Starke Soundtracks

Samstag, 16. Juni 2018

Playlist #243 vom 24.06.2018 - ROGER DEAKINS Special

Der britische Kameramann Roger Deakins zählte bislang zu den brillanten Filmschaffenden in Hollywood, die für ihre außergewöhnliche Arbeit zwar immer wieder an Oscar-prämierten Filmen mitwirken und auch selbst für die prominente Auszeichnung nominiert worden sind, aber einfach nicht auf das Siegertreppchen steigen dürfen. Seit seiner ersten Oscar-Nominierung für die Stephen-King-Verfilmung „Die Verurteilten“ im Jahre 1995 hat es Deakins auf unglaubliche dreizehn Nominierungen gebracht, bis er in diesem Jahr beim vierzehnten Versuch verdientermaßen den Oscar für seine Arbeit an Denis Villeneuves „Blade Runner 2049“ erhielt.

Der am 24. Mai 1949 in englischen Torquay geborene Roger Deakins studierte zunächst Grafikdesign, entdeckte dann seine Liebe zur Fotografie und studierte an der National Film and Television School in London. Mitte der 1970er Jahre begann er vor an Dokumentationen und beim Fernsehen zu arbeiten, bis er 1984 seinen Kinoeinstand mit Michael Radfords Adaption des George-Orwell-Klassikers „1984“ feiern durfte. Radford engagierte Deakins drei Jahre später auch für sein Mystery-Krimi-Drama „Die letzten Tage in Kenya“, ehe die Coen-Brüder auf ihn aufmerksam wurden.
Nach „Barton Fink“ (1991) und „Hudsucker – Der große Sprung“ (1994) resultierte aus der dritten gemeinsamen Zusammenarbeit bei „Fargo“ (1996) Deakins zweite Oscar-Nominierung. Seither ließen die Coen-Brüder ihre Filme „The Big Lebowski“ (1998), „Ein (un)möglicher Härtefall“ (2003), „Ladykillers“ (2004), „No Country For Old Men“ (2007), „True Grit“ (2010) und „Hail, Caesar!“ (2016) von Deakins bebildern. Aber auch mit den Regisseuren Sam Mendes („Jarhead“, „Zeiten des Aufruhrs“, „James Bond 007 – Skyfall“) und Denis Villeneuve („Prisoners“, „Sicario“, „Blade Runner 2049“) arbeitet Deakins regelmäßig zusammen.
Deakins wurde vor allem von Jean-Pierre Melville, Andrei Tarkovsky, Akira Kurosawa, Kenji Mizoguchi und Luchino Visconti beeinflusst. Melvilles „Armee im Schatten“ (1969) ist für ihn der größte Film überhaupt. Deakins war als Kameramann für immerhin an sieben Filmen tätig, die als „Bester Film“ für einen Oscar nominiert wurden: „Die Verurteilten“ (1994), „Fargo“ (1996), „A Beautiful Mind“ (2001), „No Country For Old Men“ (2007), „Der Vorleser“ (2008), „A Serious Man“ (2009) und „True Grit“ (2010), wovon „A Beautiful Mind“ und „No Country For Old Men“ auch als Sieger hervorgingen.
Ein ähnlich hartes Los im Rennen um die Oscars teilt übrigens Komponist Thomas Newman, der wie Deakins auch für „Die Verurteilten“ seine erste Nominierung für einen Academy Award erhielt und mittlerweile auf ebenfalls vierzehn Nominierungen kommt, ohne aber – im Gegensatz zu Deakins – je einmal einen gewonnen zu haben. Der Brite sieht dem Trubel um die alljährliche Oscar-Verleihung aber gelassen entgegen: „Natürlich ist es nett, wenn die Leute deine Arbeit sehen und schätzen. Ich weiß es wirklich nicht. Ich mache einfach weiter und ich mag es, Filme zu drehen. Ich meine, okay, es ist wirklich eine kuriose Sache, wenn ein Film ignoriert oder besprochen wird. Es ergibt für mich keinen Sinn. Das, was ich als meine beste Arbeit betrachte und einige der besten Filme, an denen ich gearbeitet habe, sind scheinbar spurlos verschwunden. Es wird nichts miteinander verrechnet“, meint Deakins.
Playlist:
01. Hans Zimmer & Benjamin Wallfisch - Tears In Rain (Blade Runner 2049) - 02:11
02. Thomas Newman - Shawshank Redemption (The Shawshank Redemption) - 04:31
03. James Newton Howard - I'm Back, Lucius … (The Village) - 07:41
04. Zbigniew Preisner - Main Title (The Secret Garden) - 03:33
05. Nico Muhly - Go Back To Your Friends (The Reader) - 05:22
06. Christopher Young - Scream Of Silence (The Hurricane) - 05:10
07. Carter Burwell - Delivery (Fargo) - 04:51
08. Carter Burwell - Blood Trail (No Country For Old Men) - 03:55
09. Carter Burwell - Ride To Death (True Grit) - 02:30
10. Carter Burwell - A Serious Man (A Serious Man) - 02:45
11. Mark Isham - Upside Down (In The Valley Of Elah) - 03:21
12. Graeme Revell - The Sheik's Abduction (The Siege) - 02:57
13. Craig Armstrong - Zones Of Time (In Time) - 02:11
14. Thomas Newman - Dickskinner (Jarhead) - 03:34
15. Thomas Newman - Elevator Cat & Mouse (Skyfall) - 04:00
16. James Horner - Hymn (Courage Under Fire) - 03:39
17. James Horner - The Waves Of The Caspian Sea (House Of Sand And Fog) - 04:00
18. James Horner - Nash Descends Into Parcher's World (A Beautiful Mind) - 04:37
19. Thomas Newman - End Title (Revolutionary Road) - 04:54
20. Howard Shore - Goodbye Sermon (Doubt) - 02:37
21. Nick Cave & Warren Ellis - Rather Lovely Thing (The Assassination Of Jesse James) - 03:15
22. Philip Glass - Thirteenth Dalai Lama (Kundun) - 03:23
23. Jóhann Jóhannsson - Desert Music (Sicario) - 05:06
24. Danny Elfman - Suite (Anywhere But Here) - 07:35
25. Aaron Zigman - You're A Shitty Carpenter (The Company Men) - 03:29
26. Alexandre Desplat - To Naoetsu (Unbroken) - 03:53
27. James Horner - This Land Is Not For Sale/End Titles (Thunderheart) - 08:14

Samstag, 2. Juni 2018

Playlist #242 vom 10.06.2018 - NEUHEITEN 2018 (3)

Die dritte Neuheiten-Sendung in diesem Jahr steht nicht nur im Zeichen vieler bislang unentdeckter neuer Komponisten wie Ariel Marx, Ronit Kirchman, Rodrigo Amarante, Scott McRae, Ryan Rapsys und Austin Fray, sondern präsentiert auch ausgesuchte Re-Releases alter Meister wie Jerry Goldsmith und James Horner. Abgerundet wird die Show durch neue Arbeiten von bekannten Namen wie Tyler Bates, Alan Silvestri, Cliff Martinez, Marco Beltrami, Christophe Beck und vielen anderen. Vor allem im Bereich der Fernsehunterhaltung gibt es mit Musik aus Serien wie „Cosmos“, „The Sinner“, „Legion“ und „Star Trek: Discovery“ interessante Klänge zu entdecken.

