Freitag, 18. März 2016

Playlist #184 vom 20.03.2016 - LALO SCHIFRIN Special

Der argentinische Komponist Lalo Schifrin ist durch seine Titelmelodie zur Fernsehserie „Kobra, übernehmen Sie“ („Mission: Impossible“) weltberühmt geworden. Davon abgesehen hat der sechsfach Oscar-nominierte Schifrin vor allem durch seine illustre Jazz-Vergangenheit einen ganz neuen Sound in Hollywood salonfähig gemacht.

Der am 21. Juni 1932 in Buenos Aires unter dem bürgerlichen Namen Boris Claudio Schifrin geborene Komponist lernte bereits im Alter von sechs Jahren bei Daniel Barenboims Vater Enrique Barenboim das Klavierspielen und führte den Unterricht in seiner Jugend bei Andreas Karalis und Juan Carlos Paz fort. Als er im Alter von 20 Jahren am Conservatoire de Paris bei Oliver Messiaen und Charles Koechlin studierte, war sein Interesse am Jazz längst geweckt, und Schifrin finanzierte sich sein Studium als Jazz-Pianist in Pariser Nachtclubs.
Nach seiner Rückkehr in die Heimat gründete Schifrin ein Jazz-Orchester, dem auch Gato Barbieri angehörte, 1956 lernte er Dizzy Gillespie kennen, für dessen Orchester er die Suite „Gillespiana“ komponierte. Als sich Gillespies Big Band auflöste, trat Schifrin dessen neuen Quintett bei und avancierte schnell zum musikalischen Leiter und Arrangeur. Neben der 1960 aufgenommenen „Gillespiana“ komponierte Schifrin für Gillespie auch „The New Continent“, das 1962 auf dem Monterey Jazz Festival aufgeführt wurde.
Er wirkte als Pianist bei Astor Piazollas erstem in Paris aufgenommenen Tango-Album „Concert for Bandoneón and Orchestra“ mit und arbeitete mit Sarah Vaughan, Ella Fitzgerald, Stan Getz, Eric Dolphy und Count Basie zusammen. 1963 feierte Schifrin seinen Einstand als Filmkomponist, nachdem er von MGM damit beauftragt worden war, die Musik zu „Rhino!“ zu komponieren. Vor allem seine Scores zu „Bullitt“ (1968) und „Dirty Harry“ (1971) brachten frischen Wind in die Filmmusik-Szene. Die in den späten 60er und frühen 70er komponierten Titelmelodien für Fernsehserien wie „Mannix“, „Mission: Impossible“, „The Man from U.N.C.L.E.“ und „Starsky & Hutch“ machten Schifrin weltberühmt. Neben seiner filmmusikalischen Karriere, die mittlerweile über hundert Werke umfasst, hat Schifrin auch im klassischen Orchester-Betrieb seine Spuren hinterlassen. So führte er 1986 mit dem Glendale Symphony Orchestra sein „Salute to the Statue of Liberty“ auf, komponierte zu den Pan American Games 1987 die Ouvertüre und 1995 das Finale, von 1987 bis 1992 war er musikalischer Direktor des Philharmonischen Orchesters von Paris.
Sein „Concerto for Guitar and Orchestra“ wurde vom London Symphony Orchestra uraufgeführt, das Schifrin ebenso dirigierte wie das London Philharmonic Orchestra, die Wiener Symphoniker, das Los Angeles Philharmonic Orchestra, das Israel Philharmonic Orchestra, das Mexico Philharmonic Orchestra, das Houston Symphony Orchestra, das Orchestra of Saint Luke und das National Symphony Orchestra of Argentina.
1992 führten Diana Ross, Plácido Domingo und José Carreras gemeinsam mit den Wiener Symphonikern seine Arrangements bei der traditionellen Veranstaltung „Christmas in Vienna“ auf. Ein Jahr später nahm er mit dem London Philharmonic Orchestra die Reihe „Jazz Meets the Symphony“ auf, mit „The Dissection and Reconstruction of Music from the Past as Performed by the Inmates of Lalo Schifrin's Demented Ensemble as a Tribute to the Memory of the Marquis De Sade“ entstand ein weiteres berühmtes Crossover-Werk. Ebenfalls 1993 entstand seine „Lili’Uokalani Symphony“ zu Ehren der letzten Monarchin von Hawaii; im gleichen Jahr wurde diese, ebenfalls mit den Wiener Symphonikern, aufgenommen.
Im Auftrag des Sultans von Oman entstanden seine „Symphonic Sketches of Oman“, die 2001 mit dem London Symphony Orchestra aufgenommen wurden. 2003 dirigierte er das Georgische Staatliche Sinfonieorchester, das Moskauer Sinfonieorchester und der Orchestre de la Suisse Romande in Genf.
In seinen Kompositionen verschmolz Schifrin Elemente der klassischen Musik mit Jazz und modernen Kompositionstechniken des 20. Jahrhunderts. Schifrin erhielt 1968 einen Grammy für seine Musik zu „Mission: Impossible“ und wurde für seine Scores zu „Cool Hand Luke“ (1967), „The Fox“ (1967), „Voyage oft he Damned“ (1976), „The Amityville Horror“ (1979), „The Competition“ (1980) und „The Sting II“ jeweils für den Oscar nominiert, außerdem dreimal für den Golden Globe Award.
Er erhielt auch einen Stern auf dem Walk of Fame in Hollywood. 2012 erhielt Lalo Schifrin den Max Steiner Award bei der Veranstaltung „Hollywood in Vienna“.
„Ich sehe mich als ein Junge, der eine Uhr öffnet, um zu sehen, was sich in ihr befindet, und der verstehen will, wie sie funktioniert. Entscheidend ist, dass ich diese Uhr dabei nicht kaputt mache. Und genauso verfahre ich mit der Musik anderer Künstler. Ich schaue mir alles an, versuche zu verstehen, wie sie arbeiten, und ich sehne mich noch immer danach zu entdecken, wie etwa Beethoven, Mozart oder Wagner ihre Probleme beim Komponieren und Orchestrieren gelöst haben. Schließlich suche ich mir das heraus, was ich für meine Musik brauche. Ich bin also wohl ein Eklektiker ...“, versuchte Schifrin im Interview mit spiegel.de seine musikalische Vielseitigkeit zu erklären. 
Filmographie:
1963: Rhino!
1964: Wie Raubkatzen (Les Félins)
1965: Cincinnati Kid
1967: Der Unbeugsame (Cool Hand Luke)
1968: Bullitt
1968: Die Hölle sind wir (Hell in the Pacific)
1968: Coogan’s großer Bluff (Coogan’s Bluff)
1969: Che!
1970: Stoßtrupp Gold (Kelly's Heroes)
1971: THX 1138
1971: Dirty Harry
1972: Zum Teufel mit Hosianna (The Wrath of God)
1972: Sinola
1973: Die Odyssee der Neptun (The Neptune Factor)
1973: Enter the Dragon
1973: Dirty Harry II – Calahan (Magnum Force)
1973: Der Exorzist (im Film nicht verwendet)
1973: Der große Coup (Charley Varrick)
1974: Die vier Musketiere – Die Rache der Mylady (The Four Musketeers)
1975: Der Rächer von Kalifornien (The Master Gunfighter)
1976: Der Adler ist gelandet (The Eagle Has Landed)
1976: Auf der Fährte des Adlers (Sky Riders)
1976: Reise der Verdammten (Voyage of the Damned)
1977: Panik in der Sierra Nova (Day of the Animals)
1977: Telefon (Telefon)
1977: Achterbahn (Rollercoaster)
1978: Der Sieg der Sternenkinder (Return from Witch Mountain)
1979: Ein Mann räumt auf (Love and Bullets)
1979: Amityville Horror
1979: Flucht nach Athena (Escape to Athena)
1979: Airport ’80 – Die Concorde (The Concorde: Airport ’79)
1980: Der Tag, an dem die Welt unterging (When Time Ran Out...)
1980: Die nackte Bombe (The Nude Bomb)
1980: Die große Keilerei (The Big Brawl / Battle Creek Brawl)
1980: Das große Finale (The Competition)
1980: Brubaker
1981: Caveman – Der aus der Höhle kam (Caveman)
1983: Dirty Harry kommt zurück (Sudden Impact)
1983: Dr. Detroit (Doctor Detroit)
1983: Starflight One – Irrflug ins Weltall (Starflight: The Plane That Couldn't Land)
1984: Die Klasse von 1984 (Class of 1984)
1985: Das mörderische Paradies (The Mean Season)
1985: A.D. – Anno Domini (A.D.)
1985: Die Weißkittel – Dümmer als der Arzt erlaubt (Bad Medicine)
1986: Der Callgirl Club (Beverly Hills Madam)
1986: Black Moon (Black Moon Rising)
1987: Das vierte Protokoll (The Fourth Protocol)
1988: Das Todesspiel (The Dead Pool)
1989: Zweimal Rom und zurück (Little White Lies)
1990: Afrika läßt grüßen (Face to Face)
1991: F/X 2 – Die tödliche Illusion (F/X2)
1991: Don Quijote
1993: Die Beverly Hillbillies sind los! (The Beverly Hillbillies)
1996: Mission: Impossible (Musikthema)
1997: Money Talks – Geld stinkt nicht (Money Talks)
1998: Tango
1998: Rush Hour
2000: Mission: Impossible II (Musikthema)
2001: Rush Hour 2
2002: Roter Drache (Red Dragon)
2004: Tom Clancy’s Splinter Cell: Pandora Tomorrow (Videospiel)
2004: After the Sunset
2004: Shrek 2
2004: The Bridge of San Luis Rey
2006: Abominable
2007: Rush Hour 3
2007: Ultrasordine
2011: Sweetwater
Playlist:
01. Lalo Schifrin - Pentecost (A.D. Anno Domini) - 03:36
02. Lalo Schifrin - End Credits (Bullitt) - 03:52
03. Lalo Schifrin - Preston's Memories (Abominable) - 03:49
04. Lalo Schifrin - Operation Lola (After The Sunset) - 03:00
05. Lalo Schifrin - Finale (Brubaker) - 03:40
06. Lalo Schifrin - Homo Erectus (Caveman) - 06:27
07. Lalo Schifrin - Main Title (Dirty Harry) - 03:31
08. Lalo Schifrin - The Cincinnati Kid (Cincinnati Kid) - 03:03
09. Lalo Schifrin - Getting Better (Coogan's Bluff) - 03:28
10. Lalo Schifrin - Arabian Dance (Don Quixote) - 02:34
11. Lalo Schifrin - Su Lin [The Monk] (Enter The Dragon) - 04:57
12. Lalo Schifrin - Main Title/What's Wrong (THX 1138) - 03:15
13. Lalo Schifrin - Flying Circus (Sky Riders) - 06:24
14. Lalo Schifrin - Mission Impossible Theme (Mission Impossible) - 02:08
15. Lalo Schifrin - Main Title (Joe Kidd) - 03:13
16. Lalo Schifrin - End Credits (The Amityville Horror) - 03:21
17. Lalo Schifrin - La Pelle Tema D'Amore (La Pelle) - 03:04
18. Lalo Schifrin - Going Home - End Titles (The Fourth Protocol) - 03:49
19. Lalo Schifrin - Love Theme Love Sequence (The Competition) - 03:35
20. Lalo Schifrin - Arletta Blues (Cool Hand Luke) - 02:54
21. Lalo Schifrin - Dripping Icicles (The Fox) - 03:02
22. Lalo Schifrin - Soo Yung's Theme (Rush Hour) - 03:18
23. Lalo Schifrin - Farewell To Kenji (Rush Hour 3) - 02:36
24. Lalo Schifrin - Searching And Detecting (Les Felins) - 03:21
25. Lalo Schifrin - Relaxin' At Charenton (Return Of The Marquis De Sade) - 05:32
26. Lalo Schifrin - I'll Make It Some Day/Intersection (Harry In Your Pocket) - 03:35
27. Lalo Schifrin - Lobo Lounge (The Mean Season) - 04:22
28. Lalo Schifrin - Last Dance In Sausalito (Magnum Force) - 03:39
29. Lalo Schifrin - The Bird (The Liquidator) - 03:38
30. Lalo Schifrin - Return To Trieste (Once A Thief) - 04:12
31. Lalo Schifrin - Adagietto (Sol Madrid) - 03:02
32. Lalo Schifrin - The Pier, The Bridge, And The City (The Dead Pool) - 03:41

Dienstag, 1. März 2016

Playlist #183 vom 06.03.2016 - JANUSZ KAMINSKI Special

Als langjähriger Kameramann bei den Filmen von Steven Spielberg und zweifacher Oscar-Preisträger („Schindlers Liste“, „Der Soldat James Ryan“) ist der polnische Kameramann Janusz Kamiński einer der prominentesten Vertreter seiner Zunft. Neben vielen Scores von John Williams zu den Spielberg-Filmen gibt es auch die Musik von Kamińskis Landsmann Jan A.P. Kaczmarek zu „Lost Souls“ und „Hania“ zu hören, bei denen Kamiński selbst Regie geführt hat.

