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Sonntag, 21. Dezember 2025

Playlist #439 vom 28.12.2025 - Neuheiten 2025 (7)

In der letzten Sendung mit neuen Soundtracks in diesem Jahr gibt es ein Wiederhören mit vielen alten Bekannten. So ist Hollywood-Starkomponist Hans Zimmer mit gleich zwei neuen Arbeiten vertreten, ebenso Ilan Eshkeri, Stephen Warbeck und Newcomerin Ariel Marx. Dazu gibt es neue Musik zum neuen „Avatar“-Abenteuer von Simon Franglen, ein klassisches Werk von Stephen Edwards und zum Remake des Science-Fiction-Films „The Running Man“ nach der Vorlage von Richard Bachman alias Stephen King. Abgerundet wird das zweistündige Programm mit der Musik zu Serien wie „Fallout“, „Landman“ und „The Iris Affair“.
Stephen King ist seit seinem 1974 veröffentlichten und von Brian De Palma großartige verfilmten Debütroman „Carrie“ lange Zeit ein Garant für erfolgreiche Leinwandadaptionen gewesen. Star-und populäre Genre-Regisseure wie Stanley Kubrick („Shining“), David Cronenberg („Dead Zone“), John Carpenter („Christine“), Rob Reiner („Stand By Me“, „Misery“) und Tobe Hooper („Brennen muss Salem“) nahmen sich der Gruselgeschichten des „King of Horror“ an. Mittlerweile haben auch Remakes früherer King-Verfilmungen Hochkonjunktur. Nachdem Andy Muschietti 2017 erfolgreich Stephen Kings Horror-Epos „Es“ 2017 als Zweiteiler neuverfilmt hatte, Remakes von „Friedhof der Kuscheltiere“, „Firestarter“ und „Salem’s Lot“ allerdings kläglich scheiterten, feiert nun „The Running Man“ seine Wiederauferstehung. In der ersten Verfilmung von 1987 kämpfte noch Arnold Schwarzenegger in einer wenig überzeugenden Leinwandadaption um sein Leben in einer Fernsehshow. Nun wagte sich Edgar Wright („Shaun of the Dead“, „Baby Driver“) an eine ansprechende Neuverfilmung, die von dem momentan sehr umtriebigen Steven Price („Gravity“, „Herz aus Stahl“) mit ebenso wuchtigen wie feinfühligen elektronischen und orchestralen Arrangements vertont worden ist.
Ein Wiedersehen gibt es auch mit den Nachwuchs-Illusionisten von „Die Unfassbaren“. Nach den zwei erfolgreichen ersten Filmen, die jeweils mehr als 330 Millionen US-Dollar in die Kinokassen spülten, wächst das Ensemble der gemeinnützig agierenden Jung-Magier in „Now You See Me, Now You Don’t“ noch einmal an. Mit dabei ist auch wieder Komponist Brian Tyler, der bereits die ersten beiden Teile vertonte.
Hollywood-Starkomponist Hans Zimmer, der seine bekanntesten Werke wie „Gladiator“, „Fluch der Karibik“, „Interstellar“, „The Dark Knight“, „Thelma & Louise“, „Dune“, „Inception“ und „Rain Man“ auch hierzulande wieder live präsentierte, vertonte jetzt nicht nur James L. Brooks Tragikomödie „Ella McCay“, in der eine idealistische junge Politikerin familiäre Probleme und ein anspruchsvolles Berufsleben unter einen Hut bringen muss, sondern sich gleichzeitig darauf vorbereitet, den Job ihres Mentors, des langjährigen Gouverneurs des Staates, zu übernehmen, sondern auch die deutsche Produktion „Schwarzes Gold“, das um 1900 in der Lüneburger Heide spielt. Dort arbeitet die Bauerntochter Johanna Lambert als Magd, um ihre Familie zu ernähren. Sie ahnt nicht, dass unter den Feldern ihrer Heimat Erdöl-Vorkommen darauf warten, den Entdeckern und Förderern Reichtum zu schenken. Nur Richard, der Sohn des benachbarten Großbauern Pape, kennt das Geheimnis und träumt davon, mit Johanna eine gemeinsame Zukunft aufzubauen. Ihre Liebe steht jedoch unter keinem guten Stern. Als der einflussreiche Ölhändler Tyler Robertson im Dorf auftaucht, entbrennt ein gnadenloser Kampf um Besitz und Macht. Wilhelm Pape, von Habsucht getrieben, setzt alles daran, um die Lamberts zu enteignen…
Der versierte Pianist und Komponist Stephen Edwards hat seit Anfang der 1990er Jahre vor allem für Action-Filme wie „American Karate Tiger“, „Shadowchaser II“, „Fist of Legend“, „Bloodsport II“, „High Voltage“ und „The Patriot“ die Musik beigesteuert, komponiert aber auch klassische Werke wie „Requiem For My Mother“, das er zu Ehren seiner 2006 verstorbenen Mutter geschrieben hatte, das 2008 in der Carnegie Hall und später beim Music Sacra Festival im Vatikan aufgeführt wurde.

„Nachdem ich 2023 die Liebe wiedergefunden hatte, inspirierte mich die Idee, das Requiem als Klavierkonzert neu zu interpretieren – nur mit der bereits existierenden Orchesteraufnahme und einer neuen Klavierstimme, die ich über das Original legen konnte. Ich hatte das Requiem über die Jahre immer wieder neu interpretiert und mich gelegentlich ans Klavier gesetzt, um meine Arrangements der gesamten Partitur zu spielen – einfach zum Vergnügen“, erzählt Stephen Edwards die Entstehungsgeschichte seines neuen Werks „Prayer For Peace: Serenade for Piano and Orchestra“. „Wie sich herausstellte, war die letzte Aufnahme, die ich in meinem Studio vor dem Brand in Palisades am 7. Januar 2025 gemacht habe. Ich habe diese Aufnahme vor der Katastrophe gemacht.“

Der britische Oscar-Preisträger Stephen Warbeck („Billy Elliott“, „Shakespeare in Love“) meldet sich mit zwei neuen Arbeiten zurück. Gaby Dellals Drama „Park Avenue“ erzählt von der Rancherin Charlotte, die vor ihrem kontrollsüchtigen Ehemann flieht und in die Wohnung ihrer Mutter zurückkehrt. Dort entdeckt sie zwar ihre Jugendliebe und das Leben, das sie hinter sich gelassen hat, wieder, doch nun müssen sich Mutter und Tochter auch mit unausgesprochenen Wahrheiten auseinandersetzen.
„Die Musik für ,Park Avenue‘ sollte persönlich und exzentrisch sein, aber dennoch zum Gesamtbild der Geschichte passen“, meint Warbeck. „Wir wollten, dass Kits einzigartige Lebensanschauung sich in der Musik widerspiegelt. Regisseurin Gaby Dellal bestand darauf, dass die Musik niemals sentimental oder rührselig wirken sollte. Einige Monate vor den Aufnahmen war ich im Urlaub und sah ein Open-Air-Konzert mit Lars Danielsson, der zusammen mit seinem Freund John Parricelli spielte. Als ich ihm zuhörte, wollte ich seinen Klang in den Mittelpunkt der Komposition stellen und habe die Musik darum herum aufgebaut.“ Während der Score zu „Park Avenue“ vor allem von dem Zusammenspiel von Cello und Bass geprägt wird und aus von Jazz- und klassischen Musikern eingespielt wurde, arbeitete Warbeck bei Rebecca Coleys Dokumentarfilm „Point of Change“ über zwei Surfer, die auf die perfekte Welle stoßen, mit Lewis Morison zusammen.
„Indonesischer Gesang, Perkussion und Flöten bilden das Herzstück des Soundtracks und verankern ihn in den spirituellen und kulturellen Wurzeln der Insel. Handpans und Daumenklaviere wurden durch den gesamten Soundtrack verwoben, um das rituelle und natürliche Schönheitsgefühl der Insel widerzuspiegeln und Klangfarben zu schaffen, die zugleich archaisch und unmittelbar wirken“, erzählen Stephen Warbeck und Lewis Morison von ihrer Arbeit an „Point of Change“. Diese Elemente verschmelzen mit westlichen Instrumenten und modernen Klangfarben und spiegeln wider, wie sich lokale Traditionen unter dem Einfluss von außen wandelten. In der Zusammenarbeit mit anderen Musikern, die ihre eigene haptische Energie einbrachten, entwickelte sich der Soundtrack zu etwas Vielschichtigem und Lebendigem – einem Treffpunkt von Kulturen, Klangfarben und Epochen.“
Ebenso wie das Lionsgate-Franchise „Die Unfassbaren“ geht auch James Camerons Fantasy-Blockbuster-Reihe „Avatar“ mit „Avatar: Fire and Ash“ in die dritte Runde.
Die Sullys finde weiterhin Unterschlupf beim Clan der Metkayina an der Küste Pandoras. Dennoch tun sie sich schwer, zu einer Art Normalität zu finden, denn der Tod von Neteyam während des Kampfes gegen die Resources Development Administration (RDA) der Menschen wiegt immer noch schwer. Jake, Neytiri, Lo’ak, Tuk, Spider und Kiri müssen alle ihren eigenen Weg finden, mit diesem bitteren Verlust umzugehen. Schließlich entscheiden die Sullys, dass es vor allem für Spider an diesem Ort nicht mehr sicher genug ist. Er soll zurück in die Festung der Omatikaya gebracht werden. Doch auf dem Weg dahin werden sie vom Mangkwan-Clan, dem Volk der Asche, angegriffen. Der Clan hat sich von der Lebensweise der Na'vi abgekehrt, seit ein Vulkanausbruch ihre Heimat in Schutt und Asche gelegt hat. Und auch die RDA hat noch nicht das letzte Wort gesprochen. Jeff Danna ist die Musik zur Netflix-Serie „The Abandons“ mit Gillian Anderson und Lena Headey in den Hauptrollen zu hören, die 1854 im Washington-Territorium zwei Frauen spielen, die an den entgegengesetzten Enden der Gesellschaft in einen gefährlichen Strudel aus Schuld und Geheimnissen verwickelt werden. Die eine führt ein privilegiertes Leben im Wohlstand, die andere hält eine selbst gewählte Familie aus Waisen und Außenseiter*innen zusammen. Was sie verbindet, sind zwei Verbrechen, eine verbotene Liebe und ein Stück Land, das Silber in seinem Boden birgt. Ihre Wege kreuzen sich auf schicksalhafte Weise – und ihr Konflikt spiegelt die tiefe Kluft zwischen Reichtum und Armut im Amerika des 19. Jahrhunderts wider.
Mit „Hamnet“ hat Max Richter auf atmosphärische Weise die unbekannte Liebesgeschichte, die Shakespeares größtes Meisterwerk inspirierte, vertont. „Hamnet“, von der Oscar-prämierten Autorin und Regisseurin Chloé Zhao, erzählt die bewegende Geschichte von Liebe und Verlust, die Shakespeare zu seinem zeitlosen Klassiker „Hamlet“ inspirierte.