Garth Stevenson, der in den Bergen von West-Canada aufwuchs, dort Piano und Double-Bass zu spielen lernte und ein Leben in Harmonie mit der Natur kultivierte, arbeitete bei dem biografischen Drama „Chappaquiddick“ zum zweiten Mal nach „Tracks“ mit Regisseur John Curran zusammen. Der Film thematisiert die Ereignisse, bei denen Mary Jo Kopechne im Juli 1969 bei einem von Senator Ted Kennedy verursachten Autounfall auf der kleinen Insel Chappaquiddick, Massachusetts, ums Leben kam.
„John verlangte nach einem Gleichgewicht zwischen Dunkelheit und Helligkeit in dem Score. Die Teufel und Engel sollten sich innerhalb der Stücke überlappen“, beschreibt Stevenson die Ausgangssituation für seine Arbeit, die zugleich geheimnisvoll, bedrohlich und betörend schön ausgefallen ist. „Teds Hauptthema wird über der Karte von Chappaquiddick vorgestellt und ist durch den gesamten Score eingewoben. Das Thema handelt von dem Schatten, den Chappaquiddick über Senator Kennedys Leben und Karriere geworfen hat. Es ist gelegentlich in überlappenden Orchestrierungen präsentiert, um einen kanonischen Effekt zu erzeugen. Es hängt über seinem Kopf wie das wiederkehrende Bild der Brücke bei Nacht.“
Ariel Marx zählt zu der jungen Garde neuer Komponisten, die originelle Verbindungen zwischen klassischen, aber auch ungewöhnlichen Instrumenten sowie elektronischen Klängen zu kreieren versuchen. Für Jennifer Fox‘ Mystery-Drama „The Tale“, in dem eine Frau (Laura Dern) den Erinnerungen an ihre ersten sexuellen Erfahrungen auf die Spur geht und feststellt, dass sie den Geschichten, die wir uns selbst erzählen, um zu überleben, nicht immer trauen können, schuf Marx einen sehr lyrischen, spartanisch und außergewöhnlich instrumentierten Score, der von weich fließenden Piano-Harmonien getragen wird.
Dagegen lässt es Tyler Bates in dem zweiten Abenteuer von Wade alias Deadpool ordentlich krachen. Nur in wenigen Cues – wie „Vanessa“ – darf sich der vielbeschäftigte Komponist („300“, „Sucker Punch“, „John Wick“) bei „Deadpool 2“ auch in ruhigeren Ambient-Gefilden bewegen.
Den elektronischen Part eröffnet zunächst Alan Silvestri, der gerade erstmals einen Film von Steven Spielberg („Ready Player One“) und das neue „Avengers“-Abenteuer „Infinity War“ vertonen durfte. Seine Musik zur gefeierten Doku-Serie „Cosmos“ hatte er bereits 2014 musikalisch untermalt. Von dem CD-Release durch Intrada gibt es den Bonus-Track „We Hold The Baton“ zu hören.
Weitaus rhythmischer und wuchtiger geht es in Cliff Martinez‘ („Drive“, „Only God Forgives“) neuen Score zu. In dem futuristischen Action-Thriller „Hotel Artemis“ spielt Jodie Foster eine Krankenschwester in einem geheimen, nur für Mitglieder zugänglichen Hospital für Verbrecher. Martinez schuf dazu einen elektronisch pulsierenden, mit aufregenden exotischen Klängen angereicherten Score, der auch wunderbar ohne die dazugehörigen Bilder fesselt.
Nach den ebenfalls elektronisch geprägten Soundtracks von Christophe Beck („Anon“), Ronit Kirchman zur Thriller-Drama-Serie „The Sinner“, dem eingespielten Komponisten Duo Nick Cave und Warren Ellis („Kings“) und Alex Heffes‘ Musik zum Drama „Pickpockets“ entführen uns Andrew Lockington mit dem Score zur Filmadaption des Action-Adventure-Spiels „Rampage“ und Joseph LoDuca mit dem vielschichtigen Soundtrack zu Dean Devlins Thriller „Bad Samaritan“ in aufregendere musikalische Gefilde.
Jeff Russo hat sich in den letzten Jahren erfolgreich als Komponist für Fernsehserien wie „Waco“, „Channel Zero“, „Fargo“, „Counterpart“ und „Altered Carbon“ etabliert. Nun sind seine Soundtracks zu den neuen Staffeln von „Star Trek: Discovery“ und „Legion“ erschienen.
„Es gab keine Vorgaben für diese Staffel, abgesehen davon, dass ich neue Themen für unsere neuen Charaktere und Orte komponieren sollte. Vermillion! Farouk! Future Syd! Es ist eine Achterbahn-Fahrt oder vielleicht ein schnelles Karussell“, erklärt Russo seine Arbeit an der zweiten Staffel von „Legion“. „Der wichtigste Part besteht darin, stets den Zuschauer und Hörer ausgewogen und engagiert in der emotionalen Spur der Erzählung zu halten. Ich frage mich immer selbst, wie ich im Herzen der Geschichte bleiben und die Linien außerhalb färben kann.“ 
Sehr inspiriert fühlte sich auch David Shephard bei der Vertonung der von AMC produzierten post-apokalyptischen Serie „Into The Badlands“. „Von Szene zu Szene entdeckte ich vielseitig gezeichnete Charaktere, Kostüme, Landschaften und Handlungsstränge, die in mir eine immense Fülle an musikalischen Ideen hervorriefen, mit denen ich spielen konnte, als ich einen klanglichen und musikalischen Rahmen für die Serie schuf“, erklärt der Komponist. „In dem Score sind Taiko Drums, verzerrte Gitarren und Streicher, dunkelstimmige Polster und ethnische Instrumente aus der ganzen Welt sowie obskure und ursprüngliche Wind-Instrumente zum Einsatz gekommen. Sie alle sind mit modernen Aufnahmestudio-Effekten kombiniert worden, um die Dystopie und den Futurismus im Sound zum Ausdruck zu bringen.“
Ungewöhnlich ist auch die Musik von Stephen McKeon zu dem historischen Drama „Pilgrimage“ ausgefallen. Die Geschichte einer Gruppe von Mönchen, die ein heiliges Relikt quer durch die irische Landschaft transportieren und dabei einer Menge Gefahren ausweichen müssen, hat McKeon mit einer Musik unterlegt, die nur Knochen, Haut und Metall repräsentieren soll und durch Percussion, tiefe männliche Stimmen und Blechbläser verkörpert wurden, um die dunkle Seite religiösen Eifers ebenso abzubilden wie die beglückenden Momente des Glaubens. Dafür wurde der Komponist mit dem Irish Film and Television Awards for Best Music ausgezeichnet.
Craig Safan („The Last Starfighter“, „Stand And Deliver“) hat mit „Sirens“ ein Konzeptalbum zu Homers antiken Epos „Odyssee“ kreiert, das ihn auf der Suche nach musikalischen Inspirationen nach Europa führte.
,Sirens‘ ist zum einen durch meine Liebe zur ‚Odyssee‘ und zum anderen durch meine lebenslange Liebe zu Mythen inspiriert worden. Ich wurde von beidem bezaubert, seit ich ein Kind war“, meint Safan. „Diese Geschichten und ihre Magie haben sich in meinem Leben nachgehallt. Mit ‚Sirens‘ portraitiere ich nicht die literarischen Geschichten in der ‚Odyssee‘, sondern eher die innerlichsten Gefühle und Erinnerungen, die sie hervorrufen, die innersten Erfahrungen und Reisen, die Wanderungen unseres Lebens, unsere Beziehungen zu Familie und zur Heimat sowie den tieferen Klangfüllen des Daseins.“ 
Abgerundet wird die Sendung durch zwei neue Arbeiten des aufstrebenden Komponisten Fil Eisler, der bei der ABC-Serie „Revenge“ noch unter dem Namen iZler gewirkt hatte und seitdem für Serien wie „UnREAL“, „Notorious“ und „Empire“ gearbeitet hat und nun Ben Falcones Komödie „Life of the Party“ und den Netflix-Sci-Fi-Thriller „The Titan“ vertonte.
Intrada beglückt den Sammler mit CD-Erst-Veröffentlichungen des 2015 verstorbenen Oscar-Preisträgers James Horner, auch wenn weder „The Boy In The Striped Pajamas“ (2008) noch der Soundtrack zur Dokumentation „Living in the Age of Airplanes“ (2015) zusätzliches Material gegenüber den früheren digitalen Veröffentlichungen enthalten. Das trifft auch auf die Re-Releases von Jerry Goldsmiths Score zu „Rambo III“ und Johnny Mandels Erst-Veröffentlichung auf CD des Paul-Newman-Films „Harper“ aus dem Jahr 1966 zu. Zu guter Letzt präsentiert der spanische Komponist Roque Baños seine ungewohnt eingängige Musik zum auf wahren Begebenheiten beruhenden Sport-Drama „The Miracle Season“.
Playlist: 
01. Garth Stevenson - Whitewash (Chappaquiddick) - 03:13
02. Tyler Bates - Vanessa (Deadpool 2) - 01:54
03. Ariel Marx - I'd Like to Begin This Story by Telling You Something So Beautiful (The Tale) - 02:29
04. Alan Silvestri - We Hold The Baton (Cosmos, Vol. 4) - 03:45
05. Cliff Martinez - Respect Your Elders (Hotel Artemis) - 03:12
06. Christophe Beck - The Plan (Anon) - 03:45
07. Ronit Kirchman - Thank You (The Sinner - Season 1) - 03:17
08. Nick Cave & Warren Ellis - Erotic Dream (Kings) - 03:17
09. Alex Heffes - Printing Operation (Pickpockets) - 03:34
10. Andrew Lockington - Cornfield (Rampage) - 03:18
11. Joseph LoDuca - End Credits (Bad Samaritan) - 05:31
12. Jeff Russo - Qo'nos Bar Source (Star Trek Discovery - Season 2) - 02:54
13. Stephen McKeon - Prologue: The Relic (Pilgrimage) - 03:05
14. Dave Shephard - Lydia Is Inducted (Into The Badlands - Season 1) - 01:09
15. Elia Cmiral - Theo and Mila (Lacrimosa) - 05:14
16. Marco Beltrami - A Quiet Life (A Quiet Life) - 02:58
17. Rodrigo Amarante - A Purpose (7 Days In Entebbe) - 02:58
18. Nico Muhly - Books (Howards End) - 04:29
19. Dan Romer - I Missed You (Easy) - 03:39
20. Robert Duncan - Wyatt and Lucy (Timeless) - 02:35
21. Scott McRae & Ryan Rapsys - Demolition (Little Pink House) - 02:44
22. Hauschka - Tunnel (1000 Arten, Regen zu beschreiben) - 03:01
23. Helgi Saemundur - Taser (Stella Blomkvist) - 03:00
24. Fil Eisler - Don't Breathe (The Titan) - 03:04
25. Fil Eisler - Vagoogle (Life Of The Party) - 01:54
26. Antony Partos & Matteo Zingales - Clarisse (Fahrenheit 451) - 03:57
27. Austin Fray - Overture (Symphony For Our World) - 03:28
28. Craig Safan - Circe's Island (Sirens) - 04:20
29. James Horner - Maldives (Living In The Age Of Airplanes) - 02:55
30. James Horner - An Odd Discovery Beyond The Trees (The Boy In The Striped Pajamas) - 02:51
31. Jerry Goldsmith - Afghanistan (Rambo III) - 02:37
32. Jeff Russo - 89 Days (Legion - Season 2) - 06:29
33. Johnny Mandel - Bel Air (Harper) - 02:31
34. Roque Baños - Back To Training (The Miracle Season) - 04:56

