Playlist #451 vom 14.06.2026 - TAYLOR HACKFORD Special
Seit seinem Erfolg mit dem romantischen Drama „Ein
Offizier und Gentleman“ (1982) hat sich Taylor Hackford zu einem der
namhaftesten Regisseure und Produzenten in Hollywood entwickelt. Zu seinen
Credits zählen neben dem Oscar-prämierten Kurzfilm „Teenage Father“
(1978) auch die erfolgreiche Stephen-King-Verfilmung „Dolores“, der
Okkult-Thriller „Im Auftrag des Teufels“, die Thriller „Lebenszeichen
- Proof of Life“ und „Gegen jede Chance“ sowie die Biopics „Chuck
Berry: Hail! Hail! Rock’n‘Roll“ und „Ray“. Musikalisch bietet die
Sendung Kompositionen von Jack Nitzsche, Danny Elfman, James Newton Howard,
Craig Armstrong, Michel Colombier und David Buckley.
Hackford wurde am 31. Dezember 1944 im kalifornischen
Santa Barbara geboren, besuchte die Santa Barbara High School und
studierte an der University of Southern California Rechtswissenschaften
im Vorstudium mit den Schwerpunkten Internationale Beziehungen und
Wirtschaftswissenschaften.
Nach seinem Abschluss leistete er Freiwilligendienst beim
Peace Corps in Bolivien, wo er in seiner Freizeit begann, mit Super-8-Filmen zu
arbeiten. Er entschied, dass er keine juristische Laufbahn einschlagen wollte,
und nahm stattdessen eine Stelle in der Poststelle des in Los Angeles
ansässigen öffentlichen Senders KCET an. Bei KCET fungierte er 1970 als
Associate Producer für das Leon-Russell-Special „Homewood“. Im
Jahr 1973 produzierte er bei KCET das einstündige Special „Bukowski“ (über
den Dichter Charles Bukowski) unter der Regie von Richard Davies.
Hackford war er einer der Ersten, der Rock’n’Roll-Sendungen ins
amerikanische Fernsehen brachte und dort etablierte.
Er erschuf auch etliche preisgekrönte Dokumentarfilme für die Kulturredaktion
des Senders und fungierte außerdem als investigativer Reporter für die
Nachrichtenredaktion. 1979 wurde ihm für seinen ersten Film, „Teenage Father“,
bei dem er Regie führte, das Drehbuch schrieb und sein eigener Produzent war, ein
Oscar in der Kategorie Bester Live-Action Kurzfilm verliehen. Sein
Spielfilmdebüt gab er dann 1980 mit „Alle meine Stars“ mit Ray
Sharkey und Peter Gallagher in den Hauptrollen.
Sowohl für seine Dokumentarfilme als auch für seine journalistischen Beiträge
erhielt er einen Associate Press Award sowie zwei Emmy Awards.
Sein zweiter Spielfilm, „Ein Offizier und Gentleman“,
mit Richard Gere und Debra Winger in den Hauptrollen, wurde 1982
zu einem großen Publikumserfolg und erhielt auch von den Kritikern viel Lob. Bei
fünf Nominierungen gewann der Film in zwei Kategorien: Louis Gosset, Jr.
wurde als Bester Nebendarsteller und „Up Where We Belong“ als Bester
Originalsong ausgezeichnet. Zusätzlich bekam Hackford für seine
herausragende Leistung eine Nominierung vom Verband der Regisseure, der Directors
Guild of America.
Bei all seinen weiteren Filmen betätigte sich Taylor Hackford
gleichzeitig als Regisseur und Produzent, darunter das Neo-Noir-Drama „Gegen
jede Chance“ (1984) mit Jeff Bridges, Rachel Ward und James Woods,
„White Nights – Nacht der Entscheidung“ (1985) mit Mikhail
Baryshnikov, Gregory Hines, Helen Mirren und Isabella Rossellini, „Ein
Leben voll Leidenschaft“ (1988) mit Dennis Quaid, Jessica Lange und John
Goodman sowie der gefeierte Dokumentarfilm „Chuck Berry: Hail! Hail!
Rock ’n’ Roll“ (1987) mit Chuck Berry und Keith Richards.