Playlist: 

01. Steven Price - You Can't Kill An Idea (The Running Man) - 03:01 
02. Brian Tyler - History Lesson (Now You See Me, Now You Don't) - 04:25 
03. Ramin Djawadi - Time Takes a Toll (Fallout - Season 2) - 04:02 
04. Dan Romer - Traitor (My Dead Friend Zoe) - 03:04 
05. Jonny Greenwood - Trust Device (One Battle After Another) - 03:51 
06. Hans Zimmer - Hope Comes Close (Ella McCay) - 07:06 
07. Hans Zimmer & Aleksey Igudesman - Lonely Heath (Black Gold) - 04:41 
08. Ariel Marx - You Are Vast (Murdaugh - Death in the Family) - 02:22 
09. Ariel Marx - Weird Reaction (The Hand That Rocks the Cradle) - 02:28 
10. Ryan Taubert - Welcome Home (Xeno) - 03:29 
11. Stephen Edwards - From Death to Life (Prayer For Peace) - 03:33 
12. Alexandre Desplat - Madame Suzanne (Les Aigles de la République) - 03:04 
13. Andrew Lockington - This Is The Dream (Landman - Volume 2) - 03:41 
14. Stephen Warbeck - The Poem and the Truth (Park Avenue) - 05:13 
15. Stephen Warbeck & Lewis Morison - The Perfect Wave (Point of Change) - 03:06 
16. Ilan Eshkeri - Edward Guiness (House of Guiness) - 04:16 
17. Ilan Eshkeri - Jacqueline (Desperate Journey) - 03:57 
18. Simon Franglen - Sacrifice (Avatar - Fire and Ash) - 04:30 
19. Roque Baños & Ben Cherney - The Ring (Bone Lake) - 04:09 
20. Theodore Shapiro - You'll Learn (The Housemaid - Vol. 2) - 03:49 
21. Mikel Hurwitz - Resilience > Eruption (Soul of a Nation) - 03:52 
22. Stuart Hancock - Finding Mama and Baba (Largo) - 02:57 
23. Jeff Danna - A Fallen Priest (The Abandons) - 03:02 
24. Atli Örvarsson - Antigod (The Iris Affair) - 04:14 
25. Dustin O'Halloran - Kind People (Eleanor the Great) - 02:54 
26. Terence Blanchard - Wendell Pierce (Katrina: Come Hell and High Water) - 05:35 
27. Mark Isham - The Tub Room (Soul On Fire) - 03:44 
28. Jeff Russo - True to Yourself (The Twisted Tale of Amanda Knox) - 02:57 
29. Christopher Young & Gil Young - Johnny Loves Mom's Gums (Marvel's Deadpool VR) - 03:11 
30. Max Richter - Of A Ghost (Hamnet) - 08:46

Sonntag, 7. Dezember 2025

Playlist #438 vom 14.12.2025 - SIGUR RÓS, JÓNSI & ALEX SOMERS

So klein die skandinavische Insel mit der dünnsten Besiedlung in Europa auch sein mag, verfügt sie doch über eine äußerst vitale Musikszene. Nicht nur die Sugarcubes und ihre Sängerin Björk sorgten international seit den 1980er und 1990er Jahren international für Furore, auch Acts wie GusGus, Of Monsters and Men, Emilíana Torrini und vor allem Sigur Rós zählen zu den populärsten Vertretern der isländischen Pop-Szene. Darüber hinaus haben Komponisten wie Jóhann Jóhannsson, Atli Örvarsson, Ólafur Arnalds und Sigur-Rós-Frontmann Jónsi in den vergangenen Jahren im Bereich der Neoklassik und Filmmusik auf sich aufmerksam gemacht. In der heutigen Sendung fokussieren wir uns auf die Arbeiten von Jónsi und seinem ehemaligen Partner Alex Somers, die sowohl als Solo-Künstler als auch gemeinsam für originelle Soundtrack- und andere Arbeiten verantwortlich zeichnen.
Sigur Rós (Photo by Hörður Óttarson)

Der seit seiner Geburt auf einem Auge blinde Jón Þór Birgisson alias Jónsi gründete Sigur Rós 1994 zusammen mit dem Bassisten Georg Hólm und dem Schlagzeuger Ágúst Ævar Gunnarsson, wobei der Bandname Jónsis Schwester Sigurrós geschuldet ist, die am Tag der Bandgründung geboren wurde. Das 1997 erschienene Debütalbum „Von“ nahm noch recht viel Zeit in Anspruch und resultierte in einem ebenso düsteren wie naturverbundenen Werk, das noch nicht sehr in sich geschlossen wirkte.
Das änderte sich mit dem 1999 erschienenen Nachfolger „Ágætis byrjun“, das nicht nur stärker strukturiert und instrumentiert daherkam, sondern auch ein Orchester aufbot und introspektive Klänge, orchestrale Wucht, kurze Intermezzi und symphonischen Epen präsentierte.
Mit ihrer sphärisch klingenden, teilweise von melancholischen Melodien geprägten Musik haben sich Sigur Rós stilistisch in den weit interpretierbaren Bereichen Post-Rock, Shoegazing und Ambient eingerichtet, ohne einer Szene oder einem Subgenre zugeordnet werden zu können. Eine Band, die weltweit über 10 Millionen Alben verkauft, ohne einen Hit oder einen Grammy zu haben, und dabei größtenteils auf Isländisch singt – einer Sprache, die von weniger als 400.000 Menschen gesprochen wird –, beschreitet zwangsläufig ganz eigene Wege, wozu vor allem Jónsi Birgissons gestrichene Gitarre und seine geisterhafte Falsett-Stimme beitragen.
2002 erschien das dritte, zunächst namenlose Album der Band. Der Gesang auf dem Album vollzieht sich in einer melodischen, nicht-existenten Fantasie-Sprache, die Sigur Rós vonlenska (dt. Hoffnungsländisch) nannten. Ebenso wie das Album blieben auch die acht Songtitel unbetitelt, später erhielt das auch musikalisch minimalistische und schwerer zugängliche Album wegen der Abbildungen auf dem Cover, die Klammern gleichen, den Namen „( )“.
Ebenfalls 2002 erschien der instrumentale Soundtrack „Hlemmur“ zu einem Film über die Obdachlosen am Busbahnhof Hlemmur in Reykjavik.
2003 verpflichtete Merce Cunningham die Band, für sein Tanzstück „Split Sides“ die Musik zu komponieren. Anfang 2005 schrieben Sigur Rós außerdem ein Stück zur Tanzaufführung des Royal Danish Ballet zu Hans Christian AndersensLittle Match Girl“.
Seither erzeugen Sigur Rós mit sphärischen Klängen eine ganz eigene musikalische Melancholie auf der Bühne, heimsten mit Erfolgsalben wie „Ágætis byrjun“, „( )“ und „Takk…“ (2005), „Hvarf-Heim“ (2007), „Með suð í eyrum við spilum endalaust“ (2008), „Valtari“ (2012) und „Kveikur“ (2013) Gold und Platin ein und waren auch in der vierten Staffel beliebten Serie „Game of Thrones“ mit einem Gastauftritt als Musikanten auf der Hochzeit König Joffrey Baratheons zu sehen.
Abseits ihrer regulären Studio-Alben schufen Sigur Rós hypnotische Musik für altnordische Poesie („Odin’s Raven Magic“, 2020), eine 24-stündige Autofahrt entlang der isländischen Küste („Route One“, 2016) und Ambient-Klangbäder („Liminal Sleep“, 2019).
 