Kamiński verließ 1981 sein Heimatland, nachdem General Jaruzelski das Kriegsrecht ausgerufen hatte, und ging in die USA, wo er am Columbia College von Chicago von 1982 bis 1987 Kinematografie studierte und anschließend nach Los Angeles ging. Zunächst arbeitete er als Kameraassistent und feierte 1990 sein Debüt als verantwortlicher Kameramann. 1993 war er nicht nur unter der Regie von Stephen Sommers für die Disney-Verfilmung von „Die Abenteuer des Huck Finn“ tätig, sondern wurde auch von Steven Spielberg für „Schindlers Liste“ engagiert, wofür Kamiński ein Jahr später mit seinem ersten Oscar belohnt wurde.
Bevor er 1997 für „Vergessene Welt: Jurassic Park“ erneut für einen Spielberg-Film hinter der Kamera stand, wirkte er an dem Kostümdrama „Ein amerikanischer Quilt“ (1995) und den Tom-Cruise-Film „Jerry Maguire“ (1996) mit. Nach den beiden weiteren Spielberg-Filmen „Amistad“ (1997) und „Der Soldat James Ryan“ (1998) führte er bei dem Horror-Thriller „Lost Souls“ (1999) erstmals auch Regie.
Darin spielt Winona Ryder die katholische Lehrerin Maya Larkin, die bereits dem Teufel Auge in Auge gegenüberstand und seitdem Pfarrer Lareaux (John Hurt) bei seinem rituellen Exorzieren hilft. Nun sind sie dem Bestsellerautoren Peter Kelson (Ben Chaplin) auf der Spur, den Maya in ihren Visionen als das Böse in menschlicher Gestalt gesehen hat.
Anschließend beschäftigte Steven Spielberg seinen Haus-Kameramann für die Science-Fiction-Filme „A.I. – Künstliche Intelligenz“ (2001) und „Minority Report“ (2002), für die Gauner-Komödie „Catch Me If You Can“ (2002), das Drama „Terminal“ (2004), das Remake des Science-Fiction-Klassikers „Krieg der Welten“ (2005) und das Terror-Drama „München“ (2005). Dabei hat er immer wieder einen anderen Look kreiert.
„Du bekommst einen Eindruck und machst Pläne und dann, am ersten Tag der Fotografie, folgt der Film seinem eigenen Leben und du schließt dich dem einfach an. Das ist nicht so roh, wie es klingt. Ich mache fotografische Tests und bekomme darauf basierend eine gewisse Idee, wie der Film sein sollte. Ich habe mit Steven so viele Filme gemacht, so dass ich mich vor dem nächsten fürchte, weil ich nicht weiß, was ich machen soll“, meinte Kamiński im Interview mit comingsoon.net.
Nachdem Kamiński mit „Hania“ (2007) und „American Dream“ (2011) zwei weitere Filme als Regisseur verwirklicht hatte, arbeitete er nicht nur an den letzten drei Spielberg-Filmen „Gefährten“ (2011), „Lincoln“ (2012) und „Bridge of Spies“ (2015), sondern auch an dem Justiz-Drama „Der Richter“ (2014).

Filmografie:
1990: The Rain Killer
1991: Ari & Sam (Pyrates)
1993: Harry & Kit – Trouble Bound (Trouble Bound)
1993: Die Abenteuer von Huck Finn (The Adventures of Huck Finn)
1993: Schindlers Liste (Schindler’s List)
1994: Kleine Giganten (Little Giants)
1995: Pecos Bill – Ein unglaubliches Abenteuer im Wilden Westen (Tall Tale)
1995: Ein amerikanischer Quilt (How to Make an American Quilt)
1996: Jerry Maguire – Spiel des Lebens (Jerry Maguire)
1997: Vergessene Welt: Jurassic Park (The Lost World: Jurassic Park)
1997: Amistad
1998: Der Soldat James Ryan (Saving Private Ryan)
1999: Lost Souls – Verlorene Seelen (nur Regie)
2001: A.I. – Künstliche Intelligenz (Artificial Intelligence: AI)
2002: Minority Report
2002: Catch Me If You Can
2004: Terminal
2005: Krieg der Welten (War of the Worlds)
2005: München (Munich)
2007: Schmetterling und Taucherglocke (Le Scaphandre et le papillon)
2008: Indiana Jones und das Königreich des Kristallschädels (Indiana Jones and the Kingdom of the Crystal Skull)
2009: Wie das Leben so spielt (Funny People)
2010: Woher weißt du, dass es Liebe ist? (How Do You Know?)
2011: Gefährten (War Horse)
2012: Lincoln
2014: Der Richter – Recht oder Ehre (The Judge)
2015: Bridge of Spies – Der Unterhändler (Bridge of Spies)
Playlist:
01. John Williams - Theme (Schindler's List) - 03:32
02. Bill Conti - Once A Slave … (The Adventures Of Huck Finn) - 03:26
03. His Name Is Alive - Sitting Still Moving Still Staring Outlooking (Jerry Maguire) - 03:29
04. Thomas Newman - An American Quilt (How To Make An American Quilt) - 03:36
05. John Williams - The Float (Catch Me If You Can) - 04:56
06. John Williams - The Tale Of Viktor Navorski (The Terminal) - 04:13
07. John Williams - Hymn To The Fallen (Saving Private Ryan) - 06:10
08. John Williams - Remembering Munich (Munich) - 04:38
09. John Williams - Crossing The Atlantic (Amistad) - 03:20
10. John Williams - The Mecha World (A.I.) - 06:21
11. John Williams - Sean's Theme (Minority Report) - 01:56
12. John Williams - Dartmoor, 1912 (War Horse) - 03:36
13. Jan A.P. Kaczmarek - Postscriptum (Lost Souls) - 03:00
14. Jan A.P. Kaczmarek - Frascati (Hania) - 04:44
15. John Williams - Raiders March (Indiana Jones and the Kingdom Of The Crystal Skull) - 05:05
16. John Williams - Reaching The Country (War Of The World) - 03:23
17. John Williams - Malcolm's Journey (The Lost World: Jurassic Park) - 05:43
18. John Williams - Freedom's Call (Lincoln) - 06:07
19. John Williams - Inna's Theme (Indiana Jones and the Kingdom Of The Crystal Skull) - 02:25
20. Paul Cantelon - Theme (The Diving Bell And The Butterfly) - 06:41
21. Thomas Newman - Wabash River Float (The Judge) - 04:19
22. Thomas Newman - End Title (Bridge Of Spies) - 06:58
23. Jan A.P. Kaczmarek - Lost Souls (Lost Souls) - 02:53
24. John Williams - Pre-Crime To The Rescue (Minority Report) - 05:50
25. John Williams - Omaha Beach (Saving Private Ryan) - 09:14

DIE 6. LANGE NACHT DER FILMMUSIK 04./05.03.2016 - 88. ACADEMY AWARDS Special

In der vergangenen Sonntagnacht wurden zum 88. Mal die Academy Awards verliehen, was einmal mehr den Aufhänger zur diesjährigen „Langen Nacht der Filmmusik“ dient. In den ersten beiden Stunden des zehnstündigen Filmmusik-Marathons auf Radio ZuSa werden nicht nur die acht Filme musikalisch repräsentiert, die in der Kategorie „Bester Film“ nominiert gewesen sind, oder natürlich auch die fünf Scores, die in der Kategorie „Best Original Score“ zur Auswahl standen. Tatsächlich gibt es die Musik zu fast allen Filmen zu hören, die bei den diesjährigen Academy Awards berücksichtigt worden sind.

Quentin Tarantino hat bereits Oscars für seine Drehbücher zu „Django Unchained“ und „Pulp Fiction“ erhalten. Zwar ist er nicht persönlich bei den 88. Academy Awards berücksichtigt worden, aber sein Western „The Hateful Eight“ erhielt immerhin drei Nominierungen. Neben Jennifer Jason Leigh, die als beste Nebendarstellerin nominiert gewesen ist, und Robert Richardson für seine Kameraarbeit, war die sechste Nominierung für Ennio Morricone längst überfällig, nachdem er bereits für Filme wie „The Mission“, „Bugsy“, „The Untouchables“ und „Days Of Heaven“ nominiert gewesen ist, aber bislang immer mit leeren Händen dastand.
Für „The Hateful Eight“ durfte er nun endlich seinen ersten ‚regulären‘ Oscar in Empfang nehmen, nachdem er 2007 bislang ‚nur‘ einen Oscar für sein Lebenswerk erhalten hatte.
„Als Quentin mich das erste Mal fragte, ob ich die Musik zu seinem neuen Western schreiben wolle, lehnte ich ab. Aber Mister Tarantino ist ein gerissener Mann, also ließ er das Drehbuch meiner Frau Maria zum Lesen da. Er spottete, wer denn der Boss bei uns im Hause sei. Maria hat sofort gemerkt, was für ein brillantes Drehbuch Quentin für ‚The Hateful Eight‘ geschrieben hat, und sie erzählte mir in unzweifelhaften Worten, dass ich es machen müsse. Ich bin so froh, dass ich es gemacht habe. Mit einem so brillanten jungen Regisseur in meinem Alter zu arbeiten war mir ein großes Vergnügen. Er war gerade ein Jahr alt, als ich meinen ersten Score für Sergio Leone zu ‚Eine Handvoll Dollar‘ komponierte. Es ist auch eine tiefe Ehre und ich bin voller Demut, diese prestigeträchtige Nominierung für eine Profession zu erhalten, die ich liebe“, meinte Morricone im Interview mit moviesharkdeblore.com, als er von der Nominierung erfuhr.
Bemerkenswert ist auch die Zusammenarbeit zwischen Steven Spielberg und Thomas Newman bei dem sechsfach Oscar-nominierten Spionage-Thriller „Bridge Of Spies“ gewesen, denn abgesehen von „Die Farbe Lila“, als Quincy Jones die Musik komponierte, hat bislang John Williams stets die Musik zu Spielbergs Filmen beigesteuert. Krankheitsbedingt musste Williams diesmal allerdings passen, so dass Thomas Newman, der durch seine Arbeit an den letzten beiden James-Bond-Filmen „Skyfall“ und „Spectre“ entsprechende Erfahrungen sammeln konnte, erfolgreich in die Bresche gesprungen ist und für seinen Score zu „Brigde Of Spies“ ebenfalls mit einer Nominierung bedacht worden ist. Allerdings blieb es bei der nunmehr 12. Nominierung für Newman.
Erfolgreicher erging es in dieser Hinsicht Leonardo DiCaprio, der im fünften Anlauf für seine Darstellung in Alejandro González Iñárritus Überlebensdrama „The Revenant“ endlich seinen ersten Oscar als Schauspieler in Empfang nehmen konnte. Davon abgesehen erhielt das für 12 Oscars nominierte Drama nur noch einen Oscar für Regisseur Alejandro González Iñárritu und zum dritten Mal in Folge für Kameramann Emmanuel Lubezki.
Groß abgeräumt hat dagegen George Millers „Mad Max: Fury Road“ mit sechs Trophäen, während Ridley Scotts „The Martian“ mit sieben Nominierungen leer ausgegangen ist. Dieses Schicksal traf auch „Star Wars: The Force Awakens“.
Der Oscar für den „Besten Film“ ging an Tom McCarthys auf wahren Begebenheiten basierenden Film „Spotlight“, der den Missbrauch in den Reihen der katholischen Kirche aufbereitet, wie ihn Bostoner Journalisten aufgedeckt haben.
Hier findet ihr eine Auflistung der wichtigsten Kategorien und die rot markierten Preisträger der 88. Oscar-Verleihung:

Bester Film:
  • Spotlight 
  • The Big Short 
  • Bridge of Spies – Der Unterhändler (Bridge Of Spies) 
  • Brooklyn – Eine Liebe zwischen zwei Welten (Brooklyn) 
  • Mad Max: Fury Road Der Marsianer – Rettet Mark Watney (The Martian) 
  • Raum (Room) 
  • The Revenant – Der Rückkehrer (The Revenant) 

Beste Regie:
  • Alejandro G. Iñárritu – The Revenant – Der Rückkehrer (The Revenant) 
  • Lenny Abrahamson – Raum (Room) 
  • Tom McCarthy – Spotlight 
  • Adam McKay – The Big Short 
  • George Miller – Mad Max: Fury Road 

Bester Hauptdarsteller:
  • Leonardo DiCaprio – The Revenant – Der Rückkehrer (The Revenant) 
  • Bryan Cranston – Trumbo 
  • Matt Damon – Der Marsianer – Rettet Mark Watney (The Martian) 
  • Michael Fassbender – Steve Jobs 
  • Eddie Redmayne – The Danish Girl 

Beste Hauptdarstellerin:
  • Brie Larson – Raum (Room) 
  • Cate Blanchett – Carol 
  • Jennifer Lawrence – Joy – Alles außer gewöhnlich (Joy) 
  • Charlotte Rampling – 45 Years 
  • Saoirse Ronan – Brooklyn – Eine Liebe zwischen zwei Welten (Brooklyn) 

Bester Nebendarsteller:
  • Mark Rylance – Bridge of Spies – Der Unterhändler (Bridge of Spies) 
  • Christian Bale – The Big Short 
  • Tom Hardy – The Revenant – Der Rückkehrer (The Revenant) 
  • Mark Ruffalo – Spotlight 
  • Sylvester Stallone – Creed – Rocky’s Legacy (Creed) 

Beste Nebendarstellerin:
  • Alicia Vikander – The Danish Girl 
  • Jennifer Jason Leigh – The Hateful Eight 
  • Rooney Mara – Carol 
  • Rachel McAdams – Spotlight 
  • Kate Winslet – Steve Jobs 

Bestes adaptiertes Drehbuch:
  • Charles Randolph, Adam McKay – The Big Short 
  • Emma Donoghue – Raum (Room) 
  • Drew Goddard – Der Marsianer – Rettet Mark Watney (The Martian) 
  • Nick Hornby – Brooklyn – Eine Liebe zwischen zwei Welten (Brooklyn) 
  • Phyllis Nagy – Carol 

Bestes Originaldrehbuch:
  • Josh Singer, Tom McCarthy – Spotlight 
  • Matt Charman, Ethan und Joel Coen – Bridge of Spies – Der Unterhändler (Bridge of Spies) 
  • Pete Docter, Meg LeFauve, Josh Cooley (Story von Pete Docter, Ronnie del Carmen) – Alles steht Kopf (Inside Out) 
  • Alex Garland – Ex Machina
  • Jonathan Herman, Andrea Berloff (Story von S. Leigh Savidge, Alan Wenkus, Andrea Berloff) – Straight Outta Compton 

Beste Kamera:
  • Emmanuel Lubezki – The Revenant – Der Rückkehrer (The Revenant) 
  • Roger Deakins – Sicario 
  • Ed Lachman – Carol 
  • Robert Richardson – The Hateful Eight 
  • John Seale – Mad Max: Fury Road 

Bestes Szenenbild:
  • Colin Gibson; Lisa Thompson – Mad Max: Fury Road 
  • Adam Stockhausen; Rena DeAngelo, Bernhard Henrich – Bridge of Spies – Der Unterhändler (Bridge of Spies) 
  • Eve Stewart; Michael Standish – The Danish Girl 
  • Arthur Max; Celia Bobak – Der Marsianer – Rettet Mark Watney (The Martian) 
  • Jack Fisk; Hamish Purdy – The Revenant – Der Rückkehrer (The Revenant) 

Bestes Kostümdesign:
  • Jenny Beavan – Mad Max: Fury Road 
  • Paco Delgado – The Danish Girl 
  • Jacqueline West – The Revenant – Der Rückkehrer (The Revenant) 
  • Sandy Powell – Carol 
  • Sandy Powell – Cinderella

Beste Filmmusik:
  • Ennio Morricone – The Hateful Eight 
  • Thomas Newman – Bridge of Spies – Der Unterhändler (Bridge of Spies) 
  • Jóhann Jóhannsson – Sicario 
  • John Williams – Star Wars: Das Erwachen der Macht (Star Wars: The Force Awakens) 
  • Carter Burwell – Carol 

Bester Filmsong:
  • „Writing’s on the Wall“ aus James Bond 007: Spectre (Spectre) – Sam Smith, Jimmy Napes 
  • „Earned It“ aus Fifty Shades of Grey – Abel Tesfaye, Ahmad Balshe, Jason Daheala Quenneville, Stephan Moccio 
  • „Manta Ray“ aus Racing Extinction – Joshua Ralph, Antony Hegarty 
  • „Simple Song #3“ aus Ewige Jugend (Youth) – David Lang 
  • „Til It Happens to You“ aus The Hunting Ground – Diane Warren, Lady Gaga 

Bestes Make-up und beste Frisuren:
  • Lesley Vanderwalt, Elka Wardega, Damian Martin – Mad Max: Fury Road 
  • Love Larson, Eva von Bahr – Der Hundertjährige, der aus dem Fenster stieg und verschwand (Hundraåringen som klev ut genom fönstret och försvann) 
  • Siân Grigg, Duncan Jarman, Robert A. Pandini – The Revenant – Der Rückkehrer (The Revenant) 
Bester Schnitt:
  • Margaret Sixel – Mad Max: Fury Road 
  • Stephen Mirrione – The Revenant – Der Rückkehrer (The Revenant) 
  • Tom McArdle – Spotlight 
  • Maryann Brandon, Mary Jo Markey – Star Wars: Das Erwachen der Macht (Star Wars: The Force Awakens) 
  • Hank Corwin – The Big Short 

Bester Ton:
  • Chris Jenkins, Gregg Rudloff, Ben Osmo – Mad Max: Fury Road 
  • Andy Nelson, Gary Rydstrom, Drew Kunin – Bridge of Spies – Der Unterhändler (Bridge of Spies) 
  • Paul Massey, Mark Taylor, Mac Ruth – Der Marsianer – Rettet Mark Watney (The Martian) 
  • Jon Taylor, Frank A. Montaño, Randy Thom, Chris Duesterdiek – The Revenant – Der Rückkehrer (The Revenant) 
  • Andy Nelson, Christopher Scarabosio, Stuart Wilson – Star Wars: Das Erwachen der Macht (Star Wars: The Force Awakens) 

Bester Tonschnitt:
  • Mark A. Mangini, David White – Mad Max: Fury Road 
  • Oliver Tarney – Der Marsianer – Rettet Mark Watney (The Martian) 
  • Martín Hernández, Lon Bender – The Revenant – Der Rückkehrer (The Revenant) 
  • Alan Robert Murray – Sicario 
  • Matthew Wood, David Acord – Star Wars: Das Erwachen der Macht (Star Wars: The Force Awakens) 

Beste visuelle Effekte:
  • Mark Williams Ardington, Sara Bennett, Paul Norris, Andrew Whitehurst – Ex Machina 
  • Andrew Jackson, Dan Oliver, Andy Williams, Tom Wood – Mad Max: Fury Road 
  • Anders Langlands, Chris Lawrence, Richard Stammers, Steven Warner – Der Marsianer – Rettet Mark Watney (The Martian) 
  • Richard McBride, Matt Shumway, Jason Smith, Cameron Waldbauer – The Revenant – Der Rückkehrer (The Revenant) 
  • Chris Corbould, Roger Guyett, Paul Kavanagh, Neal Scanlan – Star Wars: Das Erwachen der Macht (Star Wars: The Force Awakens) 

Bester Animationsfilm:
  • Alles steht Kopf (Inside Out) – Pete Docter, Jonas Rivera 
  • Anomalisa – Charlie Kaufman, Duke Johnson, Rosa Tran 
  • Der Junge und die Welt (O Menino e o Mundo) – Alê Abreu 
  • Shaun das Schaf – Der Film (Shaun the Sheep Movie) – Mark Burton, Richard Starzak 
  • Erinnerungen an Marnie (Omoide no Mânî) – Hiromasa Yonebayashi, Yoshiaki Nishimura 

Bester fremdsprachiger Film:
  • Saul fia – Ungarn – László Nemes Jeles 
  • Der Schamane und die Schlange (El abrazo de la serpiente) – Kolumbien – Ciro Guerra 
  • Mustang – Frankreich – Deniz Gamze Ergüven 
  • Theeb – Jordanien – Naji Abu Nowar 
  • Krigen – Dänemark – Tobias Lindholm 

Bester Dokumentarfilm:
  • Amy – Asif Kapadia, James Gay-Rees 
  • Cartel Land – Matthew Heineman, Tom Yellin 
  • The Look of Silence – Joshua Oppenheimer, Signe Byrge Sørensen 
  • What Happened, Miss Simone? – Liz Garbus, Amy Hobby, Justin Wilkes 
  • Winter on Fire: Ukraine’s Fight for Freedom – Jewgeni Afinejewski, Den Tolmor  
Playlist: 
01. Ryuichi Sakamoto - Out Of Horse (The Revenant) - 03:56
02. Thomas Newman - Exchange 2 (Bridge Of Spies) - 05:46
03. Carter Burwell - Lisa In His Room (Anomalisa) - 05:40
04. Carter Burwell - The End (Carol) - 03:53
05. David Byrne - Dirty Hair (Youth) - 04:48
06. Harry Gregson-Williams - Crops Are Dead (The Martian) - 03:26
07. Ben Salisbury & Geoff Barrow - Falling (Ex Machina) - 05:36
08. Tom Holkenborg - Moving On (Mad Max: Fury Road) - 01:56
09. Joseph Trapanese - News From Home (Straight Outta Compton) - 03:03
10. John Williams - Han And Leia (Star Wars: The Force Awakens) - 04:41
11. Ilan Eshkeri - Humdrum Day (Shaun The Sheep Movie) - 02:30
12. Theodore Shapiro - Trumbo Goes To Prison (Trumbo) - 03:39
13. Warren Ellis - Lale's Theme (Mustang) - 05:10
14. Howard Shore - Delivering The News (Spotlight) - 03:40
15. Jackson Greenberg & H. Scott Salinas - North Of The Border (Cartel Land) - 03:44
16. Michael Brook - Goodbye Ellis (Brooklyn) - 05:07
17. Jóhann Jóhannsson - Desert Music (Sicario) - 05:06
18. Joshua Ralph - Racing Extinction (Racing Extinction) - 05:12
19. Ennio Morricone - Overture (The Hateful Eight) - 03:11
20. Alexandre Desplat - Watching (The Danish Girl) - 03:29
21. Stephen Rennicks - New End (Room) - 04:28
22. Ludwig Goransson - You're A Creed (Creed) - 04:26
23. Patrick Doyle - A Golden Childhood (Cinderella) - 03:57
24. David Campbell & West Dylan Thordson - Joy Theme (Joy) - 02:50
25. Danny Elfman - Variations On A Shade (Fifty Shades Of Grey) - 06:23
26. Nicholas Britell - Closing The Fund (The Big Short) - 02:46
27. Jasha Klebe - Dictatorship Legalized (Winter On Fire: Ukraine's Fight For Freedom) - 03:08
28. Thomas Newman - Safe House (Spectre) - 03:55
29. Michael Giacchino - Tears Of Joy (Inside Out) - 03:39

DIE 6. LANGE NACHT DER FILMMUSIK 04./05.03.2016 - KATE BECKINSALE Special

Als Selene, die als Vampirin Jagd auf Wehrwölfe macht, ist die britische Schauspielerin Kate Beckinsale in dem erfolgreichen Franchise „Underworld“ auch zu einer weiblichen Action-Ikone avanciert. Berühmt wurde die 2009 zur „Sexiest Woman Alive“ gekürte Aktrice allerdings durch ihre Rolle in Michael Bays romantischen Kriegsdrama „Pearl Harbor“ (2001). Zuletzt war sie in Michael Winterbottoms Drama „Die Augen des Engels“ und in der Edgar-Allan-Poe-Adaption Stonehearst Asylum - Diese Mauern wirst du nie verlassen“ zu sehen.

