Donnerstag, 14. Februar 2019

Playlist #260 vom 17.02.2019 - HAUSCHKA Special

Seit Volker Bertelmann unter seinem Künstlernamen Hauschka 2005 mit seinem zweiten Album „The Prepared Piano“ auf sich aufmerksam machte, hat er nicht nur etliche Alben auf kleinen Labels wie Karaoke Kalk, FatCat Records, Sonic Pieces, City Slang und Temporary Residence veröffentlicht, sondern auch mit renommierten Musikern wie Hilary Hahn, Hildur Guðnadóttir und Dustin O’Halloran zusammengearbeitet und die Soundtracks zu so unterschiedlichen Produktionen wie „The Boy“, „Lion – Der lange Weg nach Hause“, „Stürmische Ernte – In Dubious Battle“ und „1000 Arten Regen zu beschreiben“ beigesteuert. Nun erscheint mit „A Different Forest“ sein erstes Solo-Album bei Sony Classical.

Als zweitjüngstes von sechs Kindern wuchs Volker Bertelmann in Ferndorf im Siegerland auf und war anno 1975 mit acht Jahren von einem weihnachtlichen Klavierkonzert in der Kirche so beeindruckt, dass er zehn Jahre lang klassischen Klavierunterricht nahm. Ende der Achtziger zog es Bertelmann nach Köln, wo seine Versuche, erst Medizin und dann BWL zu studieren, an seinem Engagement für die Musik scheiterten. Als er sich 1992 entschloss, sich ganz der Musik zu widmen, landete er als Mitglied der Rap-Gruppe God’s Favourite Dog mit dem Song „Love and Pain“ einen Hit, doch da weitere Erfolge ausbleiben, löste Sony Music den Vertrag mit der Band wieder auf. Bertelmann musste sich neu orientieren, zog zunächst zu seinen Eltern zurück, unterrichtete als Lehrer in der Musikschule und besann sich erst in seiner neuen Heimat Düsseldorf auf seine musikalischen Wurzeln.
In Anlehnung an die Kosmetikprodukte von Dr. Hauschka und den böhmischen Komponisten Vinzenz Hauschka nannte sich Bertelmann kurz Hauschka und veröffentlicht 2004 mit „Substantial“ sein Debütalbum bei Karaoke Kalk, auf dem er noch eine Verbindung zwischen Klassik und Pop erforschte. Doch bekannt wurde Hauschka ein Jahr später mit „The Prepared Piano“, das ihm Vergleiche mit John Cage einbrachte und ihm wie ein Stigma anhängt, weil die experimentelle Arbeit mit dem präparierten Klavier mittlerweile von ihm einfach erwartet wird.
„Er hört seinem Piano beim Hüsteln, Klappern, Plappern, Ploppen und Knistern zu, wie es den Atem anhält oder kichert, als wäre ihm gerade ein Witz eingefallen. Und wenn Hauschka mit mehreren Präparaten auf einmal arbeitet, wird aus dem verstimmten Klavier so etwas wie eine Stimmungsmaschine des Pop, aus den Registern treten dann die Instrumente eines ganzen Orchesters – Geigen, Bässe, Zimbeln und Hi-Hats –, mit denen er Orte aufsuchen kann, die auch er vorher noch nicht kannte“, beschreibt Frank Sawatzki auf zeit.de die auf Eingebungen und Assoziationen basierende Arbeitsweise des Komponisten.
Dabei erwies sich Hauschka mit vielen seiner folgenden Werke wie „Ferndorf“ und „Foreign Landscapes“ als Komponist mit Sinn für melancholische Stimmungen und feinsinnige Melodien. So arbeitete Hauschka auf „Ferndorf“ (2008) mit Cellisten, Posaunisten und Violinisten zusammen und entschloss sich nach einem Konzert mit dem Magik*Magik Orchestra, seine Musik durch weitere Instrumente anzureichern.
Seinen musikalischen Horizont erweiterte er 2011 durch die Zusammenarbeit mit der isländischen Cellistin Hildur Guðnadóttir an dem Album „Pan Tone“ und der brasilianischen Künstlerin Rosilene Luduvico an dem Album „Unbestimmt“, 2012 erschien mit „Silfra“ eine Kollaboration zwischen Hauschka und der US-amerikanischen Violinistin Hilary Hahn. Sie wirkte bereits bei dem ein Jahr zuvor veröffentlichten Album „Salon des Amateurs“ mit, bei dem auch Samuli Kosminen von Múm und Edea sowie John Convertino von Calexico mit von der Partie waren.
Bei den entstandenen Aufnahmen sollte das Klavier einerseits nur noch als ein Instrument unter vielen fungieren, andererseits vor allem als Rhythmusgeber eingesetzt werden. Während bei „Foreign Landscapes“ (2010) das präparierte Klavier seine Stellung als Soloinstrument verlor, kam bei „Salon des Amateurs“ die rhythmusbetontere Herangehensweise zum Tragen.
Ähnlich wie seine Kollegen Max Richter, Dustin O‘Halloran und Jóhann Jóhannsson wurde Hauschkas Musik auch für Filmproduktionen interessant. So komponierte Hauschka 2012 die Musik zu Doris Dörries‘ „Glück“, 2013 zum Dokumentarfilm „Schnee von gestern“ und 2015 zu Craig William Macneills Horror-Thriller „The Boy“. 2016 folgte der Oscar-nominierte Score zu „Lion – Der lange Weg nach Hause“, den er mit Dustin O’Halloran komponierte.
Allein im vergangenen Jahr fügte Hauschka seiner Filmographie die Soundtracks zu Baltasar Kormákurs Abenteuer-Drama „Die Farbe des Horizonts“, zur Mini-Serie „Patrick Melrose“, zu Sandra Nettelbecks Drama „Was uns nicht umbringt“, zu Anthony Maras‘ historischen Thriller-Drama „Hotel Mumbai“ und zum romantischen Drama „Ashes in the Snow“ hinzu.
Es überrascht allerdings kaum, dass Hauschkas Filmarbeiten weitaus gefälliger ausfallen als die experimentelleren Solo-Alben.
„Es gibt einen Teil in mir, der ist durch und durch Pop und den mag ich sehr gerne. Ein Film erlaubt mir, zur Abwechslung mal Klischees zu bedienen. Außerdem finde ich die Filme, an denen ich arbeite, ja auch toll und freue mich, dass meine Musik den Film noch besser macht. Meine üblichen Knarzgeräusche wären da fehl am Platz. Ich mach gerne auch mal Entertainment“, gesteht Hauschka im Interview mit tagesspiegel.de
Mit „A Different Forest“ legt Hauschka nun ein Album vor, für das er erstmals gänzlich auf den Einsatz des präparierten Klaviers verzichtet hat und setzte mit dem Erleben der Natur die Grundlage für sein Verständnis des Lebens und der Komposition von Musik.
„Meine Art zu komponieren hat viel mit den freien Wanderungen in der Natur gemein. Beim Wandern geht man oftmals einfach drauflos, ins Ungewisse. Man befindet sich in einer Umgebung, die einem keine Sicherheit gewährt, und muss sich ganz auf die eigene Wahrnehmung verlassen, um Orientierung zu finden. Man sucht sich den Anfang der Route und vielleicht auch bestimmte Wegpunkte aus, aber was dazwischen passieren wird, weiß man vor dem Losgehen noch nicht. Diese Erfahrung habe ich schon sehr früh gemacht und sie war essentiell, um meine Sinne zu erforschen und festzustellen, dass ich, wenn ich meiner Intuition vertraue, viel erreichen kann. So sind musikalische Ideen für mich Wegpunkte beim Spielen und das Spielen selbst ist die Wanderung, die diese verbindet. Ich ordne klingende Ideen in einer musikalischen Reise an.“ 
Dabei klingt „A Different Forest“ ebenso gefällig wie die meisten seiner Filmarbeiten. Übrigens ist Hauschka seit Juni 2018 Mitglied der Academy of Motion Picture Arts and Sciences und darf nun auch mitentscheiden, wer den Oscar für die beste Filmmusik bekommt. In diesem Jahr hat Hauschka schon an den Serien „Der Name der Rose“ und „Dublin Murders“ gearbeitet, dazu die Musik zur Dokumentation „Dialogue Earth“ komponiert.

