigur Joyce Byers. 2023 spielt Ryder in Disneys „Haunted Mansion“ eine genervte Museumsführerin.
2024 kehrte sie in Tim Burtons Sequel „Beetlejuice Beetlejuice“ in der Rolle der inzwischen erwachsenen Lydia Deetz zurück, die 36 Jahre nach der verhinderten Hochzeit mit dem Bio-Exorzisten Beetlejuice noch immer von Visionen gepeinigt wird.

Filmografie:

1986: Lucas
1987: Square Dance
1987: AIDS Video Project (Dokumentarfilm)
1988: Beetlejuice
1988: Die Generation von 1969 (1969)
1988: Heathers
1989: Great Balls of Fire – Jerry Lee Lewis – Ein Leben für den Rock’n’Roll (Great Balls of Fire!)
1990: Ein Mädchen namens Dinky (Welcome Home, Roxy Carmichael)
1990: Edward mit den Scherenhänden (Edward Scissorhands)
1990: Meerjungfrauen küssen besser (Mermaids)
1991: Night on Earth
1992: Bram Stoker’s Dracula (Dracula)
1993: Zeit der Unschuld (The Age of Innocence)
1993: Das Geisterhaus (The House of the Spirits)
1994: Reality Bites – Voll das Leben (Reality Bites)
1994: Die Simpsons (The Simpsons, Fernsehserie, Folge 6x02 Lisas Rivalin, Stimme)
1994: Betty und ihre Schwestern (Little Women)
1995: Ein amerikanischer Quilt (How to Make an American Quilt)
1996: Run Off (Boys)
1996: Al Pacino’s Looking for Richard (Looking for Richard)
1996: Hexenjagd (The Crucible)
1997: Alien – Die Wiedergeburt (Alien: Resurrection)
1998: Celebrity – Schön. Reich. Berühmt. (Celebrity)
1999: Durchgeknallt (Girl, Interrupted)
2000: Es begann im September (Autumn in New York)
2000: Lost Souls – Verlorene Seelen (Lost Souls)
2000: Strangers with Candy (Fernsehserie, Folge 3x10 Die letzte Versuchung der Jerri Blank)
2001: Zoolander
2001: Friends (Fernsehserie)
2002: Mr. Deeds
2002: S1m0ne
2004: Das Herz ist eine hinterlistige Person (The Heart Is Deceitful Above All Things)
2006: The Darwin Awards
2006: A Scanner Darkly – Der dunkle Schirm (A Scanner Darkly)
2007: Das 10 Gebote Movie (The Ten)
2007: Sex and Death 101
2007: Welcome (Kurzfilm)
2008: The Last Word
2009: The Informers
2009: Water Pills (Kurzfilm)
2009: Stay Cool – Feuer & Flamme (Stay Cool)
2009: Star Trek
2009: Pippa Lee (The Private Lives of Pippa Lee)
2010: When Love Is Not Enough: The Lois Wilson Story (Fernsehfilm)
2010: Black Swan
2011: Dickste Freunde (The Dilemma)
2012: The Iceman
2012: The Letter
2012: Frankenweenie (Stimme)
2013: Homefront
2013–2014: Drunk History (Fernsehserie, 2 Folgen)
2014: Die Verschwörung – Tödliche Geschäfte (Turks & Caicos)
2015: Experimenter
2015: Show Me a Hero (Miniserie, 4 Folgen)
2016–2025: Stranger Things (Fernsehserie, 41 Folgen)
2018: Destination Wedding
2020: The Plot Against America (Miniserie, 6 Folgen)
2020: Sarah Cooper: Everything’s Fine
2022: Gone in the Night
2023: Geistervilla (Haunted Mansion)
2024: Beetlejuice Beetlejuice

Playlist: 

01. Jan A.P. Kaczmarek - Lost Souls (Lost Souls) - 02:54 
02. Dave Grusin - Main Title (Lucas) - 02:43 
03. David Newman - Petition Montage (Heathers) - 02:29 
04. Danny Elfman - Main Titles/End Titles (Beetlejuice) - 03:43 
05. Danny Elfman - The End (Edward Scissorhands) - 04:47 
06. Thomas Newman - This Was My Intention (Welcome Home, Roxy Carmichael) - 02:29 
07. Thomas Newman - Under the Umbrella (Little Women) - 03:41 
08. Thomas Newman - An American Quilt (How to Make An American Quilt) - 03:37 
09. Wojciech Kilar - Vampire Hunters (Bram Stoker's Dracula) - 03:07 
10. Hans Zimmer - Pedro and Blanca (Das Geisterhaus) - 09:47 
11. Gabriel Yared - Autumn Forever (Autumn In New York) - 03:39 
12. Mychael Danna - Driving In the Rain (Girl, Interrupted) - 03:20 
13. Elmer Bernstein - First Visit (The Age of Innocence) - 04:50 
14. George Fenton - Taking Elizabeth (The Crucible) - 03:03 
15. Kyle Dixon & Michael Stein - Hawkins (Stranger Things Vol. 1) - 05:00 
16. David Arnold - Cemetary Hand-Model (Zoolander) - 05:24 
17. Carter Burwell - Virtually Forever (S1M0NE) - 03:30 
18. Christopher Young - Dysfunctional Everything (The Informers) - 03:09 
19. William Ross - Afterlife Part 2 (Destination Wedding) - 03:46 
20. Graham Reynolds - Strawberry Pie (A Scanner Darkly) - 04:04 
