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Samstag, 6. Dezember 2014

Playlist #152 vom 14.12.2014 - MIKE NICHOLS Special

Bereits für seinen zweiten Film „Die Reifeprüfung“, der Dustin Hoffman zum Star machte, erhielt Regisseur Mike Nichols den Oscar für die beste Regie und wurde damit zu einem Mitbegründer des New Hollywood. Am 19. November verstarb der Filmemacher, dessen letzter Film die Politsatire „Der Krieg des Charlie Wilson“ mit Tom Hanks und Julia Roberts in den Hauptrollen gewesen ist, im Alter von 83 Jahren, weshalb ich ihm zu Gedenken diese Sendung widme.

Mike Nichols wurde unter dem Namen Michail Igor Peschkowsky am 6. November 1931 als Sohn jüdischer Eltern in Berlin geboren. Sein Vater war als Arzt nach der Oktoberrevolution aus Russland eingewandert und emigrierte mit seiner Familie 1938 aus Deutschland, um am Central Park in New York unter dem Namen Paul Nichols eine Praxis zu eröffnen. Sein Sohn Mike begann ab 1950 zunächst Psychologie in Chicago zu studieren, war aber zunehmend vom Theater und Varieté fasziniert. So gründete er in den ausgehenden 1950ern eine Comedy-Gruppe, die es mit ihrem Programm bis zum Broadway schaffte, sich aber 1961 auflöste.
Nichols konnte aber in den Folgejahren als Autor und Regisseur mit Stücken wie „Barefoot in the Park“, „Luv“ und „The Odd Couple – Ein seltsames Paar“ einige Publikumserfolge am Broadway erzielen. Für sein Kinodebüt „Wer hat Angst vor Virginia Woolf?“ mit Richard Burton und Elizabeth Taylor in den Hauptrollen erhielt Nichols 1966 gleich seine erste Oscar-Nominierung als bester Regisseur. In der Verfilmung des gleichnamigen Theaterstücks von Edward Albee spielt Burton den zynischen Historiker George und Taylor seine Frau Martha, der der Alterungsprozess arg zusetzt. Als das Ehepaar an einem Samstagabend das jüngere Ehepaar Nick und Honey aus der Nachbarschaft zu Besuch hat, kommen die in zwanzig Ehejahren aufgestauten Frustrationen auf hitzige Weise zum Ausbruch und entladen sich in einem durch Alkohol angeheizten Psychoduell, in das auch das jüngere Ehepaar mit hineingezogen wird.
„Ein Theaterstück, noch dazu ein schwer ‚dialoglastiges‘, ins Kino zu bringen, ist für manchen Kinogänger eher eine mühevolle Aufgabe. Das Kino soll doch vor allem durch Bilder, nicht durch Worte wirken. Und tatsächlich spielt der größte Teil des Films im Haus des Paares George und Martha, ein kürzerer Teil in einem Restaurant. Tatsächlich sind die Dialoge ausgreifender als in einem durchschnittlichen Film. Und doch: Gerade das Spiel der beiden Hauptdarsteller Burton/Taylor macht diesen Film dann eben doch zu einem visuellen Erlebnis sondergleichen: ein Vierpersonenstück, das dem Zuschauer einiges an Konzentration abverlangt – und einiges zumutet“, resümiert Ulrich Behrens in seiner Rezension auf filmstarts.de.
Von sagenhaften 23 Nominierungen erhielt der Film immerhin 5 Academy Awards, Mike Nichols selbst ging diesmal noch leer aus. Zwei Jahre später konnte Nichols die begehrte Trophäe schließlich für seinen Film „Die Reifeprüfung“ in Empfang nehmen.
Dustin Hoffman spielt darin den knapp 21-jährigen College-Absolventen Benjamin Braddock, der auf einer Party seiner Eltern Mrs. Robinson (Anne Bancroft) kennenlernt, die ohne ihren Mann gekommen ist. Nachdem Benjamin Mrs. Robinson nach Hause gefahren hat, versucht sie ihn zu verführen, was aber durch die verfrühte Rückkehr ihres Mannes vereitelt wird. Dieser ermuntert ihn dazu, seine Jugend zu genießen und seine Anziehungskraft auf Frauen zu nutzen. Wenig später lässt er sich auf das Angebot der älteren Frau ein und unterhält über Wochen eine rein sexuelle Beziehung zu ihr.
Der Film thematisierte erstmals publikumswirksam und vorurteilsfrei die Beziehung einer verheirateten Frau zu einem jüngeren Liebhaber und rückte die starren Moralvorstellungen der amerikanischen Gesellschaft in den Fokus. Zum Hit wurde auch der Soundtrack von Simon & Garfunkel mit Songs wie „Mrs. Robinson“ und „The Sounds Of Silence“.
Mit nur zwei Filmen wurde Mike Nichols als Starregisseur gehandelt und wurde zu einem Aushängeschild des New Hollywood, das mit seinen gesellschaftskritischen Themen die klassischen Genres des Hollywood-Kinos modernisierte und zu dem Filmemacher wie Francis Ford Coppola, Peter Bogdanovich, Robert Altman, Alan J. Pakula, Sidney Lumet und Sydney Pollack zählten.
In den 1970er Jahren verblasste der Ruhm von Nichols zunächst. Mit „Catch 22 – Der böse Trick“ (1970) und „Die Kunst zu lieben“ (1971) konnte er weder an den Kinokassen überzeugen noch die Kritiker begeistern. Nachdem er sich auf das Produzieren von Broadway-Stücken und Fernsehserien (z.B. „Eine amerikanische Familie“) konzentriert hatte, folgten in den 1980er Jahren wieder einige bemerkenswerte Filme, in denen Meryl Streep gleich dreimal zum Einsatz kam („Silkwood“, „Sodbrennen“ und „Grüße aus Hollywood“) und vor allem die starbesetzte Komödie „Die Waffen der Frauen“ (1988) zum Erfolg wurde. Es folgten so – auch in Hinsicht auf ihren kommerziellen Erfolg - unterschiedliche Filme wie die Komödie „The Birdcage – Ein Paradies für schrille Vögel“, das Drama „In Sachen Henry“, der Werwolf-Film „Wolf – Das Tier im Manne“, die Sex-Klamotte „Good Vibrations – Sex vom anderen Stern“ und die Politkomödie „Mit aller Macht“.
 Nichols konzentrierte sich wieder auf das Theater und wandte sich nur noch sporadisch dem Film zu. 2003 feierte er allerdings einen spektakulären Erfolg mit der Mini-Serie „Angels In America“, die mit elf Emmy Awards ausgezeichnet wurde und auf dem zweiteiligen, mit dem Pulitzer-Preis prämierten Theaterstück von Tony Kushner basiert. Es ist in den Jahren zwischen 1985 und 1990, also zur Zeit der Reagan-Administration angesiedelt und thematisiert die unterschiedlichen Lebenswelten homosexueller Männer in New York, zwischen Himmel und Erde, zwischen Leben und Tod. Dabei geht es nicht allein um die Krankheit oder die Einsamkeit des Menschen in Familie und Gesellschaft, sondern vor allem auch darum, wie Politik, Sexualität und Religion zusammenwirken.
„Was Nichols und seinen Darstellern auf bemerkenswerte Art gelingt, ist Erzeugung einer intensiven menschlichen Nähe, die eigentlich erst den Druck auf die höchsteigene Form der Transzendenz ermöglicht und umgekehrt. Spiritualität und Religion sind an das Subjekt gebunden und doch nicht willkürlich“, meint Georg Seeßlen in seiner Rezension auf filmzentrale.com. „Wir blicken nicht nur auf Menschen in sehr konkreten Lebens- und Leidenszuständen, wir sehen auch durch sie hindurch in ihre Träume, in den Himmel, der sich nur über einer unerträglichen Welt wölben kann, aber auch ganz direkt, wie der Titel von Kushners Theaterstück versprach, auf den inneren Zustand einer Nation. ‚Angels In America‘ ist nun schon so etwas wie ein Rückblick auf eine Zeit, die definitiv vergangen ist, obwohl und gerade weil es in der Bush-Administration solche Verwandtschaften zu den nicht weniger finsteren Zeiten des Reaganismus gibt - kein Zweifel, dass die Serie auch als direktes Statement zur politischen Moral der Gegenwart gesehen werden kann.“ 
Nach diesem Erfolg setzte Nichols ein Jahr später ein weiteres Bühnenstück erfolgreich fürs Kino um, diesmal Patrick Marbers „Hautnah“. Nach einer gescheiterten Beziehung zieht es die ehemalige Stripperin Alice (Natalie Portman), wo sie den attraktiven, aber erfolglosen Schriftsteller Dan (Jude Law) kennenlernt, der seinen Unterhalt durch das Verfassen von Nachrufen für eine Zeitung verdient. Die Beziehung, die sie beginnen, wird allerdings kompliziert, als Dan mit der Fotografin Anna (Julia Roberts) zu flirten anfängt. Obwohl sich Anna in Larry (Clive Owen) zu verlieben beginnt, trifft sie sich weiterhin mit Dan. Das Chaos ist komplett, als such auch Alice und Larry begegnen …
Nichols beweist dabei erneut sein Faible fürs Zänkische und Brodelnde: im Dialoggewitter von Patrick Marber herrscht Rücksichtslosigkeit und gnadenlose Explizität, kulminierend in einem Wortgefecht zwischen Anna und Larry, in dem letztlich auch der Geschmack von Dans Sperma zur Sprache kommt. Bis zum Sadismus reicht die Palette an Hintertriebenheit und Lüge, die hier am laufenden Band aufgetischt wird, niemand scheint ungeschoren davon zu kommen. Auch das vermeintliche Happy-End für Anna und Larry ist nur ein scheinbares wie die letzte Einstellung im Schlafzimmer nahelegt: Anna dreht sich mit dem Rücken zu Larry als sie sich zur Ruhe legt“, urteilt Thomas Schlömer auf filmspiegel.de. „Marber und Nichols aber wollen mehr zeigen als die 'typischen' Irrungen und Wirrungen des Liebeslebens: die Photographin, der Arzt, die Stripperin, der gescheiterte Schriftsteller, 'Hautnah' erzählt von Stereotypen, die vollkommen außerhalb gängiger Alltagsrealität zu existieren scheinen und Projektionsfläche sind für die Oberflächlichkeit und den zerstörerischen Egoismus der Welt.“
Seinen letzten Film inszenierte Mike Nichols 2007 mit „Der Krieg des Charlie Wilson“. Tom Hanks spielt darin den partyfreudigen Kongressabgeordneten Charlie Wilson und nutzt seinen Einfluss im Komitee, das zwischen CIA und Regierungsinstitutionen vermittelt, um die Afghanen im Krieg gegen die Sowjetunion zu unterstützen. Dabei kann er sich auf die Unterstützung seiner reichen Freundin Joanne Herring (Julia Roberts) sicher sein, die die Kommunisten hasst, auch der erfahrene FBI-Agent Gust Avrakotos (Philip Seymour Hoffman) weiß im Hintergrund geschickt die Fäden zu ziehen.
„Die Mechanismen der Macht und ihre mitunter grotesken Auswüchse setzt Nichols weder thesenhaft, noch moralinsauer in Szene. Wenn etwa ein erzkonservativer Abgeordnetenkollege Wilsons in einem Flüchtlingslager in Afghanistan steht und zusammen mit bewaffneten Gotteskriegern frenetisch ‚Allahu Akbar‘ skandiert, dann bedarf diese bitterböse Szene keiner weiteren Erklärung à la ‚wie sich die Zeiten doch wandeln können‘“, meint Jenny Hoch auf spiegel,de. „Nur einmal gestattet Nichols sich einen Kommentar: CIA-Mann Gust sagt, Amerika führe keine religiösen Kriege und dafür liebe er dieses Land. Kurz darauf äußert Wilson einen geradezu prophetischen Gedanken: ‚Früher oder später wird Gott auf beiden Seiten dieses Krieges stehen‘.“
Mike Nichols, der alle großen Preise in der US-amerikanischen Unterhaltungsindustrie (Oscar, Emmy, Tony, Grammy Award) erhalten hat, wurde im Oktober 2009 mit dem AFI Life Achievement Award ausgezeichnet, den er im Sommer 2010 überreicht bekam.

