Playlist #452 vom 28.06.2026 - Neuheiten 2026 (3)
Auf den Mattscheiben und Leinwänden kehrt Altbekanntes
zurück. Hier ein Themenpark zur „Drachenzähmen leicht gemacht“-Reihe,
dort das Sequel zu „Der Teufel trägt Prada“ und schließlich ein Remake
des einst gefloppten Superhelden-Spektakels „Masters of the Universe“.
In der heutigen Sendung gibt es neben den Soundtracks zu diesen Filmen auch
Serien-Highlights neuer Staffeln von „Euphoria“, „Citadel“ und „Good
Omens“ sowie den neuen Serien „Watson“ und „Dutton Ranch“.
Freut euch auf Musik von Daniel Pemberton, Hans Zimmer, John Powell, Jeff
Russo, John Williams, Volker Bertelmann, Christopher Young und vielen anderen.
In Orlando hat Universal mit „How to Train Your Dragon –
Isle of Berk“ einen neuen Themenpark (nach „The Wizarding World of Harry
Potter – Ministry of Magic“, „Super Nintendo World“ und „Dark
Universe“ mit klassischen Monstern) eröffnet. Zu den Highlights der
Ankündigung gehören neben den vielen interaktiven Drachen-Erlebnissen und der
„Hiccup’s Wing Gliders“-Achterbahn die orchestrale Musik von John Powell,
der bereits die Scores zu den Filmen der „Drachenzähmen leicht gemacht“-Reihe
komponierte.
David Oyelowo spielt in Nate Parkers Thriller-Drama „Newborn“
die Titelfigur, die nach sieben Jahren in Einzelhaft versucht, sich ein neues
Leben aufzubauen und wieder eine Bindung zu seiner Familie herzustellen – doch
er muss feststellen, dass die Freiheit zu einem beängstigenden psychologischen
Schlachtfeld geworden ist.
„Musikalisch ist die Welt der Einzelhaft zutiefst psychologisch geprägt und unerbittlich. Sie wirkt einerseits karg und gedämpft, andererseits aber auch weitläufig und intensiv, um die erschütternde Tiefe echter Isolation zu veranschaulichen. Schon früh im Produktionsprozess ließ Regisseur Nate Parker uns Originalaufnahmen aus Einzelhaftzellen hören – etwa das Schlagen von Häftlingen gegen Türen und Fenster. Dies wollten wir in der Filmmusik durch aggressive Metallklänge nachempfinden, die zwar rhythmisch die Konturen des Familienthemas nachzeichnen, dies jedoch in einem Ton der Verzweiflung tun. Während Chris versucht, diese Welt hinter sich zu lassen, unternimmt die Familie einen Ausflug nach Windor Peak – gedreht im stimmungsvollen Vancouver“, erzählt Komponist Anthony Willis. In Stücken wie ‚Looking for Peace‘ und ‚The Perfect Day‘ baut er eine Bindung zu seinem Sohn Jake auf; die Musik spiegelt dabei die Wärme und Intimität des Familienlebens wider – ein Gefühl der Wiederannäherung und des Nachhausekommens. Doch immer wieder wird er durch seine Umgebung und quälende Halluzinationen – etwa in ‚Visions of Prison‘ und ‚Build, Cell, Run‘ – aus der Bahn geworfen und beginnt, alles um sich herum infrage zu stellen.“
Volker Bertelmann hat bereits mit seiner
Oscar-prämierten Musik zur Neuverfilmung des Klassikers „Im Westen nichts
Neues“ Erfahrungen mit Kriegsfilmen machen können. Nun vertonte er mit
„Pressure“ die britisch-französische Filmproduktion des australischen
Filmemachers Anthony Maras, die wiederum auf dem gleichnamigen
Theaterstück von David Haig basiert, das erstmals im Jahr 2014
uraufgeführt wurde. Der Film spielt in den 72 Stunden vor der geplanten alliierten
Invasion in die Normandie, die von einem entscheidenden Element abhängt: das
englische Wetter. Der britische Chefmeteorologe James Stagg steht vor der
Aufgabe, die wichtigste Wettervorhersage der Geschichte zu liefern, was ihn in
eine angespannte Pattsituation mit der gesamten alliierten Führung bringt.
