Sonntag, 24. Februar 2013

DIE 3. LANGE DER NACHT DER FILMMUSIK am 01./02.03.2013 auf Radio ZuSa

Es ist zu einer kleinen Tradition geworden, am Wochenende nach der rauschend zelebrierten Oscar®-Verleihung bei Radio ZuSa DIE LANGE NACHT DER FILMMUSIK zu feiern. Am Freitag, 01. März, ab 23 Uhr ist es wieder soweit: Mein fachkundiger Co-Moderator Kacper Ogorzalek und ich stellen acht Stunden lang nicht nur ausführlich die für die begehrten Trophäen nominierten Scores und Komponisten vor, sondern unterhalten euch auch mit ganz unterschiedlichen Spezial-Themen.

Freut euch auf Portraits zur amerikanischen Filmemacherin Kathryn Bigelow („The Hurt Locker“, „Zero Dark Thirty“) und der Schauspielerin/Regisseurin Jodie Foster („Das Schweigen der Lämmer“, „Nell“), die jüngst ihren Abschied aus dem Filmgeschäft verkündete. Dazu gibt es je einstündige Specials zu Literatur- und zu Musicalverfilmungen, außerdem zur französischen Band TRISOMIE 21, die mit ihren atmosphärischen Soundscapes das Konzept der Sendung wunderbar ergänzt.
Und schließlich sind noch unsere ganz persönlichen Highlights und ausgesuchte Songs aus den Soundtracks des vergangenen Jahres zu hören, darunter „Django“ aus Tarantinos Meisterwerk „Django Unchained“, Adeles „Skyfall“ und viele andere.
Ihr empfangt DIE LANGE NACHT DER FILMMUSIK von 01.03. ab 23 Uhr bis 02.03. um 7 Uhr auf den Frequenzen 95,5 für Lüneburg, 88,0 für Uelzen und 89,7 fürs Wendland oder als Online-Stream auf www.zusa.de.

Sonntag, 17. Februar 2013

Playlist # 105 vom 24.02.2013 (1) - PAUL THOMAS ANDERSON Special

Der amerikanische Drehbuchautor, Produzent und Regisseur Paul Thomas Anderson zählt fraglos zu den begabtesten Filmemachern und reiht sich in schöner Regelmäßigkeit in die Liste der Oscar®-Nominierten ein. In diesem Jahr geht der Sohn des DJs, Schauspielers und Synchronsprechers Ernie Anderson mit seinem neuen Meisterwerk „The Master“ ins Rennen um die begehrten Trophäen.