21. Michael Giacchino - Nice to Meld You (Star Trek) - 03:13 
22. Clint Mansell - A Swan Song (Black Swan) - 06:23 
23. Mark Mancina - Haunted Mansion Opening Title (Haunted Mansion) - 03:59 
24. Danny Elfman - The Attic (Beetlejuice Beetlejuice) - 03:21 
25. John Frizzell - The Abduction (Alien: Resurrection) - 03:49 
26. Wojciech Kilar - Dracula - The Beginning (Bram Stoker's Dracula) - 08:54 
27. Hans Zimmer - The House of the Spirits (Das Geisterhaus) - 10:06

Sonntag, 22. März 2026

Playlist #445 vom 22.03.2026 - PETER WEIR Special

Mit sechs Oscar-Nominierungen für seine Arbeiten an Filmen wie „Der Club der toten Dichter“, „Die Truman Show“ und „Der einzige Zeuge“ zählt Peter Weir zu den prominentesten australischen Filmemachern und wurde 2022 verdientermaßen mit einem Ehrenoscar für sein Lebenswerk ausgezeichnet. Da lag sein letzter Film „The Way Back“ (2010) bereits zwölf Jahre zurück. Grund genug, Peter Weir mit einer Retrospektive zu ehren. Schließlich hat er auch bei der Auswahl der Musik für seine Filme stets ein gutes Händchen bewiesen. In dieser Sendung gibt es neben der original für seine Werke komponierten Musik von Bruce Smeaton, Maurice Jarre, Iva Davis, Christopher Gordon, Hans Zimmer und Burkhard Dallwitz auch verwendete Tracks von Vangelis, Jean Michel Jarre, Philip Glass, Tomaso Albinoni, Beethoven und Mozart zu hören. 
Peter Weir wurde am 21. August 1944 in Sydney geboren und besuchte das Scots College und die Vaucluse Boys High School, bevor er an der Universität Sydney Kunst und Jura studierte. Sein Interesse am Film wurde durch die Begegnung mit Kommilitonen geweckt, darunter Phillip Noyce und die späteren Mitglieder des Sydneyer Filmkollektivs Ubu Films.
Nach seinem Universitätsabschluss Mitte der 1960er Jahre begann er beim Sydneyer Fernsehsender ATN-7 als Produktionsassistent für die bahnbrechende satirische Comedy-Sendung „The Mavis Bramston Show“. Während dieser Zeit drehte Weir mit den Einrichtungen des Senders seine ersten beiden experimentellen Kurzfilme „Count Vim's Last Exercise“ und „The Life and Flight of Reverend Buck Shotte“.
Bei der Commonwealth Film Unit drehte Weir mehrere Dokumentarfilme sowie einen Spielfilm.
Mit dem Kurzfilm „Three Directions in Australian Pop Music“ (1972) fasste Weir Konzertaufnahmen von drei der bedeutendsten Rockbands aus Melbourne jener Zeit zusammen: Spectrum, The Captain Matchbox Whoopee Band und Wendy Saddington. Weirs letzte größere Arbeit für die CFU befasste sich mit einem benachteiligten Vorort von Sydney, „Whatever Happened to Green Valley“ (1973). Dabei wurden die Bewohner eingeladen, eigene Filmsequenzen zu drehen.
Weirs erster großer Independentfilm war der Kurzfilm „Homesdale“ (1971), eine schräge schwarze Komödie. Für seinen nächsten, ersten abendfüllenden Spielfilm ließ sich Weir von einem Pressebericht inspirieren, den Weir über zwei junge Engländerinnen gelesen hatte, die während einer Autoreise in Frankreich verschwunden waren. „Die Autos, die Paris auffraßen“ (1974) war eine Low-Budget-Komödie um eine Stadt, die ihre Existenz der fragwürdigen, doch allgemein anerkannten Praxis verdankt, verunglückte Autos und ihre Insassen auszuschlachten, und überzeugte weniger durch komplex gezeichnete Figuren und einen dramatischen Plot, sondern durch ihre außergewöhnliche Ausgangsidee einer zutiefst amoralischen Gesellschaft, die ungeniert Gewinn aus dem Schaden anderer Leute zieht, und Peter Weirs ausdrucksstarke Bildsprache.
Der Film war in den Kinos nur mäßig erfolgreich, erfreute sich aber großer Beliebtheit in den damals florierenden Autokinos.
Mit diesem Film, zusammen mit dem früheren „Homesdale“, etablierte Weir das thematische Grundmuster, das sein gesamtes Schaffen prägte: Fast alle seine Spielfilme handeln von Menschen, die in eine Krise geraten, nachdem sie auf die eine oder andere Weise von der Gesellschaft isoliert wurden – sei es physisch („Der einzige Zeuge“, „Mosquito Coast“, „Die Truman Show“, „Master and Commander“), sozial/kulturell („Picknick am Hanging Rock“, „Die letzte Flut“, „Der Club der toten Dichter“, „Green Card“) oder psychisch („Fearless“).