Falsche Bedingungen könnten die größte Seeinvasion aller Zeiten zum Scheitern
bringen, während jede Verzögerung die Gefahr birgt, dass der deutsche
Geheimdienst Wind von der Sache bekommt. Nur seinem vertrauten Adjutanten
Captain Kay Summersby kann er sich anvertrauen, und die katastrophale
Generalprobe für den D-Day verfolgt ihn, so liegt die endgültige Entscheidung
beim Oberbefehlshaber der Alliierten, General Dwight D. Eisenhower…
Deborah Correa hat mit „The War Between“ Western-Drama
inszeniert, das 1862 im Arizona-Territorium spielt. In den ersten Monaten des
Bürgerkriegs müssen hier zwei feindliche Soldaten zusammenarbeiten, um zu
überleben, nachdem sie in der Sonora-Wüste gestrandet sind.
„Schon seit meiner Kindheit liebe ich Geschichten über den Wilden Westen und den Bürgerkrieg. Als Kind schlich ich mich sogar heimlich ins örtliche Kino, um den neuesten John-Wayne-Film zu sehen – ein kleines, aber feines Vergnügen für mich. Dort wurde mir erstmals bewusst, welche Wirkung Filmmusik hat; ich war fasziniert und wollte unbedingt wissen, wie diese Art von Filmmagie entsteht“, erzählt Filmkomponist Dennis Dreith. „Als mich Ron Yungul – Autor und Produzent von ‚The War Between‘ – anfragte, ob ich die Musik für seinen im Arizona-Territorium spielenden Bürgerkriegsfilm komponieren wolle, ergriff ich sofort die Gelegenheit. Die Zusammenarbeit mit Filmemachern, die ihr erstes Projekt realisieren, kann durchaus eine Herausforderung sein, ist aber auch sehr bereichernd, da man ihnen zeigen kann, was Musik für einen Film bewirken kann. In diesem Fall hatten die Filmemacher eine klare Vorstellung von ihrem Projekt, die sich wunderbar mit meiner eigenen Vision deckte. Das Ergebnis dieser Zusammenarbeit war eine Mischung aus Aaron Copland und Earl Klugh, gepaart mit einer Hommage an die klassischen Soundtracks der Westernfilme vergangener Zeiten.“
Einst komponierte Genre-Spezialist Christopher Young die
Musik zu großartigen Horror-Werken wie Clive Barkers „Hellraiser“,
dessen Fortsetzung „Hellraiser II“, George A. Romeros „The
Dark Half“ oder Sam Raimis „The Gift“. Mittlerweile wird der
Altmeister nur noch für B-Movie-Produktionen wie dem verpatzten Remake von „Friedhof
der Kuscheltiere“, dem Okkult-Horror „The Offering“ oder dem
Mystery-Horror „The Piper“ engagiert. In diese Reihe gehört auch „Passenger“.
Für die moderne „Jeepers Creepers“-Variante komponierte Young zwei
verschiedene Arten von Musik. Während die „Passenger“-Cues gruselige
Horror-Klänge präsentieren, bieten die „St. Christopher“-Stücke sakrale Chöre
ohne instrumentale Begleitung.
„Als ich die CD mit der Filmmusik zusammenstellte, beschloss ich, das eigentliche Material aus dem Film als Ausgangspunkt für eine Suite von Ideen zu nutzen, die zu einer eigenen musikalischen Erzählung weiterentwickelt wurden. Angelehnt an den Ablauf eines Gottesdienstes beginnt das Werk mit einem Vorspiel für Streichorchester (anstelle des üblichen Orgelvorspiels). Darauf folgen drei Abschnitte: Im ersten Teil singen ein Knaben- und ein Männerchor einen eigens komponierten Hymnus im Stil traditioneller episkopaler Chormusik; dieser steht für die Figur des Heiligen Christophorus. Es schließt sich eine Prozession von Geistlichen an, die Trommeln und Glocken spielen. Schließlich folgt auf diesen Abschnitt das düstere Material – jene Musik, die „The Passenger“ (den Passagier) repräsentiert. Die beiden verbleibenden Teile der Partitur sind nach demselben Prinzip aufgebaut.“
Damit gelingt Christopher Young einmal
mehr das Kunststück, unauffällige Horror-Produktionen mit seiner versierten
Musik extrem aufzuwerten.