Dienstag, 1. Mai 2018

Playlist #240/241 vom 13./27.05.2018 - VIDEO GAME MUSIC Special

Seit vor über vierzig Jahren Videospiele über verschiedene Spielkonsolen begonnen haben, die Unterhaltungskultur maßgeblich mitzuprägen, haben sich nicht nur die virtuellen Welten von grobpixeligen Geschicklichkeitsspielen und Jump-&-Run-Settings hin zu hochauflösenden Filmwelten weiterentwickelt; in gleichem Maße näherte sich auch die musikalische Untermalung vom billigen Synthi-Gedudel an die großorchestralen Scores an, die in Hollywood produziert werden. In dem zweiteiligen Video-Game-Music-Special unternehmen wir eine musikalische Reise durch die populärsten Video-Spiele und ihre oft ebenso bekannten Soundtracks und erleben, wie auch profilierte Hollywood-Komponisten wie Harry Gregson-Williams („Metal Gear Solid“), Steve Jablonsky („Gears Of War“), Ramin Djawadi („Medal of Honor“) und Howard Shore („Soul Of The Ultimate Nation“) immer wieder mal in die Gefilde der Video Games eintauchen.

Nachdem Thomas T. Goldsmith Jr. und Estle Ray Mann bereits 1946 das erste Computerspiel für einen Röhrenrechner kreiert hatten, konstruierte der amerikanische Physiker William Higinbotham 1958 mit „Tennis for Two“ das erste Videospiel, bevor im Zuge der technischen Weiterentwicklung zunächst an amerikanischen Universitäten recht einfache Computerspiele für Großrechner entstanden sind. Atari-Gründer Nolan Bushnell brachte Anfang der 1970er Jahre mit „Pong“ das erste erfolgreiche Spiel für elektronische Spielautomaten auf den Markt, die erstmals auch für die Öffentlichkeit zugänglich waren. Das elektronische Tischtennis mit zwei verschiebbaren weißen Balken am rechten und linken Rand auf schwarzem Bildschirmhintergrund hatte eine minimalistische Optik und wurde nur durch blechern aus den Lautsprechern schallende Töne untermalt, die nur dann zu hören waren, wenn der Ball entweder auf einen Balkenschläger oder den Bildschirmrand trifft. Später brachten Firmen wie Atari und Magnavox Videospielkonsolen für den Heimanwender auf den Markt.
Der Spielhallenhit „Space Invaders“ bedeutete 1979 den Durchbruch für die Heimkonsolen. In den 1980er Jahren sorgte die Einführung von Personal Computern (PC) mit zunehmend besseren Grafik- und Soundkarten für eine ernsthafte Konkurrenz zu den beliebten Spielekonsolen. 1983 brachte Nintendo seine 8-Bit-Konsole „Famicom“ auf den Markt, die wenige Jahre später für den westlichen Markt modifiziert und durch die Veröffentlichung von „Super Mario Bros.“ zu einem Verkaufsschlager wurde. Die Abenteuer-, Rollen-, Renn- und Jump ’n’ Run-Spiele, die ihren Ursprung in dieser Zeit hatten, wurden in den 1990er Jahren für neue Systeme wie Sega Mega Drive, PlayStation und Nintendo 64 weiterentwickelt, ehe in den 2000er Jahren die PlayStation 2, die Xbox 360, die Nintendo Wii neue Maßstäbe im Videospielbereich setzten.
Heute zählen „Mario“, „Grand Theft Auto“, „Pokémon“, „Tetris“, „Die Sims“, „Minecraft“, „Call of Duty“, „Need for Speed“, „Final Fantasy“, „FIFA“ und „Assassin’s Creed“ zu den erfolgreichsten Videospielserien. Die Pieptöne, die noch den Anfang der Computerspielmusik markierten, sind mittlerweile akkurat durchgestylten Soundtracks gewichen, die den Spieler durch seine Missionen begleiten. Schließlich hat sich schon in den Spielhallen eindrucksvoll gezeigt, wie das einfache Tröten, Klingeln und Hupen den Spieler am Flipperautomaten zu führen und zu motivieren versteht, Erfolg und Scheitern signalisiert. Bei dem begrenzten Speicherplatz, der den frühen Videospielen zur Verfügung stand, musste der Ton noch weit hinter dem Bild zurückstecken. So besteht der Soundtrack zu „Space Invaders“ (1978) gerade mal aus vier Tönen, die immer dann das Tempo ändern, wenn die Angreifer im Spiel näherkommen. Später sorgt der Soundchip SID (Sound Interface Device) im Commodore 64 für eine Revolution in der Klangfülle.
Für das erfolgreiche Puzzle-Spiel „Tetris“ ließ sich der britische Komponist Wally Beben von russischen Volksweisen inspirieren. Der 26-minütige Soundtrack stellt die längste SID-Komposition überhaupt dar. Der japanische Spielehersteller Nintendo heuerte Mitte der 1980er Jahre mit Koji Kondo einen Komponisten an, der mit seinen musikalischen Themen für „The Legend of Zelda“ (1986) und „Super Mario Bros.“ (1985) die ersten großen Hits im Bereich der Video Game Music feiert. Dabei prägt seine Idee, jede Ebene des Spiels, durch die sich die Pixel-Figuren bewegen, mit einer eigenen Background-Musik zu unterlegen, die Art des Komponierens für Videospiele bis heute. Sein klassisch ausgebildeter Kollege Koichi Sugiyama arrangierte die Melodien aus seinem Soundtrack zu „Dragon Quest“ (1986) für das Tokyo Strings Ensemble und nimmt mit ihm die CD „Dragon Quest I Symphonic Suite“ auf, die sich zu einem echten Verkaufsschlager entwickelt.
Am 20. August 1987 absolviert das Ensemble auf der Bühne der Suntory Hall in Tokyo schließlich das erste Computerspielkonzert in der Geschichte der Game Music.
Äußerst populär wurden ab Ende der 1980er Jahre auch die Soundtracks, die Nobuo Uematsu für das Rollenspiel „Final Fantasy“ rund um die magisch begabte Heldin Terra Branford komponierte. Seine Mischung aus eingängigen Melodien und Harmonien mit östlicher und westlicher Instrumentalmusik fand sich auf vielen international erfolgreichen Soundtracks wieder.
Sobald sich mit der Einführung der CD-ROM in den 1990er Jahren die technischen Beschränkungen weiter lösten, konnten Komponisten zunehmend aus dem Vollen schöpfen, bis ihnen das Zeitalter von Online-Spielen völlige kompositorische Freiheiten ermöglichte.
Seit Michael Giacchino 1999 mit einem 65-köpfigen Orchester den Soundtrack zu „Medal of Honor“ einspielte, unterscheiden sich mittlerweile viele Video-Game-Soundtracks kaum noch von Hollywood-Blockbuster-Standards. Schließlich hat das Geschäft mit Videospielen längst den Erfolg von Kinofilmen überflügelt, so dass die Popularität der Game Music entsprechend gewachsen ist. Christopher Tin gewann 2011 sowohl für den Titelsong „Baba Yetu“ zum Strategiespiel „Civilization IV“ als auch für den kompletten Score dazu jeweils einen Grammy. Die International Film Music Critics Association (IFMCA) hat bei ihren jährlichen Awards auch eine Kategorie für den „Best Original Score For A Video Game Or Interactive Media“ (in diesem Jahr wurden Austin Wintory für „Deformers“, Chris Tilton für „Divide“, Olivier Deriviére für „Get Even“ und Yasunori Mitsuda für „Valkyria: Azure Revolution“ nominiert).
Mittlerweile sind nicht nur Konzerte mit Filmmusik in der westlichen Klassikbranche etabliert. Zu den Konzerten von Hollywood-Komponisten wie Hans Zimmer, James Newton Howard und Ramin Djawadi wird auch Computerspielmusik immer öfter live aufgeführt. Überhaupt scheint sich in den vergangenen Jahren das Komponieren für Film und Videospiele einander angenähert zu haben. So meinte „Metal Gear Solid 2“-Komponist Harry Gregson-Williams in einem Interview mit music4games.net:
„Als ich die ersten bewegten Bilder von dem sah, wie das Spiel aussehen würde, wirkten sie fast wie ein Film, also sehe ich nicht, warum das bei den Soundtracks nicht auch so sein sollte. Ich habe in den vergangenen Jahren ebenso hoch wie niedrig budgetierte Filme gemacht, und einige der besten Filme, an denen ich gearbeitet habe, besaßen ein sehr kleines Budget für die Musik. Aber das beeinflusst nicht die Art, wie ich die Musik schreibe, sondern vielleicht nur die Art, wie sie nachher klingt, doch ich hoffe, dass ich nach wie vor das gleiche Thema komponiere. Du kannst es als Komponist eigentlich nicht anders machen …“ 
Während Hollywood-Komponisten wie Hans Zimmer („Crysis 2“, „Call of Duty: Modern Warfare 2“), Cliff Martinez („Far Cry 4“), Brian Tyler („Far Cry 3“, „Call of Duty: Modern Warfare 3“) und Steve Jablonsky („Gears of War“) nur gelegentliche Ausflüge in die Welten der Videospiele unternehmen, verdankt Michael Giacchino seine Hollywood-Karriere den außergewöhnlichen Soundtracks, die er im Videospiel-Sektor mit Arbeiten an „The Lost World“ (1997), der „Medal of Honor“-Reihe (1999-2007) und „Call of Duty“ (2003-2004) abgeliefert hat. Über seine jahrelange Arbeit an der „Medal of Honor“-Reihe sagt Giacchino im Interview mit ign.com:
„Das Hauptelement ist das ‚Medal of Honor Theme‘, das Hauptthema. Es überdauert auf großartige Weise in diesem Spiel, das ist sicher. Danach geht es eigentlich nur noch darum, andere zusätzliche Elemente aus den anderen Scores aufzulesen, die story-technisch irgendwie Sinn machen. Wenn sie story-mäßig keinen Sinn machen, möchte ich nicht zurückgehen und nur das überarbeiten, was ich gemacht habe. Das ist nicht der Grund, warum ich den Job übernommen habe. Ich übernehme ihn, weil ich gewöhnlich etwas Neues finde, das ich machen kann.“

Playlist #240 vom 13.05.2018:

01. David Whittaker - In-Game BGM (Tetris) - 03:08
02. Tim Larkin - Great Shaft (Myst V: End Of Ages) - 03:33
03. Geoff Knorr - Zulu [The Industrial Era] (Civilization VI: Rise & Fall) - 05:25
04. Jeremy Soule - From Past To Present (The Elder Skrolls V: Skyrim) - 05:06
05. Jeremy Soule - The Ruins of Okaym (Dungeon Siege II) - 02:56
06. Jesper Kyd - Robinson Theme Extended (Robinson: The Journey) - 05:34
07. Nick Borrego - Amasia (DIVE - Starpath) - 02:44
08. Olivier Deriviere - Consequences (Get Even) - 03:53
09. David Garcia Diaz - The Island (RiME) - 03:22
10. Yasunori Mitsuda - Richer (Valkyria: Azure Revolution) - 03:42
11. Jeff Russo - Edith's Theme (What Remains Of Edith Finch) - 03:17
12. Inon Zur - First Light (Crysis) - 03:25
13. Alain Johannes - Take A Break (Tom Clancy's Ghost Recon Wildlands) - 04:23
14. Paul Haslinger - The Streets Of Gold (Need For Speed: Undercover) - 02:26
15. Harry Gregson-Williams - Drebin 893 (Metal Gear Solid 4: Guns Of The Patriots) - 03:29
16. Ramin Djawadi - From Here (Medal Of Honor) - 03:49
17. Brian Tyler - I Stand Alone (Call Of Duty: Modern Warfare 3) - 04:40
18. Michael Giacchino - Medal Of Honor (Medal Of Honor) - 04:13
19. Steve Jablonsky - Defying Gravity (Prince Of Persia: The Forgotten Sands) - 03:00
20. Cliff Martinez - Welcome To Kyrat (Far Cry 4) - 03:41
21. Brian Tyler - Far Cry 3 (Far Cry 3) - 05:34
22. Henry Jackman - Chloe Frazer (Uncharted: The Lost Legacy) - 03:15
23. Jesper Kyd - Dream Of Venice (Assassin's Creed II) - 04:24
24. Tyler Bates - Eyes Of Olympus (Rise Of The Argonauts) - 02:51
25. Tyler Bates - Oath Keeper's Gift (God Of War: Ascension) - 03:19
26. Jamie Christopherson - Tequila's Theme (Stranglehold) - 03:02
27. Steve Jablonsky - Infection (Command & Conquer: Tiberian Wars) - 03:35
28. David Buckley - San Diego Burning (Call Of Duty: Ghosts) - 03:31
29. Paul Haslinger - The Trainyard (Tom Clancy's Rainbow Six: Vegas 1) - 08:20

Playlist #241 vom 27.05.2018: 

01. Troels Brun Folmann - Amahlin (Tomb Raider: Legend) - 05:12
02. Mark Morgan - The Oasis (Torment: Tides Of Numenera) - 03:09
03. Mick Gordon - The Fire Nation Storm The City (The Last Airbender) - 04:18
04. Inon Zur & Stuart Chatwood - The Steps Of Paradise (Prince Of Persia) - 04:40
05. 65daysofstatic - Heliosphere (No Man's Sky) - 04:23
06. Jason Graves - The Knight's Theme (The Order: 1886) - 03:28
07. Jason Graves - Chris And Ashley (Until Dawn) - 03:02
08. Jason Graves - Welcome To Kronos II (Lone Echo) - 02:26
09. Jamie Christopherson - Lyra's Theme (The Golden Compass) - 03:11
10. Mark Morgan - Khans Of New California (Fallout 2) - 03:18
11. Jesper Kyd - The Tree Of Life (Darksiders II) - 03:15
12. Jason Graves - Luminocity (Farlands) - 05:39
13. Nick Arundel - Arkham City: Main Theme (Batman: Arkham City) - 02:47
14. Steve Jablonsky - Bridge Too Far Indeed (Gears Of War 3) - 03:40
15. Jesper Kyd - Nova Roma (Assassin's Creed: Revelations) - 04:02
16. Paul Haslinger - Reactivate Team Rainbow (Tom Clancy's Rainbow Six: Siege) - 03:07
17. Steve Jablonsky - Simmering Mallets (The Sims 3) - 03:03
18. Gustavo Santaolalla - Left Behind (The Last Of Us, Vol. 2) - 03:55
19. Howard Shore - Sanctuary Of Ether (Soul Of The Ultimate Nation) - 02:35
20. Trevor Jones - NYC Streets (Marvel Nemesis: Rise Of The Imperfects) - 03:40
21. Lorne Balfe - Jodie's Story (Beyond Two Souls) - 03:13
22. Austin Wintory - The Road Of Trials (Journey) - 04:16
23. Austin Wintory - Dancing On Cenotaphs (Absolver) - 05:22
24. Jessica Curry - I Have Begun My Ascent (Dear Esther) - 04:19
25. Todd Masten - Ransom at Ctesiphon (Age Of Empires) - 03:10
26. Jeremy Soule - Tears Of The Fallen (Guild Wars) - 03:36
27. Jesper Kyd - Vermintide End Times (Warhammer: End Times - Vermintide) - 03:58
28. Jeremy Soule - Jata (The Northeners Diaries) - 04:39
29. scntfc - The Fall Parts I and II (Old Man's Journey) - 07:27

Dienstag, 24. April 2018

Playlist #239 vom 29.04.2018 - DANIEL PEMBERTON Special

In seiner für Hollywood-Verhältnisse noch recht jungen Karriere hat es der britische Komponist Daniel Pemberton bereits auf etliche Nominierungen und Auszeichnungen für seine vielseitigen Arbeiten gebracht. Seit der renommierte Filmemacher Ridley Scott („Alien“, „Gladiator“) auf Pemberton aufmerksam geworden ist, weiß sich der wandlungsfähige Brite kaum vor Aufträgen zu retten. Gerade hat Lakeshore Records den Soundtrack zur Dokumentation „One Strange Rock“ veröffentlicht.