Weirs großer Durchbruch in Australien und international gelang ihm mit dem opulenten, atmosphärischen Historienfilm „Picknick am Valentinstag“ (1975), der mit erheblicher Unterstützung der staatlich geförderten South Australian Film Corporation entstand und in Südaustralien und im ländlichen Victoria gedreht wurde. Basierend auf dem Roman von Joan Lindsay und angesiedelt um die Jahrhundertwende, erzählt der Film die angeblich wahre Geschichte einer Gruppe Schülerinnen eines exklusiven Mädcheninternats, die am Valentinstag 1900 auf mysteriöse Weise während eines Schulausflugs verschwinden. Der Film gilt weithin als Schlüsselwerk der australischen Filmrenaissance Mitte der 1970er-Jahre und war der erste australische Film seiner Zeit, der sowohl von der Kritik gefeiert als auch international in den Kinos gezeigt wurde.
Bereits im Prolog vermittelt Peter Weir seinem Publikum die Botschaft, dass bei einem Picknick am Valentinstag einige Mädchen spurlos verschwunden sind. Und trotzdem entfaltet die Geschichte eine Sogwirkung, die einfach grandios inszeniert ist. Die hypnotisch-flirrenden Bilder von Kameramann Russell Boyd („Forever Young“, „Master & Commander“) gehen mit den mystischen Panflötenklängen von Gheorghe Zamfir und dem verträumten Piano-Score von Bruce Smeaton eine stimmige Symbiose ein, die das Verschwinden der Mädchen wirklich zu einem übernatürlichen Ereignis werden lässt. Interessant kreiert Weir aber auch die Gegensätze zwischen der wilden, unberechenbaren Natur und den strengen Regeln in einem viktorianischen Mädcheninternat. Während die Frage nach dem Verbleib der Mädchen unbeantwortet bleibt, sind die darauffolgenden Ereignisse im Internat nur allzu vorhersehbar. Peter Weir gelingt es, die Geschehnisse hier und dort eindringlich miteinander zu verbinden.
Weirs nächster Film „Die letzte Flut“ (1977) war ein übernatürlicher Thriller über einen Mann, der von furchterregenden Visionen einer drohenden Naturkatastrophe heimgesucht wird. Der Film mit dem amerikanischen Schauspieler Richard Chamberlain in der Hauptrolle, der dem australischen und internationalen Publikum als Titelheld der beliebten Fernsehserie „Dr. Kildare“ bestens bekannt war, erzählt die Geschichte von Dr. Kildare. „Die letzte Flut“ war ein nachdenkliches, ambivalentes Werk, das die Themen von „Picknick am Valentinstag“ aufgriff und die Interaktionen zwischen der Kultur der Aborigines und der europäischen Kultur erforschte.
In erster Linie als Justizdrama ausgelegt, verlagert sich der Film zunehmend auf die Frage, inwieweit der weiße Anwalt auch die Gabe der Prophezeiung besitzt. Peter Weir hat die Problematik des Zusammenlebens zwischen den beiden Gesellschaftsformen ebenso subtil thematisiert wie die bedrohlichen Naturphänomene in Form von sintflutartigen Regenfällen, Hagelschauern und anderen typisch apokalyptischen Zeichen, wobei Richard Chamberlain überzeugend den skeptischen Beobachter darstellt.
Zwischen „Die letzte Flut“ und seinem nächsten Spielfilm schrieb und inszenierte Weir den ungewöhnlichen Low-Budget-Fernsehfilm „Wenn der Klempner kommt“ (1979). In den Hauptrollen waren die australischen Schauspieler Judy Morris und Ivar Kants zu sehen; die Dreharbeiten dauerten nur drei Wochen. Inspiriert von einer Erzählung von Freunden, ist es eine schwarze Komödie über eine Frau, deren Leben durch einen subtil bedrohlichen Klempner aus den Fugen gerät.
Mit seinem nächsten Film, dem historischen Abenteuerdrama „Gallipoli“ (1981), landete Weir einen großen australischen Erfolg und erntete weiteres internationales Lob. Das Drehbuch stammte vom australischen Dramatiker David Williamson; der Film gilt als Klassiker des australischen Kinos und trug maßgeblich dazu bei, Mel Gibson („Mad Max“) zum Superstar zu machen.
Peter Weir inszeniert den Großteil seines Dramas als ausgelassenen Abenteuerfilm, indem sich die Freunde, die sich freiwillig für den Einsatz australischer und neuseeländischer Truppen im Kampf gegen die mit den Nazis verbündeten Türken gemeldet haben, selbst bei ihren ersten Übungen in Ägypten noch lachend in die Arme fallen. Doch je näher die Geschosse der Türken an ihrem Gefechtsstand einschlagen, desto mehr wird ihnen der tödliche Ernst der Lage bewusst. Weir schürt ihr bewusst Ressentiments gegen die britischen Offiziere, die die australischen Truppen rücksichtslos gegen die gut in den Stellungen liegenden Türken verheizen. Auch wenn Weir damit über das Ziel hinausschießen mag, ist ihm mit „Gallipoli“ ein eindringliches Drama über eine Männerfreundschaft und die Sinnlosigkeit des Krieges gelungen, das zudem mit Jean-Michel Jarres Musik aus „Oxygene“ und das Tomaso Albinoni zugeschriebene „Adagio in g-Moll“ interessant vertont worden ist.
