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Sonntag, 15. Februar 2026

Playlist #443 vom 22.02.2026 - MICHELLE YEOH Special

Das chinesische Publikum hatte Michelle Yeoh bereits Mitte der 1990er Jahre mit Hauptrollen in Filmen wie „In the Line of Duty – Ultra Force 2“, „Police Story 3“ und „Wing Chun“ erobert. Seit ihrem bemerkenswerten Auftritt als chinesische Agentin in „James Bond 007 – Der Morgen stirbt nie“ (1997) ist sie auch den internationalen Kinogängern ein Begriff und begeisterte weltweit ihr Publikum mit Auftritten in „Tiger and Dragon“ (2000), „Die Geisha“ (2005), „Die Mumie: Das Grabmal des Drachenkaisers“ (2008) und „The Lady“ (2011). Nachdem sie 2022 als erste Schauspielerin asiatischer Abstammung mit dem Oscar für die beste Hauptrolle in „Everything Everywhere All at Once“ ausgezeichnet wurde, erhielt sie kürzlich bei der 76. Berlinale den Goldenen Ehrenbären für ihr Lebenswerk. Grund genug, ihre Arbeit in der folgenden Sendung mit Musik von Komponisten wie John Williams, David Arnold, Tan Dun, Eric Serra, Jeff Russo, Shigeru Umebayashi, Mark Isham u.v.a. zu würdigen.
Michelle Yeoh wurde am 6. August 1962 im malaysischen Ipoh als Tochter von Nachkommen chinesischer Einwanderer geboren. Bereits in frühen Jahren betrieb sie etliche Sportarten wie Schwimmen, Tauchen und Squash, erhielt ab ihrem vierten Lebensjahr Ballettunterricht, später auch in Klavier und Kalligrafie. Nachdem sie im Alter von 15 Jahren ein Internat in England besuchte hatte, studierte sie an der London Royal Academy of Dance im Hauptfach Ballett, doch musste sie eine angestrebte Ballettkarriere nach einem schweren Sturz mit einer Verletzung an der Wirbelsäule aufgeben. Stattdessen erwarb sie 1982 einen Bachelor in „Creative Arts“ mit dem Nebenfach Schauspiel. Während Yeoh eigentlich ihre Ausbildung in England fortsetzen wollte, meldete ihre Mutter sie ohne ihr Wissen bei einem Schönheitswettbewerb an, worauf sie zur Miss Malaysia 1983 gewählt wurde. In dieser Funktion diente sie als auch als Goodwill-Botschafterin für ihr Land und lernte dabei in Hongkong den Geschäftsmann Dickson Poon kennen, der sie für zwei Werbespots engagierte, wo sie zusammen mit Chow Yun-fat und Jackie Chan auftrat.
Poon engagierte sie im Jahr 1984 für eine Rolle in Sammo Hungs Actionkomödie „The Owl vs. Dumbo“, der von D&B Films, dem kürzlich gegründeten Filmstudio von Poon, produziert wurde. Hier hatte sie noch eine typische Frauenrolle ohne Action. Allerdings wünschte sie sich bereits zu dieser Zeit Rollen mit Action-Szenen zu spielen, wie Sammo Hung in diesem Film, womit sich D&B Films einverstanden erklärte. Als Vorbereitung auf den nächsten Film trainierte Yeoh intensiv Kung Fu. Im Jahr 1985 trat sie in einer Cameo-Rolle in Jackie Chans und Sammo Hungs Actionkomödie „Tokyo Powerman“ auf, in der sie ihren ersten Kampf vor der Kamera hatte.
In „Ultra Force 2“ (1985) hatte Yeoh zusammen mit Cynthia Rothrock ihren ersten großen Auftritt. Sie spielte eine furchtlose Polizistin und drehte zahlreiche Stunts. Der Film beeinflusste nicht nur das Geschlechterverhältnis in Hongkong, sondern machte Yeoh auf einen Schlag bekannt und begründete sowohl das „Girls With Guns“-Genre als auch die Filmreihe „In the Line of Duty“, sodass in Hongkong nach einem ähnlichen Handlungsmuster mehr als 100 weitere Polizeifilme mit Frauen in den Hauptrollen entstanden.
In „Magnificent Warriors“ (1987) spielte Yeoh eine Pilotin, die zur Zeit der japanischen Besetzung Chinas Waffen über die Frontlinien schmuggelt und die Widerstandsbewegung gegen die Japaner unterstützt. Aufgrund von Verletzungen verzichtete sie im folgenden Film „Easy Money“ (1987) in ihrer Rolle auf Actionelemente. Im Jahr 1988 heiratete Yeoh den Produzenten und Multimillionär Poon und gab auf sein Drängen hin ihre Filmkarriere auf, die sie nach der Scheidung im Jahr 1992 aber wieder mit einem gelungenen Comeback in „Police Story 3“ fortsetzte.