Als Tochter der beiden britischen Schauspieler Richard Beckinsale und Judy Loe begann die am 26. Juli 1973 in London geborene Kate Beckinsale nach Beendigung der Schule in die Fußstapfen ihrer Eltern zu treten. 1991 spielte sie bereits an der Seite von Judy Davis und Sam Neill in dem britischen TV-Kriegsfilm „Allein gegen den Wind“, doch dann begann Beckinsale an der University of Oxford französische und russische Literatur zu studieren, was ihr sinnvoller erschien als der Besuch einer Schauspielschule.
Bereits während ihres ersten Jahres in Oxford bot Kenneth Branagh ihr eine Rolle in seiner Shakespeare-Adaption „Viel Lärm um Nichts“ an, worauf weitere Filmengagements folgten, die sie während ihres Studiums absolvierte. Als Beckinsale ihr letztes Studienjahr in Paris verbrachte, um die französische Kultur kennenzulernen, brach sie ihr Studium nach drei Jahren ab und konzentrierte sich fortan auf ihre Schauspielkarriere. So spielte sie neben Claire Danes und Bill Pullman in Jonathan Kaplans Thriller-Drama „Brokedown Palace“ (1999) und James Ivorys Adaption des Henry-James-Klassikers „Die goldene Schale“ (2000), ehe sie in die USA zog.
Dort gelang ihr mit gleich zwei romantischen Rollen der Durchbruch, an der Seite von John Cusack in „Weil es dich gibt“ und neben Ben Affleck in dem Blockbuster „Pearl Harbor“ (beide 2001).
Für die Fantasy-Horror-Filme „Underworld“ (2003) und „Van Helsing“ (2004) wechselte sie ins Action-Fach und stellte in Martin Scorseses Howard-Hughes-Biopic „Aviator“ (2004) den Hollywood-Star Ava Gardner dar. Daneben war Kate Beckinsale auch immer wieder in kleineren Filmen wie „Klick“ (2006), „Engel im Schnee“ (2007) und „Nichts als die Wahrheit“ (2008) zu sehen, spielte neben Robert De Niro in Kirk Jones‘ Abenteuer-Drama „Everybody’s Fine“ (2009), Baltasar Kormákurs Action-Drama „Contraband“ (2012) und in dem durch ihren Ehemann Len Wiseman inszenierten Remake von „Total Recall“ (2012).

Filmographie: 
1991: Allein gegen den Wind (One Against the Wind, Fernsehfilm)
1992: Rachel’s Dream (Fernsehfilm)
1993: Anna Lee: Headcase (Fernsehfilm)
1993: Viel Lärm um Nichts (Much Ado About Nothing)
1994: Geheimnisse (Uncovered)
1994: Hamlet – Der Prinz von Jütland (Prince of Jutland)
1995: Cold Comfort Farm (Fernsehfilm)
1995: Marie-Louise ou la permission
1996: Haunted – Haus der Geister (Haunted)
1996: Emma (Fernsehfilm)
1997: Shooting Fish
1998: The Last Days of Disco
1998: Alice im Spiegelland (Alice Through the Looking Glass, Fernsehfilm)
1999: Brokedown Palace
2000: The Golden Bowl
2001: Pearl Harbor
2001: Weil es Dich gibt (Serendipity)
2002: Laurel Canyon
2003: Underworld
2003: Tiptoes
2004: Van Helsing
2004: Aviator (The Aviator)
2006: Underworld: Evolution
2006: Klick (Click)
2007: Engel im Schnee (Snow Angels)
2007: Motel (Vacancy)
2008: Winged Creatures
2008: Nichts als die Wahrheit (Nothing But the Truth)
2009: Whiteout
2009: Underworld – Aufstand der Lykaner (Underworld: Rise of the Lycans)
2009: Everybody’s Fine
2012: Underworld: Awakening
2012: Contraband
2012: Total Recall
2013: Anklage: Mord – Im Namen der Wahrheit (The Trials of Kate McCall)
2014: Stonehearst Asylum – Diese Mauern wirst du nie verlassen (Stonehearst Asylum)
2014: Die Augen des Engels (The Face of an Angel)
2015: Absolutely Anything
2015: The Disappointments Room
Playlist:
01. Debbie Wiseman - Juliet's Theme (Haunted) - 04:04
02. Patrick Doyle - You Have Killed A Sweet Lady (Much Ado About Nothing) - 03:03
03. David Newman - The Arrest (Brokedown Palace) - 04:03
04. Alan Silvestri - Obituary (Serendipity) - 03:10
05. Richard Robbins - Charlotte And The Prince (The Golden Bowl) - 03:27
06. Hans Zimmer - Brothers (Pearl Harbor) - 04:04
07. Howard Shore - Icarus (Aviator) - 04:00
08. Dario Marianelli - Why Did You All Lie To Me? (Everybody's Fine) - 04:22
09. John Frizzell - Resolution (Whiteout) - 02:30
10. Paul Haslinger - Eternity And A Day (Underworld) - 04:07
11. Paul Haslinger - If You Knew Him As I Did (Underworld: Awakening) - 03:46
12. Harry Gregson-Williams - The Dream (Total Recall) - 03:36
13. Clinton Shorter - A Decision (Contraband) - 04:08
14. John Debney - I Am Dr. Newgate! (Stonehearst Asylum) - 01:58
15. Jeff McIlwain & David Wingo - Credits (Snow Angels) - 03:41
16. Harry Escott - Fellinia (The Face Of An Angel) - 06:19

Die 6. LANGE NACHT DER FILMMUSIK 04./05.03.2016 - ANDY GARCÍA Special

Mit seiner Oscar-nominierten Darstellung als Vincent Mancini in Francis Ford Coppolas „Der Pate – Teil III“ und als Agent George Stone in Brian De Palmas „Die Unbestechlichen“ hat sich Andy García schon Ende der 1980er Jahre in die erste Schauspieler-Riege in Hollywood katapultiert. Mittlerweile ist der kubanisch-amerikanische Schauspieler, Filmproduzent und Gelegenheitsregisseur zwar kaum noch in tragenden Blockbuster-Rollen zu sehen, aber durchaus noch sehr präsent auf der Leinwand.

Andy García kam am 12. April 1956 unter dem Namen Andrés Arturo García Menéndez als Sohn eines kubanischen Anwalts und einer Englischlehrerin in Havana als jüngstes von drei Kindern auf die Welt. Im Alter von fünf Jahren floh er mit seiner Familie vor der Revolution in Kuba unter Fidel Castro in die USA nach Miami, wo sein Vater durch den Parfüm-Großhandel reich wurde.
Als García mit 22 Jahren nach Los Angeles zog, schloss er sich einer Theatergruppe an und verdiente seinen Lebensunterhalt mit Gelegenheitsjobs als Möbelpacker und Kellner. Sein Filmdebüt feierte er 1985 in dem Psycho-Thriller „Das mörderische Paradies“. Nach einer weiteren kleinen Rolle in Hal Ashbys „8 Millionen Wege zu sterben“(1986) feierte García bereits 1987 seinen Durchbruch in Brian De Palmas Mafia-Meisterwerk „Die Unbestechlichen“, wo er neben Kevin Costner, Robert De Niro und Sean Connery eine gute Figur machte.
Ebenso eindrucksvoll fiel seine Darstellung als Corleone-Clan-Mitglied Vincent Mancini in Francis Ford Coppolas Epos „Der Pate – Teil III“ (1990) aus, die mit einer Oscar- und einer Golden-Globe-Nominierung belohnt worden ist. Zuvor war er in Ridley Scotts „Black Rain“ (1989) und Mike Figgis‘ „Internal Affairs“ (1990) ebenfalls in starken Hauptrollen zu sehen.  
Garcías Karriere führte über Kenneth Branaghs „Schatten der Vergangenheit“ (1991), Bruce Robinsons „Jennifer 8“ und Gary Fleders „Das Leben nach dem Tod in Denver“ (1995) zu Sidney Lumets Krimi-Drama „Nacht über Manhattan“ (1996), Barbet Schroeders „Desperate Measures“ (1998) und Stephen Soderberghs „Ocean“-Trilogie (2001 – 2007).
In den letzten Jahren zählten zu den bekanntesten Filmen, in denen García mitwirkte, Raymond De Felittas „Rob the Mob“ und Michael Cuestas „Kill the Messenger“ (beide 2014).
Als Regisseur feierte García zudem 1993 sein Debüt mit dem Dokumentarfilm „Cachao … Like His Rhythm There Is No Other“.

Filmographie: 
1984: Mord ist ihr Hobby (Murder, She Wrote, Fernsehserie, Folge 1x01)
1985: Das mörderische Paradies (The Mean Season)
1986: 8 Millionen Wege zu sterben (8 Million Ways to Die)
1987: The Untouchables – Die Unbestechlichen (The Untouchables)
1988: Amerikanisches Roulette (American Roulette)
1988: Stand and Deliver
1988: Tropic War (Clinton and Nadine)
1989: Black Rain
1990: Internal Affairs – Trau’ ihm, er ist ein Cop (Internal Affairs)
1990: Der Pate – Teil III (The Godfather Part III)
1991: Schatten der Vergangenheit (Dead Again)
1992: Ein ganz normaler Held (Accidental Hero)
1992: Jennifer 8 (Jennifer Eight)
1994: When a Man Loves a Woman – Eine fast perfekte Liebe (When a Man Loves a Woman)
1995: Das Leben nach dem Tod in Denver (Things to Do in Denver When You’re Dead)
1996: Lorca – Mord an der Freiheit (The Disappearance of Garcia Lorca)
1997: Nacht über Manhattan (Night Falls on Manhattan)
1997: Harlem, N.Y.C. – Der Preis der Macht (Hoodlum)
1998: Desperate Measures
1999: Swing Vote
1999: Ticket to Love (Just the Ticket)
2001: The Unsaid – Lautlose Schreie (The Unsaid)
2001: Ein Mann für geheime Stunden (The Man from Elysian Fields)
2001: Ocean’s Eleven
2003: Confidence
2004: Twisted – Der erste Verdacht (Twisted)
2004: Ocean’s 12 (Ocean’s Twelve)
2004: Modigliani
2005: Tal der Wölfe (Kurtlar Vadisi, Fernsehserie, 2 Folgen)
2005: The Lost City
2006: Smokin’ Aces
2006: Der rosarote Panther (The Pink Panther)
2007: Ocean’s 13 (Ocean’s Thirteen)
2007: The Air I Breathe – Die Macht des Schicksals (The Air I Breathe)
2008: Beverly Hills Chihuahua
2008: La Linea – The Line (La Linea)
2009: Meet the Rizzos (City Island)
2009: Der rosarote Panther 2 (The Pink Panther 2)
2009: New York, I Love You
2010: La Linea 2 (Across the Line: The Exodus of Charlie Wright)
2011: 5 Days of War
2012: Cristiada (For Greater Glory)
2012: Die dunkle Wahrheit (The Truth)
2013: Ein Tag in Middleton (At Middleton)
2014: Rob the Mob
2014: Rio 2 – Dschungelfieber (Rio 2, Stimme)
2014: Let’s be Cops – Die Party Bullen (Let’s be Cops)
2014: Tal der Wölfe – Hinterhalt (Kurtlar Vadisi – Pusu, Fernsehserie, Folge 9x01)
2014: Kill the Messenger
Playlist:
01. Lalo Schifrin - Christine (The Mean Season) - 02:38
02. Ennio Morricone - Death Theme (The Untouchables) - 02:42
03. Christophe Beck - King's Lair (Confidence) - 02:53
04. Carmine Coppola & Nino Rota - The Immigrant (The Godfather - Part III) - 02:37
05. Patrick Doyle - The Woman With No Name (Dead Again) - 03:30
06. Don Davis - Tommy Redeems Michael - Finale (The Unsaid) - 06:21
07. Trevor Jones - Imprisonment (Desperate Measures) - 04:41
08. Christopher Young - Brain Vanish (Jennifer 8) - 05:17
09. Hans Zimmer - Sato (Black Rain) - 04:45
10. Mark Isham - You Are The One (Twisted) - 05:04
11. David Holmes - Tess (Ocean's Eleven) - 03:21
12. David Holmes - $165 Million + Interest (Into) The Round Up (Ocean's Twelve) - 05:42
13. David Holmes - Snake Eyes (Ocean's Thirteen) - 02:56
14. Zbigniew Preisner - I Hit Her Hard (When A Man Loves A Woman) - 03:35
15. James Horner - Entre La Luz Y El Pecado (For Greater Glory) - 04:09

DIE 6. LANGE NACHT DER FILMMUSIK 04./05.03.2016 - ATLI ÖRVARSSON Special

Der isländische Komponist Atli Örvarsson ist nicht nur als Mitarbeiter von Hans Zimmers Remote Control Productions und als einer von seinen Ghostwritern bekannt, sondern hat seit 2005 auch erfolgreich an der eigenen Karriere gearbeitet und die Musik für Science-Ficiton-Filme wie „Babylon A.D.“ und „Die vierte Art“, für Thriller wie „The Code“ und „A Single Shot“ sowie für Fernsehserien wie „Criminal Intent“ und „Chicago Fire“ komponiert.

