Freitag, 23. September 2011

Playlist # 68 vom 25.09.11 (1) - ROLFE KENT Special

Mit dem 2006 für die erfolgreiche TV-Serie “Dexter” komponierten Hauptthema hat sich der in England geborene und in Los Angeles lebende Rolfe Kent schlagartig einen Namen in der Filmmusikwelt machen können. Vor allem im Komödienfach ist der junge Komponist ein gefragter Mann, wie aktuell der neue Jim-Carrey-Film „Mr. Poppers Pinguine“ untermauert.

Zwar war Kent schon im zarten Alter von zwölf Jahren bestrebt, eine Karriere als Filmkomponist einzuschlagen, doch sträubte er sich, eine formale Ausbildung zu absolvieren. Stattdessen studierte er Theologie und Psychologie an der Universität von Leeds, wo er auch einer Band beitrat, und begann damit, für Bühnenstücke auf Festivals zu komponieren. Nach Arbeiten für britische Fernsehserien und amerikanische Kurzfilme lernte er den Regisseur Alexander Payne kennen, mit dem er schließlich Filme wie “Citizen Ruth” (1996), “Election” (1999), “About Schmidt” (2002) und “Sideways“ (2004) realisierte.
Mittlerweile umfasst seine Filmographie über vierzig Filme, vom kleinen Independent-Film bis zu Blockbustern wie die George-Clooney-Filme „Up In The Air“ und „Männer, die auf Ziegen starren“ oder „Freaky Friday“. Unter den vielen Auszeichnungen, die Kent bislang für seine Arbeit einheimsen durfte, befindet sich zwar noch kein Academy Award, aber immerhin ein Satellite Award from the International Press Academy für „Up In The Air“, verschiedene BMI Film Music Awards (u.a. für „Sideways“, „Legally Blonde“ und „Legally Blonde 2“) sowie eine Emmy-Nominierung für den „Dexter“-Main Title.
„Rolfe ist der einzige Komponist heutzutage, den ich kenne, der exakt das tut, was er tut, nämlich außergewöhnlich subtile Komödien. Es gibt etliche Komponisten, die Dramen machen, viele heben sich durch gute Orchestrationen hervor, manche komponieren merkwürdige Musik und andere weite und romantische Komödien-Musik, aber zwischen der Arbeit mit mir, Alexander Payne und ein paar anderen hat Rolfe sein eigenes Genre definiert – subtile Komödie, die dem Publikum nicht vorschreibt, was es denken soll. Jerry Goldsmith konnte das mit einem 100-köpfigen Orchester. Rolfes Genie besteht darin, es mit zwei Instrumenten zu schaffen“, fasst „Up In The Air“-Regisseur Jason Reitman die Qualitäten des Komponisten zusammen.

Filmographie:
1992-94: So Haunt Me (TV-Serie)
1993: The Pitch
1994: Mörderische Fantasien (Finding Interest)
1994: Handschrift des Todes (Dead Connection)
1995: Entführt ohne Gnade (Mercy)
1995: Memory Lane
1996: Baby Business (Citizen Ruth)
1997: Wer hat Angst vor Jackie-O.? (The House of Yes)
1998: Hauptsache Beverly Hills (Slums of Beverly Hills)
1999: Election
1999: Ein traumhaftes Missverständnis (Don't Go Breaking My Heart)
1999: Oxygen – Jede Sekunde zählt
1999: Vom Fliegen und anderen Träumen (The Theory Of Flight)
1999: Silence Living in Houses
2000: Ein Herz und eine Kanone (Gun Shy)
2000: The Smoking Section
2000: Mexico City
2000: Nurse Betty - Gefährliche Träume (Nurse Betty)
2001: Happy Campers
2001: Stadt, Land, Kuss (Town & Country)
2001: Natürlich blond (Legally Blonde)
2001: Männerzirkus (Someone Like You...)
2002: About Schmidt
2002: The Jury (TV-Mini-Serie)
2002: Kate & Leopold
2002: 40 Tage und 40 Nächte (40 Days and 40 Nights)
2003: Freaky Friday – Ein voll verrückter Freitag
2003: Natürlich blond 2 (Legally Blonde 2: Red, White & Blonde)
2004: Sideways
2004: The Lost Cause
2004: Girls Club – Vorsicht bissig! (Mean Girls)
2004: The Last Shot
2005: Die Hochzeits-Crasher (Wedding Crashers)
2005: Mord und Margaritas (The Matador)
2005: Solange du da bist (Just Like Heaven)
2005: Thank You for Smoking
2006: Dexter (TV-Serie - Hauptthema)
2006: Zum Ausziehen verführt (Failure to Launch)
2007: Sex and Death 101
2007: Die Liebe in mir (Reign Over Me)
2007: The Hunting Party
2008: Left Behind: The Story of the New Orleans Public Schools
2008: The Lucky Ones
2009: Der Womanizer - Die Nacht der Ex-Freundinnen (Ghosts of Girlfriends Past)
2009: 17 Again
2009: Up in the Air
2009: Männer, die auf Ziegen starren (The Men, Who Stare at Goats)
2010: Kiss & Kill (Killers)
2010: Troupers
2010: Wie durch ein Wunder (Charlie St. Cloud)
2011: Mr. Poppers Pinguine (Mr. Popper’s Penguins)