In den folgenden Jahren trat sie in einer Vielzahl von Wuxia-Filmen auf, darunter „The Heroic Trio“ (1993), „Executioners“ (1994), „Butterfly & Sword“, „Wing Chun“ und zusammen mit Jet Li in „Tai Chi Master“. Des Weiteren spielte sie in den Action-Filmen „Holy Weapon“, „Wonder Seven“, „Ah Kam“ und „Project S“ mit, außerdem in dem Drama „The Soong Sisters“.
Im Jahr 1997 spielte Yeoh den chinesischen Oberst Wai Lin im Film „James Bond 007 – Der Morgen stirbt nie“ neben Pierce Brosnan. Yeoh gilt damit als das kampfstärkste und aktivste Bondgirl, das jemals in der Serie um den britischen Geheimagenten auftrat. Sie trug damit erheblich zur Modernisierung von James Bond bei, der in den 1980er Jahren unter anderem wegen seines Sexismus kritisiert wurde. Der internationale Durchbruch blieb jedoch zunächst aus, Yeoh bekam wider Erwarten trotz des Auftritts als Bondgirl keine Filmangebote aus Hollywood.
Erst im Jahr 2000 gelang ihr mit ihrer Darstellung der Schwertkämpferin Yu Shu Lien in Ang Lees Wuxia-Film „Tiger and Dragon“ ein erneuter internationaler Erfolg.
Im Jahr 2005 war Yeoh in der von Steven Spielberg produzierten Romanverfilmung „Die Geisha“ in der Rolle der prominenten Geisha Mameha zu sehen. Der Film löste sowohl im chinesischen als auch im japanischen Raum Kontroversen fast bis zum Skandal aus, da sämtliche japanischen Hauptcharaktere von chinesischen Schauspielerinnen (Michelle Yeoh, Gong Li, Zhang Ziyi) dargestellt wurden.
In Luc Bessons Filmbiographie „The Lady“ (2011) verkörperte Yeoh die Friedensnobelpreisträgerin Aung San Suu Kyi. Der Film feierte am 12. September 2011 auf dem Toronto International Film Festival seine Premiere. Im Zusammenhang mit diesem Film konnte sie die von ihr porträtierte Aung San Suu Kyi einmal besuchen, aber ein zweiter Besuch in Myanmar wurde ihr verweigert. Die Schauspielerin wurde im Flughafen von Rangun an der Einreise gehindert und umgehend ausgewiesen.
Sie trat weiterhin in Hongkong und dem chinesischen Kino auf und spielte in „True Legend“ und „Reign of Assassins“ (beide 2010), „Crouching Tiger, Hidden Dragon: Sword of Destiny (2016) und „Master Z: Ip Man Legacy“ (2018).
Yeoh spielte Nebenrollen in den romantischen Komödien „Crazy Rich Asians“ (2018) und „Last Christmas“ (2019) sowie in dem Marvel Cinematic Universe-Film „Shang-Chi and the Legend of the Ten Rings“ (2021) und der Fernsehserie „Star Trek: Discovery“ (2017–2020). Ihre stimmschauspielerische Arbeit umfasste „Kung Fu Panda 2“ (2011), „Minions: The Rise of Gru“ und „Paws of Fury: The Legend of Hank“ (beide 2022), „Transformers: Rise of the Beasts“ (2023) und „The Tiger's Apprentice“ (2024)
Im Jahr 2023 gewann sie für ihre Hauptrolle der Evelyn Wang in dem Fantasy-Abenteuerfilm „Everything Everywhere All at Once“ einen Golden Globe Award sowie einen Oscar.
Yeoh war 2023 in der Disney+-Serie „American Born Chinese“ zu sehen, die auf dem gleichnamigen Buch von Gene Luen Yang basiert. Sie spielte als psychisches Medium neben Kenneth Branagh in dessen „A Haunting in Venice“ (2023). Im selben Jahr wurde Yeoh Mitglied des Internationalen Olympischen Komitees und hielt eine Rede an die Klasse 2023 der Harvard Law School.