Der Höhepunkt von Weirs früher Karriere war die 6 Millionen Dollar teure multinationale Produktion „Ein Jahr in der Hölle“ (1982), in der erneut Gibson die Hauptrolle spielte, diesmal an der Seite von Hollywood-Star Sigourney Weaver. Der Film erzählt eine Geschichte über journalistische Loyalität, Idealismus, Liebe und Ehrgeiz im turbulenten Indonesien Sukarnos im Jahr 1965. Es handelte sich um eine Adaption des Romans von Christopher Koch, der teilweise auf den Erlebnissen von Kochs Bruder Philip, dem Journalisten Philip, beruhte. Philip war Jakarta-Korrespondent der ABC und einer der wenigen westlichen Journalisten in der Stadt während des Putschversuchs von 1965. Der Film brachte Linda Hunt (die im Film einen Mann spielte) einen Oscar als Beste Nebendarstellerin ein.
Der Film konzentriert sich nicht nur auf die romantische Beziehung, die sich zwischen dem Reporter und der Botschaftsangestellten anbahnt, sondern vor allem auf die Rolle, in der sich Hamilton selbst in dem ausbrechenden Bürgerkrieg sieht, ob er bereit ist, größere Opfer zu bringen, als es beispielsweise seine Kollegen tun, die sich allein auf die Berichterstattung aus sicherer Entfernung und diverse Ablenkungen beschränken. Allzu tief dringt das Drama dabei freilich nicht in die politischen Dimensionen des Bürgerkriegs ein. Vielmehr thematisiert Weir den immerwährenden universalen Konflikt zwischen (gesellschafts-)politischen Ereignissen und der Berichterstattung darüber.
Weirs erster amerikanischer Film war der erfolgreiche Thriller „Der einzige Zeuge“ (1985), der erste von zwei Filmen, die er mit Harrison Ford drehte. Er handelt von einem Jungen, der Zeuge des Mordes an einem verdeckten Polizisten durch korrupte Kollegen wird und sich daraufhin in seiner Amischen Gemeinde verstecken muss, um ihn zu schützen. Weir führte Regie bei Fords einziger Performance, die ihm eine Oscar-Nominierung einbrachte, während auch Kinderstar Lukas Haas für sein Filmdebüt viel Lob erhielt. „Der einzige Zeuge“ brachte Weir zudem seine erste Oscar-Nominierung als Bester Regisseur ein und war der erste von mehreren Filmen, die für den Oscar als Bester Film nominiert wurden – später gewann er zwei Oscars für den Besten Schnitt und das Beste Originaldrehbuch.
Es folgte der düsterere, weniger kommerzielle Film „Mosquito Coast“ (1986) nach einem Drehbuch von Paul Schrader („Taxi Driver“, „Katzenmenschen“), basierend auf Paul Theroux’ Roman.
„Mosquito Coast“ zeigt zunächst eine US-amerikanische Welt auf, die typisch für die westliche Zivilisation ist, eine Welt, in der Waren möglichst billig aus dem fernen Osten importiert werden und das Wohl des Einzelnen über dem der Gemeinschaft steht. Dass Allie Fox, dessen Erfindungen nur müde belächelt werden, weil sie keinen schnellen ökonomischen Nutzen bieten, dieser kapitalistischen Welt entfliehen möchte, lässt sich durchaus nachvollziehen. Interessant ist, dass er dieses Vorhaben so radikal und ohne Rücksicht auf die Bedürfnisse seiner Familie umsetzt und im tiefsten Dschungel den Eingeborenen das Leben noch luxuriöser bereiten möchte. Das verläuft natürlich nicht nach Plan, denn zum einen bekommt es Allie mit dem missionarischen Eifer eines Weißen zu tun, zum anderen mit rücksichtslosen Guerilla-Kämpfern, die Allies Errungenschaften drohen zunichtezumachen. Spätestens durch die Konfrontation mit dem Unwägbaren kippt die Stimmung, und Allie wird zum schwer erträglichen Tyrannen, unter dem vor allem seine Familie zu leiden hat. Weirs Fähigkeit und Faible, Eskapismus, Esoterik und Naturverbundenheit mit psychologischem Schrecken zu verbinden, wie er es in seinen in den 1970er Jahre entstandenen Filmen zum Ausdruck brachte, kommt auch in „Mosquito Coast“ zum Tragen.
Harrison Ford überzeugt dabei als leidenschaftlicher Kämpfer für die gute Sache, der allerdings über das Ziel hinausschießt, und die Konzentration auf die Dialoge, mit denen die Konflikte ausgetragen werden, machen „Mosquito Coast“ nicht gerade zugänglich. Doch als Drama, das den Kontrast zwischen Naturvölkern und vermeintlich fortschrittlichen Zivilisten zuspitzt, funktioniert der Film wunderbar.