Playlist:
1 Rolfe Kent - Main Title (Dexter) - 01:40
2 Rolfe Kent - The Escape From The Zoo (Mr. Popper's Penguins) - 04:59
3 Rolfe Kent - Asphalt Groovin (Sideways) - 04:02
4 Rolfe Kent - Flukes (Charlie St. Cloud) - 03:47
5 Rolfe Kent - Killers Suite (Killers) - 03:44
6 Rolfe Kent - Releasing The Goates (The Men Who Stare at Goats) - 04:08
7 Rolfe Kent - The Drive Up to Celebici (The Hunting Party) - 02:15
8 Rolfe Kent - A Lonely Life (Reign Over Me) - 02:56
9 Rolfe Kent - Telling Ndugu About The Family (About Schmidt) - 03:38
10 Rolfe Kent - I'm A Cripple/Are You Doing Yours? (The Theory Of Flight) - 03:19
11 Rolfe Kent - I Remember You (Just Like Heaven) - 03:38
12 Rolfe Kent - Suddenly She Knows (17 Again) - 03:06
13 Rolfe Kent - Charlie Wins Patrice, Leopold Wins Kate (Kate & Leopold) - 03:40
14 Rolfe Kent - Suite (Election) - 07:30

Mittwoch, 21. September 2011

Playlist # 68 v. 25.09.11 (2) - IVA DAVIES Special

Erst in den letzten Jahren hat sich Iva Davies einen Namen in der Filmmusikszene machen können, als er zusammen mit Christopher Gordon und Richard Tognetti im Jahr 2003 den Soundtrack zu Peter Weirs Abenteuerfilm „Master and Commander: The Far Side of the World“ komponierte. In den 80ern füllte er als Frontmann und Songwriter der australischen Formation Icehouse nicht nur in seiner Heimat Stadien, sondern spielte sich mit Hits wie „Hey Little Girl“, „Street Café“ und „Great Southern Land“ in die Top 10 internationaler Charts.