Seit Mitte der 1990er Jahre hat Daniel Pemberton vor allem an britischen Dokumentar- und Fernsehfilmen sowie TV-Serien gearbeitet, wobei er 2010 für seine Musik zu „Desperate Romantics“ bei den Ivor Novello Awards in der Kategorie „Best Television Soundtrack“ ausgezeichnet wurde. Durch seine innovativen wie experimentellen Arbeiten für etliche Emmy- und BAFTA-Award prämierte Dramen und Dokumentationen gelang ihm 2011 der Sprung ins Filmgeschäft.
Der teils elektronische, teils orchestrale und mit Chor-Einlagen produzierte Soundtrack zum übernatürlichen Thriller „The Awakening“ fesselte die Aufmerksamkeit von Ridley Scott, der Pemberton 2013 sowohl für seine Cormac-McCarthy-Adaption von „The Counselor“ als auch den Fernsehfilm „The Vatican“ engagierte. Mit seinen so unterschiedlichen Arbeiten zu „Blood“ (2012), „In Fear“ (2013) und „Cuban Fury“ (2014) wurde er 2014 bei den World Soundtrack Awards als „Discovery of the Year“ ausgezeichnet.
Seither hat er für Stephen Gaghan das Thriller-Drama „Gold: Gier hat eine neue Farbe“ (2016), für Guy Ritchie die Agentenkomödie „Codename U.N.C.L.E.“ (2015) und das historische Abenteuer-Drama „King Arthur: Legend of the Sword“ (2017), und Danny Boyles Biopic „Steve Jobs“ ebenso vertont wie Aaron Sorkins biografisches Krimi-Drama „Molly’s Game“ (2017).
„Jedes Mal, wenn ich mit einem neuen Film beginne, versuche ich herauszufinden, was den Score anders und interessant machen könnte, weil es dann auch mein Interesse aufrechterhält. Wenn ich versuchen kann, einen neuen Weg zu finden, etwas zu machen, wird es Teil der Herausforderung, diese Geschichte auf eine neue Weise zu erzählen“, erzählt der Komponist im Interview mit soundtrackworld.com. „Am Ende des Tages geht es darum, Geschichten zu erzählen, aber auch eine Welt zu erschaffen. Wenn du mit unterschiedlichen Klangwelten ankommst, ist das ein wirklich guter Weg, eine Welt für den Film zu kreieren. Wirklich gute Filmmusik bringt dich, wenn du sie abgekoppelt vom Film hörst, nachdem du ihn gesehen hast, zurück zu dieser Welt. Ich denke, verschiedene Klanguniversen für jedes Projekt zu entwerfen, stellt einen effektiven Weg dar, dies zu erreichen. Wenn du immer die gleiche Art von Sachen machst und du es hörst, wirst du nicht feststellen können, zu welchem Film sie gehört. Während hoffentlich immer, wenn man einen meiner Scores hört, sofort sagen kann, für welches Projekt ich ihn komponiert habe.“ 
Vor allem die beiden Arbeiten zu den Guy-Ritchie-Filmen „Codename: U.N.C.L.E.“ und „King Arthur: Legend Of The Sword“ demonstrieren Pembertons Hang zu außergewöhnlichen Arrangements. Für Ritchies Kino-Remake der Fernsehserie „Solo für O.N.K.E.L.“ aus den Sechzigern hat Pemberton mit einer Vielzahl von ausgesuchten Solisten und dem Chamber Orchestra of London in den legendären Abbey Road Studios mit möglichst vielen authentischen Instrumenten ein tolles Sixties-Flair erzeugt. Neben dem Cembalo kamen dazu das Marxophone (eine Art mechanische Zither) und ein Jennings Univox zum Einsatz. Ritchie wollte jeden Track auf dem Soundtrack-Album als potentiellen Hit sehen. „Wir waren uns einig, dass ein großer Orchester-Sound nicht passend wäre, stattdessen entschieden wir uns, es einfach zu halten, kleine, dünne Schichten zu kreieren und uns auf das Detail zu konzentrieren, ein Sound zurzeit. Zu versuchen, die beste Performance aus jedem einzelnen Instrument herauszuholen. Alles unter einem Mikroskop zu betrachten. Ein winziger Moment, ein Atemzug, ein Schwung könnte aus einem guten Cue einen großartigen machen“, blickt der Komponist im Booklet zum Soundtrack zurück.
Auch für den Score zu Ritchies nachfolgendem Film „King Arthur: Legend Of The Sword“ griff Pemberton zu einer Vielzahl von alten Instrumenten, nahm Kontakt zu Sammlern auf und brachte neben einer Vielzahl von kuriosen Percussion-Instrumenten auch eine Tromba Marina aus dem 15. Jahrhundert, ein Hurdy-Gurdy und antiken Bläsern und Wind-Instrumenten zum Einsatz.
„Wir wollten die Musik körperlich in den Eingeweiden spüren lassen. Es ist eine so reiche Bilderwelt des Films vorhanden – der Dreck, der Schmutz, das Metall, das Leder, das Holz, die Steine. Davon wollte ich so viel wie möglich in den Score hineinbringen. Ich wollte alles vom Kampf und der Qual eines Waisen von der Straße zum Adel eines Führers, der die Geschichte verändern könnte, einfangen.“
Zuletzt hat Pemberton für Ridley Scott den Thriller „Alles Geld der Welt“ und die zehnteilige Dokumentation „One Strange Rock“ beendet, in der Astronauten aus ihrer Sicht die Entstehung der Erde beschreiben. Dazu hat der Brite die Musik zum Videospiel „Knights and Bikes“ und zu Gary Ross‘ „Ocean’s 8“ fertiggestellt.

