Sonntag, 19. Juni 2016

Playlist #191 vom 26.06.2016 - COLIN FARRELL Special

Wenn es nach Colin Farrell gegangen wäre, hätte er eine Karriere in der Boygroup Boyzone gemacht, doch beim Casting fiel der leidenschaftliche Sänger durch, so dass er zur Schauspielerei wechseln musste. Mittlerweile hat der irische Schauspieler in seiner gut zwanzigjährigen Karriere bereits mehrmals mit dem Filmemacher Joel Schumacher („Tigerland“, „Nicht auflegen!“, „Die Journalistin“) zusammengearbeitet und für renommierte Regisseure wie Terrence Malick („The New World“), Steven Spielberg („Minority Report“) und Oliver Stone („Alexander“) vor der Kamera gestanden. Zuletzt war er in den Dramen „Winter’s Tale“ und „Miss Julie“ sowie in der hochgelobten Krimi-Serie „True Detective“ zu sehen. Seit dem 23. Juni läuft das Sci-fi-Drama „The Lobster“ in den deutschen Kinos.

Der am 31. Mai 1976 in Castleknock bei Dublin als jüngstes von vier Kindern geborene Farrell besuchte nach dem Fehlschlagen seiner Gesangskarriere eine Schauspielklasse in der National Performing Arts School in Dublin und folgte seiner Schwester Catherine an die Gaiety School of Drama. Nach einer Statistenrolle in dem Low-Budget-Film „Auf der Suche nach Finbar“ und einem Auftritt in Owen McPolins „Drinking Crude“ stand Farrell 1996 für den Vierteiler „Falling for a Dancer“ vor der Kamera und verdiente seinen Lebensunterhalt mit Auftritten in Werbespots.
1998 spielte er im Londoner Donmar Warehouse den autistischen Jungen Richard Delamere in Gary Mitchells Theaterstück „In A Little World Of Our Own“, wo er im Publikum die Aufmerksamkeit von US-Schauspieler Kevin Spacey („American Beauty“, „House Of Cards“) erregte und ihn in der Krimi-Komödie „Ein ganz gewöhnlicher Dieb“ unterbrachte. Bevor Farrell nach Los Angeles zog, um seine Karriere richtig in Gang zu bekommen, spielte er mit Ray Winstone und Tilda Swinton in Tim Roths „War Zone“ und in „Ballykissangel“.
Seine Agentin Lisa Richards sorgte dafür, dass Farrell in die einflussreichste Agentur Creative Artists Agency aufgenommen wurde. Als Joel Schumacher den jungen Schauspieler mit der Hauptrolle in seinem Kriegsdrama „Tigerland“ betraute, erhielt Farrell als aufsässiger Soldat Roland Bozz etliche Preise als bester Schauspieler und Newcomer, u.a. den Boston Society of Film Critics Award und den London Critics Circle Film Award. Das nun hochgehandelte Nachwuchstalent spielte neben Bruce Willis in dem Kriegsfilm „Das Tribunal“ und als Gegenspieler von Tom Cruise in Steven Spielbergs Sci-fi-Thriller „Minority Report“.
Joel Schumacher besetzte Farrell auch in seinem Psycho-Thriller „Nicht auflegen!“ (2002) mit der Hauptrolle. Es folgten weitere Hauptrollen in Roger Donaldsons „Der Einsatz“, wo er an der Seite von Al Pacino einen jungen CIA-Rekruten darstellte, in der Marvel-Verfilmung von „Daredevil“, in dem Cop-Drama „S.W.A.T. – Die Spezialeinheit“, in John Crowleys komödiantischen Drama „Intermission“, in Schumachers Drama „Die Journalistin“ und in der Adaption von Michael Cunninghams Bestseller „Ein Zuhause am Ende der Welt“ (alle 2003). Weitere Höhepunkte in Farrells Karriere stellten die Hauptrolle in Oliver Stones bombastischen Historiendrama „Alexander“, Terrence Malicks eigenwilliger Pocahontas-Version „The New World“, Michael Manns Kinoadaption der Serie „Miami Vice“ und Woody Allens „Cassandras Traum“ dar.
Für seine Hauptrolle in „Brügge sehen … und sterben?“ (2008) wurde Farrell als bester Komödiendarsteller mit dem Golden Globe Award ausgezeichnet. Colin Farrell, der immer wieder mit Drogen – und Sexeskapaden in die Schlagzeilen geriet, übernahm 2009 gemeinsam mit Johnny Depp und Jude Law die Rolle des verstorbenen Heath Ledger in Terry Gilliams „Das Kabinett des Doktor Parnassus“ und spielte 2012 an der Seite von Kate Beckinsale in Len Wisemans Remake von „Total Recall“ sowie zusammen mit Christopher Walken, Sam Rockwell und Woody Harrelson einen Psychopathen in „7 Psychos“. Zuletzt überzeugte er in der zweiten Staffel der hochkarätigen HBO-Serie „True Detective“ und wird demnächst in dem Harry-Potter-Spin-off „Phantastische Tierwesen und wo sie zu finden sind“ den Zauberer Garves spielen.
Zurzeit ist Colin Farrell in „The Lobster“ zu sehen. Seine Figur David muss in einer unbestimmten Zukunft in ein Hotel ziehen, nachdem er von seiner Frau verlassen wurde, und hat dort 45 Tage Zeit, unter den anderen weiblichen (oder auch männlichen) Singles einen neuen Partner zu finden. Gelingt ihm das, wird er wieder in die Gesellschaft integriert, scheitert er, wird er in ein Tier seiner Wahl verwandelt, in seinem Fall in den titelgebenden Hummer. Nach etlichen Versuchen, den passenden Partner zu finden, gibt David auf und flieht in den Wald, wo Menschen leben, die bewusst Single sein wollen. Hier trifft er auf eine kurzsichtige Frau (Rachel Weisz), die seine Seelenverwandte zu sein scheint - aber die Regeln der Gruppe verbieten jede körperliche Nähe…