Dabei schien Iva Davies‘ musikalische Karriere nach dem Absolvieren des Musikkonservatoriums von Sydney in ganz andere Bahnen zu führen, denn das durch Grieg, Schuhmann, Schubert und Mendelsohn geweckte und gestärkte Interesse an klassischer Musik hielt Iva lange davon ab, Rockmusik zu machen, doch schlugen schon immer zwei Herzen in seiner Brust.
"Ich habe in dem Orchester hier Oboe gespielt, aber ich besaß schon immer eine gespaltene Persönlichkeit. Zur gleichen Zeit, als ich im Orchester spielte, gründete ich mit einigen Akustikmusikern eine Band, mit der wir Coverversionen von Bands spielten, die zu meinen Lieblingsgruppen zählten. Nach einer heftigen Auseinandersetzung mit unserem Dirigenten stürmte ich hinaus und war plötzlich arbeitslos", blickt Iva in dem Interview zurück, das ich 1993 zur Veröffentlichung des „Big Wheel“-Albums mit ihm führte. "Mit meiner damaligen Band wurde ich sehr erfolgreich damit, Songs anderer Leute zu spielen, und mich interessierten die Songschreiber nicht in erster Linie wegen ihrer Musik, sondern ihrer Lyrics wegen. Viele dieser Leute wie Lou Reed, Iggy Pop, David Bowie oder Brian Eno sind meiner Meinung nach immer noch große Poeten, vielleicht sogar die wichtigsten."
Allein mit Coverversionen konnte man sicher keine Karriere machen, also gründete Iva zusammen mit John Lloyd, Anthony Smith und Keith Walsh die Band Flowers, die 1980 von dem Independentlabel Regular Records einen Plattenvertrag erhielt und mit ihrer Debüt-Single "Can‘t Help Myself" gleich einen Top 10-Hit landete. Im Oktober des gleichen Jahres erschien das Debütalbum "Icehouse", dessen melodische Songs einen verführerischen Hauch von West-Coast-Atmosphäre ausströmten und in ihrem ökonomisch strukturierten Arrangement finstere Alpträume einer degenerierenden Industriegesellschaft thematisierten.
Berücksichtigt man den musikalischen Hintergrund von Iva Davies, mag man überrascht sein von den betörenden Melodien, die man schon nach dem ersten Hören nicht mehr loswird. Dabei ging Iva mit gemischten Gefühlen an die Aufnahmen zu diesem Album. "Die Songs des Flowers-Albums waren die ersten, die ich geschrieben habe. Viele Leute haben bereits Erfahrungen im Songschreiben gesammelt, bevor sie in ein Aufnahmestudio gehen, während meine ersten Auftritte vor einem Publikum die Versuche eines Anfangs waren. Ich war ziemlich verzweifelt, überhaupt etwas zu kreieren, weil ich sehr langsam mit dem Songschreiben bin. Außerdem haben wir lange Zeit nur klassische Hits von Leuten wie T-Rex, Iggy Pop und Bowie gespielt, so dass ich sehr nervös war, dass meine Songs im Vergleich dazu wirklich schlecht ausfallen könnten."
Diese Befürchtung erwies sich allerdings als unbegründet. Nachdem schon "Can‘t Help Myself" 150.000 mal über den Ladentisch gegangen war, erreichte das Debütalbum Multi-Platin-Status in Australien und Neuseeland - ein ungewöhnlicher Erfolg in einer ungewöhnlichen Zeit, den Iva teilweise der nötigen Portion Glück zuschreibt, teilweise dem durch die Punk-Bewegung geweckten Interesse des Publikums an neuen Sachen. 1981 veröffentlichte man mit "Icehouse" den wohl schönsten, wenngleich in seiner Verzweiflung ausströmenden Melancholie auch im wahrsten Sinne des Wortes kühlsten Song des Debütalbums. Nach einem Konzert im Juni 1981 gaben Iva und seine Band die Umbenennung der Gruppe in Icehouse bekannt, ein eigentlich von den Assoziationen her konträrer Name zu Flowers, die für Iva aber einen logischen Zusammenhang bilden.
"‘Flowers‘ war der Titel eines sehr düsteren Buches von Jean Genet, in dem er über das Gefängnisleben in Frankreich schrieb. Die Stimmung des Buches traf auf viele der frühen Flowers-Songs zu, einer der ersten war das Stück ‚Icehouse‘, das sich auf den Ort bezog, an dem ich damals lebte", erzählt Iva und meint damit ein menschenleer erscheinendes, doch lichterfülltes Haus, das seinem Domizil in Sydney gegenüberlag und das sich später als Behandlungszentrum für psychisch Kranke erwies. "Als wir das Album außerhalb Australiens veröffentlichen wollten, benutzte bereits eine andere Band den Namen Flowers, also nannten wir uns Icehouse, weil die Atmosphäre des Songs auch auf die anderen zutraf."
Im September 1982 erschien mit "Primitive Man" ein Icehouse-Album, das Iva im Alleingang eingespielt hatte und in seiner von sphärischen Synthis, akzentuierten Gitarren, eindringlicher Rhythmik, sensiblen Texten und Ivas einschmeichelnder Stimme geprägten lethargischen Eleganz und fragilen Verletzlichkeit keinen größeren Gegensatz zu dem noch sehr rockig ausgefallenen Debüt bilden konnte.
"‘Primitive Man‘ war das direkte Ergebnis der Technologie, die zu dieser Zeit erhältlich war. Es war eines der ersten Alben, die mit einem Fairlight-Computer eingespielt wurden, was damals die Möglichkeit schuf, dass ein Musiker allein ein ganzes Album kreieren konnte, auch was die Synthesizer anging. Man muss sich vor Augen halten, dass das Album auch nicht nach dem Produkt einer Band klingt. Zu jener Zeit war es eine neue Möglichkeit, ein Album zu machen, deshalb hört es sich so an und deshalb spielte ich es allein ein."
"Primitive Man" wurde durch die Evergreens "Hey Little Girl" und "Street Cafe" auch in Deutschland zu einem großen Erfolg für Icehouse, worauf die Band 1983 auch auf deutschen Bühnen Zeugnis von ihren Livequalitäten ablegte.
Ein Jahr später stellte Iva einmal mehr seine musikalische Vielseitigkeit unter Beweis, indem er für Russell Mulcahy (der zuvor Videoclips für Bands wie Duran Duran oder Elton John produzierte) den Soundtrack zu seinem Film "Razorback" schrieb. 1984 erschien auch das Icehouse-Album "Sidewalk“ mit einer ausgewogenen Mischung aus getragenen Synthisequenzen und wohldosierten Rockgitarren, denen Gast-Saxophonist Joe Camilleri auf Songs wie "Don‘t Believe Anymore", "Stay Close Tonight" oder "The Mountain" einen vibrierend warmen Charakter verlieh. Abgesehen davon, dass "Sidewalk" ein in sich größeres Spektrum an musikalischen Stilmitteln aufwies als die beiden vorigen Alben, wurde deutlich, dass es Iva immer wieder scheinbar mühelos schafft, das Kopieren eigener Sounds zu vermeiden und sich in einem stets melodischen Rahmen weiterzuentwickeln versteht.
"Für mich ist es am wichtigsten, mit meiner Musik nicht immer wieder den gleichen Boden zu beackern", meint der versierte Songschreiber. "Was ich nach all den Jahren und den vielen Alben, die wir mittlerweile veröffentlicht haben, feststellen musste, ist, dass die großen Einflüsse immer geblieben sind, auf die ich stets wieder zurückkomme. Während ich mich aber einerseits noch immer auf die Einflüsse beziehe, die mich schon vor dreizehn Jahren geprägt haben, achte ich andererseits darauf, nicht die gleichen Akkorde, Sounds oder Textzeilen zu verwenden." 
1985 schrieben Iva Davies und Icehouse-Gitarrist Bob Kretschmer die Musik für das Ballett "Boxes", das im November im Sydney Opera House uraufgeführt wurde und bei dem die beiden zusammen mit Drummer Masaki Tanazowa nicht nur live die Musik spielten, sondern gleichzeitig als Schauspieler involviert waren. Bei den Aufnahmen zum 86er Album "Measure For Measure" im privaten Studio von Brian Eno und Bryan Ferry in London ging für Iva sicher ein langjähriger Traum in Erfüllung, als sein Idol Eno, der gleich neben dem Studio wohnte, an dem Album mitwirkte, ebenso wie der Ex-Japan-Drummer Steve Jansen.
"Measure For Measure" wartete nicht nur mit so knalligen Hit-Singles wie "No Promises", "Mr. Big", "Cross The Border" und "Baby, You‘re So Strange" auf, sondern präsentierte sich in einem vielschichtigen Sound, der vor allem durch das virtuose Percussion- und Drumspiel von Jansen und Tanazowa, die ausgefeilten Keyboardarrangements und facettenreichen Gitarrensounds geprägt wurde und einmal mehr ein breit gefächertes Spektrum musikalischer Ideen bot, das von elegisch schönen Balladen wie "Angel Street", "Spanish Gold" und "The Flame" über die tanzbaren Single-Hits bis hin zu so krachig-rockigen Speednummern wie "Lucky Me" reichte.