Durch seinen Vater stets ermutigt, fing Paul Thomas Anderson bereits in seiner Kindheit mit dem Filmemachen an, zunächst mit einer Betamax Videokamera, die Anderson 1982 im Alter von 12 Jahren von seinem Vater gekauft bekam - als Teenager begann er mit dem Schreiben und fing als 17-Jähriger mit einer Bolex 16 mm Kamera zu experimentieren an. Seine erste eigene Filmproduktion finanzierte er sich durch die Reinigung von Käfigen in einem Haustiergeschäft. Die 30-minütige Mockumentary „The Dirk Diggler“ (1988) bildete das Grundgerüst für Andersons Erfolgsfilm „Boogie Nights“. Im Gegensatz zu den meisten seiner Kollegen hat Paul Thomas Anderson nie eine Filmschule besucht, sondern das Handwerk erlernt, indem er sich die Filme seiner Lieblingsregisseure Martin Scorsese, Robert Altman, Jonathan Demme, Stanley Kubrick, Orson Welles und Max Ophüls – wenn möglich mit ihren Audiokommentaren – ansah und sich durch Bücher und Magazine über die technische Seite des Filmemachens informierte.
Seine Karriere begann als Produktionsassistent für TV-Filme, Musikvideos und Gameshows in Los Angeles und New York. 1993 stellte er den Kurzfilm „Cigarettes & Coffee“ fertig, der auf dem Sundance Film Festival gezeigt wurde und für die erste Anerkennung des jungen Filmemachers sorgte. Bei einem Workshop nahm ihn Michael Caton-Jones unter seine Fittiche, darüber hinaus wollte Rysher Entertainment den ersten Spielfilm von Anderson herausbringen.
1996 präsentierte Anderson mit dem Spielerdrama „Last Exit Reno“ (Hard Eight) schließlich sein Langfilmdebüt. Er erzählt von der beginnenden Männerfreundschaft zwischen dem alternden Spieler Sidney (Philip Baker Hall) und dem unglücklichen John (John C. Reilly), der alles verloren hat. Zwei Jahre lang ziehen die beiden wie Vater und Sohn durch die Casinos, dann sorgt das Wiedersehen zwischen John und seinem alten Freund Jimmy (Samuel L. Jackson) in Reno sowie die Bekanntschaft mit der Kellnerin Clementine (Gwyneth Paltrow) für Turbulenzen …
‚Last Exit Reno‘ weist stilistisch alles auf, was Andersons spätere Filme, wie sein wohl größter Erfolg ‚Magnolia‘, auszeichnen sollte. Langsame Kamerafahrten, die die Personen begleiten, Großaufnahmen der Gesichter, der Rauch der Zigaretten, die sich selbst außerhalb des Bildes befinden, der vor der Kamera hochsteigt. Man hat manchmal den Eindruck einer Übung oder eine Bewerbung von Anderson beizuwohnen, die Produzenten und Studios zeigen soll, was er kann. Ist es aber nicht, denn dafür ist ‚Last Exit Reno‘ ein viel zu rundes Gesamtkunstwerk, perfekt durchkomponiert und von eindrucksvoller Klasse“, resümiert Björn Becher auf filmstarts.de
Nach dieser eindrucksvollen Visitenkarte gelang Anderson gleich mit seinem nächsten Film „Boogie Nights“ der künstlerische wie kommerzielle Durchbruch. Mark Wahlberg spielt den Kellner Eddie Adams, der in Ende der 70er in dem Nachtclub im San Fernando Valley eine Porno-Größen kennenlernt, so den sehr von sich und der künstlerischen Qualität seiner Filme überzeugten Regisseur Jack Horner (Burt Reynolds), die Porno-Darstellerin Amber Waves (Julianne Moore) und das Rollergirl Brandy (Heather Graham). Mit seinem eindrucksvollen Gemächt wird Eddie selbst schnell zum Porno-Star …
‚Boogie Nights‘ hat Esprit, Humor, enthält viele tragische Momente und zeigt den Fall eines Pornostars und die inhumanen Faktoren der Pornoindustrie, aber auch die Versuche seiner Protagonisten, dem entgegen zu steuern. Dabei fällt der Film nicht ab in Klischees über sein Thema und die Handelnden. Sex wird einerseits verkauft wie jede andere Ware oder Dienstleistung, andererseits wird deutlich, welche Dissonanzen und Brüche die Beschäftigung in der Branche mit sich bringt. Ähnlich wie Scorsese in ‚GoodFellas‘ oder Coppola in ‚Der Pate‘ in Bezug auf die Strukturen im Bereich des organisierten Verbrechens und auf die diesbezüglichen Lebensweisen und Mentalitäten führt Anderson ein Milieu als Normalität vor, das uns emotional und hinsichtlich der Verhaltensweisen so fern ist; gleichzeitig gelingt es ihm jedoch, zu den Personen eine emotionale Nähe zu erzeugen, weil deren Sehnsüchte und Defizite sich von den unsrigen kaum unterscheiden“, meint Ulrich Behrens auf filmstarts.de.
New Line Cinema, die „Boogie Nights“ herausgebracht haben, sicherten Anderson für sein nächstes Projekt völlige Freiheit zu. Während das Drehbuch zu „Magnolia“ ausufernde Maßen annahm, ließ sich Anderson von Aimee Manns Musik inspirieren und gab bei ihr acht weitere Songs in Auftrag, von denen schließlich „Save Me“ sogar eine Oscar®-Nominierung für den besten Originalsong erhielt.
Der Film verbindet an einem Tag die Schicksale von neun in Los Angeles lebenden Menschen, darunter den sterbenskranken Fernsehproduzenten Earl Partridge (Jason Robards), der von Phil Pharma (Philip Seymour Hoffman) gepflegt wird und ihm seine Sünden beichtet. Phil wird damit beauftragt, Earls Sohn Frank Mackey (Tom Cruise) zu suchen, der als Guru für Machos eine erfolgreich eine eigene TV-Show macht. Außerdem spielen das Superkind Stanley Spector (Jeremy Blackman) und der ehemalige Quizshow-Star Donnie Smith (William H. Macy) eine Rolle in dem unterhaltsamen Drama, das für drei Oscars® nominiert worden ist.