Im Januar 2024 war Yeoh in der achtteiligen Netflix-Action-Comedy-Serie „The Brothers Sun“ zu sehen. Sie spielt seitdem als Madame Morrible in der zweiteiligen Verfilmung des Musicals „Wicked“ unter der Regie von Jon M. Chu. Im Jahr 2025 schloss sich Yeoh der englischsprachigen Besetzung des animierten chinesischen Blockbusters Ne Zha 2“ an und sprach eine Hauptfigur in der Version von A24 und CMC Pictures.
Im Mai 2024 wurde Yeoh in einer Hauptrolle als Replikant neben Hunter Schafer in der Amazon Science-Fiction-Fernsehserie Blade Runner 2099“ besetzt. Sie wird auch als Humanwissenschaftlerin Dr. Karina Mogue in „Avatar 4“ und „Avatar 5“ zu sehen sein. Im November 2025 gaben die Internationalen Filmfestspiele Berlin bekannt, dass sie Yeoh 2026 den Goldenen Ehrenbären in Anerkennung ihrer herausragenden Leistungen in Film und Kino verleihen werden.

Filmografie:

1984: The Owl vs. Dumbo (Mao tou ying yu xiao fei xiang)
1985: Tokyo Powerman
1985: Powerman 2 (Xia ri fu xing)
1985: In the Line of Duty – Ultra Force 2 (Yes, Madam, Police Assassins 2)
1986: In the Line of Duty – Ultra Force (Royal Warriors, Police Assassins)
1987: Easy Money (Tong tian da dao)
1987: Dynamite Fighters (Zungwaa Zinsi, international auch Magnificent Warriors)
1992: Police Story 3 (Gingchaat goosi III: Chiukup gingchaat)
1993: The Heroic Trio (Dung fong sam hap)
1993: Butterfly & Sword
1993: Project S
1993: Wuxia qi gongzhu (Holy Weapon)
1993: Executioners
1993: Tai Chi
1994: Wing Chun – Gefährlich wie eine Pantherkatze (Wing Chun)
1994: Phantom Seven (Wonder Seven)
1996: Ah Kam
1997: The Soong Sisters (Song jia huang chao)
1997: James Bond 007 – Der Morgen stirbt nie (Tomorrow Never Dies)
1999: Sing yuet tung wa
2000: Tiger and Dragon (Wohu canglong)
2002: The Touch
2004: Silver Hawk
2005: Die Geisha (Memoirs of a Geisha)
2006: Fearless
2007: Sunshine
2007: Far North
2008: Die Mumie: Das Grabmal des Drachenkaisers (The Mummy: Tomb of the Dragon Emperor)
2008: Babylon A.D.
2008: Die Kinder der Seidenstraße (The Children of Huang Shi)
2010: True Legend (Su Qi’er)
2010: Dark Stone – Reign of Assassins (Jianyu)
2010: Rose wie Paris (Rose, c'est Paris, Fernsehfilm)
2010: The Karate Kid (Cameo)
2011: The Lady
2011: Kung Fu Panda 2 (Stimme)
2013: Final Recipe
2015: Strike Back (Fernsehserie, 9 Folgen)
2015: Marco Polo: One Hundred Years (Fernsehfilm)
2016: Mechanic: Resurrection
2016: Das Morgan Projekt (Morgan)
2016: Marco Polo (Fernsehserie, 7 Folgen)
2016: Crouching Tiger, Hidden Dragon: Sword of Destiny
2017: Guardians of the Galaxy Vol. 2
2017–2020: Star Trek: Discovery (Fernsehserie, 25 Folgen)
2018: Crazy Rich (Crazy Rich Asians)
2018: Star Trek: Short Treks (Fernsehserie, 1 Folge)
2018: Master Z: The Ip Man Legacy
2019: Last Christmas
2020: Boss Level
2021: Gunpowder Milkshake
2021: Shang-Chi and the Legend of the Ten Rings
2022: Everything Everywhere All at Once
2022: Minions – Auf der Suche nach dem Mini-Boss (Minions: The Rise of Gru, Stimme)
2022: Paws of Fury: The Legend of Hank (Stimme)
2022: The School for Good and Evil
2022: The Witcher: Blood Origin (Miniserie)
2023: American Born Chinese (Fernsehserie, 8 Folgen)
2023: Transformers: Aufstieg der Bestien (Transformers: Rise of the Beasts, Stimme)
2023: A Haunting in Venice
2024: The Brothers Sun (Fernsehserie, 8 Folgen)
2024: Wicked
2024: The Tiger's Apprentice
2025: Star Trek: Sektion 31
2024-2025: Ark: The Animated Series (Fernsehserie, 13 Folgen)
2025: Wicked: Teil 2 (Wicked: For Good)
 

Playlist:

 
01. David Arnold - Company Car (James Bond 007 - Tomorrow Never Dies) - 03:36 