In der Zwischenzeit haben sich Jónsi und der aus Baltimore, Maryland, stammende Künstler und Musiker Alex Somers im Jahr 2003 in Boston kennengelernt. Somers, der unter anderem das Artwork für das Sigur-Rós-Album „Takk…“ kreierte. Somers hatte 2003 mit Scott Alario die kurzlebige Band Parachutes gegründet, um dann 2005 nach Island zu ziehen, wo er mit Jónsi das Projekt Jónsi & Alex gründete. Sie arbeiteten auch an visueller Kunst, die die Grundlage für ihr limitiertes Hardcover-Buch „Riceboy Sleeps“ (2006) bilden sollte. In den Pausen zwischen Jónsis Tourneen und Studioaufnahmen mit Sigur Rós arbeiteten sie weiterhin zu Hause an ihrer Musik und schufen so nach und nach das umfangreiche Werk, das heute das Album „Riceboy Sleeps“ (2009) ausmacht.
2010 veröffentlichte Jónsi sein erstes Solo-Album „Go“, wobei die Single „Around Us“ auf dem Soundtrack von EA Sports’ „FIFA 11“ vertreten gewesen ist. Außerdem steuerte er das Lied „Sticks & Stones“ für den Soundtrack des Films „Drachenzähmen leicht gemacht“ bei sowie die Lieder „Where No One Goes“ und „Together from Afar“ für die beiden Fortsetzungen.
2011 schrieb er den Soundtrack zu Cameron Crowes Kinofilm „Wir kaufen einen Zoo“. 2021 folgte der Soundtrack zu „Tom Clancy’s Gnadenlos“.
Zwischenzeitlich erschien 2020 mit „Shiver“ Jónsis zweites Studioalbum, ein Jahr später mit „Obsidian“ das dritte. Das 2024 veröffentlichte Album „First Light“ war ursprünglich als Teil eines Videospielsoundtracks geplant, weshalb es auch unter anderem über die Musik- und Wellness-Plattform Myndstream veröffentlicht wird.
Jónsi sagt selbst zum Ursprung seines neuen Albums: „Ich schrieb diese Musik in einer Zeit, in der es weltweit zu Unruhen und Ungleichgewichten kam, für ein Videospiel. Ich stellte mir ,First Light’ als eine momentane, fantastische, überdrehte, utopische Welt vor, in der jeder und alles in ewigem Frieden und Harmonie zusammenlebt.“ Weiter sieht er die Musik als etwas Hoffnungsvolles: „Wir entscheiden uns für Schönheit statt Unordnung, für Hoffnung statt Angst, für unsere universellen göttlichen Schutzengel, die über uns wachen und uns alle durch Liebe, Melodie und Musik miteinander verbinden.“
Jónsi & Alex (Photo by Lilja Birgisdóttir)
 
Seit Alex Somers zusammen mit Jónsi 2014 die Musik zur Science-Fiction-Serie „Manh(a)ttan“ komponierte, schrieb er – teilweise unter eigenem Namen – die Musik für Filme wie „Captain Fantastic: Einmal Wildnis und zurück“ (2016), „Honey Boy“ (2019), „Audrey“ (2020), „Fresh“ (2022), „Causeway“ (2022) und „Holland“ (2025) sowie für die Fernsehserien „Branson“, „Under the Bridge“ und „Überkompensation“. Zuletzt schrieb Alex Somers den Soundtrack zum Dokumentarfilm „A Life Illuminated“ und zusammen mit Jónsi zum Film „Rental Family“.
Außerdem erschien 2023 mit „Átta“ das achte Album von Sigur Rós. Nachdem so viel Zeit seit dem vergleichsweise aggressiven Sound des Albums „Kveikur“ vergangen ist, präsentiert sich „Átta“ als Ruhepol nach dem Sturm – fast ohne Schlagzeug und von stiller Schönheit durchdrungen. Die Band wollte „einfach nur minimalistische Drums und eine wirklich sparsame, schwebende und schöne Musik“, sagte Jónsi. „Wir werden älter und zynischer, deshalb wollte ich uns einfach bewegen, damit wir wieder etwas fühlen!“
Georg fügte hinzu: „Dieses Album klingt wie ein Sigur-Rós-Album, ist aber introvertierter als zuvor. Es ist sehr weitläufig mit diesem Streicherklang, aber es blickt mehr nach innen als nach außen.“
Es wurde größtenteils im bandeigenen Sundlaugin-Studio in Island aufgenommen, während das London Contemporary Orchestra in den Abbey Road Studios seinen umfangreichen musikalischen Reichtum beisteuerte. Der Dirigent des Orchesters, Robert Ames, leitete anschließend eine Reihe internationaler Ensembles auf einer aufwendigen Sigur-Rós-Tournee, die sich von der Meltdown-Show auf über zwei Jahre ausdehnte. Kjartan, Robert Ames und seine Frau Maria Huld Markan Sigfúsdóttir (von den langjährigen Sigur-Rós-Kollaborateuren Amiina) schrieben Orchesterarrangements für die Konzerte, darunter Neuinterpretationen alter Favoriten wie – vom minimalistischen Album „( )“ aus dem Jahr 2002 – „Untitled #1 – Vaka“ sowie „Sé lest“ und „Hoppípolla“ von „Takk…“ und „Von“ von ihrem Debütalbum.
Begleitet vom New Yorker Wordless Music Orchestra tourte das Trio im Sommer 2023 achtmal durch Nordamerika. Seitdem wurde es von zahlreichen weiteren Orchestern unterstützt, darunter Symphony+81 in Japan, das Balvig Orchestra in Schweden und Dänemark sowie die Stadtorchester von Sydney, Melbourne, Brisbane und Adelaide auf ihrer Australien-Tournee 2025. Im September 2025 tourten sie erneut durch Europa, unter anderem mit vier Konzerten in der legendären Royal Albert Hall in London, und beendeten ihre Reise gemeinsam mit dem Noordpool Orkest in Amsterdam.
„Es ist schon seltsam, dass ein paar Jungs aus Island, die auf Isländisch und in irgendeiner Fantasiesprache singen, auf der ganzen Welt spielen und so viele Menschen zu ihren Konzerten kommen wollen“, sagte Jónsi. „Es gibt keine Texte oder Geschichten, an denen sich die Leute festhalten können. Es geht vielmehr um die puren Emotionen, die die Menschen durch die Musik erleben.“

Diskografie/Filmografie (Auswahl):

Sigur Rós:
1997: Von
1998: Von Brigði = Recycle Bin (Remix-Album)
1999: Ágætis Byrjun
2002: ( )
2003: Hlemmur (Soundtrack)
2005: Takk…
2007: Hvarf – Heim
2008: Með Suð Í Eyrum Við Spilum Endalaust
2011: Inni (Live-Album)
2012: Valtari
2013: Kveikur
2017: Route One
2019: Liminal Sleep
2023: Átta
 
Jónsi:
2010: Go
2011: We Bought A Zoo (Soundtrack)
2018: The Feeling of Going (Soundtrack)
2020: Shiver
2021: Tom Clancy’s Without Remorse (Soundtrack)
2021: Obsidian
2024: First Light
2025: The Long Melody (Soundtrack)
 