‚Magnolia‘ ist ein großer Film. Weil er die kleinen Dinge des Alltags wichtiger nimmt als den epischen Mythos – und damit etwas über das heutige Amerika sagt. Weil er tiefe Gefühle zeigt, Schmerz, Wunden und Verzweiflung – und trotzdem nicht kitschig wird, sondern im besten Sinne grotesk, in all seiner Tragik. Weil er auf einem klugen, weisen Drehbuch aufbaut, und einen einfallsreichen, mutigen Regisseur mit Witz und Wärme hat. Weil er fast ausnahmslos beeindruckende schauspielerische Leistungen zeigt. Tom Cruise himself hätte damit endlich eine verdiente Chance für einen (Nebendarsteller) Oscar. Und der Schnitt hat Rhythmus und Musik, die die fragmentierten Episoden geschickt verweben. Es ist ein großer Film, weil er Emotionen, Intelligenz und Kritik transportiert“, urteilt Nataly Bleuel auf spiegel.de
2002 folgte die romantische Komödie „Punch-Drunk Love“, in der Adam Sandler erstmals eine tiefsinnigere Rolle übernommen hat. Er spielt den aufstrebenden Geschäftsmann Barry Egan, der durch seine sieben Schwestern eine etwas gestörte Beziehung zu Frauen hat und sein Liebesleben über eine Telefonsex-Hotline abwickelt, wo er aber eigentlich über ganz alltägliche Dinge plaudert. Doch dann trifft er auf die mysteriöse Lena Leonard (Emily Watson), in die er sich sofort verliebt …
„Die Überspitzung des Alltäglichen, insbesondere des alltäglichen Irrsinns, das ist die große Kunst in ‚Punch-Drunk Love‘. Auf den ersten Blick ist Barry ein netter Kerl, der stets versucht freundlich zu sein - zum Beispiel auf dem Familientreffen mit seinen sieben Schwestern, die sich hauptsächlich mit seinen spärlich vorhandenen Liebesleben beschäftigen. Doch hinter seinen hervorgezwungenen Lachen steckt tiefe Frustration, Wut, eine Anspannung bis kurz vor der Explosion. Und so geschieht es auch gelegentlich, dass Barry mal eben eine Restaurant-Toilette demoliert; die Frustration schlägt ihre Bahn. Barry leidet, wie alle Menschen, am Irrsinn des Lebens - doch die Figur ist natürlich überspitzt, übetrieben. Während ‚Magnolia‘ aber oft gezielt ins vollkommen Unwirkliche (Quizfragen, Sex-Animateur, Frösche) abgleitet, balanciert ‚Punch-Drunk Love‘ stets äußerst geschickt an der schmalen Grenze zwischen Realität und Surrealität“, meint Wolfgang Huang auf filmspiegel.de.
Bis zu Andersons nächstem Meisterwerk „There Will Be Blood“ vergingen immerhin fünf Jahre. Nachdem der Filmemacher mit „Punch-Drunk Love“ seinen Wunsch verwirklicht hatte, mit Adam Sandler zusammenzuarbeiten, konnte er diesmal Wunschkandidat Daniel Day-Lewis als Hauptdarsteller verpflichten. In seiner Oscar®-prämierten Rolle verkörpert Day-Lewis den Goldgräber Daniel Plainview, der es aufgrund harter Arbeit vom einfachen Goldsucher zum bekannten Ölunternehmer gebracht hat. Als der naive Paul Sunday (Paul Dano) Plainview von einem riesigen Ölvorkommen auf dem Grundbesitz seiner Eltern erzählt, wittert der Unternehmer unermesslichen Reichtum. Doch mit Beginn der Bohrarbeiten kommt es zu einem folgenschweren Unfall …
„Diesmal scheint Kubrick wohl der große Fixpunkt gewesen sein, was sich in der Hinwendung von allzu akrobatischen zu gemäßigteren tracking shots, der teilweise frappierend an ‚Shining‘ erinnernden, sehr intensiven Filmmusik von Radiohead-Mitglied Jonny Greenwood und dem Einsatz klassischer Stücke (hier ist es Brahms’ Violinen-Konzert in D major) im Allgemeinen, einer ausgeprägten Misanthropie und einer gewissen Dialogizität des Films ausdrückt“, befindet Jonas Reinartz auf filmstarts.de. „Mit seinem ersten Film seit sechs Jahren legt Paul Thomas Anderson einen sperrigen, desillusionierenden Beitrag über zeitlose Themen und Befindlichkeiten und auch ein Statement über die jetzige Situation der USA dar, das seinen Platz in der Geschichte des Films finden wird.“
Weitere fünf Jahre nach dem für immerhin acht Oscars® nominierten Meisterwerk legt Anderson nun mit „The Master“ einen Film vor, in dem der Intellektuelle Lancaster Dodd (Philip Seymour Hoffman) bei einem Bootstrip auf die Idee kommt, nach dem Grauen des Zweiten Weltkriegs eine neue Glaubensgemeinschaft namens „The Cause“ ins Leben zu rufen.
Unter den verlorenen Seelen, die sich dem charismatischen Glaubensführer anschließen, befindet sich auch der schwer alkoholkranke Freddie Quell (Joaquin Phoenix), doch nach der anfänglichen Begeisterung und Hoffnung kommen dem jungen Mann bald ernste Zweifel an der Wahrheit und Ernsthaftigkeit von Dodds Lehren … Auch diesmal hat Anderson Jonny Greenwood mit der Komposition des Soundtracks beauftragt.
„Wie der Wellengang gleitet die Musik spielend leicht von gewöhnungsbedürftigen Klangatmosphären in angenehme Harmonien. Der unkonventionelle Score ist die treibende Kraft hinter den wuchtigen Bildern des Regisseurs, die immer wiederkehrend im späteren Verlauf des Films jegliche Faszination an sich reißen. Pulsierend. So ist das neue Werk von Paul Thomas Anderson, das möglicherweise als außergewöhnlichstes seine überschaubaren aber dennoch bemerkenswerten Œuvres umschrieben werden kann“, meint Matthias Hopf auf artiberlin.de. „Vorab als Parabel auf Scientology vom medialen Interesse gehyped, schlägt ‚The Master‘ jedoch einen anderen, umfangreicheren und wertvolleren Weg ein. Natürlich stößt Paul Thomas Anderson durch die brisante Thematik und eindringliche Erzählweise mehrere Steine zur Auseinandersetzung und Diskussion an – dies geschieht aber nur in einem beiläufigen Mechanismus seiner außerordentlichen Inszenierung. Das Werk fokussiert hauptsächlich seine eigene Geschichte und damit verbundene Geschlossenheit. 'The Master' wird nicht zum oberflächlichen Sprachrohr degradiert, sondern dringt mit unheimlicher Präzision langsam zu seinen Figuren, zu seinem Kern vor. Dadurch entsteht vorerst ein sperriger Eindruck, der sich allerdings abschließend mit der Kraft des Gesamtwerkes in die pure Entfaltung cineastischer Gewalt auflöst.“