02. Tan Dun - Through the Bamboo Forest (Crouching Tiger, Hidden Dragon) - 04:23 
03. Basil Poledouris - Memories of Days Gone (The Touch) - 03:12 
04. Kitaro & Randy Miller - Echoing Wall (The Soong Sisters) - 04:41  
05. Shigeru Umebayashi - A Long Road Home (Fearless) - 04:20 
06. John Murphy - Sunshine [Adagio in D Minor] (Sunshine) - 04:28 
07. David Hirschfelder - Brave & Beautiful / Arrival Lanchow (The Children of Huang Shi) - 04:02 
08. Randy Edelman - Reading of the Scrolls (The Mummy - Tomb of the Dragon Emperor) - 03:56 
09. Shigeru Umebayashi - Hit Battle (True Legend) - 03:21 
10. Atli Örvarsson - Aurora's Theme (Babylon A.D.) - 04:02 
11. Clinton Shorter - Wait For Me (Boss Level) - 03:03 
12. Eric Serra - Nobel Peace Price 1991 (The Lady) - 03:10 
13. Peter Nashel - Yusuf's Farewell (Marco Polo) - 03:19 
14. John Williams - Becoming a Geisha (Memoirs of a Geisha) - 04:52 
15. Max Richter - Sketch #1 - Morgan (Morgan) - 03:24 
16. Brian Tyler - Parallel Decisions (Crazy Rich Asians) - 04:36 
17. Shigeru Umebayashi - This Is Our Story / Your Mother Is My Teacher (Crouching Tiger, Hidden Dragon - Sword of Destiny) - 03:47 
18. Mark Isham - Tattoos, Trackers and Shark Repellent (Mechanic: Resurrection) - 03:57 
19. Basil Poledouris - Healing of Hearts (The Touch) - 03:20 
20. Jeff Russo - The Day Is Saved (Star Trek: Discovery) - 03:10 
21. Son Lux - Very Busy (Everything Everywhere All at Once) - 05:09 
22. Nathan Matthew David & Nick Lee - The Kiss (The Brothers Sun) - 03:05 
23. Hildur Guðnadóttir - Money in the Mattress (A Haunting In Venice) - 04:19 
24. Tan Dun - The Eternal Vow (Crouching Tiger, Hidden Dragon) - 03:01 
25. John Williams - Sayuri's Theme and End Credits (Memoirs of a Geisha) - 05:06 
26. Jeff Russo - Philippa Returns (Star Trek: Section 31) - 03:16 
27. Scott Shields - Killing the Love (Strike Back) - 03:29 
28. Shigeru Umebayashi - Fearless Men / Theme of Yuanjia and Moon (Fearless) - 04:26 
29. David Hirschfelder - End Credits (The Children of Huang Shi) - 09:51

Sonntag, 1. Februar 2026

Playlist #442 vom 08.02.2026 - DAVID SHIRE Special

David Shire zählte in den 1970er Jahren mit seinen Arbeiten zu Francis Ford Coppolas „Der Dialog“ (1974) und Filmen wie „Stoppt die Todesfahrt der U-Bahn 123“ (1974), „Die Hindenburg“ (1975), „Fahr zur Hölle, Liebling“ (1975) und „Die Unbestechlichen“ (1976) zu den profiliertesten Komponisten in Hollywood, aber auch bei Musik-Filmen und Musicals wie „Saturday Night Fever“, „Baby“ und „Big“ bewies Shire seine Könnerschaft. In der heutigen Sendung gibt es vor allem seine Filmmusik nicht nur zu den eingangs erwähnten Werken, sondern auch zu dem fürs Fernsehen gedrehte Remake des Hitchcock-Klassikers „Das Fenster zum Hof“ (1998), Peter Hyams‘ „2010: Das Jahr, in dem wir Kontakt aufnehmen“ (1984) und David Finchers „Zodiac – Die Spur des Killers“ (2007) zu hören.
David Shire wurde am 3. Juli 1937 in Buffalo, New York, als Sohn von Esther Miriam (geb. Sheinberg) und Irving Daniel Shire, einem Bandleader und Klavierlehrer der Buffaloer Gesellschaftskapelle, geboren. An der Yale University lernte er seinen langjährigen Theaterpartner, den Liedtexter und Regisseur Richard Maltby Jr., kennen. Gemeinsam schrieben sie die Musicals „Cyrano“ und „Grand Tour“, die von der Yale Dramatic Association aufgeführt wurden. Shire war außerdem Co-Leiter des Jazzensembles Shire-Fogg Quintet in Yale und studierte als Phi-Beta-Kappa-Student Anglistik und Musik im Doppelstudium. 1959 schloss er sein Studium 1959 mit Auszeichnung ab.