Der am 7. Juli 1970 in Akureyri geborene Örvarsson hat das musikalische Talent bereits in die Wiege gelebt bekommen, erhielt früh Musikunterricht und spielte alles Mögliche von Rock’n’Roll über Jazz bis zu Klassik. Seinen ersten professionellen Auftritt hatte er im Alter von 13 Jahren als Trompeter bei einer Produktion von „My Fair Lady“. Örvarsson studierte am Berklee College of Music, wo er sich dafür zu begeistern begann, Musik für Filme zu schreiben. Er machte danach seinen Master und verbrechte sechs Wochen mit Mike Post, die Örvarsson im Nachhinein als äußerst prägend betzeichnete.
Nachdem Hans Zimmer ihn zu Remote Control geholt hatte, komponierte Örvarsson u.a. zusätzliche Musik für „Angels & Demons“, „The Simpsons Movie“ und „Pirates of the Caribbean: At World’s End“, begann für Fernsehserien wie „Criminal Intent“ und „L.A. Dragnet“ zu arbeiten, bevor er 2005 für den Videofilm „Stuart Little 3 – Ruf der Wildnis“ und das Bürgerkriegsdrama „The Last Confederate“ als Filmkomponist zu richtig durchzustarten begann.
Es folgten die beiden Thriller „8 Blickwinkel“ und „The Code“ sowie die beiden Sci-Fi-Dramen „Babylon A.D.“ und „Die vierte Art“, ehe Örvarsson mit „Der letzte Tempelritter“, „Der Adler der neunten Legion“ und „Hänsel und Gretel: Hexenjäger“ eine Reihe von historischen Settings vertonte.
„Was ich lernte, als ich ‚The Eagle‘ und dann ‚Hänsel & Gretel‘ machte, war, dass es heutzutage verschiedene Wege gibt, zeitgenössische Scores zu kreieren. Bei ‚The Eagle‘ bestand der Anspruch darin, so authentisch wie möglich zu sein. Am Ende ging ich nach Schottland und arbeitete mit einigen lokalen Musikern zusammen, die in altertümlicher Musik spezialisiert waren, und das war tatsächlich der Schlüssel für den Score.
Bei ‚Hänsel & Gretel‘ andererseits entschieden der Regisseur und ich, eine moderne Route mit Obertönen aus Rock’n’Roll (und einem Hauch von EDM) einzuschlagen und mit traditionelleren Elementen zu mischen. Beide Arbeitsweisen funktionieren, aber sie sind für jeden Film spezifisch und haben mit der Stimmung der Filme selbst zu tun“, meint Örvarsson im Interview mit Daniel Schweiger auf filmmusicmag.com
Im Gegensatz zu den oft elektronischen und bombastischen Orchester-Scores kreierte Örvarsson für den isländischen Film „Rams“ einen sehr reduzierten akustischen Score. „Rams“ erzählt die Geschichte von zwei Brüdern, die nebeneinander wohnen und Schafe züchten, aber seit vierzig Jahren kein Wort miteinander reden, und wurde u.a. auf der Farm gedreht, auf der Örvarssons Großvater gearbeitet hat und seine Mutter geboren wurde.
„Das Hauptthema des Films entstand während einer Ein-Mann-Probe. Ich habe einfach auf dem Akkordeon improvisiert und dann die Orgel hinzugefügt. Es war ein unglaublicher Moment und irgendwie perfekt für die Stimmung des Films. Grímur spielte das Stück, das ich aufgenommen habe, den Schauspielern vor, bevor sie das Set betraten, und ich hatte das Gefühl, dass dieses Stück Musik ein organischer Teil ihrer Darstellung und schließlich des ganzen Films geworden ist“, gibt der Komponist in einem kürzlich geführten Interview mit Daniel Schweiger auf filmmusicmag.com bekannt.
Zu seinen jüngsten Arbeiten zählt das Thriller-Drama „The Perfect Guy“ und das Animations-Abenteuer „Bilal“.

Filmographie:
2002–2005: Criminal Intent – Verbrechen im Visier (TV-Serie, Law & Order: Criminal Intent)
2003–2004: Polizeibericht Los Angeles (TV-Serie, L.A. Dragnet)
2005: Stuart Little 3 – Ruf der Wildnis
2005: The Last Confederate – Kampf um Blut und Ehre (Strike the Tent)
2006: Six Degrees
2008: 8 Blickwinkel (Vantage Point)
2008: Babylon A.D.
2009: The Code – Vertraue keinem Dieb (Thick as Thieves)
2009: Die vierte Art (The Fourth Kind)
2010–2011: Law & Order: LA (TV-Serie)
2011: Der letzte Tempelritter (Season of the Witch)
2011: Der Adler der neunten Legion (The Eagle)
2013: Hänsel und Gretel: Hexenjäger (Hansel and Gretel: Witch Hunters)
2013: Chroniken der Unterwelt – City of Bones (The Mortal Instruments: City of Bones)
2013: A Single Shot – Tödlicher Fehler (A Single Shot)
seit 2013: Chicago Fire (TV-Serie)
2013: Colette
2013: Evidence: Auf der Spur des Killers (Evidence)
2014: Lave (TV-Mini-Serie)
2014-2015: Chicago P.D. (TV-Serie)
2015: Chicago Med (TV-Serie)
2015: Sture Böcke (Hrútar)
2015: Blóðberg
2015: Rams
2015: The Perfect Guy
2015: Bilal
Playlist:
01. Atli Örvarsson - Anna & Kay (Season Of The Witch) - 02:46
02. Atli Örvarsson - Into The Sunset (The Last Confederate) - 03:57
03. Atli Örvarsson - Aurora's Theme (Babylon A.D.) - 04:09
04. Atli Örvarsson - Northern Lights (The Fourth Kind) - 04:06
05. Atli Örvarsson - Suarez' Plan (Vantage Point) - 04:00
06. Atli Örvarsson - End Credits Suite (The Code) - 05:15
07. Atli Örvarsson - Mouse And Cat (The Perfect Guy) - 05:18
08. Atli Örvarsson - Evidence (Evidence) - 04:16
09. Atli Örvarsson - Giving Thanks (Chicago Fire - Season 1) - 06:00
10. Atli Örvarsson - The Diamond (Colette) - 03:01
11. Atli Örvarsson - End Credits (The Eagle) - 03:00
12. Atli Örvarsson - The Opening (The Mortal Instruments: City Of Bones) - 03:32
13. Atli Örvarsson - Lundarbrekka (Rams) - 05:20
14. Atli Örvarsson - Finale (A Single Shot) - 08:25

DIE 6. LANGE NACHT DER FILMMUSIK 04./05.03.2016 - PARENTHOOD Special

Als „Friday Night Lights“-Drehbuchautor Jason Katims auf die Idee kam, aus der 1989 erschienenen Steve-Martin-Komödie „Parenthood“ eine Serie zu kreieren, hätte wohl niemand geahnt, dass die 2010 gestartete gleichnamige Fernsehserie es auf immerhin sechs Staffeln bringen würde. Für den Erfolg von „Parenthood“ waren nicht nur die Hollywood-Schwergewichte Ron Howard und Brian Gazer als ausführende Produzenten verantwortlich, sondern vor allem die starken Drehbücher und ein spielfreudiger Cast, der der Bravermann-Familie ein lebensnahes Gesicht zu verleihen verstand.

Die Bravermans sind eine amerikanische Großfamilie, deren Mittelpunkt noch immer das Haus der Eltern der vier erwachsenen Kinder darstellt. Natürlich hat jedes der Kinder seine Probleme mit der eigenen Familie. In der ersten Staffel muss sich, Adam (Peter Krause), der als kleiner Unternehmer erfolgreich ist, mit seiner Frau Kristina (Monica Potter) der erschütternden Diagnose stellen, dass ihr Sohn Max (Max Burkholder) unter dem Asperger-Syndrom leidet und eine ganz spezielle Betreuung braucht. Die fünfzehnjährige Tochter Haddie (Sarah Ramos) macht Adam vor allem wegen ihres Freundes zu schaffen. Die karrierebewusste Anwältin Julia (Erika Christensen) hat eher damit zu kämpfen, dass ihr Mann, der sich um Haushalt und die hochbegabte Tochter (Savannah Paige Rae) kümmert, offensichtlich auch von anderen Frauen begehrt wird.
Etwas unkonventionellere Lebenswege haben Sarah (Lauren Graham) und Crosby (Dax Shepard) eingeschlagen. Während Sarah nach einem chaotischen Leben mit einem Rockmusiker mit ihren Teenager-Kindern Amber (Mae Whitman) und Drew (Miles Heizer) wieder ins Haus ihrer Eltern zurückgezogen ist und sich ausgerechnet in Ambers jungen Lehrer verliebt, muss der kindsköpfige Crosby die Nachricht verdauen, dass er seit fünf Jahren Vater des Jungen Jabbar (Tyree Brown) ist.
Natürlich ist das plötzliche Vatersein ebenso mit Problemen verbunden wie die Erziehung von Teenagern, wie Adam und Sarah erfahren müssen … Aber auch in der Ehe ihrer Eltern kriselt es. Familien-Oberhaupt Zeek (Craig T. Nelson) hält mit seinen Ansichten über das Leben und der Erziehung von Kindern nie hinter den Berg und sorgt mit finanziellen Fehlinvestitionen und Affären für Zündstoff in der Ehe mit der warmherzigen Camille (Bonnie Bedelia).
In der zweiten Staffel hat Camille nach einer Affäre mit ihrem Kunstdozenten das Vertrauen ihres Mannes Zeek verloren. Dass seine Frau nun wieder einen Kurs bei ihrem Ex-Lover besuchen möchte, passt dem Braverman-Familienoberhaupt gar nicht in den Kram, was er in der Paartherapie entsprechend zum Ausdruck bringt. Aber auch ihre Kinder tragen sich mit allerlei Sorgen herum. Adam besorgt als leitender Angestellter eines Schuhproduzenten seiner Schwester Sarah ein Praktikum in der Design-Abteilung seiner Firma, wo sie sich in Adams Chef Gordon (William Baldwin) verguckt. Als dieser kurzerhand die Firma verkauft, ist nicht nur ihre kurze Liaison zu Ende, Adam muss nun auch um seinen Job bangen. An familiärer Front muss Adam mit seiner Frau Kristina nicht nur die Erziehung ihres am Asperger-Syndrom leidenden Sohn Max meistern, sondern auch die Beziehung ihrer 16-jährigen Tochter Haddie zu dem drei Jahre älteren trockenen Alkoholiker Alex (Michael B. Jordan) unterbinden. Musik-Produzent Crosby zieht mit Jasmine (Joy Bryant) und Sohnemann Jabbar in eine gemeinsame Wohnung und muss mühsam lernen, väterliche Verantwortung zu übernehmen und nebenbei eine Schulaufführung zu organisieren. Auch in der dritten Staffel geht es bei den Bravermanns weiterhin in jeder Beziehung turbulent zu: Die Ehe von Familienoberhaupt Zeek Braverman und Camille hat sich gerade wieder eingerenkt, da versetzt es Camille doch einen leichten Stich, als Zeek bei der Produktion eines Werbespots neue Lebensfreude gewinnt, während sie selbst nie etwas zu Ende gebracht hat.
Dramatischer gestalten sich nach wie vor die Probleme ihrer Kinder. Sarah sieht ihrem 40. Geburtstag nicht nur mit gemischten Gefühlen entgegen, sondern ist auch dabei, ihre Beziehung zu dem viel jüngeren Lehrer Mark Cyr (Jason Ritter) auf ein festeres Fundament zu stellen. Auf einmal ist sogar ein Baby im Gespräch. Davon ist vor allem Sarahs Sohn Drew wenig angetan, der dafür aber das Prickeln der ersten Liebe erleben darf. Seine Schwester Amber versucht dagegen, endlich auf eigenen Beinen zu stehen, doch der Job in einem Coffeeshop bringt zu wenig ein, um eine eigene Wohnung und das Auto finanzieren zu können. Da kommt ihr das Jobangebot ihrer Tochter Kristina in dem Wahlkampfteam des charismatischen Bob gerade recht. Derweil haben sich Kristinas Mann Adam und sein jüngerer Bruder Crosby mit einem Musikstudio selbstständig gemacht, das in vielerlei Hinsicht Furore macht. Julia Braverman-Graham und ihr Mann Joel Graham bemühen sich nach wie vor um ein Adoptivkind. Als Julia in ihrer Anwaltspraxis die junge und schwangere Kaffeeverkäuferin Zoe (Rosa Salazar) kennenlernt, die ihr Baby zur Adoption freigeben will, kommt ihr eine Idee …
Diese und andere turbulente Verwicklungen sind so komprimiert in die 18 Folgen gepackt, dass in keiner Minute Langeweile aufkommt. Dennoch nehmen sich die Drehbuchautoren die Zeit, die täglichen Herausforderungen, denen sich die Bravermanns stellen müssen, mit dem nötigen Ernst und Humor zu behandeln. Es ist einfach spannend zu beobachten, wie sich z.B. Sarahs Scheidungskinder Amber und Drew zu jungen Erwachsenen entwickeln und ihre Probleme selbst in den Griff zu bekommen versuchen. Ebenso unterhaltsam ist die Partnerschaft zwischen Crosby und Adam gestaltet, in die nicht nur eine äußerst attraktive Assistentin hineinfunkt, sondern auch ambitionierte Musiker und finanzstarke Übernahme-Interessenten.
Es geht um Träume und Wege, die eigene Zukunft zu gestalten, für sein Glück selbst verantwortlich zu sein und Probleme auch im Interesse des Familienfriedens zu lösen. Die stimmige Mischung aus Humor und Tiefsinnigkeit, die interessanten Geschichten, die jeden Bravermann umtreibt, die feinen Darstellerleistungen und der wie immer gut zusammengestellte Soundtrack mit der Mischung aus Singer-Songwriter-Perlen, Country, Acoustic Rock und Indie-Pop machen die dritte Staffel von „Parenthood“ so sehenswert, dass hoffentlich in bald mit der deutschen Veröffentlichung der 4. Staffel zur rechnen ist.
Playlist:
01. Lucy Schwartz - When We Were Young - 03:02
02. Beck - Stormbringer - 04:25
03. Eels - In My Dreams - 03:22
04. Angus & Julia Stone - Here We Go Again - 04:58
05. John Doe & Lucy Schwartz - Forever Young - 04:26
06. Bootstraps - Revel - 03:27
07. Lenka - The Show - 03:57
08. Fleetwood Mac - Albatross - 03:11
09. Junip - Don't Let It Pass - 03:57
10. Apparat - Escape - 05:46
11. The XX - Islands - 02:40
12. Greg Laswell - Off I Go - 04:18
13. Stars - Undertow - 04:12
14. Azure Ray - Don't Leave My Mind - 03:43
15. Alexi Murdoch - Through The Dark - 05:41