Filmographie: 
1987: The Dirk Diggler Story (Kurzfilm)
1993: Cigarettes and Coffee (Kurzfilm)
1996: Last Exit Reno (Sydney/Hard Eight)
1997: Boogie Nights (Boogie Nights)
1998: Flagpole Special (Kurzfilm)
1999: Magnolia (Magnolia)
2002: Punch-Drunk Love (Punch-Drunk Love)
2002: Couch (Kurzfilm)
2007: There Will Be Blood (There Will Be Blood)
2012: The Master (The Master)
Playlist: 
1 Chakachas - Jungle Fever (Boogie Nights) - 04:20
2 Sniff'n'Tears - Driver's Seat (Boogie Nights) - 04:00
3 ELO - Living Thing (Boogie Nights) - 03:32
4 Sound Experience - J.P. Walk (Boogie Nights) - 07:08
5 Jon Brion - A Little Library Music / Going To A Show (Magnolia) - 05:36
6 Aimee Mann - Build That Wall (Magnolia) - 04:24
7 Jon Brion - So Now Then (Magnolia) - 03:51
8 Aimee Mann - Nothing Is Good Enough (Magnolia) - 03:09
9 Jon Brion - Here We Go (Punch-Drunk Love) - 04:48
10 Jonny Greenwood - Sea Music (The Master) - 04:15
11 Jonny Greenwood - Prospectors Arrive (There Will Be Blood) - 04:35
12 Jonny Greenwood - Alethia (The Master) - 04:04