Das 87er Werk "Man Of Colours" bestach einmal mehr durch brillante Melodien, die mit lyrischen Texten in ein traumhaft harmonisches Gewand gehüllt wurden, doch trotz der radiokompatiblen und tanzbaren Singleauskopplungen "Crazy" und "Electric Blue" floppte das Album in Deutschland, während es in Australien mehr als eine halbe Million mal verkauft, in den USA und Canada mit Gold ausgezeichnet und damit zum bislang erfolgreichsten Album für Icehouse wurde.
Hierzulande wurde somit die 89er Best-of-Compilation "Great Southern Land" schon als Testament einer Band angesehen, die es wie nur wenige verstanden hat, sich kontinuierlich weiterzuentwickeln, neue Ausdrucksformen und Sounds zu finden, die den prägenden Rahmen aus unwiderstehlichen Melodien und schnörkellosen Harmonien ausfüllten. In Deutschland war danach tatsächlich Funkstille um Icehouse angesagt. Die Band verließ den langjährigen Partner Chrysalis, konnte ihr nächstes Album "Code Blue" 1990 aber nur in der australischen Heimat veröffentlichen. Die folgenden Prozesse zwischen Chrysalis und Icehouse zwischen 1991 und Ende 1992 bedeuteten für Iva eine Zwangspause, in der er nichts schreiben und aufnehmen konnte, und fast die Zerrüttung seines kreativen Geistes. Doch nach dem gerichtlichen Sieg beschloss Iva, keine Kompromisse mehr einzugehen, baute sich das Studio über seiner Garage aus und gründete ein eigenes Label namens DIVA Records, das mit der Massive Recording Company einen neuen Partner gefunden hatte. Massive veröffentlichten 1992 das "Code Blue"-Album wieder, das mit seinem aus Bläsersounds, Streicherarrangements, Dudelsäcken und zahlreichen Backing Vocals bestehenden Instrumentarium einen Schritt in die neue Richtung bedeutete. Schließlich erschienen "Code Blue" und die Best-of-Compilation "Masterfile" auch in Deutschland, als Vorgeschmack auf das kurzfristig im November 1993 erschienene neue Album "Big Wheel".
Das musikalische Gewand, das Iva Davies (Lead Vocals, Gitarre, Bass, Keyboards, Backing Vocals), David Chapman (Gitarre, Keyboards, Backing Vocals) und Paul Wheeler (Drums, Percussion, Backing Vocals) diesmal ungewöhnlich gitarren- und drumlastig ausfallen ließen, erweckt den Eindruck, die Band hätte sich bei den Aufnahmen zu "Big Wheel" an einen Starkstromgenerator angeschlossen. Mit nur zwei weiteren Musikern verpasste Iva "Big Wheel" eine ungewöhnlich raue, streckenweise kraftvoll-aggressive und sehr direkt nach vorne gehende Komponente. "Revolution in the city, revolution in the street", tönt es im Opener und Titelsong, und in gewisser Hinsicht kann das Etikett "revolutionär" auf die ganze Konzeption von "Big Wheel" angewandt werden. Zumindest mag die omnipräsente dynamische Energie nach den vorausgegangenen Querelen überraschen.
"‘Big Wheel‘ ist für uns in vielerlei Hinsicht ein großes Album, gerade wenn man die Probleme mit Chrysalis und der Wiedererlangung unserer Kontrolle berücksichtigt. Während der vertraglichen Auseinandersetzungen hatte ich viel Zeit, auf unsere Geschichte und das ganze Material zurückzublicken, wobei ich festgestellt habe, dass sich in dieser Zeit nicht wirklich viel verändert hat, obwohl wir viele Revolutionen erlebt haben", meint Iva. "Das scheint eine ziemlich offensichtliche Beobachtung zu sein, aber ich denke, dass sich die Dinge nur an der Oberfläche verändern, dass sich letztlich nichts tatsächlich ändert und wir immer an den Ort zurückkehren, an dem wir begonnen haben."
Vor diesem Hintergrund darf auch die Symbolik des geheimnisvoll wirkenden, mit mysteriösen Schriftzeichen versehenen Rades auf dem Cover des prachtvoll gestalteten Booklets verstanden werden. "Ich wollte die Illusion erwecken, dass dieses mystische Ding im Sand entdeckt worden ist, wobei man nicht entscheiden kann, ob es das Produkt einer sehr altertümlichen oder weit fortgeschrittenen Technologie ist. Dafür wollte ich einen Text haben, der irrtümlicherweise auf eine altertümliche Sprache hinweisen würde, gleichzeitig aber das Mandelbrat-Symbol, das sich in der Mitte des Rades befindet, verwenden - eine Entdeckung, die der Wissenschaftler Mandelbrat erst kürzlich gemacht hat und einen Graphen der Vibration von Materie darstellt", enthüllt Iva das Geheimnis. "Seine Bedeutung liegt darin, dass ein Teil der Sache, die man untersucht, das Duplikat des ganzen Teils auf einer kleineren Skala ist. Man kann kleinere und kleinere Teile der ganzen Sache untersuchen, man erhält stets das gleiche Bild. Mandelbrat hat diesen Graph bei der Messung von Atomaktivitäten erhalten. Auch das ist Teil des großen Rades."
Im folgenden Jahr erschien mit „Full Circle“ ein Doppelalbum, auf das durch die "Spin One"-EP bereits im Vorfeld neugierig gemacht wurde und radikale Mixe alter und neuer Icehouse-Songs von Bill Laswell, 808 State, Cameron Allan und Mark Gamble (Art Of Noise) enthält, aber auch einige neue Sachen von Iva Davies. "Das Album ist ein interessantes Experiment, weil wir gewisse Regeln vereinbart haben. Eine Regel, die ich mir selbst gesetzt habe, ist, dass ich in keiner Hinsicht selbst am kreativen Prozess des Albums beteiligt sein wollte. Wir haben die Tapes nur an die verschiedenen Mixer verschickt und sie dazu angehalten, damit zu machen, was immer sie für richtig halten. Natürlich fiel es mir schwer, meine Finger davon zu lassen, aber so lautete die Regel. Allerdings gab es ein paar Gelegenheiten, bei denen ich beteiligt war. Zum einen habe ich eine Coverversion eines sehr alten Marc-Bolan-Songs geschrieben. Dann habe ich ein wenig Ambient-Musik für einige Verbindungspassagen gemacht sowie eine neue Version von ‚Great Southern Land‘ für ‚Spin One‘. Bill Laswell hat seinerseits mit einigen Aborigines in Nordaustralien eine 16minütige Version davon aufgenommen, die auf dem Album erscheinen wird. Meine Version habe ich mit ein paar Freunden eingespielt, die einer Aborigines Dance Company angehören."
1995 arbeitete Iva Davies mit der Sydney Dance Company am Ballett „Berlin“, einer Meditation über die Natur der Musik, wofür Iva Davies ganz bewusst Songs von Bands und Künstlern auswählte, die wegweisend für ihre jeweilige Zeit waren. So adaptierte er Frank Sinatras „All The Way“, Velvet Undergrounds „All Tomorrow’s Parties“ ebenso wie Simple Minds’ “Let There Be Love”, Talking Heads’ “Heaven” oder David Bowies “Heroes”.
1999 komponierte Iva Davies für das Sydney Symphonic Orchestra eine 25-minütige orchestrale Fassung des Icehouse-Klassikers “Great Southern Land“, der schon fast zur australischen Hymne avancierte. Das dazugehörige Feuerwerk an Silvester 1999 verfolgten immerhin 2,5 Milliarden Menschen. Anschließend produzierte Davies zwei Soundtracks, 2003 den preisgekrönten Score zu Peter Weirs Film „Master and Commander“, zwei Jahre später untermalte er im Alleingang die TV-Miniserie „The Incredible Journey of Mary Bryant“.
Seit 2001 arbeitete Iva Davies auch an einem weiteren Icehouse-Album, doch von dem angekündigten Werk namens „Bi-Polar Poems“ waren 2004 nur fünf Songs auf der Band-eigenen Website zum kostenlosen Download erhältlich: "Your God, Not Mine", "The Lazarus", "West Eleven Genius", "Chemicals" und "Surgery".
Mittlerweile tourt Iva Davies mit seiner Band aber wieder in seiner Heimat. Zum 30-jährigen Jubiläum ist das erste Icehouse-Album „Flowers“ ebenso als luxuriöse 3-Discs-Editon inklusiver einer DVD veröffentlicht worden wie die neue Best-of-Compilation „White Heat“.
Weitere Infos findet ihr auf der neuen Icehouse-Website.