Filmographie:
1966: Wer hat Angst vor Virginia Woolf? (Who’s Afraid of Virginia Woolf?)
1967: Die Reifeprüfung (The Graduate)
1970: Catch 22 – Der böse Trick (Catch 22)
1971: Die Kunst zu lieben (Carnal Knowledge)
1973: Der Tag des Delphins (The Day of the Dolphin)
1983: Silkwood (Silkwood)
1986: Sodbrennen (Heartburn)
1988: Biloxi Blues
1988: Warten auf Godot (Theaterstück)
1988: Die Waffen der Frauen (Working Girl)
1990: Grüße aus Hollywood (Postcards from the Edge)
1991: In Sachen Henry (Regarding Henry)
1994: Wolf – Das Tier im Manne (Wolf)
1995: The Birdcage – Ein Paradies für schrille Vögel (The Birdcage)
1998: Mit aller Macht (Primary Colors)
2001: Wit
2000: Good Vibrations – Sex vom anderen Stern (What Planet Are You From?)
2003: Angels in America (TV-Miniserie)
2004: Hautnah (Closer)
2007: Der Krieg des Charlie Wilson (Charlie Wilson’s War)
Playlist: 
01. James Newton Howard - Honored Colleague (Charlie Wilson's War) - 06:09
02. Alex North - Martha (Who's Afraid Of Virginia Woolf?) - 03:36
03. Simon & Garfunkel - The Sound Of Silence (The Graduate) - 03:06
04. Georges Delerue - Nocturne (The Day Of The Dolphin) - 03:18
05. Georges Delerue - Main Title (Biloxi Blues) - 02:32
06. Georges Delerue - Largo (Silkwood) - 03:14
07. Georges Delerue - Farewell (The Day Of The Dolphin) - 06:28
08. Georges Delerue - Love Theme (Silkwood) - 03:20
09. Carly Simon - In Love (The Working Girl) - 03:55
10. Hans Zimmer - Central Park, 6PM (Regarding Henry) - 04:25
11. Carly Simon - Carlotta's Heart (The Working Girl) - 04:18
12. Ennio Morricone - Wolf And Love (Wolf) - 03:33
13. Ry Cooder - Not The Best People (Primary Colours) - 02:50
14. Hans Zimmer - Walkin' Talkin' Man (Regarding Henry) - 03:36
15. Thomas Newman - Quartet (Angels In America) - 06:44
16. Ennio Morricone - The Moon (Wolf) - 05:30
17. Hans Zimmer - Ritz (Regarding Henry) - 04:59
18. Thomas Newman - Mauve Antarctica (Angels In America) - 04:47
19. Ry Cooder - Don't Break Our Hearts (Primary Colours) - 03:04
20. Thomas Newman - Broom Of Truth (Angels In America) - 02:50
21. Damien Rice - The Blower's Daughter (Closer) - 04:45
22. Simon & Garfunkel - Scarborough Fair/Canticle (The Graduate) - 06:23
23. The Smiths - How Soon Is Now? (Closer) - 06:46
24. Damien Rice - Cannonball (Closer) - 05:13
25. James Newton Howard - Turning The Tide (Charlie Wilson's War) - 08:33

Dienstag, 16. September 2014

Playlist #146 vom 21.09.2014 - NEUHEITEN 2014 (3)

Zum dritten Mal in diesem Jahr stelle ich in meiner Sendung neue Soundtracks aus den vergangenen Wochen vor, diesmal mit einer bunten Mischung aus bemerkenswerten Re-Releases (von Ennio Morricone, Georges Delerue und Angelo Badalamenti), interessanten Soundtracks zu neuen Fernsehserien („Houdini“, „The Knick“, „Bates Motel“) und neuen Kinoproduktionen mit vertrauten wie neuen Namen („Deliver Us From Evil“, „The Equalizer“, „The Expendables 3“).

Den Anfang macht der neue Thriller von Antoine Fuqua („King Arthur“, „Shooter“), der erstmals seit seinem Hollywood-Durchbruch mit „The Replacement Killers“ (1998) bei „The Equalizer“ wieder mit Harry Gregson-Williams zusammengearbeitet hat. Ähnlich wie in seinen Arbeiten zu den Filmen von Tony Scott („Déjà vu“, „The Taking of Pelham 123“) hat Gregson-Williams eine pulsierende Symbiose aus groovenden elektronischen Klängen und einfühlsamen Orchester-Arrangements kreiert, die Hauptdarsteller Denzel Washington in der Rolle als „The Equalizer“ dabei unterstützt, für Gerechtigkeit zu sorgen.
In eine ganz ähnliche Rolle schlüpft Liam Neeson („96 Hours“, „Non-Stop“) in Scott Franks „Ruhet in Frieden – A Walk Among The Tombstones“, wenn er als Privatermittler tief in die Unterwelt von New York eintauchen muss, um einer Serie von tödlichen Gewalttaten ein Ende zu bereiten. Den Score komponierte Carlos Rafael Rivera, der den bekannten Songwriter und Komponisten Randy Newman während seines Kompositionsstudiums an der Thornton School der USC kennenlernte und bislang als Gitarrist in Soundtracks wie „Crash“ und „Dragonfly“ zu hören war. Sein unheimlicher Score fasziniert vor allem durch den Einsatz der Celesta in Verbindung mit den akzentuiert auftretenden Stimmen.
Ein Name, der in Zukunft vielleicht öfter in den Credits auf der Kinoleinwand auftauchen wird, ist John Paesano, der nach seinem Kompositionsstudium in Paris in Boston seine Studien fortgesetzt und sich dabei auf das Komponieren für Film und Fernsehen konzentriert hat. In den vergangenen Jahren arbeitete er vor allem für die Fernsehserien „Die Drachenreiter von Berk“ und „Crisis“. Nun ist er gleich mit zwei Kinoproduktionen vertreten, wobei das Sportler-Drama „When The Game Stands Tall“ sehr konventionell vertont worden ist, während das Science-Fiction-Abenteuer „The Maze Runner“ schon exotischere Klänge aufweist.
Sehr produktiv waren in letzter Zeit auch die vielbeschäftigten Hollywood-Stars Marco Beltrami und Brian Tyler. Vor allem Beltramis Kompositionen zu dem Science-Fiction-Thriller „Snowpiercer“ und Phillip Noyces Science-Fiction-Drama „Hüter der Erinnerung – The Giver“ sind dabei sehr bemerkenswert ausgefallen, während Brian Tyler zu dem Tornado-Spektakel „Into The Storm“ und dem Action-Kracher „The Expendables 3“ vertraut wuchtige Orchester-Arrangements präsentiert.
Interessanter erscheinen da schon die verschiedenen Arbeiten, die in letzter Zeit fürs Fernsehen entstanden sind. So kreierte Routinier John Debney („Jobs“, „End Of Days“) zu dem Fernsehzweiteiler „Houdini“ mit Adrien Brody in der Hauptrolle des legendären Entfesselungskünstlers einen überwiegend elektronisch brodelnden und sehr rhythmischen Score, während Cliff Martinez zu „The Knick“, einer Serie über New Yorks Knickerbocker-Krankenhaus zu Beginn des 20. Jahrhunderts, seinen ebenfalls elektronischen Score eher meditativ gehalten hat. Chris Bacon, der seinen Durchbruch mit dem Score zum Psycho-Thriller „Source Code“ feiern durfte, untermalte nun in „Bates Motel“ die Vorgeschichte des späteren Massenmörders Norman Bates und seiner manipulativen Mutter Norma mit einer abwechslungsreichen Mixtur aus spannungsgeladenen und düsteren Klängen. Abel Korzeniowski spielte zur Showtime-Serie „Penny Dreadful“, in der klassische Horrorfiguren wie Dorian Gray, Dr. Frankenstein und Figuren aus „Dracula“ das viktorianische London bevölkern, einen orchestralen Score ein, der die schaurigen Momente der Gothic-Serie adäquat unterstreicht.
Abgerundet wird das heutige Programm mit zwei neuen Arbeiten des Oscar-Preisträgers A.R. Rahman („Slumdog Millionaire“) zu dem Disney-Werk „Million Dollar Arm“ und Lasse Hallströms Drama „Madame Mallory und der Duft von Curry“ sowie den Re-Releases des Music Box Labels zu Angelo Badalamentis elegischem Score zu „Tough Guys Don’t Dance“, Ennio Morricones klassischer Arbeit zu dem Jean-Paul-Belmondo-Actioner „Der Profi“ und Georges Delerues La Revolution française. Bei Intrada ist zudem Delerues Score zu „Her Alibi“ aus dem Jahre 1989 neu veröffentlicht worden.
Playlist:
01. Harry Gregson-Williams - On A Mission (The Equalizer) - 03:51
02. John Paesano - Brothers For Life (When The Game Stands Tall) - 03:11
03. Eric Serra - Melt Into Matter (Lucy) - 03:32
04. Marco Beltrami - Take My Place (Snowpiercer) - 05:56
05. Christopher Young - The Truth Seeker (Deliver Us From Evil) - 04:33
06. Marco Beltrami - This Is The Beginning (Snowpiercer) - 04:00
07. A.R. Rahman - The Final Pitch (Million Dollar Arm) - 05:05
08. A.R. Rahman - New Beginnings (The Hundred-Foot Journey) - 04:40
09. Angelo Badalamenti - Main Title (Tough Guys Don't Dance) - 03:03
10. Ennio Morricone - Le vent, le cri [premier thème] (Le Professionnel) - 05:20
11. Georges Delerue - Hymne à la Liberté (La Revolution française) - 03:53
12. Georges Delerue - Déclaration des Droits de l'Homme (La Revolution française) - 04:46
13. Georges Delerue - End Credits (Her Alibi) - 05:08
14. Chris Bacon - What Really Happened (Bates Motel) - 03:59
15. Cliff Martinez - Aortic Aneurysm junior (The Knick) - 03:57
16. John Debney - Bess Goodbye/No Escape (Houdini - Volume 2) - 04:14
17. John Debney - Ringing Kremlin Bells (Houdini - Volume 1) - 03:44
18. Mark Morgan - A Ranger's Journey (Wasteland 2) - 04:23
19. Abel Korzeniowski - Allegiance (Penny Dreadful) - 03:39
20. Cliff Martinez - Goodnight Nurse Elkins (The Knick) - 03:21
21. Abel Korzeniowski - Closer Than Sisters (Penny Dreadful) - 03:14
22. Cliff Martinez - You Can't Spend Two Hours (My Life Directed By Nicolas Winfrid Refn) - 03:38
23. Brian Tyler - Too Much Faith (The Expendables 3) - 02:37
24. Brian Tyler - Providence (Into The Storm) - 03:12
25. Carlos Rafael Rivera - Aftermath/Reprise (A Walk Among The Tombstones) - 04:44
26. Bryan E. Miller - The Panopticon (America: Imagine The World Without Her) - 06:01
27. Harry Gregson-Williams - The Equalizer (The Equalizer) - 06:39