Nach einem Semester Aufbaustudium an der Brandeis University und sechs Monaten Dienst in der Infanterie der Nationalgarde der US-Armee ließ sich Shire in New York City nieder. Dort arbeitete er als Pianist in Tanzkursen, bei Theaterproben und im Orchestergraben sowie als Musiker in einer Gesellschaftskapelle, während er gleichzeitig unentwegt mit Maltby an Musicals arbeitete. Ihre erste Off-Broadway-Show, „The Sap of Life“, wurde 1961 im One Sheridan Square Theater in Greenwich Village aufgeführt. 1963 schrieb er zusammen mit Bob Goldstein den Song „Washington Square“ für die Village Stompers.
Als Proben- und Orchesterpianist begann Shire mit Barbra Streisand in „Funny Girl“ (1964–67) zusammenzuarbeiten und wurde schließlich ihr fester Begleiter und gelegentlicher Arrangeur. Sie nahm fünf seiner Lieder auf und hob das von Maltby und Shire komponierte Stück „Starting Here, Starting Now“ in ihrem Fernsehspecial und der dazugehörigen Aufnahme „Color Me Barbra“ (1966) hervor. Parallel dazu schrieb Shire Bühnenmusik (unter anderem für Peter Ustinovs „Der unbekannte Soldat und seine Frau“ im Lincoln Center, 1967), was er auch in den folgenden Jahren fortsetzte: Off-Broadway-Produktionen mit seiner Musik waren beispielsweise „Wie es euch gefällt“ beim New Yorker Shakespeare Festival (1973), Smulniks „Walzer“ (1991), Donald Margulis’ „Das Loman-Familienpicknick“ (1993) und „Visiting Mr. Green“ (1997).
In den 1960er-Jahren begann Shire, Filmmusik für das Fernsehen zu komponieren, und wechselte Anfang der 1970er-Jahre zu Kinofilmen. Er heiratete die Schauspielerin Talia Shire, für deren Bruder Francis Ford Coppola er 1974 die Filmmusik zu „Der Dialog“ komponierte – sein wohl bekanntester Soundtrack. An einigen Stellen verzerrte Shire die Klavieraufnahmen auf verschiedene Weise, um alternative Klangtexturen zu schaffen und den Soundtrack abzurunden. Die Musik sollte die Isolation und Paranoia des Protagonisten Harry Caul (Gene Hackman) einfangen.
Shire komponierte später ursprünglich auch den Score zu Coppolas Meisterwerk „Apocalypse Now“ (1979), doch wurde dieser verworfen und erst später als „David Shire’s Apocalypse Now – The Unused Score“ von La-La Land Records veröffentlicht.
Zu seinen weiteren Filmen zählen „Zwei Menschen unterwegs“, „Stoppt die Todesfahrt der U-Bahn 123“, „Die Hindenburg“, „Fahr zur Hölle, mein Liebling“, „Die Unbestechlichen“, „Die haarsträubende Reise in einem verrückten Bus“, „2010: Das Jahr, in dem wir Kontakt aufnehmen“, „Oz – Eine fantastische Welt“, „Nummer 5 lebt!“, „Max Dugans Moneten“ und „Zodiac“. Er komponierte die Originalmusik für „Saturday Night Fever“ (für die er zwei Grammy-Nominierungen erhielt) und arbeitete außerdem an mehreren Disco-Adaptionen mit, darunter „Night on Disco Mountain“. 1979 gewann er den Oscar für den besten Song für den Titelsong „It Goes Like It Goes“, den er zusammen mit Norman Gimbel für den Film „Norma Rae“ geschrieben hatte. Im selben Jahr wurde er in derselben Kategorie auch für „I'll Never Say Goodbye“ aus dem Film „The Promise“ nominiert; der Text stammt von Marilyn Monroe und Alan Bergman. 1979 erreichte sein Song „With You I‘m Born Again“, aufgenommen von Billy Preston und Syreeta, die Top 5 der internationalen Charts und hielt sich 26 Wochen in den Charts.
Für den Titelsong von „Stoppt die Todesfahrt der U-Bahn 123“ komponierte Shire einen Jazz-Funk-Groove in B-Moll und gestaltete die Melodien und Akkorde aus atonalen Zwölftonreihen in kurzen, unterschiedlich geformten Motivsequenzen. Der Abspann enthält ein ausführlicheres Arrangement des Themas.