Diskographie/Filmographie:
2004: Substantial
2005: The Prepared Piano
2006: Hauschka – What A Day (EP)
2007: Wortbrot (Filmmusik)
2007: Versions Of The Prepared Piano
2007: Room To Expand
2008: Höhere Gewalt (Filmmusik)
2008: Blosky (Filmmusik)
2008: Ferndorf
2009: Snowflakes & Car Wrecks (EP)
2009: Small Pieces (EP)
2009: Tales oft he Defeated (Filmmusik)
2010: Foreign Landscapes
2010: QC Notorious (Filmmusik)
2011: Salon Des Amateurs
2011: Pan Tone (mit Hildur Guðnadóttir)
2011: Schwerte Box Set (Angela Fette & Christian Jendreiko & Hauschka & Rosilene Luduvico & Tolouse Low Trax)
2011: Unbestimmt (mit Rosilene Luduvico)
2011: Youyoume (EP)
2012: Salon des Amateurs Remix EP1 (EP)
2012: Salon des Amateurs Remix EP2 (EP)
2012: Silfra (mit Hilary Hahn)
2012: Glück (Filmmusik)
2013: Schnee von gestern (Filmmusik)
2013: Salon des Amateurs Remixes
2014: Abandoned City
2014: Futuro Beach (Filmmusik)
2015: The Boy (Filmmusik)
2015: A NDO C Y
2016: Deutschland. Dein Selbstporträt (Filmmusik)
2016: Lion Original Motion Picture Soundtrack (Filmmusik – mit Dustin O’Halloran)
2016: Stürmische Ernte – In Dubious Battle (Filmmusik)
2016: Exodus Where I Come from Is Disappearing (Filmmusik)
2017: 1000 Arten Regen zu beschreiben (Filmmusik)
2017: What If
2017: The Current War (Filmmusik)
2017: Exodus – Der weite Weg (Filmmusik)
2017: Gunpowder (Filmmusik)
2018: Die Farbe des Horizonts (Adrift) (Filmmusik)
2018: Hotel Mumbai (Filmmusik)
2018: Patrick Melrose (TV-Serien-Musik)
2018: Ashes in the Snow (Filmmusik)
2019: A Different Forest
Playlist: 
01. Hauschka - I Can't Express My Deep Love (What If) - 03:33
02. Hauschka - Another Hike (A Different Forest) - 03:38
03. Hauschka - Opening (Was uns nicht umbringt) - 05:16
04. Hauschka - Feuer (1000 Arten Regen zu beschreiben) - 05:12
05. Hauschka - Blind (5 Movements) - 03:49
06. Hauschka - My Family Lived Here (I Closed My Eyes) - 04:07
07. Hauschka - Twins (The Prepared Piano) - 04:36
08. Hauschka - Hashima Island (A NDO C Y) - 04:11
09. Hauschka - Ping (Salon des Amateurs) - 03:48
10. Hauschka - Early In The Park (Foreign Landscapes) - 03:05
11. Hauschka - Unknown (Small Pieces) - 02:42
12. Hauschka - Wonder (Snowflakes & Car Wrecks) - 03:58
13. Hauschka - Blue Bycicle (Ferndorf) - 05:38
14. Hauschka - Chicago Morning (Room to Expand) - 04:57
15. Hauschka - Salvation (Adrift) - 05:26
16. Hauschka - Glück (Glück) - 04:21
17. Hauschka - First Taxi Trip (Patrick Melrose) - 02:59
18. Hauschka & Stefan Schneider - Common Exposure (Explorer's Club: 7. Belfast- Reykjavik) - 03:55
19. Hauschka - Forgive Me (Gunpowder) - 03:01
20. Hauschka  - Go Get Doc (In Dubious Battle) - 06:09
21. Hauschka & Hildur Guðnadóttir - cool gray #1 (Pan Tone) - 07:30
22. Hauschka & Hilary Hahn - Rift (Silfra) - 06:27
23. Hauschka & Dustin O'Halloran  - Arrival (Lion) - 04:27
24. Hauschka - Orange I (Substantial) - 04:10
25. Hauschka - Woodworkers (A Different Forest) - 06:29

Samstag, 2. Februar 2019

Playlist #259 vom 03.02.2019 - NEUHEITEN 2019 (I)

Mit der ersten Vorstellung von neuen Soundtracks in 2019 begegnen uns wie gewohnt viele vertraute Namen, aber auch eine Menge an Newcomern. So sind routinierte Hollywood-Größen wie Brian Tyler, Mychael Danna und Mark Isham ebenso vertreten wie erst seit einigen Jahren angesagte und produktive Komponisten wie Marco Beltrami, Daniel Pemberton, Benjamin Wallfisch, Joseph Trapanese, Ludwig Göransson und Rupert Gregson-Williams.