Montag, 3. März 2014

DIE 4. LANGE NACHT DER FILMMUSIK 07./08.03.2014 - 86. ACADEMY AWARDS Special

Selten war der Ausgang der Oscar-Verleihung so offen wie in diesem Jahr. Sowohl Martin Scorseses Wall-Street-Satire „The Wolf of Wall Street“ als auch Steve McQueens Sklaven-Drama “12 Years A Slave” und Alfonso Cuaróns Weltraum-Spektakel “Gravity” buhlten um den begehrten Filmpreis. Am Ende wurde „12 Years a Slave“ als bester Film ausgezeichnet, doch den Großteil der Trophäen räumte „Gravity“ ab. In den ersten beiden Stunden der diesjährigen langen Nacht der Filmmusik auf Radio ZuSa lassen wir nicht nur die besten Filme des vergangenen Jahres Revue passieren, sondern natürlich vor allem die dazugehörige Filmmusik.

Alfonso Cuarón ist nicht nur der erste mexikanische Filmemacher, der mit einem Regie-Oscar ausgezeichnet worden ist, er hat auch einen extrem langen Atem bei der Verwirklichung seines 3D-Abenteuers „Gravity“ bewiesen. Seit 2006 hat Cuarón („A Little Princess“, „Harry Potter und Der Gefangene von Askaban“ und „Children Of Men“) keinen Kinofilm mehr realisiert, hatte bei der viereinhalbjährigen Produktion von „Gravity“ allerdings etliche Hürden zu überwinden.
Das Thriller-Drama, bei dem Cuorón nicht nur Regie führte, sondern auch für Drehbuch, Schnitt und Produktion verantwortlich zeichnete, erzählt die Geschichte der brillanten Bio-Medizinerin Medizinerin Dr. Ryan Stone (Sandra Bullock), die mit Astronaut Matt Kowalski (George Clooney) einen Routineausflug ins All unternimmt, der allerdings in einer Katastrophe endet. Nach der Zerstörung des Shuttles befinden sich die beiden allein in den dunklen Tiefen des Weltraums und teilen sich ohne Aussicht auf Rettung den wenigen Sauerstoff, den sie noch haben.
Der britische Komponist Steven Price („The World’s End“) wurde für seinen zutiefst düsteren, beklemmenden Score mit einem Oscar ausgezeichnet.
„Die Idee war, dass die Musik dort oben im All war und wir machten es sehr eindringend und benutzten viele Elemente und Ebenen, so dass die Dinge sich immerzu um dich herum bewegen. Das Schreiben dieser Elemente und was sie waren, wurde immer davon beeinflusst, was Ryan fühlte und wo sie sich emotional in dieser ganzen Sache befand, auch davon, wo die Kamera war, wohin sich Dinge bewegten und was der Blickpunkt der Kamera war, ob sie entweder auf sie schaute oder durch ihre Augen sah“, erklärte Price sein Vorgehen im Interview mit rollingstone.com. „Einiges davon war melodisch und einiges davon war dazu bestimmt, eine Art emotionale Reise zu untermalen, und dann gab es viele Sounds, die den wahren Terror ausdrücken sollten. Es gab wirklich diese beiden Extreme, die wundervolle Natur auszudrücken, in der sie sich befanden, aber auch die absolut erschreckende Situation.“ 
Der ebenfalls aus Großbritannien stammende Fotograf und Video-Künstler Steve McQueen hat sich bereits mit seinen ersten beiden Werken, dem IRA-Gefängnis-Drama „Hunger“ und der provokativen Sexsucht-Story „Shame“ einen Namen machen können. Dass sein neues Werk „12 Years a Slave“ als bester Film mit einem Oscar prämiert worden ist, überrascht nicht. Die wahre Geschichte des in die Sklaverei entführten freien Mannes Solomon Northup (Chiwetel Ejiofor) hat McQueen als emotional aufwühlendes wie schwer verdauliches Historien-Drama inszeniert.
Steve McQueen setzt mit seiner Inszenierung deutliche Ausrufezeichen, ebenso wie die diesmal weniger bombastisch instrumentierte, aber dennoch aufwühlende Musik von Komponistenlegende Hans Zimmer (‚Inception‘). ‚12 Years A Slave‘ ist kein subtiler Film, sondern ein von tief empfundenem Mitgefühl und ehrlicher Empörung geprägtes Kino-Mahnmal“, befindet Björn Becher in seiner Filmkritik auf filmstarts.de.
"Ich widme diesen Preis allen Menschen, die jemals unter Sklaverei gelitten haben, und den 20 Millionen Menschen, die noch heute darunter leiden", proklamierte Oscar-Gewinner McQueen in seiner Dankesrede. „12 Years a Slave“ erhielt außerdem Oscars für die beste Nebendarstellerin (Lupita Nyong'o) und das beste adaptierte Drehbuch.
Gänzlich leer gingen dafür zwei andere Favoriten bei der Oscar-Verleihung aus: Weder die für zehn Oscars nominierte Gaunergeschichte „American Hustle“ mit ihrem wunderbaren 70er-Jahre-Touch noch Martin Scorseses verkokste Börsen-Satire „The Wolf of Wall Street“ – immerhin in fünf Kategorien nominiert – bekamen auch nur eine Trophäe zugesprochen.
In der Kategorie „Beste Filmmusik“ setzte sich Steven Price immerhin gegen prominente Konkurrenz durch, nämlich gegen Altmeister John Williams, der die Bestseller-Verfilmung „The Book Thief“ gewohnt konventionell, aber eindringlich vertonte, den vielbeschäftigten Franzosen Alexandre Desplat, der Stephen Frears‘ herzergreifende und humorvolle Geschichte „Philomena“ mit einem einfühlsamen Score versorgte, und den oft nominierten, aber nie siegreichen Thomas Newman, der mit „Saving Mr. Banks“ einmal mehr für eine Walt-Disney-Komödie den stimmungsvollen Soundtrack komponierte. Dazu gesellten sich die beiden Arcade-Fire-Musiker William Butler und Owen Pallett mit dem sehr ruhigen Score zu Spike Jonzes Sci-Fi-Romanze „Her“.
Abgerundet wird die Sendung nicht nur mit Score-Auszügen und Songs aus weiteren aktuellen Oscar-nominierten Filmen wie „Dallas Buyers Club“, „American Hustle“, „Nebraska“, „Captain Phillips“, „The Wolf of Wall Street“ sowie die besten Filmsongs aus den Filmen „Ich – einfach unverbesserlich 2“, „Die Eiskönigin – Völlig unverfroren“ und „Her“, sondern auch mit Musik aus früheren Oscar-prämierten Filmen wie "Der englische Patient", "Frühstück bei Tiffany", "Casablanca", "The King's Speech" und "The Artist".
Hier sind die wichtigsten Entscheidungen der 86. Academy Awards aufgelistet:

Bester Film:
12 Years a Slave
• American Hustle
• Captain Phillips
• Dallas Buyers Club
• Gravity
• Her
• Nebraska
• Philomena
• The Wolf of Wall Street

Beste Regie:
Alfonso Cuarón – Gravity
• Steve McQueen – 12 Years a Slave
• Alexander Payne – Nebraska
• David O. Russell – American Hustle
• Martin Scorsese – The Wolf of Wall Street

Beste Filmmusik:
Gravity – Steven Price
• Die Bücherdiebin (The Book Thief) – John Williams
• Her – William Butler und Owen Pallett
• Philomena – Alexandre Desplat
• Saving Mr. Banks – Thomas Newman

Bester Filmsong:
„Let It Go“ aus Die Eiskönigin – Völlig unverfroren (Frozen) – Kristen Anderson-Lopez und Robert Lopez 
• „Happy“ aus Ich – Einfach Unverbesserlich 2 (Despicable Me 2) – Pharrell Williams
• „The Moon Song“ aus Her – Karen O und Spike Jonze
• „Ordinary Love“ aus Mandela – Der lange Weg zur Freiheit (Mandela: Long Walk to Freedom) – Paul Hewson, Dave Evans, Adam Clayton, Larry Mullen

Bester Hauptdarsteller:
Matthew McConaughey – Dallas Buyers Club
• Christian Bale – American Hustle
• Bruce Dern – Nebraska
• Leonardo DiCaprio – The Wolf of Wall Street
• Chiwetel Ejiofor – 12 Years a Slave

Beste Hauptdarstellerin:
Cate Blanchett – Blue Jasmine
• Amy Adams – American Hustle
• Sandra Bullock – Gravity
• Judi Dench – Philomena
• Meryl Streep – Im August in Osage County

Bester Nebendarsteller:
Jared Leto – Dallas Buyers Club
• Barkhad Abdi – Captain Phillips
• Bradley Cooper – American Hustle
• Michael Fassbender – 12 Years a Slave
• Jonah Hill – The Wolf of Wall Street

Beste Nebendarstellerin:
Lupita Nyong’o – 12 Years a Slave
• Sally Hawkins – Blue Jasmine
• Jennifer Lawrence – American Hustle
• Julia Roberts – Im August in Osage County
• June Squibb – Nebraska

Bestes Originaldrehbuch:
Her – Spike Jonze
• American Hustle – Eric Warren Singer und David O. Russell
• Blue Jasmine – Woody Allen
• Dallas Buyers Club – Craig Borten und Melisa Wallack
• Nebraska – Bob Nelson

Bestes adaptiertes Drehbuch:
12 Years a Slave – John Ridley
• Before Midnight – Richard Linklater, Julie Delpy, Ethan Hawke
• Captain Phillips – Billy Ray
• Philomena – Steve Coogan und Jeff Pope
• The Wolf of Wall Street – Terence Winter

Bester Animationsfilm:
Die Eiskönigin – Völlig unverfroren (Frozen) 
• Die Croods (The Croods)
• Ich – Einfach Unverbesserlich 2 (Despicable Me 2)

Bester fremdsprachiger Film:
La Grande Bellezza – Die große Schönheit (La grande bellezza) – Italien (Regie: Paolo Sorrentino) 
• The Broken Circle (The Broken Circle Breakdown) – Belgien (Regie: Felix Van Groeningen)
• Das fehlende Bild (L’image manquante) – Kambodscha (Regie: Rithy Panh)
• Die Jagd (Jagten) – Dänemark (Regie: Thomas Vinterberg)
• Omar – Palästinensische Autonomiegebiete (Regie: Hany Abu-Assad)

Beste Kamera:
Gravity – Emmanuel Lubezki
• The Grandmaster – Philippe Le Sourd
• Inside Llewyn Davis – Bruno Delbonnel
• Nebraska – Phedon Papamichael
• Prisoners – Roger Deakins

Bester Schnitt:
Gravity – Alfonso Cuarón und Mark Sanger 
• 12 Years a Slave – Joe Walker
• American Hustle – Jay Cassidy, Crispin Struthers und Alan Baumgarten
• Captain Phillips – Christopher Rouse
• Dallas Buyers Club – John Mac McMurphy und Martin Pensa
  
Beste visuelle Effekte:
Gravity – Tim Webber, Chris Lawrence, Dave Shirk und Neil Corbould 
• Der Hobbit – Smaugs Einöde (The Hobbit: The Desolation of Smaug)
• Iron Man 3
• Lone Ranger (The Lone Ranger)
• Star Trek Into Darkness
Playlist: 
01. Steven Price - Shenzou (Gravity) - 06:11
02. Hans Zimmer - Nothing To Forgive (12 Years A Slave) - 03:32
03. Henry Jackman - Safe Now (Captain Phillips) - 03:12
04. Demi Lovato - Let It Go (Frozen) - 03:44
05. The Nakes And The Famous - Following Morning (Dallas Buyers Club) - 05:03
06. Allen Toussaint - Cast Your Fate To The Wind (The Wolf Of Wall Street) - 03:19
07. Karen O - The Moon Song (Her) - 02:13
08. Pharrell Williams - Happy (Despiceable Me 2) - 03:53
09. Duke Ellington - Jeep's Blues (American Hustle) - 04:43
10. David Lang - World To Come IV (The Great Beauty) - 03:53
11. Alexandre Desplat - Birth (Philomena) - 03:01
12. Arcade Fire - Morning Talk/Supersymmetry (Her) - 04:16
13. John Williams - The Book Thief (The Book Thief) - 07:04
14. Louis Armstrong - Aunt Hagar's Blues (Blue Jasmine) - 04:58
15. Amy Winehouse - Back To Black (The Great Gatsby) - 03:21
16. Alexandre Desplat - The Heroic Weather-Conditions Of The Universe, Part 1 (Moonrise Kingdom) - 03:17
17. Alexandre Desplat - Scent Of Death (Argo) - 03:26
18. Johann Sebastian Bach - Aria From The Goldberg Variations (The English Patient) - 03:05
19. Ludwig Van Beethoven - Speaking Unto Nations, Symphony 7, 2 (The King's Speech) - 05:06
20. Ludovic Bource - George Valentin (The Artist) - 05:36
21. Tom Jones - Delilah (American Hustle) - 03:22
22. Dario Marianelli - Overture (Anna Karenina) - 03:20
23. Yann Tiersen - La Valse D'Amelie (Die fabelhafte Welt der Amelie) - 02:39
24. Howard Shore, Ed Sheeran - I See Fire (The Hobbit: The Desolation Of Smaug) - 05:01
25. Mark Orton - Bill (Nebraska) - 04:23
26. Thomas Newman - To My Mother (Saving Mr. Banks) - 03:44
27. Max Steiner - Suite (Casablanca) - 06:52

Montag, 15. Oktober 2012

Playlist # 96 vom 21.10.2012 - OLIVER STONE Special

Mit seinen oft sehr politischen, manchmal extrem gewalttätigen Filmen steht der unbequeme amerikanische Drehbuchautor, Produzent und Regisseur Oliver Stone immer wieder in der Kritik. Dabei sorgten nicht nur seine Präsidenten-Portraits „JFK – Tatort Dallas“, „Nixon“ und „W.“ für reichlich Diskussionsstoff, sondern auch die Gewaltorgien „Natural Born Killers“ und „U-Turn“. Nun startet sein neuer Film „Savages“ in den Kinos.