Alex Somers:
2016: Captain Fantastic: Einmal Wildnis und zurück
2016: Dawson City: Frozen Time (Soundtrack)
2017: Black Mirror – Hang the DJ (Soundtrack)
2018: Hale County, Tag für Tag (Hale County This Morning, This Evening, Soundtrack)
2019: Honey Boy (Soundtrack)
2020: Twelve (Soundtrack)
2020: Here We Are: Notes For Living On Planet Earth (Soundtrack)
2020: Audrey (Soundtrack)
2021: Together Together (Soundtrack)
2021: Siblings
2021: Siblings 2
2022: Fresh (Soundtrack)
2022: Causeway (Soundtrack)
2022: Branson (Soundtrack zur Miniserie)
2024: Under the Bridge (Soundtrack zur Miniserie)
2024: Nickel Boys (Alex Somers & Scott Alario, Soundtrack)
2025: Holland (Soundtrack)
2025: Überkompensation (Overcompensating, TV-Serie)
2025: A Life Illuminated (Soundtrack zum Dokumentarfilm)
 
Jónsi & Alex:
2009: Riceboy Sleeps
2015: Aloha: Die Chance auf Glück (Aloha, Soundtrack)
2016: Manh(a)ttan (Soundtrack)
2019: Lost And Found
2025: Rental Family (Soundtrack)
Playlist:
01. Alex Somers & Jónsi - Found Family (Rental Family) - 03:16 
02. Sigur Rós - Von (Von) - 05:12
03. Sigur Rós - Bíum Bíum Bambaló (Angels of the Universe) - 06:53 
04. Alex Somers & Jónsi - Chapter One [excerpt] (All Animals) - 11:15 
05. Jónsi & Alex Somers - Stokkseyri (Riceboy Sleeps) - 07:10 
06. Alex Somers - Fortress (Captain Fantastic) - 04:37 
07. Jónsi - We Bought A Zoo (We Bought A Zoo) - 04:22 
08. Jónsi & Alex Somers - Moving Plates [Liminal Remix] (Liminal) - 03:06 
09. Alex Somers & Jónsi - Chapter Three [Alex Somers Remix] (Liminal 2) - 04:47 
10. Jónsi & Alex Somers - Hundslappadrifa (Lost & Found) - 06:09 
11. Jónsi & Alex Somers - There's Something I Need to Tell You (Manh(a)ttan) - 03:26 
12. Alex Somers - A Good Day (Honey Boy) - 03:05 
13. Alex Somers - Fell In Love With Her (Audrey) - 04:13 
14. Jónsi - Aftermath (Tom Clancy's Without Remorse) - 03:23 
15. Alex Somers - Into Place (Here We Are) - 04:13 
16. Alex Somers - Breakthrough (Holland) - 03:49 
17. Jónsi - Undercurrent (First Light) - 04:14 
18. Alex Somers - Color Memory (Nickel Boys) - 05:48 
19. Alex Somers - Lose Control (Overcompensating) - 04:08 
20. Alex Somers - Left the Sea (Fresh) - 03:32 
21. Alex Somers - Wake Up (Causeway) - 03:34 
22. Alex Somers - Kimblings (Siblings) - 06:11 
23. Jónsi - Hedione (Obsidian) - 12:40

Sonntag, 23. November 2025

Playlist #437 vom 30.11.2025 - SUSAN SARANDON Special

Susan Sarandon zählt nicht nur wegen ihres Oscar-Gewinns für ihre beeindruckende Darstellung in dem Drama „Dead Man Walking – Sein letzter Gang“ (1995) zu den profiliertesten Schauspielerinnen in Hollywood. In ihrer umfangreichen Werksbiografie finden sich Dramen, Thriller, Komödien und historische Stoffe ebenso wie eine Vielfalt an Serien. In der heutigen Sendung gibt es Musik aus einigen ihrer bekanntesten Filme wie „Begierde“, „Die Hexen von Eastwick“, „Light Sleeper“, „Betty und ihre Schwestern“, „Thelma & Louise“, „Der Klient“, „Im Zwielicht“ und „Seite an Seite“ von Komponisten wie John Williams, Howard Shore, Mark Isham, Elmer Bernstein, Hans Zimmer, Michel Legrand, Danny Elfman und Thomas Newman zu hören.

Susan Abigail Sarandon wurde am 4. Oktober 1946 in New York City als ältestes von neun Kindern einer streng katholischen Familie italienisch-walisischer Herkunft namens Tomalin geboren. Während sie die Edison High School in Edison Township besuchte, trat sie 1962 einer Band und einer Tanzgruppe bei, um kranke Kinder in einer nahegelegenen Reha-Klinik zu unterhalten. In der elften Klasse spielte sie die Hauptrolle in dem Theaterstück „Lady Precious Stream“, in der zwölften Klasse verkörperte sie die Titelrolle in der Komödie „My Sister Eileen“ und wurde dafür in den Lokalzeitungen erwähnt. 1964 wurde Sarandon in die National Honor Society aufgenommen und schloss die High School ab. Sie besuchte von 1964 bis 1968 die Catholic University of America in Washington D.C., wo sie einen Bachelor of Arts in Drama erwarb und bei dem Schauspiellehrer Gilbert V. Hartke studierte, während sie ihren Lebensunterhalt als Sekretärin, Putzfrau und Model verdiente. Obwohl sie zunächst recht wenig Interesse an der Schauspielerei hatte, wirkte sie 1964 an einer Theateraufführung mit und lernte dort ihren späteren Ehemann Chris Sarandon kennen, mit dem sie von 1967 bis 1979 verheiratet war. Das Paar wurde 1970 für John G. Avildsens „Joe – Rache für Amerika“ gecastet, doch nur Susan Sarandon bekam eine Rolle. Es folgten kleinere Parts für das Fernsehen während ihres Studiums, ehe sie an der Seite von Robert Redford 1975 in „Tollkühne Flieger“ zu sehen war. In dem Kult-Musical „The Rocky Horror Picture Show“ feierte sie in der Rolle der Janet Weiss ihren ersten großen Erfolg. Für Louis Malle stand sie in „Pretty Baby“ (1978) und „Atlantic City“ (1980) vor der Kamera, erhielt für den letzteren ihre erste Oscar-Nominierung.
Ihr umstrittenster Filmauftritt war in Tony Scotts modernem Vampir-Drama „Begierde“ (1983), in dem sie eine Sexszene mit Catherine Deneuve hatte. Es war der erste amerikanische Mainstream-Film mit einer solchen Szene zwischen zwei Star-Schauspielerinnen. Anschließend war sie in der Fantasy-Komödie „Die Hexen von Eastwick“ (1987) an der Seite von Jack Nicholson, Cher und Michelle Pfeiffer zu sehen, um dann mit Kevin Costner und Tim Robbins in dem Film „Annies Männer“ (1988) mitzuwirken, der sowohl kommerziell als auch bei den Kritikern ein Erfolg war.
Sarandon wurde in den 1990er-Jahren vier weitere Male für den Oscar nominiert: als Beste Hauptdarstellerin für ihre Rollen als Louise Sawyer in Ridley Scotts Road-Movie-Drama „Thelma & Louise“ (1991), Michaela Odone in „Lorenzos Öl“ (1992) und Reggie Love in Joel Schumachers Adaption von John Grishams Bestseller „Der Klient“ (1994). Den Oscar gewann sie schließlich für „Dead Man Walking“ (1995), in dem sie Schwester Helen Prejean spielte, die regelmäßig einen verurteilten Mörder im Todestrakt besucht. Außerdem erhielt sie acht Golden-Globe-Nominierungen, unter anderem für die Filme „Frühstück bei ihr“ (1990), „Seite an Seite“ (1998), „Igby“ (2002) und „Bernard and Doris“ (2007).
Zu ihren weiteren Filmen zählen „Bob Roberts“ (1992), „Betty und ihre Schwestern“ (1994), „James und der Riesenpfirsich“ (1996), „Überall, nur nicht hier“ (1999), „Darf ich bitten?“ (2004), „Alfie“ (2004), „Elizabethtown“ (2005), „Verwünscht“ (2007) und „Speed ​​Racer“ (2008). Sarandon hatte nicht nur Gastauftritte in zwei Folgen der „Simpsons“, sondern auch in „Friends“, „Malcolm mittendrin“, „Saturday Night Live“, „30 Rock“ und „Mike & Molly“.
Sarandon sprach den Kommentar zu über zwei Dutzend Dokumentarfilmen, von denen viele soziale und politische Themen behandelten. Außerdem moderierte sie zahlreiche Folgen der PBS-Dokumentarfilmreihe Independent Lens. 1999 und 2000 moderierte und präsentierte sie Mythos, eine Vortragsreihe des verstorbenen amerikanischen Mythologieprofessors Joseph Campbell. Sarandon ist zudem Jurymitglied des NYICFF, eines New Yorker Filmfestivals, das sich auf Filme für Kinder und Jugendliche zwischen 3 und 18 Jahren spezialisiert hat.
Sarandon spielte 2009 in Peter Jacksons „In meinem Himmel“ an der Seite einer Starbesetzung und arbeitete mit ihrer Tochter Eva Amurri, die aus einer Liebesbeziehung mit dem italienischen Regisseur Franco Amurri stammt, in „Middle of Nowhere“ (2008), „That's My Boy“ (2012) und „Das geheime Leben der Marilyn Monroe“ (2015) zusammen. Sie wirkte in den Filmen „Arbitrage“ (2012), „Cloud Atlas“ (2012), „Tammy“ (2014) und „The Meddler“ (2015) mit. 2017 verkörperte Sarandon Bette Davis in der ersten Staffel der FX-Anthologie-Serie „Feud“, wofür sie ihre neunte Golden-Globe-Nominierung erhielt.
2018 wurde Sarandon Mitglied des „Social Impact Advisory Board“ des San Diego International Film Festival. Im Herbst 2022 spielte sie die Hauptrolle in der FOX-Fernsehserie „Monarch“. 2023 war sie in dem DC-Extended-Universe-Superheldenfilm „Blue Beetle“ zu sehen. 2025 spielte sie an der Seite von Vince Vaughn in „Nonnas“, einer US-amerikanischen Komödie unter der Regie von Stephen Chbosky. Ebenfalls 2025 gab sie ihr britisches Bühnendebüt in Tracy Letts’ Stück „Mary Page Marlowe“.
Sarandon ist bekannt für ihr aktives Engagement bei progressiven und linken politischen Anliegen. Ihr Einsatz reicht von Spenden an Organisationen wie EMILY's List bis hin zur Teilnahme an einer Delegation nach Nicaragua im Jahr 1983. 1999 wurde sie zur UNICEF-Botschafterin des Guten Willens ernannt. In dieser Funktion unterstützte sie aktiv die weltweite Interessenvertretung der Organisation sowie die Arbeit des kanadischen UNICEF-Komitees. 2006 war sie eine von acht Frauen, die ausgewählt wurden, die olympische Flagge bei der Eröffnungsfeier der Olympischen Winterspiele 2006 in Turin, Italien, zu tragen. Im selben Jahr erhielt Sarandon den humanitären Preis von Action Against Hunger. 2018 spendete sie Obstbäume an die Jamaica Houses der New Yorker Wohnungsbehörde im Stadtbezirk Queens. Sarandon besuchte die Wohnanlage persönlich, um beim Pflanzen der Bäume zu helfen. Im Jahr 2022 wurde sie Botschafterin des HALO Trust, einer Minenräumungsorganisation. Im Mai 2024 rief sie die irischen Wähler dazu auf, Mick Wallace und Clare Daly als Europaabgeordnete wiederzuwählen. Immer wieder hat Sarandon in der Vergangenheit auch demokratische Präsidentschaftskandidaten wie Barack Obama und Bernie Sanders unterstützt.Filmografie (Auswahl)
1970: Joe – Rache für Amerika
1971: A World Apart (Fernsehserie, 1 Episode)
1971: Fleur bleue
1971: Mortadella (La Mortadella)
1974: Extrablatt (The Front Page)
1974: Aus Liebe zu Molly (Lovin’ Molly)
1974: F. Scott Fitzgerald and ’The Last of the Belles’ (Fernsehfilm)
1975: Tollkühne Flieger (The Great Waldo Pepper)