Eröffnet wird die heutige Sendung durch den schwedischen Komponisten Hans Lundgren („Night Falls in India“, „Room 213“), der für die Musik zu Fredrik Hillers Horror-Action-Thriller „Operation Ragnarok“ bereits seit 2012 an Themen und Ideen gearbeitet hat, als er das Drehbuch zu lesen bekam.
„Als ich Regisseur Fredrik Hiller zum ersten Mal traf, machte er deutlich, dass auch wenn Monster und Horror in dem Film repräsentiert seien, der Score mehr in die Action- als Horror-Richtung gehen sollte“, erklärt Lundgren seine Beteiligung an dem Film, in dich die durch Spannungen zwischen Einheimischen und Immigranten geprägte Bevölkerung einer südschwedischen Kleinstadt gegen Infizierte behaupten muss, die durch eine seltsame Pest erkrankt sind, worauf die Stadt durch das Militär isoliert wird und die Einheimischen mit den Immigranten zusammen den Kampf gegen die Erkrankten aufnehmen müssen. „Meine Ambition bestand also darin, einen dynamischen, actionreichen Score zu kreieren, der sowohl epische wie intime Momente von Liebe, Horror und Mystery enthielt. Ich wollte auch Orchester, Chor und Synths miteinander verbinden. Im Herz der Geschichte, zwischen Monstern, Gewehrfeuer und Explosionen, geht es um Fremdenfeindlichkeit, die Angst und das Misstrauen dem gegenüber, was für fremdartig oder seltsam gehalten wird. Ich kann nur hoffen, dass die Musik dabei hilft, diese Geschichte zu erzählen.“
In ihrem neuen Film „Megan Leavey“ erzählt die Dokumentarfilmerin Gabriela Cowperthwaite („Blackfish“) die wahre Geschichte der von Kate Mara gespielten Soldatin Megan Leavey, die mit ihren Militärkampfhund Rex viele Leben bei den Kämpfen um Fallujah und Ramadi während des Irakkriegs rettete.
,Megan Leavey‘ ist eine herzerwärmende Geschichte, die viele Ebenen von Drama und Emotion besitzt“, meint Mark Isham, der bereits mit so renommierten Filmemachern wie Robert Redford, Brian De Palma und Paul Haggis zusammengearbeitet hat und zuletzt an Episoden der Serien „Black Mirror“ und „Electric Dreams“ gearbeitet hat. „Der Film benötigte einen Score, der schnell von warmem Humor zu dramatischen Kampfszenen, von dunkler Tragödie zu heroischem Triumph wechseln konnte. Ich wählte ein Vokabular, das im Grunde ‚Americana‘ in Stil und Klang ist - gitarrenbasierter Indie-Rock im Zentrum, mit Kammer-Orchester und ethnischer Percussion angereichert, um die Story und Bilder auszufüllen. Einige Themen und entwickeln sich und vermischen sich im Verlauf des Scores, der eklektisch, aber strukturiert klingt.“
Rupert Gregson-Williams wurde vor allem durch seine Musik zu Komödien wie „Grabgeflüster – Liebe versetzt Särge“, „Ab durch die Hecke“, „Klick“, „Verliebt in die Braut“ und „Kindsköpfe“ bekannt, hat sich seit seinem Engagement für David Yates‘ Action-Abenteuer „Legend of Tarzan“ (2016) für weitere dramatische Stoffe wie Mel Gibsons historisches Kriegsdrama „Hacksaw Ridge“ und Patty Jenkins Fantasy-Abenteuer „Wonder Woman“ qualifiziert. Für James Wans „Aquaman“ schuf er eine vielschichtige Mischung aus heroischen Orchester-Arrangements, die für die Welt über Wasser verwendet werden, und eher ätherische, elektronische Elemente für die Unterwasserwelt von „Aquaman“.
Der philippinische Regisseur Yam Laranas hat mit „Aurora“ einen übernatürlichen Thriller inszeniert, in dem ein Passagierschiff mit einer ganzen Insel kollidiert und eine junge Frau mit ihrer Schwester sich auf die Suche nach den vermissten Toten machen.
,Aurora‘ stellt eine Menge Fragen über unsere eigene Sterblichkeit“, meint der schwedische Komponist Oscar Fogelström. „Recht früh begannen wir darüber zu reden, ein Requiem für die vielen Menschen zu schreiben, die in dem fatalen Schiffsunglück zu Tode kommen, das zentral in dem Film ist. Es bedeutete viel Spaß und eine große Herausforderung, diese Idee zu verwirklichen und diesen Part an verschiedenen Stellen des Scores einzusetzen. Ich übernahm einen Teil der klassischen Texte einer Requiem-Messe, schrieb sie um und ließ ihn von einem Chor einsingen.“
Der britische Komponist Andrew Pearce präsentiert mit „Le Visionnaire“ die Musik zu einer Ausstellung im Museum Yves Rocher, die in vier Räumen die Reise des Gründers der berühmten Kosmetikmarke abbildet.
„Die Geschichte beginnt mit einem eleganten Piano-Schlaflied, das die Saat einer Idee und die Geburt von Yves Rocher suggeriert. Die Schönheit und der Triumph der Natur wird untermalt durch dramatische Harmonie-Wechsel, die auf einer Variation des Hauptthemas (,Le Visionnaire‘) beruhen, während Mädchen-Chöre die Weiblichkeit der Marke widerspiegeln. Der Score stellt einen eklektischen Mix von Stilen und Texturen dar, der manchmal klein und intim wie in ,The Genius Suite‘, aber auch episch und erstaunlich wie in ,Far and Beyond‘ und ,Success at Last‘ ausfällt.“
Die von Aaron Sorkin („Eine Frage der Ehre“, „The Social Network“) kreierte Serie „The West Wing – Im Zentrum der Macht“ thematisierte zwischen 1999 und 2006 die Verzahnung von Politik, Öffentlichkeitsarbeit und der persönlichen Schicksale der einzelnen Mitarbeiter, die im sogenannten „West Wing“ des Weißen Hauses die politischen Entscheidungen des Präsidenten vorbereiten. Die Musik von W.G. Snuffy Walden erscheint nach einer Doppel-CD-Veröffentlichung in 2017 nun als einfache CD.
„Als ich die Seiten des ersten Drehbuchs umblätterte, packten mich die reichhaltigen Charaktere und die informativen Geschichten“, rekapituliert der Komponist, der schon für die Musik zu Serien-Klassikern wie „Roseanne“, „Friday Night Lights“ und „Nashville“ verantwortlich zeichnete. „Ich war überzeugt: dies würde eine Gelegenheit sein, die man sehr selten im Fernsehen bekommt. Als das Projekt bei der Produktion voranschritt, wurde es offensichtlich, dass es eine außergewöhnliche Arbeit werden würde, und ich war gesegnet, Teil dieser Erfahrung zu sein.“
Mit „Glass“ bringt Regisseur M. Night Shyamalan eine Art Trilogie zu Ende, die mit „Unbreakable“ begann und mit „Split“ eine Ebene hinzugefügt bekam. In „Glass“ macht sich nun David Dunn (Bruce Willis) auf die Jagd nach dem hochgefährlichen Schizophrenen Kevin Wendell Crumb (James McAvoy). Doch bevor es zum Showdown in einem Lagerhaus kommt, nimmt eine Spezialeinheit die beiden Männer fest, die sich vor der Psychiaterin Dr. Ellie Staple (Sarah Paulson) erklären müssen. Mit Elijah Price (Samuel L. Jackson) sitzt ein weiterer Mann mit einem vermeintlichen Superhelden-Komplex in der Therapiegruppe … Die Musik zu „Glass“ komponierte wie schon zu „Split“ der bislang unbekannte West Dylan Thomas, dem es ganz gut gelingt, Elemente von James Newton Howards bekannter „Unbreakable“-Komposition mit seinen eigenen Ideen zu verbinden.
Playlist:
01. Hans Lundgren - Revelations (Operation Ragnarok) - 05:00
02. Mark Isham - Adoption (Megan Leavey) - 03:32
03. Rupert Gregson-Williams - It Wasn't Meant To Be (Aquaman) - 03:22
04. Nicklas Schmidt - Old Astrid (Becoming Astrid) - 03:05
05. Armand Amar - Runaway I (Mia and the White Lion) - 03:54
06. Oscar Fogelström - Second Birth (Aurora) - 03:31
07. Andrew Pierce - Feminine Beauty (Le Visionnaire) - 03:26
08. West Dylan Thomas - Origin Story (Glass) - 06:45
09. Trent Reznor & Atticus Ross - A Hidden Moment (Bird Box) - 03:06
10. Rob Simonsen - Moving Forward (The Upside) - 03:02
11. Mychael Danna - Play Time (A Dog's Way Home) - 02:58
12. Mychael Danna - Go On, Professor Ginsburg (On the Basis of Sex) - 04:09
13. Tom Holkenborg - In the Shadows of a Shrine (Mortal Engines) - 03:29
14. Joseph Trapanese - Rob Inspires the People (Robin Hood) - 04:04
15. Ludwig Göransson - It's Your Time (Creed II) - 05:28
16. Daniel Pemberton - Visions Brooklyn 1, 2, 3 (Spider-Man: Into the Spider-Verse) - 03:17
17. Benjamin Wallfisch - Alternate Reality (Serenity) - 03:03
18. Zak Millman - Sylphania Grove (Short Cuts 2018) - 04:25
19. Mowg - Dream (Burning) - 04:04
20. Electric Wave Bureau - Epilogue (The Kid Who Would Be King) - 03:25
21. Ilan Eshkeri - Informer 7 (Informer) - 04:41
22. Dan Romer - Billy Charley (The Innocent Man) - 03:07
23. W.G. Snuffy Walden - Walking the West Wing (The West Wing) - 03:55
24. Anne-Kathrin Dern - Broken (Short Cuts 2018) - 03:47
25. Brian Tyler & John Carey - The Invitation (Escape Room) - 04:43
26. Marco Beltrami - Ueli Dies (Free Solo) - 03:48
27. Jocelyn Pook - The Wife (The Wife) - 03:58
28. Armand Amar - Autour des tours (Vertikal) - 09:20

Sonntag, 13. Januar 2019

Playlist #258 vom 20.01.2019 - LORNE BALFE Special

Der schottische Komponist Lorne Balfe zählt in den letzten Jahren zu den produktivsten Vertretern seiner Zunft, hat sich nicht nur als verlässlicher Partner seines berühmten Mentors Hans Zimmer erwiesen, mit dem er an Filmen wie „Megamind“, „Frost/Nixon“, „Sherlock Holmes“ und „Inception“ gearbeitet hatte, sondern als eigenständiger Komponist im Bereich des Kinofilms, der Fernsehserien und Videospiele etabliert. Zuletzt hat er die Action-Kracher „Operation: 12 Strong“, „Pacific Rim: Uprising“ und „Mission: Impossible – Fallout“ vertont und zusammen mit Hans Zimmer die Musik zu den Videospielen „Bless Online“ und „The Journey – Champions“ kreiert.