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Samstag, 16. Februar 2013

Playlist # 105 vom 24.02.2013 (2) - RUSSELL CROWE Special

Lange Zeit war für den neuseeländischen Schauspieler, Musiker und Produzent Russell Crowe die Musik ebenso wichtig wie die Schauspielerei. Doch seit sich der Charakterdarsteller in Filmen wie „L.A. Confidential“, „Insider“ und „Gladiator“ einen Namen gemacht hat, bleibt für die Musik kaum noch Zeit. Nun ist Crowe in der Neuverfilmung des Klassikers „Les Misérables“ unter der Regie von Tom Hooper („The King’s Speech“) im Kino zu sehen.

Als jüngerer von zwei Brüdern in Neuseeland geboren, wanderte Russell Crowe im Alter von vier Jahren mit seiner Familie nach Australien aus, wo die Familie einen Catering Service betrieb, der Filmgesellschaften belieferte. So kam der junge Russell schon früh in den Kontakt mit der Filmbranche. Nach einer ersten kleinen Filmrolle in der Fernsehshow „Spyforce“ unter der Regie seines Patenonkels gründete Crowe als 16-Jähriger die Band Roman Antix, in der er als Sänger fungierte, danach setzte er seine Gesangskarriere in der Band 30 Odd Foot Of Grunts fort, die er 2005 in The Ordinary Fear Of God umbenannte.
Nach Jobs als Kellner, Bingo-Caller und Straßenmusiker zog er nach Sydney und tourte als 21-Jähriger in den Musicals „Grease“ und „The Rocky Horror Picture Show“ durch Australien und Neuseeland. Crowe spielte Anfang der 90er in australischen Fernsehserien wie „Police Rescue“, „Nachbarn“ und „Living with the Law“ mit, hatte aber schon 1989 seinen ersten Kinofilmauftritt in dem Antikriegsdrama „Blutiger Schwur“. 1991 erhielt er für seine Rolle in „Proof“ den AFI Award als bester Nebendarsteller. Den AFI Award als bester Hauptdarsteller bekam er ein Jahr später für seine Rolle als Skinhead in „Romper Stomper“. 1994 gelang Crowe mit dem Familiendrama „The Sum of Us“ der Durchbruch in Australien und der Sprung nach Hollywood, als Sharon Stone sich persönlich dafür einsetzte, dass er in Sam Raimis Neo-Western „Schneller als der Tod“ (1995) die Rolle eines Gefangenen bekam, der zur Belustigung der Herrschenden zu einer Serie von Revolverduellen gezwungen wird.
Nach einer Rolle in dem Science-Fiction-Thriller „Virtuosity“ (1995) errang Crowe weltweite Aufmerksamkeit durch seinen Auftritt als schweigsamer Cop in Curtis Hansons Gangster-Epos „L.A. Confidential“ (1997). Für die Klasse seiner Darstellerleistungen spricht schon die Tatsache, dass Russell Crowe von 1999 bis 2001 jeweils als bester Hauptdarsteller für einen Oscar nominiert worden ist.
Den Anfang machte Michael Manns Thriller-Drama „Insider“, dann folgte Ridley Scotts Historien-Epos „Gladiator“ und schließlich Ron Howards „A Beautiful Mind“ – doch nur für die Rolle des römischen Generals Maximus Decimus Meridius in Scotts epochalem Meisterwerk "Gladiator" konnte Crowe die Trophäe auch in Empfang nehmen. Zwar war auch „Proof of Life“ (2000) etwas actionlastiger ausgefallen, doch Crowe legte immer viel Wert auf seine Wandlungsfähigkeit und verkörperte in Peter Weirs zweifach Oscar-gekrönten Seefahrer-Abenteuer „Master & Commander – Bis ans Ende der Welt“ den britischen Marine-Helden Captain Jack Aubrey, bevor er für Ron Howards Boxer-Drama „Das Comeback“ (2005) in den Ring stieg.
Die nächsten Jahre waren durch die wiederholte Zusammenarbeit mit Ridley Scott geprägt. Nach der leichten Sommerkomödie „Ein gutes Jahr“ (2006) wirkten die beiden auch in dem Gangster-Epos „American Gangster“ (2007) und dem Agenten-Drama „Der Mann, der niemals lebte“ (2008) zusammen, dazwischen spielte Crowe in James Mangolds Neo-Western „Todeszug nach Yuma“ (2007). Für Ridley Scott stand Crowe wieder 2009 vor der Kamera, diesmal für die Neuverfilmung von „Robin Hood“. Weitere Engagements folgten mit dem Polit-Drama „State of Play“ (2009), dem Suspense-Thriller „72 Stunden – The Next Three Days“ (2009) und RZAs Martial-Arts-Spektakel „The Man with the Iron Fists“ (2012).
Mit seiner Rolle in Tom Hoopers “Les Misérables“ kehrt Crowe nun erstmals seit Ende der 80er Jahre auf die Musical-Bühne zurück. Im April startet dann Allen Hughes‘ („The Book Of Eli“) Neo-Noir-Drama „Broken City“.