Weirs nächster Film „Der Club der toten Dichter“ (1989) war ein internationaler Erfolg und präsentierte Robin Williams in der ungewohnten Rolle eines inspirierenden Lehrers in einer dramatischen Geschichte über Konformität und Rebellion an einem exklusiven Internat in Neuengland in den 1950er-Jahren. Der Film wurde für vier Oscars nominiert, darunter für den besten Film und die beste Regie. Er gewann den Oscar für das Beste Originaldrehbuch und verhalf den jungen Schauspielern Ethan Hawke und Robert Sean Leonard zum Durchbruch.
„Ich ging in die Wälder, denn ich wollte wohl überlegt leben. Intensiv leben wollte ich, das Mark des Lebens in mich aufsaugen, um alles auszurotten, was nicht lebend war. Damit ich nicht in der Todesstunde inne würde, dass ich gar nicht gelebt hatte.“ Diese Zeilen aus Henry David Thoreaus (1817–1862) Buch „Walden oder Leben in den Wäldern“ steht als Leitspruch für Peter Weirs „Der Club der toten Dichter“, der wunderbar aufzeigt, wie schwierig es ist, sich mit einer eigenen Persönlichkeit von der Masse abzuheben und ein Leben ganz nach seiner eigenen Bestimmung zu führen. Dabei bietet das Drama alles auf, was zur intellektuellen wie seelischen Ertüchtigung notwendig ist. Das fängt mit dem restriktiven, rückwärtsgewandten Internat an, das alles versucht, um die jungen Männer nach konservativen Werten und Tugenden zu formen, und Abweichungen von der Norm hart bestraft. Es genügt ein aufmerksamer, engagierter Freigeist im Lehrkörper, um die starren Bahnen des Lehrstoffs aufzubrechen und das individuelle Potenzial seiner Schüler freizulegen und zu fördern. Das gelingt bei den selbstbewussten Neil und Knox nahezu augenblicklich, bei dem schüchternen Todd braucht es schon stete Ermunterung, bis auch er aus dem Schatten seines Bruders, der zu den besten Absolventen von Welton gehört, heraustreten und für sich selbst sprechen kann. Das Oscar-prämierte Drehbuch von Tom Schulman wartet mit einer Menge stimulierender Gedichte der großen Romantiker auf, lässt den „Club der toten Dichter“ zu einer eingeschworenen Gemeinschaft werden und darf als Plädoyer für eine Ausbildung jenseits konventioneller Lehranstalten verstanden werden, um die Persönlichkeit zu formen. Auch wenn hier etwas oberflächlich in Schweißweiß-Kategorien gedacht wird, fasziniert Weirs Drama als Hommage an die großen romantischen Dichter und die Kraft der Poesie. Das ist wunderbar fotografiert und adäquat mit dem fesselnden Score von Maurice Jarre („Fearless – Jenseits der Angst“, „Lawrence von Arabien“) untermalt.

Weirs „Green Card“ (1990) brachte ihm für sein Original-Drehbuch eine Oscar-Nominierung ein und präsentiert eine an sich klassische RomCom vor einem ungewöhnlichen Hintergrund und spielt mit seinem Humor ganz auf die kulturellen, aber auch persönlichen Unterschiede zwischen seinen beiden Protagonisten ab. Während Gérard Depardieu („Camille Claudel“, „Cyrano De Bergerac“) in seiner ersten Hollywood-Arbeit sich sichtlich wohl in der Rolle des temperamentvollen Franzosen fühlt, verleiht Andie MacDowell („… und täglich grüßt das Murmeltier“, „Vier Hochzeiten und ein Todesfall“) ihrer spröden Figur die nötige Portion sinnlichen Charme, um sie für Georges attraktiv zu machen und auch das Publikum für sich einzunehmen. Das gelingt Brontë nämlich weniger durch ihr soziales Engagement für benachteiligte Kinder in den Slums, für die sie mit Phil, seinen Freunden und den Kindern Gärten in Hinterhöfen anlegt, sondern eher durch ihre zurückhaltende Art, mit denen sie ihre Vorurteile gegen den forschen Franzosen mit Leidenschaft fürs Kochen allmählich ablegt – ebenso wie Georges mit der Zeit feststellen muss, dass er durch Brontë ein Gefühl für Heimat entwickelt. Zwar bedient sich Peter Weir („Die Truman Show“, „Master and Commander“) der üblichen Klischees bei der Völkerverständigung, doch findet er stets amüsante und wenig aufgesetzte Varianten, damit zu spielen und sie so wirklich komisch wirken zu lassen. Auch wenn die Story und Inszenierung ganz auf die beiden charismatischen Hauptdarsteller ausgelegt ist, überzeugen auch der übrige Cast in oft nur wenig ausdifferenzierten Nebenrollen, vor allem aber der reduziert arrangierte, sehr melodische Score von Hollywood-Star Hans Zimmer („Gladiator“, „Hannibal“).
„Fearless – Jenseits der Angst“ (1993) kehrte zu düstereren Themen zurück und zeigte Jeff Bridges in der Rolle eines Mannes, der nach einem schweren Flugzeugabsturz glaubt, unbesiegbar zu sein.