Als Sohn eines jüdischen Vaters und einer katholischen Mutter wurde Oliver Stone episkopalisch erzogen, er konvertierte aber später zum Buddhismus. Bereits im Alter von fünf Jahren schrieb Oliver Stone Marionettenstücke für seine Cousins, später verfasste er erste Geschichten und sogar ein Buch über seine Familie und das Leben im Allgemeinen. Seinen Roman „A Child’s Night Dream“ wollte aber kein Verlag annehmen, worauf der Autor das halbe Manuskript frustriert in den East River warf. Nach einem eher erfolglosen Jahr in Yale arbeitete Stone als Englischlehrer in Vietnam, kehrte für kurze Zeit an die Universität von Yale zurück, um sich dann als Freiwilliger für Vietnam zu melden. Bei seinen Fronteinsätzen zwischen April 1967 und November 1968 wurde Stone zweimal verwundet und mit dem „Purple Heart“ und dem „Bronze Star“ ausgezeichnet. Später sollte Stone seine Fronterfahrungen zu seiner Vietnam-Trilogie aus den Antikriegsfilmen „Platoon“, „Geboren am 4. Juli” und “Zwischen Himmel und Hölle” verarbeiten.
Nach seiner Rückkehr aus dem Krieg begann Stone ein Studium an der Filmhochschule der New York City University, wo Martin Scorsese sein erster Lehrer war. Nach einigen nicht realisierten Drehbüchern konnte er mit dem B-Movie-Horrorfilm „Die Herrscherin des Bösen“ 1972 sein erstes Drehbuch verkaufen und sogar selbst verfilmen. Auch mit „The Hand“ blieb er zunächst dem Horror-Genre treu. Daraufhin sollte Oliver Stone erst einmal als Autor seine ersten großen Erfolge verbuchen. Bereits für sein Drehbuch zu Alan Parkers „12 Uhr nachts – Midnight Express“ erhielt er 1978 seine erste Oscar-Auszeichnung, danach folgten die Bücher zu „Conan der Barbar“, „Scarface“ und „Im Jahr des Drachen“.
Seine Drogensucht und das wilde Partyleben trieben Oliver Stone fast in den Bankrott, dann rettete ihn der immense Erfolg von „Platoon“, für den er seinen ersten Regie-Oscar in Empfang nehmen konnte. Charlie Sheen spielt den Studienabbrecher Chris Taylor, der sich 1967 freiwillig für Vietnam meldet und schnell feststellen muss, dass der Krieg keine Helden schafft, sondern aus den Menschen rohe Bestien macht. Besonders schwer zu schaffen macht Taylor aber der Konflikt in den eigenen Reihen zwischen dem brutalen Sergeant Barnes (Tom Berenger) und Sergeant Elias (Willem Dafoe), der sich trotz der nervenaufreibenden Kämpfe seine Menschlichkeit bewahrt hat.
„In ‚Platoon‘ geht es vordergründig ‚nur‘ um amerikanische Soldaten. Tatsächlich geht es um jeden Soldaten, auch die des Vietcong, die im Film nur am Rande erscheinen. Ein vietnamesischer Film über den Krieg würde sicherlich ganz anders aussehen, weil Vietnam von den USA angegriffen wurde und noch heute unter den Folgen zu leiden hat. Es bleibt trotzdem eine Erkenntnis, die ‚Platoon‘ nicht direkt vermittelt, sich aber aus dem Film ziehen lässt. Der Krieg ist kein Mittel der Politik, sondern die Kapitulation nach der Politik. Ist ‚Platoon‘ Pflaster oder Heilung? Weder noch. Der Film ist Versuch einer skrupellosen Annäherung. Und hier wird ‚Platoon‘ auch zu einer sehr persönlichen Angelegenheit, nämlich der von Oliver Stone selbst“, resümiert Ulrich Behrens auf filmstarts.de
Zwar stellte Stone bereits kurz zuvor in „Salvador“ (1986) wunde Punkte der jüngsten amerikanischen Vergangenheit stark polemisierend dar, doch avancierte erst der mit vier Oscars (bester Film, beste Regie, bester Schnitt und Ton) ausgezeichnete Film „Platoon“ zum Prototyp der Stoneschen Aufklärungsarbeit. Denn auch in den nachfolgenden Werken thematisierte Stone immer wieder Erlebnisse eines isolierten Einzelgängers, der mit den Verfehlungen und Schattenseiten der US-Gesellschaft konfrontiert wird.
„Wall Street“ (1987) wurde dabei von dem Schiffbruch seines eigenen Vaters inspiriert, der als Börsenmakler an der Wall Street tätig war. Der junge Börsenmakler Bud Fox (Charlie Sheen) träumt davon, für den schwerreichen Börsianer Gordon Gekko (Michael Douglas) zu arbeiten. Als er mit Insiderinformationen von seinem Vater Carl Fox (Martin Sheen) bei Gekko punkten kann, sieht er sich am Ziel seiner Träume, doch dann muss er verfolgen, wie Gekko aus reiner Profitgier das Unternehmen, in dem Buds Vater arbeitet, auflöst, statt es zu retten. Nach dem börsenkritischen „Wall Street“ wandte sich Stone ein Jahr später dem medienkritischen „Talk Radio“ zu, mit dem der Regisseur den 1984 begangenen Mord an dem Radio-Moderator Alan Berg thematisierte.
In Houston strahlt der Sender KGAB jede Nacht die Sendung „Night Talk“ aus, in der Moderator Barry Champlain (Eric Bogosian) kein Blatt vor den Mund nimmt, wenn er die Anrufe seiner Hörer kommentiert. Was für die einen den Reiz der Sendung ausmacht, ist für andere eine üble Beleidigung, auf die mit Morddrohungen reagiert wird. Das erfolgreiche Programm soll nach dem Wunsch von Produzentin Laura (Leslie Hope), Studioleiter Dan (Alec Baldwin) und Dietz (John Pankow) von der Unternehmensführung auf ganz Texas ausgedehnt werden, wenn sich Champlain etwas zurücknehmen würde, doch der hält von solch faulen Kompromissen gar nichts und gefällt sich darin, seine Hörer weiter so zu beschimpfen, wie er es für richtig hält.
„In der Darstellung dieses (medienmäßig vermittelten) Systems ist Oliver Stone in gewisser Weise skrupellos ehrlich. Seine Enthüllung unterscheidet sich von anderen genau durch diese Ehrlichkeit, durch die Verlässlichkeit, mit der er sein Publikum in die Geschichte verwickelt“, meint Ulrich Behrens auf filmstarts.de. „‘Talk Radio‘ ist ein viel zu wenig beachteter Film aus dem Werk Oliver Stones, der seinen berechtigten und gleichberechtigten Platz hat etwa neben ‚Nixon‘ oder ‚JFK‘. In diesem Film ist es nicht so sehr die Verschwörungstheorie, sondern viel mehr das innere, heimliche, unausgesprochene Übereinkommen zwischen Medienmachern, Hörerschaft und Anrufern, ihre Angelegenheiten auf die beschriebene Art und Weise zu regeln, weil sie es anders nicht können.“ 
Sowohl zu „Wall Street“ als auch „Talk Radio“ komponierte der ehemalige The-Police-Drummer Stewart Copeland die elektronisch produzierte Musik, die heutzutage schon arg antiquiert klingt.
Nach „Platoon“ präsentierte Oliver Stone 1989 mit „Geboren am 4. Juli“ den zweiten Part seiner Vietnam-Trilogie. Tom Cruise spielt den Kleinstadt-Sunnyboy Ron Kovic, der sich voller Patriotismus freiwillig zu den Marines meldet, um an vorderster Front in Vietnam zu kämpfen. Doch all seine Erwartungen werden schwer enttäuscht, schließlich kehrt er querschnittsgelähmt in seine Heimat zurück und sieht sich der Ignoranz seiner Landsleute ausgesetzt. Deprimiert verfällt Ron dem Alkohol, kommt aber in einem mexikanischen Veteranencamp mit sich ins Reine und beginnt ein neues Leben als engagierter Vietnam-Gegner.
„Abgesehen von kleineren Makeln ist ‚Geboren am 4. Juli‘ unzweifelhaft ein bedeutender und absolut sehenswerter Beitrag zur Aufarbeitung des neben den Weltkriegen prägendsten Kapitels der US-amerikanischen Geschichte des 20. Jahrhunderts. Getragen von einer tadellosen Inszenierung und Tom Cruise‘ überzeugendem Spiel entsteht das gestochen scharfe Bild eines Amerikas, das propagandistisch angefeuert in einen Krieg taumelt, dessen wahres Ausmaß es spät begreift, freilich ohne dass die Durchhalteparolen der Befürworter deswegen verhallen würden. So sehr der Film an sich in der amerikanischen Kultur verwurzelt ist, so sehr weist er wegen seiner universellen Thematik darüber hinaus und gibt damit wertvolle Denkanstöße über die Wechselwirkungen zwischen Krieg und Gesellschaft“, resümiert Tobias Mayer auf filmstarts.de
1991 zeichnete Oliver Stone ein nicht unumstrittenes Portrait der Kultformation „The Doors“ und konzentrierte sich dabei auf das Leben des charismatischen Frontmanns Jim Morrison. Inspiriert von Aldous Huxleys Essay „The Doors Of Perception“ gründen Jim Morrison (Val Kilmer) und Ray Manzarek (Kyle MacLachlan) 1965 am Strand von Venice Beach The Doors. Wenig später von Gitarrist Robby Krieger (Frank Whaley) und Drummer John Densmore (Kevin Dillon) unterstützt, treten sie in kleinen Clubs auf und landen schließlich im angesagten "Whiskey-A-Go-Go", woraufhin sie von Elektra unter Vertrag genommen und von Produzent Paul Rothchild (Micheal Wincott) entdeckt werden.
Schon das erste Album „The Doors“ startet dank der Single „Light My Fire“ 1967 voll durch, doch der Drogenkonsum macht vor allem Jim Morrison zu schaffen, der immer exzentrischere Bühnenauftritte hinlegt und die Beziehung zu seiner Freundin Pamela Courson (Meg Ryan) aufs Spiel setzt.
 „Stone stellt die düsteren Seiten Morrisons zwar in den Vordergrund und reizt die dramatische Komponente voll aus, grast aber auch die wichtigsten Stationen der Doors gründlich ab. Es gelingt ihm trotzdem, ein exaktes Porträt des Menschen Jim Morrison zu zeichnen. Ob dabei jedes Detail der Wahrheit entspricht, wie es Manzarek bestreitet, ist nicht weiter wichtig, es geht darum, einen Eindruck von dem Charakter zu vermitteln. Dramaturgisch präsentiert sich Stones Film makellos, trotz der 140 Minuten Spielzeit ist das Tempo auf hohem Niveau. Das Geschehen orientiert sich an der Bandgeschichte, allerdings immer mit dem Fokus auf Morrison“, meint Carsten Baumgardt auf filmstarts.de. „‘The Doors‘ ist ein berauschender, mitreißender Trip, eine aufrichtige, aber liebevolle Hommage an einen Mythos. Die Legende Jim Morrison wird angemessen gewürdigt, ohne sie zu glorifizieren oder zu verurteilen. Jeder muss sich über das Verhalten des genialen, aber selbstzerstörerischen Rockstars und Dichters selbst sein Urteil bilden. Oliver Stone gibt keine Wertung vor, aber seine Sympathie und Verehrung für Morrison ist dennoch unübersehbar. Der Abschied aus dem Film ist traurig.“
Ein weiteres Portrait, das noch heftiger diskutiert wurde, lieferte Stone mit „JFK – Tatort Dallas“. Auf der Basis der beiden Bücher „On The Trail Of The Assassins” von Jim Garrison, dem damaligen Bezirksstaatsanwalts von New Orleans, und “Crossfire: The Plot Who Killed Kenndy“ von Jim Marrs schrieb Stone insgesamt sechs Drehbücher und drehte Material für einen zehnstündigen Film, der schließlich auf drei Stunden und im späteren Director’s Cut auf immerhin noch 206 Minuten heruntergekürzt wurde. Erzählt wird der Film aus der Perspektive des Ermittlers. Als John F. Kennedy am 22. Januar 1963 kurz vor 12.30 Uhr bei einer Fahrt durch Dallas von mehreren Schüssen tödlich getroffen wird, befasst sich Bezirksstaatsanwalt Garrison (Kevin Costner) mit einer Schlägerei zwischen einem pensionierten Agenten und einem Privatdetektiv. Zwei Stunden später wird Lyndon B. Johnson als 36. Präsident der USA vereidigt und der mutmaßliche Attentäter Lee Harvey Oswald (Gary Oldman) verhaftet, der allerdings behauptet, nur der Sündenbock zu sein. Zwei Tage später wird Oswald auf dem Weg ins Bezirksgefängnis vom Nachtclubbesitzer Jack Ruby (Brian Doyle-Murray) erschossen. Nachdem die von Präsident Johnson eingerichtete Warren-Kommission im September 1964 zum Ergebnis gekommen ist, dass es sich bei dem Kennedy-Attentat um die Tat eines Einzelnen und nicht um eine Verschwörung handelte, stellt Garrison eigene Untersuchungen an und stößt auf antikommunistische Exil-Kubaner, rechtsradikale Kreise und FBI- und CIA-Verbindungen einzelner Personen, doch letztlich kann Garrison keine stichhaltigen Beweise für eine Verschwörung vorlegen.