1975: The Rocky Horror Picture Show
1976: Geheimnis der Libelle (Dragonfly)
1977: Jenseits von Mitternacht (The Other Side of Midnight)
1978: Pretty Baby
1978: König der Zigeuner (King of the Gypsies)
1979: Fast wie im siebten Himmel (Something Short of Paradise)
1980: Atlantic City, USA (Atlantic City)
1980: Ein Walzer vor dem Frühstück (Loving Couples)
1982: Der Sturm (Tempest)
1983: Begierde (The Hunger)
1984: Biete Mutter – suche Vater (The Buddy System)
1985: A.D. – Anno Domini (A.D., Fernsehserie, 5 Episoden)
1985: Tödliche Beziehungen (Compromising Positions)
1987: Die Hexen von Eastwick (The Witches of Eastwick)
1988: Annies Männer (Bull Durham)
1988: Hell Zone – Im Vorhof zur Hölle (Woman of Valor)
1988: Sweethearts Dance – Liebe ist mehr als ein Wort (Sweet Hearts Dance)
1989: Im Zeichen der Jungfrau (The January Man)
1989: Weiße Zeit der Dürre (A Dry White Season)
1990: Frühstück bei ihr (White Palace)
1991: Thelma & Louise
1992: Bob Roberts
1992: Light Sleeper
1992: Lorenzos Öl (Lorenzo’s Oil)
1994: Safe Passage
1994: Der Klient (The Client)
1994: Betty und ihre Schwestern (Little Women)
1995: Dead Man Walking – Sein letzter Gang (Dead Man Walking)
1996: James und der Riesenpfirsich (James and the Giant Peach, Stimme)
1996: Tell the Truth and Run: George Seldes and the American Press (Dokumentarfilm, Stimme)
1998: Illuminata
1998: Seite an Seite (Stepmom)
1998: Im Zwielicht (Twilight)
1999: Das schwankende Schiff (Cradle Will Rock)
1999: Überall, nur nicht hier (Anywhere But Here)
1999: Earthly Possessions (Fernsehfilm)
2000: Joe Goulds Geheimnis (Joe Gould’s Secret)
2001: Friends
2002: Malcolm mittendrin (Malcolm in the Middle, Fernsehserie, 2 Episoden)
2002: Groupies Forever (The Banger Sisters)
2002: Moonlight Mile
2002: Igby (Igby Goes Down)
2003: Children of Dune (Fernsehdreiteiler, 3 Episoden)
2003: Gefangen im ewigen Eis – Die Geschichte der Dr. Jerri Nielsen (Ice Bound, Fernsehfilm)
2004: Darf ich bitten? (Shall We Dance)
2004: Alfie
2004: Noel
2005: Romance & Cigarettes
2005: Elizabethtown
2005: Die Simpsons (The Simpsons, Fernsehserie, Episode 17x14 Bart Has Two Mommies, Stimme)
2005: The Exonerated
2006: Unwiderstehlich (Irresistable)
2006: Bernard and Doris
2007: Im Tal von Elah (In the Valley of Elah)
2007: Emotional Arithmetic
2007: Verwünscht (Enchanted)
2007: Mr. Woodcock
2008: Speed Racer
2008: Emergency Room – Die Notaufnahme (ER, Fernsehserie, Episode 15x19 Old Times)
2008: Middle of Nowhere
2009: In meinem Himmel (The Lovely Bones)
2009: Solitary Man
2009: Leaves of Grass
2009: Zeit der Trauer (The Greatest)
2010: Ein Leben für den Tod (You Don’t Know Jack, Fernsehfilm)
2010: Wall Street: Geld schläft nicht (Wall Street: Money Never Sleeps)
2010: Peacock
2011: 30 Rock (Fernsehserie, 2 Episoden)
2011: Jeff, der noch zu Hause lebt (Jeff, Who Lives at Home)
2012: The Company You Keep – Die Akte Grant (The Company You Keep)
2012: Cloud Atlas
2012: Der Chaos-Dad (That’s My Boy)
2012: Arbitrage – Macht ist das beste Alibi (Arbitrage)
2012: The Big C (Fernsehserie, 6 Episoden)
2012: Robot & Frank
2013: Snitch – Ein riskanter Deal (Snitch)
2013: The Big Wedding
2013: Mein Leben mit Robin Hood (The Last of Robin Hood)
2013–2014: Mike & Molly (Fernsehserie, 2 Episoden)
2014: Tammy – Voll abgefahren (Tammy)
2014: The Calling
2015: Alle Farben des Lebens (3 Generations)
2015: Mit besten Absichten (The Meddler)
2016: Zoolander 2
2016: Ace the Case – Olivia allein zu Haus (Ace the Case)
2017: At Home with Amy Sedaris (Fernsehserie) Folge 2x05 Anniversary
2017: Feud – Die Feindschaft zwischen Bette und Joan (Feud: Bette and Joan, Fernsehserie, 8 Episoden)
2017: Bad Moms 2 (A Bad Moms Christmas)
2017–2018: Neo Yokio (Fernsehserie, 7 Episoden, Stimme)
2017–2019: Ray Donovan (Fernsehserie, 19 Episoden)
2018: The Death and Life of John F. Donovan
2018: Viper Club
2019: Blackbird – Eine Familiengeschichte (Blackbird)
2019: VHYes
2019: Jesus Rolls (The Jesus Rolls)
2020: Fearless (Stimme)
2021: Search Party (Fernsehserie, 2 Episoden)
2021: Jolt
2021: Ride the Eagle
2022: Forty Winks
2022: Monarch (Fernsehserie, 4 Episoden)
2023: Hochzeit auf Umwegen (Maybe I do)
2023: Blue Beetle
2023: C*A*U*G*H*T (Fernsehserie, 6 Episoden)
2024: The Gutter
2024: The Fabulous Four
2024: The Six Triple Eight
2025: Nonnas