DIE 6. LANGE NACHT DER FILMMUSIK 04./05.03.2015 - RAY LIOTTA Special

Dass Ray Liotta im vergangenen Jahr als Erzähler durch die AMC-Networks-Dokumentation „The Making of the Mob: New York“ führte, passt zu seiner wohl berühmtesten Rolle, die er in seiner 35-jährigen Karriere spielen durfte, denn seine Darstellung des Gangsters Henry Hill in Martin Scorseses Gangster-Epos „Good Fellas – Drei Jahrzehnte in der Mafia“ (1990) machte Liotta weltberühmt.
Zu seinen bekanntesten Filmen zählen James Mangolds Cop-Thriller-Drama „Cop Land“, Ridley Scotts Psycho-Thriller „Hannibal“ und der ebenfalls von Mangold inszenierte Horror-Psycho-Thriller „Identität“.

Raymond „Ray“ Allen Liotta wurde am 18. Dezember 1954 in Newark, New Jersey, geboren und erhielt seinen Nachnamen durch Adoption sechs Monate nach seiner Geburt von seinen Adoptiveltern Alfred und Mary Liotta. 1973 schloss er die Union High School in Union, New Jersey, ab und besuchte anschließend die University of Miami, wo er 1978 einen Abschluss in Kunst machte und mit Robert „Buckets“ Lowery Schauspiel studierte.
Vor allem im ersten Jahr seines Schauspiel-Studiums wirkte Liotta in vielen Musicals mit („Cabaret“, „Dames at Sea“, „Oklahoma“, „Sound of Music“). Nach dem College zog Liotta nach New York City, wo er einen Job als Barkeeper am Shubert Theater annahm und innerhalb von sechs Monaten einen Agenten hatte. Zu seinen ersten Engagements zählte zwischen 1978 und 1981 die Rolle als Joey Perrini in der Soap-Opera „Another World“. Er verließ die Show, um sein Glück in der Filmindustrie zu suchen, und zog nach Los Angeles.
Nach seinem Debüt in der 1983 inszenierten Adaption von Harold Robbins‘ „Karriere durch alle Betten“ hatte Liotta 1986 seine erste Hauptrolle in „Gefährliche Freundin“, für die er eine Golden-Globe-Nominierung erhielt. In dem Fantasy-Drama „Feld der Träume“ spielte Liotta an der Seite von Kevin Costner den Geist des ehemals berühmten Baseballspielers Shoeless Joe Jackson und war fortan in prominenten Hauptrollen zu sehen, so in Jonathan Kaplans Erotik-Thriller „Fatale Begierde“ (1992), Martin Campbells Science-fiction-Actionfilm „Flucht aus Absolum“ (1994) und James Mangolds „Cop Land“, wo er neben Sylvester Stallone und Robert De Niro glänzen durfte.
Die Kritik feierte Liotta für seine Darstellung des zwanghaften Spielers Harry Collins in Danny Cannons „Phoenix“ (1998). Eine Screen Actors Guild Award Nominierung erhielt Liotta für seine Verkörperung von Frank Sinatra in dem Fernsehfilm „The Rat Pack“ und einen Emmy in der Kategorie "Outstanding Guest Actor in a Drama Series" für seine Gastrolle in der „Emergency Room“-Folge „Time of Death“ (2004).
Er spielte den Vater des von Johnny Depp gespielten Drogendealers George Jung in dem Biopic „Blow“ (2001), FBI-Agent Paul Krendler in Ridley Scotts „Hannibal“ (2001) und Detective Lieutenant Henry Oak in Joe Carnahans düsteren Cop-Thriller „Narc“ (2002), wofür er Nominierungen für einen Independent Spirit Award und einen Phoenix Film Critics Society Award bekam.
In Carnahans „Smokin‘ Aces“ brillierte Liotta als FBI-Agent Donald Carruthers. 2003 stand er wieder für Regisseur James Mangold vor der Kamera, diesmal an der Seite von John Cusack und Alfred Molina in dem Psycho-Horror-Thriller „Identität“ (2005).
Für den National Geographic Channel schlüpfte Liotta ebenfalls 2005 bei der Dokumentation „Inside the Mafia“ in die Rolle des Erzählers. Zu den weiteren wichtigen Stationen in Liottas Karriere zählen Wayne Kramers „Crossing Over“, James Cottens „La Linea“ (beide 2009), Andrew Dominiks „Killing Them Softly“, Derek Cianfrances „The Place Beyond The Pines“ (2012), Michael Cuestas „Kill The Messenger“ (2012) und die TV-Mini-Western-Serie „Texas Rising“ (2015).

Filmographie: 
1978–1981: Another World (Fernsehserie, 5 Folgen)
1980: Liebe nach Feierabend (Hardhat and Legs, Fernsehfilm)
1983: Casablanca (Fernsehserie, 5 Folgen)
1983: Karriere durch alle Betten (The Lonely Lady)
1984: Mike Hammer (Fernsehserie, Folge 2x03 Kill Devil)
1985: Verfeindet bis aufs Blut (Our Family Honor, Fernsehserie, 10 Folgen)
1986: Gefährliche Freundin (Something Wild)
1987: The Artist (Arena Brains)
1988: Dominick & Eugene (Dominick and Eugene)
1989: Feld der Träume (Field of Dreams)
1990: Good Fellas – Drei Jahrzehnte in der Mafia (Goodfellas)
1992: No Surrender – Schrei nach Gerechtigkeit (Article 99)
1992: Fatale Begierde (Unlawful Entry)
1994: Flucht aus Absolom (No Escape)
1994: Corrina, Corrina
1995: Operation Dumbo (Operation Dumbo Drop)
1996: Unforgettable
1997: Turbulence
1997: Cop Land
1998: Phoenix – Blutige Stadt (Phoenix)
1998: Frank Sinatra and the Rat Pack (The Rat Pack)
1999: Muppets aus dem All (Muppets from Space)
1999: Forever Mine – Eine verhängnisvolle Liebe (Forever Mine)
2000: Jagd auf einen Namenlosen (Pilgrim)
2000: Die Wahrheit über Engel (A Rumor of Angels)
2001: Blow
2001: Hannibal
2001: Heartbreakers – Achtung: Scharfe Kurven! (Heartbreakers)
2002: The Hire (Kurzfilmreihe, Folge 2x02 Ticker)
2002: Narc
2002: John Q – Verzweifelte Wut (John Q)
2003: Identität (Identity)
2004: Control – Du sollst nicht töten (Control)
2004: Emergency Room – Die Notaufnahme (ER, Fernsehserie, Folge 11x06 Time of Death)
2004: The Last Shot – Die letzte Klappe (The Last Shot)
2005: Revolver
2005: Slow Burn – Verführerische Falle (Slow Burn)
2006: Even Money
2006: Die Farben des Herbstes (Local Color)
2006: Comeback Season
2007: Smokin’ Aces
2007: Born to be Wild – Saumäßig unterwegs (Wild Hogs)
2007: Battle in Seattle
2007: Bee Movie – Das Honigkomplott (Bee Movie, Stimme)
2007: Schwerter des Königs – Dungeon Siege (In the Name of the King: A Dungeon Siege Tale)
2008: Hero Wanted – Helden brauchen kein Gesetz (Hero Wanted)
2009: Crossing Over
2008: La Linea – The Line (La linea)
2009: Powder Blue
2009: Shopping-Center King – Hier gilt mein Gesetz (Observe and Report)
2010: Hannah Montana (Fernsehserie, Folge 4x02 Hannah Montana to the Principal’s Office)
2010: Date Night – Gangster für eine Nacht (Date Night)
2010: Wie durch ein Wunder (Charlie St. Cloud)
2011: Street Kings 2: Motor City (Street Kings 2: Motor City)
2011: Ein Cop mit dunkler Vergangenheit – The Son of No One (The Son of No One)
2011: The River Murders – Blutige Rache (The River Murders)
2011: Ticket Out – Flucht ins Ungewisse (Ticket Out)
2011: The Entitled
2012: Killing Them Softly
2012: The Place Beyond the Pines
2012: The Iceman
2012: Wanderlust – Der Trip ihres Lebens (Wanderlust)
2012: Yellow
2012: Bad Karma – Keine Schuld bleibt ungesühnt (Bad Karma)
2012: Dear Dracula (Stimme)
2013: Pawn – Wem kannst du vertrauen? (Pawn)
2013: Operation Olympus – White House Taken (Suddenly)
2014: Hauptsache, die Chemie stimmt (Better Living Through Chemistry)
2014: Muppets Most Wanted
2014: The Identical
2014: Sin City 2: A Dame to Kill For (Sin City: A Dame to Kill For)
2014: Revenge of the Green Dragons
2014: Kill the Messenger
2014: Stretch
2015: Flock of Dudes
2015: Texas Rising (Miniserie)
Playlist:
01. Mike Patton - Bromance (The Place Beyond The Pines) - 04:03
02. James Horner - The Cornfield (Field Of Dreams) - 05:34
03. Marc Streitenfeld - The Feeling In My Nuts (Killing Them Softly) - 02:28
04. Jeff Rona - Opening (Slow Burn) - 05:30
05. Cliff Martinez - Don't Let It Happen Again (Narc) - 02:06
06. Aaron Zigman - Main Title (John Q) - 03:02
07. Graeme Revell - Helicopter To Absolum (No Escape) - 02:13
08. Christopher Young - Forgotten (Unforgettable) - 04:40
09. Mark Isham - Naturalization (Crossing Over) - 05:42
10. James Horner - End Credits (Unlawful Entry) - 04:22
11. Alan Silvestri - Orange Grove(Identity) - 02:55
12. Mark Kilian - Kitchen Memories (Revenge Of The Green Dragon) - 02:35
13. Hans Zimmer - Avarice (Hannibal) - 03:55
14. Howard Shore - Local Boy Saves Drowning Queen (Cop Land) - 03:03
15. Clint Mansell - Surveillance (Smokin' Aces) - 08:02

