Sonntag, 29. März 2009

Playlist # 4 vom 29.03.09

1 Johannes Kobilke & Robert Williamson - Leon Follows Mahagoni (Midnight Meat Train) - 05:47
2 Johannes Kobilke & Robert Williamson - F*ck Me, Please/Meeting The Interns (Pathology) - 04:36
3 Paul Haslinger - Main Titles (While She Was Out) - 03:25
4 Christopher Young - A Christmas Corpse (The Uninvited) - 04:18
5 Cliff Martinez - The Last Drive Home (First Snow) - 05:42
6 Cliff Martinez - He's A Real Talker (Espion(s)) - 03:45
7 Jeff Rona - Opening (Slow Burn) - 05:29
8 Ramin Djawadi - The Unborn (The Unborn) - 04:18
9 Ramin Djawadi - Wire Transfer (Deception) - 05:14
10 Paul Hepker & Mark Kilian - Journal (Rendition) - 05:34
11 David Hirschfelder - Return To Faraway Downs (Australia) - 05:58

Sonntag, 15. März 2009

Lisa Gerrard (Teil 1) - Neue Visionen auf Solo-Pfaden

In einer Zeit, in der irgendwie jede neue musikalische Spielart ihre eigene Szene bildet, verstehen es nur noch wenige Musiker, Brücken nicht nur zwischen den verschiedensten musikalischen Polen zu schlagen, sondern damit gleichsam die Grenzen zwischen den einzelnen Publikumsschichten aufzuheben. Lisa Gerrard ist dieses Kunststück bereits mit ihrem langjährigen musikalischen Partner Brendan Perry in den Jahren von 1984 bis 1998 bei Dead Can Dance gelungen, aber auch während ihrer vielseitigen Solokarriere, die eigenverantwortliche Arbeiten ebenso beinhaltet wie Kollaborationen mit Musikern wie Jeff Rona, Pieter Bourke und Patrick Cassidy als auch Filmmusikkompositionen.

Auf eigenen Füßen stehen

Als nach Abschluss ihrer klassischen Ausbildung Brendan Perry und Lisa Gerrard 1981 die Band Dead Can Dance gründeten, begann ein kometenhafter Aufstieg der beiden Australier, die mit Alben wie "Within The Realm Of A Dying Sun", "The Serpent's Egg", "Aion" und "Into The Labyrinth" Einflüsse aus mittelalterlichen Sakralklängen, barockem Bombast, neoklassizistischen Harmonien, Elementen der mittel- und fernöstlichen Musikkultur, aber auch aus dem modernen Folk- und Pop-Repertoire verbanden. Die dank der außergewöhnlichen Stimmen der beiden Künstler magische Ausstrahlung dieser Symbiose faszinierte sowohl ein jugendliches Publikum, das sonst eher The Sisters Of Mercy und The Cure hört, als auch ältere Jahrgänge, die überwiegend der Klassik frönen.