Lorne Balfe wurde am 23. Februar 1976 im schottischen Inverness geboren und verbrachte viel Zeit mit seinem Vater David Balfe, der ein erfolgreicher Keyboarder und Plattenproduzent gewesen ist, in dem Studio, das dem Wohnhaus angeschlossen war. Nachdem er es schon immer geliebt hatte, auf dem Piano herumzuhämmern, bekam er als Kind Klavierstunden und sang im Chor des Fettes College, brach den klassischen Unterricht aber ab, um seinen eigenen Weg zur Musik zu finden.
Ohnehin fiel es ihm leichter, Musik als Formen und Farben zu begreifen und nicht als Noten. Als Lorne Balfe älter wurde, entwickelte er einen eklektischen Musikgeschmack, der von Peter Gabriel und Depeche Mode über klassische Komponisten wie Vaughan Williams und Benjamin Britten bis zur Folkmusik seiner Heimat reichte.
Bereits in seinen Teenager-Jahren verbrachte Balfe viele Sommer in den Aufnahmestudios und assistierte den Musikern, die er durch seinen Vater kennenlernte. Mit siebzehn begann er Jingles für Radiostationen zu schreiben und lernte so, auf die Wünsche seiner Klienten einzugehen, die in der einen Woche einen Dance-Track, in der nächsten einen klassischen Titel haben wollten.
Da er eine Karriere bei Film und Fernsehen anstrebte, zog er um das Jahr 2000 nach Los Angeles, wo er bei Remote Control Productions unterkam und zunächst mit Henning Lohner an Filmen wie „Fear“, „Mimic: Sentinel“ und „Hellraiser VII: Deader“ arbeitete, bevor er bei größeren Projekten wie Rupert Gregson-Williams‘ „Hotel Ruanda“ und Hans Zimmers „King Arthur“ als Komponist von zusätzlicher Musik und Synthesizer-Operateur gefragt war.
Dazwischen schrieb Balfe auch Musik für britische Fernsehserien wie „The Last Detective“, „River City“ und „Animal Park“ und bekam 2005 die Gelegenheit, zusammen mit Rupert Gregson-Williams auch an dem Videospiel „Battlefield 2: Modern Warfare“ zu arbeiten.
Durch die Empfehlungen von Gregson-Williams und Lohner durfte Balfe dann bei den von Hans Zimmer komponierten Soundtracks zu verschiedenen Blockbustern aushelfen, komponierte den Action Cue „Backup“ für „Batman Begins“ und den chorale Stück „Opus Die“ für „The Da Vinci Code“ und arrangierte das Hauptthema für „The Simpsons Movie“.
Auch die Scores zu „The Iron Man“, „Transformers“, „Madagascar“ und der „Fluch der Karibik“-Reihe enthalten Musik von Lorne Balfe, der fortan die Musik für Commercials von Coca-Cola und NBC schrieb, aber auch die Musiksammlungen von KPM und Black Mamba Music.
Weitere Lorbeeren erntete Balfe durch seine Arbeit an dem Soundtrack zum erfolgreichen Videospiel „Call of Duty: Modern Warfare 2“, für das er den größten Teil der Musik schrieb und Hans Zimmers Hauptthema ausgiebig arrangierte.
„Die Sache ist, ich muss mich immer noch selbst kneifen, wenn ich zusammen mit ihm arbeite“, erklärt Balfe seine Bewunderung für seinen Mentor Hans Zimmer im Interview mit collider.com. „Ich sehe ihn auf einem so hohen Podest, wenn ich einen Vorschlag mache, dass ich mich immer noch frage, warum er an meiner Meinung interessiert sein sollte. Sein Hintergrund kommt von der kommerziellen Pop-Produktion, und in der Plattenindustrie geht es immer um die Arbeit mit anderen, ums Improvisieren und Jammen. Er brachte mir viel darüber bei, mich nicht selbst unter Druck zu setzen, wenn wir zusammenarbeiten. Der Film kommt zuerst, und wenn es nicht funktioniert, musst du von der Musik dazu Abschied nehmen. Wir sprechen nie über die Musik, sondern übers Filmemachen. Er ist zuallererst ein Filmemacher, dann ein Komponist. Er versteht das Konzept des Geschichtenerzählens.“ 
Seine erste komplett eigene Filmmusik komponierte er 2009 für den Independent-Thriller „Crying with Laughter“, ehe er durch seine Zusammenarbeit mit Hans Zimmer an dem Animations-Spaß „Megamind“ ein Jahr später zunehmend auf sich aufmerksam machte. Balfe produzierte die Scores zu „The Dark Knight“, „Sherlock Holmes“ und „Inception“, schrieb die Trailer-Musik zu „Inception“, „Star Trek“, „Knowing“ und „Harry Potter and the Deathly Hallows“, ehe er sich im Videospielsektor als eigenständige Stimme etablierte.
So wurde er 2011 als Co-Komponist zu „Assassin’s Creed: Revelations“ hinzugezogen, wobei er weder mit seinem Partner Jesper Kyd kommunizierte noch sich die früheren Scores zur Spielreihe anhörte, um dem Soundtrack seinen eigenen Stempel aufzudrücken. Das funktionierte so gut, dass Balfe für die nachfolgenden Sequels „Assassin’s Creed III“ (2012) und „Assassin’s Creed III: The Tyranny of King Washington“ (2013) allein mit der Gestaltung der Soundtracks beauftragt wurde und schließlich auch die knallbunte, kindliche Welt der „Skylanders“-Welt – basierend auf Hans Zimmers Hauptthema – musikalisch beleben durfte.
Nachdem er mit Hans Zimmer an „Crysis 2“ und in Eigenregie an weiteren „Skylanders“-Abenteuern gearbeitet hatte, kehrte Balfe danach nur noch selten ins Videospiel-Genre zurück, da seine Filmkarriere nun richtig in Schwung kam. So komponierte er innerhalb von nur zwei Wochen die epische Musik zum Tempelritter-Abenteuer „Ironclad“ (2011), dann folgte das Reboot von „The Sweeney“ und die Dokumentationen „Salinger“ (2013) und „Girl Rising“ (zusammen mit Rachel Portman) sowie zusammen mit Hans Zimmer und Lisa Gerrard die Musik zur TV-Mini-Doku-Serie „Die Bibel“ (2013).
Mit „Pantani: The Accidental Death of a Cyclist“, „The Last Man on the Moon“, „Above and Beyond“, „Manny“, „Studio 54“ und „The Investigator: A British Crime Story“ folgten in den nächsten Jahren immer wieder interessante Doku-Projekte, dazu Serien-Engagements für „The Crown“, „Marcella“ und „Genius“. In den letzten Jahren profilierte sich Balfe aber auch als Komponist für größere Filme wie „Terminator Genisys“ (2015), „Ghost in the Shell“ (2017), „Geostorm“ (2017).
Das vergangene Jahr war mit „Pacific Rim 2: Uprising“ und „Mission: Impossible – Fallout“ besonders erfolgreich. Derzeit stehen die Arbeiten an dem Drama „Military Wives“, Michael Bays Action-Thriller „6 Underground“ und die Dokumentation „Where’s My Roy Cohn?“ an.
„Ich liebe die Abwechslung. Wenn ich für Horrorfilme schreiben würde und nichts anderes mehr mache, denke ich nicht, dass ich zu dem Film viel beitragen könnte. Es wäre wie ein Job, und ich betrachte es nicht als Job, sondern als sehr privilegierte Situation, in der ich mich befinde“, beschreibt Lorne Balfe seine Liebe zu seiner Komponisten-Tätigkeit im Interview mit flickeringmyth.com. „Und es ist keine 9–5-Erfahrung, sondern du lebst und atmest es, und ich liebe, was ich lerne, auch wenn es eine romantische Komödie ist. Was ich über das Geschichtenerzählen lerne, hilft mir in einem Genre wie Action-Thriller, was nichts damit zu tun hat. Ich liebe es, verschiedene Dinge auszuprobieren, und es ist großartig, mit verschiedenen Stilen zu spielen. Indem du beständig deine Projektarten wechselst, bist du aufmerksamer, und ich liebe die Erfahrung.“ 
Filmographie: 
1988: America's Most Wanted (TV-Doku-Serie)
2000: Animal Park (TV-Doku-Serie)
2000: In Search of the Muse (Fernsehdokumentation)
2000: Kinder unserer Zeit (TV-Doku-Serie) 2002 Cigarette (Kurzfilm)
2003: Loved, Alone (Kurzfilm)
2003: Package Holiday Undercover (Fernsehserie)