Playlist:

01. Hans Zimmer - Thelma & Louise End Titles (Thelma & Louise) - 03:58 
02. Henry Mancini - Free As A Bird (The Great Waldo Pepper) - 03:00 
03. Elmer Bernstein - End Credits (Twilight) - 05:05 
04. John Williams - The Dance of the Witches / End Credits (The Witches of Eastwick) - 04:47 
05. Thomas Newman - Valley of the Shadow (Little Women) - 02:10 
06. Michel Legrand - Le sauvage (The Other Side of Midnight) - 03:50 
07. Michel Legrand - Slot Machine Baby (Atlantic City) - 03:43 
08. Léo Delibes - Lakme [Excerpt] (The Hunger) - 06:11 
09. Dave Grusin - Father and Daughter / Stoltz and Suzette (A Dry White Season) - 02:36 
10. George Fenton - The Reading (White Palace) - 03:59 
11. Danny Elfman - Score Suite (Anywhere But Here) - 07:35
12. Thomas Newman - The Player (The Player) - 03:07 
13. Brian Tyler - I Have Only Now (Children of Dune) - 03:12 
14. John Williams - A Christmas Quilt (Stepmom) - 03:56 
15. Mark Isham - Body Parts (In the Valley of Elah) - 04:39 
16. Cliff Martinez - Just Go Away (Arbitrage) - 05:23 
17. Cliff Martinez - I Met Your Daughter (The Company You Keep) - 04:03 
18. Dominic Lewis - Pretty Face (Jolt) - 02:23 
19. Brian Eno, Jon Hopkins & Leo Abrahams - Ship In A Bottle (The Lovely Bones) - 02:31 
20. Craig Armstrong - Money (Wall Street: Money Never Sleeps) - 03:13 
21. Christophe Beck - Allen & Rose (The Greatest) - 02:39 
22. Daniel Licht - Flooded Suspense (Dishonored) - 03:05 
23. Aaron Zigman - Finding Abram (The Six Triple Eight) - 04:26 
24. Marcelo Zarvos - The Letter (Nonnas) - 04:54 
25. Reinhold Heil, Johnny Klimek & Tom Tykwer - Temple of Sacrifice (Cloud Atlas) - 02:03 
26. Michael Been - Marianne's Fall (Light Sleeper) - 03:14 
27. Howard Shore - Romey's Suicide (The Client) - 08:34 
28. Eddie Vedder & Nusrat Fateh Ali Khan - The Long Road (Dead Man Walking) - 10:39

Sonntag, 9. November 2025

Playlist #436 vom 16.11.2025 - Neuheiten 2025 (6)

Die Wiederbelebung klassischer Gruselstoffe ist wieder in Mode gekommen. Nachdem Action-Virtuose Luc Besson („Léon – Der Profi“, „Lucy“) bereits Bram Stokers „Dracula“ neues Leben eingehaucht hat, liefert nun der für seine gotischen Fantasy-Horror-Stoffe bekannte Guillermo del Toro („Nightmare Alley“, „Crimson Peak“) seine Lesart in der 120 Millionen teuren Netflix-Produktion von Mary Shelleys „Frankenstein“. In dieser Sendung gibt es dazu nicht nur die Musik von Alexandre Desplat zu hören, sondern auch neue Soundtrack-Arbeiten von Volker Bertelmann, James Newton Howard, Jeff Beal, Marcelo Zarvos, Lorne Balfe, Hans Zimmer, Carter Burwell und vielen anderen.
Guillermo del Toro hat den klassischen Schwarzweiß-Film „Frankenstein“ (1932) von Universal mit Boris Karloff in der Hauptrolle der bemitleidenswerten Kreatur als wichtigsten Film seiner Kindheit bezeichnet, weshalb es wenig überrascht, dass er mit allen Mitteln, die einem visionären und erfolgreichen Filmemacher wie ihm zur Verfügung stehen, diesem Klassiker seinen eigenen Stempel aufdrückt.
Die Arktisexpedition rund um Captain Anderson (Lars Mikkelsen) ist in der lebensfeindlichen Natur des Nordpols im Packeis zum Stehen gekommen, als ihm ein schwerverletzter Mann in die Arme läuft, der sich als Dr. Victor Frankenstein (Oscar Isaac) vorstellt. Das menschenähnliche Monster (Jacob Elordi), das ihm dicht auf den Fersen ist, wütet durch Andersons Truppe, ehe es nach wuchtigen Gewehrsalven zum Rückzug gezwungen wird. Diese Atempause nutzt Frankenstein, um dem neugierigen Captain seine Geschichte zu erzählen.
Durch den Tod seiner Mutter (Mia Goth) bei der Geburt seines Bruders William (Felix Kammerer) gehörig aus der Bahn geworfen, hat Victor dem Tod den Kampf angesagt und seine Forschungen an der Universität darauf konzentriert, künstliches Leben zu erschaffen. Doch erst sein wohlhabender Gönner Harlander (Christoph Waltz) ermöglicht ihm die Umsetzung seiner gemeinhin als ketzerisch betrachteten Ideen… Alexandre Desplat, der bereits del Toros „Pinocchio“ und „Shape of Water“ vertont hat, schuf dazu einen gotisch angehauchten, dramatischen Score, der die Dilemma sowohl des Schöpfers als auch seiner Kreatur adäquat einfängt.
Zwei neue Soundtracks gibt es auch von Jeff Beal („House of Cards“, „Rom“, „Carnivàle“). Beal schuf mit „All Her Fault“ einem orchestralen Soundtrack, den er mit elektronischen Elementen und Klavierklängen angereichert hat, eine düstere und unheilvolle Atmosphäre für die spannungsgeladene Thriller-Serie, die auf dem Roman von Andrea Mara basiert.
Die Serie handelt von der Mutter Marissa Irvine, die ihren kleinen Sohn Milo von seinem ersten Spieltreffen abholen will und feststellt, dass sie die Frau, die ihr Tür öffnet, nicht kennt. Sie hat Milo nicht und noch nie von ihm gehört. Während sich der schlimmste Albtraum aller Eltern entfaltet, führen neue Fragen zu tiefen Geheimnissen und enthüllen Risse in der scheinbar perfekten Welt der Irvines, bis schließlich alles in Trümmern liegt.
„Ein mysteriöser Thriller, kombiniert mit intelligenten und vielschichtigen Charakterzeichnungen, bot mir eine Fülle an dramatischem Material“, erzählt Beal von seiner Arbeit an „All Her Fault“. Die Show handelt von Vertrauen, Geheimnissen, Lügen, Freundschaft und letztendlich von den emotionalen Belastungen des Elternseins. Ich habe viele Elemente meiner bisherigen Arbeit in die Filmmusik einfließen lassen, insbesondere Streichorchester, Elektronik, Soloklavier und Knabensopran, um Musik zu schaffen, die diese angespannte und persönliche Welt widerspiegelt. Obwohl die Musik oft intim wirkt, hat sie aufgrund ihrer emotionalen Wucht oft etwas Opernhaftes.“
Außerdem vertonte Beal mit „RFK: Legacy“ einen Dokumentarfilm von Oliver Stones Sohn Sean Stone.
Von den Wirren der 1960er Jahre bis heute zeichnet „RFK: Legacy“ das Leben zweier Generationen von Kennedy-Männern nach, die das Establishment für Wahrheit und Gerechtigkeit herausforderten, und zeigt, wie die Echos der Geschichte durch die Zeit nachhallen.
In der Serie „The Couple Next Door“ geht es um ein junges Paar, das in ein gehobenes Viertel zieht, um eine Familie zu gründen, doch schon bald verstricken sie sich in einem komplizierten Netz aus Begierde und Verrat mit ihren neuen Nachbarn.