Nach einem Drehbuch von Rafael Yglesias („From Hell“, „Dark Water – Dunkle Wasser“), der auch für die Romanvorlage verantwortlich gewesen ist, inszenierte Peter Weir ein Drama rund um dramatische Nahtoderfahrungen. Dabei beleuchtet er nicht nur die Auswirkungen eines traumatischen Flugzeugabsturzes auf die betroffenen Passagiere, sondern auch ihr Umfeld, das sich auf Anwälte auf der Jagd nach Schadensersatzansprüchen ebenso erstreckt wie auf Therapeuten und vor allem Familienangehörige. Die Randfiguren wie der von John Turturro („Barton Fink“, „Quiz Show“) gespielte Therapeut und der von Tom Hulce („Amadeus“, „Eine Wahnsinnsfamilie“) verkörperte Rechtsanwalt reißen die Aspekte der psychologischen Betreuung und der juristischen Konsequenzen aus einem solchen Unglück aber nur an, zudem können weder Turturro noch Hulce ihren Rollen überzeugend Profil verleihen. Da auch Isabella Rossellini („Blue Velvet“, „Seitensprünge“) als Max‘ Frau unterfordert bleibt, liegt es allein an Jeff Bridges („The Big Lebowski“, „König der Fischer“) und Rosie Perez („Night on Earth“, „Real Love“), dem Drama emotionales Gewicht zu verleihen. Peter Weir bleibt in seiner Inszenierung dicht an den Figuren, hebt die Betroffenheit, Hilflosigkeit und Sorge der Angehörigen ebenso hervor wie die öffentliche Aufmerksamkeit und das Gefühl der Überlebenden, eine Grenze überschritten zu haben. Beim etwas überdramatisierten Finale mögen sich zwar die Geister scheiden, doch insgesamt ist Weir vor allem dank seiner hervorragenden Hauptdarsteller und der eigenen feinsinnigen Inszenierungskunst ein starkes Drama gelungen, das einmal mehr von Maurice Jarre angenehm unaufdringlich vertont worden ist.
Nach fünf Jahren kehrte Weir mit seinem bis dato größten Erfolg zurück: „Die Truman Show“ (1998), eine Fantasy-Satire über die Kontrolle des Lebens durch die Medien mit Jim Carrey in der Hauptrolle. „Die Truman Show“ war sowohl an den Kinokassen als auch bei den Kritikern ein Erfolg und erhielt positive Kritiken sowie zahlreiche Auszeichnungen, darunter drei Oscar-Nominierungen: für Andrew Niccol (Bestes Originaldrehbuch), Ed Harris (Bester Nebendarsteller) und Weir selbst (Beste Regie).
Der von Jim Carrey verkörperte Versicherungsangestellte Truman weiß nicht, dass er seit seiner Geburt vor dreißig Jahren der Star der höchst erfolgreichen Serie „The Truman Show“ ist, in der er – unwissentlich – der Star ist und die von Christof (Ed Harris) produziert wird. Seine Frau, die immer wieder ausgewählte Produkte in die Kamera hält und anpreist (und mit dem Product Placement die Finanzierung der Show sicherstellt) ist ebenso eingeweiht wie Trumans bester Kumpel Marlon (Noah Emmerich). Während Truman vergeblich versucht, die Stadtgrenzen zu überqueren, wird er immer öfter Zeuge von mysteriösen Zufällen wie Regengüsse, die nur ihn treffen, oder Fahrstühle, hinter denen sich Menschen verbergen. Christof versucht natürlich, mit allen Mitteln Trumans Nachforschungen zu unterbinden, damit die Show wie gewohnt weiterlaufen kann…
Mit seinem Drehbuch für „Die Truman Show“ geht Andrew Niccol („Gattaca“, „S1m0ne“) dem vor allem philosophisch interessanten Gedankengang nach, inwiefern wir wirklich sind, wer wir zu sein glauben, und wie real ist die Welt, in der wir leben. Was ist Konstrukt, was Wirklichkeit? „Die Truman Show“ ist allerdings alles andere als schwer verdauliche Gehirnkost. Zwar wird früh offenbart, dass Trumans Leben sich in aller Öffentlichkeit abspielt, wenn es 24 Stunden lang, siebe Tage die Woche von 5000 Kameras eingefangen und live in die Wohnstuben der Fernsehzuschauer übertragen wird, doch die Story ist ganz auf Truman abgestimmt und seine Wahrnehmung seiner Umgebung, seine Erinnerungen an den tragischen Tod seines Vaters, aber auch an die geheimnisvolle Schöne, die er auf den Fidschi-Inseln aufspüren will. Peter Weir verwebt Trumans Eindrücke aber immer wieder mit Szenen aus dem Kontrollraum des Studios, wo Christof und sein Team jederzeit gegensteuern können, wenn eine Sache aus dem Ruder zu laufen droht, Truman also mitbekommt, dass sein Leben nur das Konstrukt eines Fernsehproduzenten ist. Allzu tief steigt der Film aber nicht in die philosophische Betrachtung ein, sondern lässt Jim Carrey immer wieder die Möglichkeit, sein komisches Talent auszuspielen, ohne sich zum Affen zu machen. Interessant ist, wie echt seine Umgebung wirkt, so dass man als Zuschauer nicht umhinkommt, darüber nachzudenken, wie es wäre, wenn man selbst in einer konstruierten Welt aufwächst, und wie stark die eigene Identität überhaupt ausgeprägt sein kann, wenn die äußere Umgebung so manipulativ um einen herum errichtet worden ist. Peter Weir findet die richtige Balance zwischen Drama und Komödie, zwischen leichtem und nachdenklichem Ton, wobei Jim Carrey durch einen hervorragenden Cast ergänzt wird.