2003: Sportscene (Fernsehserie)
2004: Artworks Scotland (TV-Doku-Serie)
2004: Crazy in Love (Video)
2004: Manhunt (Fernsehserie)
2004: Shoebox Zoo (Fernsehserie)
2005: The Jeremy Kyle Show (Fernsehserie)
2005-2006: Nova (TV-Doku-Serie)
2005: Have I Been Here Before? (TV-Doku-Serie)
2005: Mersey Cop (Fernsehfilm)
2005: Hellraiser: Deader (zusätzliche Musik)
2005: Wallace & Gromit – Auf der Jagd nach dem Riesenkaninchen (zusätzliche Musik)
2005: Psycho (TV-Doku-Mini-Serie)
2005: Batman Begins (zusätzliche Musik)
2005: BloodRayne (zusätzliche Musik)
2005: Santa’s Slay – Blutige Weihnachten (zusätzliche Musik)
2005: True Crime (TV-Doku-Serie)
2006-2007: How to Look Good Naked (TV-Doku-Serie)
2006: Fight Science (TV-Doku-Serie)
2006: 10.5 – Apokalypse (zusätzliche Musik)
2006: Megastructures (TV-Doku-Serie)
2006: When Beaches Attack (Fernsehfilm)
2006: The Da Vinci Code – Sakrileg (zusätzliche Musik)
2006: Pirates of the Caribbean – Am Ende der Welt (zusätzliche Musik)
2007: Transformers (zusätzliche Musik)
2007: Die Simpsons – Der Film (zusätzliche Musik)
2007: Bee Movie – Das Honigkomplott (zusätzliche Musik)
2007: River City (Fernsehserie)
2007: The Science of Superstorms (TV-Doku-Serie)
2008: The Dark Knight (zusätzliche Musik)
2008: Iron Man (zusätzliche Musik)
2008: Madagascar 2 (zusätzliche Musik)
2008: Frost/Nixon (zusätzliche Musik)
2009: Sherlock Holmes (zusätzliche Musik)
2009: Transformers – Die Rache (zusätzliche Musik)
2009: Illuminati (zusätzliche Musik)
2009: Call of Duty: Modern Warfare 2 (Videospiel – zusammen mit Hans Zimmer)
2009: Crying with Laughter
2010: Megamind (zusammen mit Hans Zimmer)
2010: Sodales (Kurzfilm)
2010: Inception (zusätzliche Musik)
2010: Uganda: Friends of the Gorilla (Kurzfilm)
2011: Assassin's Creed: Revelations (Videospiel - zusammen mit Jesper Kyd)
2011: Crysis 2 (Videospiel - zusammen mit Hans Zimmer)
2011: Dickste Freunde (zusätzliche Musik)
2011: Five (Fernsehfilm)
2011: Rango (zusätzliche Musik)
2011: Kung Fu Panda 2 (zusätzliche Musik)
2011: Harry Welcomes Arctic Heroes (TV-Doku-Serie)
2011: Ironclad
2011: J.A.W. (Kurzfilm)
2011: Kung Fu Panda: Secrets of the Masters (Kurzfilm)
2011: Megamind: Der Knopf des Verbrechens (Kurzfilm)
2011: Rango (Videospiel)
2011: Skylanders: Spyro's Adventure (Videospiel – zusammen mit Hans Zimmer)
2011: Standing Up for Freedom (Kurzfilm)
2011: The Pointless Hunt (Kurzfilm)
2011: When You Find Me (Kurzfilm)
2012: Assassin's Creed III (Videospiel)
2012: Ruhelos (Fernsehfilm)
2012: Skylanders: Giants (Videospiel)
2012: The Sweeney (The Crime)
2012: Madagascar 3: Flucht durch Europa (zusätzliche Musik)
2013: Die Bibel (TV Mini-Doku-Serie)
2013: Magpie
2013: Assassin's Creed III: The Tyranny of King Washington (Videospiel)
2013: Beyond: Two Souls (Videospiel – zusammen mit Normand Corbeil)
2013: Evermore (Kurzfilm)
2013: Frozen Ground
2013: Girl Rising (Dokumentation – zusammen mit Rachel Portman)
2013: Hellraiser: Origins (Trailer)
2013: Making a Scene (Kurzfilm)
2013: Skylanders: SWAP Force (Videospiel)
2013: Not Another Happy Ending
2013: Red Wing
2013: Salinger (Dokumentation)
2013: Side by Side
2013: The Championship Rounds (Kurzfilm)
2014: Above and Beyond (Dokumentation)
2014: Almost Home (Kurzfilm)
2014: Gloria
2014: Manny (Dokumentation)
2014: Assassin's Creed: Identity (Videospiel)
2014: Blackwood
2014: Skylanders: Trap Team (Videospiel)
2014: Die Pinguine aus Madagascar
2014: Pantani: The Accidental Death of a Cyclist (Dokumentation)
2014. Son of God
2014: The Driver (TV Mini-Serie)
2014: The Last Man on the Moon (Dokumentation)
2014: Uploader (Kurzfilm)
2014: Women of the Bible (Fernsehserie)
2014: Words with Gods (Segment „God's Blood“)
2015: Captive
2015: Home - Ein smektakulärer Trip
2015: A.D.: Rebellen und Märtyrer (Fernsehserie)
2015: American Hero
2015: Bone in the Throat
2015: Dough
2015: Saints & Strangers (TV-Mini-Serie)
2015: Sommer '92
2015: Skylanders: SuperChargers (Videospiel)
2015: Sons of Liberty (TV-Mini-Serie)
2015: Terminator Genisys
2015: Wasted Beauty (Kurzfilm)
2016: Alibi (Kurzfilm)
2016: 13 Hours: The Secret Soldiers of Benghazi
2016-2018: Marcella (Fernsehserie)
2016-2018: The Investigator: A British Crime Story (TV-Doku-Serie)
2016: Behold the Monkey (Fernsehfilm)
2016: Dirty Cops: War on Everyone
2016: Kung Fu Panda: Secrets of the Scroll (Kurzfilm)
2016: Le Mans: 3D (Dokumentation)
2016: Skylanders: Imaginators (Videospiel)
2016: Morgan Freeman's Story of God (Fernsehserie)
2016: The Fresco Fiasco (Fernsehdokumentation)
2017: Them (Kurzfilm)
2017-2018: Genius (Fernsehserie)
2017: Adam: The Mirror (Kurzfilm)
2017: Churchill
2017. Firebase (Kurzfilm)
2017: Geostorm 
2017: Ghost in the Shell (zusammen mit Clint Mansell) 
2017: Le Mans: Racing Is Everything (TV-Doku-Serie)
2017: Rakka (Kurzfilm)
2017: The Crown (Fernsehserie - zusammen mit Rupert Gregson-Williams)
2017: The Florida Project
2017: The Lego Batman Movie
2017: Zygote (Kurzfilm)
2018: FIFA 19: The Journey - Champions (Videospiel - zusammen mit Hans Zimmer)
2018: Happy Birthday to Me (Kurzfilm)
2018: Hurricane Heist
2018: Mission: Impossible - Fallout
2018: Operation: 12 Strong
2018: Pacific Rim 2: Uprising
2018: September Keynote
2018: September Keynote 2018 - Opening Film - Apple (Kurzfilm)
2018: Studio 54 (Dokumentation)
2018: Bless Online (Videospiel – zusammen mit Hans Zimmer)
2018: Battlefield V (Videospiel)
2018: Duet (Kurz-Dokumentation)
2018: The Cry (TV Mini-Serie)
Playlist: 
01. Hans Zimmer & Lorne Balfe - Giant Blue Head (Megamind) - 04:28
02. Lorne Balfe - The Magna Carta (Ironclad) - 04:17
03. Lorne Balfe - Assassin's Creed Theme (Assassin's Creed: Revelations) - 04:43
04. Hans Zimmer & Lorne Balfe - Journey (The Bible) - 03:20
05. Hans Zimmer & Lorne Balfe feat. Lisa Gerrard - Promised King (Son of God) - 04:33
06. Lorne Balfe - Gassendi (The Last Man on the Moon) - 02:54
07. Lorne Balfe - The Future (Dough) - 02:09
08. Lorne Balfe - Childhood (Manny) - 03:32
09. Lorne Balfe - Celestial (Magic City - The Art of the Street) - 05:53
10. Hans Zimmer & Lorne Balfe - Making Waves (Sons of Liberty) - 03:09
11. Lorne Balfe - Remembering Salinger (Salinger) - 03:53
12. Lorne Balfe - The New World (Saints & Strangers) - 04:39
13. Lorne Balfe - Fallen in Love (Gloria) - 03:58
14. Lorne Balfe - Vince (The Driver) - 03:20
15. Lorne Balfe - Harry's Story (Blackwood) - 01:47
16. Lorne Balfe - The Beach (Churchill) - 04:09
17. Lorne Balfe - The Syndicate (Mission: Impossible - Fallout) - 06:00
18. Lorne Balfe - Nature Warning (Geostorm) - 03:13
19. Lorne Balfe - Brothers (The Hurricane Heist) - 04:11
20. Lorne Balfe - Shao Industries (Pacific Rim Uprising) - 04:35
21. Lorne Balfe - 20,000 Feet Above (12 Strong) - 03:01
22. Lorne Balfe - Hero (13 Hours) - 04:19
23. Lorne Balfe - Sarah & Kyle (Terminator Genisys) - 04:37
24. Hans Zimmer & Lorne Balfe - 29 (The Journey - Champions) - 02:44
25. Lorne Balfe - Mother & Daughter (Restless) - 03:51
26. Lorne Balfe - Do You Forgive Me? (The Cry) - 03:11
27. Lorne Balfe - End Credits (Images of Life) - 04:34
28. Lorne Balfe - Taking Off (Above and Beyond) - 04:06
29. Lorne Balfe - Trade Places (The Holiday) - 03:51