Shires Filmmusiken wurden fünfmal für den Emmy nominiert. Zu seinen Hunderten von Kompositionen für das Fernsehen zählen: „Killer Bees“, „Raid on Entebbe“, „The Kennedys of Massachusetts“, „Serving In Silence: The Margarethe Cammermeyer Story“, „Das Fenster zum Hof“ mit Christopher Reeve, „Die Frauen von Brewster Place“ mit Oprah Winfrey und „The Heidi Chronicles“. Er komponierte außerdem die Titelmelodien für die Fernsehserien „Alice and McCloud“ und die Sitcom „The Practice“ mit Danny Thomas (1976–1977).
Shires Stil als Film- und Fernsehkomponist wird oft mit dem seines verstorbenen Kollegen und Zeitgenossen Jerry Fielding verglichen.
Ab Mitte der 1980er Jahre waren Shires Arbeiten nur noch selten im Kino zu hören, und er konzentrierte sich verstärkt auf die Arbeit fürs Fernsehen. 2007 feierte er ein Kino-Comeback mit der sparsamen Originalmusik für David Finchers Thriller „Zodiac – Die Spur des Killers“. Es folgten noch Scores für Peter Hyams‘ Thriller „Gegen jeden Zweifel“ (2009), Noah Pritzkers Komödie „Quitters“ (2015), Jenna Rickers Verschwörungsthriller „The American Side“ (2016), Russell Harbaughs Romanze „Love After Love“ (2017) und zuletzt David Gutniks Drama „Brighton Beach“ (2020).

Filmografie: 

1967-1970: CBS Playhouse (TV-Serie, 7 Folgen) 
1969-1970: Die Leute von der Shiloh Ranch (The Virginian, TV-Serie, 5 Folgen) 
1970: Ein Sheriff in New York (McCloud, TV-Serie, 7 Folgen) 
1971: Heißes Gold aus Calador (One More Train to Rob) 
1971: Beginn einer Ehe (Marriage: Year One) (Fernsehfilm) 
1971: Das ungeduldige Herz (The Impatient Heart) (Fernsehfilm))
1971: Zwei Galgenvögel (Skin Game) 
1971: Der Chef (Episode: The Priest Killer) (Fernsehfilm) 
1971: Is There a Doctor in the House (Fernsehfilm) 
1971: Drive, He Said 
1971-1972: Sarge (TV-Serie, 10 Folgen) 
1971: See the Man Run (Fernsehfilm) 
1971: Summertree 
1971-1972: Getting Together (TV-Serie) 
1971: Harpy (Fernsehfilm) 
1972: To Find a Man 
1973: Isn’t It Shocking? (Fernsehfilm) 
1973: Die Geier warten schon (Showdown) 
1973: College-Liebe (Class of ’44) 
1973: Zwei Menschen unterwegs (Two People) 
1973: Ganoven auf Abwegen (Steelyard Blues) 
1974: Spuren im Sand (The Godchild, Fernsehfilm) 
1974: The Virginia Hill Story (Fernsehfilm) 
1974: Stoppt die Todesfahrt der U-Bahn 123 (The Taking of Pelham One Two Three) 
1974: Der Dialog (The Conversation) 
1974: Sie können’s nicht lassen (Sidekicks, Fernsehfilm) 
1974: Tell Me Where It Hurts (Fernsehfilm) 
1974: The Tribe (Fernsehfilm) 
1974: Doctor Dan (Fernsehfilm) 
1974: The Healers (Fernsehfilm) 
1974: Killer Bees (Fernsehfilm) 
1974-1975: Lucas Tanner (TV-Serie, 11 Folgen) 
1975: Die Hindenburg (The Hindenburg) 
1975: Fahr zur Hölle, Liebling (Farewell, My Lovely) 
1975: Mitgiftjäger (The Fortune) 
1975: Winner Take All (Fernsehfilm) 
1975: Joe and Sons (TV-Serie) 
1976: Amelia Earhart (Fernsehfilm) 
1976: Und morgen wird ein Ding gedreht (Harry and Walter Go to New York) 
1976: Die haarsträubende Reise in einem verrückten Bus (The Big Bus) 
1976: Die Unbestechlichen (All the President’s Men) 
1976-1977: Sirota’s Court (TV-Serie, 13 Folgen) 
1977: Something for Joey (Fernsehfilm) 
1977: The Greatest Thing That Almost Happened (Fernsehfilm) 
1977: The Storyteller (Fernsehfilm) 
1977: Nur Samstag Nacht (Saturday Night Fever) 
1977: …die keine Gnade kennen (Raid on Entebbe) 