Nach acht Dead-Can-Dance-Alben veröffentlichte Lisa Gerrard 1995 erstes Solo-Album "The Mirror Pool". Dabei habe sie nie geplant, ein eigenes Album zu machen, vertraute sie mir damals im Kölner Maritim-Hotel an. Allerdings schrieben die beiden Musiker ständig an so vielen Songs, dass viele von ihnen der Kontinuität, die für die Werke von Dead Can Dance so charakteristisch ist, zum Opfer fielen, so dass immer ein Überschuss nicht verwendeten Materials vorhanden sei.
Nachdem Brendan Perry nach der 94er "Toward The Within"-Tour verkündete, einige Jahre an seinem eigenen Solo-Album arbeiten zu wollen, konnte Lisa sich die Zeit nehmen, ihren eigenen Plänen nachzugehen. Sie versicherte sich, dass das Budget der Plattenfirma für ein Solo-Album ausreichend wäre, um einen lang gehegten Traum zu verwirklichen, nämlich Teile des Albums mit einem Orchester aufzunehmen. Lisa spielte die akustischen Stücke in ihrem eigenen Studio ein und ließ die für das Orchester bestimmten Songs von dem australischen Komponisten John Bonnar orchestrieren.
Zwar fehlen auf dem gut 70minütigen Werk die rhythmischen Akzente und der männliche Gesang, sowie die ausgeprägten Ohrwurm-Melodien, für die Brendan bei Dead Can Dance verantwortlich zeichnet, aber Lisas ätherischen, sehr feinfühligen Kompositionen und ihr archaisch anmutender Gesang auf "The Mirror Pool" klingen doch sehr vertraut.
"Wie könnte ich anders als Dead Can Dance klingen? Schließlich bin ich ein Teil davon", macht mir die versierte Musikerin und Sängerin klar. "Das, was ich gemacht habe, ist nur eine Weiterentwicklung der Arbeit, die ich mit Brendan vollbracht habe. Das, was ich mit Brendan nur zur Hälfte realisieren konnte, kam auf meinem Solo-Album zu einem glücklichen Abschluss."
Die Erleichterung darüber merkt man Lisa an. Ihre Augen strahlen einen aufmerksam an, immer wieder lacht sie ausgelassen bei dem Rückblick auf das, was sie bei den Aufnahmen von "The Mirror Pool" erlebt hat. Natürlich sei es ungewohnt für sie gewesen, plötzlich auf eigenen Füßen zu stehen und das, was sie sonst mit ihrem Gefährten gemeinsam gemacht hat, nun allein realisieren zu müssen.
"Es war ein enormer Unterschied zu dem, was ich mit Dead Can Dance mache, weil ich es allein machen musste. Es ist schwer, dabei nicht seine Objektivität zu verlieren."
Man hätte schon im alltäglichen Leben ständig mit irgendwelchen Problemen zu kämpfen, stünde immer vor Entscheidungen, meint Lisa lächelnd. Ihr hätte eine weitere Perspektive gefehlt von jemandem, der ihre Gefühle bekräftigt oder ihnen widersprochen hätte.
"Wenn man allein an etwas arbeitet, fehlt diese Perspektive. Man ist mit sich selbst im Streit. Einige der Argumente, die damit einhergehen, sind wirklich bizarr", sagt sie lachend, um etwas nachdenklicher hinzuzufügen: "Da muss man durch, um zu den essentiellen Dingen zu gelangen, die dein Werk wertvoll machen."
Sie habe es sehr ermüdend empfunden, mit ihrem Mann das Album abzumischen, stöhnt Lisa leicht und drückt ihre Bewunderung für Brendans ausgeprägtes Verständnis von technischen Dingen aus. "Es gab Zeiten, da hätte ich Mauern einreißen können, aber letztlich kommt man ans Ziel", stellt Lisa erleichtert fest. Schließlich habe sie sieben Tage in der Woche sehr hart an dem Album gearbeitet und drei Probekonzerte in Amerika absolviert, um zu sehen, ob ihre Ideen funktionieren, um in Form der Publikumsreaktionen dann doch eine weitere Perspektive zu erhalten.
"Ich hätte nicht gedacht, dass ich so eine Arbeit ohne Brendan schaffen könnte, aber ich kann es. Jetzt, da ich mit Brendan wieder an Dead Can Dance arbeite, fühle ich mich so glücklich. Ich werde sicherlich weiterhin eigene Sachen machen, was davon abhängt, wie das Album läuft."