Filmographie:
1994: Lonely Planet (Fernsehserie, zwei Episoden)
1998: A Little Bit of Elvis (Fernsehfilm)
1998: Mob Law: A Film Portrait of Oscar Goodman
1999: Diceworld (Dokumentarfilm)
1999: Many Happy Returns (Dokumentarfilm)
2000: Secrets & Lines (Fernsehfilm)
2000: Perfect Breasts (Dokumentarfilm)
2000: White Tribe (Dokumentarfilm-Serie)
2000: Escape from Colditz (Dokumentarfilm-Serie, drei Episoden)
2000: The Royal Institution Christmas Lectures (Dokumentarfilm-Serie)
2000: The Gambler (Dokumentarfilm-Serie)
2001: Great Artists with Tim Marlow (Dokumentarfilm-Serie, 13 Episoden)
2001: SF:UK (Dokumentarfilm-Serie)
2001: Frank Skinner on Frank Skinner (Dokumentarfilm)
2001–2014: Nova (Dokumentarfilm-Serie, drei Episoden)
2002: Underworld: Flooded Kingdoms of the Ice Age (Dokumentarfilm-Serie)
2002: Shoreditch Twat (Fernsehfilm)
2002: The King of Communism: The Pomp & Pageantry of Nicolae Ceausescu (Dokumentarfilm)
2002–2004: Lads Army (Fernsehserie, acht Episoden)
2003: The Life of a Ten Pound Note (Dokumentarfilm)
2003: French Leave (Dokumentarfilm-Serie)
2003: Real Men (Fernsehfilm)
2003: George Orwell: A Life in Pictures (Dokumentarfilm)
2003: Dogumentary: Rewind the Summer (Dokumentarfilm)
2003: Battle Hospital: Medics at War (Dokumentarfilm)
2003: Harem (Dokumentarfilm-Serie)
2003–2010: Peep Show (Fernsehserie, 42 Episoden)
2004: Pissed on the Job (Fernsehfilm)
2004: Men of Iron (Dokumentarfilm)
2004: Big Kiss
2004–2005: Gordon Ramsay: Chef ohne Gnade (Ramsay’s Kitchen Nightmares, Fernsehserie, drei Episoden)
2005: Das verstrahlte Paradies (Blowing Up Paradise, Dokumentarfilm)
2005: Born with Two Mothers (Fernsehfilm)
2005: Hiroshima (Dokumentarfilm)
2005: Sex Addict (Dokumentarfilm)
2005–2006: I Shouldn’t Be Alive (Dokumentarfilm-Serie, 17 Episoden)
2006: How to Divorce Without Screwing Up Your Children (Dokumentarfilm)
2006: The Great British Menu (Fernsehserie, 40 Episoden)
2006: Jamie’s Return to School Dinners (Dokumentarfilm)
2006: Prehistoric Park (Dokumentarfilm-Serie, sechs Episoden)
2006: The Haunted Airman (Fernsehfilm)
2006: Cult Killer (Dokumentarfilm)
2006–2007: Suburban Shootout – Die Waffen der Frauen (Suburban Shootout, Fernsehserie, elf Episoden)
2007: Never Did Me Any Harm (Fernsehserie, vier Episoden)
2007: Forgiven (Fernsehfilm)
2007: 1983 – Am atomaren Abgrund (Soviet War Scare 1983, Dokumentarfilm)
2007: The Love Trap (Fernsehserie, vier Episoden)
2008: Clash of the Santas (Fernsehfilm)
2009: Generals at War (Dokumentarfilm-Serie)
2009: The Lost World of Communism (Dokumentarfilm-Serie)
2009: Runaway (Fernsehserie, drei Episoden)
2009: Best: His Mother’s Son (Fernsehfilm)
2009: Die Besatzer (Occupation, Fernsehserie, drei Episoden)
2009: Desperate Romantics (Fernsehserie, sechs Episoden)
2009: Wildest Dreams (Fernsehserie, sieben Episoden)
2009: Enemies of the People (Dokumentarfilm)
2010: Combat Kids (Fernsehserie, drei Episoden)
2010: Rückkehr ins Haus am Eaton Place (Upstairs Downstairs, Fernsehserie, drei Episoden)
2010–2012: Dirk Gently (Fernsehserie, vier Episoden)
2011: Self Made (Dokumentarfilm)
2011: Meet the Elephant Man (Dokumentarfilm)
2011: The Awakening
2012: Pramface (Fernsehserie, zwei Episoden)
2012: Escape from Colditz (Dokumentarfilm)
2012: Blood – You Can’t Bury The Truth
2012: Space Dive (Dokumentarfilm)
2013: The Vatican (Fernsehfilm)
2013: In Fear
2013: The Counselor
2013–2014: Monster Moves (Dokumentarfilm-Serie, fünf Episoden)
2014: Cuban Fury – Echte Männer tanzen (Cuban Fury)
2014: 50 Kisses (Segment Neil)
2014: The Game (Fernsehserie, sechs Episoden)
2015: Codename U.N.C.L.E. (The Man from U.N.C.L.E.)
2015: Steve Jobs
2016: Gold – Gier hat eine neue Farbe (Gold)
2016: Die Frau im Mond (Mal de pierres)
2017: King Arthur: Legend of the Sword
2017: The Secret Man (Mark Felt: The Man Who Brought Down the White House)
2017: Molly’s Game – Alles auf eine Karte (Molly’s Game)
2017: Alles Geld der Welt (All the Money in the World)
2018: One Strange Rock (TV-Dokumentation)
2018: Knights and Bikes (Videospiel)
2018: Ocean’s 8
Playlist:
01. Daniel Pemberton - OSR I - II (One Strange Rock) - 04:16
02. Daniel Pemberton - The Awakening [Credits] (The Awakening) - 03:20
03. Daniel Pemberton - Farrow Plotting (Prey) - 03:50
04. Daniel Pemberton - The Haunted Airman [Ending] (The Haunted Airman) - 01:47
05. Daniel Pemberton - The Disappearance Of Michael Acosta (Gold) - 03:43
06. Daniel Pemberton - The Funeral (Desperate Romantics) - 03:49
07. Daniel Pemberton - Through The Prism Of Love (Dirk Gently) - 04:04
08. Daniel Pemberton - Change The World [Launch The Mac] (Steve Jobs) - 03:07
09. Daniel Pemberton - Une autre réalité (Mal de Pierres) - 03:08
10. Daniel Pemberton - A Rare Stone (The Counselor) - 03:25
11. Daniel Pemberton - Escape From East Berlin (The Man From U.N.C.L.E.) - 04:25
12. Daniel Pemberton - Where Is Joan? (Mark Felt: The Man Brought Down The White House) - 04:28
13. Daniel Pemberton - Escape, December 15th 1973 (All The Money In The World) - 06:27
14. Daniel Pemberton - Problem At 120,000ft (Space Dive) - 05:57
15. Daniel Pemberton - Rainswept Neon (The Movies) - 03:40
16. Daniel Pemberton - Abdication And Labour (Upstairs Downstairs) - 04:27