„Für die zweite Staffel von ,The Couple Next Door‘ wollte ich die Klangwelt der ersten Staffel erweitern und ihr gleichzeitig einen neuen emotionalen Fokus geben. Die Serie spielt weiterhin in derselben Sackgasse, aber mit einer völlig neuen Besetzung – und Mia im Mittelpunkt. Für sie komponierte ich ein Wiegenlied, das zum neuen Hauptthema der Staffel wurde. In der ersten Staffel spielten Stimmen eine entscheidende Rolle – mal natürlich, mal stark bearbeitet – und diesen Ansatz wollte ich hier fortsetzen. Diesmal führte ich eine neue Stimmfarbe ein: den klassischen Sopran“, erklärt Hannes De Maeyer.Jolien De Gendt singt Mias Wiegenlied in mehreren Schlüsselmomenten. Ihre Stimme verleiht dem Ganzen eine intime und zugleich zeitlose Qualität, die einen Kontrast zu den düsteren, psychologischen Untertönen der Serie bildet. Um diesen Anker herum formte ich eine Klangwelt, die akustische und elektronische Elemente vereint: Zarte Klavierlinien, subtile Streicher und Orgelakkorde verschmelzen mit vielschichtigen Synthesizer-Texturen und Sounddesign. Mein Ziel war es immer, den Charakteren nahe zu bleiben und sowohl ihre Zärtlichkeit als auch die Spannung und das Unbehagen der Geschichte einzufangen.“ „Wenn die Partitur selbst eine unsichtbare Präsenz im Raum wäre.“
Der belgische Film „Baghdad Messi“ von Sahim Omar Kalifa erzählt von einem zehnjährigen Jungen, der im vom Krieg zerrissenen Irak trotz seiner schweren körperlichen Beeinträchtigung eine Begeisterung für Fußball entwickelt. 
„Die Musik von ,Bagdad Messi‘ ist eine Reise in die tiefsten Gefühle Hamoudis, dieses leidenschaftlichen Jungen, dessen Unschuld und Träume durch die Gewalt der Männer zerstört werden. Unser Ziel mit Regisseur Sahim Omar Kalifa war es, diesen Kontrast zwischen der Härte des Krieges und der Widerstandsfähigkeit der Kindheit einzufangen. Die musikalische Erzählung, geprägt von den Kontrasten zwischen der Sanftheit der Streicher, der Poesie von Duduk und Oud und dem rhythmischen Schlagwerk, nimmt uns mit auf eine Reise in Hamoudis emotionale Welt“, berichtet der belgische Komponist Frédéric Vercheval von der Arbeit an dem Soundtrack. „Die Partitur mit ihren vielfältigen, östlichen Einflüssen repräsentiert Landschaften, die Wüste, die Hitze, aber auch die Unschuld der Kindheit, Verlust, Trauer und Liebe. Manchmal erinnern Perkussion und düstere Klangfarben an die Realität eines endlosen Konflikts. Es ist Musik über Verlust, aber vor allem über die unerschütterliche Hoffnung, die im Herzen der Tragödie fortbesteht.“

Playlist: 

01. Alexandre Desplat - Family Life (Frankenstein) - 04:11 
02. Alexandre Desplat - Vie de famille (L'homme qui rétrécit) - 03:11 
03. Aaron Zigman - Hugo Finds Out + Typewriters (Truth & Treason) - 03:06 
04. Marcelo Zarvos - Hal Drives Off (The Diplomat - Season 3) - 04:06 
05. Jeff Beal - Questioning the Parents (All Her Fault) - 03:18 
06. Jeff Beal - Environmental Activism (RFK Legacy) - 04:38 
07. Hannes De Maeyer - The New You (The Couple Next Door - Season 2) - 04:00 
08. Frédéric Vercheval - Baghdad Messi (Baghdad Messi) - 06:02 
09. Volker Bertelmann - Reunion (Dead of Winter) - 03:52 
10. Volker Bertelmann - Apartment, Running & Ghost Day (Ballad of a Small Player) - 06:13 
11. Volker Bertelmann - No Longer Unimaginable (A House of Dynamite) - 06:15 
12. Ramin Djawadi - The Nominee (Death By Lightning) - 03:47 
13. Lorne Balfe & Joshua Pacey - I'm Here to Arrest You (The Hack) - 03:02 
14. Lorne Balfe & Peter Adams - Come to Terms [Variations on Behind the Wheel] (Hallow Road) - 06:57 
15. James Newton Howard - Reunited (The Lost Bus) - 04:52 
16. Joseph Trapanese & Jason Lazarus - Raison d'etre (The Ritual) - 04:22 
17. Bryce Dessner - Kate, Returned (Train Dreams) - 03:57 
18. Carter Burwell - A Life Worth Living (Good Fortune) - 04:44 
19. Hans Zimmer & James Everingham - Virdee (Virdee) - 02:31 
20. Stephen Edwards - Old Boat, New Boat (Joe Baby) - 03:16 
21. Hildur Guðnadóttir - Stolen Tale - The Band (Hedda) - 03:47 
22. Hans Zimmer - Margaret's Testament (Eden) - 02:53 
23. Joe Hisaishi - Sarah and David (A Big Bold Beautiful Journey) - 05:10 
24. Graham Reynolds - Tell Me About the Guys (Blue Moon) - 04:23 
25. Steven Price - Wake Up (Long Distance) - 03:30 
26. Brian Tyler - Nuremberg End Title (Nuremberg) - 13:44

Samstag, 1. November 2025

Playlist #435 vom 02.11.2025 - GORDON WILLIS Special

Heute ist sein Name kaum noch bekannt, aber als Kameramann bei acht Filmen von Woody Allen, sechs von Alan J. Pakula und allen drei Teilen von Francis Ford Coppolas legendärer „Der Pate“-Trilogie prägte Gordon Willis den filmischen Look der 1970er Jahre wie kaum ein Zweiter. In der heutigen Sendung gibt es nicht nur die Musik von Nino Rota und Carmine Coppola aus der Mafia-Trilogie, sondern auch Musik aus verschiedenen Woody-Allen-Soundtracks und Kompositionen von Michael Small, James Horner, John Williams und David Shire zu den Filmen von Alan J. Pakula („Die Unbestechlichen“, „Vertrauter Feind“, „Aus Mangel an Beweisen“, „Zeuge einer Verschwörung“, „Klute“) zu hören.