Dienstag, 1. Januar 2019

Playlist #257 vom 06.01.2019 - BEST OF 2018

Wir blicken auf ein ereignisreiches Kinojahr zurück, das uns ebenso vielschichtige, unterschiedliche Filme präsentierte wie die dazugehörigen Soundtracks, von denen ich euch in der ersten Sendung in diesem Jahr einige meiner persönlichen Highlights vorstellen möchte. Da dürfen die von mir seit Jahren geschätzten Star-Komponisten James Newton Howard und Alexandre Desplat ebenso wenig fehlen wie Danny Elfman, Dustin O’Halloran, Hauschka und Nicholas Britell mit ihren ruhigeren Klängen, die beiden Radiohead-Musiker Jonny Greenwood und Thom Yorke mit ihren außergewöhnlichen Filmarbeiten oder Anna Meredith, Cliff Martinez und Rob mit ihren elektronisch geprägten Scores.

Mit Filmemacher Gus Van Sant verbindet Danny Elfman eine langjährige Zusammenarbeit, die 1995 mit „To Die For“ begann und über „Good Will Hunting“, das „Psycho“-Remake, „Milk“ und „Promised Land“ bis zum aktuellen Biopic „Don’t Worry, weglaufen geht nicht“ führt, in der Van Sant die wahre Geschichte des alkoholsüchtigen Partylöwen John Callahan (Joaquin Phoenix) erzählt, der nach einem Autounfall an den Rollstuhl gefesselt ist, aber durch eine skurrile Gruppe der Anonymen Alkoholiker wieder zurück ins Leben findet und nicht nur eine neue Liebe, sondern auch ein Talent für das Zeichnen von Cartoons entdeckt, mit denen er weltberühmt wird.
Elfman untermalt dieses komödiantische Drama mit einer eindringlichen Mischung aus wenigen akustischen Instrumenten, von denen immer wieder die Streicher und das Piano in den Vordergrund stehen und von Percussions und Petra Hadens Stimme verstärkt werden, mit der Elfman bereits bei „The Circle“ zusammengearbeitet hatte.
Das Piano steht auch in Dustin O’Hallorans (Oscar-nominiert für seine Arbeit an „Lion: Der lange Weg nach Hause“) Score zu Marc Turteltaubs Regiedebüt „Puzzle“ im Mittelpunkt. Der Film erzählt die Geschichte der Hausfrau Agnes (Kelly Macdonald), deren Leben sich nur um die Versorgung ihrer Männer und die Ordnung im Haushalt dreht. Als sie zum Geburtstag ein Puzzle geschenkt bekommt, erschließt sich ihr eine ganz neue Welt. Die Freude an ihrem neuen Hobby lässt sie sogar die Hausarbeit vergessen und Nachschub in einem Laden in der Stadt besorgen, wo sie auf eine Anzeige stößt, in der jemand einen Puzzle-Partner sucht. Die folgenden Treffen mit Robert (Irrfan Khan) helfen Agnes dabei, auch ihr eigenes Leben neu zu ordnen.
O’Halloran wusste nach dem Lesen des Skripts sofort, mit welchen musikalischen Mitteln er das Projekt angehen wollte. „In diesem Fall wusste ich schnell, dass ich mit einem kleinen Streicherensemble, Klavier und Holzbläsern arbeiten wollte“, erzählt der Komponist im Interview mit Deutschlandfunk Kultur. „Holzblasinstrumente vermitteln immer so einen etwas altmodischen Klangeindruck, und das passte gut zur Hauptfigur des Films, Agnes, die lieber puzzelt als ihr Smartphone zu benutzen. Und dann kam noch die Harfe dazu: Die hab‘ ich bislang sehr selten eingesetzt, aber in diesem Fall repräsentiert sie die besondere Magie, diese innere Schönheit, die Agnes an sich entdeckt.“
Auch Volker Bertelmann aka Hauschka hat sich im vergangenen Jahr mit einigen bemerkenswerten Scores hervorgetan, so zum romantischen Abenteuer-Drama „Die Farbe des Horizonts“ (Adrift) von Baltasar Kormákur, das von einem frischen Liebespaar erzählt, das von Tahiti aus mit dem Segelboot den Pazifik überqueren will und dabei in einen schweren Sturm gerät. Der in Düsseldorf lebende Komponist hat sich seit 2004 mit seiner Kunst, besondere Klangwelten durch präparierte Klaviere zu erzeugen, einen Namen gemacht und arbeitet seit 2007 zunehmend auch an Filmen wie „Glück“, „The Boy“ und „Stürmische Ernte“. In 2018 hat er nicht nur an der TV-Mini-Serie „Patrick Melrose“ mit Benedict Cumberbatch in der Hauptrolle, sondern auch an den Filmen „Was uns nicht umbringt“, „Hotel Mumbai“, „Ashes in the Snow“ und eben „Die Farbe des Horizonts“ gearbeitet, wo er Streicher- und Piano-Klänge mit preparierten Drums Holzinstrumenten einsetzte.
Auch Daniel Hart, der als Violinist bei St. Vincent und Broken Social Scene tätig gewesen ist, bevor er ins Filmmusikgeschäft einstieg und so bemerkenswerte Scores zu „A Ghost Story“ und „Tumbletown“ kreierte, ist für seine eher minimalistisch orchestrierten Soundtracks bekannt. Mit dem Regisseur David Lowery arbeitet Hart seit „St. Nick“ (2009) regelmäßig zusammen und realisierte nach „The Saints – Sie kannten kein Gesetz“, „Elliot, der Drache“ und „A Ghost Story“ auch Lowerys neues Comedy-Crime-Drama „Ein Gauner & Gentleman“, in dem Robert Redford den mehrfachen Bankräuber Forrest Tucker spielt, dem es insgesamt 18 mal während seiner lebenslangen Haftstrafe gelungen ist, aus dem Gefängnis auszubrechen, auch von Alcatraz.
Hart komponierte einen wunderbar jazzigen, luftigen und melancholischen Score, der auch jenseits des Films einen bleibenden Eindruck hinterlässt.
Den großorchestralen Reigen eröffnet dann James Newton Howard, der 2018 an gleich drei Blockbuster-Produktionen beteiligt gewesen ist, beginnend mit dem Spionage-Drama „Red Sparrow“ von Francis Lawrence, mit dem der Komponist bereits an „I Am Legend“, „Wasser für die Elefanten“ und den letzten drei Filmen der „Tribute von Panem“-Reihe zusammengearbeitet hatte. Vor allem in der knapp 12-minütigen „Ouverture“, die musikalisch Bezug auf die Tanzkarriere der Protagonistin nimmt und Bezüge auf russische Komponisten wie Shostakovich aufweist, dokumentiert Howard seine kompositorische Klasse, ebenso in den ebenfalls sehr langen Tracks „Didn’t I Do Well?“ und „End Titles“ mit den elegischen Melodiebögen und feinen Choreinlagen.