Die Wiedervereinigung mit dem Absoluten

Nachdem Lisa Gerrard und Brendan Perry mit Dead Can Dance über Jahre hinweg eine so fruchtbare musikalische Verbindung eingegangen sind, mochte man sich eigentlich kaum vorstellen, dass Lisa - immer auf der Suche, das abstrakte Absolute in der Musik zu finden - eine ähnliche Konstellation auch mit einem anderen Musiker erreichen könnte. Umso erstaunlicher mutet daher das Ergebnis ihrer Zusammenarbeit mit Pieter Bourke an, der bislang eher mit elektronischen Projekten wie Eden, Snog, This Digital Ocean und vor allem seit einigen Jahren mit dem innovativen Ethno-Ambient-Projekt Soma auf sich aufmerksam gemacht hat.
Mit „Duality“ haben die beiden Ausnahmemusiker 1998 allerdings ein Album geschaffen, das weit homogener ist als die Alben der Projekte, an denen Lisa und Pieter bislang gearbeitet haben. „Duality“ ist ein recht leichtfüßig klingendes, überwiegend auf Percussions, Streichern, Synthesizern, Samples und natürlich Lisas einfühlsam-eindringlichen Gesang basierendes Werk geworden, das wie aus einem Guss wirkt und äußerst melodiös und intensiv gelungen ist. Damit bildet es fast einen krassen Gegensatz zum ersten Album „The Mirror Pool“, das zwar einige aus dem Dead-Can-Dance-Kontext bekannten Elemente aufwies, aber vielleicht auch durch die voll-orchestrale Instrumentierung und dem Fehlen der für Dead Can Dance charakteristischen Melodiebögen und Percussion-Arrangements wirkte das 70-Minuten-Werk doch schwerer zugänglich als die Dead-Can-Dance-Werke.
`The Mirror Pool´ war eine Dokumentation von Arbeiten, an die ich keine anderen Hände lassen wollte. Brendan hat diese Stücke also nie gehört. Ich wollte etwas machen, über das ich mit niemandem reden musste, etwas, das von niemandem kritisiert wurde. Es ist also nicht so gewesen, wie viele Leute geschrieben haben, dass die Songs von Dead Can Dance verworfen wurden. Es war eine Sache, die ich für mich selbst tun wollte, dass ich Stücke ganz allein kreieren wollte. Ich hatte nie vor, sie Brendan vorzuspielen. Das waren meine privaten Stücke."
In einer ähnlich privaten Atmosphäre, nämlich in Lisas Heimstudio und allein mit Pieter Bourke als weiteren beteiligten Musiker, entstand auch „Duality“.
Natürlich hat sich diese Zusammenarbeit nicht von einem Tag auf den anderen ergeben. Da beide Musiker in Melbourne leben, war es allerdings recht einfach, sich über die Jahre hinweg näher kennen zu lernen, vor allem seit Pieter Bourke bei Lisas Solo-Debüt, der anschließenden Tour und auch bei der Dead-Can-Dance-Tour zum 96er „Spiritchaser“-Album einige Percussioneinsätze beisteuerte.
„Die Zusammenarbeit kam sehr einfach zustande“, blickt Pieter zurück. „Es war eigentlich nur die Erweiterung der Zusammenarbeit, die mit `The Mirror Pool´ begonnen hat, wofür ich ein paar Percussions zu den Aufnahmen beisteuerte. Im Gegensatz zu meinen Erfahrungen, die ich früher bei anderen Projekten gesammelt habe, gab Lisa den Musikern überraschend viel Freiraum, damit sie ihren eigenen Platz in der Musik finden konnten, so dass wir die Musik wirklich als Gruppe auf der Bühne präsentierten, gerade bei der Musik auf den Konzerten, die nicht auf dem Album war. So begann sich 1994/95 eine kreative Basis und ein gegenseitiges Vertrauen auszubilden. Ich arbeitete dann mit Lisa und Brendan zusammen an der `Spiritchaser´-Tour.
Als Lisa und ich von der Tour nach Melbourne zurückkamen, wollten wir erst einmal einen Monat Pause machen. Nach einer so anstrengenden Tour nimmt man sich eigentlich vor, nicht allzu viel über Musik nachzudenken, aber die Pause hielt nicht sehr lange an. Lisa hatte die Idee, einige Vocal-Stücke aufzunehmen und sie durch kurze Interludes, die hauptsächlich aus Gesang und Percussions bestehen sollten, verbunden werden sollten, um einerseits die langen Vocal-Stücke aufzubrechen und zum anderen eine gewisse Kontinuität herzustellen.“
Wie beide Musiker betonen, vollzog sich dieser Arbeitsprozess in einer völlig entspannten Atmosphäre, und schon bald begannen die kurzen Interludes, an denen man arbeitete, ein faszinierendes Eigenleben zu entwickeln.
„Als wir mit dem dritten Stück anfingen, stellten wir fest, dass die Musik, die wir produzierten, etwas Größeres werden wollte“, erzählt Pieter weiter. „So beschlossen wir, einfach abzusehen, wohin uns diese Stücke führen würden und setzten unsere Arbeit fort. Es kamen drei oder vier Versionen eines Stückes bei der Verfolgung dieses Weges heraus, die schließlich in dem ersten Song auf der CD, `Shadow Magnet´, resultierten. Es war für uns ganz interessant zu sehen, wie die Musik zwar nicht ins ursprünglich geplante Konzept passte, aber es war die Intention zu erkennen, unsere persönlichen Vokabulare zu erforschen und sie miteinander zu verbinden. Dazu kam die wundervolle Arbeitsumgebung, in der wir uns befanden, die sehr frei und vertrauensvoll war. Es war einfach großartig, diese wundervollen Stücke nur zu zweit einzuspielen, ohne irgendwelche anderen Leute zu involvieren, sondern eine Art von Intimität in einer relaxten Umgebung herzustellen.“