„‘JFK‘ fördert auch erstmals offen zutage, dass Stones wahrheitsbemühte Weltvision tatsächlich aus den Wahrheiten der Postmoderne zusammengefügt ist: authentische Wochenschau- und Amateuraufnahmen mischen sich mit exakt kopierten Nachahmungen des originären Szenarios, dann etwa, wenn in Abraham Zapruders Super-8-Aufnahmen des Anschlags neue Perspektiven eingeflochten werden oder Gary Oldman als Lee Harvey Oswald eine detailgetreue Rekonstruktion der Exekution durch Jack Ruby durchläuft. In diesem Sinne mutet Kevin Costners einstündiges Schlussplädoyer (überdies das längste der Filmgeschichte) wie ein Appell an die Zuschauer, dem gängigen Wahrheitsverständnis kein Vertrauen zu schenken“ („Filmregisseure“, Reclam, 3. Auflage, 2008, S. 718). 
Nachdem „Platoon“ und „Geboren am 4. Juli“ die Traumata des Vietnam-Krieges aus amerikanischer Perspektive schilderte, wandte sich Stone 1993 mit „Zwischen Himmel und Hölle“ als Abschluss seiner Vietnam-Trilogie der vietnamesischen Seite zu. Die 1949 in Vietnam geborene Le Ly (Hiep Thi Le) wächst in Armut auf und erlebt den Krieg in aller Grausamkeit, wird vergewaltigt, gefoltert und verstoßen. Als Prostituierte in Saigon lernt sie den GI Steve (Tommy Lee Jones) kennen, der sie heiratet und 1970 mit nach San Diego nimmt. Doch da sich ihr mutmaßlicher Erlöser als psychisches Wrack entpuppt, muss Le Ly ihr Leben selbst in die Hand nehmen.
An den Kinokassen und bei den Academy Awards fiel Oliver Stones Drama, das durch den Score des japanischen New-Age-Komponisten Kitaro wunderschön untermalt wurde, allerdings durch.
Mit „Natural Born Killers“ präsentierte Oliver Stone 1994 einen ebenso unkonventionellen wie gewagten Kommentar zu Voyeurismus und Gewalt in Amerikas Medienkultur. Darin agieren Mickey (Woody Harrelson) und Mallory Knox (Juliette Lewis) als Liebespaar, das während seines Trips durch die USA innerhalb weniger Wochen 50 Menschen getötet hat und von dem sadistischen Cop Jack Scagnetti (Tom Sizemore) fanatisch gejagt wird. Als das von der Öffentlichkeit heldenhaft verehrte Pärchen in der Wüste von einer Klappenschlange gebissen wird, endet der Überfall auf eine Apotheke im Gefängnis. Auch wird der Aufenthalt des Killerpaars mit Hilfe von Anstaltsleiter Dwight McClusky (Tommy Lee Jones) und TV-Reporter Wayner Gale (Robert Downey jr.) zu einem Medienereignis aufgebauscht …
„Mit ‚Natural Born Killers‘ liefert er ein unvergleichliches und nie da gewesenes Meisterwerk der Sonderklasse: Subversive Pop-Art und regelrecht abartige Brüche der Konventionen, Vermischung von Schwarz-Weiß-Aufnahmen, Zeichentrick, Fotokollagen, überzeichnete Farbaufnahmen und psychologische Hintergrundmotive machen aus dem Film einen wahrhaften Trip, der einem schwer zusetzt. Die exzessiven Gewalt- und Sexdarstellungen, vermengt mit biblischen Motiven und beißender Mediensatire bieten das richtige Rüstzeug, um der Gesellschaft den Spiegel in einer nie erlebten Unverfrorenheit vorzuhalten. Der Zuschauer wird als Voyeur entlarvt und in die Abgründe seiner eigenen Seele geschickt. Und nachdem er wieder emporgestiegen ist, bleibt ihm ein Selbstbild der Nacktheit und Unzulänglichkeit erhalten, auf das er am liebsten spucken möchte“, fasst Samuel Rothenpieler auf filmstarts.de zusammen.  Den passenden Soundtrack dazu produzierte Trent Reznor von Nine Inch Nails.
„Nixon“ stellte 1995 den zweiten Film von Oliver Stone über einen US-amerikanischen Präsidenten dar. Nachdem es bei „JFK – Tatort Dallas“ allerdings um die Verschwörungstheorien hinter dem Attentat auf John F. Kennedy ging, handelt es sich bei „Nixon“ schon eher um ein klassisches Biopic. Stone stützt sich dabei hauptsächlich auf die unzähligen Tonbänder, die Nixon von allen Gesprächen im Weißen Haus mitschnitt, und erzählt das Leben von Richard Nixon (Anthony Hopkins) in Rückblenden. Zum einen wird die schwierige Beziehung zur strenggläubigen Mutter (Mary Steenburgen) und zum temperamentvollen Vater thematisiert, dann der frühe Tod der beiden Brüder, der Richard überhaupt erst das Jura-Studium ermöglichte. Ebenso war es dann der Tod John F. Kennedys, der Nixon den Sprung ins Weiße Haus ermöglichte.
Stone skizziert die weiteren Stationen in Nixons Leben: 1940 die Heirat mit seiner Frau Pat (Joan Allen), 1946 der Einzug ins Repräsentantenhaus, 1950 die Ernennung zum Senator und zwei Jahre später zum Vizepräsidenten unter Eisenhower. Seinen Präsidentschaftswahlkampf gegen Kennedy verliert er 1960, acht Jahre später wird er auf dem Höhepunkt des Vietnam-Kriegs zum Präsidenten gewählt. 1974 tritt er nach der Watergate-Affäre von seinem Amt zurück.
„Aber es geht Oliver Stone in ‚Nixon‘ nicht allein darum, diesem Nixon, der die USA in die größte Verfassungskrise seiner Geschichte stürzte, die Absolution zu erteilen. Wie auch ‚JFK‘ ist ‚Nixon‘ hochgradig spekulativ und suggestiv; Stone stützt sich zwar auf Fakten und Zeitzeugenberichte, knüpft diese aber zu einer sich jeglicher Chronologie verweigernden Assoziationskette, die man nicht mit der Realität verwechseln sollte“, meint Oliver Nöding in seiner Filmkritik auf filmgazette.de. „Unzweifelhaft bleibt nach Betrachtung seines in jeder Hinsicht beeindruckenden und buchstäblich überwältigenden Films, der in der letzten halben Stunde von seiner eigenen Komplexität vollkommen zerrissen wird und haarscharf am Rande des Scheiterns wandelt, aber die Erkenntnis, dass der Anstoß für jegliches politisches Wirken nicht im Individuum allein zu suchen ist. Auch der mächtigste Mann der Welt ist nicht die erste Ursache, sondern vor allen Dingen Wirkung. Er ist nur der Repräsentant dessen, was ist, ein Vertreter eines unbeherrschbaren, unberechenbaren Systems, das in einer schönen Sequenz als wildes, unzähmbares Tier beschrieben wird. Es konnte, so Stone, damals keinen anderen Präsidenten geben als Nixon.“ 
Wie schon bei „JFK“ und "Geboren am 4. Juli" arbeitete Oliver Stone bei „Nixon“ mit dem großen amerikanischen Komponisten John Williams zusammen, der mit seiner großartigen Orchestermusik wieder den richtigen Ton für ein Stück amerikanischer Geschichte fand.
Mit "U-Turn - Kein Weg zurück" ist Oliver Stone 1997 ein spannender Film-noir-Krimi geglückt, in dem reichlich Stones eigenwillige Bildsprache zu bewundern ist. In stakkatoartiger Schnittfolge wechseln sich verschwommene Schwarz-Weiß-Aufnahmen mit grellem Farbmaterial ab, womit das Tempo forciert und Verwirrung erzeugt wird. Der Gauner Bobby Cooper (Sean Penn) landet mit seinem kaputten Auto in Susperior, Arizona, wo sich ein debiler Mechaniker (Billy Bob Thornton) um den Wagen kümmert. Die Zeit drängt, denn in Las Vegas muss Bobby dringend seine Schulden begleichen. Die Wartezeit will er sich mit der attraktiven Grace (Jennifer Lopez) vertreiben, doch dabei wird er von dem hitzigen Ehemann Jake McKenna (Nick Nolte) gestört und aus dem Haus geschmissen. Als McKenna wenig später Bobby ein lukratives Geschäft vorschlägt, kann er kaum ablehnen, da ihm seine Kohle gestohlen wurde. Er soll Grace töten …
„Als ein steckengebliebenes Road Movie mit augenfälligen Parallelen zu ‚Red Rock West‘ peilt ‚U-Turn‘ ohne Umschweife die Verbindung von Film noir und Western an. Die Peckinpah-Metapher von den sich selbst zerfleischenden Wüstentieren aus ‚The Wild Bunch‘ ist von Anfang an allgegenwärtig, der örtliche Sherriff (Powers Boothe) rät dem undurchsichtigen Fremden weilerzuziehen, und das Doppelspiel mit Grace und Jake zitiert in Form einer Spirale Tay GarnettsThe Postman Always Rings Twice‘. Wer sich diese unterschiedlichen Genre- und Filmbilder als eher krampfhafte Kombination vorstellt, die von der Montagetechnik und Bildästhetik zusammengehalten wird, mit der man Stone als Regisseur gemeinhin assoziiert, der bekommt ein ziemlich genaues Bild von ‚U-Turn‘“, meint Jan Distelmeyer auf filmzentrale.com
Eine Ausnahmeerscheinung in Stones Filmographie stellt aber „An jedem verdammten Sonntag“ dar. Stone, der sich schon immer als Chronist seiner Heimat verstand, setzte sich hier mit den Mechanismen innerhalb des US-Nationalsports American Football auseinander. Tony D’Amato (Al Pacino) hat zweimal hintereinander mit den Miami Sharks den Football-Superbowl gewonnen, doch dann gerät das Team in die Krise, verliert reihenweise seine Spiele und dann auch noch verletzungsbedingt Quarterback-Veteran Cab Rooney (Dennis Quaid) und seinen Ersatzmann. An deren Stelle kann sich Neuling Will Beamen (Jamie Foxx) zunächst nicht behaupten, wird aber bald zum Star des Teams, der dem Ruhm allerdings auch zu Kopf steigt. D’Amato hat alle Mühe, den Jungen zu bändigen und sich die skrupellose Clubbesitzerin Christina Pagniacci (Cameron Diaz) vom Leib zu halten, die sich zunehmend in das Tagesgeschäft des Trainers einmischt.
Stone interessiert sich für alles an seiner Geschichte, aber nicht für den Sport. Dessen Mythen werden zelebriert, aber nur so viel, wie unverzichtbar ist, und um zu zeigen, was nicht mehr funktioniert. ‚Any Given Sunday‘ ist ein Film über das Umfeld geworden, über Korruption und Prostitution, verlogene, heuchlerische Politiker, Ärzte, die je nach Bedarf fit oder krankspritzen, Aktionäre, die nach Spielergebnissen nur die Börsenwerte und Ablösesummen nachrechnen, über die Herrschaft des Geldes der Medien, die den Sport längst gekauft haben. Pathos ist hier nur noch ein Fluchtreflex für Betrüger. Reaktionär ist der Film trotz seines manchmal martialischen Tonfalls schon deshalb nicht, weil all diese Brüche unversöhnt gezeigt werden“, urteilt Rüdiger Suchsland auf artechock.de. „Auch stilistisch liefert Stone das Gegenteil aller Riefenstahl-Ästhetik: Ganz tief hinein taucht seine Kamera in die Arena, knapp über der Grasnarbe geht sie zentimeterdicht an Ball und Spieler heran. Kein Foul, kein fieser Trick, keine Brutalität bleibt ihr verborgen. Nicht der totalitäre Blick, der das Individuum klein macht, oder es in die Masse integriert, sondern die Vereinzelung inmitten des Stadions bestimmt die Wahrnehmung. Rasant und virtuos geschnitten, montiert Stone seine Bildfetzen mit Werbe-Ästhetik, Popmusik und der Semantik der TV-Sportinszenierungen.“ 