2003 kehrte Weir mit „Master and Commander – Bis ans Ende der Welt“ mit Russell Crowe in der Hauptrolle zum Historiendrama zurück. Die Verfilmung verschiedener Episoden aus Patrick O’Brians erfolgreicher Abenteuerserie, die während der Napoleonischen Kriege spielt, wurde von der Kritik gut aufgenommen, erzielte beim breiten Publikum jedoch nur mäßigen Erfolg. Der Film wurde für den Oscar als Bester Film nominiert und gewann zwei Oscars – für die Kameraarbeit seines langjährigen Mitarbeiters Russell Boyd und für den Tonschnitt.
Weir präsentiert dagegen einen klassischen Abenteuerfilm vor dem historischen Hintergrund von Napoleons Bemühungen, die Welt zu erobern. Nur mit den nötigsten Informationen über die H.M.S. Surprise und ihre Mission in einer Texteinblendung versehen, startet der Film direkt auf dem Schiff und einer möglichen Sichtung eines feindlichen Schiffes im Nebel. Fortan fangen Weir und sein Hauskameramann Russell Boyd das hektische Treiben auf engstem Raum auf und unter Deck ein, wobei sich Aubrey als gewiefter Taktiker erweist, der geschickt Möglichkeiten entwickelt, es mit einem größeren, mannstärkeren und schnelleren Schiff aufzunehmen. Die Jagd nach der Acheron bildet den dramaturgischen Faden der Geschichte, aber Weir bleibt ausnahmslos bei der Crew der Surprise, womit das Publikum vertrauter mit den tragenden Figuren der Handlung wird. Besonders ergreifend ist das Schicksal des jungen Fähnrichs Blakeney (Max Pirkis), dem im Laudanum-Rausch ein Arm amputiert wird, der aber aufgeweckt genug ist, um Maturin bei seinen Forschungen zu assistieren. Einmal mehr befasst sich Weir mit einem Mann, der entscheiden muss, inwieweit er über das Schicksal seiner ihm anvertrauten Männer bestimmen kann - die eigentlich nur nach Hause wollen -, denn sein Ehrgeiz, die Mission zu erfüllen, treibt ihn dazu an, auch Versprechen seinem Freund gegenüber zu brechen. Das aufwändig inszenierte See-Abenteuer fesselt mit dramatischer Action und für das Genre ungewohnt starken Dialogen. Mit Russell Crowe („Gladiator“, „A Beautiful Mind“) und Paul Bettany („Creation“, „Legion“) stehen zudem zwei gut aufeinander abgestimmte Darsteller im Zentrum, die die Story mühelos tragen.
In den 2000er-Jahren entwickelte Weir mehrere weitere Projekte, die jedoch nie realisiert wurden, darunter eine Adaption von „The War Magician“ mit Tom Cruise, eine Adaption von Robert Kursons Roman „Shadow Divers“, frühe Entwicklungsphasen eines geplanten „Shantaram“-Films mit Johnny Depp in der Hauptrolle sowie eine Adaption von William Gibsons Science-Fiction-Roman „Pattern Recognition“.
Peter Weir hat 2010 mit „The Way Back“ die 1952 erschienenen Memoiren des polnischen Gulag-Insassen Slavomir Rawicz verfilmt und beschreibt mit seinem packenden Epos die abenteuerliche, wenn auch historisch nicht unumstrittene Flucht einer ungleichen Schicksalsgemeinschaft über 6.500 Kilometer von Sibirien nach Indien. Ähnlich wie schon mit seinen Filmen „Die Truman Show“, „Ein Jahr in der Hölle“ oder „Der Club der toten Dichter“ lässt Weir seine Protagonisten ihre vertraute Welt verlassen, damit sie unter größten Entbehrungen ihre Freiheit finden und sich dabei von gesellschaftlichen Fesseln befreien. „The Way Back“ fängt zunächst Stalins skrupelloses Bestreben ein, den Kommunismus in die Welt zu tragen, präsentiert die unmenschlichen Zustände im sibirischen Strafgefangenenlager und nimmt sich dann sehr viel Zeit, die zigtausend Meilen andauernde Wanderung der Schicksalsgemeinschaft aus verschiedenen Ländern Richtung Süden in die Freiheit zu schildern. Weirs versierter Stammkameramann Russell Boyd fängt dabei die klaustrophobische, von Gewalt geprägte Atmosphäre im Straflager ebenso gekonnt ein wie die unterschiedlichen Landstriche. Mit wundervollen Landschaftsaufnahmen sengend heißer Wüsten und schneebedeckter Berge wartet „The Way Back“ mit interessanten Kontrasten auf, die sich in den unterschiedlichen Persönlichkeiten in der Truppe widerspiegeln. Weir verzichtet dabei auf übertriebenes Pathos, melodramatische Musik und große Gesten. Er bleibt dicht bei seinen Figuren, stellt ihre Ängste, aber vor allem ihren Überlebenswillen in den Mittelpunkt seines angenehm konventionell inszenierten Dramas, in dem gestandene Mimen wie Ed Harris, Mark Strong und Colin Farrell ebenso überzeugen wie die junge Saoirse Ronan und die Schar unbekannter osteuropäischer Darsteller.