Diskographie:
1980: Icehouse (aka Flowers)
1982: Primitive Man
1983: Fresco EP
1984: Sidewalk
1985: Boxes
1986: Measure for Measure
1987: Man of colours
1989: Great southern Land (Compilation)
1990: Code Blue
1990: Masterfile (Best-of-Compilation)
1992: Full Circle (Remix-Doppel-Album)
1992: Big Wheel
1995: The Berlin Tapes
1995: The Singles - A sides... and selected B sides (Compilation)
1999: The Ghost of Time
2002: Meltdown (Remix-Album)
2003: Master and Commander (Soundtrack - zusammen mit Christopher Gordon und Richard Tognetti)
2004: Bi-Polar Poems (unveröffentlicht)
2004: Heroes
2005: The Incredible Journey of Mary Bryant (Soundtrack)
2011: White Heat: 30 Hits (Compilation)

Playlist:
1 Iva Davies, Christopher Gordon & Richard Tognetti - Smoke N'Oakum (OST: Master and Commander) - 05:28
2 Icehouse - The Mountain (Sidewalk) - 04:50
3 Icehouse - Great Southern Land (OST: Young Einstein) - 05:18
4 Icehouse - Harbour Town (OST: Sydney - A Story Of A City) - 03:38
5 Icehouse - Java (Sidewalk) - 04:54
6 Icehouse - Man Of Colours (Man Of Colours) - 05:11
7 Iva Davies - Theme (OST: Razorback) - 04:18
8 Iva Davies, Christopher Gordon & Richard Tognetti - The Battle (Master and Commander) - 05:07
9 Iva Davies - Trapped/And What Is Her Name? (OST: The Incredible Journey Of Mary Bryant) - 06:25
10 Iva Davies & Bob Kretschmer - Solitaire (Boxes) - 04:19
11 Iva Davies - Escape (OST: The Incredible Journey Of Mary Bryant) - 08:52