„Mit Francis Lawrence zu arbeiten, macht immer Spaß. Seine Filme eröffnen große musikalische Möglichkeiten, während seine Kommunikationsfähigkeiten klar und beständig sind. Meine erste Aufgabe bei ‚Red Sparrow‘ bestand darin, ein zwölfminütiges Stück zu komponieren, das sowohl als Ballett als auch als Begleitung zu einer entfalteten Erzählung fungieren kann“, meint Howard. Seinen klassischen Wurzeln blieb der prominente Komponist, der bei acht Nominierungen immer noch auf seine erste Oscar-Auszeichnung wartet, auch in Walt Disneys „The Nutcracker and the Four Realms“ treu, an dessen Musik er zwei Jahre arbeitete und für die er sich immer wieder auf die berühmten Themen bezog, die Tchaikovsky für sein 1892 inszeniertes Ballett komponiert hatte. „Tchaikovsky ist einer der größten Melodien-Schreiber aller Zeiten. Die Farben des ,Nussknacker‘-Balletts sind ins Vokabular der Filmmusik übergegangen“, meint Howard. „Der Score ist sehr traditionell ausgefallen, mit großem Orchester, vielen Holzbläsern und Streichern, dazu Glockenspiel, Kirchen- und Chormusik“.
Großartig ist auch seine Arbeit zum neuen „Fantastische Tierwesen“-Abenteuer „Grindelwalds Verbrechen“ ausgefallen, dem erfolgreichsten Film des vergangenen Jahres. Howard setzte dazu ein 90-köpfiges Orchester und einen 40-stimmigen Chor ein, um ebenso spannende wie dunkle, humorvolle und berührende Momente stimmungsvolle zu untermalen.
Ebenso umtriebig war der französische Komponist Alexandre Desplat, zuletzt Oscar-prämiert für seine Arbeiten an Wes Andersons „Grand Budapest Hotel“ und Guillermo del Toros „The Shape of Water“. Zu Jacques Audiards dunklen Comic-Western „The Sisters Brothers“ schuf Desplat einen für das Genre mehr als ungewöhnlichen Score.
„Was könnte ich für einen Western schreiben? Weil der Film so anders ist, erlaubt er auch etwas anderes“, erzählt der Komponist im Interview mit Indiewire. „Es gibt keine Blechbläser, sondern eine kleine Jazz-Combo, die aber etwas seltsame, bedrückene, dunkle Musik spielt. Es war ein langer Prozess des Experimentierens und des Versuchs, nicht von Bernstein, Morricone oder sonstwem beeinflusst zu werden.“
Desplat ließ sich für seinen unorthodoxen Western-Score vom Jazz und Blues, aber auch von John Cage inspirieren, benutzte ein präpariertes Klavier, Timpani Drums und Cimbalon sowie eine von seiner Frau gespielten elektrischen Violine.
Außergewöhnlich ist auch die erneute Zusammenarbeit zwischen Wes Anderson und Alexandre Desplat beim Stop-Motion-Abenteuer „Isle of Dogs“ ausgefallen, nachdem sie bereits erfolgreich die Filme „Fantastic Mr. Fox“, „Moonrise Kingdom“ und „Grand Budapest Hotel“ verwirklicht haben.
„Es ist, als ob Mr. Fox mit der Atombombe zusammentrifft, es ist verrückt“, meint Desplat. „Der Reichtum des Visuellen ist einfach unglaublich. Die Detailfreude bei den Puppen. Ich habe so etwas noch nie zuvor gesehen. Die Musik ist ein Mix aus Japan, Wes Anderson und Desplat, die in einem Zimmer spielen. Halte nach dem Irrsinn Ausschau!“
Dagegen fallen Desplats Musik zu Chris Weitz‘ Drama um die Jagd nach Nazi-Verbrechern „Operation Finale“, Frederik Wiedmann Score zu dem Abenteuer-Road-Movie „Snow To Sand“ und Nicholas Britells Arbeit an Barry Jenkins‘ („Moonlight“) neuen Drama „Beale Street“ wieder etwas ruhiger und konventioneller aus, ehe Anna Meredith, Rob und Cliff Martinez mit ihren Scores demonstrieren, wie vielseitig mittlerweile wieder mit Synthesizern an Soundtracks gearbeitet wird. Zu den Oscar-Kandidaten für die beste Filmmusik zählen in diesem Jahr sicher auch der Schwede Ludwig Göransson, der für die Aufnahmen zum Marvel-Film „Black Panther“ nach Afrika gereist ist, um sich dort Inspirationen für die Untermalung des ersten schwarzen Superhelden im Marvel-Universum zu holen.
Und auch Spike Lee kehrt mit seinem neuen Film „BlacKkKlansman“ zum Rassissmus-Thema früherer Werke wie „Malcolm X“ und „Rodney King“ zurück, wozu Terence Blanchard einen furiosen Orchester-Funk-Mix kreierte. Funkig-groovig geht es auch in den beiden Heist Movies „Ocean’s 8“ und „King of Thieves“ zu, während die beiden Radiohead-Musiker Thom Yorke (zum „Suspiria“-Remake) und Jonny Greenwood (zu Lynne Ramsays Thriller-Drama „A Beautiful Day“) ebenso ungewöhnliche Klänge gefunden haben wie Oscar-Gewinner Justin Hurwitz („La La Land“) zu Neil Armstrongs humanistischen Weltraum-Trip „First Man“ und der im vergangenen Jahr verstorbene Isländer Jóhann Jóhannsson zum Horror-Drama „Mandy“.
Playlist:
01. Danny Elfman - Drawing Montage (Don't Worry, He Won't Get Far On Foot) - 03:01
02. Dustin O'Halloran - Puzzle Competition (Puzzle) - 02:39
03. Hauschka - Destination Unknown (Adrift) - 03:29
04. Hauschka - Opening (Was uns nicht umbringt) - 05:15
05. Carter Burwell - The Mortal Remains (The Ballad of Buster Scruggs) - 02:41
06. Daniel Hart - The Diner [Part One] (The Old Man and the Gun) - 03:11
07. James Newton Howard - Blonde Suits You (Red Sparrow) - 04:59
08. James Newton Howard - Sugar Plum and Clara (The Nutcracker and the Four Realms) - 07:42
09. James Newton Howard - Leta's Flashback (Fantastic Beasts: The Crimes of Grindelwald) - 04:40
10. Alexandre Desplat - To Jacksonville (The Sisters Brothers) - 03:26
11. Alexandre Desplat - To Israel (Operation Finale) - 02:28
12. Frederik Wiedmann - Winter (Snow to Sand) - 03:02
13. Nicholas Britell - Agape (If Beale Street Could Talk) - 02:55
14. Trent Reznor & Atticus Ross - Big Wide World (Mid90s) - 03:19
15. Anna Meredith - MIDI (Eigth Grade) - 03:42
16. Cliff Martinez - Oh My God I Shot You (Game Night) - 05:05
17. Rob - Cave (Revenge) - 03:31
18. Ludwig Goransson - A Kings Sunset (Black Panther) - 04:28
19. Terence Blanchard - Photo Opps (BlacKkKlansman) - 03:39
20. Daniel Pemberton - OSR I - III (One Strange Rock) - 03:43
21. Daniel Pemberton - Nine-Ball (Ocean's 8) - 03:40
22. Benjamin Wallfisch - Night at Hatton Garden (King of Thieves) - 04:20
23. Thom Yorke - The Hooks (Suspiria) - 03:18
24. Jonny Greenwood - Tree Synthesizers (You Were Never Really Here) - 04:25
25. Alexandre Desplat - End Titles (Isle of Dogs) - 04:52
26. Justin Hurwitz - The Landing (First Man) - 05:32
27. Jóhann Jóhannsson - Mandy Love Theme (Mandy) - 04:39
28. Harry Gregson-Williams - "It's Not For Me" (Breath) - 06:58