So arbeiteten Lisa und Pieter Stück für Stück weiter, ohne ein bestimmtes Konzept vor Augen zu haben, einfach abwartend, was passieren würde. Man war sogar von dem Druck beispielsweise einer Plattenfirma befreit, die nach Hörproben verlangt. Eigentlich wusste während des Entstehungsprozesses niemand außer den beiden Musikern, was da allmählich entstand.
„Dieses Projekt war für mich wirklich befreiend“, meint Lisa gut aufgelegt. „Seit dem wir begannen, an den Interludes zu arbeiten, habe ich realisiert, dass etwas ganz besonderes in Gange war. Während der verschiedenen Produktionsstufen wurde die Musik an einen Ort gebracht, der allein von unserer Imagination und vollkommener Unmittelbarkeit geprägt wurde. Das war ein interessanter Teil des Prozesses, da ich plötzlich realisierte, dass die Fertigkeiten, die wir beide in das Projekt einbringen konnten, zu einer Einheit verschmelzen und etwas wirklich Großartiges kreieren konnten. Als wir an diesem Punkt angelangt waren, entschieden wir uns, nicht viele Worte darüber zu verlieren, sondern einfach unsere Positionen und unser Gleichgewicht zu finden und festzustellen, was wir machen können.
Wenn man einen Schaffensprozess durchmacht, durchforstet man normalerweise den 20jährigen Erfahrungsschatz, der sich angehäuft hat, aber hier verlief alles so flüssig.“
Insofern fällt es bei „Duality“ auch schwer herauszufinden, wer für welchen Part in der Musik verantwortlich gewesen sein könnte, weil zum einen die Gesamtstruktur des Albums ungewöhnlich homogen, kompakt und dadurch äußerst intensiv konstruiert worden ist, zum anderen weil die Arrangements sowohl der Instrumente als auch Lisas Gesang so harmonisch ineinander verflochten sind. Dagegen kann man bei Dead Can Dance meist sehr schnell ausmachen, für welche Stücke Brendan und für welche Lisa verantwortlich gewesen ist. Daher findet Lisa es stets etwas merkwürdig, wenn man Parallelen zwischen „Duality“ und Dead Can Dance zieht.
„Die Leute sprechen mich immer auf die Ähnlichkeit mit Dead Can Dance an, aber ich kann sie nicht erkennen. Ich finde, das Projekt ist einfach einzigartig“, sagt sie entschlossen. „Die Essenz und die Realität, die wir mit der Musik kreiert haben, ist so kraftvoll, dass ich weder meine noch Pieters Identität darin wiederfinden kann und Pieter kann es ebenso wenig. Es scheint, ein eigenes Leben angenommen zu haben. Aber das trifft auch auf unsere Arbeitsweise zu. Statt einem Pfad zu folgen, der offensichtlich war, transformierten wir nur das, was ohnehin vorhanden war und was die Stränge unserer Arbeit wurden. Das Werk an sich ist ja ziemlich einfach, aber die ewige Essenz des Albums ist unglaublich kraftvoll. Was uns am Ende selbst überrascht hat, ist, dass die Linie vom Anfang bis zum Ende des Albums intakt ist. Wir wurden durch den ganzen Prozess, in dem das Album entstand, inspiriert, aber auch durch die Tatsache, dass wir in Kontakt mit unseren tiefsten Wurzeln kamen, mit all dem, was sich in den letzten zehn bis zwanzig Jahren angesammelt hat, und das herausbrachten, was wir zusammengesammelt haben. Nicht alles davon hat überlebt, aber es war eine wundervolle Erfahrung, das aufzudecken, was wir erworben haben.“
„Da wir uns als Einheit fühlten, hat es keinen Unterschied gemacht, ob ich z.B. die Drums gespielt habe, weil wir beide es waren, die erkannt haben, wonach wir suchten“, beschreibt Pieter diese Erfahrung ganz ähnlich. „Man kann es nicht einfach trennen. Ich konnte Lisa erlauben, ihre Stimme frei zu erforschen, ohne an irgendetwas anderes zu denken. Da wir spontan arbeiteten, konnte eine Person sich frei entfalten, ohne dass die andere Person meinte, dass das nicht funktioniere, dass ihr der Sound nicht gefalle. Es war eher so, dass man einander gewähren ließ und an bestimmten Stellen sagte, dass das ein interessantes Gebiet sei.
Wenn man sich selbst in die tiefsten Tiefen seiner Fähigkeiten begibt, um nach etwas Ausschau zu halten, dann kann man sich manchmal darin verlieren, weil man sich auf unbekanntem Terrain bewegt. In diesem Fall ist das gegenseitige Vertrauen sehr wichtig.
Insofern sind wir beide gleichermaßen für das Resultat verantwortlich, weil wir gemeinsam geforscht haben. Es gab keinen getrennten Schreibprozess, dass ich beispielsweise einen Rhythmus-Track schrieb und Lisa einige Vocals dazu beitrug. Es waren die ganze Zeit beide Elemente vorhanden.“