Filmographie: 
1987: Nachbarn (Neighbours) (Fernsehserie)
1988: Living with the Law (Fernsehserie)
1990: Blutiger Schwur (Blood Oath, auch: Prisoners of the Sun) Regie: Stephen Wallace
1990: The Crossing. Regie: George Ogilvie
1991: Proof – Blindes Vertrauen (Proof). Regie: Jocelyn Moorhouse
1991: Brides Of Christ (Mini-Fernsehserie)
1992: Police Rescue – Gefährlicher Einsatz (Police Rescue) (Fernsehserie, 1 Folge)
1992: Ein Manager mit Herz (The Efficiency Expert, auch: Spotswood) Regie: Mark Joffe
1992: Romper Stomper. Regie: Geoffrey Wright
1993: Love in Limbo Regie: David Elfick
1993: Der silberne Hengst (The Silver Brumby). Regie: John Tatoulis
1993: For the Moment Regie: Aaron Kim Johnston
1993: Sommer des Erwachens (Hammers Over the Anvil). Regie: Ann Turner
1994: Die Summe der Gefühle (The Sum Of Us). Regie: Geoff Burton, Kevin Dowling
1995: Schneller als der Tod (The Quick and the Dead). Regie: Sam Raimi
1995: Das Yakuza-Kartell (No Way Back). Regie: Frank A. Cappello
1995: Virtuosity Regie: Brett Leonard
1995: Wilder Zauber (Rough Magic). Regie: Clare Peploe
1997: L.A. Confidential. Regie: Curtis Hanson
1997: Paradies in Flammen (Heaven's Burning). Regie: Craig Lahiff
1997: Breaking Up Regie: Robert Greenwald
1999: Mystery – New York: Ein Spiel um die Ehre (Mystery, Alaska). Regie: Jay Roach
1999: Insider Regie: Michael Mann
2000: Gladiator Regie: Ridley Scott
2000: Lebenszeichen – Proof of Life (Proof of Life). Regie: Taylor Hackford
2001: A Beautiful Mind – Genie und Wahnsinn (A Beautiful Mind). Regie: Ron Howard
2002: Texas. Dokumentarfilm Konzert der Gruppe The Ordinary Fear Of God Regie: Russell Crowe
2003: Master & Commander – Bis ans Ende der Welt (Master and Commander – The Far Side of the World). Regie: Peter Weir
2005: Das Comeback (Cinderella Man). Regie: Ron Howard
2006: Ein gutes Jahr (A Good Year). Regie: Ridley Scott
2007: Todeszug nach Yuma (3:10 to Yuma). Regie: James Mangold
2007: American Gangster Regie: Ridley Scott
2008: Der Mann, der niemals lebte (Body of Lies). Regie: Ridley Scott
2008: Tenderness – Auf der Spur des Killers (Tenderness). Regie: John Polson
2009: State of Play – Stand der Dinge (State of Play). Regie: Kevin Macdonald
2010: Robin Hood Regie: Ridley Scott
2010: 72 Stunden – The Next Three Days (The Next Three Days). Regie: Paul Haggis
2012: The Man with the Iron Fists. Regie: RZA
2012: Les Misérables. Regie: Tom Hooper
2013: Broken City. Regie: Allen Hughes
Playlist:
1 Claude-Michel Schönberg - Stars (Les Misérables) - 03:01
2 Alan Silvestri - Redemption (The Quick And The Dead) - 03:25
3 Jerry Goldsmith - Susan Lefferts (L.A. Confidential) - 02:54
4 Christopher Young - Splinters (Virtuosity) - 04:06
5 Hans Zimmer & Lisa Gerrard - Now We Are Free [Juba's Mix] (Gladiator) - 04:39
6 Lisa Gerrard & Pieter Bourke - Sacrifice (The Insider) - 07:42
7 James Horner - Nash Descends Into Parcher's World (A Beautiful Mind) - 04:37
8 Thomas Newman - Weehawken Ferry (Cinderella Man) - 02:42
9 Iva Davies, Christopher Gordon & Richard Tognetti - Into The Fog (Master & Commander: The Far Side Of The World) - 02:11
10 Danny Elfman - Main Title (Proof Of Life) - 05:54
11 Danny Elfman - A Way In (The Next Three Days) - 03:36
12 Alex Heffes - Cal Connects The Evidence (State Of Play) - 04:34
13 Marc Streitenfeld - Wisdom (A Good Year) - 02:46
14 Marc Streitenfeld - Caskets (American Gangster) - 02:42
15 Atticus Ross, Claudia Sarne & Leopold Ross - Missing Pieces (Broken City) - 03:38