1987 inszenierte Gary Goddard mit „Masters of the
Universe“ mit Dolph Lundgren in der Hauptrolle ein
trashiges-Action-Science-Fiction-Abenteuer, das seinen Ursprung in einer
Spielzeugreihe aus dem Jahr 1982 hatte und in dem der heroische Krieger He-Man gegen den bösen
Lord Skeletor und seine Armeen der Dunkelheit um die Kontrolle über Castle
Grayskull kämpfte. Fast vierzig Jahre später versucht sich nun Regisseur Travis
Knight („Kubo: Der tapfere Samurai“, „Bumblebee“) an einer
Wiederbelebung, bewahrt in seiner Interpretation der Geschichte den skurrilen
Ton der 80er-Jahre-Realverfilmung. Der gerade einmal zehn Jahre alte Prinz Adam
stürzt mit seinem Raumschiff auf dem Planeten Erde ab und wird dabei von seinem
mächtigen magischen Schwert getrennt, das ihn mit seiner Heimat Eternia
verbindet. Erst fast zwei Jahrzehnte später findet er die kraftvolle Klinge
wieder und wird durch ihre magischen Kräfte durch das All zurück auf seinen
mittlerweile ziemlich anders aussehenden Heimatplaneten gewirbelt. Der wurde nämlich
während seiner Abwesenheit von Skeletor übernommen und während dieser
Schreckensherrschaft regelrecht in Schutt und Asche gelegt. Um Skeletor also
besiegen zu können, muss Prinz Adam erst einmal die Geheimnisse seiner eigenen
Vergangenheit aufdecken und zu He-Man, dem mächtigsten Mann des Universums,
werden. Zum Glück kann er dabei auch auf seine engsten und treuesten
Verbündeten zählen: Teela und Duncan aka Man-at-Arms.
Um He-Mans Verwandlung vom durchschnittlichen jungen Mann zu
einem allmächtigen Wesen – jemandem, der ein Schwert führt, das sonst niemand
handhaben kann – musikalisch zu untermalen, arbeitete Komponist Daniel
Pemberton mit dem Queen-Mitbegründer Brian May gemeinsam an dem
Titelsong „Electrica“. Dabei handelt es sich um eine dreiminütige Ballade, die
einen 100-köpfigen Chor, ein 80-köpfiges Orchester, eine Rockband und
zahlreiche Synthesizer vereint.
„Ich wollte, dass sich ein erwachsener Mann wieder wie ein kleiner Junge fühlt und ein kleiner Junge wie ein erwachsener Mann“, sagt Pemberton im Interview mit "Variety". „Ich wollte etwas, das die Wucht und Ernsthaftigkeit eines Hard-Rock-Songs besitzt, gepaart mit der Farbigkeit, dem Camp-Faktor und dem leicht Kitschigen eines eingängigen Euro-Pop-Songs. Die Einflüsse jener Zeit waren stark vom Pop geprägt. Der Song sollte genau diese Stimmung vermitteln: Sobald der Film beginnt, weiß man, dass einen etwas Unterhaltsames erwartet. Das ist das Wichtigste an diesem Film – er macht einfach ungeniert Spaß.“
In Ricardo de Montreuils Drama „Mistura“ gerät
das Leben einer Frau aus den Fugen, als sie durch den Verrat ihres Mannes aus
der Welt der High Society verstoßen wird. Sie wendet sich Randgruppen zu und
begibt sich auf eine Reise der Wandlung; mit einem gewagten kulinarischen
Unterfangen stellt sie gesellschaftliche Normen infrage und definiert ihr Leben
völlig neu.
„Als Regisseur Ricardo de Montreuil mir erstmals
Standbilder vom Set von ,Mistura‘ zeigte, war ich sofort fasziniert. Die
Bilder besaßen eine leuchtende, zeitlose Qualität, die an ein Meisterwerk mit Sophia
Loren erinnerte – eine Rückkehr zu einer Art von exquisiter Filmkunst, wie
ich sie seit Jahrzehnten nicht mehr gesehen hatte. Doch als ich den fertigen
Film sah, entfaltete sich eine tiefere, emotional unmittelbarere Geschichte.