Um diese besondere, sicherlich auch sehr empfindliche Atmosphäre nicht zu stören, haben Lisa und Pieter sehr früh entschieden, keine weiteren Leute in das Projekt zu involvieren. Deshalb wurden die Streicher per Synthesizer erzeugt, viele Sounds mit dem Sampler eingespeist, allein die Percussions und der Gesang wurden live gespielt. Schließlich wollten die beiden auch keine anderen Einflüsse auf ihr Werk zulassen als ihre ureigensten musikalischen Wurzeln und Erfahrungen, so dass „Duality“ diesen ungemein intimen Charakter ausstrahlt, aber auch eine Ruhe der Zufriedenheit, ein seelisches Gleichgewicht und eine musikalische Ausgewogenheit, die man nur selten zu hören bekommt.
„Wir wollten an diesem Punkt nicht unsere Vision unterbrechen. Deshalb wollten wir keine anderen Einflüsse in das Projekt einfließen lassen. Es wäre nicht mehr das gleiche Bild“, erklärt Lisa. „Es ist interessant, wenn Leute, die dich wirklich lieben, diese Musik hören, gerade Leute, die sich seit mehr als zwanzig Jahren kennen, wie z.B. meine Mutter und mein Vater. Sie haben einen ganz anderen Blickpunkt, von dem sie mich als Person betrachten. Es ist schließlich eine alte Liebesbeziehung zwischen dir und deinen Eltern. Als sie das Album hörten, waren sie wirklich erleichtert. Wann immer sie ein Album von mir hörten, dachten sie, es sei brillant, aber irgendwie wussten sie, dass ich mit mir selbst kämpfte, dass meine Pein herauszuhören war, aber nicht bei diesem Album. Hier verspürten sie ein wirklich tiefes Lächeln. Sie waren sehr erleichtert, dass ich in der Lage war, etwas so tiefgehendes zu erreichen. Solche Menschen schauen ja nicht auf das Album an sich, sondern auf den Teil von dir, den sie in dem Album wiedererkennen. In der Regel schauen die Leute nicht nach dir, wenn sie dein Werk hören, sondern nach sich selbst, und das ist es ja auch, was du beabsichtigst.“
Letztlich soll auch der Albumtitel dieses Eintauchen in die tiefsten Persönlichkeitsstrukturen, in den großen Erfahrungsschatz reflektieren, von dem schon so viel wieder verschüttet zu sein scheint. Denn wenn man die beiden Musiker im Gespräch verfolgt, wird einem nur allzu klar, wie weit hinab sich beide - gestützt auf das Vertrauen des anderen, auf den sie sich verlassen konnten - Musiker in die Regionen eines tief verwurzelten Musikverständnisses begaben, um ein außergewöhnliches, eben von dieser Intimität des gemeinsam Erforschten geprägtes Werk zu kreieren.
„Mit `Duality´ wollten wir das Zusammentreffen von zwei kreativen Visionen beschreiben, das Zusammentreffen von zwei wachsenden Lebewesen, um etwas aufzudecken, das sie zu einer Intimität führt, die sie sonst vielleicht nie antreffen würden“, erklärt Lisa die Bedeutung des Albumtitels.
„Ich finde, `Duality´ hat auch damit zu tun, dass man sich selbst nicht zu sehr in dem Werk hervortut, indem man nicht zu sehr intellektualisiert und die Kontrolle übernimmt, sondern stattdessen die Dinge laufen lässt, so dass man ein deutlicheres Bild erhält, als wenn man sich selbst zu sehr betont“, ergänzt Pieter.
Recht unkontrolliert kamen auch die Vocals zu „The Human Game“ zustande. Nachdem man von Lisa bislang eine ausschließlich intuitive, lautmalerische und archaische Sprache gewohnt gewesen war, überrascht sie in diesem Stück mit einem verständlichen Text, der aber aus dem gleichen intuitiven Kontext heraus entstand, der für ihre Vocal Performance charakteristisch ist.
„Diese Worte kamen auf die gleiche Weise zustande wie die in den anderen Stücken. Ich habe ein wenig mit ihnen gearbeitet, schrieb sie auf, änderte ein paar Dinge drum herum. Das kann ich mit der erfundenen Sprache nicht tun. Wenn ich das versuchen sollte, würde ich scheitern“, erklärt Lisa.
„Der Song handelt von einer Reise hier auf der Erde aus dem Blickwinkel eines Kindes. Es geht darum, in eine Situation zu gelangen, in der es für dich darum geht, deine Reise zu finden und die Werte loszulassen, die du als Geburtsrechte automatisch besitzt, nämlich zu lieben und geliebt zu werden. Bei der Reise geht es darum, ein Ganzes zu werden, und die Worte in `The Human Game´ stammen dabei aus Kindersicht. Vielleicht kamen sie an die Oberfläche, weil ich nun Mutter bin und versucht habe, die Welt mit Kinderaugen zu betrachten, damit ich dem Kind dabei helfen kann, mit Dingen wie den Spice Girls umzugehen, mit Dingen, die ihm helfen, seine eigene Identität zu finden und ihnen eine Identität nahe zu legen, wie sie sein sollte und nicht wie sie sein könnte.“
Kurz nach Beendigung der Aufnahmen zu „Duality“ erhielten Lisa und Pieter die Anfrage der italienischen Regisseurin Ivana Massetti, für ihren Film „Nadro“ die Musik zu komponieren, was die beiden dankend annahmen.
„Es gibt so viele Dinge, an denen wir beteiligt sind“, meint Lisa dazu. „Bei diesem Projekt haben wir uns wirklich geöffnet für neue Ideen. Wir wollen alles Mögliche probieren. Wir haben keinen so engen Horizont, wohin wir uns bewegen wollen. Das ist der Luxus, den wir besitzen, den Wunsch, alles in der Musik auszuprobieren und Orte zu erforschen, an denen wir nie zuvor gewesen sind.“