Filmographie:
1996: Ballykissangel (Fernsehserie)
1997: Drinking Crude
1998: Falling for a Dancer (Fernsehserie)
1999: The War Zone
1999: Love in the 21st Century (Fernsehserie)
2000: Ein ganz gewöhnlicher Dieb – Ordinary Decent Criminal (Ordinary Decent Criminal)
2000: Tigerland
2001: American Outlaws
2002: Das Tribunal (Hart’s War)
2002: Minority Report
2002: Nicht auflegen! (Phone Booth)
2003: Der Einsatz (The Recruit)
2003: Daredevil
2003: Die Journalistin (Veronica Guerin)
2003: S.W.A.T. – Die Spezialeinheit (S.W.A.T.)
2003: Intermission
2003: Ein Zuhause am Ende der Welt (A Home at the End of the World)
2004: Alexander
2004: Scrubs – Die Anfänger (Scrubs, Fernsehserie, Folge 4x14)
2005: The New World
2006: Ask the Dust
2006: Miami Vice
2007: Cassandras Traum (Cassandra’s Dream)
2008: Brügge sehen… und sterben? (In Bruges)
2008: Kicking It
2008: Das Gesetz der Ehre (Pride and Glory)
2009: Triage
2009: Das Kabinett des Doktor Parnassus (The Imaginarium of Doctor Parnassus)
2009: Crazy Heart
2009: Ondine – Das Mädchen aus dem Meer (Ondine)
2010: The Way Back – Der lange Weg (The Way Back)
2010: London Boulevard
2011: Kill the Boss (Horrible Bosses)
2011: Fright Night
2012: Total Recall
2012: 7 Psychos (Seven Psychopaths)
2013: Dead Man Down
2013: Epic – Verborgenes Königreich (Epic, Stimme)
2013: Saving Mr. Banks
2014: Winter’s Tale
2014: Fräulein Julie (Miss Julie)
2015: True Detective (Fernsehserie)
2015: The Lobster
2015: Die Vorsehung (Solace)
Playlist:
01. Leonard Cohen - Nevermind (True Detective) - 04:40
02. Damon Albarn - Bank Job (Ordinary Decent Criminal) - 03:52
03. Nathan Larson - Tigerland (Tigerland) - 04:30
04. Heitor Pereira - Montage (Ask The Dusk) - 03:59
05. John Williams - Sean's Theme (Minority Report) - 01:56
06. Rachel Portman - Visser Testifies (Hart's War) - 03:06
07. Danny Elfman - Tara's Chamber (Epic) - 03:03
08. Harry Gregson-Williams - The Killing (Veronica Guerin) - 05:09
09. Harry Gregson-Williams- Center Of Attention (Phone Booth) - 05:40
10. Harry Gregson-Williams - The Scar On Your Hand (Total Recall) - 04:16
11. John Murphy - CDE (Miami Vice) - 02:47
12. Elliot Goldenthal - Don't Shoot Me Baby (S.W.A.T.) - 03:25
13. Mark Isham - Santiago (Pride And Glory) - 04:04
14. Klaus Badelt - CIA Training (The Recruit) - 03:39
15. Jacob Groth - Victor's Theme (Dead Man Down) - 03:28
16. Vangelis - Gardens Of Delight (Alexander) - 05:24
17. Graeme Revell - The Necklace (Daredevil) - 03:19
18. Philip Glass - Howard's Request/In The Apt. (Cassandra's Dream) - 03:28
19. Carter Burwell - Shootout Part 2 (In Bruges) - 02:40
20. Carter Burwell - It Might (Seven Psychopaths) - 04:08
21. James Horner - All Is Lost (The New World) - 08:14
22. Burkhard Dallwitz - Closing Credits (The Way Back) - 07:39
23. Arve Tellefsen - The End (Miss Julie) - 03:52
24. Nick Cave & Kylie Minogue - Where The Wild Roses Grow (The Lobster) - 03:42
25. Vangelis - Roxane's Veil (Alexander) - 04:40
26. Thomas Newman - To My Mother (Saving Mr. Banks) - 03:45
27. Hans Zimmer & Rupert Gregson-Williams - Light As A Feather (Winter's Tale) - 07:42