DIE 6. LANGE NACHT DER FILMMUSIK 04./05.03.2016 - JON HOPKINS Special

Mit seinen Scores zu „Monsters“, „How I Live Now“ und „uwantme2killhim?“ hat sich der 1979 im Londoner Stadtteil Wimbledon geborene Jon Hopkins auch in der filmmusikalischen Szene einen Namen gemacht. Vor allem sorgt der Musikproduzent, DJ, Komponist und Remixer aber in der Dance und Electro-Szene für Furore. In diesem einstündigen Special im Rahmen der 6. Langen Nacht der Filmmusik auf Radio ZuSa stehen also nicht nur Hopkins‘ cineastischen Ambitionen im Fokus, sondern auch seine bemerkenswerten Solo-Alben, Remix-Arbeiten und natürlich auch das zusammen mit Brian Eno entstandene Album „Small Craft On A Milk Sea“.

Bereits im Alter von sieben oder acht Jahren begeisterte sich Hopkins für elektronische und House-Musik. Als Fan von Depeche Mode und Pet Shop Boys waren seine ersten eigenen Songs von ihren Einflüssen geprägt. Mit zwölf Jahren begann Hopkins, in einer Jugendgruppe des Royal College of Music in London Klavier zu lernen, zwei Jahre später programmierte er auf einem Amiga 500 digitale Musik. Nachdem er ein Jahr später einen Klavierwettbewerb für sich entscheiden konnte, erwarb er von dem Preisgeld einen professionellen Roland-Synthesizer, mit dem er komplette Kompositionen anfertigte. Nach seinem Schul-Abschluss heuerte Hopkins als Keyboard-Player in der Band von Imogen Heap an und begleitete sie auch auf Tour.
2001 erschien mit „Opalescent“ sein erstes Solo-Album.
„Ich war 19 oder 20, als ich mein erstes Album aufnahm. Es war eine steile Lernkurve, und heute ist es für mich schwer anzuhören – möglicherweise für jeden anderen auch! Aber es besitzt einen ziemlichen naiven Sound, der vielleicht interessant sein kann, denke ich. Ich kann meinen Lernprozess darin hören, mehr noch auf der zweiten Platte, die viel komplexer zu schreiben war und ein Jahr benötigte“, blickt Hopkins im Interview mit Cyclic Defrost. zurück.
Mit seinem dritten Album „Insides“ landete er bei PopMatters in den Top 10 der elektronischen Alben 2009 und erreichte Platz 15 in den Dance/Electronic Album Charts. Es folgten Kollaborationen mit King Creosote, Tunng und Brian Eno, der Hopkins in den inneren Zirkel von Coldplay einführte, als er auf dem 2008er Album „Viva La Vida Or Death And All His Friends“ die Keyboards bediente und Eno bei der Produktion aushalf.
Mit dem 2013 veröffentlichten vierten Solo-Album „Immunity“ war Jon Hopkins schließlich in aller Munde und war nun auch im Filmgeschäft ein gefragter Mann. Er komponierte den Soundtrack zur Leinwandadaption des preisgekrönten Jugendbuchs „How I Live Now“ von Meg Rosoff durch den Oscar-prämierten Regisseur Kevin Macdonald („The Last King of Scotland“).
Zuletzt veröffentlichte Hopkins einen Mix in der „Late Night Tales“-Reihe und fertigte einen Remix des Coldplay-Tracks „Midnight“ an.
Diskographie: 
2001: Opalescent
2004: Contact Note
2009: Insides
2009: In meinem Himmel OST (mit Brian Eno und Leo Abrahams)
2010: Monsters OST
2010: Small Craft On A Milk Sea (mit Brian Eno und Leo Abrahams)
2011: Diamond Mine (mit King Creosote)
2013: How I Live Now OST
2013: Immunity
2013: uwantme2killhim? OST

Playlist: 
01. Jon Hopkins - Circle (Contact Note) - 05:50
02. Jon Hopkins - Breathe This Air (Immunity) - 05:32
03. Jon Hopkins - Lost In Thought (Opalescent) - 06:17
04. Jon Hopkins - Monsters Theme (Monsters) - 04:55
05. Jon Hopkins - Completion (uwantme2killhim?) - 05:04
06. Jon Hopkins & Raphaelle Standell - Form By Firelight (Asleep Versions) - 04:14
07. Jon Hopkins - Cold Out There (The Art Of Chill 2) - 03:53
08. Jon Hopkins - Song One (EP1) - 04:04
09. Jon Hopkins - I Remember (Late Night Tales) - 04:20
10. Jon Hopkins - How I Live Now (How I Live Now) - 04:34
11. David Lynch - I Know (Jon Hopkins Remix) (Good Day Today) - 05:00
12. Brian Eno with Jon Hopkins & Leo Abrahams - Late Anthropocene (Small Craft On A Milk Sea) - 08:11

DIE 6. LANGE NACHT DER FILMMUSIK 04./05.03.2016 - SAM MENDES Special

Gleich mit seinem ersten Kinofilm „American Beauty“ (1999) heimste der britische Film- und Theaterregisseur Sam Mendes einen Oscar und einen Golden Globe für die Beste Regie ein, und auch für seine folgenden Werke wie „Road To Perdition“ und „Zeiten des Aufruhrs“ erhielt Mendes diverse Nominierungen und Auszeichnungen.
Mittlerweile sorgt der Brite als „James Bond“-Regisseur für Furore. Nach John Glen ist er überhaupt erst der zweite Regisseur, der mehr als an einem Agent-007-Abenteuer hintereinander arbeiten durfte. Musikalisch präsentiert sich diese Stunde auch als kleines Thomas-Newman-Special, denn abgesehen von der Indie-Komödie „Away We Go“ komponierte Newman die Musik zu allen Filmen des britischen Regisseurs.