Lisa Gerrard (Teil 2) - Eins mit dem Universum

Nach der Auflösung von Dead Can Dance im Jahre 1998 hat Lisa Gerrard eine beachtliche Solo-Karriere hingelegt. Während ihr langjähriger Partner Brendan Perry gerade mal ein Solo-Album, das 1999 veröffentlichte „Eye Of The Hunter“, fertig stellen konnte, legte Lisa 2004 mit „Immortal Memory“ mittlerweile ihr drittes Werk vor, das in Zusammenarbeit mit dem irischen Komponisten Patrick Cassidy entstanden ist. Furore hat Lisa in den vergangenen Jahren aber vor allem durch ihre vielfach preisgekrönten Soundtrack-Arbeiten zu kleinen wie großen Filmen wie „Gladiator“, „Ali“, „The Insider“, „Tränen der Sonne“, „Mission: Impossible 2“ oder zuletzt „Whalerider“ gemacht.
Interessant ist dabei, wie vielseitig die gebürtige Australierin dabei musikalisch zu Werke gegangen ist. Zwar lebt die Musik von Lisa Gerrard in erster Linie von ihrer außergewöhnlichen, stets eindeutig identifizierbaren, nicht von dieser Welt zu gehören scheinender Stimme, die mit ihren archaisch anmutenden Lauten jenseits verständlicher Sprachen ganz intime Gefühle zum Ausdruck bringt und gleichzeitig tief in unbewusste Regionen des Hörers vorzudringen vermag. Aber schon bei Dead Can Dance fiel das instrumentale Umfeld dazu äußerst vielschichtig aus, pendelte zwischen reinen a-cappella-Vorträgen, mittelalterlichen Traditionals, irischen Volksweisen und mittel- oder fernöstlich inspirierten Arrangements hin und her. Ihre Solo-Arbeiten wirken da allerdings in sich geschlossener. Ihr 1995 veröffentlichtes Solo-Debüt „The Mirror Pool“ war vor allem durch die bombastischen Orchesterklänge von John Bonnar charakterisiert, das in Zusammenarbeit mit Pieter Bourke (Eden, Soma) entstandene „Duality“ (1998) lebte von den vitalen, stark pulsierenden Percussions. Und mit „Immortal Memory“ legte Lisa nach fünf Jahren endlich ihr drittes Album vor, das ungewöhnlich ruhig ausgefallen ist. Sanfte und elegische, manchmal fast einschläfernd und eher untermalend wirkende, hintergründig eingesetzte Streicher sind bis auf ganz wenige Ausnahmen die einzige Instrumentierung, die der Hörer gewahr wird.

In der Mitte des Albums sorgen bei „Sailing To Byzantium“ verhaltene Percussions für einen aufrüttelnden Effekt, das abschließende neunminütige „Psallit In Aure Dei“ verstärkt mit seinen Orgelklängen den sakralen Charakter, den das Album überwiegend ausstrahlt – darüber hinaus ist es allein Lisas melancholische, mal irisch, mal aramäisch singende, dann wieder intuitiv lautmalerisch agierende Stimme, die „Immortal Memory“ prägt. Doch auch wenn manchmal der Eindruck entsteht, dass Lisas Stimme mit dem Orchester verschmilzt, wehrt sie sich doch dagegen, ihre Stimme als Instrument, als Teil des Orchesters zu sehen.
„Nein, ich betrachte sie nie, aber wirklich niemals als eine akademische Sache, sie ist persönlicher und sehr privater Natur“, betont Lisa. „Es ist eine private Welt, zu der ich genug Vertrauen habe, sie jetzt teilen zu können. Seit ich ein kleines Mädchen war, frustrierte es mich, nicht in der Lage zu sein, das auszudrücken, was ich fühlte. Ich denke, viele Kinder erleben dies, wenn man sie demonstrierend und leidenschaftlich sich entfalten und die Dinge tun sieht, die sie tun, weil sie sich mit Worten nicht ausdrücken können."
"Wenn wir lernen, einen Mittelpunkt in der Kunst zu finden, glaube ich, dass diese Fähigkeit uns von Gott gegeben ist, um unsere Liebe und unsere Gefühle zu demonstrieren, die wir nicht kommunizieren können, dass wir sie zu einem Ort der Reinheit bringen. Wenn wir diese Mittelpunkte gefunden haben und in der Lage sind, unsere innersten Gefühle zu befreien, dann können wir gesund in dem Sinne bleiben, dass es uns möglich ist, unsere privaten Dinge zur Sprache zu bringen, die uns in Kontakt zu Dingen bringen, die wir normalerweise nicht demonstrieren oder erfahren dürfen.“
Mit Patrick Cassidy hat sie auch verstärkt an Soundtracks geschrieben. Beide haben bereits eng mit Hans Zimmer gearbeitet, sie bei „Gladiator“, „Tränen der Sonne“, „Black Hawk Down“ und „Mission: Impossible 2“, er bei „Hannibal“ und „An Everlasting Peace“. Es folgten die TV-Mini-Serie „Salem’s Lot“ nach Stephen Kings Vampir-Bestseller „Brennen muss Salem“, „One Perfect Day“, ein Film über die heutige Rave- und DJ-Kultur, bei dem Lisa mit Orbital und David Hobson zusammenarbeitete.