Wir begleiten Norma, eine Frau aus privilegierten Verhältnissen, der plötzlich
ihre Welt genommen wird; sie steht vor dem Nichts und ist von jener
Elite-Gesellschaft isoliert, die einst ihr Leben bestimmt hatte. Ihre Reise ist
geprägt von radikalem Wandel: Sie öffnet sich für Gemeinschaften, die zuvor
keine Rolle für sie spielten, und fordert den Status quo durch ein gewagtes
kulinarisches Projekt heraus, das schließlich ihre Seele neu definiert. Die
größte Herausforderung bei der Komposition für ,Mistura‘ bestand darin,
eine Klangsprache zu finden, die sowohl die äußere Schönheit von Normas Träumen
als auch den inneren Kampf um ihr Überleben einfangen konnte“, berichtet
Komponist Timothy Williams von der Arbeit an „Mistura“. „Die
Musik musste einerseits so kultiviert wirken wie ihre Vergangenheit,
andererseits aber auch so ungefiltert und rau wie ihre Gegenwart. Während
Normas Themen oft durch elegante Klavier- und Streicherarrangements getragen
werden, bildet die Figur des Oscar einen essenziellen Gegenpol. Um seine Welt
musikalisch darzustellen, integrierte ich ein lebendiges ‚Street-Flair‘, bei
dem der legendäre Alex Acuña am Schlagwerk mitwirkte. Seine rhythmischen
Texturen bilden den Herzschlag der lokalen Kultur und fungieren als
Katalysator, der Normas Entwicklung vorantreibt. Ganz im Sinne des Filmtitels
ist auch die Filmmusik eine ‚Mistura‘ – eine bewusste Mischung. Wir verbanden
klassische Strukturen mit traditionellen rhythmischen Wurzeln, um Normas Weg
aus den Salons der High Society hinein in das pulsierende Herz der Gemeinschaft
widerzuspiegeln.“
„Disclosure Day“ stellt die 30. Zusammenarbeit
zwischen Regisseur Steven Spielberg und Maestro John Williams
dar. Obwohl Williams dem Filmemacher vier andere Komponisten vorschlug,
konnte sich Spielberg am Ende durchsetzen und den versierten Komponisten zu
einem melodischen, sehr ruhigen Score zu dem Science-Fiction-Film überreden,
der zwar etwas an Spielbergs Meisterwerk „Unheimliche Begegnung der
dritten Art“ erinnert, sich aber in einem entscheidenden Punkt von „Disclosure
Day“ unterscheidet.
„Die Filmmusik zu ,Unheimliche Begegnung der dritten Art‘
hat fast opernhaften Charakter, sie führt den Film an – sie ist dem Film
gewissermaßen voraus“, meinte Spielberg in einem Interview. „Bei ,Disclosure
Day‘ wollte ich hingegen, dass Johns Musik hinter dem Film steht, ihn gleichsam
unterfüttert. Sie sollte den Film tragen, aber nicht zu sehr abheben lassen;
sie sollte ihn lenken und stützen, sich aber niemals in den Vordergrund
drängen.“
Playlist:
01. John Powell - Fate of the Hidden World (How to Train Your Dragon - Isle of Berk) - 03:22
02. Anthony Willis - Solitary Suite (Newborn) - 06:08
03. Volker Bertelmann - Pressure Ending Credits (Pressure) - 06:22
04. Dennis Dreith - Reunion and Loss (The War Between) - 03:27
05. Christopher Young - St. Christopher #1 (Passenger) - 04:25
06. Hans Zimmer - Rue Romance (Euphoria - Season 3) - 08:47
07. Nick Cave & Warren Ellis - Shootout (Detective Hole) - 03:41
08. Dickon Hinchliffe - Remarkable Bright Creatures (Remarkable Bright Creatures) - 03:04
09. John Williams - Memory... (Disclosure Day) - 04:07
10. Kris Bowers & Michael Dean Parsons - You Loved Me at My Worst (Spider-Noir) - 03:13
11. Volker Bertelmann - Singing Together (La Bataille de Gaulle - L’Âge de fer) - 03:30
12. Brian Tyler & Breton Vivian - Texas Train Station (Dutton Ranch - Season 1) - 03:22
13. Arturo Cardelùs - Misericordia (Terra Alta) - 02:39
14. Nick Foster & Sam Thompson - Landing (The Balloonists) - 04:01
15. Max Aruj - She Needs You (Man on Fire) - 03:41
16. Daniel Pemberton - Young Adam (Masters of the Universe) - 03:46
17. Rupert Gregson-Williams - Crawl (Prisoner) - 03:48
18. Paul Leonard-Morgan - Take Care of the Babies (Watson - Seasons 1 & 2) - 03:04
19. Timothy Williams - If I Lost You (Mistura) - 04:10
20. David Arnold - Jesus Is Confused (Good Omens 3) - 03:06
21. Theodore Shapiro - Timeless (The Devils Wear Prada 2) - 04:03
22. Siddhartha Khosla - She's Gone (Swapped) - 04:27
23. Federico Jusid - A Message From Home (Star City) - 03:16
24. Mike Forst - We Gotta Move (Seven Snipers) - 03:26
25. Will Bates - Lonely Boy Absolved (Tuner) - 04:04
26. Austin Wintory - Happy Birthday Little Buddy (SWAPMEAT) - 06:57
27. Randy Newman - Tech Boom (Toy Story 5) - 03:05
28. Jeff Russo - Citadel Redux [Broken] (Citadel - Season 2) - 08:04






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