1978: Stunde der Bewährung (Straight Time) 
1978: The Defection of Simas Kudirka (Fernsehfilm) 
1978: Daddy, I Don’t Like It Like This (Fernsehfilm) 
1978: Straight Time: He Wrote It for Criminals (Fernsehfilm) 
1979: Die Chance seines Lebens (Fast Break) 
1979: The Promise 
1979: Norma Rae – Eine Frau steht ihren Mann (Norma Rae) 
1979: Diane 
1981: Amanda lässt die Puppen tanzen (The Night the Lights Went Out in Georgia) 
1981: Homerún (Fernsehfilm) 
1981: Mrs. Hines & Tochter (Only When I Laugh) 
1981: Ich brauche einen Erben (Paternity)
1981: Norma Rae (Fernsehfilm) 
1982: Garp und wie er die Welt sah (The World According to Garp) 
1983: Max Dugans Moneten (Max Dugan Returns) 
1984: Oh Gott! Du Teufel (Oh God! You Devil) 
1984: 2010: Das Jahr, in dem wir Kontakt aufnehmen (2010: The Year We Make Contact) 
1985: Blue Yonder – Flug in die Vergangenheit (The Blue Yonder, Fernsehfilm) 
1985: Oz – Eine fantastische Welt (Return to Oz) 
1985: Vergesst die Liebe nicht (Do You Remember Love, Fernsehfilm) 
1986: Nacht, Mutter (Night, Mother) 
1986: Nummer 5 lebt! (Short Circuit) 
1986: Trage deines Bruders Bürde (Promise, Fernsehfilm) 
1987: Final Night – Die letzte Nacht (Backfire) 
1987: Sturz ins Dunkel – Die Geschichte einer Mutter (Convicted: A Mother’s Story, Fernsehfilm) 
1987: Mayflower Madam (Fernsehfilm) 
1988: Ich bin Du Vice Versa) 
1988: Der Schrei nach Liebe (God Bless the Child, Fernsehfilm) 
1988: Der Affe im Menschen (Monkey Shines) 
1988: Jesse – Engel im Tal des Todes (Jesse, Fernsehfilm) 
1989: Steven – Die Entführung (I Know My First Name Is Steven) (Fernsehfilm) 
1989: Brewster Place (The Women of Brewster Place, Mini-Serie) 
1990: The Kennedys of Massachusetts (Mini-Serie) 
1990: Keine Zeit für Tränen (A Promise to Keep, Fernsehfilm) 
1990: Babynapping – Roberts Entführung (Always Remember I Love You, Fernsehfilm) 
1990: Das große Erdbeben in L.A. (The Big One: The Great Los Angeles Earthquake) (Fernsehfilm) 1991: Ein Meer für Sarah (Sarah, Plain and Tall, Fernsehfilm) 
1991: Wahre Freunde (The Boys, Fernsehfilm) 
1991: Tollwütig (Paris Trout, Fernsehfilm) 
1992: Der letzte Wunsch (Last Wish, Fernsehfilm) 
1992: Agenten leben einsam (Bed & Breakfast) 
1992: Bed of Lies (Fernsehfilm) 
1992: Broadway Familie (Broadway Bound) (Fernsehfilm) 
1992: Verhängnisvolle Liebe (Something to Live For: The Alison Gertz Story, Fernsehfilm) 
1992: Room for Two (TV-Serie, 5 Folgen) 
1992: Haus der Drachen (The Habitation of Dragons, Fernsehfilm) 
1992: Alptraum ohne Erwachen (Nightmare in the Daylight, Fernsehfilm) 
1992: Gut gezielt ist halb getroffen (Four Eyes and Six-Guns, Fernsehfilm) 
1993: Sarah zwischen Land und Meer (Skylark, Fernsehfilm) 
1993: Danielle Steel – Herzschlag für Herzschlag (Heartbeat, Fernsehfilm) 
1993: Die Ninja-Morde von Bel Air (Bloodlines: Murder in the Family, Fernsehfilm) 
1993: Was bleibt, ist die Erinnerung (Remember, Fernsehfilm) 
1994: Das Haus des Anderen (Jane’s House, Fernsehfilm) 
1994: Danielle Steel – Nur einmal im Leben (Once in a Lifetime, Fernsehfilm) 
1994: Der Mann, der niemals starb (The Man Who Wouldn’t Die) 
1994: Future Love (Fernsehfilm) 
1994: Lily in Winter (Fernsehfilm) 
1994: Der Ruf des Todes (Reunion, Fernsehfilm) 
1995: In der Hitze des Südens (A Father for Charlie, Fernsehfilm) 
1995: Serving in Silence: The Margarethe Cammermeyer Story (Fernsehfilm) 