Hackford gründete die Produktionsfirma New Visions Pictures, um
mit anderen Regisseuren qualitativ hochwertige Filme mit bescheideneren Budgets
zu realisieren. Zu seinen Produktionen gehören u.a. der hoch gelobte „Der
lange Weg“ mit Sissy Spacek und Whoopi Goldberg, „Queens
Logic“ mit einem Ensemble-Cast, darunter John Malkovich, Kevin Bacon,
Joe Mantegna, Jamie Lee Curtis und Linda Fiorentino, „Tödliche
Gedanken“ mit Demi Moore, Glenn Headley und Bruce Willis
sowie „Wehrlos“ mit Barbara Hershey, Mary Beth Hurt und Sam
Shepard.
Seit seiner Zeit als freiwilliges Mitglied des Friedenscorps in Südamerika
(1968-69) ist Hackford von der lateinamerikanischen Kultur in all ihren
Facetten fasziniert. So entwickelte und produzierte er mit „La Bamba“ das
Biopic über Ritchie Valens, durch den Lou Diamond Phillips in
seiner Filmkarriere durchstartete. Mit einem Drehbuch und unter der Regie von Luis
Valdez wurde „La Bamba“ zu einem Überraschungserfolg und eröffnete
vielen Latino-Künstlern in Hollywood neue Möglichkeiten.
Fünf Jahre später kehrte Taylor Hackford hinter die Kamera zurück und
realisierte mit „Blood In, Blood Out – Verschworen auf Leben und Tod“,
für den er 1993 auf dem Filmfestival in Tokio mit dem Preis für die Beste Regie
ausgezeichnet wurde, ein episches Drama über East L.A. Zu einem Publikums- und
Kritikererfolg avancierte sein darauffolgender Spielfilm, die Adaption von Stephen
Kings Bestseller „Dolores Claiborne“ (1995) mit Kathy Bates
und Jennifer Jason Lee in den Hauptrollen.
1996 entdeckte Hackford unveröffentlichtes Dokumentarfilm-Material zum
legendären Boxkampf und die Titelverteidigung zwischen Muhammed Ali und George
Foreman in Zaire, Afrika. Das Original-Material war 1974 vom Filmemacher Leon
Gast gedreht worden; Hackford setzte es zu einem Dokumentarfilm ganz
neu zusammen, wozu er auch aktuelle Interviews mit u.a. Spike Lee, Norman
Mailer, George Plimpton führte. Er ließ so im Schneideraum in Ergänzung des
historischen Materials den ganzen Hype, die Politik und die Figuren um jenes
legendäre Ereignis wieder lebendig werden. Der vollendete Film, „When We
Were Kings – Einst waren wir Könige“, war 1996 auf dem Sundance Film
Festival ein großer Hit und wurde 1997 mit einem Oscar in der Kategorie Bester
Dokumentarfilm ausgezeichnet.
1998 führte Hackford bei dem weltweit erfolgreichen und von der Kritik
gefeierten Film „Im Auftrag des Teufels“ Regie. In dieser
zeitgenössischen Fabel, die in der Welt der mächtigen New Yorker Juristen
spielt, verkörpern Al Pacino und Keanu Reeves die Hauptrollen.
2001 realisierte Hackford den spannungsgeladenen Thriller „Lebenszeichen — Proof
of Life“ mit Meg Ryan, Russell Crowe und David Morse,
basierend auf William Prochnaus „Vanity Fair“-Artikel „Adventures in the
Ransom Trade“, in dem über den wahren Fall der Entführung des amerikanischen
Geschäftsmannes Thomas Hargrove berichtet wurde.2004 drehte Hackford mit „Ray“ eine Biografie
des Musikers Ray Charles. Der Film erhielt zahlreiche
Oscar-Nominierungen. Hauptdarsteller Jamie Foxx wurde schließlich als
Bester Hauptdarsteller ausgezeichnet.
„Meine stolzesten Momente bei ,Ray‘ waren jene in den
sogenannten ‚Chitlin‘ Clubs‘. Ray Charles beendete sein Leben in
Konzertsälen, in die die Leute im Smoking gingen, um einem Genie schweigend bei
seinem Auftritt zuzuhören. Doch in diesen Clubs musste er die Leute dazu
bringen, aufzustehen und zu tanzen“, blickte Hackford auf die Arbeit an
dem Film zurück. „Ich versuchte, ein wenig von dieser Energie und dieser
Ausgelassenheit auszudrücken. Das Großartige an der Musik ist, wenn man die
Leute von den Sitzen reißen kann.“
Für Hackford, der nie eine Filmhochschule besucht
hat, spielte Musik immer eine große Rolle in seinem Leben.