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Samstag, 2. Februar 2013

Playlist # 104 vom 10.02.2013 - LUDOVICO EINAUDI Special

Vor knapp zwei Jahren entwickelte sich nicht nur die Bestseller-Verfilmung „Ziemlich beste Freunde“ zu einem Kino-Überraschungshit, auch die von Ludovico Einaudi beigesteuerte Filmmusik machte den italienischen Komponisten hierzulande bekannt. Nun hat der aus einer einflussreichen italienischen Familie stammende Komponist mit „In A Time Lapse“ ein neues Album veröffentlicht.

Die künstlerische Begabung wurde Einaudi quasi in die Wiege gelegt. Der eine Großvater, Luigi Einaudi (1874–1961), war von 1948 bis 1955 italienischer Staatspräsident, der andere Komponist und Dirigent, während sein Vater Giulio Einaudi 1933 ein angesehenes Verlagshaus gründete. In diesem Umfeld aus Politikern, Künstlern und Autoren führte ihn seine Mutter früh ans Klavierspielen heran. Nach seinem Studium am Mailänder Giuseppe-Verdi-Konservatorium ging Ludovico Einaudi 1982 für ein Stipendium zum Tanglewood Music Center nach Massachusetts in die USA. Er begann für Theater-, Video- und Dance-Produktionen zu arbeiten, u.a. für das Ballett „Sul filo díOrfeo“ (1984) und die Tanztheater-Performance „Time-out“ (1988), die in Zusammenarbeit mit dem italienischen Autoren Andrea De Carlo entstand.
Zunächst komponierte Einaudi die Musik für die Filme „Das große Geld“ (1988) und „Da qualche parte in città“ (1994), dann erschien mit „Le Onde“ 1996 sein erstes reguläres Album, mit dem er sogleich die britischen Pop-Charts eroberte. Für dieses Piano-Album ließ sich Einaudi von Virginias Woolfs „The Waves“ inspirieren. Für sein nächstes Album „Eden Roc“ (1999) arbeitete Einaudi mit dem armenischen Duduk-Musiker Djivan Gasparijan zusammen, um den populären Einfluss aus dem Kaukasus und dem Balkan auf die europäische Musik zu dokumentieren. Dagegen ließ sich der Komponist für sein nächstes Album „I Giorni“ (2001) von seinen Reisen durch Afrika inspirieren. Schließlich zog es Einaudi selbst auf die Bühne.
„Nach vielen Jahren, in denen ich für verschiedene instrumentale Gruppen komponiert habe, begann sich in mir der Wunsch zu entwickeln, meine eigene Musik in Live-Settings aufzuführen. Auf das isolierte Schreiben in einem Studio beschränkt zu sein erschien eine zu abstrakte und entfernte Arbeitsweise zu sein. Ich empfand das Bedürfnis, in eine engere Beziehung sowohl mit der Musik als auch dem Publikum zu treten. Ich musste persönlich die Bedeutung dessen, was ich tat, herausfinden und einen direkten Kanal der Kommunikation mit dem Publikum aufbauen, indem ich das Zentrum der Magie und der Gefühle darstellte, das nur bei einer Live-Performance hergestellt werden kann. Das waren meine Gründe, mit Konzerten zu beginnen“, berichtet der Komponist auf seiner Website. „In dem Piano habe ich eine Heimat gefunden, von dem ich meine, es mit eigenen Händen erbaut zu haben, indem ich die Räume einen nach dem anderen erschuf und sorgfältig die Materialien und Möbel auszusuchen, mit der Freiheit, die Essenz all meiner vergangenen Erfahrungen und der Dinge zu integrieren, die ich liebe.“ 
Wie seine Kollegen Ryichi Sakamoto und Philip Glass zieht Einaudi keine engen Grenzen zwischen E- und U-Musik. Während er auf der einen Seite Pianomusik im Stile von Erik Satie und Orchesterwerke komponierte, interessierte er sich auch für Liedstrukturen von Künstlern wie PJ Harvey, Radiohead, Björk oder Coldplay.
Besondere Verdienste erwarb sich Einaudi aber auch in der Filmmusik. Nach den beiden für Michele Sordillo realisierten Projekten „Da qualche parte in Città“ (1994) und „Acquario“ (1996) schrieb Einaudi 1998 für Andrea De Carlos einzigen Film „Treno di panna“ ebenso die Musik wie für Dominick Tambascos „Giorni dispari“.
Im Jahre 2000 komponierte er für Antonello Grimaldis „Un delitto impossible“ und für Giuseppe Piccionis Oscar®-nominierten Film „Ein unmögliches Verbrechen“ die Soundtracks. Mit Piccioni arbeitete Einaudi auch an „Licht meiner Augen“ zusammen (2002). Weitere Highlights in Einaudis Filmographie sind der britische TV-Mehrteiler „Doktor Schiwago“ (2002) und Roberto Andòs „Preis des Verlangens“ (2004).