Eins mit dem Universum

Nachdem Lisa Gerrard seit mehr als zwei Jahrzehnten die Musikwelt mit ihrem einzigartigen Gesang verzaubert hatte, einer von allem irdischem Ballast befreiten, dem Göttlichen entgegen strebenden Stimme, die meist auf intuitive, lautmalerische Art und Weise mit Klängen und Wesenheiten kommuniziert, die ebenso wenig von dieser Welt zu stammen scheinen wie Lisa Gerrard selbst, ließ sie mit einer schlicht „Lisa Gerrard“ betitelten Best-Of-Compilation ihre Karriere im Jahre 2007 Revue passieren …
Schon während der von 1981 bis 1998 andauernden Karriere mit Dead Can Dance, an der sie an der Seite von Brendan Perry so berauschend schöne Werke wie „Within The Realm Of A Dying Sun“ (1988), „The Serpent’s Egg“ (1988), „Aion“ (1990) und „Into The Labyrinth“ (1993) geschaffen hat, katapultierte sich Lisa Gerrard mit ihrer begnadeten, entfesselten Stimme in sphärische Höhen jenseits sichtbarer Horizonte.
„Wenn du durch den Torbogen in ein unbekanntes Land gehst, kommt der Punkt in deinem Leben, an dem du den Übergang vollziehen musst“, entwickelt Lisa eine Analogie zu den traditionellen „rites de passage“ bei Naturvölkern, mit denen die Individuen der Gesellschaft lernen mussten, die Vergangenheit abzustreifen und in der Zukunft neu geboren zu werden. „Das hat dann nichts mehr mit den Beteiligungen an dem kollektiven Bewusstsein zu tun, sondern ist das Resultat von ‚Toward The Within’. Von dort aus ging es zu ‚The Mirror Pool’, von ‚The Mirror Pool’ zu ‚Spiritchaser’, von ‚Spiritchaser’ zu ‚Duality’ und von dort aus zu ‚Immortal Memory’ – und nun ist es für mich an der Zeit, die Reise durch das Tor zu unternehmen“, beschreibt Lisa die Stationen von den letzten Dead-Can-Dance-Alben zu ihren ersten Solo-Werken „The Mirror Pool“ (1995) und „Duality“ (1998).
Man merkt schon, auch in ihren etwas kryptischen, stark spirituell geprägten Aussagen hebt sich Lisa Gerrard deutlich von konventionellen Sängerinnen ab. Vor allem wenn es um ihre ureigene Disziplin, das Singen, geht, hebt Frau Gerrard in schwindelerregende Dimensionen ab.
„Wenn ich in den höchsten Tönen singe, fühle ich mich eins mit dem Universum, dann empfinde ich mich als Teil von allem. Und wenn du einmal diese Erfahrung gemacht hast, verlierst du sie nie wieder“, teilt Lisa bedeutungsschwanger mit. „Wenn ich einen Klang höre, empfinde ich das Bedürfnis, mit ihm zu kommunizieren. Ich muss aus dem Klang heraus kommunizieren oder von einem Ort aus, der mir nicht gehört. Da ist auch etwas Angst im Spiel. Sobald sich mir ein Klang nähert oder zwei Töne, dann muss ich sehr schnell darauf reagieren.“
Schon frühzeitig hat die passionierte Sängerin („Das Bedürfnis zu singen ist viel größer als das Bedürfnis, es nicht zu tun“) begonnen, ihre Solo-Karriere an den Start zu bringen, die sie äußerst vielgestaltig zu formen verstand. So ist das Solo-Debüt „The Mirror Pool“ vor allem durch die Orchester-Arrangements von John Bonnar aufgefallen, das Nachfolgewerk „Duality“ ist zusammen mit Pieter Bourke (Eden, Soma) entstanden, mit dem sie auch an den Soundtracks zu Michael Manns Filmen „The Insider“ und „Ali“ gearbeitet hat. Überhaupt hat die Welt der Filmmusik einen Narren an Lisa Gerrards außergewöhnlichen Stimmtalenten gefressen. Nachdem bereits so außergewöhnliche Sängerinnen wie Enya („Far And Away“, „Lord Of The Rings: The Fellowship Of The Ring“), Diamanda Galas („The Last Of England“, „The Serpent And The Rainbow“) und Emma Shaplin („Red Planet“) in Hollywood für neue Akzente sorgten, ist Lisa Gerrard spätestens seit der erfolgreichen Zusammenarbeit mit Filmmusik-Superstar Hans Zimmer bei „Gladiator“ immer wieder auf interessanten Soundtracks wie „Layer Cake“, „Man On Fire“, „Tears Of The Sun“ oder „Salem’s Lot“ zu finden – abgesehen von kompletten Soundtracks wie „Whale Rider“ und „A Thousand Roads“.
Und wenn man Songs wie „See The Sun“ aus „Ali“, „Now We Are Free“ aus „Gladiator“ oder „Go Forward“ aus „Whale Rider“ hört, merkt man sogleich die besondere Intensität, die Lisa Gerrard mit ihrer Stimme im Zusammenspiel mit den eindringlichen Kompositionen zu erzeugen versteht. Das Schöne an „Lisa Gerrard“ ist, dass die geschickte Auswahl der Tracks – von Dead-Can-Dance-Tracks wie „Persephone“, „Indus“ und „The Promised Womb“ bis zu Soundtrack-Geschichten wie „Gladiator“, „Whale Rider“ und „Ali“ – den Eindruck einer sehr homogenen Einheit hinterlässt, eine Folge himmlisch schöner Musik …