Mit „Comandante“, „Persona Non Grata“ und „Looking For Fidel“ drehte Oliver Stone 2003 und 2004 einige Dokumentationen (die beiden letztgenannten sind in der großartigen „Oliver Stone Collection" von Warner Bros. als Bonus enthalten). „Comandante“ ist das Ergebnis eines Besuchs, den Stone im Februar 2002 mit zwei Handkameras Fidel Castro abstattete. Stone dokumentiert öffentliche Auftritte und private Momente, nimmt dabei die Rolle des Interviewers ein und bebildert Castros Ausführungen mit historischen Film-, Bild- und Tonaufnahmen. Nachdem Stone von den Kritikern vorgeworfen wurde, Castros Statements, die dem offiziellen Sprachgebrauch entsprachen, nicht weiter hinterfragt zu haben, besuchte der Regisseur im April 2003 den kubanischen Staatschef erneut und fragte für seinen Film „Looking For Fidel“ etwas hartnäckiger nach der sehr instabilen Beziehung zwischen den USA und Kuba oder der Hinrichtung von Gefangenen. „Persona Non Grata“ ist schließlich das Ergebnis einer Reise des Filmemachers nach Jerusalem, Tel Aviv und Ramallah, wo sich Stone mit Führern aus beiden Lagern im israelisch-palästinensischen Konflikts traf.
Erst fünf Jahre nach „An jedem verdammten Sonntag“ präsentierte Stone mit „Alexander“ seinen nächsten Spielfilm. Das Historienepos portraitiert den von Colin Farrell dargestellten antiken Herrscher Alexander der Große (356 – 323 v. Chr.) und seine Beziehungen zu seiner Mutter Olympias (Angelina Jolie), seinem Vater Philipp (Val Kilmer), seinem Heeresführer Hephaistion (Jared Leto), zu seiner schönen Frau Roxane (Rosario Dawson) und zu seinem General Ptolemaios (Anthony Hopkins). Zunächst besteht seine Mission darin, nach dem Besteigen des Throns den Mord an seinem Vater zu rächen und die Perser aus Kleinasien zu vertreiben. Schließlich zieht er auch in Ägypten ein und will Indien erobern, doch im gnadenlosen Dschungelkampf muss der Herrscher über 90 Prozent der damals bekannten Welt herbe Verluste einstecken. Bei Publikum und Kritik kam das dreistündige Historienspektakel allerdings nicht so gut weg.
„Man könnte also sagen, dass Oliver Stones ‚Alexander‘ gescheitert ist. Ihm fehlt die homerische Dramaturgie, auf die ‚Troja‘ bauen konnte, und Colin Farrells Mienenspiel unter der blondierte Mähne kann im Multiplex schwer mit den Duellen konkurrieren, die ‚Gladiator‘ und ‚Troja‘ zu bieten hatten. ‚Alexander‘ besteht fast zu gleichen Teilen aus losen Enden, kruden Klischees, interessanten Andeutungen, spektakulären Massenszenen und Holzhammerpsychologie. Zugleich kann man zu dem Schluss kommen, dass mit diesem Film vor allem unser Blick scheitert, wenn er auf eindeutige Sinnstiftung angelegt ist: der Blick auf einen Film, der als ‚Oliver-Stone-Film‘ immer schon zweifellos auf das Filmemacher-Subjekt verweist, und der Blick auf die Historie, die sich als kohärente Geschichte eines starken (Ver-)Führers erweisen soll“, resümiert Jan Distelmeyer auf taz.de
Wenig hilfreich für Oliver Stones Mission erwies sich auch der exotische, aber auch unterkühlte Score von Vangelis („Blade Runner“, „1492 – Conquest Of Paradise“).
Oliver Stone, der die Traumata von John F. Kennedys Ermordung und des Vietnam-Krieges so großartig filmisch aufbereitet hatte, widmete sich mit „World Trade Center“ 2006 einer weiteren Katastrophe, den Anschlägen des 11. September. Überraschenderweise setzte sich der Filmemacher aber mit keiner der vielen Verschwörungstheorien auseinander, sondern inszenierte ein ganz und gar menschliches Drama über eine Einheit von New Yorker Cops, die sich in der U-Bahn-Ebene unter den zerbombten Türmen an die Evakuierung der Menschen machen, als das Rettungsteam unter Tonnen von Stahl, Glas und Beton begraben wird.
Oliver Stone, der ewige Querulant, der sich so gerne den amerikanischen Traumata widmet und sie in der Vergangenheit oft mit aufklärerischem Furor und politischer Brisanz sezierte, beschränkt sich darauf, mit ruhiger Hand und schwellendem Pathos die - authentische - Geschichte einer Rettung aus den Trümmern der Türme nachzuerzählen. Eine amerikanische Seifenoper“, resümiert Andreas Borcholte in seiner Rezension auf spiegel.de.
„Ich bin kein Verschwörungstheoretiker. Ich habe ‚JFK‘ gedreht, der auf umfangreichen Recherchen basiert, und das war's dann auch schon. Und diesen Film machte ich auch nur, weil mich die persönliche Geschichte des Staatsanwalts Jim Garrison faszinierte“, entgegnet Stone den Kritikern in einem Spiegel Online-Interview. „Genauso bewegten mich bei ‚World Trade Center‘ die individuellen Schicksale der verschütteten Polizisten und ihrer Familien. All die wilden Gerüchte zum 11. September haben mich nicht interessiert. Ich mache Filme über Menschen, nicht über theoretische Konstrukte. Ich suchte auch nicht krampfhaft nach Geschichten zu diesem Thema. ‚World Trade Center‘ war das einzige Drehbuch, das ich dazu las.“ 
Craig Armstrong komponierte dazu einen entsprechend gefühlvollen Score und war – neben Brian Eno und David Byrne - auch später an dem Soundtrack zum leicht missglückten „Wall Street“-Sequel „Wall Street – Geld schläft nicht“ beteiligt.
Mit „W. – Ein missverstandenes Leben“ näherte sich Oliver Stone einem weiteren Präsidenten, diesmal dem durch den ungerechtfertigten Irak-Krieg beim amerikanischen Volk in Ungnade gefallenen George W. Bush. Der Regisseur lehnte sich bei seinem Portrait allerdings nicht so weit aus dem Fenster, wie man es von seinen früheren Werken gewohnt gewesen ist.
„Legte Stone mit ‚JFK‘ noch eine eigene, kontroverse Theorie zum Kennedy-Attentat vor, begnügt er sich dieses Mal mit einer simplifizierenden Nacherzählung längst bekannter Hintergründe. Wenn der sinister aufspielende Richard Dreyfuss als Dick Cheney auf die Frage nach einem Rückzugsplan aus dem Irak mit einem achselzuckenden ‚There is no exit. We stay!‘ reagiert, ist offensichtlich, wo Stone die eigentlichen Übeltäter verortet - und wen er von Schuld freispricht. Jeffrey Wright gibt als Colin Powell die Stimme der Vernunft, mehr als ein tadelndes ‚Diplomatic bullshit!‘ erntet er damit nicht“, meint Jan Hamm in auf filmstarts.de.
Stones Version des Bush-Kabinetts repliziert ein Bild, das sich die linke Öffentlichkeit schon vor Jahren zurechtgelegt hat. Gewagt oder gar erkenntnisreich ist sein Blick in die Schattenwelt des Weißen Hauses zu keinem Zeitpunkt. Mitsamt den Figuren reduziert er auch die Chronologie auf wenige Etappen. Die Anschläge vom 11. September werden bestenfalls implizit verhandelt, andere für die US-Wahrnehmung der Regierungsarbeit zentrale Themen wie etwa die Hurrikan-Katastrophe in New Orleans bleiben ganz außen vor. Wie spannend wäre es gewesen, Brolins Interpretation der privaten Reaktionen auf all diese Ereignisse mitzuverfolgen. Wie viel mutiger und detaillierter wäre Stones dritte Aufarbeitung einer amerikanischen Präsidentschaft damit gewesen. So kommt ‚W.‘ als politischer Film nie über eine herkömmliche Geschichtsstunde hinaus.“ 
Auch mit seinem „Wall Street“-Sequel „Wall Street – Geld schläft nicht“ konnte Oliver Stone 2010 kein Comeback feiern, obwohl der Film von der Kritik wohlgesonnener aufgenommen worden ist.
Gordon Gekko (Michael Douglas) kommt nach 23 Jahren aus dem Gefängnis und versucht, wieder Fuß an der New Yorker Wall Street zu fassen. Da jedoch niemand mit dem Ex-Häftling ins Geschäft kommen will, konzentriert sich Gekko auf sein leider auch zerrüttetes Familienleben. Über Jacob (Shia LaBeouf), den Verlobten seiner Tochter und ebenfalls Broker an der Wall Street, versucht er wieder Zugang zu seiner Tochter Winnie (Carey Mulligan) zu finden und sich im Gegenzug an Hedgefond-Manager Bretton James (Josh Brolin) zu rächen, der offensichtlich verantwortlich für das Verschwinden von Jacobs Mentor Lewis Zabel (Frank Langella) zu sein scheint.
„Sei es der mit Kraftausdrücken und Erotika durchflochtene Börsenjargon oder die Accessoire-Besessenheit der Broker, die sich in Handy, Hemden und Haargel zeigt - Stone inszeniert diese Oberflächlichkeiten mit so viel Glanz, Verve und Energie, dass man über den Inhalt kaum mehr nachdenken muss. Wenn dunkle Wolken im Zeitraffer über Manhattan ziehen, die Wall Street aus der Vogelperspektive gezeigt wird und dann in zoomenden Splitscreens lauter Männer an Telefonen sprechen - dann fühlt und hört es sich einfach ungeheuer zeitgenössisch an“, meint Barbara Schweizerhof auf taz.de.
Mit seinem aktuellen Film „Savages“ hat Oliver Stone den Bestseller-Krimi „Tage des Zorns“ von Don Winslow verfilmt und dabei zusammen mit dem Autor auch das Drehbuch verfasst. Der Film erzählt die Geschichte der beiden unterschiedlichen Freunde Ben (Aaron Johnson) und Chon (Taylor Kitsch), die ein goldenes Händchen dafür haben, das beste Gras herzustellen, das weit und breit zu haben ist. Zudem teilen sie sich Ophelia (Blake Lively) als Freundin. Als aber das mexikanische Baja-Kartell (in Gestalt von Salma Hayek und Benicio Del Toro) eine Abfuhr für einen Deal erhält, wird Ophelia entführt. Zusammen mit dem DEA-Agenten Dennis (John Travolta) nehmen Ben und Chon den Kampf gegen das Kartell auf. „‘Savages‘ hätte also allein aufgrund des brisanten, gesellschaftspolitischen Hintergrunds genügend Potenzial geboten, um Oliver Stone eine Rückkehr zur Hochform der achtziger und neunziger Jahre zu ermöglichen. Das Resultat ist letztendlich nicht mehr als eine handwerklich gediegene Genrearbeit, die jedoch nicht von jener wütenden Kraft durchdrungen ist, die in Stones früheren Filmen in beinahe jedem Kader zu spüren war“, urteilt Jörg Schiffauer auf ray-magazin.at. „Nun mag es nicht zwingend Aufgabe fiktionaler Arbeiten sein, gesellschaftliche Realitäten exakt abzubilden, doch der Brutalität, mit der Mexikos Drogenkartelle agieren – als Beleg sei hier nur an Gianfranco Rosis bedrückend-beeindruckende Dokumentation ‚El Sicario, Room 164‘ erinnert – mit tarantinoesker Überzeichnung zu begegnen, zählt allein aus dramaturgischer Sicht vermutlich nicht zu Stones besten Entscheidungen. Vor allem aber kann man sich bei ‚Savages‘ des Eindrucks nicht erwehren, dass Oliver Stones Wut auf gesellschaftliche Missstände, früher treibende Kraft für seine Filme, einer beinahe routinierten Gelassenheit gewichen ist. Was immer die Ursache dafür sein mag, am gegenwärtigen Zustand der Welt kann es wohl am allerwenigsten liegen.“
Auch wenn Oliver Stone die gesellschaftskritische Wucht seiner früheren Werke abhandengekommen zu sein scheint, bieten seine Filme noch immer noch ansprechende Kinounterhaltung. Wie schon bei „Natural Born Killers“ bietet der Soundtrack zu „Savages“ jedenfalls ein buntes Potpourri an musikalischen Stilen, angefangen bei dem Score von Newcomer Adam Peters (ehemals Echo & The Bunnymen) über die TripHop-Klänge von Thievery Corporation und Massive Attack bis zu Reggae-Klängen von Peter Tosh. Oliver Stone lässt die Kritik an seinen Werken allerdings auch ziemlich kalt:
„Ich sehe meine Filme vor allem als Dramen über Individuen in persönlichen Kämpfen, und ich sehe mich selber zuerst als Dramatiker, dann erst als politischen Filmemacher. Mich interessieren verschiedene Blickpunkte. Im Endeffekt sind die Probleme des Planeten universell, und Nationalismus ist eine sehr destruktive Kraft. Und ich mag Anarchie in Filmen. Meine Helden waren Buñuel und Godard. ‚Außer Atem‘ war einer der ersten Filme, bei denen ich erinnere, dass sie mich wirklich prägten, wegen seines Tempos und seiner Energie. Man sagt, meine Mittel seien nicht subtil. Aber das ist zuallererst, was wir brauchen: ein Kino, das uns wachrüttelt, unsere Nerven und unser Herz.“ 