17. Daniel Pemberton - The Orb Of Dreamers (Little Big Planet) - 03:26
18. Daniel Pemberton - Pacific Drift (TVPOPMUZIK) - 03:37
19. Daniel Pemberton - This Is What You Do (Kinect Adventures) - 04:15
20. Daniel Pemberton - Steve Questioned (Prisoners Wives) - 03:13
21. Daniel Pemberton - Hacking The Omnichorder (Black Mirror: USS Callister) - 03:13
22. Daniel Pemberton - Assassins Breathe (King Arthur: Legend Of The Sword) - 04:22
23. Daniel Pemberton - The Wind Out There (Blood) - 03:54
24. Daniel Pemberton - Beautiful Day (Prehistoric Park) - 03:03
25. Daniel Pemberton - I Had A Dream (Heroes And Villains: Attila The Hun) - 02:36
26. Daniel Pemberton - All The Beauty In The World (Molly's Game) - 05:10
27. Daniel Pemberton - Angels [Flying High] (Monster Moves) - 05:10
28. Daniel Pemberton - Operation Glass, Revealed (The Game) - 03:31
29. Daniel Pemberton - We Are Kidnappers (All The Money In The World) - 02:20
30. Daniel Pemberton - Revenge [Momentum] (Steve Jobs) - 08:39

Freitag, 13. April 2018

Playlist #238 vom 15.04.2018 - FRANCES McDORMAND Special

Als Ehefrau von Joel Coen hat die amerikanische Schauspielerin Frances McDormand vor allem in den Filmen ihres Mannes und dessen Bruder Ethan Karriere gemacht, für ihre Darstellung im Coen-Klassiker „Fargo“ 1997 auch ihren ersten Oscar erhalten. Mittlerweile hat sie sich auch außerhalb des Coen-Universums etabliert und wurde bei der diesjährigen Oscar-Verleihung für „Three Billboards Outside Ebbing, Missouri“ ein zweites Mal als beste Hauptdarstellerin prämiert.

Die am 23. Juni 1957 in Chicago, Illinois, geborene Frances McDormand wuchs als eines von mehreren Adoptivkindern in einer der Christian Church angehörigen Familie auf, machte ihren Master of Fine Arts an der Yale School of Drama und fing in New York an, Theater zu spielen. Ihren späteren Mann Joel Coen lernte Frances McDormand beim Vorsprechen für die Rolle in „Blood Simple“ kennen, dem Debütfilm der Coen-Brüder, der zudem den Beginn der langjährigen Zusammenarbeit zwischen den Filmemachern und Komponist Carter Burwell darstellte.
Nachdem McDormand in „Blood Simple“ eine untreue Ehefrau spielte, mimte sie im nächsten Coen-Film „Arizona Junior“ (1987) eine abgedrehte Nachbarin, schlüpfte in dem Krimi-Drama „Miller’s Crossing“ (1990) in die Rolle der Sekretärin des Bürgermeisters und lieh in „Barton Fink“ (1991) einer Theaterschauspielerin die Stimme.
Bevor Frances McDormand für ihre Darstellung als hochschwangere Polizistin in der rabenschwarzen Krimi-Groteske „Fargo“ (1996) ihren ersten Oscar bekam, war sie in Alan Parkers Südstaaten-Thriller „Mississippi Burning“ (1988), Sam Raimis Horror-Drama „Darkman“ (1990), Robert Altmans „Short Cuts“ (1993) und John Boormans „Rangoon – Im Herzen des Sturms“ (1995) zu sehen, nach ihrer Oscar-Auszeichnung in dem Justiz-Thriller „Zwielicht“ (1996), Curtis Hansons „Die Wonder Boys“ (2000), Cameron Crowes „Almost Famous – Fast berühmt“ (2000), Nancy Meyers‘ Romantikkomödie „Was das Herz begehrt“ (2003), Niki Caros Drama „Kaltes Land“ (2005) und Karyn Kusamas Sci-Fi-Action-Thriller „Aeon Flux“ (2005).
Vor allem wurde sie aber weiterhin regelmäßig in den Filmen der Coen-Brüder eingesetzt. So verkörperte sie in „The Man Who Wasn’t There“ (2001) die lieblose Ehefrau der von Billy Bob Thornton verkörperten Hauptfigur, in „Burn After Reading“ (2008) eine Fitness-Studio-Angestellte, die von Schönheitsoperationen träumt. In den letzten Jahren war sie nicht nur in Wes Andersons „Moonrise Kingdom“ (2012), Gus Van Sants „Promised Land“ (2012) und in der gefeierten Fernseh-Mini-Serie „Olive Kitteridge“ (2014) zu sehen, sondern auch in dem Coen-Film „Hail, Caesar!“ (2016) als kettenrauchende Cutterin. Dazu war ihre Stimme in den Zeichentrickfilmen „Madagascar 3: Flucht durch Europa“ (2012), „Arlo & Spot“ (2015) und ganz aktuell in „Ataris Reise“ zu hören.
Ihren zweiten Academy Award erhielt Frances McDormand im Frühjahr für ihre Rolle in Martin McDonaghs „Three Billboards Outside Ebbing, Missouri“. Als Mildred Hayes trauert sie seit sieben Monaten um ihre Tochter Angela, die vergewaltigt und ermordet wurde. Da die örtliche Polizei ihrer Meinung zu wenig unternommen hat, um den Täter zu finden, mietet sie drei Werbetafeln am Ortsausgang von Ebbing und lässt ihrer Kritik am Sheriff freien Lauf.
McDormand spielt ihren Part, als wäre sie ein Cowboy mit gesporten Stiefeln und Pistolengurt; die Breitbeinigkeit eines John Wayne übersetzt sie in die Körpersprache einer zierlichen Frau über 50 und verleiht ihrer Figur damit eine Autorität, wie sie Frauenrollen nur sehr selten haben. Sie ist das zentrale Ereignis des Films, ein sprichwörtlich geladenes Gewehr, das alle anderen, den Zuschauer eingeschlossen, für die Dauer des Films vollkommen in Beschlag nimmt“, urteilt Barbara Schweizerhof auf zeit.de
Seit Jahren macht sich Frances McDormand für die Gleichberechtigung stark, lässt sich aber nicht gern vereinnahmen. Es waren vor allem Regisseurinnen wie Lisa Cholodenko („Laurel Canyon“, „Olive Kitteridge“), Niki Caro („Kaltes Land“) und Nicole Holofcener („Freunde mit Geld“), die McDormand in starken Frauenrollen die breitgefächerte Palette ihres Könnens abgerufen haben. Von solch taffen Frauen könnte Hollywood durchaus mehr vertragen.