Sonntag, 5. Juni 2016

Playlist #190 vom 12.06.2016 - NEUHEITEN 2016 (3)

Eine bunte Palette an Filmgenres, filmmusikalischen Stilen und ebensolchen Komponisten und Soundtracks gibt es in der dritten Neuheiten-Sendung in diesem Jahr zu hören. Dabei treffen Hollywood-Größen wie James Newton Howard, Danny Elfman und Alexandre Desplat auf vertraute Namen wie Brian Tyler, Alberto Iglesias, Harry Gregson-Willams und Carter Burwell, aber auch Newcomer wie Adam McKenzie, Vince Pope und Fredrika Stahl sorgen für interessante Beiträge.

Vier Jahre nach dem erfolgreichen Fantasy-Film „Snow White and the Huntsman“ komponierte James Newton Howard auch die epische Musik zum Sequel „The Huntsman & The Ice Queen“, wobei sich mächtige Orchesterarrangements mit sehr lyrischen Passagen auf vielschichtige Weise abwechseln. Und auch Danny Elfman hat in „Alice im Wunderland: Hinter den Spiegeln“ Themen aufgegriffen, die er vor sechs Jahren in Tim Burtons 3D-Abenteuer „Alice im Wunderland“ entworfen hatte.
Wie erfolgreich das Fantasy-Genre auch mit seinen Comic-Adaptionen in Hollywood ist, beweisen auch die Sequels zu den Marvel-Verfilmungen der „X-Men“- und „Captain America“-Reihe. Bryan Singer, der mit „X-Men: Apocalypse“ bereits den vierten Film der Reihe inszenierte, hat dabei wieder auf die Talente seines langjährigen Weggefährten und Freundes John Ottman zurückgegriffen, der für den Film nicht nur die bombastische, mit mächtigen Chorälen garnierte Musik komponierte, sondern auch für den Schnitt verantwortlich gewesen ist.
Auch Henry Jackman ist Wiederholungstäter, versorgte bereits „The Return Of The First Avenger“ vor zwei Jahren mit einem turbulenten Score und ist auf dem Soundtrack zu „The First Avenger: Civil War“ durchaus mit ein paar ruhigeren Stücken wie dem abschließenden „Adagio“ zu hören. Darüber hinaus komponierte der Hans-Zimmer-Schützling auch die Musik zum Videospiel „Uncharted 4: A Thief’s End“ und produzierte den Score eines weiteren vielversprechenden Talents aus der Zimmer-Schmiede, nämlich Dominic Lewis‘ Musik zu Jodie Fosters Regiearbeit „Money Monster“.
Der elektronisch groovende Score untermalt einen Thriller, in dem George Clooney den Anlageexperten Lee Gates spielt, der sogar seine eigene Fernsehsendung hat und vor laufender Kamera von einem Familienvater gekidnappt wird, der nach einem schlechten Investitionstipp sein ganzes Vermögen verzockt hat.
Der achtfach Oscar-nominierte Alexandre Desplat („The Queen“, „The King’s Speech“), der immerhin für „Grand Budapest Hotel“ auch einmal die begehrte Trophäe gewinnen konnte, ist gleich mit drei neuen, sehr unterschiedlichen Arbeiten zu hören. So untermalte er in Stephen Frears‘ Biopic „Florence Foster Jenkins“ das Leben der gleichnamigen, von Meryl Streep gespielten Opernsängerin, die bei den Kritikern als schlechteste Vertreterin ihrer Zunft gegolten hat und 1944 in der berühmten Carnegie Hall auftreten wollte. Außerdem kreierte er die musikalischen Themen zur Netflix-Serie „Marseille“ mit Gérard Depardieu in der Hauptrolle und den Score zu Raymond Depardons Dokumentarfilm „Les Habitants“.