Filmographie: 
1994: Da qualche parte in città (Regie: Michele Sordillo)
1996: Acquario (Regie: Michele Sordillo)
1998: Treno di panna (Regie: Andrea De Carlo)
1998: Aprile (Regie: Nanni Moretti)
1998: Giorni dispari (Regie: Dominick Tambasco)
1999: Nicht von dieser Welt (Fuori dal mondo) (Regie: Giuseppe Piccioni)
2000: La vita altrui (Regie: Michele Sordillo)
2000: Ein unmögliches Verbrechen (Un delitto impossibile) (Regie: Antonio Luigi Grimaldi)
2001: Zeno – Die Worte meines Vaters (Le parole di mio padre) (Regie: Francesca Comencini)
2001: Alexandria (Regie: Maria Iliou)
2002: Licht meiner Augen (Luce dei miei occhi) (Regie: Giuseppe Piccioni)
2002: Doktor Schiwago (Doctor Zhivago) (TV-Miniserie, Regie: Giacomo Campiotti)
2004: Preis des Verlangens (Sotto falso nome) (Regie: Roberto Andò)
2006: This is England (This is England) (Regie: Shane Meadows)
2010: Das Ende ist mein Anfang (Das Ende ist mein Anfang) (Regie: Jo Baier)
2011: Ziemlich beste Freunde (Intouchables) (Regie: Olivier Nakache, Éric Toledano)
Diskographie: 
1996: Le Onde
1997: Stanze
1999: Eden Roc
2001: I Giorni
2004: La Scala: Concert 03 03 03 (Live)
2004: Una Mattina
2005: Diario Mali
2006: Divenire
2007: Echoes: The Collection(Compilation)
2008: Live in Berlin (Live)
2009: Nightbook
2010: The Royal Albert Hall Concert (Live)
2011: Islands-Essential Einaudi (Compilation)
2013: In a Time Lapse
Playlist:
1 Ludovico Einaudi - Time Lapse (In A Time Lapse) - 05:32
2 Ludovico Einaudi - Le Onde (Le Onde) - 05:03
3 Ludovico Einaudi - Fuori dalla Notte (Eden Roc) - 04:57
4 Ludovico Einaudi - Fly (Intouchables) - 03:20
5 Ludovico Einaudi - Divenire (Divenire) - 06:42
6 Ludovico Einaudi - Ora (Una Mattina) - 07:53
7 Ludovico Einaudi - I Giorni (I Giorni) - 05:29
8 Ludovico Einaudi - Leo (Una Mattina) - 05:09
9 Ludovico Einaudi - Uno [Mercan Dede Remix] (Divenire) - 04:08
10 Ludovico Einaudi - Lady Labyrinth (Nightbook) - 05:31
11 Ludovico Einaudi - The Earth Prelude (Islands) - 05:03
12 Ludovico Einaudi - Nightbook (Nightbook) - 05:52
13 Ludovico Einaudi - Al di là del vetro (Luce Die Miei Occhi) - 04:20
14 Ludovico Einaudi - Alexandria (Alexandria) - 03:02
15 Ludovico Einaudi - Sguardi (Le Parole Di Mio Padre) - 03:37
16 Ludovico Einaudi - Love Is A Mystery (Dr. Zhivago) - 03:05
17 Ludovico Einaudi - Alta Pressione (Fuori Dal Mondo) - 03:36
18 Ludovico Einaudi - Newton's Cradle (In A Time Lapse) - 07:53
19 Ludovico Einaudi - Solo (Islands) - 06:42
20 Ludovico Einaudi - Andare [Robert Lippok Remix] (Divenire) - 05:19
21 Ludovico Einaudi - Experience (In A Time Lapse) - 05:15
22 Ludovico Einaudi - Ancora (Una Mattina) - 12:09

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