Freitag, 9. September 2011

Playlist # 67 vom 11.09.11 (1) - MARK KILIAN Special

Bislang komponierte Horror-Papst John Carpenter („Halloween“, „The Fog“, „Fürsten der Dunkelheit“) die Musik zu seinen Filmen bis auf wenige Ausnahmen selbst oder zumindest gemeinsam mit anderen Komponisten wie Shirley Walker und Alan Howarth. Seinen neuen Horrorschocker „The Ward“ ließ der Meister des Grauens allerdings von Mark Kilian vertonen.

Der in Südafrika geborene Mark Kilian zog 1994 in die USA, um dort seine Filmmusikkarriere entsprechend voranzutreiben, nachdem er in seiner Heimat einen Masters-Abschluss in Komposition gemacht hatte und als Pianist mit Musikern wie Darius Brubeck, Shirley Bassey, Airto Moreira und Ladysmith Black Mambazo tätig gewesen war. Er absolvierte das Film-Scoring-Programm an der USC und wurde schließlich von Christopher Young als Assistent angeheuert, wo er an dessen Scores für Filme wie „Virtuosity“, „Species“, „Unforgettable“ und „Copycat“ mitwirkte. Parallel dazu half er Daniel Licht ebenfalls an den Scores zu „Thinner“, „Bad Moon“, „Hellraiser 4“ aus. In Venice schrieb er für Machine Head unzählige Werbemusiken für renommierte Firmen wie Apple, Budweiser, American Express und Toyota.
1997 komponierte er für den Film „Lovergirl“ seinen ersten eigenen Score. Es folgten etliche Fernsehproduktionen, darunter die Mini-Serien „King Solomon’s Mines“ (2004) und „Icon“ (2005) mit Patrick Swayze, „Jake In Progress“ (2006) und „Daybreak“ (2006/07), bis er 2006 mit seinem Co-Komponisten Paul Hepker den Durchbruch mit seiner Musik zu Gavid Hoods „Tsotsi“ schaffte, der mit dem Oscar für den besten ausländischen Film prämiert wurde.
Seitdem ist Mark Kilian ein vielbeschäftigter Mann, dessen Talent vor allem in der Verbindung verschiedenster musikalischer Stile, in der stimmungsvollen Symbiose von elektronischen, rhythmischen und orchestralen Mitteln und in dem atmosphärischen Einsatz ethnischer Elemente besteht, wie sie seine Scores zu „The Last King“, „The Bird Can’t Fly“ und „Rendition“ (alle 2007) ebenso prägen wie die jüngeren Produktionen „Traitor“ und „The Least Among You“ aus dem Jahre 2008, „La Mission“ und „North By El Norte“ (2009) sowie „Legacy“ und den neuen John-Carpenter-Film „The Ward“. Darüber hinaus veröffentlichte er unter dem Namen The Gravy Street zwei Solo-Alben, zwei weitere Alben mit der Electro-Formation Ape Quartet und ebenfalls zwei Alben mit Darius Brubeck unter dem Namen Gathering Forces.