1995: Die letzte Hoffnung (My Brother’s Keeper, Fernsehfilm) 
1995: My Antonia (Fernsehfilm) 
1995: Eine heiße Affäre (One Night Stand) 
1995: Tecumseh (Fernsehfilm) 
1995: Verlorene Träume (The Heidi Chronicles, Fernsehfilm) 
1995: Mörderische Gefühle (Murderous Intent, Fernsehfilm) 
1995: Der letzte Ritt (Streets of Laredo, Mini-Serie) 
1996: Jakes Frauen (Jake’s Women, Fernsehfilm) 
1995: Der Kampf ums Glück (Almost Golden: The Jessica Savitch Story, Fernsehfilm) 
1997: Letztes Gefecht am Saber River (Last Stand at Saber River, Fernsehfilm) 
1997: Tanzen mit Olivia (To Dance with Olivia, Fernsehfilm) 
1997: Alone (Fernsehfilm) 
1998: Alien Nightmare (Fernsehfilm) 
1997: Ms. Scrooge – Ein wundervoller Engel (Ms. Scrooge) 
1998: Das Fenster zum Hof (Rear Window, Fernsehfilm) 
1999: Double Platinum – Doppel Platin! (Double Platinum) 
1999: Privatdetektiv Spenser: Verdächtiges Schweigen (Spenser: Small Vices, Fernsehfilm) 
1999: Winter’s End – Wiederkehr der Liebe (Sarah, Plain and Tall: Winter’s End, Fernsehfilm) 
2000: Thin Air (Fernsehfilm) 
2002: Two Against Time (Fernsehfilm) 
2002: Ash Wednesday 
2004: The Tollbooth 
2007: Zodiac – Die Spur des Killers (Zodiac) 
2009: Gegen jeden Zweifel (Beyond a Reasonable Doubt) 
2015: Quitters 
2015: Walk On By 
2016: The American Side 
2017: Love After Love 
2020: Brighton Beach

Playlist: 

01. David Shire - Finale and End Credits (The Conversation) - 03:54 
02. David Shire - Preparations (Killer Bees) - 03:25 
03. David Shire - The Taking (The Taking of Pelham One Two Three) - 03:12 
04. David Shire - Three Mile Limited (Farewell, My Lovely) - 03:50 
05. David Shire - Suspect Montage (The Hindenburg) - 03:20 
06. David Shire - Finale and End Title (All the President's Men) - 02:48 
07. David Shire - God's Country (Three For The Road) - 03:32 
08. David Shire - Basketball (The Greatest Thing That Almost Happened) - 03:18 
09. David Shire - The Imprisonment (Raid On Entebbe) - 03:36 
10. David Shire - The Rescue (The Big Bus) - 05:18 
11. David Shire - Night On Disco Mountain (Saturday Night Fever) - 05:11 
12. David Shire - Welcome To Cadwallader (Fast Break) - 03:51 
13. David Shire - Remembrance Montage (Paternity) - 04:15 
14. David Shire - Enter Melanie - Enter Ella (Monkey Shines) - 03:56 
15. David Shire - Luddington Walk (Old Boyfriends) - 04:14 
16. David Shire - Main Title (Max Dugan Returns) - 04:09 
17. David Shire - Picnic Scene (Norma Rae) - 03:24 
18. David Shire - Central Park Flashback (Daddy, I Don't Like It Like This) - 03:14 
19. David Shire - Sarahendipity (Sarah, Plain & Tall) - 04:48 
20. David Shire - This Terrible Love… (Skylark) - 02:34 
21. David Shire - Night Scene/Joke Triumph (Short Circuit) - 04:17 
22. David Shire - Mattie Says Goodbye (The Women of Brewster Place) - 03:25 
23. David Shire - Main Title (The Journey Inside) - 03:11 
24. David Shire - Reunion (Last Stand at Saber River) - 05:03 
25. David Shire - Windows IV (Rear Window) - 03:56 
26. David Shire - New Worlds (2010) - 04:01 
27. David Shire - Strictures at an Exhibition (Small Vices) - 02:54 
28. David Shire - One Night Stand (One Night Stand) - 02:12 
29. David Shire - Night Montage (Jake's Women) - 02:24 
30. David Shire - Confrontation (Zodiac) - 03:34 
31. David Shire - One Guess Left/But Not For Much Lobger (Return To Oz) - 11:03

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