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Sonntag, 4. Januar 2026

Playlist #440 vom 11.01.2026 - R.I.P. Rob Reiner (1947-2025)

Unter den Verstorbenen, die Hollywood im vergangenen Jahr zu beklagen hatte (darunter die Schauspieler Udo Kier, Diane Keaton und Richard Chamberlain), war der von Filmregisseur, Produzent und Schauspieler Rob Reiner wohl am tragischsten, steht doch sein eigener Sohn Nick im Verdacht, seine Eltern ermordet zu haben. Bekannt wurde Reiner zunächst als Schauspieler in der Fernsehserie „All in the Family“, später machte er als Regisseur von Filmen wie den beiden Stephen-King-Verfilmungen „Stand by Me“ und „Misery“ sowie „Die Braut des Prinzen“, „Harry und Sally“ sowie „Eine Frage der Ehre“ Furore. In der heutigen Sendung in Gedenken an Rob Reiner gibt es Musik von Jack Nitzsche, Marc Shaiman, Mark Knopfler, Jeff Beal, Ry Cooder und anderen zu hören.
Robert „Rob“ Reiner wurde am 6. März 1947 im New Yorker Stadtteil Bronx als Sohn des Regisseurs, Schauspielers und Komikers Carl Reiner und der Schauspielerin Estelle Reiner geboren. Bereits als Zwölfjähriger war Reiner in der Serie „77 Sunset Strip“ zu sehen, worauf Gastauftritte in Serien wie „Alfred Hitchcock Presents“, „Batman“, „The Andy Griffith Show“, „The Beverly Hillbillies“ und „Die Partridge Familie“ folgten.
Populär wurde er ab 1971 mit seiner Emmy-preisgekrönten Rolle als Schwiegersohn Michael „Meathead“ Stivic in der Serie „All in the Family“ (1971–1979), der Vorlage für die deutsche Serie „Ein Herz und eine Seele“. Ähnlich wie später Diether Krebs‘ Rolle war Reiners Figur als überzeugter Linker angelegt, der mit seinem reaktionären Schwiegervater regelmäßig aneinandergeriet. Erstmals wurden hier im US-Fernsehen Rassismus, Homosexualität und Emanzipation thematisiert.
Auch wenn Reiner in den 1980er Jahren sich hauptsächlich als Regisseur betätigte, so blieb er doch auch Schauspieler. Er hatte oft Nebenrollen in seinen eigenen Filmen, wirkte aber auch weiterhin in Werken anderer Regisseure mit. So übernahm er über die Jahre Rollen in bekannten Kinofilmen wie „Schlaflos in Seattle“, „Schmeiß’ die Mama aus dem Zug!“, „Der Club der Teufelinnen“, „Mit aller Macht“ und „EDtv“. In der Fernsehserie „New Girl“ verkörperte er von 2012 bis 2018 in insgesamt elf Folgen den Vater der von Zooey Deschanel dargestellten Protagonistin Jessica Day. Er war in Martin ScorsesesThe Wolf of Wall Street“ (2013) als Max Belfort zu sehen, Vater von Leonardo DiCaprios Hauptfigur Jordan Belfort. 2025 hatte er als Albert Schnurr eine wiederkehrende Rolle in der vierten Staffel der Serie „The Bear: King of the Kitchen“
Nach kleineren Fernseh-Regiearbeiten feierte Reiner mit der Mockumentary „This Is Spinal Tap“ (1984) seinen Einstand für das Kino, einer Komödie über die Höhen und Tiefen einer fiktiven Rockband, die im englischsprachigen Raum zum Kultfilm avancierte. Reiner selbst übernahm eine Rolle als angeblicher Dokumentarfilmer, der die Musikgruppe begleitet, und schrieb am Drehbuch mit. Nach dem Teenager-Streifen „Der Volltreffer“ mit John Cusack inszenierte Reiner das Coming-of-Age-Drama „Stand by Me – Das Geheimnis eines Sommers“ (1986) nach einem Kurzroman von Stephen King, die sowohl bei der Directors Guild of America als auch der Hollywood Foreign Press Association eine Nominierung für die beste Regie einbrachte.
In der Liebeskomödie „Harry und Sally“ (1989) sind Billy Crystal und Meg Ryan als Liebespaar in einer wechselhaften Beziehung zu sehen, in dem Gerichtsdrama „Eine Frage der Ehre“ (1992) bekommt es Tom Cruise als eigenwilliger junger Marineanwalt mit Jack Nicholson zu tun.
Es folgten der ironisch angehauchte Märchenfilm „Die Braut des Prinzen“ (1987), die Stephen-King-Adaption „Misery“ (1990) mit der für ihre Darstellung Oscar-prämierte Kathy Bates und James Caan in den Hauptrollen. Die enge Beziehung zu Stephen Kings Werk schlug sich 1987 auch in der von Rob Reiner zusammen mit Andrew Scheinman gegründeten Produktionsfirma Castle Rock Entertainment nieder.
Seit dem Flop mit der Komödie „North“ (1994), die in verschiedenen Kategorien sechs „Goldene Himbeeren“-Nominierungen erhielt, büßten Rob Reiners Regiearbeiten immer wieder mal an Qualität ein und konnten nicht mehr an seine früheren Erfolge anknüpfen. Auf die erfolgreiche romantische Komödie „Hallo, Mr. President“ (1995) mit Michael Douglas in der Rolle des verwitweten US-Präsidenten, der sich frisch verliebt, folgte das Drama „An deiner Seite“ (1999) mit Bruce Willis und Michelle Pfeiffer in den Hauptrollen, die Liebeskomödie „Alex & Emma“ (2003) mit Luke Wilson als jungen Schriftsteller auf zwei Zeitebenen und „Wo die Liebe hinfällt …“ mit Jennifer Aniston und Kevin Costner in den Hauptrollen.
2007 inszenierte Reiner die Tragikomödie „Das Beste kommt zum Schluss“ mit Morgan Freeman und Jack Nicholson in den Hauptrollen als krebskranke ältere Männer, die vor ihrem Tod noch eine Weltreise unternehmen. In den 2010er Jahren drehte Reiner mehrmals politisch akzentuierte Filme wie die Biografie „LBJ“ (2016) von US-Präsident Lyndon B. Johnson und „Shock and Awe“ (2017) über die Gründe der Irak-Invasion unter der Regierung Bush, jeweils mit Woody Harrelson in der Hauptrolle besetzt. Reiners letzte Regiearbeit war der im September 2025 erschienene Film „Spinal Tap II: The End Continues“, eine Fortsetzung von „This Is the Spinal Tap“, welche die altgewordenen Rockmusiker aus dem ersten Film bei ihrem Comeback zeigt.
Am 14. Dezember 2025 wurden er und seine Ehefrau Michele Singer von ihrer Tochter in ihrem Haus in Brentwood erstochen aufgefunden. Beamte des Los Angeles Police Department leiteten daraufhin Mordermittlungen ein.