Filmographie:
1996 – Looking For Bruce
1997 – Lovergirl
1998 - FX: The Series (TV)
1998 – Bonedaddy (zusätzliche Musik)
1999 – Fashionable L.A.
2003 – Animatrix (zusätzliche Musik)
2003 – Skulls 3 (zusätzliche Musik)
2003 – Blind Horizon
2004 – Full Spectrum Warrior (VG)
2004 – King Solomon’s Mines (TV-Mini-Serie)
2005 – Icon (TV-Mini-Serie)
2005/06 – Jake In Progress (TV)
2005/06 – Kitchen Confidential (TV)
2006 – Tsotsi (mit Paul Hepker)
2006/07 – Daybreak (TV)
2007 – The Last King
2007 – Before The Rains
2007 – Machtlos (Rendition) (mit Paul Hepker)
2007 - The Bird Can't Fly (mit Paul Hepker)
2007 – Without the King
2008 - The Least Among You
2008 - Traitor
2008 – Inseparable (TV)
2009 - North By El Norte
2009 – Castle (TV-Serie)
2009 - La Mission
2010 - Red (zusätzliche Musik)
2010 – American Flyer
2010 - The Ward
2010 - Legacy
2010 - The Aztec Pantheon (Getty Museum)
2011 – Bless Me, Ultima

Playlist:
1 Mark Kilian - End Credits (The Ward) - 04:31
2 Mark Kilian & Paul Hepker - Dark Suite (Tsotsi) - 06:55
3 Mark Kilian & Paul Hepker - Roundabout (Rendition) - 03:15
4 Mark Kilian & Paul Hepker - Cleaning (The Bird Can't Fly) - 02:56
5 Mark Kilian - End Credits (Before The Rains) - 03:49
6 Mark Kilian - Main Title (King Solomon's Mines) - 03:04
7 Mark Kilian - Traitor Theme (Traitor) - 02:59
8 Mark Kilian - Kitchen Talk (The Least Among You) - 03:15
9 Mark Kilian - Giving Hope (Without The King) - 04:06
10 Mark Kilian - Aztec Dance (La Mission) - 04:23
11 Mark Kilian - Reunited (Legacy) - 05:21
12 Mark Kilian - De Tijuana a Santa Monica (American Flyer) - 07:33

Playlist # 67 vom 11.09.11 (2) - RAMIN DJAWADI Special

Mit dem Score zum Remake des Vampirgruselklassikers „Fright Night“ präsentiert sich der 1974 in Duisburg geborene Ramin Djawadi als Komponist, der sich längst aus dem Schatten seines Mentors Hans Zimmer und des Media Ventures Studios gelöst hat und mittlerweile Hans Zimmers Remote Control Studio leitet.

Der Deutsch-Iraner begann seine Filmmusik-Karriere als Assistent von Klaus Badelt, mit dem er ab 2002 an Filmen wie „Equilibrium“, „Beat The Drum“, „Der Einsatz“, „Basic“ und „Fluch der Karibik“ gearbeitet hat.
„Was Hans hier etabliert hat, ist wirklich toll und zwar in dem Sinne, dass die Assistenten – die ja alle Komponisten, Toningenieure oder was auch immer werden wollen – hier ihren Mentor finden. Als ich damals hier hergekommen bin, war ich hauptsächlich Gitarrist und besaß keinerlei Computerkenntnisse, da ich ja nie mit einem Sequenzer oder ähnlichem gearbeitet hatte. Deswegen sage ich jedes Mal, wenn ich den Leuten meinen Werdegang erkläre, dass ich absolut versagt hätte, wenn mich Hans oder Klaus damals bei 'Mission Impossible 2' – was der erste Film war an dem ich mitarbeitete – aufgefordert hätten, für eine Filmszene ein Stück Musik zu schreiben. Ich hätte nicht gewusst, wo die Sounds herkommen, wie ich sie im Computer erzeugen kann und all diese Sachen, die ich bis zum damaligen Zeitpunkt nur mit Papier und Bleistift gemacht hatte. Ich hätte wahrscheinlich zwei Wochen für ein dreißig Sekunden Stück gebraucht, für das man normalerweise eine Nacht zur Verfügung hat“, rekapituliert Ramin Djawadi die Anfänge seiner Hollywood-Karriere auf Cinema Musica. „Daher bin ich froh, dass ich bei Klaus untergekommen bin und zunächst erst einmal die ganze Studioausrüstung kennen lernen konnte, für die ich später auch zuständig war. Dann kam die natürliche Entwicklung, dass ich anfangs Stücke, welche Klaus geschrieben hat und zu denen sich das Bild geändert hatte, mit Hilfe des Sequenzers an den neuen Filmschnitt angepasst habe; das ist quasi die Arbeit, die in der Regel ein Music Editor macht. So habe ich dann gelernt, wie die Komponisten hier in Hollywood arbeiten. Im nächsten Schritt hat Klaus mich dann aufgefordert, zu einem seiner fertigen Stücke Schlagzeug hinzu zu programmieren. Später hat er mir dann mit dem Klavier eine Art thematischen Wegweiser für ein bestimmtes Stück vorgegeben, welches ich dann voll arrangieren musste. Danach hat man die Stufe erreicht, auf der dir dein Mentor nur noch eine bestimmte Szene im Film und z.B. das Liebesthema gibt, und du sollst dann ein Stück mit eben diesem Thema schreiben. So steigst du schrittweise auf, bis du irgendwann deine eigenen Projekte bekommst, was ich sehr toll finde. An Leuten wie beispielsweise John Powell, Harry Gregson-Williams oder Klaus Badelt sieht man ja auch, dass dieses Konzept funktioniert.“ 
Mit dem Fernsehfilm „Saving Jessica Lynch“ verdiente sich Djawadi 2003 seine ersten ganz eigenen Credits, es folgten „Blade: Trinity“ (mit RZA) und vor allem ab 2005 die Fernsehserie „Prison Break“, deren Musik zu den ersten vier Staffeln auf zwei Soundtrack-Alben zusammengefasst worden ist und für die der Komponist 2006 sogar eine Emmy-Nominierung in der Kategorie „Herausragendes Titelthema“ erhielt.
Seit 2007 komponiert Djawadi zunehmend für die große Leinwand. Meilensteine in seiner Werksbiografie sind der Psychothriller „Mr. Brooks“ (2007), der Superhelden-Spaß „Iron Man“ (2008), der Horror-Thriller „The Unborn“ (2008) und das antike Action-Epos „Kampf der Titanen“ (2010). Daneben schrieb er in der letzten Zeit die Musik zu den Fernsehserien „Games of Thrones“ und „Breakout Kings“ sowie zu den Videospielen „Medal of Honor“ und „Shift 2 Unleashed“.