Besonders bemerkenswert ist der Score, den die schwedische Singer-Songwriterin Fredrika Stahl für „Tomorrow – die Welt ist voller Lösungen“ komponiert hat, einen Dokumentarfilm, mit dem sich die Aktivistin Cyril Dion und die Schauspielerin Mélanie Laurent auf die Suche nach intelligenten Lösungen gegen den prophezeiten Kollaps des Ökosystems in den nächsten vierzig Jahren machen.
„Es gibt kein musikalisches Hauptthema, jeder Ort, den der Film besucht, hat sein eigenes. Es war Cyrils Wunsch, die Szenenwechsel zu untermalen, die während ihrer Reise zustande gekommen sind“, beschreibt die Komponistin im Booklet des bei Sony Classical erschienen Soundtracks, der neben instrumentalen Stücken auch wundervolle Indie-Pop-Jazz-Songs enthält. „Wie ‚The World to Come‘ wurden die anderen Songs des Soundtracks nicht mit den Bildern vor meinen Augen geschrieben. Cyril rief mich an, um über die verschiedenen Themen zu sprechen, die der Film berührt, um einen Rahmen für meine Songs zu etablieren.“ 
Playlist:
01. James Newton Howard - The Children Arrive (The Huntsman: Winter's War) - 05:03
02. Danny Elfman - Alice (Alice Through The Looking Glass) - 06:35
03. John Ottman - Moira's Discovery/Apocalypse Awakes (X-Men: Apocalypse) - 04:35
04. Henry Jackman - Adagio (Captain America: Civil War) - 02:19
05. Henry Jackman - Epilogue (Uncharted 4: A Thief's End) - 03:18
06. Alex Heffes - Aftermath (Bastille Day) - 03:59
07. Alex Heffes - From Here To Eternity (11.22.63) - 04:01
08. Coby Brown - Opening Titles (The Man Who Knew Infinity) - 04:23
09. Alexandre Desplat - McMoon (Florence Foster Jenkins) - 02:25
10. Alexandre Desplat - Les Habitants 2 (Les Habitants) - 02:07
11. Alexandre Desplat - Maladie De Rachel (Marseille) - 02:56
12. Harry Gregson-Williams - Confirmation (Confirmation) - 05:52
13. Carter Burwell - Smother Beach (The Family Fang) - 03:06
14. John Swihart - Swingset (A Light Beneath Their Feet) - 03:43
15. Aaron Zigman - Martha Is In (Mr. Right) - 04:54
16. Adam McKenzie - A New Beginning (Standing On Water) - 02:58
17. Cliff Martinez - Messenger Walks Among Us (The Neon Demon) - 06:13
18. Vince Pope - Life And Death (Undercover) - 03:20
19. Dominic Lewis - Outside World (Money Monster) - 05:06
20. Brian Tyler & Keith Powers - Waves Of Intuition (Criminal) - 02:49
21. Danny Elfman & The Newton Brothers - What Happens When He Dreams (Before I Wake) - 02:58
22. Jeff Beal - Hope He Dies (House Of Cards - Season 4) - 04:05
23. Pascal Gaigne - El olivo, Pt. 2 (El Olivo) - 04:03
24. Martin Phipps - St. Petersberg (War & Peace) - 03:16
25. Rachel Portman - Katya's Letter (Despite The Falling Snow) - 05:00
26. Fredrika Stahl - Planting Children (Tomorrow) - 02:46
27. Jeff Beal - A Very Long Moment (The Salvage Men) - 06:01
28. Johan Söderqvist - Department Q at Work (Absent One) - 03:41
29. Alberto Iglesias - Epilogo (Julieta) - 06:39

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