Filmografie (Regie):

1974: Sonny Boy (Fernsehfilm)
1981: Likely Stories, Vol. 1 (Fernsehfilm)
1981: Spinal Tap: The Final Tour (Kurzfilm)
1984: This Is Spinal Tap
1985: Der Volltreffer (The Sure Thing)
1986: Stand by Me – Das Geheimnis eines Sommers (Stand by Me)
1987: Die Braut des Prinzen (The Princess Bride)
1989: Harry und Sally (When Harry Met Sally…)
1990: Misery
1992: Eine Frage der Ehre (A Few Good Men)
1994: North
1995: Hallo, Mr. President (The American President)
1996: Das Attentat (Ghosts of Mississippi)
1997: I Am Your Child (Fernsehfilm)
1999: An deiner Seite (The Story of Us)
2003: Alex & Emma
2004: Everyday Life (Fernsehfilm)
2005: Wo die Liebe hinfällt … (Rumor Has It…)
2007: Das Beste kommt zum Schluss (The Bucket List)
2010: Verliebt und ausgeflippt (Flipped)
2012: 8 (Fernsehfilm)
2012: The Magic of Belle Isle – Ein verzauberter Sommer (The Magic of Belle Isle)
2014: Das grenzt an Liebe (And So It Goes)
2015: Being Charlie – Zurück ins Leben (Being Charlie)
2016: LBJ
2017: Shock and Awe
2023: Albert Brooks: Defending My Life (Dokumentarfilm)
2025: Spinal Tap II: The End Continues

Playlist:

01. Marc Shaiman - Pep Talk (A Few Good Men) - 03:15 
02. Marc Shaiman - She Can't Be Dead (Misery) - 06:16 
03. Eric Clapton & Marc Shaiman - Keepin' Out of Mischief Now (The Story of Us) - 04:34 
04. Marc Shaiman - Remembering Mother (Albert Brooks: Defending My Life) - 03:40 
05. Marc Shaiman - Prologue (Ghostos of Mississippi) - 06:14 
06. Jack Nitzsche - Suite (Stand By Me) - 03:37 
07. Marc Shaiman - Operation Hell Hath No Fury (The First Wives Club) - 04:45 
08. Marc Shaiman - Hawaii (North) - 03:21 
09. Marc Shaiman - Make the Deal (The American President) - 03:43 
10. Mark Knopfler - Once Upon a Time… Storybook Love (The Princess Bride) - 04:00 
11. Marc Shaiman - It's About '68 / He's Gone (LBJ) - 04:23 
12. Jeff Beal - Secret War Committee (Shock and Awe) - 03:20 
13. Ry Cooder - Don't Break Our Hearts (Primary Colours)  - 03:03 
14. Marc Shaiman - Buster's Last Stand (Misery) - 04:14 
15. Marc Shaiman - Theme from Defending My Life (Albert Brooks: Defending My Life) - 02:20 
16. Marc Shaiman - Life and Death (The Bucket List) - 03:54 
17. Marc Shaiman - The Big Break In (The First Wives Club) - 05:17 
18. Mark Knopfler - Guide My Sword (The Princess Bride) - 05:11 
19. Jeff Beal - Democratic Experiment (Shock and Awe) - 06:09 
20. Marc Shaiman - Honor (A Few Good Men) - 03:47 
21. Marc Shaiman - Klandestine Meeting (Ghosts of Mississippi) - 03:37 
22. Marc Shaiman - The Speech (LBJ) - 03:42 
23. Marc Shaiman - North Goes to Court (North) - 03:11 
24. Ry Cooder - Wide Sky (Primary Colours) - 06:03 
25. Eric Clapton & Marc Shaiman - Let's Go to Chow Fun (The Story of Us) - 03:21 
26. Randy Edelman - Streetwalkin' Ed (EDtv) - 03:26 
27. Marc Shaiman - End Credits (The Bucket List) - 03:53 
28. Marc Shaiman - President Shepherd (The American President) - 07:27

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