Der am 1. August 1965 im englischen Reading als Sohn des Schriftstellers und Hochschullehrers James Peter Mendes und der Kinderbuchautorin Helene Mendes geborene Sam Mendes machte nach der Scheidung seiner Eltern in Oxford seinen Schulabschluss, trat dem Chichester Festival Theatre bei und schloss 1987 die Universität Cambridge mit einem Bachelor in Englisch ab.
Am Theater führte er im Alter von 24 Jahren mit Judi Dench in der Hauptrolle die Regie bei Tschechows „The Cherry Orchard“ und gewann gleich den Critics Circle Award for Best Newcomer, worauf Mendes zur Royal Shakespeare Company ging und bei Produktionen wie „Troilus and Cressida“, „The Tempest“ und „Richard III“ Regie führte.
1992 wurde Mendes künstlerischer Leiter des wiedereröffneten Donmar Warehouse in London und war als Regisseur für Produktionen wie „The Glass Menagerie“ und das Revival des Musicals „Cabaret“ zuständig, das mit vier Tony Awards ausgezeichnet worden ist. Außerdem führte Mendes Regie bei „The Blue Room“ mit Nicole Kidman in der Hauptrolle.
Steven Spielberg wurde auf den erfolgreichen Theaterregisseur aufmerksam und holte ihn in die USA, wo er 1999 nach zwei Fernsehfilmen mit „American Beauty“ seinen ersten Kinofilm drehte, der nicht nur verdientermaßen mit fünf Oscars (u.a. für den besten Film, die beste Regie und den besten Hauptdarsteller) prämiert wurde, sondern bis heute als die ultimative Abrechnung mit dem amerikanischen Traum gilt.
Lester Burnham (Kevin Spacey) hat in seinem Leben eigentlich alles erreicht, wovon ein Amerikaner nur träumen kann, einen gut bezahlten Job, ein schickes freistehendes Haus in einer gepflegten Vorstadtsiedlung, eine attraktive Frau (Annette Bening) und eine fast erwachsene Tochter (Thora Birch). Allerdings ist sich Lester durchaus der Tatsache bewusst, dass er ein kompletter Spießer-Langweiler ist und sowohl von seiner Familie verachtet wird. Als er jedoch Angela (Mena Suvari) kennenlernt, die Freundin seiner Tochter, ergeht er sich in erotischen Fantasien und tut alles, um sie wahr werden zu lassen: er betreibt Fitness in der Garage, joggt mit den schwulen Nachbarn und schmeißt seinen Job, wobei er noch kaltschnäuzig eine fette Abfindung erpresst, die er gleich in einen jugendlichen Sportwagen investiert. Bei dem gerade zugezogenen Nachbarsjungen Ricky (Wes Bentley) deckt er sich mit bestem Gras ein und fühlt sich fortan wie ein neuer Mensch. Gleichermaßen irritiert wie abgestoßen von Lesters Lebenswandel stürzt sich seine Frau Carolyn, die verzweifelt in der Immobilien-Branche Fuß zu fassen versucht, in eine Affäre mit dem egomanischen Immobilien-Star Buddy Kane (Peter Gallagher), während Tochter Jane sich auf merkwürdige Weise von Ricky angezogen fühlt, der sie ständig mit der Kamera filmt. Doch die emotionalen Irrungen und Wirrungen bleiben nicht ohne Folgen, zumal Rickys Vater, der emotional labile Marine Frank Fitts (Chris Cooper), kritisch beäugt, was sich bei den Burnhams so alles tut …
Bereits die gelungene Eröffnungssequenz gibt den Ton von „American Beauty“ an, wenn die Kamera von oben langsam in das schicke Vorstadtviertel zoomt und Lester Burnham lapidar aus dem Off verkündet, dass er in einer Woche tot sein wird. Aber das wisse er jetzt natürlich noch nicht. Während sich der Zuschauer also fragt, auf welche Weise Lester wohl sterben wird, zerflückt Sam Mendes mit seinem vorzüglichen Ensemble lustvoll die Illusion eines sorgenfreien Lebens in den schicken Gegenden des vornehmen Bürgertums. Trotz der ernüchternden Demontierung aller Klischees vom großartigen amerikanischen Traum sprüht der Film vor melancholisch-leisem Humor. Das ist vor allem Alan Balls („Six Feet Under“, „True Blood“) großartigem Drehbuch zu verdanken, aber auch den äußerst differenzierten Darstellungen des ausgesuchten Ensembles, wobei gerade die jungen Schauspieler Thora Birch („The Hole“), Wes Bentley („Die Tribute von Panem“) und Mena Suvari („American Pie“) den bekannten Namen in nichts nachstehen.
Die exquisite Kameraarbeit des 2003 verstorbenen Conrad L. Hall („Kaltblütig“, „Der Marathon-Mann“) und der verspielte Score von Thomas Newman („Grüne Tomaten“, „Skyfall“) runden ein Meisterwerk ab, das Sam Mendes den Weg ebnete für weitere Highlights wie „Road To Perdition“, „Zeiten des Aufruhrs“ und schließlich „Skyfall“.
Für sein nächstes Projekt konnte Mendes seinen Cast quasi nach Belieben zusammenstellen. In dem Rache-Drama, das in den Zeiten der US-Prohibition Anfang der 30er Jahre angesiedelt ist, spielt Tom Hanks den liebenden Familienvater Mike Sullivan, der als Profikiller für den Mafia-Patriarchen John Rooney (Paul Newman) arbeitet. Als Sullivans Sohn Michael junior (Tyler Hoechlin) seinem Vater heimlich folgt, um zu sehen, was er wirklich macht, muss er mitansehen, wie sein Vater mit dessen hitzköpfigen Partner, Rooneys Sohn Connor (Daniel Craig), einen Konkurrenten regelrecht durchsieben. Als Connor den Augenzeugen eliminieren will, verfehlt er allerdings sein Ziel und tötet stattdessen Michaels jüngeren Bruder Peter (Liam Aiken) und dessen Mutter Annie (Jennifer Jason Leigh). Auf seinem Rachefeldzug gegen die Rooney-Familie steht Sullivan aber ganz allein da. Und der Mafia-Clan hat bereits den Profi-Killer Maguire (Jude Law) auf die Sullivans angesetzt …
„Sehr erfrischend ist die brutale Konsequenz, die Mendes an den Tag legt. Von Kamera-Veteran Conrad L. Hall (‚American Beauty‘, ‚Zwei Banditen‘) in brillante Bilder gepackt, verliert der Film in keiner einzigen Szene seine Düsternis und Kälte, bleibt unglaublich atmosphärisch und besticht zudem durch Mendes' Exaktheit. Kein Bild ist zuviel, keine Einstellung verschenkt, alles macht Sinn. So dringen dann mal mehr, mal weniger ersichtlich religiöse, biblische Untertöne und Metaphern an die Oberfläche, sodass aus ‚Road To Perdition‘ ein große Drama wird. Loyalität, Vater-Sohn-Liebe und Rache. Das sind die zentralen Themen, die ausgefochten werden. Und endlich einmal hat eine Big-Budget-Produktion aus Hollywood den Mut, bis zum unabdingbaren Ende gnadenlos konsequent zu sein“, begeistert sich Carsten Baumgardt in seiner Kritik auf filmstarts.de
2005 folgte „Jarhead“, ein Kriegsfilm, der im Irak 1991 spielt. Sergeant Sykes (Jamie Foxx), Anführer eines Marine-Platoons und dessen Scharfschützen Swoff (Jake Gyllenhaal), wurden gerade erst aus dem Ausbildungscamp entlassen und bereiten sich mit ihrer Einheit unter extremen Bedingungen auf den eigentlichen Kriegseinsatz vor. Doch die routinierten Tagesabläufe mit Gewehrputzen, Schießübungen, Briefe lesen, Hydrieren, Dehydrieren, Schlafen und Masturbieren nagen an der Substanz.
„Wer sich von ‚Jarhead‘ ob des heiklen Schauplatzes eine Anklage gegen den aktuellen, politisch fragwürdigen Irak-Feldzug der Amerikaner erhofft, ist auf der falschen Fährte. Sein Film handelt von Ambivalenzen und inneren Mechanismen des Soldatentums. Mit der Dualität des Menschen, dem Gegensatz zwischen individueller und kollektiver Funktion in Organisationen wie der Armee, beschäftigt sich letztlich auch Kubricks ‚Full Metal Jacket‘, womit sich der Kreis zum Vorbild schließt. ‚Jarhead‘ transportiert diese cineastischen Meditation über inneren, äußeren und medialen Krieg in die Neuzeit und fügt ihr eine intelligente, bildgewaltige und brillant gespielte Episode hinzu“, meint Andreas Borcholte auf spiegel.de.
In der Verfilmung von Richard Yates‘ Roman „Zeiten des Aufruhrs“ standen Leonardo DiCaprio und Mendes‘ damalige Ehefrau Kate Winslet vor der Kamera. Frank Wheeler (Leonardo DiCaprio) führt mit Gattin April (Kate Winslet) und zwei kleinen Kindern im Connecticut der 50er Jahre ein beschauliches Leben. Mit Franks ungeliebtem Bürojob lässt sich ein hübsches Familienhaus in der „Revolutionary Road“ finanzieren, wo sich April nach einer gescheiterten Karriere am Theater ihrem vermeintlichen Schicksal fügt und sich dem Alltagstrott ihrer Hausfrauenrolle ergibt. Als die einst ambitionierten Eheleute beschämt einsehen müssen, dass sie längst im verhassten Kleinbürgertum angekommen sind und ihr Selbstbild zur Karikatur verblasst, beschließen Frank und April einen Neuanfang in Europa …
Mendes hat sich der Demontage des amerikanischen Traums schon in seinem wunderbar bösartigen Debüt ‚American Beauty‘ angenommen. ‚Zeiten des Aufruhrs‘ ist weniger zynisch – ein leises Drama, von Roger Deakins in Bilder gegossen, die die Melancholie der Protagonisten einfangen, ohne sich aufzudrängen“, urteilt Kati Thielitz auf zeit.de.
Nach all diesen prominent besetzten Kassenerfolgen inszenierte Mendes 2009 das humorvolle Indie-Drama „Away We Go“. Burt Farlander (John Krasinski) und Verona De Tessant (Maya Rudolph) freuen sich auf ihr erstes Kind. Als die Geburt kurz bevor steht, teilen ihnen Burts Eltern (Catherine O'Hara und Jeff Daniels) mit, dass sie fortan in Belgien leben wollen. Jetzt weiß das künftige Elternpaar nicht so recht weiter, weil es sich stets auf die Unterstützung der exzentrischen Farlanders verlassen hat.
Burt und Verona beschließen, ihr heruntergekommenes Heim im verschneiten Colorado hinter sich zu lassen und auf einer Reise alte Freunde und Bekannte abzuklappern, um einen neuen Ort zum Leben zu finden, was sich als schwieriger als erwartet erweist.
‚Away We Go‘ gehört zu jenen Filmen, bei denen die Musik eine entscheidende Rolle spielt. Sam Mendes engagierte den Singer/Songwriter Alexi Murdoch, der mit Liedern von seinem starken Debütalbum ‚Time Without Consequence‘ sowie einigen neuen Titeln weite Strecken des Films untermalt. Ähnlich wie in Hal Ashbys Klassiker ‚Harold & Maude‘ ist die Musik fast ein weiterer Hauptdarsteller, auch wenn Murdochs sanfte Stimme und seine Gitarre oftmals nur leise im Hintergrund eingesetzt werden. Die Musik ist stets genau auf die jeweilige Szene abgestimmt und prägt die locker-gefühlvolle Stimmung des Films nachhaltig“, vermerkt Björn Becher in seiner Kritik auf filmstarts.de.
Am 5. Januar 2010 sorgte die Nachricht, dass Sam Mendes den 23. James-Bond-Film drehen würde, für Furore. „Skyfall“ startete pünktlich zum 50. Geburtstag der James-Bond-Filmreihe weltweit am 26. Oktober 2012 und wurde zu einem künstlerischen und Kassenerfolg. James Bonds (Daniel Craig) Loyalität zu seiner Vorgesetzten M (Judi Dench) wird auf die Probe gestellt, als die resolute Chefin des MI6 von ihrer eigenen Vergangenheit eingeholt wird. M hat Daten verloren, die alle Agenten enttarnen können, die in terroristische Zellen eingeschleust wurden. Dadurch gerät der britische Geheimdienst ins Fadenkreuz eines Verbrechers, durch dessen Skrupellosigkeit viele Menschen ihr Leben lassen müssen. Nun liegt es an 007 die unheimliche Bedrohung aufzuspüren und aufzuhalten, die den gesamten Geheimdienst an den Rand des Zerfalls treibt. Die Spur führt Bond zu dem mysteriösen Cyber-Terroristen Silva (Javier Bardem) …
„Im 50. Jubiläumsjahr gelingt ‚Skyfall‘ nun eine wunderbar paradoxe Rolle rückwärts: Die Krise wird zugleich zugespitzt und überwunden, der Craig-Bond ist endgültig nicht mehr der Bond, wie man ihn kennt, und am Ende, wenn die Franchise-Partikel peu à peu wieder ins Gefüge eingesetzt finden, doch Bond durch und durch. Sogar ein geschüttelter Martini wird, sehr nebenbei, getrunken, selbst Moneypenny kommt zum Schuss, im neuen Geheimdienst-Hauptquartier wartet der berühmte Salon. Nebenbei ist ‚Skyfall‘ eine glänzende Apotheose des zeitgenössischen Unterhaltungskinos - und der beste Bond seit Jahren, wenn nicht Jahrzehnten. Alles zurück auf Doppelnull. Ein Geschenk des Himmels“, findet Thomas Groph in seiner Filmkolumne auf perlentaucher.de
Nach dem überwältigenden Erfolg von „Skyfall“ ließ sich Sam Mendes dazu überreden, auch den nächsten James-Bond-Film „Spectre“ zu inszenieren. Geheimdienst-Chef M (Ralph Fiennes) gerät unter Druck. Max Denbigh (Andrew Scott), der neue Leiter des Centre for National Security, zweifelt an der Relevanz des MI6 – und an der des besten Mannes im Hause: James Bond (Daniel Craig). 007 ist gerade wieder auf einer nicht genehmigten Solo-Mission unterwegs, in Mexiko City, nachdem er eine kryptische Nachricht aus seiner Vergangenheit erhielt. Danach trifft er in Rom Lucia Sciarra (Monica Bellucci), die hübsche, eiskalte Witwe eines berühmten Kriminellen, mit deren Hilfe er einer finsteren Geheimorganisation namens „Spectre“ auf die Spur kommt. Bond bittet Moneypenny (Naomie Harris) und den Technikexperten Q (Ben Wishaw), ihm dabei zu helfen, die Tochter seines alten Erzfeindes Mr. White (Jesper Christensen) aufzuspüren: die Ärztin Madeleine Swann (Léa Seydoux). Nur sie hat die entscheidende Information, das Mysterium hinter Spectre zu lüften und den mysteriösen Mann (Christoph Waltz) dingfest zu machen, der an der Spitze steht…
„Während es in den Bond-Filmen früherer Jahrzehnte um den Schauwert und die atemberaubendsten Stunts und Gimmicks ging, spielt bei Mendes die Symbolik der Bilder eine entscheidendere Rolle: In ‚Skyfall‘ plumpst Bond zweimal signifikant ins Wasser, geht sozusagen unter; ‚Spectre‘ lässt ihn nun gleich mehrfach wieder zum Kämpfen in die Lüfte steigen, so wie sich der zuletzt arg geschundene und zerquälte Charakter im Laufe dieser Prequel-Erzählung allmählich zum zynischen, arroganten und manipulativen Supermacho entwickelt, den Sean Connery und auch Roger Moore einst im Sinne Ian Flemings spielten. Craigs zwischen Brutalität und Nervosität pendelnder Minimalismus ist auch hier erneut ein großes Schauspiel“, findet Andreas Borcholte auf spiegel.de.

Filmographie:
1993: Cabaret (Fernsehfilm)
1996: Company (Fernsehfilm)
1999: American Beauty
2002: Road to Perdition
2005: Jarhead – Willkommen im Dreck (Jarhead)
2008: Zeiten des Aufruhrs (Revolutionary Road)
2009: Away We Go – Auf nach Irgendwo (Away We Go)
2012: James Bond 007: Skyfall (Skyfall)
2015: James Bond 007: Spectre (Spectre)
Playlist:
01. Thomas Newman - Dead Already (American Beauty) - 03:18
02. Thomas Newman - Rock Island, 1931 (Road To Perdition) - 03:22
03. Thomas Newman - Mental Boy (American Beauty) - 01:43
04. Thomas Newman - Dickskinner (Jarhead) - 03:34
05. Thomas Newman - Ghosts (Road To Perdition) - 03:38
06. Thomas Newman - Any Other Name (American Beauty) - 04:06
07. Thomas Newman - Permission To Fire (Jarhead) - 04:55
08. Thomas Newman - End Title (Revolutionary Road) - 04:54
09. Thomas Newman - Unrealistic (Revolutionary Road) - 02:50
10. Alexi Murdoch - Blue Mind (Away We Go) - 05:46
11. Adele - Skyfall (Skyfall)- 03:56
12. Thomas Newman - Adrenaline (Skyfall) - 02:20
13. Thomas Newman - New Digs (Skyfall) - 02:45
14. Thomas Newman - End Title (Spectre) - 05:37
15. Thomas Newman - April (Revolutionary Road) - 09:34

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