Gordon Hugh Willis Jr. wurde am 28. Mai 1931 als Sohn zweier Tänzer im Broadway-Theater in Astoria im New Yorker Stadtteil Queens geboren. Später wurde sein Vater Make-up-Künstler bei Warner Bros. in Brooklyn. Willis fand bereits als Kind Gefallen an Filmen und wollte Schauspieler werden, bevor er sich erst für Licht und Bühnenbild, dann für Fotografie interessierte. Eine Zeitlang wollte er Modefotograf werden und Models fotografieren, die er aus dem Leben in Greenwich Village kannte.
Während des Koreakriegs diente Willis in der Luftwaffe und schaffte es, dem Photographic and Charting Service in einer Filmeinheit beizutreten. „Ich habe vier Jahre damit verbracht, alles zu lernen, was ich konnte, um Filme zu machen“, sagte Willis. Nachdem er die Air Force verlassen hatte, half ihm ein Freund, der East Coast Union in New York beizutreten, und er begann, als stellvertretender Kameramann zu arbeiten und sich etwa dreizehn Jahre später zu einem ersten Kameramann hochzuarbeiten. Er arbeitete in der Werbung, drehte zahlreiche Werbespots und machte eine Reihe von Dokumentarfilmen, eine Disziplin, die seinen späteren Stil stark beeinflusste. „Man lernt zu beseitigen, anstatt hinzuzufügen“, sagte Willis über seine Zeit, Dokumentarfilme zu machen. „Das verstehen nicht viele Leute.“
Er war Kameramann der Spielfilmdokumentation „Windjammer“ (1958), die im Breitbildformat Cinemiracle gedreht wurde. Willis sagte einmal: „Ich bin ein Minimalist. Ich sehe die Dinge auf einfache Weise... Es liegt in der menschlichen Natur, Komplexität als besser zu definieren. Nun, das ist es nicht.“ 1969 engagierte Regisseur Aram Avakian Willis, um an seinem Film „End of the Road“ zu arbeiten.
Willis arbeitete für einige der renommiertesten Regisseure dessen, was heute als goldenes Zeitalter des amerikanischen Filmschaffens gilt. Er hat Amerikas urbane Paranoia in drei Filmen festgehalten, die er mit Alan J. Pakula gedreht hat: „Klute“ (1971), „The Parallax View – Zeuge einer Verschwörung“ (1974) und „Die Unbestechlichen“ (1976). 
Er arbeitete mit Hal Ashby an „Der Hausbesitzer“ (1970), mit James Bridges an „Zeit der Prüfungen“ (1973) und mit Herbert Ross an „Tanz in den Wolken“ (1981), drehte alle drei von Coppolas „Der Pate“-Filmen und arbeitete mit Woody Allen an einer Reihe von Filmen, darunter „Der Stadtneurotiker“ (1977) und „Manhattan“ (1979), aber auch an „Innenleben“ (1978), „Stardust Memories“ (1980), „Eine Sommernachts-Sexkomödie“ (1982), „Zelig“ (1983), „Broadway Danny Rose“ (1984) und „The Purple Rose of Cairo“ (1985). Allen sagte, dass die Zusammenarbeit mit Willis dazu beigetragen habe, seine technischen Fähigkeiten zu verbessern, und sagte von ihm: „Er ist ein Künstler. Er hat einen tollen Sinn für Humor - er hat mir viel beigebracht.“
Zwischen 1971 und 1977 arbeitete Willis an sieben Filmen, die insgesamt 39 Nominierungen für einen Oscar erhielten und 19 davon gewannen, drei davon als Bester Film. Doch zur Überraschung vieler Leute, die er beeinflusst hat, erhielt Willis nicht eine dieser Nominierungen.
Willis wurde später zweimal nominiert, einmal für seine Nachbildung der Fotografie der 1920er Jahre in Woody AllensZelig“ (1983) und dann für „Der Pate – Teil III“ (1990). Im Jahr 2009, bei den ersten Governors Awards, wurde Willis mit dem Academy Honorary Award für sein Lebenswerk ausgezeichnet.
Sein letzter Film war „Vertrauter Feind“ (1997) von Pakula. Über seine Entscheidung, in den Ruhestand zu gehen, sagte Willis: „Ich hatte es satt, Schauspieler aus Trailern zu holen und im Regen zu stehen.“
Bei einem Seminar über das Filmemachen, das er 2003 gab, sagte Willis: „Es ist schwer zu glauben, aber viele Regisseure haben keinen visuellen Sinn. Sie haben nur einen Sinn für Geschichtenerzählen.“ Er fügte hinzu: „Es ist das Urteil, für das sie bezahlen.“ In einem späteren Interview erklärte er, dass er, als er in Filmen anfing, „Dinge in visueller Struktur machte, die niemand im Geschäft tat, besonders in Hollywood“, und erklärte: „Ich habe nicht versucht, anders zu sein; Ich habe nur getan, was ich mochte“. Auf die Frage des Interviewers, wie er seinen Stil auf verschiedene Genres angewendet habe und mit verschiedenen Regisseuren zu arbeiten, antwortete Willis: „Sie suchen nach einer Formel; es gibt keine. Die Formel bin ich.“
Gordon Willis starb am 18. Mai 2014 an den Folgen einer Krebserkrankung in North Falmouth, Massachusetts, zehn Tage vor seinem 83. Geburtstag.
ASC-Präsident Richard Crudo sagte: „Er war einer der Giganten, die die Art und Weise, wie Filme aussahen, absolut veränderte. Bis zur Zeit von ,The Godfather‘ und ,The Godfather Part II‘ sah bisher nichts so aus. Er veränderte die Art und Weise, wie Filme aussahen und wie die Menschen Filme betrachteten.“
Willis' Arbeit wurde für seine Fähigkeit gefeiert, Schatten und unterbelichteten Film mit einer „Subtilität und Expressivität, die bisher auf Farbfilmbestand unbekannt war“, zu erzeugen.
Regisseur Francis Ford Coppola sagte über Willis: „Er hat ein natürliches Gefühl von Struktur und Schönheit, nicht unähnlich einem Renaissance-Künstler“, während Willis für seine Fähigkeit gelobt wurde, „Malerei“ zu nutzen, um „nicht nur den Look, sondern die eigentliche Bedeutung und das Gefühl eines Films“ zu definieren. Über das zeitgenössische Filmemachen im Jahr 2004 sagte Willis:

„Ich freue mich, dass Menschen fliegen können, Hunde sprechen können und alles Destruktive auf dem Bildschirm gestaltet werden kann, aber viel von dem, was getan wird, fehlt Struktur oder Geschmack. Wie ich in der Vergangenheit gefragt habe: Kann mir jemand die Definition einer Kamera geben? Es ist ein Werkzeug, ein Mittel zum Zweck. So ist ein Licht, und alles andere, was Sie auf dem Rücken stapeln können. Sie alle sollen das geschriebene Wort in bewegte Bilder umwandeln, die eine Geschichte erzählen.“

Filmografie:
1970: Der Weg in den Abgrund (End of the Road)
1970: Loving
1970: Der Hausbesitzer (The Landlord)
1970: Die netten Leute von nebenan (The People Next Door)
1971: Kleine Mörder (Little Murders)
1971: Klute
1972: Der Pate (The Godfather)
1972: In schlechter Gesellschaft (Bad Company)
1972: Sandkastenspiele (Up the Sandbox)
1973: Zeit der Prüfungen (The Paper Chase)
1974: Der Pate – Teil II (The Godfather - Part II)
1974: Zeuge einer Verschwörung (The Parallax View)
1975: Unter Wasser stirbt man nicht (The Drowning Pool)
1976: Die Unbestechlichen (All the President's Men)
1977: Der Stadtneurotiker (Annie Hall)
1977: September 30, 1955
1978: Innenleben (Interiors)
1978: Eine Farm in Montana (Comes A Horseman)
1979: Manhattan
1980: L ist nicht nur Liebe (Windows, auch Regie)
1980: Stardust Memories
1981: Tanz in den Wolken (Pennies From Heaven)
1982: Eine Sommernachts-Sexkomödie (A Midsummer Night's Sex Comedy)
1983: Zelig
1984: The Lost Honor of Kathryn Beck – Fernsehfilm
1984: Broadway Danny Rose
1985: The Purple Rose of Cairo
1985: Perfect
1986: Geschenkt ist noch zu teuer (The Money Pit)
1987: Jack, der Aufreißer (The Pick-Up Artist)
1988: Die grellen Lichter der Großstadt (Bright Lights, Big City)
1990: Aus Mangel an Beweisen (Presumed Innocent)
1990: Der Pate III (The Godfather - Part III)
1993: Malice – Eine Intrige (Malice)
1997: Vertrauter Feind (The Devil's Own)

Playlist:

01. Michael Small - Love Theme Frome Klute (Klute) - 03:47 
02. Michael Small - Parallax Test (The Parallax View) - 04:59 
03. Nino Rota - The Halls of Fear (The Godfather) - 04:21 
04. John Williams - The Bedroom Scene (Presumed Innocent) - 04:22 
05. James Horner - The Mortal Blow (The Devil's Own) - 05:10 
06. David Shire - CREEP Sequence I (All the President's Men) - 02:14 
07. Michael Small - Ella at Eventide / Roundup (Comes a Horseman) - 04:00 
08. Jerry Goldsmith - Clues (Malice) - 07:18 
09. Nino Rota - Remember Vito Andolini (The Godfather Part II) - 04:40 
10. Georges Delerue - Happiness (The Pick-Up Artist) - 07:52 
11. Count Basie - Flight of the Foo Birds (Annie Hall) - 03:23 
12. Michael Small - Goldfarb's Record (Klute) - 04:18 
13. Michael Small - Art In Cafeteria / Suitcase Bomb (The Parallax View) - 03:57 
14. James Horner - Rory's Arrest / Diaz Is Killed (The Devil's Own) - 04:15 
15. David Shire - Finale and End Title (All the President's Men) - 02:48 
16. Nino Rota - The Forties (The Godfather Part II) - 04:43 
17. Georges Delerue - The Win (The Pick-Up Artist) - 03:32 
18. Guy Lombardo And His Royal Canadians - A Sailboat In The Moonlight (Zelig) - 02:50 
19. Django Reinhardt - Body And Soul (Stardust Memories) - 03:28 
20. Tommy Dorsey and His Orchestra - Keepin' Out of Mischief Now (Interieurs) - 02:47 
21. Michael Small - Roping / Ella's Confession (Comes a Horseman) - 02:59 
22. John Williams - End Credits (Presumed Innocent) - 04:05 
23. Carmine Coppola & Nino Rota - The Godfather Intermezzo (The Godfather Part III) - 03:23 
24. Michael Small - Session Recordings (The Drowning Pool) - 06:20 
25. Georges Delerue - New York (The Pick-Up Artist) - 05:22 
26. Jerry Goldsmith - The Body (Malice) - 10:44

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