Filmographie:
1971: Last Year in Viet Nam (Kurzfilm)
1979: Mad Man of Martinique (Kurzfilm)
1974: Die Herrscherin des Bösen (Seizure)
1981: Die Hand (The Hand)
1986: Salvador
1986: Platoon
1987: Wall Street
1988: Talk Radio
1989: Geboren am 4. Juli (Born on the Fourth of July)
1991: The Doors
1991: John F. Kennedy – Tatort Dallas (JFK)
1993: Zwischen Himmel und Hölle (Heaven & Earth)
1994: Natural Born Killers
1995: Nixon – Der Untergang eines Präsidenten (Nixon)
1997: U-Turn – Kein Weg zurück (U Turn)
1999: An jedem verdammten Sonntag (Any Given Sunday)
2003: Comandante (Doku)
2003: Persona Non grata (Doku)
2004: Looking for Fidel (Doku)
2004: Alexander
2006: World Trade Center
2008: W. – Ein missverstandenes Leben (W.)
2009: South of the Border (Doku)
2010: Wall Street: Geld schläft nicht (Wall Street 2: Money Never Sleeps)
2012: Savages

Playlist:
1 Thievery Corporation feat. Anoushka Shankar - Mandala (Savages) - 04:02
2 Georges Delerue - Love Theme - Finale (Salvador) - 04:24
3 Georges Delerue - Main Title (Platoon) - 02:27
4 Samuel Barber - Adagio for Strings (Platoon) - 06:51
5 Stewart Copeland - Anacott Steal (Wall Street) - 02:53
6 Stewart Copeland - Dietz: Just Come Right In Here (Talk Radio) - 03:05
7 John Williams - Prologue (JFK) - 04:00
8 John Williams - Born On The Fourth Of July (Born On The Fourth Of July) - 05:44
9 John Williams - The Miami Convention (Nixon) - 03:18
10 Kitaro - Heaven And Earth [Land Theme] (Heaven And Earth) - 07:39
11 Peter Gabriel + Nusrat Fateh Ali Khan - Taboo (Natural Born Killers) - 04:22
12 The Doors - Light My Fire (The Doors) - 07:06
13 Nine Inch Nails - Something I Can Never Have (Natural Born Killers) - 04:04
14 Barry Adamson - Hungry Ants (Natural Born Killers) - 03:11
15 Jamie Foxx - Any Given Sunday Outro (Any Given Sunday) - 02:31
16 Missy Elliott - Who You Gonna Call (Any Given Sunday) - 04:08
17 Ennio Morricone - Dialogue With The Indian (U-Turn) - 03:26
18 Vangelis - Garden Of Delight (Alexander) - 04:05
19 Craig Armstrong - World Trade Center Piano Theme (World Trade Center) - 04:01
20 Craig Armstrong - Ethereal (World Trade Center) - 05:25
21 Craig Armstrong - Money (Wall Street 2: Money Never Sleeps) - 03:13
22 Paul Cantelon - Bayou (W.) - 03:41
23 Adam Peters - Hijack In The Desert (Savages) - 03:17
24 Adam Peters - Dust Bowl (Savages) - 01:55
25 Adam Peters - Savages … Forces Of Nature (Savages) - 03:13
26 Massive Attack - Paradise Circus [Gui Boratto Remix] (Savages) - 08:06
27 The Doors - The End (The Doors) - 11:42

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