Sonntag, 16. Dezember 2018

Playlist #256 vom 23.12.2018 - SACRED SPIRITS

Direkt vor den Weihnachtstagen bietet es sich natürlich an, filmmusikalische Referenzen aufzuspüren. Während ich vor zwei Jahren noch Kompositionen zu Hollywood-Weihnachtsfilmen wie „Santa Clause“, „Polar Express“, „Silver Bells“, „A Christmas Carol“, „How The Grinch Stole Christmas“, „Miracle on the 34th Street“, „Jingle All the Way“ und „Scrooged“ präsentierte, steht in der heutigen Sendung der spirituelle Aspekt, der mit dem Weihnachtsfest verbunden wird, im Vordergrund. Das Konzept ist dabei so weit gefasst, dass es um die Geburt Christi nur am Rande geht, dafür um nicht nur christliche Werte wie Nächstenliebe, Toleranz und Mut, aber auch um spirituelle Traditionen außerhalb unseres Kulturkreises. 

So hat Harry Gregson-Williams für das 2005 von Ridley Scott inszenierte historische Drama „Königreich der Himmel“ die Geschichte eines jungen Schmieds vertont, der mit europäischen Kreuzrittern im 12. Jahrhundert nach Jerusalem zieht, wo der brüchige Frieden zwischen Moslems und Christen verteidigt werden soll. Die 1981 von Brendan Perry und Lisa Gerrard gegründete australische Band Dead Can Dance komponiert zwar – bis auf eine Ausnahme: Augustin Villarongas „El Nino De La Luna“ -, keine Filmmusik, doch mit ihrem eklektizistischen Ansatz, der das Interesse an musikalischen und spirituellen Traditionen, Literatur und darstellender Kunst vereint, entstehen immer wieder Berührungspunkte. Lange bevor Hans Zimmer auf die außergewöhnliche Stimme von Lisa Gerrard aufmerksam geworden ist, um mit ihr an Ridley Scotts „Gladiator“ zu arbeiten, veröffentlichten Dead Can Dance 1987 mit „Within The Realm Of A Dying Sun“ ein Album mit mystischen, filmmusikalisch anmutenden und äußerst hypnotischen Klangbildern.
Ihre unglaubliche Imaginationskraft, mit deren Hilfe sie die Atmosphäre verfallener Gemäuer, heiliger Stätten, archaischer Rituale oder einer prächtigen Kathedrale in musikalische Entitäten transformieren können, hinterlässt auch beim Hörer einen nachhaltigen Eindruck, weckt intensiv aufwallende Assoziationen und führt ihn in sein inneres Wesen zurück. Mit „Persephone“ und „Summoning of the Muse“ präsentiere ich gleich zwei herausragende Songs des längst zum Klassiker avancierten Albums.
Ihr Song „The Host of Seraphim“ von ihrem ein Jahr später erschienenen Werk „The Serpent’s Egg“ wurde auch in Ron Frickes Dokumentarfilm „Baraka“ (in der Sufi-Sprache der Begriff für „Atem des Lebens“), in dem er 24 Länder auf allen Kontinenten bereiste und die Schönheit der Natur und das Schicksal der dort lebenden Menschen in einzigartigen Bildern festhielt.
„Es ist eine Reise der Wiederentdeckung, die in die Natur eintaucht, in die Geschichte, den menschlichen Geist und schließlich in das Reich des Unendlichen“, beschreibt der Regisseur seinen Film, mit dem er die Evolution der Erde, die Verschiedenheit der Menschen, ihre Verbindungen und ihren Einfluss auf die Erde auf nonverbale Weise einfängt. Michael Stearns komponierte dazu die Original-Musik, verwendete dabei auch Kompositionen aus Japan, Bali, Brasilien und Nepal.
Das künstlerische Konzept von Ron Fricke haben auf musikalische Weise auch die beiden Waliser Andrew Cadmore und Chris Brandrick mit ihrer 1988 gegründeten und nach einem Gedicht von Apollinaire benannten Band Zone umzusetzen versucht. Während sie musikalisch von John Cale, Throbbing Gristle, Brian Eno, Stockhausen, Fred Firth, Faust, Can und den frühen Tangerine Dream beeinflusst wurden, haben sie sich thematisch vor allem mit den unterschiedlichsten religiösen Traditionen auseinandergesetzt, wobei sie die überall zum Tragen kommende Sehnsucht nach Liebe, Leben und Licht ins Zentrum ihrer Kompositionen gestellt haben. Zu den eindringlichsten Stücken zählt fraglos „Beautiful Machine“ aus ihrem 1991er Album „Born of Fire“.
Ethnisch angehauchte Klänge gibt es von Armand Amar zu hören, der viele Werke des Dokumentarfilmers Yann Arthus-Bertrand vertont hat, darunter die an die biblische Schöpfungsgeschichte angelehnte Foto-Dokumentation „Die Erde von Oben“, in der ein Vater mit seinem Sohn eine Weltreise unternehmen, die zu den Ursprüngen unserer Kultur zurückführt. Aber auch Peter Gabriel hat mit seinen beiden Filmmusiken zu Martin Scorseses „Die letzte Versuchung Christi“ (1988) und Phillip Noyces „Long Walk Home“ (2002) außergewöhnliche Instrumente eingesetzt, um die spirituellen Themen der Filme einfühlsam umzusetzen.
Abgerundet wird die Sendung durch einige schlicht ergreifend schöne Film-Melodien, die so großartige Komponisten wie Hans Zimmer, Thomas Newman, Danny Elfman, James Horner und James Newton Howard kreiert haben – oft mit gekonnter Einbindung von Chören.
Playlist:
01. Harry Gregson-Williams - Coronation (Kingdom of Heaven) - 03:01
02. Dead Can Dance - Persephone (Within the Realm of a Dying Sun) - 06:36
03. Zone - Beautiful Machine (Born of Fire) - 11:38
04. Martin Phipps & Hans Zimmer - Maria Altman (Woman in Gold) - 03:09
05. Armand Amar - Civilisation - Petra - Rajasthan - Kirie - Souffle - Nazca (Terre Vue Du Ciel) - 12:18
06. Peter Gabriel - Passion (Passion - The Last Temptation of Christ) - 07:38
07. Peter Gabriel - Cloudless (Long Walk Home - Rabbit-Proof Fence) - 04:49
08. Armand Amar feat. Sinead O'Connor - A New Born Child (The First Cry) - 03:30
09. James Horner - All Is Lost (The New World) - 08:14
10. James Newton Howard - Humanity Goes On Trail (Snow Falling On Cedars) - 04:44
11. Zbigniew Preisner - Lacrimosa - Day of Tears (Requiem For My Friend) - 04:06
12. Thomas Newman - The Church of Glass (Oscar and Lucinda) - 03:50
13. Howard Shore - Lothlorien (The Lord of the Rings: The Fellowship of the Ring) - 04:33
14. James Newton Howard - The Healing (Lady in the Water) - 04:04
15. Hans Zimmer - Kyrie for the Magdalene (The Da Vinci Code) - 03:55
16. Max Richter - Path 5 [Digitonal's Theo in Dreamland Mix] (Sleep Remixes) - 06:47
17. Dead Can Dance - Summoning of the Muse (Within the Realm of a Dying Sun) - 04:55
18. Michael Stearns - End Credits (Baraka) - 05:46
19. James Newton Howard - Swimming (Waterworld) - 04:15
20. Dead Can Dance - The Host of Seraphim (Baraka) - 06:17

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