„Ich fühle mich beim Inszenieren von Musik sehr wohl, und
ich glaube, das sieht man dem Ergebnis auch an.“ Hackford führte zudem
bei Musikvideos Regie, darunter bei „Against All Odds (Take a Look at Me Now)“
von Phil Collins und „Say You, Say Me“ von Lionel Richie.
Am 25. Juli 2009 wurde Hackford zum Präsidenten der Directors
Guild of America gewählt und zwei Jahre später für eine zweite, zweijährige
Amtszeit als Präsident wiedergewählt.
Zu seinen letzten Filmen zählte der
Jason-Statham-Action-Film „Parker“ (2013) und die romantische Komödie „The
Comedian – Wer zuletzt lacht“ (2016) mit Robert De Niro.
Filmografie:
1973: Economic Love-In (Fernsehfilm)
1973: Bukowski
1978: Teenage Father (Kurzfilm)
1980: Alle meine Stars oder Idolmaker – Das schmutzige Geschäft des Showbusiness (The Idolmaker)
1982: Ein Offizier und Gentleman (An Officer and a Gentleman)
1984: Gegen jede Chance (Against All Odds)
1985: White Nights – Die Nacht der Entscheidung (White Nights)
1986: A Tribute to Rick Nelson (Fernsehfilm)
1987: Chuck Berry – Hail! Hail! Rock 'n' Roll
1987: La Bamba (Produzent)
1988: Ein Leben voller Leidenschaft (Everybody’s All-American)
1989: Rooftops – Dächer des Todes (Rooftops)
1991: Geboren in Queens (Queens Logic)
1993: Blood in, Blood out – Verschworen auf Leben und Tod (Bound by Honor)
1995: Dolores (Dolores Claiborne)
1996: When We Were Kings (Produktion und Schnitt)
1997: Im Auftrag des Teufels (The Devil’s Advocate)
1999: Greenwich Mean Time (Produzent)
2000: Lebenszeichen – Proof of Life (Proof of Life)
2004: Ray
2010: Love Ranch
2013: Parker
2013: Company Town (Fernsehfilm)
2014: Dangerous Liaisons (Fernsehfilm)
2016: The Comedian
Playlist:
01. Jack Nitzsche - The Morning After Love Theme (An Officer and a Gentleman) - 03:10
02. Larry Carlton & Michel Colombier - The Job (Against All Odds) - 06:11
03. Michel Colombier - Suite (White Nights) - 07:14
04. Bill Conti - Miklo Goes Home (Blood In Blood Out) - 03:44
05. Danny Elfman - The Old Well (Dolores Claiborne) - 05:29
06. Danny Elfman - Main Title (Proof of Life) - 05:52
07. James Newton Howard - Lovemaking (Devil's Advocate) - 03:32
08. Craig Armstrong - Dreams of Ray III (Ray) - 04:55
09. Bill Conti - Prison (Blood In Blood Out) - 05:55
10. Terence Blanchard - Jackie's Lament (The Comedian) - 05:34
11. Virgil Fox - Air On the G String (Devil's Advocate) - 04:28
12. David Buckley - Seed Money (Parker) - 03:53
13. Lee Ritenour - Love Theme (An Officer and a Gentleman) - 05:20
14. Michael Lang - Rendez-vous (Devil's Advocate) - 03:40
15. Craig Armstrong - Della's Theme (Ray) - 04:46
16. Terence Blanchard - Tit For Tat Nocturne (The Comedian) - 06:49
17. Bill Conti - End Credits (Blood In Blood Out) - 05:28
18. David Buckley - Peeping Leslie (Parker) - 07:14
19. Danny Elfman - The Inquest (Dolores Claiborne) - 06:14
20. Craig Armstrong - Dreams of Ray II (Ray) - 03:51
21. Danny Elfman - The Rescue (Proof of Life) - 03:37
22. James Newton Howard - Weaver (Devil's Advocate) - 04:05
23. Larry Carlton & Michel Colombier - Love and Murder of a Friend (Against All Odds) - 09:27






0 Kommentare:
Kommentar veröffentlichen