Filmographie:
1984: Blood Simple – Eine mörderische Nacht (Blood Simple)
1985: Tödliche Schlagzeilen (Scandal Sheet, Fernsehfilm)
1985: Die Killer-Akademie (Crimewave)
1986: Justice – Die letzte Instanz bin ich (Vengeance: The Story of Tony Cimo, Fernsehfilm)
1987: Arizona Junior (Raising Arizona)
1988: Mississippi Burning – Die Wurzel des Hasses (Mississippi Burning)
1989: Chattahoochee
1990: Geheimprotokoll – Hidden Agenda (Hidden Agenda)
1990: Darkman
1990: Miller’s Crossing
1991: Barton Fink (Stimme)
1991: Der Mann ihrer Träume (The Butcher’s Wife)
1992: Ein verrückter Leichenschmaus (Passed Away)
1992: Verrückt vor Liebe (Crazy in Love, Fernsehfilm)
1993: Short Cuts
1994: Bleeding Hearts
1995: Einmal Cowboy, immer ein Cowboy (The Good Old Boys, Fernsehfilm)
1995: Talking with (Fernsehfilm)
1995: Rangoon – Im Herzen des Sturms (Beyond Rangoon)
1995: Kleine Gangster, große Kohle (Palookaville)
1996: Plain Pleasures
1996: Fargo
1996: Zwielicht (Primal Fear)
1996: Lone Star
1996: Zwischen den Welten (Hidden in America, Fernsehfilm)
1997: Paradise Road
1998: Skidmarks – Blutspuren (Johnny Skidmarks)
1998: Madeline
1998: Talk of Angels
2000: Die WonderBoys (Wonder Boys)
2000: Almost Famous – Fast berühmt (Almost Famous)
2001: The Man Who Wasn’t There
2001: Upheaval (Kurzfilm)
2002: Laurel Canyon
2002: City by the Sea
2003: Was das Herz begehrt (Something’s Gotta Give)
2004: Last Night (Kurzfilm)
2005: Precinct Hollywood (Fernsehfilm)
2005: Kaltes Land (North Country)
2005: Æon Flux
2006: Freunde mit Geld (Friends with Money)
2008: Miss Pettigrews großer Tag (Miss Pettigrew Lives for a Day)
2008: Burn After Reading – Wer verbrennt sich hier die Finger? (Burn After Reading)
2011: Transformers 3 (Transformers: Dark of the Moon)
2011: Cheyenne – This Must Be the Place (This Must Be the Place)
2012: Moonrise Kingdom
2012: Promised Land
2014: Olive Kitteridge (Miniserie)
2015: Arlo & Spot (The Good Dinosaur) – Stimme von Momma Ida
2016: Hail, Caesar!
2017: Three Billboards Outside Ebbing, Missouri
2018: Isle of Dogs – Ataris Reise (Isle of Dogs, Stimme)
Playlist:
01. Alexandre Desplat - End Titles (Isle Of Dogs) - 04:51
02. Carter Burwell - Brainerd, Minnesota (Fargo) - 02:46
03. Carter Burwell - The Letter (Raising Arizona) - 02:26
04. Carter Burwell - Fade Out - The End (Barton Fink) - 03:36
05. Carter Burwell - Chain Gang (Blood Simple) - 04:47
06. Bryan Pezzone - City By The Sea (City By The Sea) - 04:30
07. Danny Elfman - Classroom (Promised Land) - 04:50
08. Gustavo Santaolalla - A Saturday In My Classroom (North Country) - 03:50
09. Heitor Pereira - Remember Me (Something's Gotta Give) - 01:53
10. Margaret Dryburgh - The Captives' Hymn (Paradise Road) - 04:50
11. Christopher Young - Sire Shire (Wonder Boys) - 03:06
12. Carter Burwell - End Titles (Miller's Crossing) - 04:44
13. Carter Burwell - Breaking And Entering (Burn After Reading) - 03:41
14. James Newton Howard - The Murder Scene (Primal Fear) - 02:44
15. Trevor Jones - Justice In Mississippi (Mississippi Burning) - 04:20
16. Danny Elfman - Weepy Darkman (Darkman) - 06:11
17. Hans Zimmer - Bad Dream/New York City (Madagascar 3: Europe's Most Wanted) - 03:11
18. Hans Zimmer - Waters Of Irrawaddy (Beyond Rangoon) - 03:48
19. Graeme Revell - Bregna 2415 (Aeon Flux) - 04:45
20. Carter Burwell - In Pursuit Of The Future (Hail, Caesar!) - 02:04
21. Carter Burwell - Cough (Three Billboards Outside Ebbing, Missouri) - 02:29
22. Carter Burwell - Return To Pigeon Cove (Olive Kitteridge) - 02:20
23. Carter Burwell - The Trial Of Edward Crane (The Man Who Wasn't There) - 03:48
24. Mychael Danna & Jeff Danna - Goodbye Spot (The Good Dinosaur) - 04:12
25. Alexandre Desplat - The Heroic Weather Conditions Of The Universe, Parts 4 - 6 (Moonrise Kingdom) - 05:01
26. Christopher Young - Wonderful (Wonder Boys) - 03:37
27. Nancy Wilson - Lucky Trumble (Almost Famous) - 02:42
28. Trevor Jones - Murder In Mississippi (Mississippi Burning) - 03:08
29. Graeme Revell - The Kiss (Aeon Flux) - 03:17
30. Hans Zimmer - I Dreamt I Woke Up (Beyond Rangoon) - 08:40

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