Filmographie: 
2001: Shoo Fly
2001: Exit Wounds – Die Copjäger (Exit Wounds) (zusätzliche Musik)
2002: Teknolust (zusätzliche Musik)
2002: Equilibrium (zusätzliche Musik)
2003: Saving Jessica Lynch (TV)
2003: Der Fluch der Ahnen (Beat The Drum) (zusammen mit Klaus Badelt)
2003: Was das Herz begehrt (Something’s Gotta Give) (zusätzliche Musik)
2003: Fluch der Karibik (Pirates of the Caribbean: The Curse of the Black Pearl) (zusätzliche Musik)
2003: 100 Tage, 100 Nächte (Manfast) (zusätzliche Musik)
2003: Basic (zusätzliche Musik)
2003: Der Einsatz (The Recruit) (zusätzliche Musik)
2003: Gesetzlos – Die Geschichte des Ned Kelly (Ned Kelly) (zusätzliche Musik)
2004: Thunderbirds (zusätzliche Musik)
2004: Blade: Trinity (zusammen mit RZA)
2004: The Grid (TV-Mini-Serie)
2005: Wild-West-Biking (TV)
2005: Nemesis – Der Angriff (Threshold) (TV-Serie, 1 Folge)
2005: Die Insel (The Island) (zusätzliche Musik)
2005: Batman Begins (zusätzliche Musik)
2005–2009: Prison Break (TV-Serie)
2005: Die Maske 2 – Die nächste Generation (Son of the Mask) (zusätzliche Musik)
2005: Alle Kinder dieser Welt (Segment “Jonathan”) (All the Invisible Children)
2006: Blade – Die Jagd geht weiter (Blade: The Series) (TV-Serie)
2006: Jagdfieber (Open Season)
2006: Boog and Elliot’s Midnight Bun Run (Video)
2006: In den Staub geschrieben (Ask the Dust)
2007: The Chubbchubbs Save Xmas
2007: Mr. Brooks – Der Mörder in Dir
2008: Fly Me to the Moon 3D
2008: Jagdfieber 2 (Open Season 2)
2008: Iron Man
2008: Deception – Tödliche Versuchung
2009: The Unborn
2010: Medal Of Honor (Videospiel)
2010: Kampf der Titanen (Clash of the Titans)
2010: Sammys Abenteuer – Die Suche nach der geheimen Passage (Sammy’s avonturen: De geheime doorgang)
2010: FlashForward (TV-Serie)
2011: Game of Thrones (TV-Serie)
2011: Breakout Kings (TV-Serie)
2011: Shift 2 Unleashed (Videospiel)
2011: Fright Night
2011: Red Dawn
2011: The Camel Wars

Playlist: 
1 Ramin Djawadi - Fright Night (Fright Night) - 04:12
2 Ramin Djawadi - The Rescue (Saving Jessica Lynch) - 04:56
3 Ramin Djawadi - Safe And Sound (Prison Break - Season 3+4) - 03:52
4 Ramin Djawadi - Mr. Brooks (Mr. Brooks) - 03:38
5 Ramin Djawadi - Date In Chinatown (Deception) - 04:07
6 Ramin Djawadi - Forgot My Purse - Off To My Sister's (Obsessed) - 02:58
7 Ramin Djawadi - The Blood Harvest (Blade: Trinity) - 03:27
8 Ramin Djawadi - The Unborn (The Unborn) - 04:19
9 Ramin Djawadi - Mark II (Iron Man) - 02:48
10 Ramin Djawadi - From Here (Medal Of Honor) - 03:49
11 Ramin Djawadi - It's Almost Human Of You (Clash Of The Titans) - 03:15
12 Ramin Djawadi - 27 Edit (Open Season) - 03:12
13 Ramin Djawadi - Russian Operatives (Fly Me To The Moon) - 04:20
14 Ramin Djawadi - In The Tunnels (Prison Break - Seasons 1+2) - 02:56
15 Ramin Djawadi & Klaus Badelt - Brand New Day (Beat The Drum) - 05:14

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