2012 wurde berichtet, dass Weir im folgenden Jahr sein eigenes Drehbuch zu Jennifer Egans Gothic-Thriller „The Keep“ verfilmen und in Europa drehen würde. Weir beschrieb das Projekt als „im Grunde … einen Studiofilm“. Im Laufe der Jahre wurde er jedoch, ohne dass dies offiziell bekannt gegeben wurde, zunehmend als „im Ruhestand“ bezeichnet.
Nachdem ihm 2022 der Ehrenoscar für sein Lebenswerk zuerkannt wurde, bestätigte er in einem seiner seltenen Interviews seinen Ruhestand.
„Für Filmregisseure gibt es, wie für Vulkane, drei Hauptstadien: aktiv, ruhend und erloschen. Ich glaube, ich habe das letztere erreicht! Eine neue Generation ruft schon ‚Action‘ und ‚Cut‘ – viel Glück!“ Er berichtete, dass er seinen Ruhestand mit Besuchen antiker Ruinen und Schlachtfelder sowie mit Tauchgängen zu den Schiffswracks aus dem Zweiten Weltkrieg in der Truk-Lagune verbracht habe.
Im Jahr 2024 erhielt er auch auf den Filmfestspielen von Venedig einen Ehrenpreis für sein Lebenswerk.

Filmografie:

1971: Three to Go
1971: Homesdale
1973: Whatever Happened to Green Valley? (Dokumentarfilm)
1974: Die Autos, die Paris auffraßen (The Cars That Ate Paris)
1975: Picknick am Valentinstag (Picnic at Hanging Rock)
1977: Die letzte Flut (The Last Wave)
1979: Wenn der Klempner kommt (The Plumber)
1981: Gallipoli
1982: Ein Jahr in der Hölle (The Year of Living Dangerously)
1985: Der einzige Zeuge (Witness)
1986: Mosquito Coast
1989: Der Club der toten Dichter (Dead Poets Society)
1990: Green Card – Schein-Ehe mit Hindernissen (Green Card)
1993: Fearless – Jenseits der Angst (Fearless)
1998: Die Truman Show (The Truman Show)
2003: Master and Commander – Bis ans Ende der Welt (Master and Commander: The Far Side of the World)
2010: The Way Back – Der lange Weg (The Way Back)
 

Playlist: 

01. Gheorge Zamfir - Doina Sus Pe Culmea Dealului (Picnic at Hanging Rock) - 04:08 
02. Jean Michel Jarre - Oxygene - Part II (Gallipoli) - 08:08 
03. Vangelis - L'Enfant (The Year Living Dangerously) - 05:02 
04. Maurice Jarre - Keating's Triumph (Dead Poets Society) - 05:59 
05. Bruce Smeaton - Ascent Theme (Picnic at Hanging Rock) - 04:22 
06. Edvard Grieg - Peer Gynt Suite No. 1, Op. 46: II. The Death of Ase (The Plumber) - 04:32 
07. Maurice Jarre - Kwan (The Year Living Dangerously) - 07:06 
08. Maurice Jarre - Futility Of An Inside Job / Delerious John (Witness) - 03:08 
09. Jean Michel Jarre - Oxygene - Part IV (Gallipoli) - 04:14 
10. Maurice Jarre - Allie's Theme (Mosquito Coast) - 08:11 
11. Kronos Quartet & Dumisani Maraire - Mai Nozipo (Fearless) - 06:58 
12. Gheorge Zamfir - Doina Lui Petru Unc (Picnic at Hanging Rock) - 04:03 
13. Brian Bennett - Darkside (The Plumber) - 02:54 
14. Tomaso Albinoni - Adagio Per Archi E Organo In Sol Minore (Gallipoli) - 05:50 
15. Wolfgang Amadeus Mozart - Clarinet Concerto In A Major: Adagio (Green Card) - 08:37 
16. Philip Glass - Anthen - Part 2 (The Truman Show) - 03:49 
17. Burkhard Dallwitz - Underground / Storm (The Truman Show) - 03:37 
18. Iva Davies, Christopher Gordon & Richard Tognetti - The Far Side of the World (Master and Commander: The Far Side of the World) - 09:19 
19. Hans Zimmer - Instinct (Green Card) - 03:33 
20. Burkhard Dallwitz - Tibet (The Way Back) - 05:26 
21. Ludwig van Beethoven - Piano Concerto No. 5 (Op. 73) - Adagio Un Poco Mosso (Picnic at Hanging Rock) - 08:53

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