Diskographie
1995 – “The Mirror Pool”
1998 – “Duality” mit Pieter Bourke
2004 – “Immortal Memory” mit Patrick Cassidy
2006 – “The Silver Tree”
2007 – „The Best of Lisa Gerrard“
2008 – “Farscape“ mit Klaus Schulze
2009 – „Black Opal“
2010 – „Departum“ mit Marcello De Francisci

Filmographie:
1998 – “Nadro“
1999 – „The 13th Warrior“ mit Graeme Revell (rejected)
1999 – “Insider“ mit Pieter Bourke
2000 – „Gladiator“ mit Hans Zimmer
2000 – „Mission: Impossible II“ mit Hans Zimmer
2001 – „Ali“ mit Pieter Bourke
2002 – „Whale Rider“
2003 – „Tränen der Sonne“ mit Hans Zimmer
2004 – „Salem's Lot” (TV mini-series) mit Patrick Cassidy und Christopher Gordon
2004 – „Man on Fire“ zusammen mit Harry Gregson-Williams und Hybrid
2005 – „Constantine“ (rejected)
2005 – „A Thousand Roads“ mit Jeff Rona
2005 – „Fateless“ mit Ennio Morricone
2008 – „Ichi - Die blinde Schwertkämpferin“ mit Michael Edwards
2009 – „Balibo“

Playlist # 3 vom 15.03.09 - LISA GERRARD Special

1 Lisa Gerrard & Pieter Bourke - Sacrifice (The Insider) - 07:42
2 Hans Zimmer & Lisa Gerrard - Now We Are Free (Maximus Mix) (Gladiator) - 03:48
3 Lisa Gerrard & Pieter Bourke - See The Sun (Ali) - 03:25
4 Lisa Gerrard - Go Forward (Whalerider) - 05:53
5 Lisa Gerrard - Spaceweaver (The Silver Tree) - 07:21
6 Dead Can Dance & Mark Isham - The Host of Seraphim (The Mist) - 07:19
7 Dead Can Dance - Summoning of The Muse (Within The Realm of a Dying Sun) - 04:55
8 Dead Can Dance - Towards The Within (Into The Labyrinth)- 07:06
9 Lisa Gerrard & Pieter Bourke - Jungabya (The Human Game) - 04:20
10 Lisa Gerrard & Pieter Bourke - The Human Game (Duality) - 06:56

Sonntag, 1. März 2009

Playlist # 2 vom 01.03.09 - Academy Awards Special

Herzlichen Glückwunsch an den indischen Komponisten A.R. Rahman, der 2009 den Musik-Oscar für seinen Soundtrack zu Danny Boyles "Slumdog Millionaire" erhielt. Außerdem in der Sendung zu hören die anderen Kandidaten des diesjährigen und letzten Jahres, darunter den Gewinner von 2008, Alberto Iglesias, und James Newton Howard, der bereits mehrere Oscar-Nominierungen einheimsen durfte, aber die Trophäe noch nie gewonnen hat.
1 Alexandre Desplat - Children Games (The Curious Case of Benjamin Button) - 04:11
2 Dario Marianelli - Atonement (Atonement) - 05:20
3 Danny Elfman - Give 'em Hope (Milk) - 04:41
4 Alberto Iglesias - Kite Tournament (The Kite Runner) - 05:40
5 A.R. Rahman - O ... Saya (Slumdog Millionaire) - 03:35
6 Graeme Revell - The Aid Convoy (Dafur Now) - 03:18
7 Marco Beltrami - Ben Takes The Stage (3:10 To Yuma) 05:47
8 James Newton Howard - I'm Not The Guy You Kill (Michael Clayton) 06:56
9 James Newton Howard - The Bielski Otriad (Defiance) 05:15
10 Michael Giacchino - End Creditouilles (Ratatouille) 09:16

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